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DFB-Pokal: Spannende Spiele für bayerische Teams

Letzte Aktualisierung: 13. August 2017

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Hat gegen Sandhausen die Überraschung geschafft: Toto-Pokal-Sieger 1. FC Schweinfurt 05.

Die Überraschung ist perfekt: Der bayerische Regionalligist und amtierende Toto-Pokal-Sieger 1. FC Schweinfurt 05 steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Gegen den Zweitligisten SV Sandhausen drehte die Mannschaft von Trainer Gerd Klaus die Partie und setzte sich am Ende verdient mit 2:1 durch. Nur knapp gescheitert ist der zweite bayerische Regionalligist im Wettbewerb. Der TSV 1860 München musste sich Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt 04 nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich 1:2 (0:1) geschlagen geben. Bereits am Samstag war der Bayerische Amateurmeister und Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching Zweitligist FC Heidenheim lange ebenbürtig, verlor geschwächt durch einen Platzverweis am Ende aber 0:4 (0:1).

"Was der 1. FC Schweinfurt 05 gegen Sandhausen gezeigt hat, war aller Ehren wert. Einen Zweitligisten aus dem Wettbewerb zu werfen - viel mehr geht nicht. Das ist der Traum eines jeden Amateurfußballers. Glückwunsch an Gerd Klaus und sein Team, die kommenden Sonntag für die zweite Runde hoffentlich wieder einen attraktiven Gegner zugelost bekommen", sagte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher. 

1. FC Schweinfurt 05 - SV Sandhausen 2:1 (0:1)

Die Schnüdel spielten von Beginn an mutig nach vorne. Folgerichtig ergab sich die erste nennenswerte Chance auf Seiten des Regionalligisten. Eine Freistoßhereingabe konnte Sandhausens Keeper Marco Knaller in der 5. Spielminute erst im Nachfassen sichern. Die erste Gelegenheit nutzte in der 11. Minute aber der Zweitligist. Nach einem Doppelpass mit Nejmeddin Daghfous traf Lucas Höler zur 1:0-Führung. Doch die Hausherren ließen sich nicht unterkriegen und blieben weiter eng am Gegner dran. Auch nach dem Seitenwechsel ging der Mut des Toto-Pokal-Siegers trotz Rückstandes nicht verloren. Der Lohn, der Ausgleich in der 53. Spielminute: Marius Willsch zog von der Strafraumgrenze einfach mal ab. Der abgefälschte Ball landete im Netz. Danach nutzten Steffen Krautschneider (58.) und Adam Jabiri (60.) ihre Chancen nicht, machten es in der 62. Spielminute im Doppelpack dann aber besser: Nach Vorlage von Adam Jabiri netzte Steffen Krautschneider zur 2:1-Führung ein. Sandhausen wirkte in den Folgeminuten verunsichert und kam nicht mehr vor das Schweinfurter Tor. Die Hausherren verteidigten in gut und standen hinten sicher. Erst kurz vor Schluss wurde es für das Team von Trainer Gerd Klaus noch einmal brenzlich: Anders als in Halbzeit eins konnte Lucas Höler Sandhausen aber nicht zurück Richtung Siegerstraße führen.

Es blieb beim verdienten 2:1-Erfolg für die Schnüdel und einer ausgelassenen Pokal-Party mit den 4610 Zuschauern auf den Rängen. Ein Schweinfurter zeigte sich nach dem Schlusspfiff aber völlig abgebrüht. Für Trainer Gerd Klaus war das Weiterkommen "keine Riesensensation": "Ich habe es nicht so gesehen, dass da ein Zweitligist gegen einen Regionalligisten spielt, sondern zwei gute Mannschaften gegeneinander. So wollten wir das Spiel auch angehen und so haben wir es in der zweiten Halbzeit dann auch gemacht." Klaus' Elf wartet nun gespannt auf die Auslosung der 2. Hauptrunde im DFB-Pokal am kommenden Sonntag (20. August, ab 18 Uhr) in der ARD-Sportschau und hofft dabei auf das Traumlos. Bereits einen Tag zuvor (19. August, 14 Uhr) ist das Team im Rahmen des 7. Spieltags der Regionalliga Bayern bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth zu Gast.

