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Bayernliga Nord 2017/18: Winterfazit

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2017

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Der SC Eltersdorf geht als Spitzenreiter in die Winterpause. Foto: SC Eltersdorf

Dass der SC Eltersdorf in der Bayernliga Nord auf dem ersten Tabellenplatz überwintern würde, damit hatte selbst SCE-Trainer Bernd Eigner vor der Saison nicht gerechnet. "Aber jetzt ist das eine schöne Momentaufnahme", sagt der 45-Jährige. In 23 bislang ausgetragenen Partien sicherte sich der Spitzenreiter 15 Siege, spielte sechsmal unentschieden und kassierte nur zwei Niederlagen. Eltersdorf hat 51 Punkte auf dem Konto und somit einen Zähler mehr als der Tabellenzweite SV Viktoria Aschaffenburg.

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Elterdorf will "von Spiel zu Spiel schauen"

Vielleicht auch wegen des hauchdünnen Vorsprungs auf die Konkurrenz bleibt Eigner ganz bescheiden und will für die Restsaison nicht den Aufstieg in die Regionalliga Bayern als Ziel ausgeben: "Wir wissen, wie viel Arbeit es bislang war. Ich denke es kann nicht verkehrt sein, auch nach der Winterpause wirklich nur von Spiel zu Spiel zu schauen." Für Joachim Uhsemann, den Sportlichen Leiter des SCE, gibt es neben der mannschaftlichen Geschlossenheit eine weitere Erklärung, warum das Team bisher so erfolgreich aufgetreten ist: "Wir sind von schweren Verletzungen verschont geblieben."

Das Rennen um die Meisterschaft scheint in dieser Saison ein Dreikampf zu werden. Zur Winterpause rangiert Eltersdorf zwar ganz oben in der Tabelle, aber die Eigner-Elf profitierte auch davon, dass die letzte Begegnung des Jahres von Viktoria Aschaffenburg gegen den FSV Erlangen-Bruck abgesagt werden musste. So konnte der SCE vor dem Jahreswechsel am bisherigen Ligaprimus noch vorbeiziehen.

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Soll Aschaffenburg zurück in die Regionalliga Bayern führen: Trainer Jochen Seitz. Foto: Moritz Hahn

Klares Ziel: Aschaffenburg will aufsteigen

Viktoria-Trainer Jochen Seitz will jedoch unbedingt mit seiner Mannschaft im Sommer die Rückkehr in die Regionalliga Bayern feiern. Weil das Team in den letzten Wochen in einer guten Form war, sagt der frühere Bundesligaprofi Seitz: "Bei dem Selbstvertrauen, das wir am Ende hatten, hätten wir auch durchspielen können. Andererseits muss man sagen, dass die Saison jetzt schon sehr lang ist und wir im Sommer kaum Urlaub hatten. Die Spieler sehnten sich jetzt danach, einmal herunterzufahren und kleinere Wehwehchen, die zunehmend auftraten, auszukurieren. Insofern war das jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Pause."

Der dritte Kandidat im Aufstiegsrennen ist Herbstmeister Würzburger FV. Der Tabellendritte liegt zwei Zähler hinter Spitzenreiter Eltersdorf und hat sein eigentliches Saisonziel bereits erreicht. WFV-Trainer Marc Reitmaier wollte möglichst schnell 40 Punkte sammeln, um den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern. An eine Herbstmeisterschaft hatte keiner der Verantwortlichen geglaubt. Demnach nimmt in Würzburg auch niemand das Wort Aufstieg als Vorgabe für die Restsaison in den Mund.

Gebenbach, Aubstadt, Ansbach und Großbardorf in Lauerstellung

Hinter dem Spitzentrio klafft eine kleine Lücke. Die viertplatzierte DJK Gebenbach - sie ist der bislang beste Aufsteiger der Bayernliga Nord - hat einen Rückstand von acht Punkten auf den Würzburger FV. Mit dem TSV Aubstadt, der auch noch zwei Nachholspiele nach der Winterpause absolvieren muss, der SpVgg Ansbach und dem TSV Großbardorf rangieren auf den Plätzen fünf bis sieben drei Mannschaften, die mit ihrem Potenzial noch die Ambitionen haben, in der Tabelle zu klettern.
Spannung im Abstiegskampf

Wie im Aufstiegsrennen ist auch im Abstiegskampf noch keine Entscheidung gefallen, zumal einige Mannschaften noch Nachholspiele in der Hinterhand haben und in der Restsaison die Tabelle daher durcheinandergewirbelt werden könnte. Zum Beispiel hat die zwölfplatzierte DJK Ammerthal erst 19 Spiele bestritten, die SpVgg SV Weiden (13.), der SV Erlenbach/Main (16.), die Zweitvertretung des 1. FC Schweinfurt 05 (17.) und der FC Amberg (18.) aber schon 21 Partien. Für Schlusslicht Amberg wird es in erster Linie darum gehen, zumindest den direkten Abstiegsplatz zu verlassen. Der Rückstand auf die Relegationszone und die Schweinfurter Reserve beträgt drei Punkte.




