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DFB-Pokal: Würzburg sorgt für Sensation

Letzte Aktualisierung: 17. August 2014

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Der FC Würzburger Kickers steht nach einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen Fortuna Düsseldorf in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Foto: foto2press

Die Sensation ist perfekt: Der FC Würzburger Kickers steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Im Spiel gegen den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf drehte die Mannschaft von Trainer Bernd Hollerbach die Partie und setzte sich am Ende verdient mit 3:2 nach Verlängerung durch. Bereits in der Anfangsphase sahen die 10.000 Zuschauer in Würzburg ein Spiel, in dem beide Teams in der Offensive Akzente setzten. Nach einem Angriff über Christopher Bieber und Iiridon Vocaj musste Düsseldorfs Schlussmann Michael Rensing bereits in der dritten Minute erstmals eingreifen. Auf der Gegenseite vereitelte nach zehn Minuten Würzburgs Keeper Robert Wulnikowski einen Angriff über Joel Pohjanpalo und rettete Würzburg so vor einem frühen Rückstand. Bei der besten Chance des Bayerischen Pokalsiegers setzte Bieber in der Mitte der ersten Hälfte einen Ball aus fünf Metern nur knapp am Pfosten vorbei. Kurz vor der Halbzeit dann die Führung für die Gäste: Erwin Hofer legte nach einem Konter den Ball quer auf Heinrich Schmidtgal, der sich diese Chance nicht nehmen ließ. Würzburg ließ von dem knappen Pausenrückstand allerdings nicht aus dem Konzept bringen, spielte auch nach dem Seitenwechsel mutig nach vorne und das sollte sich bereits nach 51 Minuten auszahlen. Flanke Steven Lewerenz, Kopfball Bierber - 1:1. Nur vier Minuten später war Bieber dann erneut zur Stelle und traf nach einer tollen Hacken-Vorlage von Vocaj von der Strafraumgrenze zur Kickers-Führung. Lange hielt die Freude über den Treffer allerdings nicht an. Nur drei Minuten später glich Sergio da Silva Pinto mit einem sehenswerten Freistoß aus knapp 30 Metern für die Fortuna aus. In der 67. Minute sah der Düsseldorf Charlison Benschop nach einer Tätlichkeit gegen Clemens Schoppenhauer die Rote Karte - und um ein Haar hätten die Würzburger nur Minuten später aus ihrer Überzahl Kapital geschlagen, als abermals Bieber nach einer Flanke den Ball an die Latte köpfte. Die Würzburger legten weiter nach und kamen zu weiteren guten Chancen. Bei der besten scheiterte Marco Haller in der 73. Minute am Pfosten. In der Verlängerung war es dann soweit: Mit einem abgefälschten Freistoß traf Steven Lewerenz in der 114. Minute zum 3:2 für Würzburg.

"Was der FC Würzburger Kickers gegen den Zweitligisten gezeigt hat, war sensationell. Einen Traditionsverein wie Düsseldorf aus dem Wettbewerb zu werfen - mehr geht nicht. Das ist der Traum eines jeden Amateurfußballers. Glückwunsch an Bernd Hollerbach und seine Truppe, die in der zweiten Runde jetzt hoffentlich wieder einen attraktiven Gegner zugelost bekommen", erklärte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher nach dem Schlusspfiff.

Durchweg positiv fiel auch das Fazit von Kickers-Trainer Bernd Hollerbach aus: "Das war eine tolle Teamleistung, wo man keinen einzelnen Spieler besonders herausheben möchte. Die Mannschaft war hochkonzentriert und kämpferisch stark. Mit einer etwas besseren Chancenverwertung hätten wir die Partie vielleicht sogar etwas früher entscheiden können."

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Der Bayerische Amateurmeister FV Illertissen unterlag dem Bundesligisten Werder Bremen nur knapp mit 2:3. Foto: Südwest Presse

Illertissen scheitert nur knapp

Der Bayerische Amateurmeister FV Illertissen hat den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals hingegen knapp verpasst. Der Regionalligist unterlag dem Werder Bremen im Ulmer Donaustadion vor 10.205 Zuschauern mit 2:3 nach Verlängerung, bot dem Bundesligisten aber lange Zeit die Stirn. Dabei verlief der Start aus Sicht der Schwaben alles andere als optimal. Bereits in der vierten Minute sprang Sebastian Schaller beim Versuch, einen Freistoß des Bremers Izet Hajrovic zu klären, der Ball an den Arm. Die Folge: Handelfmeter für den Bundesligisten, den der Bosnier Hajrovic sicher zur frühen Führung verwandelte. Illertissen zeigte sich von dem Rückstand indes nur kurz geschockt, spielte weiter nach vorne und kam zu guten Möglichkeiten: Erstmals richtig gefährlich wurde es in der zehnten Minute, als Cedrick Makiadi nach einem Illertisser Freistoß den Ball auf eigene Tor verlängerte und Schlussmann Raphael Wolf zu einer Parade zwang.  Und der Einsatz sollte sich bezahlt machen. In der 25. Minute verlängerte Marco Hahn eine Hereingabe von Marc Hämmerle auf Moritz Nebel, der Wolf mit seiner Abnahme am Fünfmeterraum keine Abwehrchance ließ. 1:1 - alles wieder offen.

