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"Der Fußball hat eine immense integrative Kraft"

Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2016

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Sprechen im Doppelinterview über die Schulungen zum Thema "Flüchtlinge: Kulturelle Vielfalt im Fußball": BFV-Präsident Rainer Koch und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Am 27. Februar und 12. März bietet der Bayerische Fußball-Verband (BFV) in Zusammenarbeit mit der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bayernweit sieben Schulungen zum Thema "Flüchtlinge: Kulturelle Vielfalt im Fußball" an (Termine hier). BFV-Präsident Rainer Koch und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sprechen im Interview mit bfv.de über die Hintergründe der Schulung und die Flüchtlingshilfe der Verbände.

Herr Koch, welche Rolle kann der Fußball bei der Integration von Flüchtlingen übernehmen?

Rainer Koch:
Sport und besonders der Fußball bieten tolle Möglichkeiten für die Integration von Flüchtlingen. Aus einem einfachen Grund: Dem Ball ist es egal, wer gegen ihn tritt. Der Ball will sogar, dass alle gegen ihn treten. Er macht keine Unterschiede zwischen Kulturen, Religionen und Sprachen. Die Vereine leisten in der Flüchtlingsthematik einen großen Beitrag für die Gesellschaft. Sie zeigen den Menschen, dass sie willkommen sind, ermöglichen ihnen einen sinnvolle Freizeitbeschäftigung und helfen ihnen darüber hinaus auch im Alltag.

Herr Brossardt, welches Ziel steckt hinter dem Engagement der vbw?

Bertram Brossardt:
Ziel des Angebots ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenz von Jugendleitern, Fußballtrainern und Betreuern. Durch die Unterstützung entsprechend geschulter Coaches wird es den Flüchtlingen besser gelingen, sich in unsere Gesellschaft einzufinden, im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch die deutsche Sprache zu erlernen und somit auch fit für den Arbeitsmarkt zu werden.

Was beinhaltet die Schulung genau?

Koch:
Wir wollen Abteilungsleiter, Jugendleiter, Trainer und Betreuer im Umgang mit Flüchtlingen unterstützen und wichtige Fragen zum Thema Integration beantworten: Welche Chancen bietet kulturelle Vielfalt in unseren Vereinen? Was sind hierbei die Aufgaben von Trainern und Jugendleitern? Wie entstehen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit - und wie können wir diesen Vorurteilen begegnen? Die Teilnehmer bekommen zudem Materialien mit allen grundsätzlichen Infos zu den Themen Versicherungsschutz sowie Pass- und Spielrecht.

Warum hat sich die vbw entschieden, eine solche Schulungsreihe in Kooperation mit dem BFV zu initiieren?

Brossardt:
Rainer Koch hat es bereits gesagt: Der Fußball hat eine immense integrative Kraft. Das sehen wir an dem großen Interesse, das Flüchtlinge und Migranten diesem Sport bei uns entgegenbringen. Daher sponsern wir gerne die Schulungsreihe des Bayerischen Fußball-Verbandes, mit dem wir unter anderem im Rahmen der Kampagne ,AusbildungsOffensive-Bayern.de' seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. 

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Die BFV-Sozialstiftung stellte Vereinen, die sich für Flüchtlinge engagieren, 1000 Paar Fußballschuhe zur Verfügung.

Wie unterstützen Ihre Verbände ansonsten noch die Integration von Flüchtlingen?

Koch:
Die BFV-Sozialstiftung hat seit September 2015 unter dem Motto "1000 Fußballschuhe für eine sportliche Zukunft" Vereine unterstützt, die Flüchtlinge in ihren Trainings- und Spielbetrieb integriert haben. Das Schuh-Kontingent ist bereits komplett vergriffen, Flüchtlinge aus 139 Vereinen haben davon profitiert. Derzeit laufen die Planungen für eine neue Aktion auf Hochtouren. Finanzielle Hilfe gibt es von der DFB-Stiftung Egidius Braun mit der Aktion ,1:0 für ein Willkommen'. Sie unterstützt engagierte Vereine mit jeweils 500 Euro Starthilfe. Die Broschüre "Willkommen im Verein" gibt Antworten auf die drängendsten Fragen rund um das Thema Fußball mit Flüchtlingen. Wir haben zudem unter www.bfv.de/fluechtlinge eine Info-Seite für alle Vereine eingerichtet, die sich für Flüchtlinge engagieren wollen. Und natürlich tragen auch unsere Spielleiter vor Ort zur Integration von Flüchtlingen bei, indem sie die Vereine bei ihrem sozialen Engagement unterstützen, Kontakte knüpfen und gemeinsame Aktionen ins Leben rufen.

Brossardt: Bereits im Mai 2015 haben wir das Projekt IdA 120 gestartet, mit dem Flüchtlinge durch Sprachkurse und berufsbegleitende Praktika fit für eine Ausbildung und den Arbeitsmarkt gemacht werden. Hier setzen wir mit einem Bündel weiterer Maßnahmen an. Mit IdA 1000 unterstützen wir 2016/17 beispielsweise 1000 weitere Asylbewerber und Flüchtlinge bei der Arbeitsmarkt-Integration in allen Regierungsbezirken. Insgesamt wenden die Verbände bayme vbm und vbw 6,7 Millionen Euro für die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung auf.

Weitere Infos www.bfv.de/vielfalt

 

 
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