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Rückwechsel im Erwachsenenbereich auf Kreisebene

Angesichts der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen steht der Amateurfußball in Bayern vor großen Herausforderungen. Immer mehr Vereine leiden aufgrund niedriger Geburtenzahlen, einem veränderten Freizeitverhalten und der Flexibilisierung der Berufswelt sowohl im Junioren- als auch im Erwachsenenbereich an Spielermangel.  Deshalb hat es sich der Bayerische Fußball-Verband in Fortführung des Mottos aller Kreis- und Bezirkstage sowie des Verbandstags, "Verband und Vereine - ein Team!", zum Ziel gesetzt, eine breite Diskussion über die zukünftige Gestaltung des Spielbetriebs in Gang zu setzen und seine Vereine stärker in die Entscheidungsfindung einbeziehen.
 
Bereits auf allen 24 Kreistagen des BFV wurden fünf vieler Orts diskutierte Ideen zum Spielbetrieb vorgestellt, darunter auch das Rückwechseln im Erwachsenenbereich auf Kreisebene. Es handelte sich bei diesen fünf Ideen ausdrücklich nicht um Vorschläge oder Anträge des BFV-Vorstandes oder anderer BFV-Funktionäre! Die fünf Ideen wurden vorgestellt, um bayernweit eine breite Diskussion zur Zukunft des Spielbetriebs im Amateurfußball - insbesondere in den untersten Ligen - zu führen und  ein Meinungsbild der Vereine zu bekommen, wo und inwieweit Reformbedarf an der Basis gesehen wird. Es war das erklärte Ziel der Verbandsführung, die Vereine selbst diskutieren und entscheiden zu lassen, ob eine der fünf Ideen für den zukünftigen Spielbetrieb in Bayern Sinn macht. Auf allen 24 Kreistagen (den Basisversammlungen im Vorfeld des Verbandstages, zu denen jeder Verein eingeladen wird) wurde geheim abgestimmt und das mit einem eindeutigen Ergebnis:
 
In 23 von 24 Kreisen wurde das Rückwechseln im Erwachsenenbereich auf Kreisebene mit deutlicher Mehrheit von den Vereinen befürwortet und positiv bewertet. Die Abstimmungsergebnisse finden Sie am Ende des Standpunktes. Damit erging ein eindeutiger Auftrag an den BFV, einen entsprechenden, von den Vereinen gewollten Antrag in den Verbandstag einzubringen. Auf dem Verbandstag (dessen stimmberechtigte Delegierte überwiegend, d.h. zu mehr als 50% Vereinsvertreter und nicht Funktionäre des BFV sind!) haben dann wiederum die Vereinsvertreter selbst über den Antrag mit abgestimmt und sich erneut ganz eindeutig, nämlich einstimmig, für das Rückwechseln im Erwachsenenbereich auf Kreisebene ausgesprochen.
 
Information zur  Abstimmung auf den Bezirkstagen: Auf den 7 Bezirkstagen wurde in Ergänzung zu der auf den Kreistagen herbeigeführten Meinungsbildung zum Rückwechseln auf Kreisebene darüber abgestimmt, ob es Sinn macht, das Rückwechseln über die Kreisebene hinaus zusätzlich auch auf Bezirksebene einzuführen. Dies wurde von den Vereinsvertretern abgelehnt und war daher beim Verbandstag kein Thema mehr.
 
Fazit: Die Vereine selbst haben sich auf den Kreistagen und auf dem Verbandstag für das Rückwechseln im Erwachsenenbereich auf Kreisebene ausgesprochen. Es handelt sich nicht um eine Regelung, die in "Hinterzimmern" von Funktionären erdacht wurde, sondern um eine aus Sicht der Mehrheit der Amateurvereine sinnvolle Erleichterung der Spielmöglichkeiten in den untersten Verbandsebenen, d.h. von der 9. Liga abwärts!
 
Das Rückwechseln - nun auch im Erwachsenenbereich bis zur Kreisebene  - ist ohne Zweifel eine spannende Veränderung. Allerdings wird es im Juniorenbereich seit Jahren vollkommen ohne Probleme und ohne Ärger praktiziert (und das sogar ohne detailierte Durchführungsbestimmungen). Auch dort gab es die teilweise von Vereinen vorgebrachten Bedenken, auch dort wurden vereinzelt Manipulationsversuche befürchtet. Grundsätzlich ist zu einer Aus-/Rückwechslung immer die Zustimmung des Schiedsrichters erforderlich. Sollte dieser feststellen, dass der Wechsel nur zur Zeitverzögerung dient, so soll er den Wechsel unterbinden bzw. die Zeit nach seinem Ermessen nachspielen lassen. Die Durchführungsbestimmungen für den Erwachsenenbereich orientieren sich nach den positiven Erfahrungen im Jugendbereich am fairen Fußball. Der BFV wird das Rückwechseln an den ersten Spieltagen genau beobachten und falls nötig Nachbesserungen an den Durchführungsbestimmungen vornehmen. Das gilt insbesondere für die Frage, ob Beschränkungen hinsichtlich maximaler Anzahl von Wechselvorgängen und Wechselzeitpunkten während des Spiels notwendig sind. Dazu müssen jetzt aber erst einmal überall in Bayern Erfahrungen gesammelt werden.

