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Verbandstag 2006

Verbandstag 2006 in Bad Gögging

Die Nachwuchsarbeit war das zentrale Thema bei der Talkrunde "Spannungsfeld Verband und Profiklubs", die Markus Othmer beim Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging moderierte. "Es gab Zeiten, da wurde im Nachwuchsbereich nicht so gut gearbeitet. Weder beim Verband noch bei den Vereinen", erklärte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München, und gab gleich zu: "Das hat sich mittlerweile gewandelt." Trotzdem gab es sowohl von Rummenigge als auch Andreas Rettig (FC Augsburg) und Kurt Gaugler (Wacker Burghausen) kritische Stimmen zum Thema Stützpunkttraining. Letztlich finde das zu selten statt, lautete das Fazit. "Was aus Sicht der Profiklubs zutrifft", wie BFV-Präsident Dr. Rainer Koch bestätigte, "doch in einem Flächenstaat wie Bayern müssen wir auch an die ländlichen Regionen denken und da entsprechende Angebote unterbreiten." Einigkeit herrschte in der Gesprächsrunde außerdem, dass talentierte Spieler nicht zu früh aus dem vertrauten, heimatlichen Umfeld herausgerissen werden sollen. "Mit 15, 16 Jahren ist der Wechsel in die Leistungszentren der Profiklubs nicht zu spät", hat Burghausens Manager Kurt Gaugler längst festgestellt.

Talkrunde Schiedsrichter

"Wir sind stolz, dass wir viele Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen in den deutschen Spitzenligen haben", gab Obmann Rudi Stark beim Verbandstag zu, "denn diese Persönlichkeiten haben Vorbildcharakter." In der von Markus Othmer moderierten Runde mit FIFA-Referee Wolfgang Stark, dem Augsburger Unparteiischen Thomas Färber sowie den Schiedsrichterinnen Tanja Schneider (Amberg) und Steffi Weber (München) wurde mehr als einmal deutlich, dass dieses schwere Amt eine ungeheure Faszination ausübt. "Die Tätigkeit formt den Charakter, Schiedsrichter stehen für Ehrlichkeit und Entscheidungsfreudigkeit", betonte Thomas Färber, Tanja Schneider und Wolfgang Stark erklärten zu ihren Zielen unisono: "Letztlich wollen wir von Spiel zu Spiel unsere beste Leistung bringen." Doch einen ganz großen Wunsch ließ sich FIFA-Referee Stark dann doch noch entlocken. "Bei der WM 2010 zu pfeifen, dass wäre schon ein Traum."

Vier neue Ehrenmitglieder

Aus der Vorstandsarbeit des Bayerischen Fußball-Verbandes sind zwar vier langjährige Funktionäre ausgeschieden, ihre Verdienste wurden aber mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern und einer ausführlichen Laudatio durch Vizepräsident Alfred Fackler ausgiebig gewürdigt. Diese Ehre wurde auf dem Verbandstag in Bad Gögging dem bisherigen oberfränkischen Bezirksvorsitzenden Karl Fleischer, dem Verbands-Spielleiter Armin Klughammer, dem Verbands-Jugendleiter Heinz-Peter Birkner und dem Vizepräsidenten Hermann Güller zuteil.

Theo Zwanziger will bayerischen Einfluss stärken

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat sich auf dem Verbandstag für eine stärkere sportpolitische Rolle Bayerns ausgesprochen. "Zum Bundestag 2007 wird sich in dieser Richtung etwas tun", erklärte Zwaniger, "denn ein so großer Verband muss mit seinen besten Leuten auch im DFB gut vertreten sein. Nur so kann der Fußball bundesweit sachgerecht weiterentwickelt werden und ich verspreche, dass ich meine ganze Kraft dafür aufbringe, um dies durchzusetzen." Der Bayerische Fußball-Verband mit 4500 Vereinen und 1,3 Millionen Mitgliedern ist der größte aller 21 Landesverbände innerhalb des DFB und stellt damit rund 19 Prozent aller Mitglieder in deutschen Fußballvereinen.
Außerdem kündigte Zwanziger an, dass zum Bundestag 2007 ein Fußball-Entwicklungsplan zur Abstimmung vorgelegt wird, um den Sport weiter zu stärken. "Welche Rolle der Fußball spielt, hat ja die WM gezeigt. Wenn türkische Mitbürger ihre Autos mit Deutschland-Fahnen bestücken, dann ist das gelebte Integration. Das kann auch im Kleinen funktionieren, deshalb sage ich: Lasst die Kinder einfach Fußball spielen, auch schon im Kindergarten. So können alle Unterschiede in Rasse, Religion oder Geschlecht viel leichter überwunden werden."

