Header Image - "Gewalt im Amateurfußball"

Gewaltproblematik im Amateurfußball

Über eine Million Menschen sind während der Saison an jedem Wochenende bei rund 15.000 Spielen als Zuschauer, Spieler, Offizielle oder Vereinsmitarbeiter auf den bayerischen Amateurfußballplätzen unterwegs. Angesichts des Zusammentreffens nahezu aller gesellschaftlichen Gruppen werden mitunter auch in Bayern Fußballplätze zum Austragungsort vielfältiger, vorwiegend sozialer Konflikte. Gewaltvorfälle spiegeln hier eine gesamtgesellschaftliche Problematik wider.

Im Amateurfußball zeigt sich Gewalt in einer Bandbreite von Beleidigungen, Beschimpfungen und Provokationen, die auch rassistischer Art sein können, bis hin zu körperlichen Angriffen. Gewalt kann sich zwischen Spielern, Trainern oder weiteren Vereinsmitgliedern gegnerischer Mannschaften ereignen, Vorfälle werden aber auch durch Zuschauerverhalten beeinflusst oder hervorgerufen.

Mit besonderer Sorge betrachtet der Bayerische Fußball-Verband die Gewalt gegen Schiedsrichter. Sie stehen auf dem Spielfeld besonders im Blickpunkt und sind nicht selten heftiger Kritik und Anfeindungen ausgesetzt. Das Tabu des Körperkontakts zum Schiedsrichter wird gebrochen und es kommt zu körperlichen Angriffen. Schon bei den jüngsten Mannschaften vergessen Trainer, Betreuer, Eltern und Zuschauer ihre Vorbildfunktion und beschimpfen den Schiedsrichter. Die negativen Emotionen können sich auf die Spieler übertragen und so eine fortschreitende Eskalation der Gesamtsituation fördern.

"Kein Ausländerproblem"

Immer wieder wird polemisch das Gewaltproblem ausländischen Spielern oder Spielern mit Migrationshintergrund zugeschoben. Doch die Gewaltproblematik erstreckt sich durch alle Nationalitäten. Gewalttätige Vorfälle jeglicher Art ereignen sich darüber hinaus spielklassenübergreifend, alters- und geschlechtsunabhängig in ganz Bayern.

Die Fakten

In der Saison 2011/2012 fanden rund 243.000 Amateurfußball-Spiele in Bayern statt. Die Sportgerichte in Bayern haben 77 Spielabbrüche (Verletzung der Platzdisziplin durch Zuschauer, Tätlichkeiten gegen Spieler und Schiedsrichter) verhandelt. Im Schnitt ist es also bei ca. 0,032 % aller Spiele zu einem Spielabbruch gekommen. Zudem behandelten die Sportgerichte  (in Bezug auf die Schiedsrichter) u.a. 66 Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter (0,027% der Spiele) und 2340 Beleidigungen gegen den Unparteiischen (0,96 % der Spiele).

Der Bayerische Fußball-Verband verwehrt sich daher gegen den zum Teil entstandenen öffentlichen Eindruck, dass auf allen Fußballplätzen Gewaltvorfälle an der Tagesordnung sind, verschließt aber gleichwohl deshalb vor der Problematik und den vorhandenen Fällen keineswegs die Augen. Auch wenn gewalttätige Übergriffe im bayerischen Amateurfußball nach wie vor im Verhältnis zur Anzahl der Spiele die absolute Ausnahme sind  - bei den Themen "Gewalt im Amateurfußball" und "Gewalt gegen Schiedsrichter" gibt es nichts zu beschönigen. Die Problematik einer gestiegenen Gewaltbereitschaft ganz generell in der Gesellschaft - körperlich und vor allem auch verbal - ist bekannt. Vorfälle werden vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) nicht heruntergespielt oder kleingeredet, sondern ernst genommen und konsequent aufgearbeitet.

Die Position des BFV

  • Wir wollen, dass alle Aktiven, Spieler und Schiedsrichter, in jeder Liga und jeder Altersklasse ohne Angst vor Gewalt Fußball spielen und erleben können.
  • Wir wollen, dass alle Zuschauer und Familien jedes Fußballspiel in Bayern sorgenfrei besuchen können.
  • Wir wollen, dass Fußballspiele sowohl in den Profiligen als auch in den Amateurklassen trotz aller Emotionen friedlich verlaufen.

