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Regionalliga Bayern: Winterfazit Teil 3

Letzte Aktualisierung: 24. Dezember 2018

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Winterpause in der Regionalliga Bayern - Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Foto: foto2press

Die Regionalliga Bayern zeichnet sich in der Saison 2018/19 vor allem durch eines aus: Ausgeglichenheit. Zur Winterpause trennen den drittplatzierten 1. FC Schweinfurt 05 (35 Zähler) und den Tabellenzehnten Viktoria Aschaffenburg (27 Punkte) gerade einmal acht Zähler. Schlusslicht SV Heimstetten (19 Punkte) hat nur sechs Zähler Rückstand auf Platz 13 (FC Augsburg II/23 Punkte). Die Tabellensituation verspricht also bei noch zwölf verbleibenden Spieltagen Hochspannung bis zum Schluss. Das gilt auch für das Titelrennen. Der große Meisterschaftsfavorit FC Bayern München II und Verfolger VfB Eichstätt rangieren mit jeweils 44 Zählern an der Spitze. Der FCB hat allerdings noch zwei Nachholpartien zu bestreiten.

Hinter Bayern II und dem Überraschungsteam aus Eichstätt rangieren mit Schweinfurt, Wacker Burghausen und dem FC Memmingen gleich drei Mannschaften mit jeweils 35 Punkten. Der 1. FC Nürnberg II (34 Punkte), der TSV Buchbach und der SV Schalding-Heining (jeweils 33 Zähler) liegen dicht dahinter. Auf den Plätzen neun bis 13 folgen der FC Ingolstadt 04 II (28 Punkte), Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg (27 Zähler), die SpVgg Oberfranken Bayreuth, der FV Illertissen (jeweils 26 Punkte) und der FC Augsburg II (25 Zähler). Nur knapp vor den Relegationsplätzen rangiert die SpVgg Greuther Fürth II mit 23 Punkten. Auf den Relegationsrängen finden sich der TSV 1860 Rosenheim (22 Zähler) und der VfR Garching (19 Punkte) wieder. Punktgleich mit Garching auf den Abstiegsplätzen rangieren der FC Pipinsried und Liganeuling SV Heimstetten.

Tabelle, Ergebnisse und Ansetzungen der Regionalliga Bayern

Im dritten Teil unseres Zwischenfazits blickt BFV.de auf die Teams auf den Rängen 13 bis 18.

Augsburg II: Reinhardts Rücktritt und ein später neuer Impuls

Für die zweite Mannschaft des FC Augsburg lief es in den ersten Saisonwochen gar nicht schlecht. Nach sieben Spieltagen stand Platz acht zu Buche. Danach ging es aber steil abwärts. Bis zum 20. Spieltag gab es nur noch einen Sieg (3:1 beim FV Illertissen). Auch der Rücktritt von Trainer und Ex-Bundesligaprofi Dominik Reinhardt nach dem 15. Spieltag schien erst nicht zu wirken. Reinhardt legte sein Amt nieder, um "einen neuen Impuls" zu ermöglichen.

Unter der Regie von Interimstrainer Alexander Frankenberger setzte sich die Misere allerdings zunächst fort. Mit einem Remis und drei Niederlagen startete Frankenberger, der beim FCA eigentlich als Nachwuchs-Cheftrainer angestellt ist. Dann aber wurde es besser - und wie! Die letzten drei Begegnungen gewann Augsburg II allesamt und kletterte von Abstiegsplatz 17 auf den sicheren Nichtabstiegsrang 13.

Mit Mittelfeldspieler Markus Feulner (36) und Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat der FC Augsburg II zwei ehemalige Bundesligaprofis im Kader. Während Feulner in dieser Saison mit 15 Einsätzen zum Stammpersonal gehört, kam Callsen-Bracker nur dreimal zum Einsatz. Dauerbrenner ist der erst 19-jährige Verteidiger Jozo Stanic, der 19-mal über die komplette Distanz am Ball war. Die interne Torjägerliste führt Offensivspieler Sebastiano Nappo mit sechs Treffern an. Im letzten Spiel des Kalenderjahres führte Nappo den FCA gegen seinen Ex-Klub SV Heimstetten, für den er in der zurückliegenden Saison noch am Ball war, zu einem 2:1-Erfolg. Nappo traf in der Schlussphase zum Endstand. Schon in der Hinserie hatte er gegen Heimstetten (1:0) das einzige Tor erzielt.

