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Regionalliga-Reform: Top-Amateure - Top-Talente in einer Liga!

Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2010

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Vertreter der Bayernligisten vereint hinter dem Banner "Ja zur Regionalliga-Reform!"

Die Regionalliga-Reform - alle Infos:

Nicht zuletzt auf Drängen des Bayerischen Fußball-Verbandes und seiner Spitzenvereine wurde beim DFB-Bundestag Ende Oktober 2010 in Essen die Reform der Regionalliga, der aktuellen vierten Liga, beschlossen. Es hatte sich in den Jahren seit der Einführung herauskristallisiert, dass die Regionalliga mit ihren Ansprüchen an die finanzielle und strukturelle Ausstattung der Vereine, den nötigen infrastrukturellen Rahmenbedingungen bei gleichzeitig nur geringem medialen Interesse und Vermarktungsmöglichkeiten der Liga von den Vereinen auf Dauer vor allem finanziell kaum zu stemmen ist. Zahlreiche Vereins-Insolvenzen zeugen von der wirtschaftlichen Gratwanderung, die die Liga den Klubs abverlangt.

Bei einem Treffen im mittelfränkischen Wendelstein sendeten der BFV und seine Spitzenvereine Anfang Oktober deshalb ein deutliches Signal in Richtung DFB und DFL. Im Thesenpapier "Wendelsteiner Anstoß" wurden die Probleme der aktuellen Regionalliga schonungslos analysiert und gleichzeitig Lösungswege auf Basis einer Neustrukturierung mit acht Oberligen als Spitzen-Amateurligen aufgezeichnet.

Beim DFB-Bundestag standen dann zunächst drei Anträge zum Thema "Regionalliga-Reform" zur Debatte. Neben dem bayerischen Antrag wollte die DFL im Wesentlichen die bestehenden Strukturen beibehalten und nur die Zugangsvoraussetzungen modifizieren, der Westfälische Fußball und Leichtathletik Verband (WFLV) plädierte für die Beibehaltung der drei Regionalliga bei Auslagerung der Zweiten Mannschaften der Lizenzvereine in eine der drei Ligen. Unmittelbar vor dem DFB-Bundestag einigten sich Spitzenvertreter auf einen Kompromiss: Ab der Saison 2012/13 wird es statt der dreigleisigen Regionalliga fünf Regionalligen mit allen Spitzenteams der Region geben. Bayern bekommt dabei eine der fünf Ligen. Die Details wie Zugangsvoraussetzungen oder Qualifikationsmodi werden bis zur Qualifikationssaison 2011/12 von einer Fachkommission ausgearbeitet.

Auf dieser Seite möchten wir Sie ausführlich über die Hintergründe der Regionalliga-Reform informieren, angefangen von der Veröffentlichung und Unterzeichnung des "Wendelsteiner Anstoßes", über das Medienecho zum bayerischen Vorstoß bis hin zu den aktuellen Entwicklungen.

 

Der Wendelsteiner Anstoß: TOP-Amateure und TOP-Talente - gemeinsam in acht Oberligen

Es war ein deutliches Signal, das die Bayernligisten in Wendelstein bei Nürnberg nach ganz Deutschland aussandten: Die Regionalliga gehört reformiert und der vom Bayerischen Fußball-Verband für den anstehenden DFB-Bundestag eingereichte Reform-Antrag ist die logische Konsequenz, will man auch zukünftig Amateur-Spitzenfußball und Talentförderung miteinander vereinen. Das machten alle Vertreter der Amateurvereine in der Bayernliga mit der Unterzeichnung des "Wendelsteiner Anstoßes" deutlich.

Schonungslos wurde die aktuelle Situation in der vierthöchsten deutschen Spielklasse analysiert. "Wir müssen aufhören zu träumen und zum Beispiel mit Fernsehgeldern planen, die es in Zukunft schlichtweg nicht mehr geben wird. Und klar ist auch, dass wenn es so bleibt wie es ist, über kurz oder lang genau die Situation entstehen wird, die auch die Lizenzvereine unbedingt vermeiden wollen. Weil die Liga wirtschaftlich für die anderen nicht machbar ist, werden bald nur noch Zweite Mannschaften in der Regionalliga spielen. Dann ist es auch vorbei mit der erwünschten Talentförderung", erklärte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch, als er den "Wendelsteiner Anstoß" vorstellte - zehn Thesen zu einer tiefgreifenden Reform der Regionalliga, die den Weg für einen konstruktiven Dialog zur Lösung der Probleme ebnen sollen (siehe Downloads unten).

