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Saisonvorschau Bayernliga Nord 2017/18

Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2017

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Nach dem knapp verpassten Aufstieg gehören Jochen Seitz und die Viktoria Aschaffenburg wieder zu den Top-Kandidaten auf die Meisterschaft. Foto: imago

Das Titelrennen in der Bayernliga Nord war in der letzten Saison 2016/2017 lange Zeit ein spannender Fünfkampf, in dem sich am Ende der VfB Eichstätt vor Viktoria Aschaffenburg behauptete. Ab Freitag, wenn das Eröffnungsspiel der Nord-Staffel mit dem Derby zwischen dem SC Eltersdorf und dem Aufsteiger FSV Erlangen-Bruck (ab 19 Uhr) stattfindet, gehen wieder 18 Mannschaften an den Start. Und sie werden bis zum Saisonabschluss am 18. Mai 2018 vor allem eine wichtige Frage beantworten: Wer wird Nachfolger von Meister Eichstätt und steigt direkt in die Regionalliga Bayern auf?

Spielplan Bayernliga Nord 2017/18

Nicht nur wegen des zweiten Platzes aus der Vorsaison zählt die von Ex-Bundesligaprofi Jochen Seitz trainierte Viktoria aus Aschaffenburg in der neuen Spielzeit zu den heißesten Anwärtern auf die Meisterschaft. Im zweiten Jahr nach dem Abstieg aus der Regionalliga Bayern streitet Seitz die Favoritenrolle seiner Elf auch gar nicht ab. Doch für ihn kommen auch noch andere Vereine für den Aufstieg infrage. Die Konkurrenz sei nach wie vor groß, denn Teams wie der TSV Großbardorf, TSV Aubstadt und DJK Ammerthal hätten sich enorm verstärkt, unter anderem mit Spielern, die bisher beim 1. FC Schweinfurt 05 aktiv waren. "Wir sind aber davon überzeugt, dass wir wieder eine so gute Rolle spielen können wie in der letzten Saison." Als Tabellenzweiter hatte Aschaffenburg zuletzt den direkten Wiederaufstieg in der Relegation in den Vergleichen mit dem SV Seligenporten und der Zweitvertretung der SpVgg Greuther Fürth verpasst. Die Zusatzbelastung nach der "normalen" Saison bereitet der Viktoria kleine Sorgen. "Wegen der Relegation hatten wir nur drei Wochen Vorbereitungszeit, normalerweise sind es fünf bis sechs", sagt Seitz.

Während die Aschaffenburger ihren Saisonauftakt erst am zweiten Spieltag am Freitag, 21. Juli, ab 18.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen den FC Amberg bestreiten (die Partie des ersten Spieltages bei Aufsteiger SpVgg Jahn Forchheim wurde auf Dienstag, 31. Oktober, ab 14 Uhr verlegt), eröffnen an diesem Freitag der SC Eltersdorf und der FSV Erlangen-Bruck die neue Spielzeit. "Beide Vereine liegen nur etwa 500 Meter Luftlinie auseinander. Mehr Derby geht nicht. Dieses Duell hat immer viele Zuschauer angelockt. Jetzt ist Bruck nach zwei Jahren in der Landesliga wieder zurück in der Bayernliga. Das wird eine heiße Kiste", sagt Nord-Spielleiter Thomas Unger voller Vorfreude. 

Neben dem FSV Erlangen-Bruck spielen drei weitere Aufsteiger in dieser Saison in der Bayernliga Nord. Die von Ulli Baumann trainierte Zweitvertretung des Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05 wurde Meister in der Landesliga Nordwest und die DJK Gebenbach um Trainer Faruk Maloku Erster in der Landesliga Mitte. Erlangen-Bruck (Landesliga Nordost) und auch die SpVgg Jahn Forchheim (Landesliga Nordwest) hatten sich jeweils als Landesliga-Vizemeister in ihren Gruppen in der Relegationsrunde durchgesetzt und damit den Aufstieg erkämpft. FSV-Trainer Normann Wagner schaltete mit seiner Mannschaft den SSV Jahn Regensburg II und den 1. SC Feucht aus, die von Christian Springer trainierten Forchheimer behielten in den Vergleichen mit Alemannia Haibach und dann in der alles entscheidenden dritten Relegationsrunde gegen den 1. SC Feucht die Oberhand.

Das erklärte Saisonziel aller vier Neulinge lautet jetzt Klassenverbleib. "Viele Aufsteiger sind in den letzten Jahren gleich wieder abgestiegen, deshalb kann es für uns kein anderes Ziel geben. Für uns wäre es ein Traum, uns in der Bayernliga zu etablieren", sagt Franz Wittich, Abteilungsleiter bei der DJK Gebenbach. Wie bisher steigt nur der Tabellenletzte direkt in die Landesliga ab. Vier weitere Vereine müssen nach dem Saisonende die Abstiegsrelegation bestreiten.

