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Die Stiftländer gewinnen die Hallenfußball-Meisterschaft

Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2012

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Der SV Mitterteich (weißes Trikot) ist Hallenmeister im Fußballkreis Hof-Marktredwitz.

Die Stiftländer gewinnen die Hallenfußball-Meisterschaft des Kreises Hof/Marktredwitz. Sie steigern sich in eigener Halle von Spiel zu Spiel und halten in einem heiß umkämpften Finale den TSV Thiersheim mit 2:1 nieder.

Von Peter langer
Bereits nach den Gruppenspielen deutete vieles auf ein Finale der Dauerrivalen TSV Thiersheim und SV Mitterteich hin. Beide gingen sich vor 400 Zuschauern durch den jeweils ersten Platz in ihren Gruppen im Halbfinale aus dem Weg und hatten sich im Laufe des Turnieres mehr und mehr auf ihre Hallenqualitäten besonnen. Vor allem bei den Gastgebern lief es von Spiel zu Spiel besser. Torjäger Meisel brannte lichterloh und präsentierte sich trotz seiner fast
zwei Meter Körpergröße erstaunlich beweglich. Mitterteich imponierte mit präzisen Kombinationen und spielte sich so in die Favoritenrolle.
Beim TSV Thiersheim konzentrierte sich indessen das Spiel zu sehr auf Frantisek Nedbaly. Demfehlten in einigen Situationen auch die Nebenleute. Gleich vier TSVler hatten sich kurzfristig wegen einer Reise nach Barcelona abgemeldet. Der etatmäßige Keeper Karnitzschky musste wegen der Personalknappheit als Feldspieler
aushelfen. Während er durchaus passabel spielte, verriet Keeper Brtva immer wieder Unsicherheiten. Bauer nützte im ersten Halbfinale für den FC Tirschenreuth gleich den ersten Fehler des tschechischen Keepers aus. Damrot antwortete für den TSV mit dem postwendenden Ausgleich, doch Trissl gelang mit einem Schuss aus der Distanz das 2:1. FC-Torwart Rosner hielt den knappen Vorsprung mit tollen Paraden scheinbar fest, ehe ein kollektiver Blackout der Tirschenreuther Defensive zwei Sekunde vor der Schluss-Sirene dem TSV noch das glückliche 2:2 durch Vates bescherte. Im Siebenmeterschießen vermasselte Trissl mit strammem Schuss weit über den Kasten seinem FC die Endspiel-Teilnahme.

Im zweiten Halbfinale zwischen Wüstenselbitz und Mitterteich belauerten sich die Kontrahenten lange. Der höherklassige Gastgeber zeigte Respekt vor den Männern aus dem Frankenwald. Zu Recht, denn Bergmann überwand Domke mit einem Knaller aus halbrechter Position. Die Mitterteicher wussten, dass sie zulegen mussten. Sie taten es. Beim Stand von 3:1 für den SVM die Schlüsselszene. Domke gewinnt dieses Mal das Duell gegen den müde werdenden Alleskönner Bergmann und leitete gleich das 4:1 durch Männl ein. Am Ende siegte Mitterteich mit 5:3.
Im überflüssigen Spiel um Platz 3 mussten die Wüstenselbitzer nach einer kurzen Verschnaufpause gleich wieder ran. Im Duell der Verlierer profitierten sie von Bergmanns Routine, der sich wieder erholte und plötzlich das 1:0 erzielte. Der Tirschenreuther Weiß rettete seine Mannschaft ins Siebenmeterschießen, wo Möschwitzer im Duell der Torhüter verschoss.

Das Endspiel hielt, was sich die Fans versprochen hatten. Thiersheimer und Mitterteicher gaben alles, kein Zentimeter Hallenboden wurde verschenkt. Mitterteich schien nach Stilps Führungstor auf der Siegerstraße, schwächte sich dann aber selbst, als Ryba nach kleinen Sticheleien Nedbalys die Nerven verlor - zwei Minuten Zeitstrafe! Thiersheim blieb aber nicht lange in Überzahl. Karnitzschky stieg etwas zu hart ein und landete ebenfalls auch auf der Strafbank. Mitterteich erhöhte das Tempo. Der lange Meisel scheitert an Brtva, doch gegen Männls Schuss war kein Kraut gewachsen.
War Mitterteich schon durch? Mitnichten. Der alte Fuchs Nedbaly erzielt das 2:1 und vergibt Sekunden später die große Chance zum Ausgleich. Wenig später ertönt die Schluss-Sirene. Die Mitterteicher sind überglücklich, die TSVler hadern mit sich und dem Schiedsrichter. Zu Unrecht, denn die drei Unparteiischen Stefan Egelkraut, Johannes Franz und Marcel Schultz ließen sich nichts zuschulden kommen. Fast alle Entscheidungen waren vertretbar.

Der TSV Thiersheim und der SV Mitterteich vertreten jetzt den Kreis 3 bei den Bezirksmeisterschaften. Chancen, sich am kommenden Sonntag in Ebersdorf bei Coburg durchzusetzen sind dann da, wenn sich die beiden Teams aus dem Altkreis Marktredwitz auf ihre spielerischen Fähigkeiten konzentrieren und dieselben mit der notwendigen Einsatzfreude verknüpfen.

