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Opf: Prävention beim SV Wiesent

Letzte Aktualisierung: 2. Februar 2018

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Opf: Prävention beim SV Wiesent

Prävention beim SV Wiesent - Damit Kinder keine Opfer werden.

Der Sportverein Wiesent führte für seine Trainer und Betreuer eine Schulung "Prävention sexualisierter Gewalt im Sport" durch. Referent des Abends war Reinhard Rengsberger, Vereins-Ehrenamtsbeauftragter und BFV-Konfliktmanager.
Es ist ein grässlicher Gedanke, man will ihn beiseiteschieben, man will sich nicht damit befassen, aber es ist leider Fakt: Sportvereine können Pädophile anziehen.
Die Tätigkeit als Trainer oder Betreuer gibt ihnen die Möglichkeit, mit Kindern auf Tuchfühlung zu gehen - und das völlig unverdächtig. Solche Triebtäter sind nur schwer zu enttarnen: Oft handelt es sich um engagierte, intelligente und beliebte Vereinsmitglieder. Sie machen sich mit perfiden Strategien, Einschüchterungen, Erpressungen und Psychotricks die Kinder gefügig.
Kindesmissbrauch ist eines der schlimmsten Verbrechen, die es gibt. Derlei Übergriffe hinterlassen in der Seele eines Kindes sehr tiefe Narben.
Missbrauch von Kindern passiert nicht nur in großen, anonymen Sportvereinen in einer Stadt, auch bei kleineren Vereinen auf dem Land, wo die Welt noch in Ordnung scheint und jeder jeden kennt.
Man kann aber in keinen Menschen hineinschauen.
Die Täter machen den Kindern Angst, versuchen ihnen eine Mitschuld einzureden und nutzen ganz bewusst ihre Machtposition aus.
Wenn das Kind plötzlich das Interesse am Sport verliert, wenn es sich absondert, wenn es plötzliche Verhaltensänderungen gibt, wenn das Kind von sexuellen Situationen berichtet usw., sollte man dies als Signal erkennen. Diese Anzeichen können natürlich auch andere Ursachen haben, je mehr aber zutreffen, desto wahrscheinlicher kann ein sexueller Missbrauch sein.
Wegschauen, das Kind nicht ernst nehmen und nichts zu tun, ist dann das Schlimmste.
Jeder Sportverein kann aber etwas tun, um Übergriffe zu vermeiden.
Pflicht ist bereits ein erweitertes Führungszeugnis, welches nach 5 Jahren wieder erneuert werden muss.
Eine eigene Ansprechperson im Verein für diesen Fall, ein Krisenteam, in welches auch eine Fachbehörde mit eingebunden werden kann, Verhaltenskodex, Schutzvereinbarungen, Briefe zum Thema an Eltern und Kinder/Jugendliche sind geeignete Maßnahmen, um präventiv tätig zu werden.
Eine eigene Seite "Prävention" auf der Homepage, evtl. ein Logo auf der Einstiegsseite der Homepage zeigen an, dass sich der Verein aktiv und bewusst mit Gewalt gegen Kinder auseinandersetzt und engagiert.
Solche Maßnahmen können bereits potentielle Täter abschrecken.
Zum Schluss verteilte Reinhard Rengsberger einen Verhaltenskodex mit Schutzvereinbarungen, welcher sofort von allen unterschrieben wurde.
Der Sportverein Wiesent wird weiterhin aktiv und engagiert mit diesem Thema umgehen, um nicht nur die Kinder und Jugendliche, sondern auch Trainer und Betreuer zu schützen.

 

 
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