Die wichtigsten Informationen zum Rückwechseln in Kürze:

Ist die Einführung des Rückwechselns auf Kreisebene überhaupt erlaubt bzw. mit den Statuten des DFB vereinbar?

Ja, der allgemeinverbindliche Teil der Spielordnung des DFB wurde auf dem DFB-Bundestag 2007 geöffnet. Paragraph 4 a wurde neu in die Spielordnung aufgenommen und ermöglicht den Landesverbänden des DFB, solche Regelungen umzusetzen.

"Die DFB-Mitgliedsverbände können Regelungen für Meisterschaftsrunden erlassen, an denen Mannschaften mit unterschiedlicher Spielerzahl teilnehmen. Die Mannschaftsstärke liegt bei mindestens sieben und maximal elf Spielern. Die DFB-Mitgliedsverbände können für untere Spielklassen Regelungen für den Pflicht- und Freundschaftsspielbetrieb erlassen, die ein wiederholtes Ein- und Auswechseln von Spielern gestatten."  (§ 4a, allgemeinverbindlicher Teil der DFB-Spielordnung)

Seit wann ist das Rückwechseln erlaubt?

Seit Montag, 26. Juli 2010, ist das Rückwechseln auch im Erwachsenenbereich möglich.

Für welche Spiele gilt der Beschluss?

Verbandsspiele: Bei Verbandsspielen ist das "Rückwechseln" nur bei Spielen auf Kreisebene erlaubt.
Toto-Pokal der Herren / DFB-Pokal der Frauen auf Landesebene: Bei Toto-Pokalspielen gilt die neue Regelung bis einschließlich Kreisfinale, ist dort also auch für die Bezirks- und Bezirksoberligisten erlaubt. Bei den Frauen gilt die Rückwechselmöglichkeit bis einschließlich Bezirksebene.
Privatspiele / Frauenfreizeitligen: Rückwechsel in allen Spielen möglich. Die Anzahl der erlaubten Rückwechsel legen die beteiligten Vereine im Vorfeld der Partie fest, müssen diese aber dem/der Schiedsrichter/in vor Spielbeginn mitteilen.            

Wer darf rückwechseln?     

Während des Spiels dürfen drei (im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb der Herren) bzw. vier (nicht-aufstiegsberechtigter Spielbetrieb der Herren und Frauen-Spielbetrieb) Spieler(innen) beliebig oft ein- und ausgewechselt werden. Insgesamt können damit bis zu 14 bzw. 15 Spieler einer Mannschaft am Spiel teilnehmen. Bei Privatspielen ist - falls vor dem Spiel vereinbart - eine höhere Anzahl von Auswechselspielern möglich.

Wann darf gewechselt werden?     

Der Wechsel muss grundsätzlich in einer Spielruhe und mit Genehmigung des Schiedsrichters / der Schiedsrichterin vollzogen werden. Wenn der/die Schiedsrichter(in) feststellt, dass der Wechsel nur zur Spielverzögerung dient (etwa kurz vor Schluss), hat er/sie die Möglichkeit, den Wechsel abzulehnen bzw. diese Zeit nach seinem Ermessen nachspielen zu lassen.

Alle Einzelheiten (verletzte Spieler(in), Aufenthaltsort, Platzverweis, etc.) entnehmen Sie bitte den Durchführungsbestimmungen. Den entsprechenden Verbandstagsbeschluss finden Sie hier.

Rückwechseln mit FIFA-Statuten vereinbar

In einigen Medien kursieren Aussagen, dass das in Bayern eingeführte Rückwechseln im Herrenbereich geltenden FIFA-Regelungen widerspreche. Dem ist nicht so. Lesen Sie dazu folgenden Artikel.

Downloads
Abstimmungsergebnisse Bezirke (Zusammenfassung)
Stand: 27.07.2010 | PDF (203 kB)
 
Abstimmungsergebnisse - Alle 24 bayerischen Kreise
Stand: 27.07.2010 | PDF (57 kB)
 
 
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