Die Fakten der Bayernliga Nord bis zur Winterpause:

Aschaffenburg mit den meisten Siegen: Der SC Eltersdorf führt die Tabelle mit 51 Punkten aus 23 Spielen an. Nur zwei SCE-Niederlagen sind der Bestwert der Bayernliga Nord. Die meisten Siege fuhr bislang jedoch der zweitplatzierte SV Viktoria Aschaffenburg (50 Punkte/22 Spiele) ein. Die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz hat 16 Mal gewonnen, Eltersdorf und der Dritte Würzburger FV (49/23) jeweils 15 Mal. Mit sieben Unentschieden in 23 Partien sind die zehntplatzierten Würzburger Kickers II (28/23) die "Remis-Könige" der Staffel. Die meisten Niederlagen auf dem Konto hat der FC Amberg (zwölf/21): In 15 Begegnungen zog das Tabellenschlusslicht den Kürzeren.

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Heimstärke: :Der Würzburger FV hat im eigenen Stadion noch kein einziges Mal verloren. Foto: Würzburger FV

Würzburger FV zuhause eine Macht: Dass der Würzburger FV Herbstmeister wurde, lag zum großen Teil an der Heimstärke der Mannschaft von Trainer Marc Reitmaier. Der WFV ist der einzige Verein, der zu Hause noch ungeschlagen ist. In elf Spielen sicherte sich Würzburg 31 Punkte (zehn Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage). Viktoria Aschaffenburg kommt auf 27 Zähler (9/0/2) vor heimischem Publikum, Spitzenreiter SC Eltersdorf sammelte bislang 26 Punkte (8/2/1) in elf Heimpartien. Wie in der Gesamttabelle belegt der FC Amberg auch in der Heimtabelle den letzten Platz. Vier Zähler (1/1/8) aus zehn Begegnungen sind negativer Top-Wert. Die DJK Don Bosco Bamberg fuhr zu Hause in zwölf Partien acht Punkte (2/2/8) ein. Die DJK Ammerthal kommt auf neun Zähler (2/3/3), hat aber auch erst acht Heimspiele in dieser Saison bestritten.

SC Eltersdorf und TSV Großbardorf auswärts top: Spitzenreiter SC Eltersdorf führt die Auswärtstabelle an. Der SCE fuhr in zwölf Spielen auf fremden Plätzen 25 Punkte (7/4/1) ein. Bemerkenswert ist, dass der siebtplatzierte TSV Großbardorf ebenfalls 25 Auswärtszähler (8/1/3) gesammelt hat, mit acht Auswärtssiegen sogar die meisten Dreier aller Mannschaften auf dem Konto hat. Dritter in dieser Wertung ist nach erst elf Auswärtsspielen der SV Viktoria Aschaffenburg mit 23 Punkten (7/2/2). Auswärtsschwächstes Team der Staffel ist der SV Erlenbach/Main, der in neun Begegnungen noch keinen einzigen Dreier landen konnte und mit der Ausbeute von einem Punkt die Negativwertung anführt. Der 1. FC Schweinfurt 05 II fuhr bislang vier Zähler (1/1/7) ein, der FSV Erlangen-Bruck holte in zehn Partien fünf Zähler (1/2/7).

Tore, Tore, Tore: Insgesamt fielen bis zur Winterpause in 196 Begegnungen 642 Tore (im Schnitt 3,3 Tore pro Spiel). Die Treffer teilen sich in 360 für die Heimmannschaft und 282 für die Gästeteams auf.

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Mit 21 Saisontoren hat Björn Schnitzer (r.) großen Anteil an der guten Saison des SV Viktoria Aschaffenburg.

