Header Image - Sonntagsspiel / Grundlagenvertrag
Der BFV zum Sonntagsspiel

Der neue Grundlagenvertrag zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wurde am 24. April 2009 auf einem außerordentlichen Bundestag des DFB verabschiedet. Im Vorfeld sorgte der neue Grundlagenvertrag vor allem wegen des neuen Spielplans für Aufregung im Amateurfußballlager. Mit einem Sonntagsspiel der 1. Bundesliga um 15.30 Uhr, parallel zu Amateurfußballspielen, befürchten viele Vereine Zuschauer- und damit Einnahmeverluste. Der Bayerische Fußball-Verband hat Verständnis für diese Sorgen, sieht im neuen Grundlagenvertrag nach ausführlicher Situationsanalyse dennoch einen noch verträglichen und letzten Endes auch unumgänglichen Kompromiss.




Die Hintergründe:

  • Der BFV nimmt die Sorgen der kleinen Amateurvereine sehr ernst und weiß, wie schwer es die Vereine haben, ihre Kosten zu decken und Einnahmen zu erzielen. Deshalb hat der BFV als einziger Landesverband im Jahr 2007 auch eine große Zuschaueranalyse durchgeführt und damit der Öffentlichkeit und den Profiklubs nachweisen können, dass sich noch immer zehnmal so viele Menschen auf Amateurfußballplätze begeben, als in die Stadien der Profiklubs und auf diese Weise um Verständnis der Profivereine für die Anliegen des Amateurfußballs geworben. Für den BFV war von Anfang an klar, dass in den Neuverhandlungen zum Grundlagenvertrag die Zahlungsflüsse des Profifußballs an den Amateurfußball mindestens voll erhalten bleiben müssen und dass darüber hinaus der Sonntagnachmittag so weit wie nur irgend möglich von Bundesligaspielen freigehalten werden muss.
  • Grundsätzlich hat der DFB jedoch keinerlei Rechte gegenüber der DFL, die Bundesligaanstoßzeiten selbst zu bestimmen. Der aktuelle Grundlagenvertrag, der Spiele vor 17.00 Uhr verhindert, läuft am Ende der Saison aus. Die DFL war nicht bereit, einen Vertrag erneut mit Zeiten nach 17.00 Uhr zu unterschreiben, hätte ggf. ohne Grundlagenvertrag Ihre Spiele selbst angesetzt und einen Fundamentalbruch mit dem DFB riskiert.
  • Die DFL, die als eine der wenigen Ligen in Europa überhaupt noch unter einem gemeinsamen Dach mit dem Nationalverband (bei uns der DFB) steht, hatte frühzeitig signalisiert, dass sie ähnlich wie zum Beispiel in England, bei der Spielplangestaltung keinerlei Beschränkungen mehr akzeptieren möchte und darüber hinaus auch die Höhe der Zahlungen an den Amateursport verringern möchte.
  • Der Bayerische Fußball-Verband sieht daher im neuen Grundlagenvertrag nach ausführlicher Situationsanalyse einen noch verträglichen Kompromiss, denn: Die Gesamtzahl der Sonntagsspiele in der 1. und 2. Bundesliga konnte von sieben auf fünf Spiele reduziert werden. Es finden nur noch drei Zweitligaspiele am Sonntagnachmittag statt. Das hat auf Bayern bezogen aktuell den Vorteil, dass die zahlreichen bayerischen Klubs der 2. Liga am Sonntag seltener parallel zu den kleinen Amateurvereinen spielen. Das Sonntagsspiel um 15.30 Uhr wird ausschließlich im Pay-TV gezeigt. Bei Spielen des FC Bayern München am Sonntagnachmittag wird der BFV Verlegungswünschen der Amateurklubs unbürokratisch und kostenfrei nachkommen. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen wurden bereits auf den Weg gebracht.

Der Profi- und der Amateurfußball müssen aufeinander Rücksicht nehmen, denn:

  • Der Amateurfußball finanziert zu mehr als 95% die Ausbildung aller späteren Profifußballer bis zum 14. Lebensjahr.
  • Die DFL und ihre Klubs müssen wissen, dass die Mitglieder und Anhänger der 4500 bayerischen Amateurvereine auch ihre Stadionbesucher und Fernsehkonsumenten sind und Fußball auf Dauer nur dann eine erfolgreiche Sportart sein kann, wenn beide Bereiche unter dem gemeinsamen Dach des DFB ein gutes Auskommen haben.
  • Gleichzeitig finanziert der Profifußball den Amateurfußball in Bayern in erheblichem Maße mit. Ein gleichbleibender Geldfluss der DFL an den DFB und die Landesverbände kann nur gesichert werden, wenn die DFL stabil hohe Einnahmen generieren kann. Die Partner bringen etwaige Summen für die Fernsehrechte jedoch nur auf, wenn sie das Produkt "Profifußball" auch entsprechend exklusiv vermarkten können.
  • Bei einem Verzicht auf ein Spiel am Sonntagnachmittag hätte der DFL ein hoher zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr gefehlt. In einem solchen Fall hätten der DFB und die Landesverbände deutlich weniger Geld und zwar aufs Jahr bezogen in mehrstelliger Millionenhöhe bekommen. Ohne die Zuschüsse von DFB, DFL und den Bundesligaklubs würde dem Bayerischen Fußball-Verband ein Millionenbetrag im Haushalt fehlen, der von den Mitgliedsvereinen des BFV durch höhere Beiträge oder Gebühren aufgefangen werden müsste.
  • Auch sportlich muss der Amateurfußball ein Interesse am Wohlergehen des professionellen Fußballs haben. Spätestens seit der WM 2006 kann man mit einem Blick in die Mitgliederstatistik im Vergleich zu anderen Sportarten schnell belegen: Erfolge der Nationalmannschaft und unserer Spitzenklubs auf nationaler und internationaler Ebene erhalten nicht nur sondern steigern die allgemeine Begeisterung für unsere Sportart.
Downloads
Positionserklärung zum BFV-Bundestag
Stand: 29.09.2009 | PDF (82 kB)
 
 
Spitzenvereine

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

© 2019 BFV.de