Der Bayerische Fußball-Verband bekennt sich deswegen klar und ohne Ausnahme gegen Gewalt, Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung. Fußball ist kein wertefreier Sport. Fußball steht für Fairplay, Respekt, Gewaltfreiheit, Miteinander, Toleranz und Anerkennung. Deshalb verfolgt der BFV bei gewalttätigen Vorfällen eine Null-Toleranz-Politik. Sie ist die Basis für die Aufarbeitung aber auch die präventiven Maßnahmen des Verbandes.

Aufarbeitung - unabhängige Sportgerichtsbarkeit

Gewalt auf dem Fußballplatz, Beleidigungen oder Angriffe gegen den Schiedsrichter sind nicht hinnehmbar. Alle Formen von Gewalt im Fußball werden zur Anzeige gebracht und sportrechtlich verfolgt. Dazu hat der BFV eine eigene Rechts- und Verfahrensordnung (RVO) und in allen Bezirken und Kreisen Sportgerichte und Jugendsportgerichte installiert.Die Sportgerichte führen umfassende Ermittlungen durch, fordern Stellungnahmen aller Beteiligten an und entscheiden dann über das Strafmaß. Grundsätzlich steht der Sportgerichtsbarkeit ein Strafmaß bis zum Verbandsausschluss von einzelnen Spielern oder Vereinen zur Verfügung. Zudem können neben der eigentliche Strafe auch weitere Auflagen, wie zum Beispiel die verpflichtende Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Kurs oder an der Schulung "Zwei Blickwinkel - ein Spiel" sowie abzuleistende Sozialstunden, gemacht werden. Die Strafmöglichkeiten der Sportgerichte sind also ausreichend, um auf jeden einzelnen Fall individuell und angemessen reagieren zu können. Wichtig ist: Es gibt keine Pauschalurteile. Jeder Fall wird für sich bewertet.

Konfliktmanager

Die aktuell 21 BFV-Konfliktmanager stehen den Vereinen bayernweit als neutrale Vermittler und Berater vor Ort zur Seite, um dauerhafte Konflikte auszuräumen, bevor sie eskalieren, oder Vorfälle aufzuarbeiten und zwischen den Beteiligten zu vermitteln. Dies gilt für Konflikte zwischen Vereinen, wie auch für vereinsinterne Schwierigkeiten. Je nach Art und Schwere eines Vorfalls wird die Einbeziehung eines Konfliktmanagers unabhängig von einer sportgerichtlichen Ermittlungen unmittelbar angeboten.

Bei einer Anhäufung von grenzwertigen Vorfällen innerhalb einer Spielgruppe können die BFV-Konfliktmanager als Moderatoren "Runde Tische" mit den Mannschaftsvertretern, Spielleitern und Schiedsrichtern leiten. Dabei werden die Vorfälle aufgearbeitet und selbstverpflichtende Vereinbarungen getroffen, wie diese Vorfälle zukünftig zu verhindern sind (z.B. Platzordnungsdienst von Heim- und Gastverein, beruhigendes Einwirken der Trainer und Spielführer, kein Körperkontakt zum Schiedsrichter, Schiedsrichterkabine als Tabuzone, Fairplay-Rituale vor und nach dem Spiel).

Die soziale und über alle Kulturen hinweg verbindende Funktion des Fußballs kann aber nur erhalten werden, wenn jeder Form von Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht nur durch eine Aufarbeitung im Nachgang von Vorfällen, sondern vor allem auch präventiv der Kampf angesagt wird.

Anti-Gewalt-Kurse

Um die Zahl der Vorfälle weiter zu minimieren, bietet der Bayerische Fußball-Verband mit den so genannten Anti-Gewalt-Kursen kostenlos einen weiteren Baustein zur Gewaltprävention an. Ziel dieser Kurse ist es, das persönliche Eskalationspotenzial, die Wut und die potentielle Gewaltbereitschaft von Spielern und Trainern im Griff zu halten und Konfliktsituationen auf dem Fußballplatz gewaltfrei lösen zu können. Neben der freiwilligen Teilnahme können die Sportgerichte die Anti-Gewalt-Kurse auch als Bewährungsauflagen oder als Auflage zusätzlich zu Sportgerichtsstrafen für einzelne Spieler, Trainer und Zuschauer oder für gesamte Mannschaften aussprechen. Zudem haben die Spielleiter die Möglichkeit, Vereinen, deren Mannschaften häufig wegen gewalttätigen Vorfällen negativ in Erscheinung treten, die Teilnahme für einzelne Spieler oder die gesamte Mannschaft nahezulegen. Die Anti-Gewalt-Kurse eignen sich für Mannschaften und Spieler ab C-Junioren.