Nach dem Seitenwechsel musste Illertissen dann erst einmal kurz durchatmen, als nach einem Freistoß von Hajrovic nach 48. Minuten nur die Latte einen erneuten Rückstand verhinderte. Die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler versuchte auch in der zweiten Hälfte in der Offensive für Gefahr zu sorgen, ohne sich gegen nun sicherer stehende Bremer wirklich zwingende Tormöglichkeiten herauszuspielen. Aber auch der Bundesligist tat sich schwer, wirklich für Gefahr vor dem Ilertisser Tor zu sorgen. Die beste Chance zur Entscheidung hatte in der Schlussphase Marc Hämmerle, der nach einem Fehler von Assani Lukimya aus zehn Metern frei zum Schuss kam, den Ball allerdings genau in die Arme von Wolf spielte. Die Folge - Verlängerung: Und erneut der frühe Schock für Illertissen. Nach einer Hereingabe von Zlatko Junuzovic stand Lukimya komplett frei köpfte Werder abermals in Front (93.). Kurz darauf erhöhte Davie Selke auf 3:1 (99.). Die Entscheidung? Nein! Weil Illertissen nur drei Minuten später durch einen Treffer von Hämmerle noch einmal herankam.

"Tolle Werbung für den Amateurfußball"

"Vor der Leistung des FV Illertissen gegen Werder Bremen kann man nur den Hut ziehen - auch wenn es am Ende nicht ganz zum Einzug in die zweite Runde gelangt hat. Die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler hat sich durch den frühen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen lassen, hat weitere an ihre Chance geglaubt und das Spiel lange offen gehalten. Die Leistung des Bayerischen Amateurmeisters ist eine tolle Werbung für die Regionalliga Bayern und den kompletten bayerischen Amateurfußball", erklärte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher nach dem Schlusspfiff, der dem Team im Namen des Bayerischen Fußball-Verbandes zu dem überzeugenden Auftritt gratulierte. 

"Ich denke, die Mannschaft hat heute über 120 Minuten eine herausragende Leistung gezeigt. Nicht nur was das Läuferische und die Defensive betrifft, sondern auch im Spiel mit dem Ball nach vorne. Wir waren dem Erstligisten über weite Strecken absolut ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Am Ende hat uns das entscheidende Quäntchen Glück gefehlt, das man in solchen Spielen einfach auch braucht, um die zweite Runde zu erreichen", erklärte Illertissens Trainer Holger Bachthaler. 

Illertissen hatte sich in der Regionalliga Bayern als beste bayerische Amateurmannschaft bereits zum zweiten in Folge die Bayerische Amateurmeisterschaft und damit den Startplatz im DFB-Pokal gesichert. Bei ihrem letzten Auftritt verpassten die Schwaben gegen Europa League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt mit 0:2 nur knapp eine Sensation. Die Würzburger Kickers siegten im bayerischen Toto-Pokal-Finale mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen den Ligakonkurrenten SV Schalding-Heining und zogen dadurch zum ersten Mal seit 1981 wieder in den DFB-Pokal ein. Die Pokalteilnahme ist für Illertissen und Würzburg bereits jetzt ein Gewinn. Neben den zu erwartenden Zuschauereinnahmen erhalten beide Vereine eine Antrittsprämie von 140.000 Euro.

Die Spiele der bayerischen Klubs

MSV Duisburg - 1. FC Nürnberg 1:0 (1:0)
SV Waldkirch - SpVgg Greuther Fürth 0:3 (0:0)
Holstein Kiel - TSV 1860 München 1:2 (1:0)
FV Illertissen - SV Werder Bremen 2:3 n.V. (1:1, 1:1)
Preußen Münster - FC Bayern München 1:4 (0:2)
Würzburger Kickers - Fortuna Düsseldorf 3:2 n.V. (2:2, 0:1)
1. FC Magdeburg - FC Augsburg 1:0 (0:0)
Kickers Offenbach - FC Ingolstadt 04 (Mo., 18.30 Uhr)

Alle Ergebnisse der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal

 
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