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Schalding-Heinings Sportlicher Leiter Markus Clemens im Interview

Letzte Aktualisierung: 10. April 2019

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Markus Clemens, Sportlicher Leiter beim SV Schalding-Heining, ist trotz der Negativserie in diesem Jahr vom Klassenverbleib in der Regionalliga Bayern überzeugt.

Schon seit 2003 ist Markus Clemens beim SV Schalding-Heining als Sportlicher Leiter tätig, damals noch zu Landesliga-Zeiten. In dieser Saison kämpft die Mannschaft von Spielertrainer Stefan Köck Sechs Spieltage vor dem Saisonende um Klassenverbleib in der Regionalliga Bayern. Im Jahr 2019 haben die Passauer erst einen von möglichen 18 Zählern eingefahren. Im BFV.de-Interview spricht der 45-jährige Clemens über die Gründe für den Abwärtstrend und die erhoffte Wende.

Nach der 0:2-Auswärtsniederlage bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth kommt der SV Schalding-Heining der Gefahrenzone immer näher. Wie gehen Sie mit der Situation um, Herr Clemens?

Markus Clemens: Es ist keine einfache Situation. Die Mannschaft muss den Glauben an die eigene Stärke zurückgewinnen. Dafür müssen wir die Köpfe schnell freibekommen. Es liegt auf jeden Fall nicht an der Qualität der Mannschaft, die ist durchgängig vorhanden.

Wie sehr drückt die Negativserie auf die Stimmung im Team?

Clemens: Komischerweise gar nicht. Die Jungs sind bei jeder Trainingseinheit mit Begeisterung dabei. Die aufkommenden Selbstzweifel müssen schnellstens mit einem Erfolgserlebnis ausgeräumt werden.

Sie sind seit 16 Jahren Sportlicher Leiter in Schalding-Heining. Haben Sie so eine prekäre Situation im Klub schon einmal erlebt?

Clemens: Solche Situationen sind mir nicht fremd. Vor drei Jahren hatten wir Ende April vier Spieltage vor Schluss 28 Punkte auf dem Konto und haben dann die letzten vier Spiele gewonnen und uns direkt gesichert. In der Saison 2016/2017 hatten wir in der Winterpause nur 16 Punkte auf der Habenseite und haben uns mit 40 Zählern erneut gerettet. Diese Situationen waren damals deutlich prekärer als die jetzige Lage, doch das ist auch genau das Trügerische. Wir müssen diesen Negativstrudel, indem wir uns aktuell befinden, unbedingt stoppen. Sonst wird es für uns sehr eng.

Wie schwer ist es für einen Klub wie den SV Schalding-Heining, sich in dieser Liga zu behaupten?

Clemens: Schalding-Heining ist ein Ortsteil-Verein der Stadt Passau. Jede Saison ist für uns eine Mammutaufgabe. Ein Qualitätsmerkmal der Regionalliga Bayern ist, dass Vereine wie die Spvgg Unterhaching, die Würzburger Kickers, der SSV Jahn Regensburg oder der TSV 1860 München dort aufsteigen und teilweise bis in die 2. Bundesliga durchstarten. Auf der anderen Seite konzentriert sich die Qualität der Liga immer mehr in Richtung der Ballungszentren, wo die großen Profiklubs spielen. Rund um München, Augsburg und Nürnberg spielt die Musik in Bayern. Vereine wie Garching oder Heimstetten saugen aus den Nachwuchsleistungszentren der Profiklubs die Talente ab. Diesen Standortvorteil haben wir nicht, weil wir geographisch 200 Kilometer davon entfernt liegen. Der nächste Profiklub Jahn Regensburg, mit dem wir auch eine Kooperationsvereinbarung haben, liegt 120 Kilometer weg. In unserer Region spielt nicht einmal einen Bayernligist. Die SpVgg Hankofen-Hailing aus der Bayernliga Süd ist 80 Kilometer von uns entfernt und die kämpft aktuell auch ums sportliche Überleben.

Wo liegen die Gründe, dass es 2019 erst zu einem Punkt gereicht hat?

Clemens: Die Antwort ist vielschichtig. Wir hatten in dieser Saison sehr schnell deutlich über 30 Punkte auf dem Konto. Wir hatten uns nach der Winterpause viel vorgenommen, sind aber fehleranfällig geworden und haben dadurch etwas den Faden verloren.

Am Samstag steht das Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten VfR Garching auf dem Programm. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass der erste Sieg in diesem Jahr eingefahren wird?

Clemens: Wir lechzen nach einem Erfolgserlebnis. Wenn wir uns das gelingt, dann rennt die Maschine wieder, davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft zieht sehr gut mit und dieser Fleiß wird irgendwann auch mit Punkten belohnt.

Wie sieht die Zukunft von Spielertrainer Stefan Köck aus?

Clemens: Wir haben bereits im Winter die Zusammenarbeit um ein weiteres Jahr verlängert. Aktuell muss er hin und wieder selbst auf dem Platz ran, weil wir einige Verletzungssorgen und gesperrte Spieler haben. Wenn alle gesund sind, stellt er seine eigene Nominierung immer hinten an.

Worauf wird es ankommen, dass der SV Schalding-Heining auch in der neuen Saison in der Regionalliga Bayern an den Start geht?

Clemens: Wir müssen auf jeden Fall weiterhin die Ruhe bewahren und dürfen nicht in Aktionismus verfallen, sondern müssen weiter konzentriert an uns arbeiten. Wir werden zu 100 Prozent in der Liga bleiben.

Alle Infos zur Regionalliga Bayern

BFV-Interview: Peter Haidinger/mspw

 
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