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Oliver Bierhoff: "Der BFV macht einen super Job!"

Letzte Aktualisierung: 4. Mai 2018

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Oliver Bierhoff lobte die Arbeit des Verbandes und der Verein an der Basis. Foto: Sebastian Widmann/Getty Images

Oliver Bierhoff, Direktor deutsche Fußball-Nationalmannschaft und Fußballentwicklung, sprach auf dem Verbandstag in Bad Gögging über die WM-Vorbereitung, den Stellenwert der Arbeit an der Fußballbasis und die bayerische Talentförderung. Die Aussagen im Überblick:

Oliver Bierhoff über...

...die WM-Vorbereitungen:
Die Planungen für eine WM oder EM beginnen in der Regel nach dem Ende der vorherigen EM oder WM. Dann fangen wir damit an, ein Quartier zu suchen, uns auf das Land vorzubereiten und es zu besuchen. Am Ende wird es natürlich immer knapp, aber bisher haben wir das immer gut hinbekommen. Ab Jahresbeginn macht sich dann das Kribbeln, dieses WM-Fieber bemerkbar. Kommen Verletzungen hinzu, ist man dann nicht mehr so entspannt, sondern eher erschrocken wie vor Kurzem bei Jerome Boateng. Dann gehen auch die Planungen wie die Kader-Entscheidung der Trainer mehr ins Detail.

...den WM-Kader: Als bayerische Spieler sind natürlich Thomas Müller, Mats Hummels und auch Joshua Kimmich mit dabei - so viel kann ich schon einmal verraten. Wir haben eine große Qualität im Kader, erst recht, wenn alle gesund sind. Die Auswahl wird mit Sicherheit nicht leicht, aber auch während des Turniers wird es schwierig sein, eine Startelf zu benennen, denn es werde alle Spieler den Anspruch haben, zu spielen.

...seinen Einfluss auf Joachim Löw: Gewisse Dinge stehen natürlich fest. Jogi hat klare Vorstellungen, was die taktische Ausrichtung betrifft und auch den Einsatz einzelner Spieler. Andere Dinge müssen sich wiederum entwickeln. Jogi hört da natürlich auch auf meine Einschätzung und die der Co-Trainer, aber am Ende hat er das letzte Wort und das wird von allen getragen.

...das WM-Quartier in Moskau: Die Vorbereitung auf eine WM sind immer wahnsinnig komplex. Da ist die Logistik ein sehr wichtiger Aspekt. Die Unterkunft muss natürlich gewissen Standards genügen. So muss der Flughafen gut erreichbar und optimale Trainingsvoraussetzungen gegeben sein. Wir haben uns den Spielplan angeschaut. Unser Ziel ist es, Weltmeister und zunächst Gruppensieger zu werden. Dann hätten wir drei Spiele in Moskau, von daher war die Entscheidung, nach Moskau zu gehen, nur die logische Konsequenz. Anders als in Brasilien werden die Spieler nicht in Wohngemeinschaften wohnen, sondern wir sind in einem klassischen Hotel. Aber wir versuchen auch in Moskau zwei, drei Orte zu schaffen, wo die Spieler gemeinsam Zeit verbringen können.

...den Stellenwert der Arbeit an der Basis: "An der Basis wird ein enorm wichtiger Grundstein gelegt. Jeder Spieler fängt in einem kleinen Verein mit dem Fußballspielen an. Die Vereine an der Basis sichern die Zukunft des deutschen Fußballs. Wir als DFB verstehen uns daher als Dienstleister nicht nur der Profivereine, sondern des gesamten Fußballs. Von der Arbeit an der Basis profitieren nicht zuletzt wir. Denn die Nationalspieler von morgen werden heute in den Amateurvereinen ausgebildet."

...die bayerische Talentförderung: "Bayern macht einen klasse Job in Sachen Talentförderung. Das musste ich schon als junger Auswahlspieler vom Niederrhein erfahren. Der BFV ist ein wahnsinnig starker Verband und Rainer Koch setzt sich als 1. DFB-Vizepräsident ja auch auf nationaler Ebene verstärkt für den Amateurfußball ein."

...Tipps für junge Spieler: "Wichtig ist es, nie den Spaß am Fußball zu verlieren und viel Zeit am Ball verbringen und sich einfach stetig zu verbessern und die Leistung auf dem Platz zu bringen. Wichtiger als zu früh in den Profiverein zu wechseln ist es, auch in kleinen Vereinen als Führungsspieler Verantwortung zu übernehmen. Dadurch reift man als Spieler ungemein.

...Zukunftsvision des deutschen Fußballs: Nach dem WM-Titel 1990 dachten alle, Deutschland sei über Jahrzehnte unschlagbar. Dabei haben wir nicht gemerkt, wie andere Nationen wie Frankreich oder die Niederlande vorbeigezogen sind. Auch heute möchte ich gar nichts schlecht reden. Die Nationalmannschaft ist amtierender Weltmeister und wir sind weiter auf einem sehr starken Niveau. Trotzdem müssen wir den nächsten Schritt machen, immer besser und in unserer Arbeit noch schneller werden. Dabei wird auch die neue DFB-Akademie eine entscheidende Rolle spielen. Wir müssen den Stand der Entwicklungen sondieren und daraufhin reagieren. Dabei sind wir auf die gute Zusammenarbeit mit den Profi- und Amateurvereinen sowie Landesverbänden angewiesen.




 
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