Die Teilnehmer der Kurse lernen Eskalationsdynamiken kennen und erfahren ihre persönlichen Reizbarkeitsschwellen. Vermittelt und erprobt werden zudem Methoden zur Selbstkontrolle bei Provokationen sowie gewaltfreie Verhaltensalternativen, um sich und andere zu beruhigen. Die Anti-Gewalt-Kurse sind auf drei Termine á drei Stunden angesetzt, können bei Bedarf oder auf Wunsch der Vereine aber auch ausgeweitet werden. Für die Anti-Gewalt-Kurse entstehen den Teilnehmern und Vereinen keine zusätzlichen Kosten.

Der BFV ist Vorbild - Die präventiven Maßnahmen des BFV - AG "Gemeinsam & Fair"

Der BFV geht mit gutem Beispiel voran und setzt auch intern auf eine Null-Toleranz-Politik. Die Vermittlung von Fairplay, Respekt und Gewaltfreiheit ist elementarer Bestandteil aller Trainerausbildungen und Fortbildungsmaßnahmen. Bei allen BFV-Veranstaltungen wirbt der Verband mit Durchsagen, Bannern, dem Anti-Rassismus-Spot oder weiteren Aktionen für das Motto "Gemeinsam und Fair".

AG "Gemeinsam und Fair": Bereits 2006 hat der Bayerische Fußball-Verband die Arbeitsgruppe "Gemeinsam & Fair" gegründet. Vorsitzender ist BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. Die Arbeit der AG wird von der hauptamtlichen Stelle "Soziales" unterstützt. Die Schwerpunkte der AG:

  • Unmittelbare Problemhilfe bei der Bewältigung konkreter Konflikte durch interne Vermittler oder auch externe Fachkräfte.
  • Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern durch deren Schulung und Aufforderung zu engagiertem Handeln, um Gewalt auf den Sportplätzen entgegenzuwirken und Konflikte zu lösen.
  • Informationsveranstaltungen, die Möglichkeiten zur Reduzierung von Konfliktpotentialen aufzeigen.

Gemeinsam & Fair - Hintergrund + Infos 

Bayernweite Aktionstage:

Fairplay

Gegen Rechtsexremismus

Schiedsrichter-Aktion "Gemeinsam und Fair": Im Erwachsenenbereich tragen die bayerischen Unparteiischen bei der Schiedsrichter-Aktion "Gemeinsam und Fair" ein großes Logo auf dem Ärmel, die Vereine machen Stadiondurchsagen und die Mannschaften laufen mit einem großen Banner gegen Gewalt auf den Platz ein.

Platzordner - Leitfaden und Westen: Der BFV gibt den Vereinen einen Leitfaden zum Einsatz von Platzordnern an die Hand und hat allen Vereinen Ordnerwesten zukommen lassen. Auf allen Spielgruppentagungen und weiteren Veranstaltungen weißt der BFV die Klubs auf die Wichtigkeit von Platzordnern hin, die unter anderem für den Schutz des Schiedsrichters zuständig sind. (Leitfaden: http://www.bfv.de/cms/docs/BFV_Leitfaden_Platzordner_2012.pdf).

Anti-Rassismus-Kampagne - Fünf Goldene Fairplay-Regeln:
Für eine generelle Sensibilisierung der Bevölkerung und der Fußballfamilie für das Thema Rassismus und Gewalt hat der Bayerische Fußball-Verband bereits im Jahr 2007 eine groß angelegte, öffentlichkeitswirksame Antirassismus-Kampagne ins Leben gerufen. Herzstück der Kampagne - Die fünf "Goldenen Regeln des Fairplay": Im Rahmen der Kampagne sind die von der Arbeitsgruppe "Gemeinsam und Fair" text- und inhaltlich weiterentwickelten fünf "Goldenen Regeln des Fairplay" ständig präsent. Die Regeln werden bei der Präsentation des Banners durch die Mannschaften von einem Spieler oder dem Stadionsprecher laut verlesen.

