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DFB-Stützpunkte

Das ist die BFV-Talentförderung

Jeder Fußballfan möchte heute und auch morgen Spitzenfußball in der Bundesliga und bei der deutschen Nationalmannschaft sehen. Deshalb ist die Talentförderung eine der elementaren Aufgaben des Bayerischen Fußball-Verbandes.

In den letzten Jahren wurde die BFV-Talentförderung immer weiter verfeinert und ist heute einzigartig in Deutschland. Kern der BFV-Talentförderung ist das aufbauende System von 49 bayerischen DFB-Stützpunkten (Basisförderung), den bayernweit 18 BFV-Nachwuchsleistungszentren und den Nachwuchsleistungszentren der Lizenzvereine (Eliteförderung), in dem jedes Talent die Chance hat, den Sprung auf die große Bühne zu schaffen, ohne dass die Themen "Bildung" und "soziales Umfeld" in den Hintergrund rücken müssen. "Bayern ist in der Talentförderung Vorreiter" sagt auch Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer (Interview BFV.TV).

Die Regional- und Bayernauswahlen, die Leistungssportklassen in den vier bayerischen Eliteschulen des Fußballs in München und Nürnberg und Kooperationsmodelle wie "Sport nach 1" sind weitere Mosaiksteine im bayerischen Modell. Einen Überblick über die BFV-Talentförderung geben Ihnen der angehängte Flyer (PDF) und die Infoseiten der Rubrik "Talente & Auswahlteams" auf dieser Homepage.

Die BFV-Talentförderung
Stand: 21.09.2011 | PDF (2 MB)
 

Landkarte DFB-Stützpunkte Bayern

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Hier finden Sie eine Übersicht aller DFB-Stützpunkte in Bayern. Für Detailinformationen zu den einzelnen DFB-Stützpunkten kliicken Sie bitte in die jeweilige Region oben rechts in der Navigation. Dort sind alle bayerischen DFB-Stützpunkte, die BFV-Nachwuchsleistungszentren und die jeweiligen Ansprechpartner mit Kontaktdaten aufgelistet.

Die Stützpunktkoordinatoren:

Region Nord: Roberto Pätzold
Region Ost: Michael Köllner
Region Süd: Peter Wimmer
Region West: Thomas Roy

"Wollen den Kindern den Druck nehmen"

Karl-Heinz Wilhelm, Vorsitzender des Verbands-Jugendausschusses, erklärt im Interview das Zusammenspiel zwischen DFB-Stützpunkten, den 16 bayerischen Nachwuchsleistungszentren und den Leistungszentren der Lizenzvereine.

Karl-Heinz Wilhelm, in Bayern hat der BFV neben den DFB-Stützpunkten 16 Nachwuchsleistungszentren (NLZ) geschaffen. Bei einem Treffen mit den Vertretern der NLZ wurde jetzt ein erstes Fazit gezogen. Was sind die Erkenntnisse aus dem Treffen?
Karl-Heinz Wilhelm: Wir hielten es für sinnvoll uns zu einem Gedankenaustausch zu treffen, um über Probleme, Nöte und Entwicklungen aus der Vergangenheit zu sprechen. Und um die Erfahrungen der ersten Jahre in die Zukunftsplanung aufnehmen zu können. Zum Beispiel war die Überbelastung durch Regionalmaßnahmen ein Thema. Viele Spieler haben ein hohes sportliches Pensum zu absolvieren. Da wir natürlich auf die schulischen Belange, z.B. das G 8 oder die Ganztagesschule Rücksicht nehmen müssen, können weitere Sichtungsmaßnahmen unter der Woche nicht in Frage kommen. Die Kinder müssen ihren Vereinen für den Trainings- und Spielbetrieb grundsätzlich zur Verfügung stehen.

