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Rassismus? "Is a Schmarrn"

In einem kurzweiligen Antirassismus-Spot, den der Bayerische Fußball-Verband in Kooperation mit dem Filmemacher Thomas Klinger vom Bayerischen Rundfunk erstellt hat, sprechen sich bayerische Fußballvertreter in ihrem jeweiligen ureigenen Dialekt für ein sportliches Miteinander im Fußball aus. Der 47 Sekunden lange Spot hatte seine Premiere beim Spiel 1. FC Nürnberg gegen VfL Wolfsburg im easyCredit-Stadion und wurde dort auch nochmals beim Länderspiel Deutschland gegen San Marino gezeigt und mit Applaus gefeiert. Egal ob Schiedsrichter, Spieler, Fan oder Funktionär - in der bayerischen Fußballfamilie ist kein Platz für Gewalt und Rassismus, dies zeigt der Spot deutlich! Er soll jeden dazu animieren in Zukunft bei diskriminierenden Äußerungen oder Taten zumindest verbal einzugreifen und nicht einfach wegzusehen. Viel Spaß beim Zuschauen.

BFV-Anti-Rassismus-Spot (MPG)
Stand: 15.11.2010 | MPG (18 MB)
 
BFV-Anti-Rassismus-Spot (WMV)
Stand: 29.09.2009 | WMV (16 MB)
 

Rassismus und Rechtsextremismus entgegentreten - aber wie?

Fußballvereine sind Teil des öffentlichen Lebens - in den Vereinen findet, gerade auf dem Land, ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens überhaupt erst statt. Damit übernehmen die Vereine auch Verantwortung für die Gemeinschaft, die sie prägen: Rassismus und Rechtsextremismus im Fußball entgegen zu treten ist Herausforderung und Chance für ein aktives Vereinsleben.

Als Verein politisch unabhängig zu sein, entbindet nicht von demokratischen Werten:

Alle sind als Person gleich viel wert und werden fair behandelt - das gilt auf dem Spielfeld, aber auch darüber hinaus. Gewalt und Rassismus passen nicht zum Fairplay. Im Fußballverein geht es um Teamgeist und um Gemeinschaft - nicht um Ausgrenzung und Diskriminierung. Rechtsextremistische Personen und Organisationen versuchen gezielt, sich in zivilgesellschaftliche Organisationen einzubringen und dort akzeptiert zu werden, z.B. in Fußballvereinen. Hier sind sensibles Hinsehen und eine klare Haltung gefragt.

Einen sehr guten Überblick über das Thema Rassismus im Fußball und worauf Vereine achten können, gibt ihnen die Broschüre "11 Fragen nach 90 Minuten" des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (siehe unten).

Bei Vorkommnissen mit rassistischem Hintergrund ist es sinnvoll und notwendig, auf Unterstützung von Expert(inn)en zurückzugreifen. Die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus bietet seit November 2007 landesweit mobile, individuell zugeschnittene und fachlich qualifizierte Beratung an:

  • Landeszentrale Anlaufstelle: Hilfe und Unterstützung bei Krisensituationen bzw. Ereignissen mit rechtsextremen Hintergrund
  • Unterstützung, Beratung und Begleitung von "Vor-Ort-Aktivitäten" und beim Aufbau lokaler Netzwerke
  • Einsatz Mobiler Interventionsteams vor Ort
  • Elternberatung und Opferberatung
  • Vermittlung von ExpertInnen
  • Informationen, Materialkoffer, Publikationen, Newsletter, ...

Kontakt:

Infos im Netz unter www.lks-bayern.de - Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN".

