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Regionalliga Bayern: Winterfazit Teil 1

Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2018

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Winterpause in der Regionalliga Bayern - Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Foto: foto2press

Die Regionalliga Bayern zeichnet sich in der Saison 2018/19 vor allem durch eines aus: Ausgeglichenheit. Zur Winterpause trennen den drittplatzierten 1. FC Schweinfurt 05 (35 Zähler) und den Tabellenzehnten Viktoria Aschaffenburg (27 Punkte) gerade einmal acht Zähler. Schlusslicht SV Heimstetten (19 Punkte) hat nur sechs Zähler Rückstand auf Platz 13 (FC Augsburg II/23 Punkte). Die Tabellensituation verspricht also bei noch zwölf verbleibenden Spieltagen Hochspannung bis zum Schluss. Das gilt auch für das Titelrennen. Der große Meisterschaftsfavorit FC Bayern München II und Verfolger VfB Eichstätt rangieren mit jeweils 44 Zählern an der Spitze. Der FCB hat allerdings noch zwei Nachholpartien zu bestreiten.

Hinter Bayern II und dem Überraschungsteam aus Eichstätt rangieren mit Schweinfurt, Wacker Burghausen und dem FC Memmingen gleich drei Mannschaften mit jeweils 35 Punkten. Der 1. FC Nürnberg II (34 Punkte), der TSV Buchbach und der SV Schalding-Heining (jeweils 33 Zähler) liegen dicht dahinter. Auf den Plätzen neun bis 13 folgen der FC Ingolstadt 04 II (28 Punkte), Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg (27 Zähler), die SpVgg Oberfranken Bayreuth, der FV Illertissen (jeweils 26 Punkte) und der FC Augsburg II (25 Zähler). Nur knapp vor den Relegationsplätzen rangiert die SpVgg Greuther Fürth II mit 23 Punkten. Auf den Relegationsrängen finden sich der TSV 1860 Rosenheim (22 Zähler) und der VfR Garching (19 Punkte) wieder. Punktgleich mit Garching auf den Abstiegsplätzen rangieren der FC Pipinsried und Liganeuling SV Heimstetten.

Tabelle, Ergebnisse und Tabelle der Regionalliga Bayern

Im ersten Teil unseres Zwischenfazits blickt BFV.de zunächst auf die Teams auf den Rängen eins bis sechs.

Bayern München II wird Favoritenrolle größtenteils gerecht

Dass der FC Bayern München II die Tabelle nach 22 Spieltagen anführt, ist keine große Überraschung. Die Münchner waren nach dem Aufstieg des Lokalrivalen TSV 1860 München in die 3. Liga der große Favorit auf den Titel und legten auch los wie die Feuerwehr. Die ersten sieben Begegnungen gewann der FCB allesamt und es schien zunächst so, als ob die Bayern nicht aufzuhalten wären. Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg schaffte es dann als erstes Team, dem FCB einen Zähler abzuluchsen (2:2).

Danach gelang es Bayern München nicht mehr, eine ähnliche Serie wie zum Saisonauftakt hinzulegen. Auch gegen den TSV Buchbach kam der FCB nicht über ein 2:2 hinaus, beim TSV 1860 Rosenheim folgte die erste Niederlage (2:3). Die zweite Niederlage gab es am 18. Spieltag im Top-Spiel gegen den VfB Eichstätt (0:3). Durch das folgende 1:1 gegen den FC Pipinsried gab der FCB die Spitzenposition sogar vorübergehend an Eichstätt ab. Erst durch den 4:0-Erfolg im Nachholspiel gegen den 1. FC Schweinfurt am 7. Dezember übernahm Bayern II wieder die Tabellenführung - das aber auch nur wegen der besseren Tordifferenz.

