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Yanova: "Unser Ziel? Burghausen am 26. Juni!"

Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2019

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Will beim UEFA Regions' Cup mit der BFV-Auswahl den Titel holen: Verbandstrainer Engin Yanova.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) ist vom 18. bis zum 26. Juni 2019 Gastgeber des Endrunden-Turniers um den UEFA Regions' Cup. Frankreich, die Slowakei, die Türkei, Polen, Russland, Spanien, Tschechien und die bayerische Regionalauswahl, die für Deutschland antritt, spielen in Kelheim, Hankofen, Neustadt an der Donau, Burghausen und Landshut um die Krone des bedeutendsten Amateurfußball-Wettbewerbs der Europäischen Fußball-Union UEFA. Im Interview spricht Verbandstrainer Engin Yanova über den Stellenwert des Turniers, seine Zielsetzung und die Kaderzusammenstellung.

Sie haben im vergangenen halben Jahr an die 600 Spieler in ganz Bayern gesichtet. Wie schwierig war es schließlich, den finalen 20-Mann-Kader zusammenzustellen?

Engin Yanova: In der Tat war das gar nicht so einfach. Wir haben uns seit dem Start der Rückrunde viele Spiele beider Bayernligen angesehen und Kandidaten beobachtet. Meine Co-Trainer Helmuth Weisensel und Michael Urbansky haben die Nord-Staffel übernommen, ich war an fast allen Spieltagen im Süden unterwegs. Natürlich stand für uns von Beginn an fest, dass wir die Endrunde grundsätzlich mit den Spielern bestreiten möchten, die bereits die Zwischenrunde gespielt und uns so zur Finalrunde gebracht haben. Aber uns war auch klar, dass wir den Kader auf einigen Positionen punktuell verstärken müssen, damit wir die reelle Chance haben, um den Titel mitspielen zu können. Denn unser Ziel ist klar: Wenn wir antreten, wollen wir auch gewinnen. Wir haben deshalb ganz gezielt geschaut, wer uns auf welcher Position weiterbringen kann. Leider konnten wir nicht alle Wunschspieler für unsere Mission gewinnen. Einige sind aus beruflichen Gründen für den Turnierzeitraum verhindert, andere hatten in der Vergangenheit bereits Einsätze im Profibereich und sind deshalb für die Amateur-Europameisterschaft nicht spielberechtigt.

Der Regions' Cup ist der wichtigste Amateurfußball-Wettbewerb der der Europäischen Fußball-Union. Welchen Stellenwert hat das Turnier in Deutschland?

Yanova: In Deutschland genießt der Wettbewerb leider noch nicht den Stellenwert, den er verdient. In der Türkei oder in Kroatien ist das beispielsweise ganz anders. Aber dank der bei uns ausgespielten Zwischenrunde kann mittlerweile zumindest in Bayern jeder mit dem Begriff UEFA Regions' Cup etwas anfangen. Natürlich hat dazu auch unser Erfolg in der Quali-Runde beigetragen, der viele Emotionen geweckt hat. Wir sind mit der BFV-Auswahl zum ersten Mal bei einer Endrunde dabei und wollen das auch nutzen, um den Wettbewerb hierzulande noch bekannter zu machen. Als Amateur eine offiziell von der UEFA organisierte Europameisterschaft zu spielen - das ist das Größte!

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Ist neu zum Kader gestoßen: Keeper Dominic Dachs.

Nach der Zwischenrunde hat die UEFA auch das Endrundenturnier an Bayern vergeben. Ist es eine zusätzliche Motivation für die Jungs, vor der eigenen Haustüre zu spielen?

Yanova: Das ist definitiv nochmal ein zusätzlicher Anreiz. Ein Turnier wie den Regions' Cup zu spielen und das als Gastgeber vor Freunden und Verwandten vor der eigenen Haustüre - mehr geht nicht für einen Amateurfußballer. Das hat man den Jungs auch schon bei den vier Trainingseinheiten angemerkt. Alle haben Vollgas gegeben, um im Juni dabei zu sein. Wir freuen uns vor allem auch auf die beiden Gruppenspiele während der Fußballiade in Landshut, wo uns sicher zahlreiche Zuschauer unterstützen werden. Als Gastgeber hat der BFV bereits bei der Zwischenrunde gezeigt, dass er in der Lage ist, ein Turnier auf höchstem Niveau auch entsprechend perfekt zu organisieren.

In Gruppe A bekommt es die BFV-Auswahl mit Frankreich, der Türkei und der Slowakei zu tun. Wie schätzen Sie die Gruppe ein?

Yanova: Unser Ziel ist ganz klar das Finale am 26. Juni in Burghausen. Nachdem sich nur jeweils der Gruppenerste für das Endspiel qualifiziert, müssen wir gegen Frankreich, die Türkei und die Slowakei bestehen. Das ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, aber dennoch eine lösbare Aufgabe, auf die wir uns ganz gezielt vorbereitet haben.