Top-Torjäger: An der Spitze der Torjägerliste steht Björn Schnitzer vom SV Viktoria Aschaffenburg. Der Stürmer machte mit seinen 21 Saisontoren in 22 Einsätzen auch außerhalb der Bayernliga Nord auf sich aufmerksam. Zweitligist Darmstadt 98 soll dem 26-Jährigen die Zusage gemacht haben, im Januar ins Trainingslager nach Spanien mitfahren zu dürfen - dies allerdings noch unter Trainer Torsten Frings, der zuletzt für "Rückkehrer" Dirk Schuster seinen Posten räumen musste. Mit 18 Saisontoren belegt Oliver Seybold von Aufsteiger FSV Erlangen-Bruck den zweiten Platz. Dritter ist Patrick Kroiß von der SpVgg Ansbach mit 17 Treffern.

Viktoria in Torlaune: Drei Mannschaften der Nord-Staffel erzielten bisher 50 oder mehr Tore. Der Tabellendritte SpVgg Ansbach markierte 50 Treffer in 22 Begegnungen, der drittplatzierte Würzburger FV 51 Tore in 23 Spielen und der Tabellenzweite SV Viktoria Aschaffenburg traf in 22 Partien satte 55 Mal. Die harmlosesten Angriffsreihen stellen drei Mannschaften aus der Abstiegszone. Bei 21 Auftritten markierte der Vorletzte 1. FC Schweinfurt 05 II 21 Treffer. Jeweils ein Tor mehr erzielten Schlusslicht FC Amberg und die DJK Don Bosco Bamberg. Der Bamberger haben aber schon 22 Partien absolviert.

Defensivkünstler und Schießbuden: Mit 43 erzielten Treffern gehört Spitzenreiter SC Eltersdorf nicht zu den gefährlichsten Mannschaften der Bayernliga Nord, doch nur 20 Gegentore in 23 Spielen sind in der Staffel der überragende Wert. Viktoria Aschaffenburg in 22 Partien und der TSV Aubstadt in 21 Begegnungen kassierten bislang 22 Gegentreffer. Der Würzburger FV wurde in 23 Spielen 24 Mal bezwungen. Nicht ganz so sattelfest ist die Abwehr der SpVgg SV Weiden. Der Tabellen-13. stellt mit 50 Gegentoren in 21 Partien den negativen Top-Wert. Etwas überraschend ist, dass zwei Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld die zweitschwächsten Defensiven besitzen. Die beiden Aufsteiger FSV Erlangen-Bruck als Achter und die neuntplatzierte SpVgg Jahn Forchheim kassierten bisher jeweils 48 Treffer in 22 Partien. Der abstiegsbedrohte SV Erlenbach/Main kommt in 21 Auftritten auf 47 Gegentore.

Tage der offenen Tür: In der bisher torreichsten Partie trafen am 8. Spieltag die beiden Abstiegskandidaten 1. FC Schweinfurt 05 II und FC Amberg aufeinander. 5:4 behielten die Schweinfurter im Kellerduell die Oberhand. Immerhin acht Treffer fielen beim 5:3 am 5. Spieltag für die SpVgg Ansbach gegen den SV Erlenbach/Main und am 12. Spieltag beim 4:4 zwischen dem 1. FC Sand und der SpVgg Jahn Forchheim - dem Remis mit den meisten Toren in dieser Saison. Der höchste Auswärtssieg war bislang das 6:0 der DJK Ammerthal am 2. Spieltag gegen den 1. FC Schweinfurt 05 II. 6:1 zuhause gewann sowohl der Würzburger FV am 5. Spieltag gegen die DJK Gebenbach als auch der SV Viktoria Aschaffenburg am 11. Spieltag gegen die SpVgg Bayern Hof. Ebenfalls mit fünf Toren Differenz siegten am 9. Spieltag die SpVgg Jahn Forchheim gegen die Würzburger Kickers II und die DJK Don Bosco Bamberg gegen den SV Erlenbach/Main sowie am 10. Spieltag die Bamberger bei der SpVgg SV Weiden (alle 5:0).

Serientäter: Die längste Serie ohne Niederlage legte Spitzenreiter SC Eltersdorf hin. Neun Spiele hintereinander war der SCE nicht zu bezwingen, der Würzburger FV und der TSV Aubstadt kassierten acht Partien in Folge keine Niederlage. Die SpVgg Bayern Hof musste zwar einmal zehn Spiele in Serie auf einen Sieg warten, dies ist negativer Top-Wert. Doch auf der anderen Seite fuhren die Hofer Bayern auch sechs Dreier am Stück ein. Das gelang sonst nur Meisterschaftsanwärter SV Viktoria Aschaffenburg. Fünf Siege hintereinander gelangen dem SC Eltersdorf. Eine Serie von neun Spielen ohne Sieg musste der 1. FC Schweinfurt 05 II verkraften, bei der DJK Ammerthal und Schlusslicht FC Amberg dauerte der Negativlauf ohne dreifachen Punktgewinn acht Begegnungen. Die meisten Niederlagen hintereinander kassierte der 1. FC Sand. Die Mannschaft von Trainer Uwe Ernst ging nach sieben Spielen ohne einzigen Zähler in die Winterpause. Der FC Amberg und die SV Erlenbach/Main mussten fünf Niederlagen am Stück hinnehmen.

