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RL-Thema der Woche: Schweinfurts Trainer Timo Wenzel im Interview

Letzte Aktualisierung: 3. Oktober 2018

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Timo Wenzel, Trainer des 1. FC Schweinfurt, nimmt im BFV-Interview ausführlich Stellung.

Seit Sommer ist der ehemalige Bundesligaprofi Timo Wenzel Trainer beim Traditionsverein 1. FC Schweinfurt 05 in der Regionalliga Bayern. Obwohl der FCS unter der Regie des 40-jährigen Fußball-Lehrers noch kein Pflichtspiel verloren hat, lief bei den "Schnüdeln" bisher nicht alles wie gewünscht. In der Liga sind die Schweinfurter mit sieben Unentschieden die Remis-Könige und im Bayerischen Toto-Pokal schied der FCS trotz eines 3:1-Erfolges gegen den Drittligisten Würzburger Kickers aus, weil er gegen die U 23-Regelung verstieß. Laut Regelwerk hätte Schweinfurt vier U 23-Spieler im Kader haben müssen, es waren aber nur drei. Daraufhin gab der Sportliche Leiter und langjährige Trainer Gerd Klaus seinen Rücktritt bekannt.


Im BFV.de-Interview spricht Timo Wenzel über die bisherigen Leistungen, die Gründe für die zahlreichen Unentschieden, das Aus am "grünen Tisch" im Landespokal, den Rücktritt von Gerd Klaus und das Top-Spiel gegen das Überraschungsteam VfB Eichstätt am Samstag.


Ihr Team ist als einzige Mannschaft in der Regionalliga Bayern noch unbesiegt. Allerdings spielte Schweinfurt schon siebenmal remis, häufiger als alle anderen Teams der Liga. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus, Herr Wenzel?

 

Timo Wenzel: Grundsätzlich ist es erst einmal positiv, dass wir nach 13 Spielen noch nicht verloren haben. Dennoch hätte die Punkteausbeute besser sein können. Bei vielen Unentschieden waren wir klar die bessere Mannschaft, konnten aber oft keinen Profit daraus schlagen.


Wie erklären Sie sich die vielen Remis?


Wenzel: Wir waren häufig nicht kaltschnäuzig genug. Außerdem hat manchmal auch ein wenig das Glück gefehlt. Ein Lucky Punch in dem einen oder anderen Spiel hätte uns gut getan. Aber darauf sollte man nicht hoffen. Wir müssen weiter an uns arbeiten und unsere Chancen besser nutzen. Zuletzt gegen Wacker Burghausen hat das schon ganz gut geklappt.


Mit dem 2:0 in Burghausen beendete Schweinfurt eine Remis-Serie von vier Spielen. Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung Ihrer Mannschaft und was hat besser geklappt als in den Ligaspielen zuvor?


Wenzel: Mit den ersten 30 Minuten der Partie in Burghausen war ich überhaupt nicht einverstanden. Wir waren zu weit weg von den Gegenspielern und haben dem SV Wacker viel zu viel Platz gelassen. Wir hatten Glück, dass unser Torwart Alexander Eiban einige Bälle gut pariert hat. Danach wurde es aber besser und wir sind kurz vor der Halbzeitpause in Führung gegangen. Wie wir dann in der zweiten Hälfte gespielt haben, hat mir sehr gut gefallen. Es war zwar nicht durchgängig schöner Fußball von uns, aber das muss es auch nicht immer sein. Wir haben abgeklärt agiert und auch mal lange Bälle geschlagen, wenn es in der Abwehr brenzlig wurde.


Der Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern München II beträgt vier Zähler, allerdings haben die Bayern noch eine Partie weniger absolviert. Wie bewerten Sie die Tabellensituation?


Wenzel: Die Tabelle sagt zum derzeitigen Zeitpunkt noch gar nichts aus. Die Saison ist lang und es kann sich noch sehr viel ändern. Außerdem ist es auch so, dass wir grundsätzlich nur auf uns und unsere eigene Leistung schauen. Es bringt nichts, sich zu sehr mit den anderen Teams zu beschäftigen. Wir sind derzeit in Lauerstellung und fühlen uns in der Rolle des Jägers wohl. Wir werden nicht locker lassen und wollen mit konstant guten Ergebnissen irgendwann unsere Chance nutzen, wenn die Konkurrenz patzt.


Was stimmt Sie optimistisch, dass am Saisonende Ihre Mannschaft ganz oben steht?


Wenzel: Wir glauben an unser Team und wissen, dass wir stark besetzt sind. Unser Ziel ist ganz klar, eine bessere Platzierung als in der letzten Saison zu erreichen. Nach dem dritten Rang wollen wir also mindestens Zweiter werden. Und bekanntlich wird niemand gerne Zweiter. Aber wenn der FC Bayern München II am Saisonende mit 85 Punkten Meister werden sollte, muss man das akzeptieren und davor den Hut ziehen.


Am Samstag empfängt Schweinfurt den punktgleichen VfB Eichstätt zum Top-Spiel. Überrascht es Sie, dass Eichstätt in dieser Saison so stark spielt?


Wenzel: Ich habe schon vor Saisonbeginn gesagt, dass neben Mannschaften wie Bayern München II, Burghausen und uns sicher auch ein Team oben mitspielen wird, das keiner auf dem Zettel hat. Eichstätt ist auf jeden Fall eine positive Überraschung. Der VfB hat sich die aktuelle Tabellenplatzierung aber auch vollkommen verdient. Eichstätt verteidigt kompakt, überzeugt mit schnellem Umschaltspiel und lauert in der Offensive auf Fehler des Gegners.


Worauf wird es ankommen, um Eichstätt zu besiegen?


Wenzel: Ich erwarte ein Geduldspiel, in dem wir nicht zu hektisch werden dürfen. Außerdem wird es wichtig sein, dass wir wieder den richtigen Mix zwischen attraktivem und dreckigem Fußball finden. Man muss und kann nicht immer alles spielerisch lösen. Wenn wir das beherzigen und die richtige Einstellung an den Tag legen, bin ich guter Dinge, dass wir vor eigenem Publikum die nächsten drei Punkte einfahren werden.


Im Toto-Pokal wäre der 1. FC Schweinfurt 05 nach dem 3:1-Sieg gegen den Drittligisten Würzburger Kickers im September eigentlich auch noch dabei. Durch einen Verstoß gegen die U 23-Regelung schied Schweinfurt aber aus, der Sportliche Leiter Gerd Klaus gab daraufhin seinen Rücktritt bekannt. Wie ist die Mannschaft damit umgegangen?


Wenzel: Wir waren alle geschockt - sowohl nach der Bekanntgabe, dass wir ausgeschieden sind, als auch nach dem Rücktritt von Gerd Klaus. Die letzten Wochen waren für uns nicht einfach. Gerd Klaus war viele Jahre Trainer und das Team hatte einen sehr guten Draht zu ihm. Deshalb war sein Abschied mit vielen Emotionen verbunden und eine gewisse Verunsicherung war bei unseren Jungs definitiv zu spüren. Vielleicht haben wir auch deshalb den einen oder anderen Punkt liegen lassen. Unsere Aufgabe ist es nun, die Vergangenheit hinter uns zu lassen und auf dem Platz Top-Leistungen abzurufen. Wir sind professionell genug, um uns jetzt wieder einzig und allein auf das Sportliche konzentrieren zu können.

Alle Infos zur Regionalliga Bayern

BFV-Interview: Christian Knoth/mspw

 
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