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Neuwahlen Trainergemeinschaft

Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2017

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Die neue Vorstandschaft der GFT Mittelfranken: (v. l.) Marcus Kirschner, Hubert Müller, Dieter Nüssing, Horst Franitza, Sonja Kienzler, Gérard Monin und Hendrik Baumgart Fotos: Sportfoto Zink

Eine neugewählte - alte - Vorstandschaft, erstmals allerdings mit einer Trainerin im Gremium, zwei außergewöhnliche Ehrungen, in Hermann Gerland und Bernd Hollerbach zwei prominente, illustre Gäste - die Fortbildungsreihe der Gemeinschaft der Fußballtrainer (GFT) Mittelfranken startete gleich mit einem Höhepunkt ins neue Jahr. Kein Wunder, dass das Sportheim des SC Feucht aus allen Nähten platzte.

FEUCHT -Gleich die erste Frage gefällt Hermann Gerland so gar nicht. Dabei hat GFT-Vorstandsmitglied Hendrik Baumgart, das zusammen
mit dem alten und neuen ersten Vorsitzenden Gérard Monin die Plauderrunde leitet, von dem (noch) ersten Co-Trainer des FC Bayern München doch nur wissen wollen, wie sich Carlo Ancelotti und sein Vorgänger Pep Guardiola in ihrer Trainingsarbeit unterscheiden. Der 62-Jährige trägt das Herz gerne auf der Zunge, wie später noch mehrmals deutlich wird, doch in diesem Fall muss man wohl diplomatisch bleiben, und so sagt er nach einem typischen "Gerland-Grantler" und einiger Bedenkzeit nur: "Der eine ist halt ein bisschen älter und ruhiger, der andere ein bisschen jünger und hektischer.

 


Hermann Gerland und Bernd Hollerbach waren zu Gast bei der GFT Mittelfranken.

"Der "Tiger", wie der Westfale genannt wird, ist bekanntermaßen äußerst beliebt bei den Bayern-Profis aus aller Herren Länder, zudem gilt er als damaliger Trainer der zweiten Mannschaft als Entdecker späterer Nationalspieler wie Lahm, Schweinsteiger, Müller oder Badstuber. Als Co-Trainer hat er neben den beiden schon Genannten auch unter Jupp Heynckes und Louis van Gaal gearbeitet: "Wir sprechen hier von den besten Trainern der Welt, es sind nur Nuancen, in denen sie sich unterscheiden", schiebt er nach. Der frühere Bundesligaspieler des VfL Bochum, der mit 18 Profi wurde, erzählt, dass er damals mit dem Fahrrad zum Training gefahren ist ("Da war ich sch neller als der Bus, und ich brauchte kein Warmmachen und kein Auslaufen"), und verrät, dass er "als kleiner Junge großer Club-Fan" war: "Spieler wie Flachenecker,Volkert, Brungs, Leupold und Popp kannte ich alle" - da hören auch die ehemaligen Cluberer wie Reinhold Hintermaier, Alu Rahner, Reiner Geyer, Klaus Mösle (jetzt Trainer des SC Feucht) oder der frühere Club-Amateurtrainer Ioan Pal im Saal mit Interesse zu. Wird Gerland - er war von 1988bis 1990 und von 1995 bis 1996 auchClub-Trainer - zum aktuellen 1.FCNürnberg gefragt, fällt ihm die Antwort schon schwerer. Das Wort "traurig" rutscht dem früheren Club-Fan und -Trainer raus, als die Sprache auf den Burgstaller-Verkauf kommt, und er sagt: "Wenn wir den Lewandowski verkaufen würden, würden wir auch nicht mehr so viele Tore schießen." Im Sommer erhält Gerland eine neue Aufgabe beim FCB, er wird Sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Seinerstes Ziel: der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die dritte Liga.


BFV-Bezirkehrenamtsreferent Stefan Merkel (r.) ehrte Dieter Nüssing (2. v. l.) mit dem BFV Verbandsehrenzeichen in Gold und Horst Franitza (2. v. r) mit der DFB-Sonderehrung

Gerland bei den steinreichen Bayern und Bernd Hollerbach beim "kleinen" FC Würzburger Kickers trennt nur eine Liga, und dennoch sind es Welten. Gleichwohl hat auch er 47-jährige Ex-Profi (bei St. Pauli, Kaiserslautern und dem HSV war er ein harter Linksverteidiger) Großartiges als Fußballlehrer erreicht. Als Co-Trainer von Felix Magath wurde er 2009 mit dem VfL Wolfsburg deutscher Meister. 2014 übernahm er den Verein in seiner Heimatstadt auf Rang 13 in der Regionalliga und führte ihn auf direktem Weg ins Unterhaus. Über den zweiten Aufstieg habe er sich aber "gar nicht so richtig freuen" können, berichtet er: "Die Schere geht immer weiter auseinander in der zweiten Liga. Unseren kleinen Etat fressen schon das Stadion und die Infrastruktur." Der gelernte Metzger hofft deshalb inständig auf die Unterstützung der Stadt ("Sonst wird es schwierig"), trotzdem ist er "sicher, dass wir die Klasse erhalten". Der in diesem Jahr noch sieglose Tabellenzwölfte hat nur noch sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16, und von Münchner Verhältnissen kann Hollerbach nur träumen: "Unser Torwarttrainer arbeitet bei der Stadt. Immerhin haben wir uns nach dem Aufstieg einen Scout gegönnt." In einem sind sich die beiden Trainer einig: Es wird heute viel weniger, aber in allen Bereichen viel besser trainiert als früher, auch die Leistungszentren haben viel nach vorne gebracht. Was der 204-fache Bundesligaspieler Gerland zum Abschluss so auf den Punkt bringt: "Wenn ich in der Zeit, in der ich gelaufen bin, gespielt hätte, wäre ich ein erstklassiger Verteidiger geworden. So war ich nur ein guter."

Ehrungen für Nüssing und Franitza In Windeseile wurden zuvor die Wahlen abgewickelt. Gérard Monin (erster Vorsitzender), Dieter Nüssing (zweiter), Horst Franitza (dritter/Finanzen) sowie die Vorstandsmitglieder Hendrik Baumgart, Hubert Müller und Marcus Kirschner wurden einstimmig gewählt, ebenso das neue Vorstandsmitglied Sonja Kienzler. Die 29-Jährige - sie ist Leiterin der BFV-Geschäftsstelle Mittelfranken - spielte in der zweiten Liga beim SV Weinberg und soll insbesondere auch Ansprechpartnerin für die Trainerinnen sein. "Wir sind damit die erste Trainervereinigung Bayerns mit einer Frau in der Vorstandschaft", sagte Monin. Zudem hatte der Bezirksehrenamtsbeauftragte Stefan Merkel noch zwei besondere Ehrungen zu vergeben: Für ihre langjährigen Verdienste erhielten Nüssing das BFV-Verbandsehrenzeichen in Gold und Franitza die DFB-Sonderehrung mit DFB-Uhr.

Bericht: Hermann Hempel

 

 
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