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Sportgericht Bayern reduziert Strafe gegen Landesligist FC Eintracht Bamberg 2010

Letzte Aktualisierung: 11. März 2019

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Foto: Getty

Das Sportgericht Bayern hat unter Vorsitz von Dr. Christoph Kern (Augsburg) die im November 2018 gegen den FC Eintracht Bamberg 2010 verhängte Strafe wegen mehrfacher Verletzung der Platzdisziplin in Form von Zuschauerfehlverhalten reduziert. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde der Punktabzug zurückgenommen und die ausgesprochene Geldstrafe von ursprünglich 3000 Euro auf jetzt 1000 Euro reduziert. Der Landesligist hatte gemäß Paragraf 46 Absatz 5 der Rechts- und Verfahrensordnung (RVO) fristgerecht die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Der Klub konnte nachträglich Täter identifizieren, die auswärts beim SC 04 Schwabach für tätliche Übergriffe im Zuschauerbereich, einen versuchten Platzsturm und einen Bierbecherwurf auf einen Schiedsrichter-Assistenten verantwortlich waren. Bestehen blieb die Auflage, ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Diese erfüllte der Klub am vergangenen Wochenende beim Heimspiel gegen den TSV Neudrossenfeld.

Im neu aufgerollten Verfahren konnte der FC Eintracht Bamberg 2010 gegenüber dem Sportgericht Bayern rechtssicher darlegen, dass die Täter für die gegen den Verein verhängte Geldstrafe in Regress genommen werden. Zudem sprach der Klub gegen die ermittelten Täter Stadionverbote aus und legte für die noch ausstehenden Spiele der Rückrunde ein überarbeitetes Sicherheitskonzept vor, das durch das Sportgericht Bayern geprüft und akzeptiert wurde.

In seiner Urteilsbegründung schrieb das Sportgericht Bayern: "Insgesamt gesehen hat der FC Eintracht Bamberg 2010 in anerkennenswerter Art und Weise nicht unerhebliche Anstrengungen getätigt, um - auch in Form einer klaren Distanzierung nebst medialer Aufbereitung - den erlittenen Imageverlust des Fußballsports durch die verfahrensgegenständlichen Vorfälle wiedergutzumachen. Diese erfolgreichen Maßnahmen rechtfertigen es, den verhängten Punktabzug im Nachgang entfallen zu lassen. Anhand des erarbeiteten Sicherheitskonzepts besteht zudem die berechtigte Hoffnung, dass es zukünftig zu keinen weiteren Ausschreitungen kommen wird." Auch Verbandsanwalt Christian Schödel hatte im Rahmen seiner Stellungnahme die Bemühungen des FC Eintracht Bamberg 2010 anerkannt und sich für eine deutliche Strafmilderung ausgesprochen.

Mit dem FC Eintracht Bamberg 2010 hat nach dem VfB Eichstätt zum zweiten Mal ein Verein von der beim Verbandstag im Mai 2018 beschlossenen Möglichkeit einer Wiederaufnahme eines bereits abgeschlossenen sportgerichtlichen Verfahrens Gebrauch gemacht. Die Delegierten hatten sich im Mai 2018 in Bad Gögging dafür ausgesprochen, die Aufklärungsarbeit der unabhängigen bayerischen Sportgerichte bei Vorfällen jeglicher Art ganz klar "täterorientiert" auszurichten und die Täter für ihr Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen. Gelingt es, die Täter zu identifizieren bzw. engagiert sich ein bereits identifizierter Täter als Wiedergutmachung nachweislich über das normale Maß hinaus ehrenamtlich für Sport- oder Sozialprojekte, können die Sanktionen gegen die Vereine reduziert werden. Sollte ein Verein die Täter erst nach dem rechtskräftigen Abschluss des Sportgerichtsverfahrens ermitteln können, kann das Verfahren neu aufgerollt werden. Gleichzeitig wurden die Sanktionen (§ 48 RVO) bei Fällen von Gewalt, Diskriminierung oder dem Einsatz von Pyrotechnik drastisch erhöht: Bei Vorfällen in der Bayernliga können Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro verhängt werden, in der Regionalliga Bayern sogar bis zu 50.000 Euro (mindestens 300 Euro). In den Klassen darunter reichen die finanziellen Sanktionen von der Mindeststrafe in Höhe von 300 Euro bis zu 12.000 Euro. Zudem drohen weitere Folgen wie Platzsperren und auch Punktabzüge (etwa bei wiederholten Pyrotechnik-Vorfällen oder einer Unterbrechung von mehr als fünf Minuten in einem Spiel). Im Extremfall ist die Versetzung in eine niedrigere Spielklasse möglich.

 

 
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