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Interview mit Holger Seitz (FC Bayern München II)

Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2018

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Holger Seitz ist nicht überrascht über den guten Saisonstart des FC Bayern München II.

Die U23 des FC Bayern München ist mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten aus zwei Spielen in die neue Saison der Regionalliga Bayern gestartet. Bis zum 5. August ist der Vizemeister aber nicht im Einsatz. Der Grund: Einige Nachwuchsspieler aus der U23 sind mit den Bundesligaprofis auf USA-Reise. Bayerns Trainer Holger Seitz, der Tim Walter (jetzt Holstein Kiel) beerbt hat, steht derzeit beim Training also nur ein Teil des Kaders zur Verfügung.

 

Im Interview spricht der 43-jährige Fußball-Lehrer Seitz über den geglückten Saisonauftakt, die Folgen der USA-Reise, die Ansprüche der U23 des deutschen Rekordmeisters und die Konkurrenz in der Regionalliga Bayern.

 

Der Saisonstart verlief nach Plan, Ihr Team startete mit Siegen beim VfB Eichstätt (5:1) und bei der U23 des FC Ingolstadt (2:0). Wie fällt Ihr Fazit zu diesen beiden Spielen aus, Herr Seitz?

 

Holger Seitz: Wir sind mit dem Moment zufrieden und können den Auftakt als geglückt bezeichnen - sowohl die Art und Weise unseres Spiels als auch die Punkteausbeute sind in Ordnung. Ein anderer Start in die neue Saison hätte uns aber auch überrascht. Wir sind in der Vorbereitung Stück für Stück besser geworden und waren die ganze Zeit auf einem guten Weg. Somit sehe ich die ersten beiden Spiele als Fortsetzung der gezeigten Leistung im Zuge der Vorbereitung. Die Richtung stimmt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger...

 

Jetzt ist für Ihre Mannschaft aber erst einmal bis zum 5. August Pause, weil einige Nachwuchsspieler mit den Bundesligaprofis auf USA-Reise sind. Nervt Sie das ein wenig?

 

Seitz: Überhaupt nicht. Die Möglichkeit, mit den Profis, beispielsweise Arjen Robben zu reisen, zu trainieren und zu spielen, ist für junge Spieler eine unbezahlbare Erfahrung. Wenn die Jungs wach und aufmerksam sind - wovon ich ausgehe - können Sie eine Menge mitnehmen. Am liebsten würde ich alle regelmäßig zum Training der Profis schicken.

Ist es schwierig, die Spannung bei den Daheimgebliebenen hochzuhalten?

 

Seitz: Nein. Für die Spieler, die in München geblieben sind, ist es eine wunderbare Möglichkeit, sich in Abwesenheit der Mannschaftskollegen individuell weiter zu entwickeln. Die Begeisterung hierfür ist erkennbar. Infolgedessen lassen wir in noch kleineren Gruppen trainieren und planen die Einheiten dementsprechend. Wir wollen die Stärken unserer Spieler verfeinern. Im Zuge von Trainingsbeobachtungen habe ich viele Trainer gesehen, die überwiegend nur das ansprachen, was die Spieler nicht konnten. Der völlig falsche Ansatz. Wir alle möchten Spieler sehen, die mit Spaß und Freude, einer Begeisterung auf dem Platz stehen. Wie soll ein junger Fußballer in der E-Jugend oder bei den FCB-Amateuren eine gewisse Leichtigkeit und Freude entwickeln, wenn er permanent nur hört, was er alles nicht kann? Somit sehen wir den kleineren Anteil an Spielern als große Chance.

 

Für die Nachwuchsspieler ist der USA-Trip ein großartiges Erlebnis. Allerdings sind die Reisestrapazen und die hohe Belastung im Training der Profis nicht zu unterschätzen. Glauben Sie, dass die Reise negativen Einfluss auf den sportlichen Erfolg Ihrer Mannschaft haben wird?

 

Seitz: Nein. Wir haben uns vor dem Abflug in die USA unter anderem mit Athletiktrainer Dr. Holger Broich abgestimmt. Es wird dafür gesorgt, dass die Jungs einer optimalen Belastung ausgesetzt und somit topfit zurückkommen werden. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass die USA-Reise unsere Spieler beflügeln wird. Solche Erfahrungen fördern das Selbstvertrauen und die Motivation, noch mehr für die angepeilte Karriere als Fußballprofi zu tun.

 

Durch den Aufstieg des TSV 1860 München in die 3. Liga ist der größte Konkurrent im Titelrennen nicht mehr dabei. Lautet das Ziel in dieser Saison, Meister zu werden?

 

Seitz: Ich bin von der Qualität unserer Spieler überzeugt, sodass wir am Ende der Saison ganz oben stehen können. Allerdings ist uns allen bewusst, dass es eine schwierige Aufgabe werden wird. Dennoch eine realistische und lösbare... Jeder Gegner wird gegen uns hochmotiviert sein und sein wahrscheinlich bestes Saisonspiel abrufen. Eine tolle Herausforderung für unser ganzes Amateur-Team.

 

Auch der 1. FC Schweinfurt will um den Titel mitzuspielen. Ist der FCS Ihr größter Konkurrent?

 

Seitz: Schweinfurt hat eine gute Mannschaft und gehört sicher zu den Mitfavoriten auf den Titel. Aber es gibt auch andere Teams mit starken Kadern. Beispielsweise die weiteren U23-Mannschaften, die ebenfalls unter Profibedingungen trainieren, haben das Zeug dazu, oben mitzumischen. Darüber hinaus wird man sicherlich über eine Überraschungsmannschaft zu reden haben. Ich denke nicht, dass es nur zu einem Zweikampf zwischen Schweinfurt und uns kommen wird.

 

Sie arbeiten bereits seit 2015 im Nachwuchsbereich des FC Bayern. Nach Jobs als U17- und U19-Trainer betreuen Sie jetzt die U23. Mussten Sie sich groß umstellen?

 

Seitz: Grundsätzlich gibt es keine Unterschiede, da es sich um Fußball handelt. (lacht). Die Spieler der Amateurmannschaft, sind - was die Spielanlage und die Persönlichkeit angeht - verständlicherweise reifer. Da ich selbst über viele Jahre Spieler bei den FC Bayern-Amateuren war, kann ich mich sehr gut in die Spieler und die verschiedenten Situationen hineinversetzen. Ein großer Bestandteil meiner täglichen Arbeit ist somit die Erfahrung bzw. ein Gefühl für die jeweiligen Situationen zu entwickeln und danach zu handeln.

 

Ihr Vorgänger Tim Walter ist nun Cheftrainer des Zweitligisten Holstein Kiel. Ist es auch Ihr Ziel, bald im Profibereich zu arbeiten?

 

Seitz: Ich bin mit der aktuellen Situation zufrieden und würde mich sehr freuen, noch lange für den FC Bayern München arbeiten zu dürfen. Es macht mir riesigen Spaß, in diesem hervorragenden Umfeld tätig zu sein und bin dankbar, dass mir seit vielen Jahren die Möglichkeit dazu gegeben wird. Wenn man seine Aufgabe mit Freude, Leidenschaft und Begeisterung macht, öffnen sich oftmals weitere Türen. Ob man durch diese dann geht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Quelle: mspw

 
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