Django Asül "lästert" über Fußballgrößen

Für zahlreiche Lacher sorgte beim Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging der türkische Kabarettist Django Asül. "Das WM-Maskottchen Goleo kam als zahnloser, kastrierter Löwe ohne Hose daher, der immer grinst wie Oliver Bierhoff", lästerte der Comedian, der auch vor anderen Fußballgrößen nicht halt machte. "Der FC Bayern wird nicht zu stoppen sein, weil er sich auf zwei Positionen verstärkt hat. Durch den Kauf von Daniel van Buyten und den Verkauf von Michael Ballack", lautete ein Kommentar, Red Bull Salzburg bezeichnete er als "privaten Komödienstad´l von Franz Beckenbauer" und den TSV 1860 München titulierte er als das Problemkind aus bayerischer Sicht. "Aus den Löwen ist ein Goleo geworden", scherzte der Niederbayer.

Zwanzigers Tante wollte Klopp als Bundestrainer

Eine launige Gesprächsrunde moderierte Markus Othmer beim Verbandstag, an der neben Bundesliga-Trainer Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 (im Trainingslager in Bad Gögging) auch FIFA-Referee Wolfgang Stark, der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und DFB-Schatzmeister Heinrich Schmidhuber teilnahmen. Dabei gab Zwanziger zu, dass nach der nicht erfolgten Vertragsverlängerung von Jürgen Klinsmann seine Tante unbedingt Jürgen Klopp als Bundestrainer wollte. Was dem Mainzer Coach ein lauthalses Lachen entlockte. Zwanziger führte weiter aus: "Wir gehen mit Joachim Löw den Weg weiter und werden - wie ich höre - 2008 Europameister."
Von der Begeisterung während der WM zeigte sich Zwanziger ebenso begeistert wie die restlichen Teilnehmer. "Die Stimmung war so positiv wie bei uns in Mainz das ganze Jahr über", erzählte Klopp lachend - und lieferte die Erklärung gleich hinterher: "Bei uns und bei den WM-Spielen waren viele Frauen im Stadion, die für positive Stimmung sorgen und die Aggressivität rausnehmen." Was auch Referee Wolfgang Stark bestätigen konnte, "denn in Mainz ist die Atmosphäre sehr angenehm." Überrascht von der Vielzahl weiblicher Fans zeigte sich auch Heinrich Schmidhuber, der sich selbst als "lachender Schatzmeister" bezeichnete, "denn die WM wird uns wohl eine schwarze Null liefern."

Dr. Koch: "Stellenwert des Amateurfußballs deutlich gemacht"

In seiner programmatischen Rede auf dem Verbandstag in Bad Gögging wies BFV-Präsident Dr. Koch darauf hin, dass der Bayerische Fußball-Verband durch die erfolgreiche Strukturreform tiefgreifend verändert und bayernweit gleichmäßig aufgestellt worden sei Im Hinblick auf die demografische Entwicklung mit geburtenschwächeren Jahrgängen wären damit wichtige Voraussetzungen geschaffen worden, um die Vereine fit zu machen für die nächsten zwei Jahrzehnte. Die Welt der 4400 bayerischen Vereine, die das Leben in den Kommunen entscheidend mitpräge, müsse dauerhaft erhalten bleiben.

Seiner Freude über die erfolgreichen WM-Aktionen mit BFV-Beteiligung gab Dr. Koch besonderen Ausdruck: Es sei damit gelungen, dass die Weltmeisterschaft auch bei den Menschen an der Basis hautnah ankommt und gleichzeitig habe man verdeutlichen können, dass auch der Amateurfußball seinen Stellenwert habe. Die Zusammenarbeit mit den Profiklubs sei partnerschaftlich verlaufen und die mit den Medien - vor allem mit dem BR -wolle man in Zukunft noch weiter vertiefen.

