Bereits zum 30. Mal hat der Bezirk Oberpfalz des Bayerischen Fußball-Verbandes 45 ehrenamtliche Mitarbeiter der Sportvereine für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Damit haben in diesen drei Jahrzehnten über 1000 „gute Geister und stille Helden“, wie BFV-Bezirks-Vorsitzender Thomas Graml die Geehrten bezeichnete, die DFB-Sonderehrung mit Uhr und Urkunde erhalten.
Vom Ehrenvorsitzenden bis zur Trikotwäscherin, vom Platzwart bis zum Platzkassier, vom Jugendtrainer bis zum Geistlichen Beirat, der zu den Heimspielen seines Vereins drei selbst gebackene Bananenkuchen für den Verkauf, für die Heimelf und als Willkommensgruß für die Gastmannschaft mitbringt: Auch beim 30. Ehrenamtstag des BFV-Bezirks am Schwarzenfelder Miesberg war wieder ein breites Spektrum ehrenamtlicher Tätigkeiten vertreten. Angesichts der Freude und des Engagements, mit denen die Frauen und Männer seit vielen Jahren für ihre Vereine tätig sind, wollte Bezirksvorsitzender Graml nicht von einem „Opfer“ sprechen: „Das Ehrenamt gibt auch viel zurück, unter anderem Wertschätzung und Selbstwertgefühl. Es ist ein Gewinn für alle!“ Bereits im Vorfeld waren auf Bayernebene die drei Kreissieger Barbara Beer (FC Jura 05), Wolfgang Weber (SVSW Kemnath) und Max Fuchs (DJK-SV Rettenbach) geehrt worden.
Aus eigener Erfahrung berichtete die 2. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Schwarzenfeld, Gabriele Wittleben, dass ehrenamtliche Arbeit die sportliche Gemeinschaft zusammenhält. Ohne die Ehrenamtlichen sei der Fußball vor Ort nicht möglich. Ähnlich sah es die Bezirksvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Barbara Hernes, die Leidenschaft, Gemeinschaftsgeist und Identifikation mit dem eigenen Verein als Werte herausstellte, ohne die im Sport nichts funktioniere. Die Ehrenamtler seien „außergewöhnliche Persönlichkeiten und Garanten des Gelingens“. In ihren Dank bezog sie die Partner der Geehrten ein, denn nur gemeinsam könne man Herausforderungen meistern und Durststrecken überwinden. Und Hernes stellte heraus, dass auch der Dachverband BLSV und der Fachverband BFV in der Oberpfalz solch ein gutes Teamwork pflegen.
Angesichts der Vorgaben der DFB-Sonderehrung, die bei Frauen eine zehnjährige Tätigkeit und bei Männern ein 15-jähriges Engagement voraussetzt, rechnete der Verbands-Ehrenamtsreferent Andreas Vogler vor, dass der BFV-Bezirk bei seinem 30. Ehrenamtstag „mindestens 620 Jahre Vereinsarbeit“ mit der BFB-Sonderehrung belohne. Das Ehrenamt sei der „Herzschlag unserer Vereine und stärkt die Gesellschaft“. Wie Bezirks-Ehrenamtsreferent Reinhard Rengsberger dazu ergänzte, sei die DFB-Uhr die höchste vom Fußball-Verband zu vergebende Ehrung für Vereinsfunktionäre – sozusagen ihr Lebens-Oscar.
In einer Talkrunde mit dem BFV-Bezirks-Vorsitzenden Thomas Graml und Moderator Andreas Allacher sah der Sportpolitische Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Bernd Heinisch, das „Ehrenamt in der Mitte unserer Gesellschaft“. Es sei essenziell, „vor allem in der heutigen Zeit“. Aus eigener Erfahrung als Fußballer in der Region und Sportfunktionär bedauerte der Landtagsabgeordnete, dass die Schere zwischen Profi- und Amateurfußball vor allem finanziell immer weiter auseinandergehe. Angesichts des BFV-Ehrenamtstages betonte er, dass eine Auszeichnung wie die DFB-Uhr „weit mehr als ein Schulterklopfen“ sein müsse. Auch der Freistaat könne noch mehr für das Ehrenamt tun, zum Beispiel über die erneut angehobene Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale: „Entscheidend ist aber, was wirklich ankommt!“
Obwohl auch im Fußballbezirk Oberpfalz immer mehr kleine Vereine in Spielgemeinschaften ihre Kräfte bündeln müssten, bleiben sie als günstige Sportanbieter und vor allem im ländlichen Raum als gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt unverzichtbar, ergänzte Graml. In seinem eigenen Verein, dem in der Nachwuchsarbeit sehr engagierten und erfolgreichen SV Raigering, habe man einmal errechnet, dass ein Jugendliche angesichts seines Mitgliedsbeitrags pro Trainingseinheit rund 20 Cent bezahle. Der Wert von Ehrungsveranstaltungen wie dem BFV-Ehrenamtstag bezeichnete Graml auch in einer immer digitaleren Welt als weiterhin hoch, wird doch damit die vorbildliche Arbeit der ansonsten im Hintergrund arbeitenden stillen Helden ins Licht der Öffentlichkeit gestellt.