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VfB Eichstätt: Trainer Markus Mattes im Interview

Letzte Aktualisierung: 11. April 2019

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Trainer Markus Mattes steht mit dem VfB Eichstätt kurz vor der Bayerischen Amateurmeisterschaft - und dem Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde.

Der VfB Eichstätt spielt die beste Saison seiner Vereinsgeschichte und steht kurz vor der Bayerischen Amateurmeisterschaft. Sechs Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den 1. FC Schweinfurt 15 Punkte. Der Titel der besten bayerischen Amateurmannschaft, der zugleich zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde berechtigt, ist zum Greifen nahe. Doch sogar die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern ist bei nur zwei Zählern Rückstand auf den Spitzenreiter FC Bayern München II noch möglich. Im Interview lüftet Trainer Markus Mattes das Eichstätter Erfolgsgeheimnis, blickt auf das Schlüsselereignis der Spielzeit zurück und erklärt, warum für den VfB Eichstätt ein Aufstieg in die 3. Liga nicht denkbar ist.

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Herr Mattes, was würde der Titel "Bayerischer Amateurmeister" für Sie persönlich bedeuten?

Was es für mich bedeutet, ist doch erst einmal gar nicht wichtig. Im Fokus steht der Verein - und für den wäre es natürlich ein sensationeller Erfolg. Als wir vor drei, vier Jahren noch in der Bayernliga gespielt haben, hätte wirklich niemand gedacht, dass so etwas überhaupt möglich wäre.

Was hätten Sie entgegnet, wenn man Ihnen vor der Saison gesagt hätte, dass der VfB Eichstätt in der Regionalliga Bayern um den Titel mitspielen würde?

Das wäre für mich eine ziemlich teure Wette gewesen. Denn ich hätte mit Sicherheit so einiges dagegengesetzt. Im Ernst: Eine so tolle Saison war auf keinen Fall zu erwarten. Doch das ist eben das schöne im Fußball. Dass eben auch Mannschaften wie wir erfolgreich sein können, wenn viel zusammenpasst.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Die Mannschaft! Wir legen seit Jahren sehr viel Wert darauf, dass die Jungs zusammenpassen, sich einbringen und ihre eigenen Interessen nicht in den Vordergrund stellen. Das gelingt uns in diesem Jahr sensationell. Die Jungs arbeiten mit- und füreinander. Nur so können wir die Defizite, die wir ohne Zweifel haben, immer wieder ausgleichen.

Welchen Anteil haben Sie als Trainer?

Wenn die Mannschaft funktioniert, dann hast du als Trainer natürlich einiges richtig gemacht. In Eichstätt gehört jedoch auch das Trainerteam zur Mannschaft. Von daher schließt meine Aussage mich schon mit ein.

Gab es in dieser Saison ein Schlüsselereignis, nachdem sie wussten: Wir können es ganz weit nach oben schaffen?

Ohne Frage der 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München II im Grünwalder Stadion am 18. Spieltag. Schon bis zu diesem Zeitpunkt ist es fantastisch gelaufen, doch nach dieser Partie war klar, dass etwas Großes möglich ist. Wenn du so ein Spiel in so einer Art und Weise gewinnst, dann gibt dir das unglaublich viel Selbstvertrauen.

Wie sieht die Zielsetzung für die noch anstehenden Spiele aus?

Wir sind Sportler und wollen deswegen das Maximale herausholen. Wir schauen nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Wir sind in einer Situation, in der wir uns durchaus über den Titel Gedanken machen können.

Sie wollen Meister werden?

Priorität hat natürlich die Bayerische Amateurmeisterschaft. Und die sollten wir nun auch schnellstmöglich in trockene Tücher bringen. Aber klar: Wir sind in Schlagdistanz und haben Platz eins schon noch im Blick.

Ist sogar der Aufstieg möglich?

Nein, der Verein ist am Limit. Mehr geht nicht, mehr als die Regionalliga ist nicht machbar. Deswegen haben wir auch keine Lizenz für die 3. Liga beantragt.

Könnte es hierbei in Zukunft zu einem Umdenken kommen?

Wenn kein russischer Oligarch bei uns einsteigt, dann nicht. Personell, finanziell und infrastrukturell geht beim VfB Eichstätt nicht mehr. Der Schritt, den man für die 3. Liga machen müsste, ist schlicht nicht darstellbar. Man muss sich immer vor Augen halten, wo man herkommt. Und ich denke, da sind wir aktuell ganz gut bedient. Und wenn wir die Saison als beste bayerische Amateurmannschaft beenden, dann haben wir etwas Großartiges erreicht.

Hätten Sie denn keine Lust auf die 3. Liga?

Natürlich hätte die 3. Liga ihren Reiz. Das wären geile Spiele, ohne Frage. Die Chance, dass der VfB Eichstätt dort bestehen würde, wäre aber doch sehr gering. Deswegen liegt unser Augenmerk auf der Bayerischen Amateurmeisterschaft.

Wie wichtig wären die 100.000 Euro, die der Verein durch den Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde sicher hätte?

Das ist eine gute Frage. So wie es aussieht, dürften wir die Partie nämlich nicht in Eichstätt austragen. Wir müssten ein Stadion anmieten - und dass diese Kosten sehr hoch sind, weiß jeder. Und wenn dann kein attraktiver Gegner kommt, bleibt von dem Geld nicht mehr viel übrig. Ein bisschen Glück bei der Auslosung gehört also auch noch dazu.

Welchen Gegner würden Sie sich denn Wünschen?

Natürlich hoffen wir - wie alle Amateurklubs - auf das große Los: FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04. Wir würden jedoch jeden Bundesligisten nehmen, außerdem gibt es einige attraktive Zweitligisten. Für die Jungs wäre das ein einmaliges Erlebnis. Generell habe ich mir dazu aber noch keine Gedanken gemacht. Und auch meine Spieler nicht - zumindest wurde in der Kabine noch nicht über das Thema gesprochen. Das ist auch besser so: Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.

 
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