Bester Torschütze beim FCB ist mit Abstand Kwasi Okyere Wriedt. Der 24-jährige Deutsch-Ghanaer traf 13 Mal und bereitete fünf weitere Tore vor. Damit führt der Mittelstürmer, der Ende Mai sein Debüt für die A-Nationalmannschaft von Ghana gab, die Torschützenliste der Bayern-Staffel an. Mit insgesamt 42 Saisontoren stellt der FCB gemeinsam mit Eichstätt den besten Angriff der Liga. Gegentore kassiert hat Bayern erst 16 - das ist alleiniger Ligabestwert. "Wir haben die beste Qualität in der Liga und ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende ganz oben stehen können", sagte Wriedt im Laufe der Saison im BFV-Gespräch. Neben Innenverteidiger Nicolas Feldhahn und Mittelfeldspieler Maximilian Welzmüller ist "Otschie" Wriedt auch einer von drei Spielern beim FC Bayern II, die in dieser Saison bisher keine Sekunde verpasst haben.

Das "kleine" Eichstätt spielt um den Titel mit

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Die "Schnüdel" aus Schweinfurt hinken den eigenen Ansprüchen hinterher. Foto: foto2press

Der VfB Eichstätt ist ohne Wenn und Aber die große Überraschung. Nach einem durchschnittlichen Saisonauftakt mit vier Zählern aus den ersten fünf Spielen katapultierte sich der kleine Verein aus Oberbayern im Saisonverlauf immer weiter nach oben, bis er schließlich am 19. Spieltag die Spitzenposition vom FC Bayern München II übernahm. Gleich zweimal schaffte es Eichstätt, vier Siege in Serie zu holen, vor allem die Offensivleistung (42 Treffer) war insgesamt beeindruckend. Die Tabellenführung musste Eichstätt zwar kurz vor der Winterpause wieder abgeben. Der zweite Platz und der Vorsprung von neun Zählern auf Rang drei sind dennoch sensationell. "Das ist schon fast ein Märchen und war nicht ansatzweise vorherzusehen", sagt Eichstätts Manager Hans Benz im BFV-Gespräch: "Es fühlt sich wie ein Traum an, aus dem man nicht aufwachen möchte."

Ein Aufstieg sei zwar aus finanziellen und infrastrukturellen (noch) nicht machbar. Dennoch ist Eichstätt ambitioniert, den großen FC Bayern weiter zu ärgern und oben zu bleiben - auch, um sich als bester Amateurverein der Bayern-Staffel erstmals für den DFB-Pokal zu qualifizieren. "Wir haben uns eine hervorragende Ausgangslage erarbeitet und sehen es als Herausforderung an, Schweinfurt, Burghausen und Co. hinter uns zu lassen", so Benz: "Es liegt in unserer Hand, ob wir uns erstmals für den DFB-Pokal qualifizieren. Es wäre der nächste Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte."

Einer der Leistungsträger beim VfB Eichstätt ist mit Markus Steinhöfer ein ehemaliger Bundesligaprofi. Der 32-jährige Rechtsverteidiger, der früher unter anderem für Eintracht Frankfurt am Ball war, kehrte im Sommer in seine Heimat zurück und schloss sich dem VfB an. "Nachdem meine Frau Alice und ich im Juli Eltern von einer Tochter mit dem Namen Giada Anna geworden sind, hatten wir nicht vor, noch einmal weit weg von zuhause zu ziehen", erklärte Steinhöfer gegenüber dem BFV: "Eichstätt ist nur rund 20 Autominuten von meinem Heimatort Weißenburg entfernt und deshalb bot sich ein Wechsel zum VfB hervorragend an." Bisher war Steinhöfer zehnmal für Eichstätt am Ball und dabei immer über die volle Distanz. Die "Dauerbrenner" sind Sommerzugang Marcel Schelle (SV Seligenporten) und Jonas Fries, die beide in 21 der bisherigen 22 Partien zum Einsatz kamen. Mittelfeldakteur Schelle ist gemeinsam mit Stürmer Fabian Eberle (jeweils acht Tore) auch der beste Torschütze beim VfB.

Schweinfurt kriselt sich in die Winterpause

Genau wie der FC Bayern München II hatte der 1. FC Schweinfurt 05 vor Saisonbeginn Titelambitionen formuliert. Die Spielzeit fing mit vier Siegen aus den ersten fünf Partien (ein Remis) auch äußerst vielversprechend an. Danach sprangen für den ehemaligen Zweitligisten, der seit Sommer von Ex-Bundesligaprofi Timo Wenzel trainiert wird, oft "nur" noch Unentschieden heraus. Von den folgenden sieben Begegnungen endeten sechs Partien remis.

