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Jahrestagung der Ausschüsse in Bad Gögging

Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2017

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In Bad Gögging wurde themenübergreifend intensiv gearbeitet. Foto: Getty

Was wurde erreicht, wo besteht Nachholbedarf, welche Ideen existieren, um die künftigen Aufgaben zu meistern, und welche Visionen gibt es für den Amateurfußball der Zukunft? In Bad Gögging haben die obersten Verbandsgremien gemeinsam ihre Jahrestagungen abgehalten, um all diese Fragen zu klären und zu diskutieren. Und natürlich auch, um über übergeordnete Entwicklungen und Projekte wie den DFB-Grundlagenvertrag, die DFB-Akademie, die Regionalliga-Reform oder den Planungsstand der mittlerweile vertraglich fixierten Fußballiade 2019 bzw. der neuen BFV-Homepage zu informieren. Ehrungen verdienter BFV-Funktionäre rundeten das Tagungswochenende ab (Extrabericht).

Fortschreitende Digitalisierung im Spielbetrieb: Herausforderung, aber vor allem auch Chance

Bei der Jahrestagung des Verbands-Spielausschusses stand die Digitalisierung im Spielbetrieb im Fokus. Denn die gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien, deren Nutzung und die damit verbundenen Anforderungen schlagen sich auch im Fußball nieder. In den vergangenen Jahren sind deshalb bereits viele neue BFV-Angebote im IT- und Digitalbereich entstanden. Sie bieten viele Chancen und Potenziale für Vereine und Nutzer, sind aber gleichzeitig auch eine Herausforderung. Josef Janker, Vorsitzender des Verbands-Spielausschusses, stellte heraus, dass sich insbesondere die Spielleiter mit den digitalen Medien und den BFV-Angeboten vertraut machen müssen. Zum einen, weil ihr Einsatz die Spielorganisation erleichtert und effizienter gestaltet, zum anderen weil die Spielleiter durch ihren engen Kontakt zu den Vereinen häufig der erste Ansprechpartner zu den BFV-Angeboten sind. Aber auch der "klassische" Spielbetrieb kam nicht zu kurz. So wurde beim Thema "moderner Spielbetrieb" auch über neue Spielformen im Herren- und Seniorenbereich diskutiert. Schwerpunkt dabei: die Spielform "9 gegen 9", die als Pilotprojekt im Bezirk Niederbayern bereits hervorragende Ergebnisse als alternative Spielform zum Erhalt des Spielbetriebs vorweisen kann. Heinz Ferber, Vorsitzender des Sportgerichts Bayern, nutzte die Gelegenheit, um aktuelle Fallzahlen vorzustellen und aufgrund des leichten Zuwachses von 5 Prozent bei den Sportgerichtsfällen anzumahnen, dass alle gemeinsam darauf hinarbeiten müssen, diese wieder zu senken.

Fußball bei Mädchen wieder als "Trendsportart" etablieren

Bei der Jahrestagung des Verbands-Frauen und Mädchenausschusses (VFMA) nahmen traditionell auch die die Vorsitzenden der Bezirks-Frauen- und Mädchenausschüsse teil. Schwerpunkt der Tagung waren die negativen Entwicklungen bei den Mannschaftszahlen, die neben den bereits angeschobenen und etablierten Projekten weitere Gegenmaßnahmen erfordern. Diskutiert wurden vor allem neue Spielformen, die den Vereinen und deren Mannschaften mehr Flexibilität ermöglichen. Die Ideen sollen bei verschiedenen noch festzulegenden Pilotprojekten getestet werden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Fußball künftig wieder mehr als "Trendsportart" etabliert werden müsse. BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher nutzte die Gelegenheit, um die vorbildliche Haushaltsführung des VFMA zu loben. Sabine Bucher, Vorsitzende des Verbands-Frauen und Mädchenausschusses, lobte die Arbeit ihrer Kolleginnen, mahnte aber auch einen noch engeren Kontakt zu den Vereinen und ein noch größeres Verständnis an, den Bayerischen Fußball-Verband und damit das jeweilige eigene BFV-Amt vor allem als Dienstleistung für die Vereine zu verstehen.
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Wie hier bei der Arbeitstagung des Verbands-Jugendausschusses ging es in allen Konferenzräumen darum, die Fußballzukunft zu gestalten. Foto: Getty
eSports nicht als Gefahr, sondern als weitere Chance verstehen