Greuther Fürth II mit positivem Torverhältnis

Nach dem beeindruckenden 5:1-Erfolg gegen den FC Pipinsried zum Saisonauftakt hätte man nicht unbedingt damit gerechnet, dass die SpVgg Greuther Fürth II erneut gegen den Abstieg kämpfen muss. Aber es ging für das "Kleeblatt" relativ schnell wieder bergab. Nach zehn Spieltagen waren die Fürther auf Platz 14 angelangt, später rangierte die SpVgg zwischenzeitlich sogar auf Abstiegsplatz 17. Durch ansprechende Leistungen in den letzten beiden Partien des Jahres beim SV Schalding-Heining (2:2) und gegen die SpVgg Oberfranken Bayreuth mit Ex-Trainer Timo Rost (3:1) schaffte es das Team von Fürths U 23-Trainer und Ex-Profi Petr Ruman immerhin, auf einem sicheren Nichtabstiegsplatz zu überwintern.

Bemerkenswert ist, dass die SpVgg Greuther Fürth II die einzige Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte ist, die ein positives Torverhältnis aufweist (+1). Die Franken verloren kein Spiel mit mehr als zwei Treffern Unterschied. Der Spieler mit den meisten Einsatzminuten ist der spielende Co-Trainer Daniel Adlung. Der ehemalige Profi der Fürther kehrte im Sommer zurück zur SpVgg und fehlte nur in der Begegnung beim VfB Eichstätt (0:1). In allen anderen 20 Partien war Adlung über die volle Spieldistanz am Ball. Bester Torschütze ist Angreifer Ilker Yüksel mit sechs Toren. Mit Patrick Ort lief ein erst 17-jähriger Verteidiger achtmal für die Fürther auf. Am Mittwoch wird der Defensivspieler 18 Jahre alt.

Torarmut beim TSV 1860 Rosenheim

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Manfred Bender war kurzzeitig beim FC Pipinsried tätig.

Mit dem erst 29-jährigen Ognjen Zaric als Trainer startete der TSV 1860 Rosenheim in die Saison in der Regionalliga Bayern. Bis jetzt fällt die Bilanz des zweitjüngsten Coaches aus der Bayern-Staffel (nach Pipinsrieds Spielertrainer Fabian Hürzeler/25) eher bescheiden aus. Zwölf der 22 Saisonpartien gingen verloren. Nur Schlusslicht SV Heimstetten verlor genauso häufig. Ein weiterer Negativwert sind die erst 18 erzielten Tore. Damit stellt Rosenheim mit Abstand den schwächsten Angriff der Liga. In die Winterpause verabschiedete sich der TSV 1860 mit drei Niederlagen in Folge auf Relegationsplatz 15.

Ein Drittel der insgesamt geschossenen 18 Saisontreffer des TSV Rosenheim gehen auf das Konto von Markus Einsiedler. Obwohl der 29-jährige Torjäger die ersten sieben Saisonspiele wegen Schambeinproblemen, Lehramts-Referendariat und der Flitterwochen mit seiner Frau in Mexiko verpasste, ist Einsiedler mit sechs Toren bester Torschütze im TSV-Kader. Er ist nicht nur der erfolgreichste Torschütze, sondern auch gemeinsam mit Sturmpartner Danijel Majdancevic (ebenfalls 29) der älteste Spieler im Kader. Der jüngste Spieler ist Torwart Marius Herzig (18), der bisher zu zwei Saisoneinsätzen kam.

Auch bei Garching herrscht Ladehemmung

Ähnlich schwach in der Offensive präsentierte sich bisher der VfR Garching, der erst 22 Tore auf dem Konto hat und damit den zweitschwächsten Angriff der Liga stellt. Nach einem sensationell guten vierten Platz in der letzten Saison muss der VfR in dieser Spielzeit wohl um den Klassenverbleib zittern - und das, obwohl die Saison gar nicht schlecht anfing. Nach sechs Spieltagen schien es eigentlich so, als ob Garching erneut eher oben mitmischen würde. Zu diesem Zeitpunkt war der VfR Tabellensechster, unter anderem gewann Garching 3:1 gegen Wacker Burghausen und knöpfte dem 1. FC Schweinfurt 05 (1:1) einen Punkt ab. Danach sollte aber nur noch einziger Sieg folgen, am 10. Spieltag gegen den FC Pipinsried (2:0). Ansonsten gab es sechs Remis und sieben Niederlagen. Das Ergebnis: Garching rutschte bis auf Relegationsplatz 16 ab.

Ein Lichtblick beim VfR ist Kapitän Dennis Niebauer, der mit sechs Saisontreffern die meisten Tore im Team von Trainer Daniel Weber erzielt hat. Mit 1.870 Einsatzminuten gehört der Spielführer auch zu den Dauerbrennern, nur Torwart Maximilian Engl (1.890) war länger auf dem Platz. Eine Statistik in der Bayern-Staffel führt der VfR übrigens an: Innenverteidiger Florian Pflügler sah in 20 Partien neunmal die Gelbe Karte - kein anderer Spieler aus der Regionalliga Bayern handelte sich mehr "Gelbe" ein. Fabio Sabbagh vom Schlusslicht SV Heimstetten sammelte ebenfalls neun Gelbe Karten und teilt sich mit Garchings Pflügler Platz eins in dieser Statistik.

