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Podiumsdiskussion zum Frauen- und Mädchenfußball

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2019

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v.l.: Valentina Maceri, Kerstin Schreyer, Nina Windmüller, Roman Steuer, Sandra Hofmann.

Aktuell läuft die Frauen-WM in Frankreich und die Top-Spielerinnen der Welt zeigen, dass sie sich mit ihren Leistungen wahrlich nicht verstecken müssen. Vor allem beim Thema Leidenschaft, Teamgeist und spielerisches Können stehen sie den Männern in nichts nach. Die Unterschiede sind dennoch immens - vor allem, wenn es um die öffentliche Wahrnehmung, Finanzierung und gesellschaftliche Anerkennung geht.

Genau darum ging es bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion auf dem Sportgelände der FT München-Gern. Das Motto: "Frauen im Abseits? - Geschlechterklischees im Sport". In einer von Ex-Fußballerin und Sportjournalistin Valentina Maceri moderierten Diskussionsrunde widmeten sich Staatsministerin Kerstin Schreyer (Ressort Arbeit, Familie und Soziales), Sandra Hofmann (Vorsitzende des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses des Bayerischen Fußball-Verbandes), Nina Windmüller (Spielerin beim 1. FC Köln und Freestylerin) sowie Roman Steuer (Vizepräsident SKY Sport Deutschland) dem IST-Zustand im Frauen- und Mädchenfußball, den Herausforderungen und Potenzialen.

Natürlich ging es auch um die aktuelle Diskussion der unterschiedlichen Gehälter und Prämien im Männer- und Frauenfußball. Anhand einiger Zahlen erklärte Roman Steuer die unterschiedlichen Dimensionen, denn das Geld, was ausgezahlt wird, müsse auch eingenommen werden. Bei der letzten Frauen-WM wurden von der FIFA 30 Millionen Euro an Prämien ausgezahlt und insgesamt 73 Millionen Euro eingenommen, bei der Herren-WM 2018 wurden 300 Millionen Euro ausgezahlt, aber auch 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. "Das sind natürlich noch vollkommen unterschiedliche Dimensionen, aber es nähert sich alles Stück für Stück an", erklärte Steuer. Vor allem auch das mediale Interesse am Frauenfußball steige merklich. So haben die aktuellen WM-Spiele im TV eine beachtliche Reichweite von 5,2 Millionen Zuschauern und auch Live-Übertragungen bei ARD und ZDF. "Wir kommen näher", so sein Fazit.

Sandra Hofmann ging angesprochen auf den aktuellen Rückgang der Mädchenmannschaften auf die vielen Aktivitäten und Projekte des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ein, um Mädchen für Fußball zu begeistern. Sie stellte das Projekt "Ballhelden" vor, bei dem der BFV zusammen mit dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-Verband (BLLV) an Grundschulen Fußballprojekte durchführt und so die Berührungsängste abbaut. Ein weiterer erfolgreicher Mosaikstein sei "Ballbina kickt". Dabei unterstützt der BFV bayernweit Vereine bei der Durchführung von regelmäßigen Schnuppertrainings. Jeder Verein, der sich engagiert und sich für den Frauen- und Mädchenfußball einsetze, werde auch vom Verband unterstützt. Eine positive Entwicklung sei nur gemeinsam möglich. "Aber ich merke, dass Vereine und Verband enger zusammenwachsen", so Hofmann. Wichtig sei es, sich regelmäßig auszutauschen und im Gespräch zu bleiben.

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Die fußballbegeisterten Mädchen beim Lebendkicker-Duell.

Staatsministerin Kerstin Schreyer legt den Fokus vor allem auf die gesellschaftliche Anerkennung der sportlichen Leistungen von Frauen und Mädchen. "Sport darf kein Geschlecht kennen! Wir müssen kapieren, dass jeder nach dem was er kann leben kann und beurteilt wird", sagte Schreyer und ergänzte: "Und manchmal müssen aber auch wir Frauen uns mehr bewusst machen, was wir können und nicht, was wir nicht können" und appellierte damit an das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen.

Alle waren sich allerdings einig, dass sich trotz der großen Herausforderungen der Frauen- und Mädchenfußball positiv entwickelt, dass ein wichtiger Mosaikstein sein wird, mehr Frauen in allen Bereichen - in den Vereinen, den Verbänden und den Medien - in Führungspositionen zu bringen und dass es vor allem darum geht, selbstbewusst seine Leidenschaft für den Fußball zu vertreten. Aber auch, dass es noch viel zu tun gibt!

Ein buntes Rahmenprogramm mit Geschicklichkeitsparcours und Fun-Modulen wie einem "Lebendkicker" rundeten für die jungen Besucher den Fußballnachmittag in Gern ab, ehe es ab 18 Uhr ins gemeinsame Public-Viewing der WM-Partie Deutschland - Südafrika zum gemeinsamen Anfeuern des DFB-Teams überging.

 
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