Vor zwei Jahren wurden in Bayern die BFV-Nachwuchsleistungszentren als Stufe zwischen Basisstützpunkten und den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligavereine eingeführt. Wie hat sich diese Einführung bisher bewährt?
Karl-Heinz Wilhelm: Die Vereine sehen das bayerische Konzept sehr positiv. Unsere BFV-Nachwuchsleistungszentren haben wiederum einen sehr guten Kontakt zu den Basisstützpunkten. Der optimale Weg sieht vor, dass ein Spieler nach dem Durchlaufen des BFV-Nachwuchsleistungszentrums im Alter von 15 Jahren zu einem Bundesligisten wechselt. Dadurch wollen wir die frühzeitige Abkapselung vom Elternhaus und der Schule verhindern. Zumal die Wege gerade in Bayern oft länger sind, als in anderen Bundesländern.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen BFV-Mittelzentrum und einem NLZ des Bundesligisten?
Karl-Heinz Wilhelm: Die Zusammenarbeit zwischen BFV-Mittelzentren und Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren wird zum Großteil von den Vereinen als positiv dargestellt. Wir möchten, dass das Ausnahmetalent eine Förderung  in einem Bundesliga-Nachwuchsleistungszentrum erhält. Hier wird sehr viel Druck aus dem häuslichen Umfeld auf die Kinder ausgeübt. Diesen Druck versuchen wir über die BFV-Mittelzentren von den Kindern zu nehmen. Dort können sich die talentierten Kinder mit gleichstarken Kindern messen und ihre eigene Leistung einschätzen. Häufig erübrigt sich ein weiterer Wechsel zu einem Bundesliga-Nachwuchsleistungszentrum.

Greift dieses erfolgversprechende Modell schon so, wie Sie es sich vorstellen?
Karl-Heinz Wilhelm: Eine große Gefahr besteht darin Druck auf die Kinder auszuüben, schon früher zu wechseln. Das wollen wir mit unserem Konzept verhindern, zum Wohl der Talente.  Natürlich bringt es nichts, wenn ein Junge mit seinem Heimatverein jede Woche 12:0 gewinnt und nicht mehr richtig gefordert wird. Dann stagniert seine Entwicklung. Das Ziel des bayerischen Konzeptes ist die ständige sportliche Weiterentwicklung. Daher haben wir uns für die "Mittelzentren" entschieden. Die Vereine müssen erkennen, dass dieses Konzept nicht nur für die Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren etwas bringt, sondern auch für die kleineren Vereine.
 
Wie viele Spieler schaffen eigentlich den Sprung in die Bundesliga?
Karl-Heinz Wilhelm: Die Quote ist bei den vielen Tausenden von Nachwuchsfußballern natürlich gering, da nur die allerbesten den Sprung schaffen. 98 % der Spieler finden sich als Erwachsene wieder im Amateurbereich. Alle Spieler, die aber eine individuelle Ausbildung in diesem Programm genossen haben, sind wesentlich weiter entwickelt wie solche, die nur in ihrem Heimatverein trainiert und gespielt haben. Früher oder später kommen die Spieler wieder in ihre Heimatvereine gut ausgebildet zurück.

Gibt es noch Verbesserungsvorschläge?
Karl-Heinz Wilhelm: Die dritte Saison geht nun zu Ende. Das ist ein guter Zeitpunkt um eine Ergebnisaufnahme zu machen und über Strukturen und Entwicklungen zu sprechen. Es zeichnet sich ab, dass wir hier einiges zum Wohle unserer Kinder und deren Ausbildung verbessern können. Für die möglichen Verbesserungen müssen wir den DFB, der dieses Konzept finanziert, mit ins Boot holen.

Stützpunkttraining - Was ist das?

In Bayern wird in insgesamt 63 DFB-Stützpunkten und BFV-Nachwuchsleistungszentren trainiert. Einer der mittendrin statt nur dabei ist, ist Michael Köllner, Stützpunktkoordinator für die ostbayerischen Stützpunkte. Im Interview erklärt er nicht nur, was in den Stützpunkten eigentlich gemacht wird, sondern welchen Stellenwert sie im Nachwuchskonzept in Bayern und ganz Deutschland einnehmen.

Herr Köllner, können Sie kurz erklären, was ein DFB-Stützpunkt ist?
Michael Köllner: "Ein DFB-Stützpunkt ist ganz einfach der Ort, an dem junge Fußballtalente einmal in der Woche neben ihrem normalen Training unter professioneller Anleitung ganz gezielt gefördert werden. Im Kern richtet sich das Angebot an die D- und C-Jugend."

Was heißt gezielt gefördert?
Michael Köllner: "Mit den Jüngeren wird an den fußballerischen Grundlagen und der Technik gefeilt, die älteren Spieler und Spielerinnen bekommen bereits fußballtaktische Schulungen und ganz individuell auf sie abgestimmte Trainingseinheiten."