Kurzes Intermezzo von Manfred Bender beim FC Pipinsried

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Der FC Pipinsried um Spielertrainer Fabian Hürzeler kämpft um den Ligaerhalt.

Schon nach der Auftaktniederlage bei Greuther Fürth II (1:5) war abzusehen, dass es für den FC Pipinsried in dieser Saison wieder einzig und allein um den Klassenverbleib gehen kann. Nur nach einem einzigen Spieltag (17. Spieltag) rangierte der FCP bisher nicht auf einem Abstiegs- oder Relegationsplatz. Am 17. Spieltag zeigte der FC Pipinsried auch die mit Abstand beste Saisonleistung, als der 1. FC Schweinfurt 05 sensationell 5:0 abgefertigt wurde. Es war einer von nur drei Saisonsiegen. Immerhin: Nach drei Niederlagen in Folge beendete der FCP das Jahr mit einem bemerkenswerten 1:1 beim Titelfavoriten FC Bayern München II. Dennoch geht Pipinsried mit einem Rückstand von vier Zählern auf die Nichtabstiegsplätze in die Winterpause.

Kurios war die Trainerkonstellation im bisherigen Saisonverlauf. Zu Saisonbeginn war Fabian Hürzeler - wie auch in der Saison zuvor - als Spielertrainer für die Mannschaft verantwortlich. Aufgrund seiner zusätzlichen Tätigkeit als Co-Trainer der deutschen U 20-Nationalmannschaft verpflichtete der FCP Mitte September den ehemaligen Bundesligaprofi Manfred Bender als zweiten Cheftrainer. Nach weniger als drei Monaten ist die Zusammenarbeit mit Bender aber nun schon wieder beendet. "Leider sind wir bei unserer weiteren Kaderplanung auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen", erklärte Roman Plesche, Sportlicher Leiter beim FCP: "Wir bedauern das, weil wir einen hervorragenden Trainer verlieren. Fachlich und menschlich hat Manfred Bender bei uns voll überzeugt." Ob Pipinsried im neuen Jahr erneut Fabian Hürzeler einen zweiten Cheftrainer zur Seite stellt, ist noch offen. Am häufigsten getroffen beim FC Pipinsried hat mit Marian Knecht (neun Tore) übrigens ein "kleiner" Social Media Star. Der 26-jährige Torjäger hat bei Instagram über 44.000 Abonnenten.

Aufsteiger Heimstetten fällt nach starkem Start tief

Einen beachtlichen Saisonstart legte Aufsteiger SV Heimstetten hin. Von den ersten sieben Partien gewann der Liganeuling vier. Die Mannschaft von SVH-Trainer Christoph Schmitt beeindruckte vor allem bei den Auswärtssiegen in Aschaffenburg (4:1) und Buchbach (5:2). Doch der 1:0-Heimerfolg gegen den TSV 1860 Rosenheim am 7. Spieltag sollte der letzte Sieg für eine lange Zeit bleiben.

Auf einmal lief kaum noch etwas zusammen und der SVH blieb 13 Begegnungen hintereinander ohne Sieg. Dadurch wurde Heimstetten von Platz sechs bis auf den letzten Rang durchgereicht. Erst in der vorletzten Partie vor der Winterpause beendete der SVH mit dem 3:2-Sieg gegen Mitaufsteiger Viktoria Aschaffenburg die monatelange Misere. Das Team von Christoph Schmitt schaffte es dann aber nicht, ein weiteres Erfolgserlebnis nachzulegen. Wegen der 1:2-Niederlage beim direkten Konkurrenten FC Augsburg II im abschließenden Spiel des Kalenderjahres überwintert der SVH als Schlusslicht. Zu allem Überfluss erlitt Teammanager Michael Matejka bei einem Treppensturz in den Katakomben des Augsburger Rosenaustadions auch noch einen Wadenbeinbruch und Riss des Syndesmosebandes im Sprunggelenk.

Ein Grund für die zahlreichen Niederlagen des SVH (zwölf) ist vor allem die ausbaufähige Defensivleistung. Mit 46 Gegentreffern stellt Heimstetten die anfälligste Hintermannschaft der Liga. Die Torstatistik ist dagegen gar nicht so schlecht. Insgesamt schoss Heimstetten 30 Tore, viele Teams erzielten weniger Treffer. Mit Lukas Riglewski hat der SVH einen echten Torjäger in den eigenen Reihen. Der 25-jährige Offensivspieler knipste bereits elfmal und muss in der Torschützenliste damit nur Kwasi Okyere Wriedt von Tabellenführer FC Bayern München II den Vortritt lassen.

BFV/mspw

 

 
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