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Änderungen im Spielbetrieb? - BFV holt Meinungen der Basis ein

Letzte Aktualisierung: 13. November 2017

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Eine mögliche Reform ist die Erhöhung der Spielerwechsel auf Kreisebene.

Aktiv den Fußball-Spielbetrieb mitbestimmen. Das können Vereinsverantwortliche beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) auf vielfältige Art und Weise. Zum Beispiel bei den regelmäßigen bayernweiten "Runden Tischen" zu speziellen Verbandsthemen oder neuerdings auch ganz einfach durch eine Online-Registrierung für ein Umfrage-Tool zu BFV-Themen (Infos). Aber auch die anstehenden 22 Kreis- und sieben Bezirkstage (Auftakt am 15. November, alle Termine) werden wie schon 2010 und 2014 dazu genutzt, Meinungsbilder zu möglichen Spielbetriebs-Reformen direkt von der Fußballbasis einzuholen. Auf Basis dieser Meinungsbilder wurden beim BFV-Verbandstag 2014 beispielsweise die Fair-Play-Liga im U9-Bereich oder das Rückwechseln auf Kreisebene bayernweit eingeführt.

Bei den anstehenden Kreis- und Bezirkstagen werden Meinungsbilder zu folgenden drei Themen eingeholt:

1. "Abschaffung der Sonderregelung auf Kreisebene im § 34 SpO (Einsatz in verschiedenen Mannschaften"
2. "Spielrecht von A-Junioren in Herren-Mannschaften"
3. "Erhöhung der Anzahl an Auswechselungen auf Kreisebene"

Worum geht es und was sind Pro/Contra-Argumente der betroffenen Vereine?

Thema 1: "Abschaffung der Sonderregelung auf Kreisebene im § 34 SpO (Einsatz in verschiedenen Mannschaften":

Der §34 der Spielordnung ist sehr komplex. Er regelt den Einsatz von Spielern in verschiedenen Mannschaften des Vereins (Die Erläuterungen der BFV-Passabteilung):

Nach einem Einsatz eines Spielers in der 1. Halbzeit der höheren Mannschaft darf der Spieler in der unteren Mannschaft erst eingesetzt werden, wenn er zwei Meisterschaftsspiele in dieser unteren Mannschaft ausgesetzt hat. Die Einsatzbeschränkung endet in jedem Fall nach Ablauf von 10 Tagen.

Allerdings gibt es eine Sonderregelung für Vereine, deren 1. Mannschaft maximal Kreisliga spielt und deren 2. Mannschaft in einer der untersten beiden Ligen spielt. Dann können sogar bis zu drei weitere beliebige Spieler aus der 1. Mannschaft eingesetzt werden - ohne Sperrfrist. Und diese Sonderregelung steht nun zur Diskussion.

Aktuelle Pro und Contra-Argumente der betroffenen Vereine: Der §34 SpO ist bereits sehr komplex, die Sonderregelung macht die korrekte Anwendung für Vereine noch kniffeliger. Bei falscher Anwendung und dem Einsatz von nicht-spielberechtigten Spielern kommt es allerdings zu Sportgerichtsverfahren und Spielwertungen gegen den Verein. Eine Abschaffung der Sonderregelung würde den Paragraphen vereinfachen und die Wahrscheinlichkeit von Anwendungsfehlern und somit auch von Sportgerichtverfahren mit entsprechenden Spielwertungen verringern. Eine Abschaffung der Sonderregelung verringert allerdings auch die Flexibilität beim Einsatz der Spieler. Das trifft insbesondere Mannschaften mit kleinerem Kader und kann im Extremfall auch zu Mannschaftsabmeldungen führen, da Vereine sich nicht mehr in der Lage sehen könnten, genügend Spieler zu stellen, wenn der Spieleraustausch eingeschränkt wird.

