
Die Trainerin der Frauenmannschaft des FC Bayern München, Nathalie Bischof, fand nach dem Turnier in Bogen die richtigen Worte: "Wenn man gewinnt, dann macht es immer Spaß." Und genau den hatte das Team aus der bayerischen Hauptstadt. Mit viel Spielfreude bezwang der FC Bayern München den Gastgeber VfB Straubing im Finale hochverdient mit 3:1 und darf sich nun offiziell Bayerischer FUTSAL-Meister nennen.
Das Finale in der Sporthalle des Veit-Höser-Gymnasiums in Bogen war über weite Strecken eine einseitige Angelegenheit. Von Beginn an dominierten die Münchenerinnen die Partie und lagen schnell 2:0 in Front. Nach dem dritten Treffer in Halbzeit zwei bestand kein Zweifel mehr daran, dass die Bayern den Pokal mit nach Hause nehmen würden. Der Anschlusstreffer der Straubinger kurz vor Schluss war lediglich Ergebniskosmetik.
Schon in der Gruppenphase sah man den Spielerinnen des FC Bayern an, dass sie die "Schmach" vom letzten Jahr (7. Platz) vergessen machen wollten. Weil die Mannschaft des ATV Frankonia Nürnberg kurzfristig zurückzog, standen für die Bayern-Frauen in der Vorrunde nur zwei Partien an. Gegen den späteren Finalgegner Straubing reichte dem FCB ein Tor zum 1:0-Auftaktsieg. Das emotionale Stadtderby gegen den FFC Wacker München gewann die Bischof-Truppe mit 2:1 und sicherte sich damit den Gruppensieg, vor den Frauen des VfB Straubing, die das Eröffnungsspiel gegen den FFC Wacker mit 3:2 gewinnen konnten.
In Gruppe B waren die Kräfteverhältnisse nicht so klar verteilt. Erster Aspirant auf den Gruppensieg war dennoch Vorjahressieger TSV Schwaben Augsburg. Die Schwäbinnen hatten allerdings mit dem Landesligisten SpVgg Greuther Fürth und dem ETSV Würzburg aus der 2. Bundesliga Süd zwei harte Brocken zu bezwingen. Den Frauen des FC Ergolding konnte und musste man deshalb nur die Außenseiterrolle zuschreiben. Am konstantesten präsentierten sich in der Vorrunde die Frauen der SpVgg Greuther Fürth. Sie gewannen alle drei Spiele in ihrer Gruppe und qualifizierten sich somit in eindrucksvoller Manier für das Halbfinale. Zum absoluten Schlager kam es im letzten Vorrundenspiel des Tages, denn der TSV Schwaben Augsburg und der ETSV Würzburg waren bis zu diesem Zeitpunkt punktgleich. Perfekte Voraussetzungen also für ein "Endspiel" in dieser Gruppe. Der TSV Schwaben Augsburg landete auf der "Mission Titelverteidigung" einen zu jedem Zeitpunkt ungefährdetem 3:0-Sieg und ließ den Würzburgerinnen keine Chance.
Die Halbfinals standen also fest: Das erste Halbfinale bestritten der FC Bayern München und der TSV Schwaben Augsburg. Beiden Mannschaften konnte man ansehen, dass sie diese Partie nicht verlieren wollten. Die Bayern-Frauen schienen durch ihren Treffer schon wie der sichere Finalist, ehe Augsburg sechs Sekunden vor Schluss zum Ausgleich kam. Im anschließenden Sechsmeterschießen versagten den Schwäbinnen dann allerdings die Nerven und die Münchnerinnen zogen mit 4:1 doch noch ins Finale ein. "Ein tolles Spiel auf sehr hohem Niveau, das gezeigt hat, wie attraktiv FUTSAL eigentlich ist. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Vereine den Schritt zum FUTSAL wagen. Die Spielerinnen, die mitspielen, sind begeistert und freuen sich schon auf das nächste Jahr", fand Georg Müllner vom Verbands- Frauen- und Mädchenausschuss des BFV.
Im zweiten Halbfinale schien alles entschieden. Die Spielvereinigung aus Fürth lag schnell mit 2:0 in Front und kontrollierte das Spiel zunächst nach Belieben. Dann aber ein völlig anderes Bild in der zweiten Halbzeit. Von den Zuschauern getragen, überrannten die Hausherrinnen ihren Gegner förmlich, drehten den 0:2-Rückstand, entschieden das Halbfinale 4:2 für sich und folgten dem FC Bayern München ins Finale.
Im Finale trafen sich also der FC Bayern und VfB Straubing wieder, die Chance zur Revanche für die Straubinger. Doch da hatten die Bayern etwas dagegen und kontrollierten die Partie von Beginn an. Durch eine gute taktische Einstellung und schnellem Kombinationsspiel erarbeiteten sich die Münchnerinnen Chance um Chance. Das 2:0-Halbzeitergebnis hätte durchaus auch höher ausfallen können. Das Bild änderte sich auch nicht in den zweiten sieben Minuten. Logische Konsequenz war das 3:0, die Vorentscheidung. Straubing kam zwar noch zum Anschlusstreffer, doch die Zeit war zu knapp und so sicherte sich der FC Bayern München den Turniersieg.
Im Spiel um Platz drei standen sich zum zweiten Mal an diesem Tag der TSV Schwaben Augsburg und die SpVgg Greuther Fürth gegenüber. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1, die Entscheidung musste also im Sechsmeterschießen fallen. Hier behielten die Fürtherinnen die Nerven und standen dadurch zumindest auf dem Siegertreppchen.
In der Platzierungsrunde kämpften der FFC Wacker München, der ETSV Würzburg und der FC Ergolding um die Plätze fünf bis sieben. Nach den drei Spielen waren alle Mannschaften punktgleich, also musste das Torverhältnis entscheiden. Durch ein 4:0 gegen Würzburg konnte sich der FFC Wacker München zumindest auf Platz fünf "retten", Platz sechs belegte der FC Ergolding gefolgt vom ETSV Würzburg.
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