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Ex-FIFA Schiedsrichter zu Gast im Ostallgäu

Letzte Aktualisierung: 11. Februar 2018


Urs Meier mit Ostallgäuer Fanschal - Bild: Daniel Uhrmann

Seit Jahren ist er ein gefragter Vortragsredner, Berater und Coach. Fast 900 Profispiele hat Urs Meier als FIFA-Schiedsrichter davor geleitet. Der 59-Jährige weiß also ganz genau, wie man bestenfalls mit Druck und Entscheidungen umgehen muss, um zu bestehen. Die Schiedsrichtergruppe Ostallgäu hat den Schweizer jüngst nach Pforzen eingeladen. 

"Du bist die Entscheidung", unter diesem Motto gab Urs Meier den rund 270 Schiedsrichtern und Vereinsvertretern besondere Einblicke. Einspieler und Sequenzen, auch von seiner aktiven Zeit als Unparteiischer, brachte er so gekonnt rüber, dass er das Publikum von der Bühne aus mit einbezog. Wie würdet ihr denn in diesem Moment entscheiden? Eine immer wieder aufkommende Frage des Abends. "Als Schiedsrichter bist du permanent unter Druck", erzählt Meier und bringt die EM 2004 ins Spiel. Er pfiff das Viertelfinale zwischen England und Portugal. 60.000 frenetisch Fans waren im Stadion. Sein Puls lag bei 160 Herzschlägen pro Minute. Rund 12 Kilometer rannte Meier bei der wohl besten Partie dieser Euro. Denn es war zugleich die dramatischte, als England im Elfmeterschießen mit 7:8 wieder einmal den Kürzeren zog. Mitten drin war Urs Meier. In diesem Match musste auch er wieder viele Entscheidungen treffen. So auch in der 90. Minute, als er ein Kopfballtor der Engländer wegen angeblicher Behinderung im Strafraum aberkannte. "Entscheidungen treffen, heißt auch Risiken eingehen und auch damit leben können", macht er deutlich. Ein guter Referee pfeife aber schneller als das Publikum. Ihm sei das schönste Hobby der Welt in die Wiege gelegt worden, antwortet er auf eine Frage aus dem Publikum heraus, warum er denn Schiedsrichter geworden sei. "Seitdem ich denken kann, habe ich nur Fußball im Kopf." Darüber hinaus warb er in seinen Ausführungen für mehr Professionalität bei der Fortbildung von Bundesligaschiedsrichtern. Zudem verglich er den Airbag mit dem nicht ganz umstrittenen Videobeweis. "Beides braucht man, in der Hoffnung es nicht einsetzen zu müssen." Unter den Gästen waren auch Jürgen Hecht (FC Blonhofen), seit Kurzem neuer Bezirksschiedsrichterobmann von Schwaben und Ingo Weber (SV Eggenthal), Obmann des Kreises Ostallgäu. "Ich habe mich in vielen Situationen wiedergefunden. Vor allem dann, wenn es darum geht, Entscheidungen schnell und unpopulär zu treffen", so Hecht. Auch Weber pflichtet ihm bei: "Da ist viel Wahres dabei, egal ob beim Bauchgefühl, Konzessionsentscheidungen oder dass man als Schiedsrichter nicht stark genug ist, dem Druck zu widerstehen." Für ihn seien viele Punkte dabei gewesen,  die ihn künftig bei seinen Entscheidungen weiterbringen werden.

Autor: Stefan Günter (Kreisbote)

 
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