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Schiedsrichter-Umfrage: 90 Prozent fühlen sich sicher

Letzte Aktualisierung: 30. März 2013

90 Prozent der bayerischen Schiedsrichter fühlen sich auf dem Fußballplatz sicher und 91 Prozent macht das Schiedsrichteramt nach wie vor Spaß: Das ist das Ergebnis einer Schiedsrichter-Befragung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV). Im Zuge der öffentlichen Diskussion rund um das Thema "Gewalt gegen Schiedsrichter" hatten sich BFV-Präsident Dr. Rainer Koch und Verbands-Schiedsrichterobmann Rudolf Stark im Dezember mit einem Schreiben an alle 12832 per Mail erreichbaren Schiedsrichter gewandt und die bayerischen Unparteiischen um Rückmeldung gebeten. "Wir sind froh um die ausführlichen Stellungnahmen, denn jeder Hinweis gibt uns ganz konkrete und wichtige Einblicke in die Lage der bayerischen Schiedsrichter", betont Dr. Rainer Koch.

Umfrage zeigt: Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter die absolute Ausnahme

Die 1060 eingegangenen und damit repräsentativen Antworten zeigen erfreulicherweise, dass Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter die absolute Ausnahme sind. Vier Schiedsrichter gaben an, schon einmal Opfer eines tätlichen Angriffs geworden zu sein. "Schon eine einzige Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter ist ein Fall zu viel und darf nicht geduldet werden. Die Umfrage zeigt aber auch, dass Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter und Gewalt auf den Plätzen, anders als vielfach öffentlich angenommen, nicht an der Tagesordnung sind", erklärt Koch. "Ein großes Problem erkennen wir jedoch darin, dass 90 Prozent der Schiedsrichter zwar sagen, sie fühlen sich sicher, zugleich aber über 40 Prozent angeben, dass sie sich Sorgen machen und davon neun Prozent sogar Angst vor Angriffen haben", beschreibt der BFV-Präsident eine generelle Verunsicherung unter den Schiedsrichtern.

Viele Schiedsrichter beklagen zunehmend verbale Attacken

Zudem beklagen viele Schiedsrichter zunehmend verbale Attacken. Insgesamt 50 Prozent sehen im Verhalten von Spielern, Trainern, Funktionären, Zuschauern und Eltern das größte Problem. Um die Attraktivität des Schiedsrichteramtes zu steigern, wünschen sich 19 Prozent eine Erhöhung der Spesen und generell mehr Wertschätzung. "Wir werden uns intensiv Gedanken machen, wie wir die Schiedsrichter besser unterstützen können. Ich sehe hier vor allem im direkten Austausch mit den Schiedsrichtern und Vereinen bei den in ganz Bayern geplanten ,Runden Tischen' viel Potenzial, denn genauso wie Spieler, Trainer, Betreuer und Vereinsfunktionäre gehört auch jeder Schiedsrichter einem Fußballverein an. Es sitzen also alle in einem Boot, wenn es um einen respektvollen Umgang miteinander geht. Dieses Bewusstsein müssen wir stärken", kündigt Verbands-Schiedsrichterobmann Rudolf Stark an.

BFV-Arbeitsgruppe "Schiedsrichter"

Die Ergebnisse der Umfrage fließen im Rahmen der Kampagne "Pro Amateurfußball" zudem in die neue Arbeitsgruppe "Schiedsrichter" ein, die sich intensiv mit den Themen Schiedsrichtererhalt und Schiedsrichtergewinnung befasst. Stark macht deutlich: "Es darf keine Denkverbote geben, wenn wir sicherstellen wollen, dass die Schiedsrichter ihre Pfeife nicht vorschnell an den Nagel hängen."

 
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