Dieser Text lautet: Wir unterstützen Fairplay, Gewaltfreiheit und Toleranz im Fußball, weil wir unseren Sport lieben. Darum beachten wir die folgenden Grundsätze:
  1. Wir sind aufrichtig und beachten die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln. Zum Fußball gehören Sieg und Niederlage, wir werden mit Anstand gewinnen, aber auch mit Anstand verlieren!
  2. Wir sind tolerant und akzeptieren alle Entscheidungen des Schiedsrichters!
  3. Wir achten unseren Gegner als Partner und betrachten ihn nicht als Feind. Daher fühlen wir uns auch für die körperliche und seelische Unversehrtheit unserer Partner verantwortlich!
  4. Wir sind für fairen Sport und wissen, dass nur durch Aufrichtigkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Verantwortung fairer Fußballsport möglich ist und die Freude daran erhalten bleibt!
  5. Wir achten insbesondere auch die Mitspieler und Spieler unserer Partner, die anderer Herkunft, Hautfarbe, Religion und Weltanschauung sind als wir, denn auch wir wollen stets so akzeptiert werden, wie wir sind. Daher treten wir geschlossen gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein und bitten alle, sich mit uns in dieser Zielsetzung solidarisch zu erklären!

Wichtiger Bestandteil der Antirassismus- Aktionen ist neben den fünf "Goldenen Regeln des Fairplay" auch das auffallende visuelle Erscheinungsbild der Kampagne. Die "drei Männchen" in den leuchtenden Ampelsignalfarben grün, gelb und rot stehen wie eine Mauer und Front gegen Rassismus und Gewalt. Sie sollen so zu einem gemeinsamen sportlichen Miteinander im Fußball animieren, denn auf bayerischen Fußballplätzen ist "Kein Platz für Gewalt". Die Durchführung erfolgte von der 1. Bundesliga über die BFV-Ligen bis zum kleinsten "Amateurverein". In Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Thomas Klinger vom Bayerischen Fernsehen hat der BFV im Rahmen der Antirassismus- Initiative einen eigenen Videospot gedreht. Es sollte bewusst ein Spot werden, der sich von allen bisherigen unterscheidet: Die Übermittlung einer einfachen, aber wesentlichen Botschaft zum Thema Antirassismus - von der Basis für die Basis - sollte im Vordergrund stehen. Weit über eine Million Menschen haben den Spot bereits in den Bayerischen Stadien gesehen.

Der BFV stellt den bayerischen Amateurvereinen sämtliche Materialien (Spot, Poster, Banner.) zur Verfügung, um den Anti-Rassismus-Gedanken durch Aktionen immer wieder zu transportieren.

Kampagne "Keine Gewalt im Jugendbereich": Der BFV fängt beim Thema Gewaltprävention schon im Jugendfußball an. Die Kampagne wird seit 2007 immer wieder in allen 24 Fußballkreisen durchgeführt. Die Kampagne sieht vor, dass die Kinder zweiseitig bedruckte Postkarten in die Hand bekommen, damit einlaufen und dann zu den Eltern an den Spielfeldrand laufen und ihnen diese übergeben. Den Eltern soll anhand der acht zentralen Botschaften klar gemacht werden, dass es beim Fußball vorrangig um Spaß an der Bewegung und am Fußball geht.

Hintergrund: Die Kinder stehen oft unter einem permanenten Erfolgs- und Leistungsdruck. Auch vor rassistischen Äußerungen und Beleidigungen gegenüber Gegnern und Schiedsrichtern wird teilweise kein Halt gemacht, so dass bereits die Kleinsten Vorurteile gegen ihre Gegner aufbauen. Dies kann leicht dazu führen, dass die Kinder auf die Dauer die Lust am Sport verlieren. Der Erfolgs- und Leistungsdruck wird sehr häufig von den Eltern aufgebaut.