Gebannt hörten die weit über 100 Vereinsvertreter von Lizenz- und Amateurvereinen auch Armin Buchmann zu. Der Vorsitzende des FC Memmingen erläuterte die Situation aus Sicht eines aktuellen Regionalligisten und mittlerweile bayerischen Vorzeigeklubs, der mit aller Macht versucht diese Liga zu meistern, ohne die Zukunft des Vereins zu gefährden. "Ein halbes Jahr lang war ein ganzes Team damit beschäftigt, sich durch die 400 Seiten Lizenzierungsunterlagen zu ackern - ehrenamtlich. Die Liga ist mit enormen Kosten verbunden, finanziell ist das eine absolute Gratwanderung. Wir freuen uns, in diesem Jahr in der Regionalliga dabei zu sein. Aber selbst, wenn wir uns sportlich qualifizieren, spätestens wenn die Fernsehgelder wegfallen, ist Schluss", fand er klare Worte.

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Die Bayernligisten haben den "Wendelsteiner Anstoß" unterzeichnet

Buchmann sprach den Vertretern der Bayernligisten aus der Seele. Zum Abschluss unterschrieben alle Abgesandten der Amateurvereine in der Bayernliga den "Wendelsteiner Anstoß" - ein Symbol an alle Verantwortlichen, sich mit der Situation kritisch auseinanderzusetzen und zugleich ein bisher einmaliges Bild der Geschlossenheit des Amateurfußballs.

Auch Christoph Heckl, gewählter Vertreter der Bayernligisten und beim FC Ingolstadt 04 für den Amateurbereich verantwortlich, positionierte sich ebenfalls klar. "Ihr wisst, dass ich nicht nur der Vertreter der Bayernligisten bin, sondern auch für einen Lizenzverein arbeite. Von daher kann sich jeder darauf verlassen, dass ich mich sehr kritisch mit den Thesen und dem 'Wendelsteiner Anstoß' auseinandergesetzt habe und sehr genau die unterschiedlichen Interessen abwäge. Hier stelle ich mich jetzt hin und sage, dass ich den 'Wendelsteiner Anstoß" voll unterstütze."

"Das ist herausragend", fiel das Fazit von Dr. Rainer Koch aus. "Seit Jahren versuchen wir immer wieder klar zu machen, dass der Amateurfußball bei solchen Entscheidungen und Themen mit am Tisch sitzen muss, dass die Interessen aber nur wahrgenommen werden, wenn sie gebündelt vorgetragen werden. Und da ist diese Veranstaltung mit der Unterzeichnung des ,Wendelsteiner Anstoßes' ein zukunftsweisendes Signal. Es ist schön, dass dies von den Bayernligisten ausgeht."

Beim DFB-Bundestag am 22. Oktober 2010 in Essen ist der bayerische Antrag einer von drei Regionalliga-Reformanträgen. Weitere Infos zur Regionalliga-Reform und den bayerischen Antrag finden Sie hier.

Weitere Stimmen von Vereinsvertretern:

Wolfgang Mahr (SpVgg Bayreuth):  "Wir stehen voll hinter diesem Vorschlag, denn momentan ist die vierte Liga nicht erstrebenswert. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es in dieser Saison auch nur einen Bayernligisten gibt, der einen Lizenzantrag stellt. Da muss etwas passieren."

Markus Wolf (1. FC Schweinfurt 05):
"Wir sind ein Traditionsverein, den es schon mehr als 100 Jahre gibt. Wir werden sicherlich nicht die Zukunft des Vereins aufs Spiel setzen, nur um in einer solchen Liga zu spielen. Momentan stellt sich die Frage für uns zwar nicht, weil wir uns zunächst sportlich qualifizieren müssten. Aber auch so kann ich die Argumente voll nachvollziehen."

Ewald Matejka (SV Heimstetten):
"Die Finanzen sind das Wichtigste in jedem Verein. Jeder muss wissen, wo die Grenzen sind. Für uns kann ich sagen, dass es nicht mehr weiter rauf geht. Ich halte die Regionalliga mit den vielen Zweiten Mannschaften außerdem für unattraktiv. Aber man muss natürlich auch darauf achten, dass es weiterhin die Möglichkeit gibt aufzusteigen, wenn man will und dies für seinen Verein für verantwortbar hält."

Franz Liebl (Grün-Weiß Deggendorf):
"Der Antrag ist absolut sinnvoll. Damit wir Erfolg haben müssen wir jetzt natürlich alle unseren Teil dazu beitragen, auch die anderen von der nötigen Reform zu überzeugen. Damit meine ich alle anderen Amateurvereine und natürlich auch die anderen Landesverbände."  

Wendelsteiner Anstoß
Stand: 05.10.2010 | PDF (21 kB)
BFV-Antrag zur Regionalliga-Reform
Stand: 25.08.2010 | PDF (1 MB)
Entwurf Spielklassenstruktur
Stand: 20.09.2010 | PDF (404 kB)
 
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