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Die Regionalliga unter der Lupe

Letzte Aktualisierung: 14. September 2012

Die Regionalliga Bayern steht unter Beobachtung! Nicht zuletzt die bayerischen Sportjournalisten schauen ganz genau hin, was sich in der neuen bayerischen Amateur-Spitzenliga tut. In der neuen BFV-Serie "Die Regionalliga unter der Lupe" kommen die Fußball-Experten regelmäßig zu Wort. Heute im Interview: Bernd Nürnberger, stellvertretender Sportchef der Frankenpost in Hof.

Herr Nürnberger, Sie sind natürlich ganz nah dran an der SpVgg Bayern Hof. Warum läuft es dort aktuell nicht rund?

Bernd Nürnberger: Das Problem ist sicherlich, dass die SpVgg Bayern Hof in der Liga bisher einfach keine Tore schießt. Drei Tore in zehn Spielen sind natürlich viel zu wenig. Und hierfür liegt der Hauptgrund sicherlich in der unglaublichen Verletztenmisere. Beide Neuzugänge, die für die Offensive geholt wurden, sind verletzt, dazu fällt auch noch in Kapitän Florian Ascherl ein ganz wichtiger Spieler für die Mannschaft lange aus. Das ist schon bitter und kann aktuell schlichtweg nicht so einfach kompensiert werden.

Trotz der sportlich schwierigen Situation wird Trainer Norbert Schlegel nicht infrage gestellt. Das ist bei einem Regionalligisten auf dem vorletzten Tabellenplatz sicherlich nicht selbstverständlich.

Bernd Nürnberger: Für gewöhnlich liegen in Hof himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt ganz eng beieinander. Norbert Schlegel hat aber in der Vergangenheit gezeigt, dass er sehr erfolgreich arbeiten kann. Er hat das Team vor dem Abgrund bewahrt und letzte Saison zur Vizemeisterschaft geführt. Das hat natürlich dazu geführt, dass die Erwartungen für diese Saison gestiegen sind. Aber jetzt gibt es eben die gerade genannte Verletzungsmisere und im Verein können die Verantwortlichen sehr genau einschätzen, warum das Team aktuell dort steht, wo es steht. Ich habe vor kurzem noch mit dem Hofer Präsidenten Reiner Denzler gesprochen. Es gibt im Verein ein ganz klares Bekenntnis zum Trainer.

Eine andere Mannschaft sorgt aktuell für ausschließlich positive Schlagzeilen. Der FV Illertissen führt die Regionalliga-Tabelle souverän an. Was sagen Sie zu dem Höhenflug der Schwaben?

Bernd Nürnberger: Der FV Illertissen war für die meisten ja relativ unbekannt. Keiner konnte wirklich sagen, wie die Mannschaft einzuschätzen ist. Dass das Team nach elf Spielen acht Siege und nur eine Niederlage auf dem Konto hat, hatte aber sicherlich niemand auf dem Zettel. Das ist schon beeindruckend. Ich bin nicht so eng am Verein, um zu beurteilen, welche Gründe dahinter stecken. Beim Spiel in Hof, das Illertissen 1:0 gewonnen hat, konnte man aber sehen, dass Illertissen guten Fußball spielt und auch der Verein scheint gut aufgestellt zu sein. Wenn eine Mannschaft schon einen Tag vor einem Regionalligaspiel anreisen kann, spricht das sicherlich für eine gute Organisation auch im Hintergrund. Aber man muss sehen, wie es weitergeht. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sicherlich nicht von einer Vorentscheidung oder dergleichen sprechen. Wenn Seligenporten beispielsweise sein Nachholspiel gegen Hof gewinnt, ist der SV auch nur vier Punkte hinter Illertissen und die Zweiten Mannschaften von Nürnberg und Bayern München werden sicherlich auch noch ein Wörtchen oben mitreden. Fakt ist aber, dass Illertissen aktuell die besten Karten für die Bayerische Amateurmeisterschaft und damit den Einzug in den DFB-Pokal hat. Den Vorsprung muss die Konkurrenz erst einmal aufholen.

Als einer der heißen Anwärter auf die Bayerische Amateurmeisterschaft galt sicherlich der FC Memmingen. Der kommt allerdings etwas schwer in die Gänge.

Bernd Nürnberger: Den FC Memmingen habe auch ich weiter vorne erwartet. Auch hier kann ich nicht im Detail beurteilen, woran es liegt, dass es für die Elf von Esad Kahric noch nicht rund läuft. Die Mannschaft hat aber ganz sicher das Potenzial, noch einen Sprung nach oben zu machen. Ob es dann am Ende reicht, ganz oben anzugreifen, muss sich zeigen, aber Platz vier bis sechs halte ich für realistisch.

Wohin geht denn die Reise für die oberfränkischen Vereine?

Bernd Nürnberger: Beim VfL Frohnlach war vor der Saison klar, dass das Ziel nur Klassenerhalt heißen kann, ebenso auch beim FC Eintracht Bamberg. Die Hofer hatten die meisten nicht zuletzt wegen der Bayernliga-Vizemeisterschaft eher ins Mittelfeld einsortiert. Bamberg hat dann ja nochmal kurzfristig drei wichtige Spieler verloren. Alles in allem muss man sagen, dass es für alle drei Klubs eine schwierige Saison wird, zumal alle drei Vereine auch nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, personell noch einmal groß nachzulegen, wie es vielleicht der eine oder andere Verein machen kann, wenn es nötig werden sollte.

Zur Person:

Bernd Nürnberger ist seit 2009 stellvertretender Sportchef der  Frankenpost in Hof. Zuvor war er über 20 Jahre Leiter verschiedener Lokalredaktionen bei der Frankenpost im Fichtelgebirge. Der 54-jährige Familienvater (zwei erwachsenen Kinder) berichtet nicht nur über Fußball, sondern er macht ihn auch - als Vorsitzender des Nordost-Landesligisten FC Vorwärts Röslau (seit 1998).

 
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