Kreisspielleiter Klaus Helgert zog eine aus seiner Sicht durchaus zufriedenstellende Bilanz. Jetzt hofft er, dass die Vereine aus dem Altkreis Hof Gas geben und im nächsten Jahr zahlreicher melden. "Die Prämien von Lotto Bayern, Friedenfelser Brauerei und Sparkasse sind ein schönes Zubrot für die Mannschaftskasse", betont er.

Die Ehre des Altkreises Hof rettete der FC Wüstenselbitzer mit seinem Einzug ins Halbfinale, wo er lange
Zeit auch dem Turniersieger nichts schenkte. Trainer Tobias Zuber freute sich zu Recht. Besonders die Leistung
seiner jungen Spieler hatte es ihm angetan. "Natürlich profitieren sie von Tino Bergmann und dessen Ruhe am Ball und Erfahrung. Aber sie haben gezeigt, dass sie mithalten können. Hätten wir in stärkster Besetzung antreten können, wäre noch mehr drin gewesen."

Hof geht sang- und klanglos unter
Die SpVgg Bayern blamiert sich bei der Endrunde der Fußball-Hallen-Kreismeisterschaft in Mitterteich. Der Bayernligist verliert alle drei Vorrundenspiele und wird Letzter.

Die Endrunde in der Mitterteicher Mehrzweckhalle brachte Enttäuschungen, Überraschungen und jede Menge Erkenntnisse. Blamabel der Auftritt der mit fünf Bayernligaspielern angereisten SpVgg Bayern Hof.
Die Gelbschwarzen gingen nicht nur sportlich sang- und klanglos unter. Sie vergaßen auch ihre gute Kinderstube, meckerten unaufhörlich und wollten auch lange nach ihrem K.o. nicht begreifen, dass allein ihr dürftiger Auftritt Schuld an der Misere trug. Hinzu kam noch das sie bei der Siegerehrung mit Abwesenheit glänzten.
Die 0:3-Schlappe im Auftaktspiel gegen den späteren Turniersieger Mitterteich taten die Experten auf der Tribüne noch als Betriebsunfall ab. Mitterteichs Torwart-Ikone Uwe Domke verblüffte seinen weit über 20 Jahre jüngeren Hofer Kollegen Andreas Schall mit einem Weitschuss und leitete damit den Niedergang der Bayern ein.
Blamabel wurde es für die Bayern dann, als sie nach eigener 2:0-Führung fast hilflos zuschauten wie sich der Nachbarrivale SpVgg Oberkotzau in einen Rausch spielte und 5:2 gewann. Hof war raus, doch den Oberkotzauern nützte der Sieg nach ihrer Auftaktniederlage wenig. Der FC Tirschenreuth hatte beim verdienten
2:0 mit der feineren Klinge gekämpft. Angetrieben vom nie aufsteckenden Christoph Bauer hielten die Oberpfälzer den Klassenkameraden aus dem Hofer Land verdient nieder. Der musste im letzten Gruppen-
spiel schon Mitterteich schlagen, wenn er eine Chance auf das Halbfinale haben wollte. Stilp zerstörte mit dem frühen 1:0 alle Hoffnungen der Oberkotzauer, die ihre eigenen Befürchtungen bestätigten. Trainer Burkhard Schraml hatte schon im Vorfeld tiefgestapelt: "Wir sind keine typische Hallenmannschaft." Vor allem Torjäger Mölter kam kaum zur Geltung.
Damit war neben Mitterteich auch der FC Tirschenreuth qualifiziert, der es als einzige Mannschaft geschafft hatte,
Mitterteich mit dem leistungsgerechten 2:2 einen Punkt abzuknöpfen. Die Tirschenreuther suchten stets nach spielerischen Lösungen und brachten damit auch den Favoriten in Bedrängnis. In einer turbulenten Schlussphase mit drei Toren binnen 60 Sekunden verschenkten die Tirschenreuther sogar den Gruppensieg und damit die
bessere Ausgangsposition für das Halbfinale.

Während in der Gruppe A mit Hof und Oberkotzau die Verlierer schon früh feststanden, gab es in der Gruppe B ein bis zum letzten Spiel spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 2. Thiersheim marschierte zwar mit drei Siegen durch, bekam aber in keinem Spiel etwas geschenkt. Auch der FC Wüstenselbitz gab sich nach dem frühen 0:2-Rückstand nicht geschlagen und deutete wiederholt viel spielerische Substanz an. Der routinierte Supertechniker Tino Bergmann führte seine jungen Mitspieler auf ein hohes Gesamtniveau. Ein Kompliment verdiente sich auch die SpVgg Selb, die als Kreisligist angereist war und sich mit ihrem couragierten Spiel viel Respekt verdiente. Immer wieder setzten die Männer um Spielertrainer Stefan Rogler Nadelstiche. Am Ende standen sie mit leeren Händen da, weil die Altmeister Daniel Draksl und Rafael Kowalczyk das Niveau nicht über die gesamte Spielzeit halten konnten.
Die als Geheimtipp gehandelte SpVgg Wiesau erfüllte die Erwartungen indessen nicht. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen den FC Wüstenselbitz bekam sie Bergmann nicht in den Griff, der seine hochmotivierten jungen Nebenleute immer wieder mit geschickten Pässen in Szene setzte und beim 4:3-Erfolg auch selbst traf. Die personell geschwächten Oberpfälzer hatten da nur Sangls Gewaltschüsse aus der zweiten Reihe entgegenzusetzen. P.L.
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