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Regionalliga-Reform: Auch NFV kritisiert Protest der 3. Liga

Letzte Aktualisierung: 2. Dezember 2018

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Die Regionalligen Bayern und Nord ziehen beim Thema Regionalliga-Reform an einem Strang.

Bereits am Freitag hatten die Vereinsvertreter der Regionalliga Bayern die an diesem Spieltag stattfindende Protestaktion der 20 Klubs in der 3. Liga im Zuge der aktuellen Diskussion um die Regionalliga-Reform kritisiert. "Das ist eine isolierte Aktion, die einzig und alleine auf die Belange der Drittligisten aufmerksam machen soll. Das hebelt das Gemeinschaftsgefüge aus, isoliert die Regionalligisten und konterkariert den Solidaritätsgedanken. Der jetzt angekündigte Protest und das Verhalten tut der Gesamtsituation alles andere als gut", erklärten die beiden Regionalliga-Sprecher Christoph Heckl (FC Ingolstadt 04 II) und Markus Clemens (SV Schalding-Heining).

Zwei Tage später äußerte sich mit Reenald Koch nun auch der Sprecher der Regionalliga Nord zu Thematik - und sprang dabei seinen bayerischen Kollegen zu Seite. In einer vom Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) herausgegebenen Pressemitteilung erklärte Koch: "Anstatt in die Diskussion um die notwendige Reform mit einzusteigen, wird durch eine populistische Aktion die notwendige Reformdiskussion untergraben. Konstruktiv sieht anders aus."

Die Erklärung des NFV im Wortlaut:

Mit Befremden hat der Norddeutsche Fußball-Verband die für diesen Spieltag angekündigte Protestaktion der 20 Drittliga-Vereine anlässlich der aktuellen Diskussion um die Regionalliga-Reform zur Kenntnis genommen. "Der deutsche Fußball lebt seit jeher vom solidarischen Gedanken, angefangen von der Bundesliga bis zur Kreisklasse. Durch ihr Verhalten dokumentieren die Drittliga-Vereine, dass sie ihre Interessen über den solidarischen Gedanken des deutschen Fußballs stellen", erklärt Reenald Koch, Mitglied im Norddeutschen Fußball-Verband und Sprecher der Regionalliga Nord. Unter dem Motto "Stillstehen gegen den Stillstand" werden alle Drittligamannschafen an diesem Wochenende nach dem Anpfiff der zehn Partien für eine Minute die Füße stillhalten. "Anstatt in die Diskussion um die notwendige Reform mit einzusteigen, wird durch eine populistische Aktion die notwendige Reformdiskussion untergraben. Konstruktiv sieht anders aus", sagt Koch und betont: "Man kann die Probleme nicht auf dem Rücken der kleinen Vereine austragen."

Ähnlich hatten sich bereits gestern Kochs Kollegen der Regionalliga Bayern, Christoph Heckl und Markus Clemens, geäußert. "Das ist eine isolierte Aktion, die einzig und allein auf die Belange der Drittligisten aufmerksam machen soll. Das hebelt das Gemeinschaftsgefüge aus, isoliert die Regionalligisten und konterkariert den Solidaritätsgedanken."

Mit dem Protest reagiert die 3. Liga auf das Ergebnis der auf dem außerordentlichen Bundestag im Dezember 2017 eingesetzten Ad-hoc Arbeitsgruppe, die bei den vom Bundestag formulierten Rahmenbedingungen eine Reduzierung von derzeit fünf auf vier Regionalligen in einem ersten Schritt nicht für umsetzbar hält. Stattdessen hat sie einen Vorschlag erarbeitet, der in der Aufstiegsfrage eine Zweiteilung der fünf Regionalligen vorsieht. Die Regionalligen Südwest und West erhalten ab 2020 jeweils einen festen Aufsteiger. Die beiden anderen Aufsteiger kommen aus dem Bereich der Regionalverbände Nord, Nordost und Bayern. Dieser Vorschlag wird dem Präsidium des DFB am 7. Dezember vorgelegt. Als Antwort auf diese Pläne forderte die 3. Liga bereits am Mittwoch der vergangenen Woche "die schnellstmögliche Rückkehr zur vorherigen Regelung mit drei Absteigern." Hintergrund: Auf dem außerordentlichen Bundestag 2017 wurde ab der Saison 2018/19 eine Übergangslösung beschlossen, nach der es bis 2020 vier Absteiger aus der 3. Liga und vier Aufsteiger aus den Regionalligen geben wird.

"Unsere Arbeitsgemeinschaft hat versucht eine Brücke zu schlagen, um den Interessen der Profivereine und der Regionalligamannschaften gleichermaßen gerecht zu werden. Darüber hinaus ging es uns darum, die Interessen der Oberligisten im Auge zu behalten. Hierbei handelt es sich um einen ersten Schritt. Es ist schon verwunderlich, dass die 3. Liga sich jetzt so lautstark artikuliert, bevor sich das DFB-Präsidium mit unserer Empfehlung überhaupt beschäftigt hat", erklärt Günter Distelrath, Präsident des Norddeutschen Fußballverbandes und AG-Mitglied. Zur inzwischen erfolgten Auflösung der Arbeitsgruppe sagt er: "Sie hat sich aufgelöst, weil sie ein Ergebnis und damit ihr Ziel erreicht hat." Noch vor der Präsidiumssitzung am Freitag nächster Woche werde er mit den betroffenen Vereinen des Nordens sprechen. Distelrath: "Die Vereine sind eingeladen, die Prozesse konstruktiv im Sinne des Fußballs mitzugestalten."

 
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