Danach schien es zunächst so, als ob Schweinfurt die Schwächephase beendet hätte. In den Top-Spielen beim SV Wacker Burghausen (2:0) und gegen den VfB Eichstätt (3:0) sowie in der Partie gegen den FC Ingolstadt 04 II (4:1) präsentierte sich der FCS in starker Verfassung. Allerdings folgte im Anschluss eine Krise, beginnend mit der 0:5-Klatsche beim abstiegsgefährdeten FC Pipinsried. Aus den letzten sieben Spielen vor der Winterpause holte Schweinfurt keinen Sieg mehr. Zum Abschluss des Kalenderjahres 2018 setzte es en 0:4 in der Spitzenpartie bei Bayern II. Bei neun Punkten Rückstand auf die Spitze und zwei Begegnungen mehr auf dem Konto als Tabellenführer FC Bayern II sind die Titelchancen nur noch sehr gering.

Schweinfurts bester Torschütze Adam Jabiri (zehn Treffer) konnte sich im BFV-Gespräch die Negativserie auch nicht wirklich erklären: "Wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir es längst abgestellt. Klar ist, dass wir mit der Punkteausbeute aus den vergangenen Wochen alles andere als zufrieden sind. Einige Spiele sind für uns bitter verlaufen, weil wir erst spät den Ausgleichstreffer hinnehmen mussten. Da waren Sonntagsschüsse und direkte Freistoßtreffer dabei, gegen die wir nicht viel machen konnten. Manchmal läuft es im Fußball einfach nicht." Jabiri gehört mit seinen 20 Einsätzen zu den "Dauerbrennern" beim FCS. Die meisten Minuten gespielt haben aber Mittelfeldspieler Steffen Krautschneider (1.619) und Torwart Alexander Eiban, der in allen 22 Begegnungen über die komplette Spieldistanz zwischen den Pfosten der "Schnüdel" stand (1.980 Minuten).

Burghausen startet stark, muss aber abreißen lassen

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Der Anhang des TSV Buchbach sorgte auch auswärts für beste Stimmung.

Fünf Spiele, fünf Siege: Das war der perfekte Saisonstart des SV Wacker Burghausen, der damit sicher auch einige Experten ein wenig überraschte. So gut ging es aber nicht weiter. Nach den fünf Auftaktsiegen folgten zwei Niederlagen und die Mannschaft des neuen Wacker-Trainers Wolfgang Schellenberg musste die Tabellenführung wieder abgeben.

Auch aufgrund des optimalen Auftakts in die Spielzeit mischte Burghausen aber dennoch ständig in der Spitzengruppe mit. Wegen zweier Serien ohne Sieg (einmal vier Spiele, einmal drei Spiele) steht aktuell Platz vier zu Buche. Punktgleich mit dem 1. FC Schweinfurt 05 befindet sich der ehemalige Zweitligist aus Burghausen hinter dem Spitzenduo aus München und Eichstätt in Lauerstellung.

Überzeugen konnte Burghausen besonders defensiv. Nur 24 Gegentreffer sind gleichbedeutend mit der drittbesten Hintermannschaft der Liga. Offensiv haperte es dagegen hin und wieder. Mit 29 Toren stellt der SV Wacker den mit Abstand harmlosesten Angriff der Top-Fünf-Teams. Mit Marius Duhnke, Stefan Wächter, Julien Richter und Muhamed Subasic führen gleich vier Spieler mit fünf Treffern die interne Torschützenliste an. Mittelfeldakteur Wächter ist mit 1.881 Einsatzminuten auch der Feldspieler, der bei Burghausen am längsten auf dem Platz stand. Mehr Minuten verbuchte nur Schlussmann Franco Flückiger (1.980), der noch keine Sekunde verpasste.