Einführung der Fair Play-Liga (U9): Der Verbandstag des Bayerische Fußball-Verbandes (BFV) hat im Juli 2014 die bayernweite Einführung der Fair Play-Liga im U9-Bereich zur Saison 2014/2015 beschlossen. Nach den positiven Rückmeldungen der Vereinsvertreter bei den Kreistagen (18 von 24 Kreistage dafür) und Bezirkstagen (alle sieben Bezirkstage dafür) sprachen sich auch die Delegierten auf dem Verbandstag in Bad Gögging für die Fair Play-Liga aus. Bei der Fair Play-Liga, in der ohne Schiedsrichter gespielt wird, soll der Spaß am Fußball für den Nachwuchs im Vordergrund stehen - ohne Ergebnisdruck und ohne Druck von außen. Die Trainer agieren aus einer gemeinsamen Coaching-Zone heraus und die Zuschauer verfolgen das Spiel mit einigen Metern Abstand zum Spielfeld.

Aufrufe bei Spielgruppentagungen/Veranstaltungen: Die Vermittlung und der Aufruf zu Fairplay, Respekt und Gewaltfreiheit ist elementarer Bestandteil aller Spielgruppentagungen, Trainerausbildungen und Fortbildungsmaßnahmen. Bei allen BFV-Veranstaltungen wirbt der Verband mit Durchsagen, Bannern, dem Anti-Rassismus-Spot oder weiteren Aktionen für das Motto "Gemeinsam und Fair".

Der BFV entwickelt wirksame Konzepte

Sicherheit geht nur gemeinsam: Besonders im Bereich der Amateurspitzenklassen (höchstes Zuschaueraufkommen) arbeitet der BFV eng mit dem Bayerischen Innenministerium, dem Kultusministerium, der bayerischen Polizei und den Fußballvereinen zusammen, um mit einem gemeinsamen Sicherheitskonzept gewalttätige Auseinandersetzungen im Vorfeld zu verhindern. Die BFV-Sicherheitsrichtlinien geben für die Landesligen, die Bayernliga, die zukünftige Regionalliga Bayern und die Pokalspiele auf Verbandsebene klare Anforderungen und Maßnahmen vor.

Zur Verbesserung der Platzordnung und Platzdisziplin in den unteren Amateurspielklassen hat die AG "Gemeinsam & Fair" einen Leitfaden für Fußballvereine zum Einsatz von Platzordnern erstellt. Dieser Leitfaden gibt den Platzordnern Sicherheit, wie sie ihre bedeutende Aufgabe im Umgang mit den Zuschauern, Spielern, Betreuern und Schiedsrichtern zum Schutz aller Beteiligten souverän und rechtlich abgesichert erfüllen können.

Der BFV setzt mit seinen Maßnahmen bereits bei den jüngsten Mannschaften an. Dort sind es oft die Eltern, Trainer oder Betreuer, die von außen aggressiv auf Kinder oder Schiedsrichter einwirken. Die Kampagne "Keine Gewalt im Jugendbereich" gibt mit Handzetteln und Plakaten den Vereinen die richtigen Worte an die Hand, um beruhigend auf die Erwachsenen am Spielfeldrand einzuwirken.

Beim Elternfanblock geht es darum, die Eltern zu motivieren, die Kinder lieber gemeinsam und kreativ anzufeuern, statt durch laute Zwischenrufe für Unruhe zu sorgen. Dazu werden die Eltern in einem Bereich am Spielfeldrand als Fanblock zusammengezogen. Durch festgelegte Rituale mit den Spielern vor und nach dem Spiel (z.B. Abklatschen, La-Olá-Welle) wird eine positive und unterstützende Grundstimmung erzeugt.

Der BFV setzt auf die Unterstützung der Vereine

Damit die Maßnahmen und Konzepte des BFV erfolgreich und flächendeckend in ganz Bayern an der Basis Wirkung zeigen, appelliert der BFV an alle Vereine, die Werte des Fußballs offensiv zu vertreten, zur Zivilcourage aufzurufen und sich nach dem Motto "Gemeinsam und Fair" zusammen mit dem Verband gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Denn klar ist in Bezug auf den Fußball: Ohne Spieler und Spielerinnen, Zuschauer, Vereine und deren Mitarbeiter und Fans und nicht zuletzt auch die Medien, die sich allesamt wie der BFV zu den Werten des Fußballs wie Fairplay und Respekt bekennen, werden alle Anstrengungen höchstens punktuelle Verbesserungen bringen.


