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RL-Thema der Woche: Schweinfurts Torjäger Adam Jabiri im Interview

Letzte Aktualisierung: 5. Dezember 2018

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Adam Jabiri (rehcts), Angreifer beim 1. FC Schweinfurt 05, ist mit 64 Treffern der Rekordtorschütze der Regionalliga Bayern. Quelle: foto2press.

Seit Sommer 2016 stürmt der ehemalige Bundesligaprofi Adam Jabiri (ein Einsatz für die TSG Hoffenheim) für den Ex-Zweitligisten 1. FC Schweinfurt 05 in der Regionalliga Bayern. Seine beeindruckende Bilanz: 56 Tore und 21 Vorlagen in 91 Spielen. Mit insgesamt 64 Toren ist der 34-jährige Stürmer, der zuvor schon für die Würzburger Kickers in der Bayern-Staffel am Ball war, der Rekordtorjäger der höchsten bayerischen Amateurspielklasse. Auch in dieser Saison stehen für Jabiri, der neben dem Fußball als Architekt tätig ist, bereits wieder zehn Saisontore zu Buche. Dennoch läuft es für den FCS überhaupt nicht rund. Vor der Nachholpartie beim zweitplatzierten Titelkonkurrenten FC Bayern München II am Freitagabend (ab 19 Uhr) wartet der Tabellendritte aus Schweinfurt seit sechs Begegnungen auf einen Sieg. Verliert der FCS in München, wächst der Rückstand auf den FCB, der zwei Spiele weniger auf dem Konto hat, auf neun Zähler an.

Im BFV.de-Interview spricht Adam Jabiri über die Sieglos-Serie des 1. FC Schweinfurt 05, das Topspiel bei der U 23 des FC Bayern, einen Besuch bei seinem Kumpel Dominik Kaiser, seinen Beruf und den zum Saisonende auslaufenden Vertrag.

Schon seit sechs Partien hat der 1. FC Schweinfurt 05 in der Regionalliga Bayern nicht mehr gewonnen. Woran hakt es, Herr Jabiri?

Adam Jabiri: Wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir es längst abgestellt. (lacht) Klar ist, dass wir mit der Punkteausbeute aus den vergangenen Wochen alles andere als zufrieden sein können. Einige Spiele sind für uns bitter verlaufen, weil wir jeweils erst spät den Ausgleichstreffer hinnehmen mussten. Da waren Sonntagsschüsse und direkte Freistoßtreffer dabei, gegen die wir nicht viel machen konnten. Manchmal läuft es im Fußball einfach nicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Sieglos-Serie bald beenden werden. Dafür arbeiten wir jeden Tag hart.

Weil auch die Konkurrenz in der Spitzengruppe in den zurückliegenden Wochen schwächelte, rangiert der FCS immer noch auf Platz drei. Vor Saisonbeginn wurde Schweinfurt als einer der Titelaspiranten gehandelt. Ist es auch der Anspruch des FCS, Meister zu werden?

Jabiri: Wir wollen uns im Vergleich zur zurückliegenden Saison, die wir auf Platz drei beendet hatten, auf jeden Fall verbessern. Bestenfalls heißt das also, dass wir bis zum Schluss um den Titel mitspielen möchten. Dass auch unsere Konkurrenten zuletzt viele Punkte liegen lassen haben, zeigt aus meiner Sicht, dass die Regionalliga Bayern in dieser Spielzeit sehr ausgeglichen ist. Auch die vermeintlich kleineren Teams sind dazu in der Lage, Mannschaften wie Bayern München II oder uns zu besiegen.

Zum Jahresabschluss kommt es am Freitagabend zum Topspiel zwischen der zweitplatzierten U 23 des FC Bayern München und dem 1. FC Schweinfurt 05. Kommt die Begegnung genau zum falschen oder zum richtigen Zeitpunkt?

Jabiri: Weder noch. Wir nehmen es immer so, wie es kommt. Gegen wen wir zu welchem Zeitpunkt spielen, können wir ja ohnehin nicht beeinflussen. Unabhängig vom Gegner peilen wir am Freitag an, mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen.

Wie wichtig wäre ein Sieg in München für den weiteren Saisonverlauf?

Jabiri: Die Saison wird nach dem Abpfiff noch nicht entschieden sein - egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Fakt ist aber, dass der Rückstand bei einer Niederlage bereits recht groß sein würde. Wir tun daher gut daran, auf jeden Fall zu punkten, um den FC Bayern und Spitzenreiter VfB Eichstätt nicht davonziehen zu lassen.

Danach geht es für fast drei Monate in die Winterpause. Wie gefällt Ihnen das?

Jabiri: Die Winterpause ist schon sehr lang. Für uns Spieler ist es nicht einfach, eine so lange Vorbereitung zu bestreiten und eine gefühlte Ewigkeit auf das erste Pflichtspiel im neuen Jahr zu warten. Allerdings ist es so herum besser, als wenn der erste Spieltag der zweiten Saisonhälfte bereits für Anfang Februar angesetzt wäre und witterungsbedingt zahlreiche Spiele ausfallen würden. In Bayern muss man eben über den gesamten Winter mit Schneefall und Glätte rechnen. Die lange Winterpause ist sicher nicht optimal - aber es ist die fairste Lösung für alle Vereine, um einen geregelten Saisonverlauf zu ermöglichen.

Wo werden Sie die trainingsfreie Zeit verbringen?

Jabiri: Allzu viel Urlaub habe ich gar nicht, weil ich neben dem Fußball noch als Architekt arbeite. Die arbeits- und trainingsfreie Zeit nutze ich dann, um zunächst meinen guten Freund Dominik Kaiser, mit dem ich früher gemeinsam bei der TSG Hoffenheim gekickt habe, in Dänemark zu besuchen. Seit seinem Wechsel im Sommer von RB Leipzig zu Bröndby IF haben wir uns nicht mehr gesehen. Danach reise ich für ein paar Tage in mein Heimatland Marokko.

Ihr Vertrag in Schweinfurt läuft im Juni 2019 aus. Wie geht es dann weiter? Hängen Sie noch ein Jahr dran?

Jabiri: Das ist gut möglich, steht aber noch nicht fest. Wir werden uns in Kürze zusammensetzen und über meine Zukunft beim FCS reden. Solange ich mich weiter fit genug fühle, will ich auch noch nicht aufhören.

Ist es sportlich Ihr letztes großes Ziel, Schweinfurt zurück in den Profibereich zu führen?

Jabiri: Persönlich setze ich mir nicht mehr so große Ziele. Ich habe - trotz vieler Verletzungen während meiner Karriere - das Privileg, immer noch so hoch Fußball spielen zu dürfen. Über jede Minute, die ich in meinem Alter in dieser Liga noch spielen darf, freue ich mich. Und wenn ich mit meinen Leistungen dazu beitragen kann, dass der Verein seine Ziele erreicht, freut mich das umso mehr. Jetzt geht es für uns erst einmal zum FC Bayern II - und da wollen wir gewinnen.

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BFV-Interview: Christian Knoth/mspw

 
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