Memmingen diesmal weit weg vom Abstiegskampf

Nachdem der FC Memmingen den Abstieg in der letzten Saison erst in der Relegation hauchdünn abwenden konnte, hat der FCM in dieser Saison gar nichts mit der unteren Tabellenregion zu tun. Ganz im Gegenteil! Memmingen startete eindrucksvoll in die Saison und rangierte dank vier Siegen in Serie nach dem 7. Spieltag hinter Tabellenführer FC Bayern München auf Platz zwei. Im weiteren Saisonverlauf musste der FCM zwar ein wenig abreißen lassen, blieb aber oben dabei.

Hätte der FCM aus den letzten beiden Spielen des Jahres gegen den FC Augsburg II (0:2) und beim TSV Buchbach (0:1) nur einen Zähler geholt, wäre Memmingen als Tabellendritter in die Winterpause gegangen. So ist es Platz fünf geworden - und auch das ist ein großartiger Erfolg für den Klub aus dem Allgäu, der auf der Mitgliederversammlung stolz verkündete, wegen des positiven Saisonverlaufs erstmals beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Zulassungsantrag für die 3. Liga stellen zu wollen.

Beim FC Memmingen auf sich aufmerksam gemacht hat unter anderem der erst 20-jährige Shootingstar Jannik Rochelt. Der Mittelfeldspieler ist gemeinsam mit Fatjon Celani der beste Torschütze im Kader des FCM (beide acht Treffer). Einige Profiklubs haben Rochelt bereits beobachten lassen, in den Medien entstand ein Hype um ihn. "Es ist schon schön, wenn man seinen Namen auf einmal häufiger in der Zeitung liest und man mehr mediale Aufmerksamkeit erhält", erklärte Rochelt gegenüber dem BFV: "Und es ist eine Bestätigung, dass ich bis jetzt nicht allzu viel falsch gemacht habe. Allerdings beschäftige ich mich damit gar nicht so viel, weil mein Fokus aktuell auf meiner Ausbildung zum Bankkaufmann liegt, die ich im Februar beenden werde." Rochelt ist nicht nur bester Torschütze beim FCM, sondern auch der Feldspieler mit den meisten Einsatzminuten (1.974). Nur Torwart Martin Gruber war über die gesamten 1.980 Minuten auf dem Platz.

Nürnberger U 21 fehlt noch die Konstanz

Ähnlich wie dem SV Wacker Burghausen und der 1. FC Schweinfurt 05 gelang auch dem 1. FC Nürnberg ein hervorragender Start in die Saison 2018/19. Mit vier Siegen zu Beginn setzte die U 21 des Bundesliga-Aufsteigers direkt ein Ausrufezeichen. An die Leistungen vom Saisonauftakt konnte der FCN danach aber nur noch selten anknüpfen. Was fehlte, war die Konstanz. Nur noch einmal schaffte es Nürnberg, zwei Siege hintereinander einzufahren - sonst folgte auf einen Sieg immer ein Punktverlust.

Ende Oktober kam es zu einem Paukenschlag: FCN-Trainer Reiner Geyer verließ seine Mannschaft mit sofortiger Wirkung und wechselte nach Österreich zum FC Admira Wacker Mödling. Profi-Assistent Fabian Adelmann übernahm die Leitung. Unter der Regie von Adelmann verlor Nürnberg erst eine Partie (1:3 gegen den FC Ingolstadt 04 II). Sonst gab es zwei Siege und zwei Remis.

Dass der FCN in der Tabelle nicht weiter oben steht, liegt sicher nicht an der Defensive. Erst 20 Gegentore musste Nürnberg II hinnehmen - nur Spitzenreiter Bayern München II ließ weniger Gegentreffer zu. Offensiv konnte der FCN dagegen nicht so häufig überzeugen. Nur 28 Treffer sind gleichbedeutend mit dem schwächsten Angriff von den ersten sieben Teams in der Bayern-Staffel. Zum Vergleich: Sowohl der Vorletzte FC Pipinsried (31 Treffer) als auch Schlusslicht SV Heimstetten (30) haben häufiger getroffen. Bester Torschütze im FRCN-Kader ist Stürmer Erik Engelhardt mit sechs Toren, die meisten Minuten am Ball war Verteidiger Tobias Kraulich (1.708).

BFV/mspw

 

 
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