Broschüre "11 Fragen nach 90 Minuten"
Stand: 30.05.2012 | PDF (1 MB)
 

Beispielhaftes Engagement gegen Neonazis - Gräfenberger Sportbündnis

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Beim Gräfenberger Sportbündnis ergänzen sich verschiedene Vereine und Initiativen

Das Gräfenberger Sportbündnis ist mit dem zweiten Preis beim Julius-Hirsch-Preis 2011 ausgezeichnet worden, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit 2005 an Personen, Initiativen und Vereine verleiht, die sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus engagieren. Der Zusammenschluss von acht Vereinen im Bezirk Mittelfranken des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen, dass heute keine Neonazis mehr in der Kleinstadt aufmarschieren. Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein "Wallfahrtsort" rechtsextremistischer Gruppierungen und immer wieder Schauplatz rechtsextremer Kundgebungen, bis kreative und gewaltfreie Gegendemonstrationen zur Einstellung der Aufmärsche führten.

"Es macht mich sehr stolz, dass unsere erfolgreiche Arbeit auch vom DFB honoriert worden ist. Das hilft uns auf unserem Weg sicher weiter und macht deutlich, was wir bislang schon alles erreicht haben", freute sich der Initiator des Bündnisses, Ludwig Haas.

Richtiger Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen

Unter dem Motto "Die Welt ist bunt - der Sport auch!" setzen sich die acht Fußballvereine auf Initiative des Bürgerforums Gräfenberg seit zwei Jahren gemeinsam für mehr Fairness, Respekt und Toleranz im Sport ein. Im Rahmen des Projekts bieten der SC Egloffstein, SV Ermreuth, ASV Forth, TSV 09 Gräfenberg, SV Hiltpoltstein, FC Stöckach, FC Thuisbrunn und die SpVgg Weißenohe Schulungen und Workshops an, in denen Trainer, Funktionäre und Sportler den richtigen Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen lernen.

Die Initiative greift dabei auch auf Angebote des Bayerischen Fußball-Verbandes zurück. Alle acht Klubs haben die BFV-Kurzschulungen "Fit für Kids", "Bleib im Spiel" und "Gemeinsam sind wir stark" durchgeführt. In einer "freiwilligen Selbstverpflichtung" geben die Vereine ein klares Bekenntnis zur Achtung und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Einhaltung von Fairness- und Toleranzregeln ab.

BFV-Präsident Koch unterzeichnet freiwillige Selbstverpflichtung

"Der BFV hat uns bislang bei unserer Arbeit ausgezeichnet unterstützt und so werden wir uns auch in Zukunft gemeinsam gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus einsetzen", erklärte Projektleiter Ludwig Haas.

Bei einem Treffen in der Bezirksgeschäftsstelle Mittelfranken unterschrieben im Mai auch BFV-Präsident und DFBVizepräsident Dr. Rainer Koch, BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Mittelfrankens Bezirksvorsitzender Uwe Kunstmann die Erklärung. "Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt eine Null-Toleranz-Politik. Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus haben im Fußball keinen Platz. Unsere Sportart steht für Fairplay, das Akzeptieren von Regeln, die Achtung des sportlichen Gegners, Gewaltfreiheit und Toleranz. Mit der Selbstverpflichtungserklärung werden genau diese positiven Werte des Fußballs offensiv eingefordert", lobte Koch die Vereinsinitiative und gratulierte im Namen des BFV zum zweiten Preis. Zugleich verwies er in diesem Zusammenhang auch auf die Anti-Rassismus-Kampagne und die Fairplay-Regeln des Bayerischen Fußball-Verbandes.

Bereits zum siebten Mal verlieh der DFB 2011 den Julius-Hirsch-Preis und erinnert damit an den 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordeten deutschen Nationalspieler jüdischen Glaubens. Den ersten Platz belegt die Wiesbadener Jugendinitiative "Spiegelbild" des "Aktiven Museums Spiegelgasse", die sich dafür einsetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden zu bewahren. Insgesamt 61 Projekte wurden beim DFB eingereicht, aus denen die Jury drei Siegerausgewählt hat. Die Preise wurden im Rahmen des Länderspiels Deutschland - Belgien am 11. Oktober 2011 in Düsseldorf verliehen.

 
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