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Schweinfurt: Toto-Pokal-Sieg als Aufbruchssignal

Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2017

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Der 1. FC Schweinfurt 05 steht zum ersten Mal überhaupt im Endspiel des BFV-Toto-Pokals. Foto: Schweinfurt 05

Den 1. FC Schweinfurt 05 sucht man in der Siegerliste des BFV-Toto-Pokals bislang vergeblich. Und in den letzten Jahren verabschiedeten sich die Unterfranken immer relativ früh aus dem Wettbewerb. In den vergangenen zwei Spielzeiten war jeweils bereits in Runde zwei Schluss: 2015/16 nach einer 2:3-Niederlage beim FC Eintracht Bamberg, 2014/15 nach einem 1:3 beim SV Erlenbach/Main. In der Saison 2013/14 kamen die Schweinfurter immerhin bis ins Achtelfinale, scheiterten dort aber bei der SpVgg Selbitz (2:4 n.E.). Am 25. Mai will der Traditionsklub beim "Finaltag der Amateure" (ab 14.45 Uhr, live in der ARD und als Online-Livestream auf www.brsport.de) mit einem Sieg beim SV Wacker Burghausen an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen und mit dem Pokalsieg das Signal zum Aufbruch setzen: Der frühere Zweitligist, der seit 2002 durchgängig im Amateurfußball am Ball ist, strebt zurück in den Profifußball und nach einem Mittelfeldplatz in dieser Saison will der Klub im kommenden Jahr in der Regionalliga Bayern um den Titel mitspielen.

Schweinfurt will zurück in den Profifußball

Damit dies gelingen kann, treibt der 1. FC Schweinfurt die Professionalisierung voran und hat bereits einige namhafte Spieler unter Vertrag genommen. Mit Verteidiger Patrick Wolf und Mittelfeldspieler Michael Schlicht stoßen beispielsweise vom Drittligisten FSV Zwickau zwei Profis zum Kader. Vor allem der 28-jährige Wolf hat einen bekannten Namen. Sein Vater ist der ehemalige Bundesligaprofi und Trainer Wolfgang Wolf. Der heute 59-jährige stand nach seiner aktiven Laufbahn (309 Bundesligaeinsätze für den 1. FC Kaiserslautern und die Stuttgarter Kickers ) unter anderem beim VfL Wolfsburg, beim 1. FC Nürnberg und beim 1. FC Kaiserslautern an der Seitenlinie. Pikant: Kurz vor dem Aufeinandertreffen im Pokal gab Schweinfurt die Verpflichtung von Schlussmann Alexander Eiban bekannt, der aktuell das Tor von Burghausen hütet. Der 23-Jährige kommt ablösefrei und unterschrieb bei den Unterfranken einen Zweijahresvertrag.

Trainer in Schweinfurt ist seit 2012 Gerd Klaus. Der 46-jährige A-Lizenzinhaber geht den Weg der Professionalisierung mit und ist seit Sommer 2016 in Doppelfunktion als Trainer und Sportlicher Leiter für den FCS tätig. Nach dem Regionalligaaufstieg 2013 ist das Erreichen des Pokalfinals der bisher größte Erfolg unter der Regie von Gerd Klaus. Noch nie zuvor hatte Schweinfurt im bayerischen Pokalendspiel gestanden. 

Gerd Klaus: "Das Highlight der vergangenen Jahre"

"Wir fiebern alle auf das Finale hin und können es schon gar nicht mehr erwarten, dass es endlich losgeht. Gegen Burghausen wird es ein Spiel auf Augenhöhe. Dass wir uns mit einem Sieg für den DFB-Pokal qualifizieren und dann auf Bayern oder Dortmund treffen könnten, ist für einen Amateurverein natürlich eine riesige Geschichte", erklärt Klaus. "Für den 1. FC Schweinfurt 05 ist das Toto-Pokal-Finale sicherlich das Highlight der letzten Jahre, denn am Finaltag der Amateure stehen wir bundesweit im Fokus. Wir wollen das Spiel daher vor allem genießen und am Ende natürlich auch gewinnen. Wenn wir es tatsächlich schaffen, in die erste Hauptrunde einzuziehen, wäre das schon eine Sensation."

Halbfinal-Krimi in Memmingen

Das Ticket für das Endspiel sicherten sich "Schnüdel" in einem dramatischen Halbfinale beim Ligakonkurrenten FC Memmingen (3:2). In den Runden zuvor behielten die Unterfranken beim 1. FC Mitwitz (Kreissieger Coburg/Kronach/Lichtenfels, Bezirksliga, 6:0) und bei den Bayernligisten SV Viktoria Aschaffenburg (2:1), TSV Aubstadt (5:2) und FC Amberg (2:0) die Oberhand.

Trotz der überragenden Auswärtsbilanz spricht der direkte Vergleich für den SV Wacker Burghausen. Insgesamt gab es das Duell in 14 Pflichtspielen. Während sich Burghausen gleich neunmal durchsetzen konnte, gewann Schweinfurt nur drei Partien. Außerdem stehen zwei Remis zu Buche. Die Bilanz in dieser Saison ist dagegen ausgeglichen. Nach dem 3:1-Hinspielerfolg des FCS in Burghausen revanchierte sich der SV Wacker im Rückspiel und setzte sich im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion durch (2:1).

Lukrative Prämien und Ticket für DFB-Pokal-Hauptrunde

BFV-Partner Lotto Bayern stellt für den bayerischen Pokalwettbewerb in der Saison 2016/2017 Prämien in Höhe von über 37.000 Euro bereit. Der Pokalsieger erhält 5000 Euro und startet in der folgenden Saison in der lukrativen 1. DFB-Pokal-Hauptrunde. Dort winken ein echter Pokalknüller gegen einen namenhaften Bundesligisten und Einnahmen aus der DFB-Pokal-Vermarktung von weit über 100.000 Euro.

Die Fakten zum 1. FC Schweinfurt 05

Gründungsjahr: 1905
Mitgliederzahl: 1550
Liga-Zugehörigkeit: Regionalliga Bayern
Trainer: Gerd Klaus
Top-Torjäger: Adam Jabiri (13 Saisontreffer)
Größter Erfolg der Vereinsgeschichte: Zweijährige Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga (1990/91 und 2001/02)
Weg ins Finale: 1. FC Mitwitz (6:0), SV Viktoria Aschaffenburg (2:1), TSV Aubstadt (5:2), FC Amberg (2:0), FC Memmingen (3:2)

 

 
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