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"Niemand darf Geld erwarten"

Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2012


KEAB Siegfried Tabbert

Interview mit Siegfried Tabbert

Siegfried Tabbert kämpft leidenschaftlich dafür, dass das Ehrenamt einen höheren Stellenwert in den Fußball-Vereinen bekommt.

Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, müssen viel Freizeit opfern. Immer weniger wollen dies tun.
Der Deutsche Fußball-Bund steuert dagegen. Sein Verantwortlicher im Kreis Hof/Marktredwitz ist Siegfried Tabbert.
Neueste Zahlen belegen, dass der Kreis Hof/Marktredwitz sehr erfolgreich agiert und in der Ranglisteder vergebenen Ehrenamtspreise in

Bayern die unangefochtene Nummer eins ist .Wie erklären Sie sich das?
Ich habe hier im Kreis Männer gefunden, die sich unheimlich engagieren. Diese Ehrenamtsbeauftragten in den Vereinen haben schnell erkannt, was wir wollen und was das Ehrenamt wert ist.

Welche Rolle spielen der DFB und der Bayerische Fußballverband?
Der DFB hat diese groß angelegte Ehrenamtsaktion ins Leben gerufen. Der BFV nimmt unter den Landesverbänden eine Vorreiterrolle ein. Und wir sind in diesem Landesverband der führende Kreis.

Siegfried Tabberts Verdienst?
Das sollen andere beurteilen. Meine Meinung ist, dass wir im Kreis Hof eine sehr aktive Mannschaft stellen, die gemeinsam erfolgreich ist.

 

Was macht der Ehrenamtsbeauftragte in seinem Verein?
Diese Frage wird mir auch immer gestellt. Er muss sich erstens mit seiner Aufgabe hundertprozentig identifizieren. Das heißt im Klartext, dass er Augen und Ohren nach Personen offenhält, die sich im und für den Verein verdient machen und gemacht haben.

Die müssten doch bekannt sein?
Sind sie in der Regel auch. Aber sie dann für eine Ehrung durch den Verband vorzuschlagen, ist eine andere Geschichte. Das wird in den Vereinen vergessen oder übersehen.

Was ist das Besondere an einer Verbandsehrung?
Es gibt eine Urkunde, die von den Verbandspräsidenten Theo Zwanziger und Reiner Koch unterschrieben ist. Die gibt es auch nicht alle Tage. Außerdem überreiche ich in deren Auftrag eine Uhr.

Schön und gut, aber die ganz großen Knüller sind das nicht, oder?
Mag sein. Wichtig ist für uns auch die Atmosphäre eines solchen Abends. Es muss schon ein festlicher Rahmen sein.

Wie ist die Resonanz?
Ich habe bis jetzt nur Gutes gehört. Die Geehrten fühlten sich richtig ernst genommen und im wahrsten Sinne des Wortes geehrt.

Klingt alles gut. Müsste das aber nicht schonlange selbstverständlich sein?
Die Ehrenamtlichen sind die Stützen der Vereine und der ganzen Gesellschaft. Ohne sie bräche alles zusammen... Das sehe ich auch so. Wir haben aber einen starken Rückgang in der Ehrenamtlichkeit, und es ist höchste Zeit dagegenzuhalten. Wir werden das Rad nicht neu erfinden, aber eines kann ich versprechen. Wir werden gerade im Kreis 3 dieses Themasehr offensiv angehen. Wenn wir warten wollten, ob denn einer
kommt und sich als Ehrenamtler anbietet, können wir lange warten. Man muss auf die Leute zugehen.

Sie und ihre Ehrenamtsbeauftragten in den Vereinen sprechen also die Personen an, die aus Ihrer Sichtinfrage kommen. Wie geht es dann weiter?
Wir müssen schon einen Blick für geeignete Leute entwickeln. Wenn wir dann einen gefunden haben, begleiten wir ihn weiter. Keiner kann von heute auf morgen einen Verein führen oder andere wichtige Aufgabenübernehmen.

Tut der Staat eigentlich genug, um das Ehrenamt zu fördern?
Grundsätzlich gilt, dass es eine Ehre sein muss, ein Ehrenamt auszuüben. Wer da Geld erwartet, ist schief gewickelt. Es gibt eine vom Verein steuerlich absetzbare Ehrenamts pauschale. In der Regel fließt das Geld als Spende zurück.

Gibt es denn überhaupt keine materiellen Anreize?
Angedacht ist eine Ehrenamtskarte. Deren Inhaber bekäme in öffentlichen Einrichtungen wie Hallenbadoder Bus einen Rabatt. Aber es gibt noch nichts Konkretes.

Wie sehen Sie ganz persönlich die Zukunft des Ehrenamtes?
Ohne Ehrenamt wären wir ganz arm dran. Ich wüsste nicht, wer dann die vielen Aufgaben erledigen könnte. Ich denke aber, dass das Amt wieder mehr im Kommen ist. Viele Leute besinnen sich. Wir werden alles tun,
um sie für uns zu gewinnen.

Das Gespräch führte Peter Langer

 
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