Header Image - 2019

Buchbacher Trainer-Legende Anton Bobenstetter im Interview

Letzte Aktualisierung: 3. April 2019

klicken zum Vergrößern
Anton Bobenstetter, langjähriger Trainer des TSV Buchbach, äußert sich auf BFV.de zu seinem baldigen Wechsel in die Sportliche Leitung und zum bevorstehenden Duell mit Titelfavorit FC Bayern München II.

Eine Ära nähert sich ihrem Ende: Nach insgesamt 19 Jahren als Trainer des Bayern-Regionalligisten TSV Buchbach wechselt Anton Bobenstetter im Sommer in die Sportliche Leitung des Vereins. Im BFV.de-Interview spricht der 57-jährige Bobenstetter über die Gründe für den "Tapetenwechsel", seine schönsten Momente mit dem TSV Buchbach, das bevorstehende Duell mit dem FC Bayern München II und eine mögliche Rückkehr auf die Trainerbank.

BFV.de: Was sind die Gründe für Ihren Wechsel in die Sportliche Leitung nach dem Ende dieser Saison, Herr Bobenstetter?

Anton Bobenstetter: Vor allem die letzten sieben Jahre in der Regionalliga Bayern, in denen der Leistungsdruck enorm war, haben ihren Tribut gefordert. Ich bin der einzige Trainer, der seit der Einführung der fünfgleisigen Regionalliga im Jahr 2012 noch im Amt ist. Darauf bin ich schon stolz. Jetzt ist es aber an der Zeit, ein wenig kürzer zu treten.

BFV.de: 19 Jahre sind eine lange Zeit, seit 2010 sind Sie sogar durchgängig Coach in Buchbach. Hatten Sie seitdem nie den Wunsch, einen anderen Verein zu trainieren?

Bobenstetter: In den letzten Jahren hatte sich für mich tatsächlich nie die Frage gestellt, ob ich bleibe oder den Verein verlasse. Für mich gibt es nur noch den TSV Buchbach. Als gebürtiger Buchbacher bin ich glücklich, dass ich in meiner Heimat mit Freunden zusammenarbeiten darf. Das ist mehr wert, als irgendwo anders noch einmal eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen.

BFV.de: Seit 2012 spielt der TSV Buchbach in der Regionalliga Bayern. Das allein ist schon ein riesiger Erfolg, oder?

Bobenstetter: Absolut. Bereits der Aufstieg 2012 war gigantisch. Dass wir nun seit sieben Jahren fester Bestandteil der höchsten bayerischen Amateurspielklasse sind, ist das Ergebnis kontinuierlich harter Arbeit. Wir haben Fantastisches geleistet. Das Ziel muss es jetzt sein, möglichst auch in den kommenden Jahren nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

BFV.de: Welche Momente aus Ihrer langen Amtszeit waren besonders schön?

Bobenstetter: Es gab wahnsinnig viele Höhepunkte. Zunächst einmal sind die Aufstiege in die Bezirks-, Landes-, Bayern- und Regionalliga zu erwähnen. Der Weg in die Regionalliga war von unglaublichen Erfolgen gekennzeichnet. Aus der Zeit in der 4. Liga werde ich unter anderem das TV-Livespiel gegen den jetzigen Zweitligisten SSV Jahn Regensburg in der Saison 2015/2016 nie vergessen. Vor ausverkauftem Haus haben wir den Titelaspiranten 1:0 bezwungen. Auch der 1:0-Erfolg gegen den TSV 1860 München in der zurückliegenden Saison gehört sicher zu den schönsten Erlebnissen.

BFV.de: Noch sieben Spiele sind Sie Trainer, aktuell ist Buchbach Tabellenachter. Was wünschen Sie sich für den Abschluss Ihrer Trainerlaufbahn?

Bobenstetter: Einen Klassenverbleib, den wir frühzeitig sicherstellen. Wir rangieren zwar auf Platz acht, sind aber noch nicht durch. Für den Nichtabstieg benötigen wir noch mindestens vier bis fünf Punkte. Die sollten wir jetzt schnellstmöglich holen.

BFV.de: Am Freitagabend haben Sie mit Ihrem Team den Titelkandidaten Bayern München II zu Gast. Sind Sie als bekennender Fan des TSV 1860 München in dieser Partie noch einmal besonders motiviert?

Bobenstetter: Die Motivation ist schon allein deshalb groß, weil der Titelfavorit zu Gast ist. Wir wollen gegen Bayern II unbedingt punkten, am besten dreifach, um nicht doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten. Noch sind wir wie gesagt nicht gerettet, die Liga ist in dieser Saison sehr eng.

BFV.de: Ihr Nachfolger steht mit Markus Raupach, früherer Nachwuchstrainer beim SV Wacker Burghausen, bereits fest. Warum fiel die Wahl auf ihn?

Bobenstetter: Das Gesamtpaket hat gepasst. Markus ist heiß auf die Regionalliga Bayern und hat in den Gesprächen einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Außerdem stimmte sofort die Chemie zwischen ihm und meinem Trainerteam, das ja im Amt bleibt. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit ihm alles richtig machen.

BFV.de: Ihr Erbe anzutreten, wird für ihn aber sicher nicht einfach, oder?

Bobenstetter: Ganz im Gegenteil! (lacht) Ich hinterlasse ihm eine homogene Mannschaft, die sich in einem Top-Zustand befindet. Das macht es für ihn in seinen ersten Monaten als Trainer einfacher. Schwieriger wäre es doch, wenn er ein Team übernehmen würde, in dem es sportlich sowie menschlich nicht läuft und in dem er gleich einen Umbruch einleiten müsste. Beim TSV Buchbach gibt es zwar im Sommer einen Trainerwechsel, aber keinen Umbruch.

BFV.de: Mal Hand aufs Herz: Könnte es für Sie irgendwann noch einmal eine Rückkehr auf die Trainerbank geben?

Bobenstetter: Mit meinen Aufgaben als Sportlicher Leiter werde ich erst einmal genug beschäftigt sein. Ich freue mich darauf, nach mehr als 30 Jahren Trainerdasein ein wenig mehr hinter den Kulissen zu arbeiten. Für die kommende Saison ist es erst einmal kein Thema für mich, Trainer zu sein. Was danach passiert, werden wir sehen. Ausschließen sollte man im Fußballgeschäft ja grundsätzlich nie etwas.

Alle Infos zur Regionalliga Bayern

BFV-Interview: Christian Knoth/mspw

 
Spitzenvereine

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

© 2019 BFV.de