Insgesamt standen in der Vorbereitung vier Trainingseinheiten auf dem Programm. Welchen Eindruck haben Sie mitgenommen?

Yanova: Das Wichtigste ist, dass man von Beginn an gemerkt hat, dass sich alle Spieler auf das Turnier freuen und alles dafür getan haben, um dabei zu sein. Die Mischung aus Vorfreude und Anspannung stimmt. Wichtig ist es jetzt für die Phase vor dem Turnierstart, dass die Jungs sich gut vorbereiten und bis zum Auftaktspiel auch körperlich topfit sind.

Mit Dominic Dachs ist ein neuer Torhüter zum Team gestoßen, der in der kommenden Saison für den VfR Garching in der Regionalliga auflaufen wird und der beim FC Augsburg sowie bei den Münchner Löwen ausgebildet wurde.

Yanova: Dominic Dachs ist eine echte Verstärkung. Er war in der vergangenen Saison als Stamm-Keeper ein sehr sicherer Rückhalt für den SV Seligenporten und hat auch in den vier Trainingseinheiten rundum überzeugt. Wir freuen uns, dass er uns für das Turnier zur Verfügung steht und zusammen mit Lukas Trum vom SV Egg den Kasten sauber hält.

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Engin Yanova (Mitte) sichtete gemeinsam mit seinen Co-Trainern Helmuth Weisensel (r.) und Michael Urbansky knapp 600 Spieler.

Auch in der Abwehr gibt es den einen oder anderen "Neuzugang"...

Yanova: Wir haben insgesamt einen ganz guten Mix aus Erfahrung und Jugend gewonnen. Zu den ganz erfahrenen Spielern zählt Alexander Weiser, der beim TSV 1865 Dachau spielt und dort auch Fabian Lamotte als Co-Trainer unterstützt. Er ist schon sehr weit, was das Coaching anbelangt und ist so etwas wie mein verlängerter Arm auf dem Feld. Er wird uns in der Defensive zusätzliche Stabilität geben, die bei einem internationalen Turnier sehr, sehr wichtig ist. Auch vom Typ her passt er super in die Mannschaft. Er ist top-motiviert und brennt auf seinen Einsatz. Einer der Jungen Wilden ist Henri Koudossou vom SV Pullach, der mir bei den Spielbeobachtungen positiv aufgefallen ist und den ich ganz gezielt angesprochen habe. Er bringt als Außenverteidiger eine gute Dynamik rein. Ich freue mich auf seinen Einsatz.

Mit Michael Kraus ist als eine der großen Stützen der Zwischenrunde wieder mit dabei. Wie wichtig ist der Kapitän?

Yanova: Michael Kraus hat als Spielführer gemeinsam mit Co-Kapitän Franz Fischer in der Qualifikation einen super Job gemacht und wird auch Kapitän bleiben. Ich freue mich besonders, dass er mit dem TSV Aubstadt den Aufstieg in die Regionalliga gepackt hat und hoffe, dass er den Schwung und die positive Energie mit nach Bad Gögging bringt.

Im Sturm ist Ugur Türk vom TSV 1860 München neu dabei...

Yanova: Er hat in der Bayernliga in diesem Jahr bei 20 Einsätzen 16 Tore gemacht - das ist eine top Quote. Vor allem im Strafraum ist er sehr torgefährlich. Er ist genau der Spielertyp, den wir bei einem solchen Turnier brauchen. Natürlich hoffen wir, dass er seine Torgefährlichkeit auch bei der Endrunde zeigt.

Was passiert jetzt noch in den Tagen bis zum Eröffnungsspiel in Kelheim gegen Frankreich?

Yanova: Wichtig ist, dass alle Spieler unsere Spielidee verinnerlichen, an der wir in den Trainingseinheiten gearbeitet haben. Das wollen wir noch einmal auffrischen, damit alles sitzt zum Start. Und dann werden wir uns noch einmal ganz gezielt auf die Standards vorbereiten.

Gleich zum Start wartet mit Frankreich, das Team aus dem Weltmeister-Land, ein richtig dicker Brocken...

Yanova: Das kann man nicht anders sagen: Es ist der Nachwuchs der Weltmeisternation. Frankreich hat die Zwischenrunde auch klar dominiert. Ein kleines Manko ist die Tatsache, dass wir uns nicht ganz gezielt auf den Gegner vorbereiten können, denn ich gehe davon aus, dass die Franzosen - ähnlich wie auch wir - ihren Kader umgebaut und punktuell verstärkt haben. Im Endeffekt muss es uns gelingen, dass wir uns auf dem Platz auf jeden Gegner sofort einstellen können. Der Vorteil ist: Wir haben eine gute Mannschaft, die dazu jederzeit in der Lage ist.

 
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