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"Wechselseitig füreinander einstehen"

Letzte Aktualisierung: 7. März 2010


Der frisch gewählte Kreis-Ausschuss in Schweinfurt.

Exakt zwei Stunden und 45 Minuten dauerte es am Sonntagmittag, ehe die 19 Tagesordnungspunkte des Schweinfurter Fußball-Kreistages durch waren. Kurzweilig ging es in der Unterspiesheimer Sporthalle zu, was an vielen neuen Ideen dieser Tagung lag. Die 226 stimmberechtigten Anwesenden sorgten freilich auch für keine Störmanöver und schon gar nicht für Überraschungen bei den Neuwahlen. Jeweils einstimmig wurden Kreisspielleiter Jürgen Pfau, Juniorenspielleiter Gottfried Bindrim und der Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball, Jens Fuhrländer, in ihren Ämtern bestätigt. Für den Spielkreis mit seinen 230 Vereinen, 900 Mannschaften und insgesamt 23 Funktionären.

Dr. Rainer Koch hatte es ein wenig eilig. Denn spätestens gegen 16 Uhr wollte der BFV-Präsident schon wieder in Augsburg sein, beim Benefizspiel für die Erdbebenopfer in Haiti. Kochs Grundsatzrede berührte in erster Linie die Zukunft des Amateurfußballs in Bayern. Der BFV mit seinen rund 4500 Vereinen, 30.000 Mannschaften, 16.000 Schiedsrichtern, 800 Ehrenamtlichen, 170 Mini-Spielfeldern, Leistungszentren, Rechtsberatungen, Arbeitsgruppen, dem runderneuerten Internetauftritten bfv.de und bfv.tv mit der Wahl zum monatlichen Bayerntreffer sei bestens aufgestellt, Fußball die Sportart Nummer eins. Und trotzdem müsse man sich im Freistaat natürlich auf künftig sinkende Mannschafts- und Vereinszahlen einstellen. "Wechselseitig füreinander einstehen" müssten umso mehr die Profivereine und die kleinen Amateurklubs, "weil Fußball in Bayern, das ist nicht nur der FC Bayern München, das ist auch Schweinfurt, Unterspiesheim oder Euerbach", so Dr. Koch. Eine Millionen Spieler, Betreuer und Zuschauer sind jedes Wochenende auf den bayerischen Amateurplätzen, zehn Mal so viele wie in der Bundesliga. Mehr als 99 Prozent aller Jugendlichen bis 14 Jahre würden in kleinen Vereinen von Ehrenamtlichen die Grundausbildung erhalten. "Doch die Erfolge der Spitzenklubs steigern auch den Zulauf bei Amateurvereinen", weiß der Präsident. Fußball sei "viel mehr als nur ein 1:0", 12,5 Millionen Euro müsse der BFV aber jährlich erwirtschaften für die Finanzierung des Verbandes. Die Vermarktung sei wichtig, aber auch die Mitgliedsbeiträge, die in der Summe gesehen ganz entscheidend wären, damit der Bayerische Fußball-Verband mit seinen flächendeckenden Geschäftsstellen seine Erfolgsgeschichte weiterhin schreiben kann.

Der Bezirksvorsitzende Rolf Eppelein und der Bezirksspielleiter Christof Hille stellten fünf denkbare Reformen für mögliche Veränderungen des Spielbetriebs vor, noch am Vormittag durften die Vereinsvertreter auf Bögen dazu ihre Meinung kundtun. "Damit der Präsident weiß, was die Basis dazu meint", so Eppelein, der nicht erstaunt war, als sich ähnliche Ergebnisse wie schon bei anderen Kreistagen zeigten. Zwei der Ideen stimmten die Vertreter deutlich zu, drei andere lehnten sie mehrheitlich ab. So könnte bald das Zweitspielrecht ein Thema werden, wonach beispielsweise Pendler oder Soldaten nicht nur bei ihrem Heimatverein auflaufen dürften. Und auch das Rückwechseln im Herrenbereich gefiel den Anwesenden als mögliche Option. Weit weniger hingegen ein denkbarer (vierter) Zusatzpunkt nach den Spielen der Rückrunde mit einer weiteren Wertung nach einem direkten Vergleich. Ein Play-off-System nach einer Hauptrunde wurde ebenfalls abgelehnt, genauso eine verringerte Spielerzahl von elf auf vielleicht neun. Mit Michael Horling wurde durch den Bezirksvorsitzenden Rolf Eppelein und Jürgen Pfau zudem ein Mitarbeiter für dessen Verdienste in der journalistischen Arbeit um den Fußball die Verbandsplakette in Silber verliehen (siehe Foto).