Thema 2: "Spielrecht von A-Junioren in Herren-Mannschaften":

Seit dem Verbandstagsbeschluss 2014 ist es nicht mehr gestattet, A-Junioren des jüngeren Jahrgangs nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres bei den Herren einzusetzen. Ein Beispiel: Ein Spieler hat am 1.1.2000 Geburtstag, er gehört damit in der laufenden Saison 2017/18 dem jüngeren A-Junioren-Jahrgang an. Am 1.1.2018 wird er volljährig, darf aber erst in der Saison 2018/19 bei den Herren eingesetzt werden. Ohne die Einschränkung im Spielrecht, könnte er ab dem 1.1.2018 auch in der Herrenmannschaft des Vereins eingesetzt werden. Diese Einschränkung steht nun wieder zur Diskussion. Vor allem ist es ein Thema, zu dem es auch vereinsintern zwischen Herren- und Jugendabteilung unterschiedliche Auffassungen gibt.

Aktuelle Pro und Contra-Argumente der betroffenen Vereine: Eine Aufhebung der Einschränkung würde es ermöglichen, mehr talentierte Spieler früher an den Herren-Spielbetrieb heranzuführen. Die Vereine hätten also eine höhere Flexibilität. Zum ist ein Spieler mit 18 Jahren volljährig und kann in nahezu allen Lebensbereichen eigenständig entscheiden, was für ihn das Beste ist. Dem sollte auch im Fußballspielbetrieb entsprechend Rechnung getragen werden. Befürworter der Einschränkung befürchten, dass die betroffenen Nachwuchsspieler dauerhaft bei den Herren zum Einsatz kommen und ab diesem Zeitpunkt der A-Junioren-Mannschaft fehlen. Das kann neben Spielermangel auch zu einem Qualitätsverlust der Mannschaft führen und am Ende sogar zu Wettbewerbsverzerrungen. Bei den bayernweiten "BFV-Junior-Talks" hat sich die Mehrheit der Teilnehmer für die Beibehaltung der Regelung ausgesprochen. Mannschaftsverantwortliche im Herrenbereich sind in der Regel eher gegen die aktuelle Regelung, Mannschaftsverantwortliche im Jugendbereich eher für die aktuelle Regelung.

Thema 3: "Erhöhung der Anzahl an Auswechselungen auf Kreisebene":

Das International Football Association Board (IFAB) hat den Verbänden mehr Spielraum eingeräumt und beschlossen, dass es künftig möglich ist, bis zu fünf Auswechslungen pro Team vorzunehmen. Für Bayern steht diese Erweiterung auf Kreisebene zur Diskussion. Wichtig: Diese Regelung hätte keinen Einfluss auf das bereits praktizierte Rückwechseln auf Kreisebene.

Aktuelle Pro und Contra-Argumente der betroffenen Vereine: Befürworter der Erhöhung betonen die höhere Flexibilität und die Möglichkeiten, noch besser auf Spielverläufe reagieren zu können. Ebenso könnten durch die Erhöhung noch mehr Spieler zum Einsatz gebracht werden und sich durch diese Einsatzzeiten die Zufriedenheit der Spieler erhöhen, die regelmäßig auf der Bank sitzen bzw. kaum zum Einsatz kommen. Kritiker dieser möglichen Erhöhung betonen, dass sich der Vorteil von Mannschaften mit großem Kader gegenüber Teams mit kleinem Kader nochmal verstärkt und der Spielfluss durch weitere Wechselmöglichkeiten gestört wird. Ebenso wäre es ein weiterer Regelunterschied zwischen dem Fußball auf Kreis- und Bezirks-/Verbandsebene.

Nun sind die Vereinsvertreter gefragt. Bei den Kreis- und Bezirkstagen können die Delegierten ihr Votum zu diesen drei Themen abgeben. Auf Basis dieser Meinungsbilder werden dann beim BFV-Verbandstag 2018 (4./5. Mai) entsprechende Anträge gestellt und mögliche Änderungen beschlossen.

 
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