Der BFV sei bereit und habe es ansatzweise auch schon getan, Alternativen zum organisierten Ligenfußball zu übernehmen. Diese neuen Arbeitsfelder müssten möglichst schnell weitrer entwickelt werden. Die neue Homepage und bis zu über 13 Millionen Seitenabrufe würden den Internetauftritt noch bedeutsamer machen als Instrument der Zukunft für den BFV.

An DFB-Präsident Theo Dr. Zwanzigers Rede anknüpfend, bemerkte Dr. Koch, dass sich der Bayerische Fußball-Verband zu großen Zentralisierungstendenzen entgegenstelle, stattdessen jedoch für einen föderalen Deutschen Fußball-Bund mit starken Landesverbänden einstehe.

Die Arbeit in den letzten eineinhalb Jahren sei von Erfolg gekrönt gewesen, wo bei es gelungen sei, den BFV-Fußball als Qualitätsmarke ins rechte Licht zu rücken.

Neuwahlen und Anträge 2006

Dr. Rainer Koch einstimmig im Amt des BFV-Präsidenten bestätigt

Beim Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging wurde der bisherige Präsident Dr. Rainer Koch in seinem Amt bestätigt. Alle 229 Delegierten stimmten für Koch, der weiter auf die Unterstützung der bisherigen Vizepräsidenten Alfred Fackler und Rolf Eppelein bauen kann. Dritter Vizepräsident ist der niederbayerische Bezirksvorsitzende Siegfried Urlberger, der sich in der Abstimmung gegen den mittelfränkischen Vorsitzenden Uwe Kunstmann durchsetzte. Als Schatzmeister wurde Günther Lommer in seinem Amt bestätigt.

Neu im Amt ist auch Jürgen Faltenbacher als Vorsitzender des Verbands-Spielausschusses und in Personalunion des Bayernliga-Spielleiters, der die Nachfolge von Armin Klughammer antritt. Faltenbacher stellte sich als einziger Kandidat der Wahl, ihm zur Seite stehen als Spielleiter der Landesliga Nord Christof Hille, als Spielleiter der Landesliga Mitte Klaus Jacke und als Spielleiter der Landesliga Süd Peter Moossmann, der sich in der Wahl gegen den Mitbewerber Georg Bucher durchsetzen konnte.

In ihren Ämtern bestätigt wurden die Mitglieder des Verbands-Schiedsrichterausschusses mit dem Vorsitzenden Rudi Stark sowie den Beisitzern Herbert Ferner und Anton Langhans. Neuer Vorsitzender des Verbands-Jugendausschusses ist Karl-Heinz Wilhelm, als Beisitzer fungieren Peter Bursy, Egon Eißing, Fritz Glück, Peter Papistock sowie Michael Meier als U23-Mitglied.

Einstimmig war das Votum für Oskar Riedmeyer als Vorsitzender des Verbands-Sportgerichts ebenso wie für Franziska Döbrich-Trifellner als Vorsitzende des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses samt den Beisitzern Sabine Batsch, Petra Lenz, Georg Müllner, Marina Schnapp und der U30-Vertreterin Nathalie Bischof. Die Prüfungskommission für das Finanzwesen im Verband leitet Winfried Buchhart, ihm zur Seite stehen Reinhold Wolf und Josef Wuddi. Dem Verbandsvorstand gehört in den nächsten vier Jahren außerdem Florian Weißmann an, der das Amt des erstmals gewählten U30-Mitglieds bekleidet.

