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RL-Thema der Woche: Wacker-Trainer Wolfgang Schellenberg im Interview

Letzte Aktualisierung: 24. Oktober 2018

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Mischt mit seiner Mannschaft als Dritter in der Spitzengruppe mit: SV Wacker-Trainer Wolfgang Schellenberg. Quelle: Getty Images

Der ehemalige Zweitligist SV Wacker Burghausen mischt in der Regionalliga Bayern in der Spitzengruppe mit, rangiert nach 16 Spieltagen auf Platz drei. Nur den beiden Titelaspiranten FC Bayern München II und 1. FC Schweinfurt 05 muss der SV Wacker den Vortritt lassen. Am Montagabend (ab 20.15 Uhr, live auf "SPORT1") gastiert Burghausen in der Spitzenpartie des 17. Spieltages bei Tabellenführer Bayern München II. Für Wacker-Trainer Wolfgang Schellenberg, der in Burghausen als Cheftrainer und Leiter der Nachwuchsabteilung arbeitet, ist die Partie im traditionsreichen Grünwalder Stadion die Rückkehr in seine langjährige Heimspielstätte. Der 46-jährige Schellenberg war mehr als elf Jahre für den Bayern-Rivalen TSV 1860 München tätig, die meiste Zeit davon in der Nachwuchsabteilung.

Im BFV.de-Interview spricht Wolfgang Schellenberg über das Top-Spiel bei der U 23 des FC Bayern München, die Titelchancen des SV Wacker sowie den vereinslosen Ex-Bundesligaprofi und U 19-Europameister Timo Gebhart, der als prominenter Gast in Burghausen mittrainiert.

Der SV Wacker ist Tabellendritter, Platz eins ist drei Zähler entfernt. Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf, Herr Schellenberg?

Wolfgang Schellenberg: Wir können insgesamt zufrieden sein. Unsere Ziele waren vor Saisonbeginn, guten Fußball zu spielen und im oberen Tabellendrittel zu landen. Bis jetzt konnten wir diese Vorhaben hervorragend umsetzen. Die Saison ist aber noch lang und wir müssen weiter hart arbeiten.

Vor Burghausen rangieren nur der FC Bayern München II und der 1. FC Schweinfurt 05, die schon vor der Saison als Meisterschaftsaspiranten gehandelt wurden. Wer wird Ihrer Meinung nach das Rennen machen?

Schellenberg: Bayerns U 23 hat bisher konstanter gespielt und ist für mich der Titelfavorit. Allerdings kann noch viel passieren und die direkten Duelle zwischen Bayern und Schweinfurt stehen ja noch an. Der Ausgang dieser beiden Begegnungen könnte am Ende darüber entschieden, wer Meister wird.

Glauben Sie, dass auch Ihre Mannschaft bis zum Saisonende um den Titel mitspielen kann?

Schellenberg: Realistisch gesehen haben wir keine allzu große Chance, dauerhaft mit Bayern München und Schweinfurt mitzuhalten. Anders als wir, trainieren beide Teams unter Profibedingungen. Das wird sich auf lange Sicht gesehen vermutlich bemerkbar machen. Dass wir aktuell aber nur wenige Punkte hinter der Spitze rangieren, ist klasse und wir werden alles dafür geben, so lange wie möglich oben dranzubleiben.

Am Montagabend gastiert der SV Wacker in der Spitzenpartie des 17. Spieltages beim Tabellenführer Bayern München II. Worauf wird es ankommen, um bei der U 23 des deutschen Rekordmeisters zu punkten?

Schellenberg: Wir müssen einen Mittelweg zwischen sehr guter Defensivarbeit und mutigem Offensivfußball finden. Spielen wir zu offensiv, wird uns Bayern dafür bestrafen. Stehen wir nur hinten drin, wird der Druck des FCB irgendwann zu groß. Eine Mannschaft mit einer solchen Qualität kann man kaum über die volle Spieldistanz durchgängig vom eigenen Tor fernhalten.

Die Bayern könnten mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Herbstmeisterschaft machen. Ist das noch eine zusätzliche Motivation für Ihr Team, den Favoriten zu ärgern?

Schellenberg: Nein, das würde ich nicht sagen. Es ist zwar immer schön, gegen den FC Bayern zu spielen und wohl jede Mannschaft ist bei einem Duell mit einem so großen Verein besonders motiviert. Aber wir treten nicht an, um die Bayern zu ärgern, sondern um unser Spiel durchzuziehen und unser Ziel zu erreichen: In München zu punkten.

Könnte auch die Live-Übertragung beim TV-Sender "SPORT1" einen Einfluss auf die Leistung Ihrer Mannschaft haben?

Schellenberg: Ich denke, dass die Live-Übertragung für beide Teams etwas Außergewöhnliches und Besonderes ist. So etwas kann einen pushen, aber auch hemmen. Es wird sich zeigen, ob die höhere mediale Aufmerksamkeit ein Vorteil oder ein Nachteil für uns ist.

Bevor Sie im Sommer den SV Wacker Burghausen als Cheftrainer übernommen haben, waren Sie insgesamt mehr als elf Jahre für den Bayern-Rivalen TSV 1860 München tätig. Ist die Partie deshalb für Sie noch besonderer als ohnehin schon?

Schellenberg: Zu meiner Zeit bei 1860 München waren die Derbys gegen Mannschaften des FC Bayern immer brisant. Aber jetzt bin ich Trainer von Wacker Burghausen. Bei welchem Verein ich vorher tätig war und wie damals die Duelle mit Bayern verlaufen sind, spielt keine Rolle mehr.

Im Grünwalder Stadion spielt neben der U 23 des FC Bayern auch der TSV 1860. Wie groß ist die Vorfreude auf Ihre Rückkehr?

Schellenberg: Es ist immer ein absoluter Saisonhöhepunkt, im Grünwalder Stadion zu spielen. Wenn viele Zuschauer da sind, ist die Kulisse atemberaubend. Wir hoffen, dass das Stadion gut besucht sein wird.

Seit wenigen Tagen haben Sie mit dem aktuell vereinslosen Ex-Bundesligaprofi und U 19-Europameister Timo Gebhart, den Sie noch aus gemeinsamen Zeiten bei 1860 München kennen, einen prominenten Gast im Training. Wird er demnächst für Wacker Burghausen spielen?

Schellenberg: Timo will nach seinem Achillessehnenanriss erst einmal wieder fit werden. Wir geben ihm bei uns die Möglichkeit dazu. In der Winterpause werden wir uns dann zusammensetzen und über seine Zukunft sprechen. Ich gehe davon aus, dass er noch einmal höherklassiger angreifen will. Aber wenn die Chance besteht, dass er für uns spielt, werden wir uns sicher mit der Option beschäftigen und schauen, ob das wirtschaftlich zu stemmen wäre. Kein Regionalliga-Trainer würde sich dagegen wehren, einen Spieler mit so viel Qualität im Kader zu haben.

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BFV-Interview: Christian Knoth/mspw

 
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