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Neurieds Coup an der Konsole

Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2019

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Der TSV Neuried richtete ein eFootball-Turnier aus: mit großem Erfolg.

Wie lässt sich der virtuelle Fußball abseits der großen, namhaften Wettbewerbe ins Vereinsleben der Amateurklubs einbauen? Ist es überhaupt möglich, ein FIFA-Turnier "in meinem Verein" zu organisieren? Finden sich genug Partner und Unterstützer? Und was gilt es zu beachten, damit alle Beteiligten am Ende zufrieden und mit Spaß bei der Sache sind? Der TSV Neuried hat jetzt mit dem Turnier um den "Würmtaler Kabinen Cup" den Sprung in die virtuelle Welt gewagt und sein Sportangebot um eine Facette bereichert. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte richtete der TSV ein eFootball-Turnier aus. Und es hat funktioniert. Der Turnierinitiator des Vereins spricht über seine Erfahrungen, das Lernen aus Fehlern und den Beginn einer neuen Leidenschaft.

Sven Lommatzsch (28), Geschäftsführer des TSV, ist Geburtshelfer, er hat den Wettbewerb aus der Taufe gehoben, wollte schon länger solch ein Projekt starten. Jetzt hat er es getan! "Wir wollten einfach mal etwas ausprobieren, was es noch nicht gab. In den Medien ist das Thema eFootball derzeit allgegenwärtig - die Kinder und Jugendlichen spielen in ihrer Freizeit sowieso. Aber in einer Fußballkabine hat unseres Wissens zuvor noch niemand in dieser Art gezockt."

Synergieeffekte im Verein nutzen

Schon war die Idee vom "Würmtaler Kabinen Cup" geboren. Partner für das auf den ersten Blick ungewöhnliche Event hätten sich sehr schnell gefunden, sagt Lommatzsch. Bestehende Sponsoren des über 3000 Mitglieder starken Vereins spendeten Preise und Verpflegung für zwischendurch. Für die Sieger gab es Sportbekleidung. Ein Elektronikmarkt stellte Bildschirme, Hard- und Software für die Kabinen-Action.

Viel schwieriger sei es gewesen, einen passenden Termin für das Event zu finden. Die Gründe dafür sind vielfältig. So hat sich beispielsweise das Freizeitverhalten vieler Jugendlicher in den letzten Jahren verändert und auch die Vielfalt an Angeboten zur Freizeitgestaltung spielt eine Rolle. Der Kick an der Konsole kann hier als Bindeglied zwischen Vereinen und jungen Menschen dienen. Das weiß auch BFV-Präsident Rainer Koch: "Was früher vielleicht die Schafkopf-Runde im Vereinsheim war, könnte in Zukunft eFootball werden." Mit der Aufnahme der virtuellen Facette des Fußballs in die Satzung und dem Start des neuen eFootball-Hubs www.bfv-esports.de Mitte Dezember, hat der Bayerische Fußball-Verband dieser Entwicklung Rechnung getragen. Das findet auch Vereinsfunktionär Lommatzsch gut: "Das Angebot der eFootball-Homepage des BFV mit News, Tipps und Tricks ist eine gute Anlaufstelle für alle interessierten Vereine." 

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Die Kabine des TSV Neuried wurde zur eFootball-Arena umfunktioniert.

Anderen Klubs rät er, die Terminfindung in der Planungsphase einer solchen Veranstaltung besonders stark zu gewichten. "Das Timing ist brutal wichtig", erklärt Lommatzsch. "Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dass Turnier auf einen Samstag in der bundesligafreien Zeit zu legen, um mehr Leute anzulocken. Zudem haben wir unser Event mit einem Regionalliga-Heimspiel unserer Futsaler verknüpft." Dieser Synergieeffekt kam beiden Veranstaltungen zu Gute. Vor allem Jugendspieler des Vereins, die beim "Kabinen Cup" zusahen, schauten nach dem Turnier an der Konsole auch noch bei den Futsalern in der Halle vorbei. Für Geschäftsführer Lommatzsch, der gelegentlich selber FIFA spielt und auch am Turnier teilgenommen hat, ein toller Effekt: "Diesen Austausch innerhalb des Vereins zu sehen, war schon sehr schön."

Und noch einen weiteren Tipp für die bestmögliche Umsetzung des Events hat der Vereinsfunktionär für alle interessierten Klubs parat: "Testen, testen, testen. Wir haben am Vortag des Turniers die gesamte Kabine so hergerichtet wie am Turniertag und ein paar Probespiele absolviert. Wir mussten die Massageliege rausschieben, die Bildschirme und Konsolen aufbauen und einrichten und haben die Umkleide mit Trikots dekoriert. Trotzdem hatten wir dann im Turnierverlauf kurzfristig Probleme mit dem Lichteinfall auf die Bildschirme." Es hieß improvisieren. Kurzerhand wurden die Fenster mit Decken verhüllt, dann konnte es weitergehen.

Lommatzsch sieht das Turnier als Mehrwert für den Verein an. "Wir werden zwar nicht sofort eigene eFootball-Abteilung gründen, aber die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Es macht dann doch viel mehr Spaß, gemeinsam vor Ort gegeneinander zu spielen, als alleine an der Konsole im Online-Modus." Ein zweites Turnier dieser Art ist bereits in Planung. Im Sommer soll dann auf dem Kunstrasen der Neurieder unter Flutlicht an der Konsole gezockt werden. Und auch von einem Kräftemessen mit anderen Klubs ist Lommatzsch begeistert. "An einem vom BFV organisierten Vereinscup würden wir definitiv teilnehmen." eFootball könnte künftig fester Bestandteil im Vereinsleben sein - im Würmtal haben sie das erkannt. "Wir haben das Thema beim TSV Neuried natürlich auf dem Schirm. Ich glaube aber, zum jetzigen Zeitpunkt ist das Thema organisierter eFootball noch den Profivereinen vorbehalten, weil kein dauerhaftes Trainingsangebot vorhanden ist. Zwar gibt es Breitensportklubs, die eine eSports-Abteilung haben, da wird dann aber nicht nur eFootball gespielt." Mit dem "Würmtaler Kabinen Cup" hat der TSV Neuried erfolgreich gezeigt, wie sich eFootball in einem Breitensportverein etablieren lässt. Auch der BFV wird sein Angebot kontinuierlich weiter ausbauen und dann beispielsweise auch Trainingslager anbieten.

 
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