Wichtigste Änderungen der Satzung und Ordnungen

Satzung
  • In die Aufgabenbeschreibung des Verbandes wird die Förderung weiterer Fußball-Spielformen wie Futsal, Street- und Beach-Soccer aufgenommen.
  • Die Höhe der Mindeststrafen des Verbandes wird von 5 auf 10 Euro festgelegt.
  • Auf Verlangen des Verbands-Vorstandes ist von den Mitgliedsvereinen auf Internetseiten, Stadionzeitungen und weiteren Publikationen das Logo des BFV und/oder die Internetadresse anzugeben.
  • Die Pflichtabnahme der Verbandszeitschrift bayernsport wurde verringert (mindestens 1 Exemplar, maximal 5 statt bislang bis zu 10 Exemplare).
Spielordnung
  • Die Einsatzbestimmung auf Kreisebene wurden neu geregelt. Vereine, die von der Kreisliga abwärts spielen, können ohne Beschränkung drei Spieler in der 2. Mannschaft einsetzen, wenn diese in einer der beiden untersten Ligen spielt.
  • Auch bei den Erwachsenen müssen analog zum Jugendbereich Spielerpässe nicht mehr zwingend am Spieltag vorgelegt werden. Anderweitig legitimierte Kicker können eingesetzt werden, der Nachweis der Spielberechtigung muss innerhalb von drei Tagen nachgereicht werden.
  • Private Pokalrunden und Turnier mit mehr als 15 Teilnehmern oder mehr als drei nicht-bayerischen Teilnehmern sind künftig mindestens vier Wochen vorher anzuzeigen und vom BFV zu genehmigen.
Rechts- und Verfahrensordnung
  • Sperren gegen Mitglieder können bereits ab einer Sperre von über acht Wochen auf Bewährung ausgesetzt werden.
  • Bei Erwachsenen können zusätzlich zu Sperrstrafen künftig auch noch Geldbußen verhängt werden.
  • Wer einen falschen Spielerpass oder eine sonstige unechte Urkunde herstellt oder zur Täuschung gebraucht, wird nicht mehr zwingend mit Verbandsausschluss bestraft. In leichten Fällen kann auch auf eine Geldstrafe nicht unter 500 Euro und/oder auf eine Sperrstrafe erkannt werden.
Sonstige Anträge
  • Zulassung von Werbung auf Ärmeln, Hosen oder Stutzen wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.
  • Ergebnisse sind innerhalb einer Stunde nach Schlusspfiff zu melden. Erfolgt dies nicht, sind 10 Euro im Erwachsenen- und 5 Euro im Juniorenbereich als Strafe fällig. Bei der wiederholten Nichtmeldung wird ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet. Liegt die Quote der nicht oder verspätet übermittelten Ergebnisse unter fünf Prozent, erhält der Verein alle Gebühren auf Antrag zurück. Ziel ist es, alle bayerischen Ergebnisse schnellstmöglich einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen.
Leitanträge zur Zukunft des Jugend-Fußballs für Jungen und Mädchen in Bayern
 
Aufgrund der demografischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wurde eine Zukunftskonzeption erarbeitet. Dazu gehört, dass Jungen und Mädchen in zumutbarer Entfernung die Möglichkeit zum Spielen haben.
 
  • Einführung von Kleinfeldgruppen bis zu den A-Junioren in vereinsschwachen Gebieten
  • Kreis- und Bezirksgrenzen überschreitende Spielgruppen
  • Bei großen Entfernungen kleine Spielgruppen mit einer Doppelrunde im Herbst und Frühjahr
  • Reduzierung des Leistungsdrucks bei den G- bis E-Junioren
  • Mädchenmannschaften in Jungengruppen
  • Gastspielrecht für eine Saison bei Verbandsspielen
  • Zusatzspielrecht für talentierte Mädchen in einem weiteren Verein bei den Jungen
  • Weiterer Ausbau der Junioren-Fördergemeinschaften (JFG)
  • "Schnupper-Angeobte" für Nicht-Vereinsfußballer (gemeinsame Veranstaltungen auch mit Jugendverbänden und -organisationen).
  • Ausweitung der internationalen Kontakte
  • Kurzschulungen für männliche und weibliche Betreuer, Trainer, Jugendsprecher, Spielführer und Nachwuchskräfte in den Vereinen
  • Laufende Schulungen der Verbandsmitarbeiter(innen)
  • Servicestellen für Vereine in jedem Kreis
  • Fußballbezogene Sportklassen in den verschiedenen Schularten
  • Kurzlehrgänge im Unterrichtsfach Schulsport für Lehrer(innen)
 
 
Leitantrag der Arbeitsgruppe Gewaltprävention unter dem Motto "Gemeinsam und Fair"
 
Unter dem Motto "Gemeinsam und Fair" sollen künftig folgende Bereiche stärker in die Verbandsarbeit einbezogen und umgesetzt werden:
  • Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Toleranz
  • Wahrnehmung der Regeln des Sports als Grundlage allgemeiner Fairness
  • Anbahnung von Teamfähigkeit und Anleitung zur Kooperation
  • Vermittlung von Kenntnissen zur Erziehung, Beratung und Problemlösung
  • Integration von Kindern und Jugendlichen sowie Mitbürgern aller Nationalitäten, Religionen und Hautfarben innerhalb der Gesellschaft
 
Spitzenvereine

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