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Studie: Risiko von Knieverletzungen senken

Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2018

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Richtiges Training kann das Risiko von Knieverletzungen im Fußball signifikant senken. Das ist das Ergebnis der gemeinsamen Studie zum Thema "Prävention von Verletzungen im Amateurfußball" des FIFA Medical Centre of Excellence Regensburg am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) und des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV). Grundlage war eine systematische Verletzungsanalyse von Spielern aus der Regionalliga Bayern, den Bayern-, Landes- und Bezirksligen.

"Wir haben insbesondere das Kniegelenk genauer betrachtet, weil Verletzungen dort mit den längsten Ausfallzeiten verbunden sind und häufig operativ behandelt werden müssen", erklärt Dr. Werner Krutsch, Studienleiter am FIFA Medical Centre Regensburg und BFV-Verbandsarzt. Zudem werde Knieverletzungen ein hohes Präventionspotenzial zugesprochen, da sie sich häufig ohne direkten Gegnerkontakt ereigneten. Präventionsstudien in diesem Bereich seien daher von zentralem Interesse. "Wir sind mit unserem Studienprojekt nun einen ersten wichtigen Schritt in Richtung der Reduktion schwerer Knieverletzungen im Fußball gegangen. So konnten wir zeigen, dass die in der Studie getesteten Trainingsmodule die Verletzungszahlen am Kniegelenk signifikant reduzieren können", so Krutsch weiter.

Die Studie ist die bisher größte ihrer Art im deutschen Fußball. Es beteiligten sich 62 Mannschaften von der Regionalliga bis zur Bezirksliga sowie sieben Teams aus dem hochklassigen Juniorenfußball. Kernpunkt bildete ein präventives Trainingsprogramm, das speziell im Hinblick auf die Vermeidung von schweren Knieverletzungen zusammengestellt wurde. Es bestand aus den Modulen Mobilisation, Rumpfstabilisation, Stand- und Beinachsenstabilisation, Sprung- und Landetraining sowie Agilitäts-training. Die teilnehmenden Mannschaften wurden in eine Interventionsgruppe, bei der das präventive Trainingsprogramm regelmäßig durchgeführt wurde, sowie eine Kontrollgruppe mit konventionellem Trainingsplan eingeteilt. Über eine Verletzungsstatistik, die über die Saison hinweg für die teilnehmenden Spieler geführt wurde, zeigte sich, dass sich in der Interventionsgruppe deutlich weniger und wenn, dann leichtere Knieverletzungen ereigneten als in der Kontrollgruppe.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Studie Trainer und Spieler befragt sowie Leistungstests jeweils zu Beginn und Ende der Saison durchgeführt. Dies lieferte wertvolle Informationen über die Leistungsfähigkeit der Spieler, gab aber auch Hinweise, warum es schließlich doch zu Verletzungen kam. Durch die Verletzungsstatistik konnten neben den Knieverletzungen auch andere Verletzungen wie beispielsweise Bandverletzungen am Sprunggelenk oder Muskelverletzungen am Oberschenkel näher betrachtet werden.

"Schwere Verletzungen sind sowohl für Spieler als auch die Vereine eine große Belastung. Die Untersuchung unseres Verbandsarztes Dr. Werner Krutsch liefert unseren Trainern wertvolle Erkenntnisse für ihre präventive Arbeit, um Knieverletzungen künftig bereits im Training vorzubeugen", erklärt BFV-Vizepräsident Reinhold Baier.

Auftraggeber der Studie war die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), bei der bezahlte Sportler, im Fußball vor allem Vertragsamateure und Lizenzspieler, gesetzlich unfallversichert sind. "Sportunfälle sind kein Schicksal. Diese Studie liefert wichtige Anhaltspunkte dafür, Verletzungen im Fußball künftig reduzieren zu können. Mit den Ergebnissen können wir den Trainern und Spielern aufzeigen, wie eine erfolgreiche Verletzungsprävention möglich ist, und die Spieler dafür sensibilisieren, dass Verletzungen kein Zufall sind, sondern diesen aktiv vorgebeugt werden kann", erklärt Norbert Moser, Leiter Präventionsfeld Sport der VBG.

Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.vbg.de/fussballpraeventionsstudie 

 
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