Trainerwechsel: Bei drei von 18 Vereinen der Bayernliga Nord stand zum Ende des Jahres ein anderer Trainer als noch zum Saisonstart an der Seitenlinie. Regionalligaabsteiger SpVgg Bayern Hof trennte sich nach dem schwachen Saisonstart als erster Verein von seinem Übungsleiter: Miloslav Janovsky musste nach fünf Partien seinen Stuhl für Alexander Spindler räumen. Danach war die Zeit von Ulli Baumann bei der abstiegsbedrohten Zweitvertretung des 1. FC Schweinfurt 05 abgelaufen, er wurde nach 15 Spielen durch Berthold Göbel ersetzt. Beim siebtplatzierten TSV Großbardorf gingen Verein und Dominik Schönhöfer nach 19 Begegnungen getrennte Wege. Bis zur Winterpause sprangen Udo Eckert und Otto Dietz als Interimslösung ein.

Dauerbrenner: Noch keine einzige Minute verpassten in dieser Saison für ihren Verein André Koob und Sebastian Fries. Sie standen beim Würzburger FV in 23 Begegnungen sämtliche 2.070 Minuten auf dem Platz und sind damit die "Dauerbrenner" der Nord-Staffel. In 22 von 22 möglichen Partien waren Julian Ceesay (DJK Gebenbach), Julian Glos (DJK Don Bosco Bamberg), Ricardo Döbert (SV Viktoria Aschaffenburg) und Christopher Schulz (SpVgg Bayern Hof) optimale 1.980 Minuten im Einsatz. Max Bleisteiner, Konstantin Keilholz (beide FC Amberg), Florian Rupprecht (SpVgg SV Weiden) und Marcel Ruft (1. FC Schweinfurt 05 II) spielten alle 1.890 Minuten in 21 Partien ihrer Mannschaft.

Rotsünder: Die Schiedsrichter zückten in den bisherigen 196 Spielen 28 Mal die Rote Karte und 40 Mal Gelb-Rot. Vier Spieler sahen bereits zweimal die Rote Karte: Dennis Weiler und Andi Mönius von der SpVgg Jahn Forchheim, Johannes Bechmann vom 1. FC Sand und Pascal Niersberger von der DJK Don Bosco Bamberg. Eine Rote Karte und drei "Ampelkarten" holte sich Daniel Krüger vom 1. FC Sand ab. Eine Rote Karte und zwei Gelb-Rote Karten sah Tommy Müller von der SpVgg Bayern Hof. Adem Selmani von der SpVgg Jahn Forchheim und Sebastian Wagner vom 1. FC Sand kassierten jeweils einmal Rot und Gelb-Rot. Jeweils zweimal mit der "Ampelkarte" wurden Benjamin Werner von der SpVgg SV Weiden, Kevin Kühnlein vom FC Amberg und Mert Topuz vom 1. FC Schweinfurt 05 II des Feldes verwiesen.

Nachholspiele:
vom 21. Spieltag: FC Amberg - TSV Aubstadt (Samstag, 24. Februar, 14 Uhr)
vom 19. Spieltag: DJK Ammerthal - 1. FC Schweinfurt 05 II (Sonntag, 25. Februar, 14 Uhr)
vom 23. Spieltag: SV Viktoria Aschaffenburg - FSV Erlangen-Bruck, FC Amberg - DJK Don Bosco Bamberg (beide Samstag, 3. März, 14 Uhr), DJK Ammerthal - DJK Gebenbach, SpVgg Ansbach - SpVgg SV Weiden, SpVgg Jahn Forchheim - SV Erlenbach/Main, TSV Aubstadt - 1. FC Schweinfurt 05 II (alle Samstag, 3. März, 15 Uhr).
vom 21. Spieltag: DJK Ammerthal - SV Erlenbach/Main (Montag, 2. April, 15 Uhr)

 
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