Was will man damit erreichen?
Michael Köllner: "Die DFB-Stützpunkte sind ein ganz wichtiger Bestandteil in der Fußball-Nachwuchsförderung in Deutschland. Sie sind quasi der Einstieg in die professionelle Förderung. Wir haben in Deutschland derzeit rund 350 DFB-Stützpunkte, in Bayern 63, an denen wiederum rund 2500 Spieler und Spielerinnen trainieren. Dort erhalten die Talentiertesten aus dem jeweiligen Umkreis des Stützpunktes zum einen wichtige zusätzliche Trainingsangebote. Zum anderen ist es natürlich auch für uns die Möglichkeit, sich regelmäßig einen guten Überblick über den Leistungstand der Talente zu machen, sie zu sichten und dann ganz gezielt zu fördern. Es geht schließlich darum, gleichzeitig den Fußballnachwuchs optimal zu fördern und auch kein Talent unentdeckt zu lassen. Neben den DFB-Stützpunkten gibt es ja noch die zehn BFV-Nachwuchsleistungszentren, an denen auch noch die besten Talente aus der B-Jugend trainieren und die ganz eng mit regionalen Spitzenvereinen zusammen arbeiten und es gibt auch noch die Nachwuchsleitungszentren der Bundesligisten. Ich wage zu behaupten, dass durch dieses engmaschige Netz wirklich kein Talent unentdeckt bleibt. Und die DFB-Stützpunkte sind dabei eben der ideale Einstieg."
 
Wer trainiert denn die Talente?
Michael Köllner: "Das Training wird ausschließlich von lizenzierten Trainern und Trainerinnen geleitet, die auch beim DFB unter Vertrag stehen. Das garantiert ein professionelles Niveau und das ist auch genau der Unterschied zu vielen kleineren Vereinen, wo die Verantwortlichen sicherlich mit viel Herzblut bei der Sache, aber nicht immer auf dem aktuellsten Stand der Trainingslehre und -methodik sind und sein können. Alle Stützpunktrainer werden regelmäßig geschult, müssen immer wieder nachweisen, dass sie das Stützpunkttraining leiten können und höchsten Ansprüchen genügen. Das Gute daran ist, dass sie mit ihrem Wissen wiederum als Ansprechpartner für die Vereinstrainer da sind. Es gibt ja in Zusammenarbeit mit dem BFV auch viele Angebote für Vereinstrainer, um auch sie auf den neuesten Stand zu bringen. Zum Beispiel das DFB-Mobil. Eine ganz tolle Sache, bei der der Verein nahezu keinen Aufwand hat und nur profitieren kann."
 
Wie kommen die Talente denn zu ihnen ins Stützpunkttraining?
Michael Köllner: "Es gibt regelmäßige Sichtungen und Nachsichtungen. Dort werden die jüngsten Fußballer und Fußballerinnen für das Stützpunkttraining gesichtet und ausgesucht. Da uns klar ist, dass sich die jungen Talente unterschiedlich entwickeln, gibt es regelmäßige Nachsichtungen, bei denen jederzeit noch der Sprung in die zusätzliche Förderung neben dem Vereinstraining möglich ist."

Werden Jungs und Mädels gleich gesichtet und trainiert?
Michael Köllner: "Ja. In den Stützpunkten trainieren Jungen und Mädchen eines Jahrgangs zusammen. Das hat den Vorteil, dass alle auf einem gleich hohen Niveau gefördert werden. Bei den jüngeren Jahrgängen ist auch die körperliche Entwicklung noch kein Problem. Je älter die Spieler und Spielerinnen werden, desto mehr kommen natürlich auch die körperlichen Unterschiede zum Tragen. Aber dadurch, dass von Anfang an gemischt trainiert wird, sind es auch die Spielerinnen von Anfang an gewohnt, dagegen zu halten. Die Erfahrung zeigt, dass die Spielerinnen, die auch in den älteren Jahrgängen mithalten und sich durchzusetzen wissen, auch tatsächlich die sind, die die Voraussetzung haben, den Sprung nach ganz oben in die Bundesliga- und Nationalmannschaften zu schaffen."

Wer freut sich denn mehr auf das Training, die Trainer oder die Nachwuchstalente?
Michael Köllner: "Ich hoffe natürlich beide Seiten. Es wäre ja schlimm, wenn bei den Spielern, Spielerinnen oder Trainern nicht jeder mit vollem Elan bei der Sache wäre. Bei den Trainern kann ich jedenfalls permanent die Freude spüren. Wir haben alle das Ziel, die Talente bestmöglich zu fördern und ich bin zuversichtlich, dass das DFB-Stützpunkttraining auch in dieser Saison wieder ein Erfolg wird."

 
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