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Bayern München II zurück in der 3. Liga

Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2019

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Mit zwei Treffern schoss Torjäger Kwasi Okyere Wriedt (links) zum 4:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg und damit zum Aufstieg in die 3. Liga. Quelle: foto2press
Die U 23 des FC Bayern München meldet sich nach acht Jahren Abstinenz in der 3. Liga zurück. Das Team von Trainer Holger Seitz, Meister in der Regionalliga Bayern, gewann das dramatische Playoff-Rückspiel gegen den Nord-Titelträger VfL Wolfsburg II vor eigenem Publikum 4:1 (2:1) und machte damit noch die 1:3-Hinspielniederlage wett.

Vor 7.283 Zuschauern im traditionsreichen Münchner Stadion an der Grünwalder Straße brachte VfL-Torjäger Daniel Hanslik (8.) zunächst die Gäste aus Niedersachsen in Führung. Dennoch reichte es für die "Wölfe" am Ende nicht für den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga, weil Jannik Rochelt (33.), Lars Lukas Mai (42.) und Kwasi Okyere Wriedt (49./65.) für den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters FC Bayern erfolgreich waren.

Die Wolfsburger U 23 scheiterte damit nach 2014 (0:0/0:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach) und 2016 (1:0/0:2 gegen den SSV Jahn Regensburg) bereits zum dritten Mal als Nord-Meister in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga. Der FC Bayern musste ebenfalls 2014 Fortuna Köln (0:1/2:1) den Vortritt lassen. Jetzt aber meldet sich das Gründungsmitglied in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurück.

BFV-Schatzmeister Faltenbacher: "Unglaubliche Willensleistung"

"Herzlichen Glückwunsch an den FC Bayern München II zum Aufstieg in die 3. Liga. Die Mannschaft von Trainer Holger Seitz hat trotz der bitteren Niederlage im Hinspiel gegen Wolfsburg II weiter an sich geglaubt und eine unglaubliche Willensleistung an den Tag gelegt. Das ist eine beachtliche Leistung", erklärte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der im BFV-Präsidium für den Spielbetrieb zuständig ist und im Namen des Bayerischen Fußball-Verbandes zum Aufstieg gratulierte.

"Dass sich nach Würzburg, Regensburg, Unterhaching und 1860 München auch der FC Bayern in den Aufstiegsspielen durchgesetzt hat, ist ein weiterer Beleg für die Stärke der Regionalliga Bayern", so Faltenbacher weiter.

FCB-Trainer Seitz: "Spieler mit Herz am richtigen Fleck"

"Es war der perfekte Zeitpunkt, um erstmals gegen Wolfsburg zu gewinnen", sagte Bayern-Torjäger "Otschi" Wriedt, der zuvor gegen die "Wölfe" immer leer ausgegangen war: "Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und ist verdient aufgestiegen."

Trainer Seitz lobte den Zusammenhalt im Team. "Wir haben viele hochtalentierte Spieler, doch die Jungs haben auch das Herz am richtigen Fleck. Mit dieser Mannschaft aufzusteigen, ist ein geiles Gefühl", so der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer, der allerdings in der Stunde des Sieges an den Verlierer dachte: "Nach einer so starken Saison am Ende mit leeren Händen dazustehen, ist brutal."

VfL-Trainer Rüdiger Ziehl, der am Montag seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie des DFB in Hennef beginnen wird, meinte: "Mit nur einem schlechteren Spiel haben wir alles zunichtegemacht. Die Enttäuschung ist riesengroß."

Auch Nachwuchsleiter und Ex-Bundesligaprofi Pablo Thiam gab ehrlich zu: "Nach dem Hinspiel und der erneuten frühen Führung lief eigentlich alles für uns. Wir haben dann aber unsere Qualität nicht mehr auf den Platz gebracht. Bayern ist verdient aufgestiegen."

Hoeneß und Salihamidzic sehen frühen Rückstand

Die Bayern konnten sich über prominente Unterstützung freuen. Wie schon beim Hinspiel in Wolfsburg nahmen erneut Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf der Tribüne Platz. Aber auch einige frisch gebackene DFB-Pokalsieger und Double-Gewinner wie Franck Ribery, David Alaba oder die deutschen Nationalspieler Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry drückten der U 23 vor Ort die Daumen.

Für die Gastgeber begann die Partie denkbar schlecht. Innenverteidiger Lars Lukas Mai bekam den Ball nach einem Querpass nicht unter Kontrolle. VfL-Torjäger Daniel Hanslik, der in der nächsten Saison für den Zweitligisten Holstein Kiel stürmen wird, spritzte dazwischen, lief alleine auf Bayern-Torhüter Ron-Thorben Hoffmann zu und traf überlegt zur frühen Wolfsburger Führung - 0:1 (8.). Damit lag der VfL mit drei Toren vorne.

U 19-Nationalspieler Mai macht Fehler wieder wett

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Gastgeber vom frühen Rückstand erholten. In der ersten halben Stunde ließen die Wolfsburger nur wenige Möglichkeiten des Gegners zu.

Das sollte sich allerdings in der Viertelstunde vor der Pause ändern. Nach einem Zusammenspiel mit Kapitän Nicolas Feldhahn setzte sich "Otschi" Wriedt an der Außenlinie geschickt durch und passte überlegt zurück. Mittelfeldspieler Jannik Rochelt, der im Vergleich zum Hinspiel neu in die Mannschaft gekommen war traf zum Ausgleich (33.).

Dass der FC Bayern sogar mit einer Führung in die Halbzeit ging, lag an U 19-Nationalspieler Lars Lukas Mai (42.), der nach einem Eckball von Rochelt am höchsten stieg, per Kopfball zur 2:1-Führung traf und damit seinen Fehler vor dem 0:1 wieder wettmachte.

Wriedt mit Doppelpack - Ziegele scheitert an der Latte

In der zweiten Halbzeit setzten die Gastgeber konsequent nach - und wurden schnell belohnt. Nach einem Querpass von Wooyeong Jeong musste Wriedt den Ball zum 3:1 nur noch ins leere Tor schieben (49.). Beim entscheidenden vierten Treffer staubte der A-Nationalspieler von Ghana, der mit 24 Saisontreffern schon Torschützenkönig in der Regionalliga Bayern geworden war, nach Vorarbeit von Feldhahn ab (65.).

Erst danach rappelte sich der VfL noch einmal auf und drängte auf seinen zweiten Treffer, der letztlich wegen der Auswärtstor-Regelung zum Aufstieg gereicht hätte. Angreifer Blaz Kramer verfehlte mit einem Kopfball das Bayern-Tor nur knapp, ehe Abwehrspieler Robin Ziegele in der 89. Minute mit einem Schuss an der Unterkante der Latte scheiterte. Da fehlten nur wenige Zentimeter.

Nach dem Ende der fünfminütigen Nachspielzeit, in der der eingewechselte Niederländer Joshua Zirkzee noch das 5:1 auf dem Fuß hatte, kannte der Jubel beim FC Bayern II keine Grenzen mehr. Die Münchner hatten in der Tat das von Feldhahn angekündigte "Feuerwerk" vor eigenem Publikum abgebrannt.

BFV/mspw

 
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