
Mit einer faustdicken Überraschung endete die Bayerische Hallenmeisterschaft der Juniorinnen U15 um den E.ON Bayern Cup - präsentiert von E.ON Bayern Vertrieb - in der Sporthalle des Comenius-Gymnasiums in Deggendorf. Der erneut als großer Favorit angereiste Titelverteidiger 1.FC Nürnberg verpasste das Halbfinale und am Ende siegte mit der 1.JFG Mainfranken Würzburg ein Team, das vom Gewinn auch selbst ein wenig überrascht war. Die über 400 Besucher sorgten nicht nur für eine tolle Stimmung in der Halle, sondern erlebten ein sehr anspruchsvollen Hallenturnier und eine Vielzahl herrlich herausgespielter Tore. Die Leistungen der Spielerinnen, der jungen Schiedsrichterinnen und des Ausrichters SpVgg Grün-Weiß Deggendorf würdigten bei der Siegerehrung BFV-Vizepräsident Siegfried Urlberger, stellv. Landrat Josef Färber und Dr. Peter Streitle vom Sponsor E.ON Bayern Vertrieb. Für alle Teams hatte der Sponsor erneut T-Shirts mitgebracht, für die drei Erstplatzierten gab es Medaillen in Gold, Silber und Bronze und Mainfrankens Spielführerin konnte von Dr. Streitl den großen Siegerpokal in Empfang nehmen.
Bei den Gruppenspielen war es bis zur letzten Partie sehr eng. In der Gruppe A setzte sich der SV Frauenbiburg mit drei Siegen durch und dann entschied die Tordifferenz das Rennen um Platz zwei. Titelverteidiger 1.FC Nürnberg hatte an diesem Tag vergessen Fußball zu spielen, obwohl die Spielerinnen, teils auch in der Bayernauswahl spielend, dazu fähig sind und musste dann erleben, wie sich die 1. JFG Mainfranken durch ein 7:0 gegen die überforderte JFG Naabtal den Halbfinaleinzug sicherte. Am Ende waren die Würzburgerinnen um zwei Treffer besser. In der Gruppe B blieb der ETSV Hainsbach ohne Punktgewinn und die anderen drei Mannschaften wiesen am Ende die gleiche Punktzahl auf. Der 6:1-Sieg von Oberpreuschwitz zum Auftakt gegen Schwaben Augsburg brachte den Oberfranken aufgrund der besseren Tordifferenz den Gruppensieg und die Schwaben verpassten durch diese hohe Niederlage das Halbfinale.
Mit nur sieben Spielerinnen angetreten, erreichte der FC Forstern als Zweiter das Halbfinale. Im Halbfinale bestätigte der SV Frauenbiburg gegen den FC Forsten seine gute Form und bezwang die Oberbayern mit 3:1. In der zweiten Halbfinalpartie stand eine Spielerin im Blickpunkt und die sorgte mit vier Treffern für einen klaren 5:1-Erfolg der Mainfranken gegen den ASV Oberpreuschwitz. Mona Eichelbrönner war die herausragende Spielerin, die während des Turniers insgesamt neun Tore erzielte. In den Finalspielen sicherte sich die JFG Naabtal mit einem 3:1-Erfolg über den ETSV Hainsbach den siebten Platz. Der 1.FC Nürnberg schaffte durch ein 3:0 gegen den TSV Schwaben Augsburg zumindest noch Platz fünf und im kleinen Finale stand es nach regulärer Spielzeit zwischen dem FC Forstern und dem ASV Oberpreuschwitz 1:1-Unentschieden. Im Siebenmeterschießen waren dann die Oberfranken treffsicherer und gewannen die Begegnung letztendlich 5:2.
An Spannung und Dramatik nicht zu überbieten war das Finale zwischen dem SV Frauenbiburg und der 1. JFG Mainfranken. Die frühe Führung der Würzburgerinnen durch Leandra Jäger glichen die Niederbayern kurze Zeit später durch Laura Wagenhuber aus. Beide Teams zeigten in der Folge eine hohe Laufbereitschaft und beeindruckten die Besucher mit gelungenen Spielzügen. Mona Eichelbrönner brachte im Mittelabschnitt die JFG erneut in Führung und wenig später scheiterte Frauenbiburg an der Querlatte des Würzburger Tores. Es war beeindruckend, wie beide Mannschaften versuchten, Tore zu erzielen. Da wurde nicht taktiert sondern um jeden Ball gekämpft. Die Mainfranken versuchten nicht die knappe Führung abzusichern und Frauenbiburg unternahm alles, um den Ausgleich und ein Siebenmeterschießen zu erreichen. Eine Minute vor dem Spielende schaffte Lena Wagenhuber unter den Beifall ihrer zahlreich mitgereisten Anhänger den 2:2-Ausgleich. Als die Unparteiische Lisa Manner (1.FC Schwarzenfeld) diese Begegnung beendete, lagen viele Spielerinnen entkräftet am Boden und ein nicht minder spannendes Siebenmeterschießen stand an. Der Kräfteverschleiß dürfte auch mit ausschlaggebend gewesen sein, dass nach vier Fehlversuchen von Frauenbiburg und zwei von Mainfranken am Ende ein 4:2-Erfolg des neuen Bayerischen Hallenmeisters 1.JFG Mainfranken Würzburg stand. Siegestaumel auf der einen Seite, Enttäuschung und Tränen beim Verlierer, der als einzige Mannschaft keines seiner fünf Turnierspiele regulär verloren hatte.