Bei den Jugendspielen werden mittlerweile auf Verbandsebene 72 Prozent und auf Bezirksebene 60 Prozent der angesetzten Partien mit dem BFV-Liveticker begleitet und somit ins digitale Schaufenster gestellt. Ein guter Wert, auf den man aufbauen könne - so die einhellig Meinung bei der Jahrestagung des Verbands-Jugendausschusses. Der Liveticker bediene die Erwartungen der jungen Aktiven und ihres Umfelds an eine "digitale Verlängerung" des Fußballerlebnisses. Gleichzeitig ist der Liveticker die Chance für Vereine, mit einem projektbezogenen und zeitlich überschaubarem Engagement an ein Vereinsamt heranzuführen. Ebenfalls positiv fiel die Bilanz der Talentförderung aus. Die aktuellen Erfolge der BFV-Auswahlteams mit Meistertiteln bei zwei DFB-Turnieren belegen, dass sich Bayern nach wie vor auf absolutem Topniveau bewegt.

Sorgen macht hingegen die Entwicklung der Mannschaftszahlen im Jugendbereich. Diese sind aktuell weiter rückläufig, was im Kern auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist. Zwar steige die Geburtenrate nach mehreren Jahren erstmals wieder an, dies werde sich jedoch erst in ein paar Jahren positiv auswirken. Bis dahin müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um Kinder für den Vereinsfußball zu begeistern. Zu den klassischen Angeboten und neueren Spielformen, Projekten und den Schul-Vereins-Kooperationen wird sich in Zukunft auch das Thema eSports gesellen. Schließlich gebe es auch hier Möglichkeiten für Vereine, neue Mitglieder zu gewinnen und letzten Endes auch für den Fußball zu begeistern. Ein eSports-Turnier als Pilotprojekt soll wichtige Erkenntnisse liefern. Die Details dafür werden noch ausgearbeitet. Ebenso sollen Jugendliche verstärkt auf Kreis- und Bezirksebene in die Arbeit der Verbandsgremien eingebunden werden. So soll sichergestellt werden, dass die Jugendangebote des BFV auch wirklich den Anforderungen der Nachwuchstalente entsprechen. Verbands-Jugendleiter Karl-Heinz Wilhelm nutzte die Gelegenheit, sich bei allen anwesenden Mitgliedern des Verbands-Jugendausschusses und den Bezirks-Jugendleitern für die geleistete Arbeit zu bedanken, machte aber eben auch deutlich, dass die Herausforderungen durch die geänderten Rahmenbedingungen größer geworden sind.

Qualifizierung der Funktionäre als Schlüssel für Zukunft des Schiedsrichterwesens

Bei der Jahrestagung des Verbands-Schiedsrichterausschusses zusammen mit dem Verbands-Lehrstab und den sieben Bezirks-Schiedsrichterobmännern stand die künftige Entwicklung des Schiedsrichterwesens im Mittelpunkt. Eine große Herausforderung sei nach wie vor, viele neue junge Menschen für das Schiedsrichterwesen zu begeistern. Dabei gelte es zum einen, weiterhin die Vorteile - vor allem die Chancen für eine positive Persönlichkeitsentwicklung - in den Vordergrund zu rücken. Eine Schlüsselrolle komme aber natürlich den Verbandsfunktionären und deren Qualifizierung zu. Verbands-Schiedsrichterobmann Walter Moritz sprach dies deutlich an. Deshalb sei dies auch ein Tätigkeitsschwerpunkt in den künftigen Monaten. Informiert wurde zudem über die Danke-Schiri-Aktion 2018 auf Verbandsebene am 31. März in München und die Besetzung der freien Schiedsrichterstelle in der Regionalliga Bayern durch den Aufstieg von Wolfgang Haslberger (TSV St. Wolfgang). Ab sofort leitet Steffen Ehwald von 1. FC Geldersheim Spiele in der bayerischen Amateur-Spitzenliga. In die Bayernliga rückt für ihn wiederum Maimilian Alkofer (TSV Siegenburg) nach.
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Nicht zuletzt bei den gemeinsamen Abendveranstaltungen gab es die Möglichkeit, sich fachübergreifend auszutauschen. Foto: Getty