Regionale Vorzeige-Projekte - München, Kelheim, Freising, Aschaffenburg

Fairplay München: Ein ganz spannendes Projekt hat Bernhard Slawinski, mittlerweile Kreis-Vorsitzender München, 2013 initiiert: "Fairplay München". Auf den Plätzen der Landeshauptstadt hatte es in der Vergangenheit immer wieder gebrodelt, denn die Masse an Menschen in der Millionenmetropole und die Mischung der Menschen mit unterschiedlichsten Nationalitäten und kulturellen Hintergründen sorgte immer wieder für Spannungsfelder und Reibungspunkte, die sich dann auch auf den Fußballplätzen entluden. Bernhard Slawinski hat früh erkannt, welch' wichtige zwischenmenschliche und gesamtgesellschaftliche Rolle der Fußball einnimmt und sich intensiv der sozialen Komponente des Sports gewidmet. In unzähligen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit brachte er die Menschen zusammen, entschärfte Konflikte und knüpfte ein Netzwerk aus Spielbeobachtern, kompetenten Helfern und Ansprechpartnern. "Fairplay München" war geboren und die Bilanz ist herausragend. Auf Münchens Plätzen wird bei aller sportlichen Rivalität das Miteinander wieder größer geschrieben. Die Zahl der Platzverweise und Sportgerichtsverfahren ist im Kreis München massiv zurückgegangen.

Interview mit dem Initiator, Kreisvorsitzender Bernhard Slawinski

Link zum Video "Fairplay München"

Fairplay Kelheim: Die Vereine der Kreisklasse Kelheim und der Bayerische Fußball-Verband (BFV) haben im November 2014 ein starkes Zeichen für Fairplay und gegen Beleidigungen, Rassismus und Gewalt gesetzt. Alle 14 Klubs unterzeichneten in Abensberg unter dem Motto "Fairplay Kelheim" eine gemeinsame Selbstverpflichtung mit fünf Fairplay-Regeln. Darin bekennen sich die Vereine zu einem respektvollen Umgang zwischen Spielern, Trainern, Schiedsrichtern, Vereinsmitarbeitern und Zuschauern. Prominente Unterstützung erhält das Pilotprojekt von Mitinitiator Martin Neumeyer, dem Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Landrat Dr. Hubert Faltermeier und BFV-Vizepräsident Reinhold Baier, Vorsitzender der AG "Gemeinsam & Fair". Für ihr Engagement bekamen alle Vereine ein offizielles Zertifikat des BFV. Mit Plakaten rund um ihren Fußballplatz (z.B. am Kassenhäuschen, im Vereinsheim oder Kabinengang) machen die Kreisklassisten die Aktion auf ihrem Sportgelände sichtbar.

Fairplay Freising: 39 Fußballvereine aus dem Landkreis Freising haben im September 2015 gemeinsam mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) ein starkes Zeichen für Fairplay und gegen Beleidigungen, Rassismus und Gewalt gesetzt. Die Klubs unterzeichneten in Freising unter dem Motto "Fairplay Freising" eine gemeinsame Selbstverpflichtung mit fünf Fairplay-Regeln. Darin bekennen sich die Vereine zu einem respektvollen Umgang zwischen Spielern, Trainern, Schiedsrichtern, Vereinsmitarbeitern und Zuschauern. Für ihr Engagement bekamen die Klubs ein offizielles Zertifikat des BFV. Mit Plakaten rund um ihren Fußballplatz (z.B. am Kassenhäuschen, im Vereinsheim oder Kabinengang) machen die Landkreisvereine die Aktion ab sofort auf ihrem Sportgelände sichtbar. Prominente Unterstützung erhält das Projekt von Mitinitiator Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, dem Freisinger Landtagsabgeordneten Benno Zierer, Landrat Josef Hauner und BFV-Vizepräsident Reinhold Baier, Vorsitzender der BFV-AG "Gemeinsam & Fair".

"Fairplay in unserer Region" im Großraum Aschaffenburg: Bereits seit 2011 gibt es die Initiative "Fairplay in unserer Region" im Großraum Aschaffenburg. Und die Idee wurde dort entwickelt, wo sie auch mit Leben gefüllt werden muss - in den Vereinen. 27 Klubs haben sich dort zusammengeschlossen, auf einen Wertekatalog geeinigt und sich medienwirksam zu den Spielregeln bekannt. Vom unterklassigen Verein bis hin zum sportlichen Aushängeschild Viktoria Aschaffenburg.

 
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