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Eingliederung der Reservemannschaften

In einigen Bezirken und Kreisen des Bayerischen Fußball-Verbandes wird die Thematik der "Eingliederung der Reservemannschaften in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb" kontrovers diskutiert. Dabei ist bei Vereins- und Medienvertretern mehrfach der Eindruck entstanden, dass die Vereine in den Bezirken Schwaben, Oberfranken, Mittelfranken, Teilen Unterfrankens und Niederbayern gezwungen würden, ihre Reserven in den Punktspielbetrieb einzugliedern - eine klare Fehleinschätzung. Nachfolgend die Position des BFV zu diesem Thema:

Fakt ist, dass gemäß Paragraph 19 der Spielordnung des BFV jeder Verein Mannschaften zum Spielbetrieb mit Aufstiegsberechtigung melden kann. Das bedeutet: Jeder kann, keiner muss! Die Entscheidung für oder gegen eine Eingliederung trifft also einzig der betreffende Verein.

Grundsätzlich empfiehlt der Bayerische Fußball-Verband seinen Vereinen allerdings die Eingliederung in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb, denn:

  • Untere Mannschaften, die bisher ohne besondere sportliche Motivation und Anerkennung am Reservespielbetrieb teilgenommen haben, können im Punktspielbetrieb zur (möglicherweise einzigen) Meistermannschaft ihres Vereins werden.
  • Jugendspieler, die nach der A-Jugend aus verschiedenen Gründen den Sprung in die 1. Herrenmannschaft nicht sofort schaffen, haben die Möglichkeit, in der 2. oder einer unteren Mannschaft im Meisterschaftsspielbetrieb und damit unter  Wettkampfbedingungen auf sich aufmerksam zu machen.
  • Spieler der 1. Mannschaft, die nicht zum ersten Aufgebot gehören, Trainingsrückstand haben oder sich nach einer Verletzung in Rehabilitation befinden, können in den unteren Mannschaften unter Wettkampfbedingungen Spielpraxis sammeln und an die 1. Mannschaft wieder herangeführt werden.
  • Auch den unteren Mannschaften stellt der Bayerische Fußball-Verband im Punktspielbetrieb qualifizierte Schiedsrichter.

Zu bedenken ist zudem, dass die Organisation des Reservespielbetriebs mit abnehmender Teilnehmerzahl immer problematischer wird und Vereine aufgrund der geografischen Bedingungen zum Teil weite Fahrstrecken in Kauf nehmen müssen, um beim jeweiligen Gegner anzutreten. Wird eine geringe Teilnehmerzahl durch häufigere Duelle der verbliebenen Teams kompensiert, ist zusätzlich davon auszugehen, dass für die teilnehmenden Spieler die Attraktivität der einzelnen Spiele und damit auch die Attraktivität des gesamten Reservespielbetriebs stark abnimmt.

Sollte sich in einem Kreis mindestens die Hälfte der Vereine für die Eingliederung in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb entscheiden, ist der Bayerische Fußball-Verband der Meinung, dass die Vereine, die sich gegen die Eingliederung aussprechen, demokratisch akzeptieren sollten, dass es keine Mehrheit für die Aufrechterhaltung des Reservespielbetriebs gibt. Einen Eingliederungszwang wird es aus den bereits aufgeführten Gründen in diesem Fall allerdings nicht geben.

Stellungnahme des BFV zu weiteren Argumenten, die häufig in der Diskussion zur Eingliederung in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb vorgebracht werden:

  • Auch nach einer Eingliederung der Reserven können die Vereine ihre Mannschaften wunschgemäß an gemeinsamen oder getrennten Orten und zu gewünschten Zeiten in Absprache mit dem Gegner und dem Spielleiter und unter Beachtung der Bestimmungen der Spielordnung spielen lassen, so dass,
    • Je nach sportlicher Ausrichtung, bis auf einen Trainer kein zusätzliches Personal (Platzwart, Sportheim etc.) benötigt wird,
    • keine Zuschauerverteilung/kein Zuschauerverlust zu befürchten ist und damit finanzielle Einbußen bei Eintrittsgeldern und Bewirtung vermieden werden können.
  • Die Entwicklung der Mannschaftszahlen in den Bezirken mit eingegliedertem Spielbetrieb zeigt, dass die Eingliederung nicht zu einem Rückgang der Mannschaftszahlen führen muss.
    • In Oberbayern ist die Mannschaftszahl (Herren) seit der Eingliederung zur Saison 1999/00 gestiegen (Saison 00/01: 1451;  Saison 09/10: 1583).
    • In der Oberpfalz konnte seit der Eingliederung zur Saison 1999/00 ein leichter Anstieg der Mannschaftszahl (Herren) verzeichnet werden (Saison 99/00: 616; Saison 09/10: 639).
    • In Unterfranken ist die Mannschaftszahl(Herren) nach der Eingliederung der Reserven in den aufstiegsberechtigten Spielbetrieb zur Saison 2008/09 stabil geblieben (Saison 08/09: 1093; Saison 09/10: 1086).
Downloads
Mannschaftszahlen Oberbayern (Herren)
Stand: 29.09.2009 | PDF (187 kB)
 
 
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