Gute Zusammenarbeit der Sportgerichte und der Verbandsanwälte

Rundum positiv fiel die Bilanz bei der Jahrestagung des Verbands-Sportgerichts aus. Die Zusammenarbeit der unabhängigen Sportgerichte und der Verbandsanwälte verlaufe reibungslos und gut, erklärte Oskar Riedmeyer, Vorsitzender des Verbands-Sportgerichts. Verbesserungsbedarf wurde dagegen im Bereich der Verfahren gegen Funktionäre gesehen. Für eine noch effizientere Zusammenarbeit der Sportgerichte und zuständigen Sportrichter seien kleine Anpassungen in der Rechts- und Verfahrensordnung notwendig. Insbesondere müsse sich die gestiegene Bedeutung der Spielberechtigungsliste im Vergleich zum klassischen Spielerpass in den Prozessen wiederfinden. Die nötigen Anpassungen werden in den kommenden Monaten beschlussreif ausgearbeitet.

Erstmals auch die U30-Vertreter bei der gemeinsamen Jahresabschlusstagung dabei

Der U30-Bereich des BFV unter Leitung von U30-Vorstandsmitglied Tobias Bracht durfte dieses Jahr zum ersten Mal an der gemeinsamen Jahresabschlusstagung der Ausschüsse im Hotel Monarch in Bad Gögging teilnehmen. Themen der Tagung des U30-Bereichs waren unter anderem ein Rückblick auf die Tagung der "Jungen Generation" in Wedau sowie der Bereich eSports, der auch bei der U30-Gruppe in den kommenden Wochen und Monaten ein Schwerpunktthema sein wird. Zudem werden das U30-Team sowie das Netzwerk aus U30-Vereinsfunktionären auch in dieser Hallensaison wieder die Bezirkshallenmeisterschaften der Herren sowie sämtliche Bayerischen Hallenmeisterschaften der Jugend, der Frauen sowie der Herren mit der BFV-Video-App filmen.

Im weiteren Verlauf der Tagung ging es um die Zukunft des U30-Bereichs, da die U30-Bezirksvertreter Dennis Martin (Oberpfalz), Patrick Garbe (Oberfranken) und Michael Meier (Mittelfranken) altersbedingt aus ihrer Funktion ausscheiden werden. Für alle Positionen gibt es bereits potenzielle Nachfolger, die bei den Bezirkstagen im Frühjahr 2018 gewählt werden sollen. Ein weiteres Thema waren die bayernweiten U30-Netzwerkschulungen in den Jahren 2018 und 2019. Für das kommende Jahr steht der Termin bereits fest: 14. und 15. September 2018. Im Jahr darauf wird die U30-Netzwerkschulung voraussichtlich zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden, da dies von den U30-Vereinsfunktionären so angeregt wurde.

Zum Abschluss wurde in der Tagung noch über die Erstellung eines Konzepts zu Vermarktungsstrategien der Bayernliga-Teams diskutiert. Im ersten Schritt soll dieses Projekt auf den Wintertagungen der beiden Bayernliga-Staffeln vorgestellt sowie ein Fragebogen zur Verfügung gestellt werden, um den Status Quo der Vermarktungs-Aktivitäten abzufragen. Vertreter des U30-Bereichs werden deshalb auf den beiden Wintertagungen der Bayernligen zu Gast sein. Im zweiten Schritt werden diese dann ausgewertet und analysiert, um "Best-Practice-Beispiele" zu generieren. Die Ergebnisse sollen dann auf den Sommertagungen der beiden Bayernligen präsentiert und Handlungsempfehlungen gegeben werden.

"Ich möchte mich im Namen der gesamten U30-Gruppe dafür bedanken, dass wir zum ersten Mal an der gemeinsamen Jahresabschlusstagung der Ausschüsse teilnehmen durften. Da für den U30-Bereich mit seinem Netzwerk junger Vereinsfunktionäre in den kommenden Jahren wichtige Aufgaben und Projekte, wie z. B. das Thema eSports, anstehen, ist es für uns essentiell, sich mit den anderen Verbandsfunktionären eng und vertrauensvoll austauschen zu können", erklärte U30-Vorstandsmitglied Tobias Bracht.

 
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