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Julius Hirsch Preis 2017 - bis 30. Juni bewerben!

Letzte Aktualisierung: 20. April 2017

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Seit 2005 zeichnet der DFB Personen, Vereine und Initiativen, die sich im Fußball gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus einsetzen, mit dem Julius Hirsch Preis aus. Der Preis erinnert an den populären Nationalspieler und Torjäger Julius Hirsch, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde, und an alle Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaates. In ihrem Namen will der DFB ein Zeichen dafür setzen, dass Rassismus in den Vereinen keinen Platz hat!

Hat sich Ihr Verein im Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 in besonderem Maße für Toleranz und Respekt, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert? Haben Sie die positive Kraft und die Faszination des Fußballs genutzt, um Zeichen zu setzen gegen Diskriminierung und für ein friedliches Miteinander? Dann schlagen Sie Ihr oder ein Ihnen bekanntes Projekt für den Julius Hirsch Preis 2017 vor (zum Anmeldeformular). Bewerbungsschluss der diesjährigen Ausschreibung ist der 30. Juni 2017. Es kann sich dabei sowohl um eine zeitlich befristete Aktion als auch um ein unbefristetes Projekt handeln.

7000 Euro für die Sieger

Die drei Erstplatzierten des Julius Hirsch Preises erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 7000 Euro. Die drei Preisträger werden in feierlichem Rahmen am Rande eines Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft ausgezeichnet. Auf die übrigen Bewerber warten zudem attraktive Sachpreise, wie z.B. Bälle und T-Shirts.

Bayerische Preisträger

Zu den bisherigen bayerischen Preisträgern zählen unter anderem das Gräfenberger Sportbündnis (Platz zwei im Jahr 2011), die Ultras Nürnberg gemeinsam mit dem Verein 1. FC Nürnberg (Platz zwei im Jahr 2013), der Mehrspartenverein SC Heuchelhof (Platz drei im Jahr 2013), die Schickeria München (Platz eins im Jahr 2014), die Volkshochschule Roth (Platz drei im Jahr 2014) sowie das Willibald-Gluck-Gymnasium im bayerischen Neumarkt (Platz drei im Jahr 2016).

Mit zahlreichen Aktionen hat das Gräfenberger Sportbündnis dazu beigetragen, dass heutzutage keine Neonazis mehr in der fränkischen Kleinstadt aufmarschieren. Über viele Jahre war die Gemeinde nördlich von Nürnberg ein "Wallfahrtsort" rechtsextremistischer Gruppierungen gewesen. Innerhalb von drei Jahren hatten sich die Neonazis 40-mal in Gräfenberg versammelt. Seit Oktober 2009 aber hat kein offizieller Aufmarsch mehr stattgefunden - auch dank der engagierten Fußballer. Unter dem Motto "Fairness, Respekt und Toleranz im Sport - NEIN zu Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Antisemitismus" wurden über 30 Aktionen zur Prävention, Aufklärung und Schulung im sportlichen Umfeld durchgeführt.

Die Ultras Nürnberg wurden gemeinsam mit dem Verein 1. FC Nürnberg für ihre Choreografie beim Bundesliga-Derby gegen den FC Bayern München und eine anschließende Veranstaltung in Erinnerung an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad ausgezeichnet. Das antisemitische Hetzblatt "Der Stürmer" hatte 1932 nach einer Niederlage gegen Bayern München getitelt: "Der 1. FCN geht am Juden zugrunde." Konrad verließ Nürnberg und konnte sich später mit seiner Familie in die USA retten.

Der Mehrspartenverein SC Heuchelhof aus Würzburg veranstaltete 2012 ein Begleitprogramm zu der Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball".

Die Ultra-Gruppe Schickeria München engagierte sich kreativ und vorbildlich gegen jede Form von Diskriminierung und hat in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung genommen. Die Choreografien und Aktionen für den ehemaligen FC Bayern-Präsidenten Kurt Landauer und andere jüdische Vereinsmitglieder haben viele Fußballfans für dieses Thema sensibilisiert. Für ihr umfangreiches Veranstaltungsprogramm "Roth ist bunt" rund um die Ausstellung "Kicker, Kämpfer und Legenden" über die Geschichte des jüdischen Fußballs in Deutschland wurde die Volkshochschule Roth geehrt. Das Willibald-Gluck-Gymnasium im bayerischen Neumarkt hatte sich gemeinsam mit der Schwarzachtal-Mittelschule in einer Projektwoche mit der NS-Vergangenheit des Fußballs und mit aktuellen Diskriminierungsphänomenen beschäftigt.

Alle Preisträger finden Sie hier.

 
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