TSV 1860 München - FC Ingolstadt 04 1:2 (0:1)

Das oberbayerische Derby vor 12500 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion dominierten in Halbzeit eins die Gäste. Zwingende Torchancen blieben zunächst aber aus. Die 1:0-Führung des Zweitligisten fiel dann in der 20. Spielminute, nachdem Darío Lezcano den herauseilenden Löwen-Torwart Alexander Strobl überlupfte. Fortan versuchten auch die Sechziger, mehr selbst zu initiieren. 15 Minuten später hätte sich Kilian Jakob dann mit einem Lupfertor über den weit vor dem Tor stehenden FCI-Keeper Örjan Nyland belohnen können. Doch Nylands Vordermänner konnten noch rechtzeitig klären und die beste Chance der Löwen vereiteln. Das letzte Wort vor der Pause hatten dann wieder die Gäste, die eine Doppelchance jedoch ungenutzt ließen. Ähnlich die ersten zwanzig Minuten in Halbzeit zwei: Ingolstadt agierte weiter mit mehr Zug zum Tor. Der 1:1-Ausgleich für München fiel dann aus dem Nichts. Einen Freistoß von Nicolas Andermatt drückte Löwen-Kapitän Felix Weber über die Linie (66.). Riesenchancen gab es in der Folge auf beiden Seiten. Zweimal sicherte Löwen-Schlussmann Alexander Strobl seinem Team das Remis (75./80.), ehe er in der 82. Minute zur tragischen Figur wurde. Ein Foul des Keepers an Darío Lezcano bedeutete Elfmeter für die Gäste, den Stefan Kutschke eiskalt zum 2:1-Endstand verwandelte.

Trotz individueller Fehler und der Pleite zeigte sich Alexander Strobl nach dem Abpfiff gefasst: "Leider haben wir verloren, leider sind wir aus dem Pokal ausgeschieden. Jetzt liegt unser Fokus voll und ganz auf der Meisterschaft." Das sieht auch Löwen-Trainer Daniel Bierofka so: "Wir verteidigen sehr ordentlich in der Startphase, beim 0:1 machen wir es dem Gegner zu einfach. Wir hatten das Glück, zwischen der 45. und 60. Minute nicht das zweite Tor zu bekommen. Mit dem Ausgleich schien nochmal alles möglich zu sein, das 1:2 fiel unglücklich für uns. Jetzt gilt unser Fokus komplett der Liga." Und in der Regionalliga Bayern sieht es aktuell gut aus für die Löwen. Mit 15 Zählern ist die Bierofka-Elf nach dem sechsten Spieltag Erster.

SpVgg Unterhaching - 1. FC Heidenheim 0:4 (0:1)