Der SV Erlenbach/Main musste in der Vorsaison lange Zeit um den Klassenerhalt zittern, machte den Verbleib in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse erst in der Relegation perfekt. Lars Nowag, Vorstand Sport beim SVE, hofft jetzt auf eine ruhigere Spielzeit: "Wir wollen es nicht wieder so spannend machen. Ein sicherer Mittelfeldplatz - Rang zehn oder elf - ist möglich. Eine bessere Platzierung würden wir aber auch gerne annehmen. Auf jeden Fall wollen wir nicht wieder in die Zusatzrunde." Neuer Trainer in Erlenbach ist Sebastian Göbig. Der 31 Jahre alte Ex-Profi (früher FSV Frankfurt) ist bereits seit mehreren Jahren im Verein und geht jetzt in seine erste Trainersaison in der Bayernliga Nord.

Auf einen neuen Mann an der Seitenlinie setzen auch vier weitere Klubs. Die SpVgg Ansbach schenkt ab sofort dem Trainerduo mit Carl Collins und Marco Schülein das Vertrauen, die sich beide in der Vergangenheit Verdienste bei der SpVgg erworben haben. Andreas Heid hatte in der letzten Rückrunde sein Amt zur Verfügung gestellt, Interimstrainer Norbert Weidlein führte die Ansbacher zum Klassenerhalt. Der neue Trainer der SpVgg SV Weiden heißt Stefan Fink (zuletzt SV Hahnbach). Auch Weiden setzte zum Ende der Vorsaison mit Franz Koller auf einen Übergangstrainer, der den Klub nach der Trennung von Ex-Profi Tomas Galasek vor dem Abstieg bewahrte. SpVgg SV-Teammanager Philipp Kaufmann rechnet erneut mit keiner leichten Spielzeit für sein Team: "Wir wissen, dass es für uns verdammt schwierig wird. Unser Ziel ist nur der Klassenerhalt, weil wir nach einem Umbruch auf junge Leute setzen, die sich bei uns entwickeln sollen. Es geht für uns sozusagen ums nackte Überleben." Ebenfalls ein Trainerwechsel fand bei der Zweitvertretung der Würzburger Kickers statt. Dort tauschte der 33 Jahre alte Christian Demirtas, der zuvor die U 19 der Kickers betreut hatte, mit dem bisherigen U 23-Trainer Claudiu Bozesan die Rollen. 

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Die SoVgg Bayern Hof mit Trainer Miloslav Janovsky und dem verjüngten Team will nach dem Abstieg die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

Als einziger Absteiger aus der Regionalliga Bayern ist die SpVgg Bayern Hof nach einem Jahr in der Viertklassigkeit in die Bayernliga Nord zurückgekehrt. Trainer der Mannschaft ist weiterhin Miloslav Janovsky, der dabei nicht mehr auf die Dienste seines Torjägers und Landsmanns Martin Holek zurückgreifen kann. Der Tscheche wechselte zum Regionalligisten SV Wacker Burghausen. Erfreulich ist jedoch für die Hofer Bayern, dass sich Tomas Sturm in der Vorbereitung wieder im Training schmerzfrei zurückmeldete. Der Angreifer war wegen einer Schambeinentzündung monatelang ausgefallen. Nach dem Abstieg möchten die Hofer durchaus in der oberen Tabellenregion der Bayernliga Nord mitmischen. Doch der Sportliche Leiter, Michael Voigt bittet die Fans um Geduld: "Wir werden mit einer jungen Mannschaft in dieser Saison an den Start gehen."

Das erste Saisonspiel am Samstag, 15. Juli, ab 18 Uhr gegen Aufsteiger Gebenbach wird da gleich eine Standortbestimmung. Schließlich sagte Janovsky eine Woche vor dem Start, als sich in der Vorbereitung mit vielen Testspielern aus Tschechien noch keine erste Elf herauskristallisiert hatte: "Wir haben noch viele Baustellen."

Die Vereine in der Bayernliga Nord 2017/18: 1. FC Sand, 1. FC Schweinfurt 05 II (Aufsteiger), DJK Ammerthal, DJK Don Bosco Bamberg, DJK Gebenbach (Aufsteiger), FC Amberg, FC Würzburger Kickers II, FSV Erlangen-Bruck (Aufsteiger), SC Eltersdorf, SpVgg Ansbach, SpVgg Bayern Hof (Absteiger), SpVgg Jahn Forchheim (Aufsteiger), SpVgg SV Weiden, SV Erlenbach/Main, SV Viktoria Aschaffenburg, TSV Aubstadt, TSV Großbardorf, Würzburger FV.

MSPW/BFV

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