Bereits am Samstag musste sich der amtierende Bayerische Amateurmeister SpVgg Unterhaching dem Zweitligisten 1. FC Heidenheim 0:4 (0:1) geschlagen geben. Die Gäste aus Baden-Württemberg begannen mit viel Ballbesitz. Haching stand tief und wartete auf Konter. Bis kurz vor der Pause blieb es jedoch beim torlosen Remis. Das 1:0 für die Gäste fiel in der 44. Spielminute. Timo Beermann traf nach einem Eckball von Marc Schnatterer mit dem Kopf zur Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel spielten die bayerischen Hausherren druckvoller nach vorne. Die letzte Durchschlagskraft vor dem Tor fehlte dem Team von Trainer Claus Schromm jedoch. Die spielentscheidende Schwächung folgte dann in der 65. Minute: Nach einem Foul an Marnon Busch sah Stefan Schimmer die rote Karte. Schromm setzte nach dem Platzverweis voll auf Angriff. Doch in der 74. Minute waren erneut Marc Schnatterer und Timo Beermann mit platziertem Eckball und Kopfballtor für Heidenheim zur Stelle. Für die entgültige Entscheidung sorgte Robert Glatzel in der 80. Spielminute mit dem 3:0. Kolja Pusch machte kurz vor Schluss dann den Sack für den Zweitligisten zu. Dennoch zeigte sich Haching-Coach Claus Schromm nach dem Abpfiff mit dem spielerischen Einsatz seines Teams zufrieden: "Gerade in Halbzeit eins haben wir gut mitgehalten. Dass wir die ersten beiden Gegentreffer nach Standardsituationen kassieren, ist ärgerlich, aber auch symptomatisch für die Abgezocktheit eines Zweitligisten wie Heidenheim. Daraus müssen wir lernen. Grundsätzlich können wir aber stolz sein, dass wir als Regionalliga-Meister die Qualifikation für den DFB-Pokal geschafft haben und unseren Zuschauern einen tollen Pokal-Nachmittag im Sportpark bieten konnten."

Während Heidenheim zum vierten Mal in Folge die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals erreicht, muss sich Haching nun auf den Toto-Pokal (beim SV Heimstetten) und das Ligageschäft konzentrieren. Dort steht die SpVgg nach einem eher holprigen Start (ein Sieg, ein Unentschieden, zwei Niederlagen) aktuell auf dem 13. Tabellenplatz und muss am kommenden Samstag (14 Uhr) beim Halleschen FC (16.) antreten.

FC Bayern, Regensburg und Fürth in Runde zwei

Rekord-Pokalsieger FC Bayern München hat sich am Samstagnachmittag keine Blöße gegeben. Beim Drittligisten Chemnitzer FC gewann die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti mit 5:0 (1:0). Für den Deutschen Meister trafen Robert Lewandowski (20./60.), Kingsley Coman (51.), Frank Ribéry (79.) und Mats Hummels (89.). Auch Zweitligaaufsteiger SSV Jahn Regensburg steht in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals. Erstligaabsteiger SV Darmstadt 98 bezwang das Team von Achim Beierlorzer 3:1 (1:1). Artur Sobiech brachte die Gäste aus Hessen in der 41. Minute mit 1:0 in Führung. Marc Lais (45.+3), Jonas Nietfeld (86.) und Marco Grüttner (90.+4) drehten jedoch das Spiel und ließen den Jahn jubeln. Für Drittligist Würzburger Kickers ist nach der 0:3(0:0)-Niederlage gegen den SV Werder Bremen im DFB-Pokal Endstation. Milos Veljkovic (51.), Max Kruse (74.) und Maximilian Eggestein (77.) machten mit ihren Toren die Hoffnungen der Unterfranken zunichte. Die SpVgg Greuther Fürth hat beim Oberligisten FC Morlautern souverän mit 5:0 (2:0) gewonnen. Philipp Hofmann (16./18.), David Raum (59.), Serdan Dursun (85.) und Sebastian Ernst (87.) trafen für den Zweitligisten. Eine negative Überraschung erlebte der FC Augsburg, der nach späten Gegentoren (87., Christian Beck/90.+1, Tobias Schwede) beim Drittligisten 1. FC Magdeburg 0:2 (0:0) unterlag. Als letztes bayerisches Team hat am Montagabend der Club aus Nürnberg den Einzug in die 2. Hauptrunde geschafft. Das Zweitliga-Duell beim MSV Duisburg gewannen die Mittelfranken nach Toren von Hanno Behrens (21.) und Georg Margreitter (41.) 2:1 (2:0). Das Anschlusstor durch Kevin Wolze fiel per Foulelfmeter, kam aber zu spät für die Duisburger (90.+4).

Alle Spiele der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal

 
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