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Die Ligenstruktur - Auf- und Abstieg

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2011

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Der BFV und die Amateurspitzenvereine haben einen gemeinsamen Vorschlag für ein neues Spielklassen-Modell unterhalb der 3. Liga entwickelt.

Die 18 Vertreter der Bayernliga-Vereine, die gewählten Sprecher der drei Landesligen und der Bayerische Fußball-Verband haben auf dem Bayernliga-Workshop in Bad Gögging (11./12. Februar) Geschlossenheit und Einigkeit demonstriert und einen gemeinsamen Vorschlag für ein neues Spielklassen-Modell unterhalb der 3. Liga entwickelt. Der Vorschlag soll nun bayernweit auf allen Verbandsebenen, insbesondere auch in den Bezirken, mit allen Vereinen erörtert und diskutiert werden. Das Ziel: Attraktiver, bezahlbarer und verantwortbarer Amateurfußball in allen bayerischen Spielklassen, ein vernünftiger Unterbau für die neue bayerische 4. Liga, mehr Derbys und akzeptable Fahrtstrecken durch regionale Einteilung der Landesligen.

Das vorgeschlagene Spielklassen-Modell (System "1-2-5") sieht ab der Saison 2012/2013 auf Verbandsebene unter der neuen bayerischen Regionalliga (4. Spielklasse) zwei Verbandsligen (5. Spielklasse) und fünf Landesligen (6. Spielklasse) vor. Der Bayerische Fußball-Verband und seine Spitzenvereine sind einstimmig davon überzeugt, jedem Verein eine - für die individuellen finanziellen und strukturellen Möglichkeiten des einzelnen Klubs - geeignete Liga im Rahmen dieser neuen Spielklassen-Pyramide anbieten zu können.

Die neue bayerische Regionalliga ab 2012/2013 (neue 4. Spielklassenebene)

Am 4. Oktober 2010 haben die Spitzenvereine des bayerischen Amateurfußballs und die Führung des BFV im "Wendelsteiner Anstoß" gemeinsam eine tiefgreifende Reform der Regionalliga gefordert und einen bayerischen Reform-Antrag beim DFB-Bundestag eingereicht - mit Erfolg. Ab der Saison 2012/2013 bekommt Bayern eine eigene von deutschlandweit fünf Regionalligen (Chronik der Ereignisse: siehe unten). Im Kern aller Überlegungen stand und steht das Ziel, unterhalb der drei nationalen Profiligen sportlich attraktiven und wirtschaftlich machbaren Amateurspitzenfußball zu organisieren, und zwar so, dass nicht jedes Jahr systembedingt - wie zuletzt in den bisherigen Regionalligen der Fall - zahlreiche Vereine in die Insolvenz getrieben werden. Der BFV und seine Amateurspitzenklubs sprechen sich deshalb übereinstimmend für folgende grundsätzliche Rahmenbedingungen aus:

1. Verzicht auf ein kostenintensives Lizensierungsverfahren
2. Im Vergleich zur bisherigen Regionalliga: Deutliche Absenkung der Infrastrukturvoraussetzungen (Stadion/Flutlicht) sowie der wirtschaftlichen und spieltechnischen Anforderungen
3. Angemessene Sicherheitsstandards und enge Zusammenarbeit zwischen Verband, Vereinen, Polizei und bayerischem Innenministerium, insbesondere bei Spielen mit Gefährdungspotential ("Sicherheit geht vor!")

Für die Qualifikation zur neuen bayerischen Regionalliga (4. Spielklasse ab 2012/2013) zählt ausschließlich das Abschneiden in der Saison 2011/2012.

Folgendes Qualifikationsmodell wurde auf dem Bayernliga-Workshop vom BFV und seinen Spitzenvereinen in die Diskussion eingebracht:

Für die neue bayerische 4. Liga (ab 2012/2013) qualifizieren sich:

  • Alle bayerischen Vereine, die im Qualifikationsjahr 2011/2012 in der Regionalliga Süd spielen und mögliche Absteiger aus der 3. Liga, wobei der DFB plant, 2. Mannschaften von Drittligisten nicht in der 4. Liga zuzulassen
  • Eine feste Anzahl an Bayernligisten, die im Qualifikationsjahr 2011/2012 eine bestimmte Platzierung in der Bayernliga erreichen (Vorschlag: Plätze 1-9 oder 1-10)
  • 3 oder 4 Vereine aus einer Qualifikationsrunde der übrigen Bayernligisten (bis Platz 16)  mit den Meistern und Vizemeistern der drei Landesligen (2011/2012)

Die Plätze 17 und 18 der Bayernliga-Saison 2011/2012 sind von der Qualifikationsrunde ausgeschlossen und verbleiben in der 5. Spielklassenebene (neue Verbandsligen).

Die zwei neuen Verbandsligen (neue 5. Spielklassenebene)

Als Unterbau für die neue bayerische Regionalliga (4. Liga) sprechen sich der BFV und die Amateurspitzenvereine in ihrem Vorschlag einstimmig für eine neue zweigeteilte Verbandsliga aus (Nord und Süd). Die Zielsetzung:

1. Diese neue 5. Spielklassenebene soll neben ambitionierten Klubs, die in die 4. Liga aufsteigen wollen, auch den Vereinen eine geeignete Liga bieten, die die strukturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die neue 4. Liga (noch) nicht erfüllen können, die aber für die neue Landesliga (6. Spielklasse) sportlich zu stark sind.
2. Die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und spieltechnischen Voraussetzungen sollen sich an den bisherigen Vorgaben der (alten) Landesliga orientieren, um den Mannschaften eine möglichst kostengünstige Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen.
3. Im Vergleich zur aktuellen (bisherigen) Bayernliga würden sich auch die Fahrtstrecken und -kosten bei der neuen zweigeteilten 5. Spielklasse deutlich reduzieren.

Für die neue zweigeteilte Verbandsliga (ab 2012/2013) qualifizieren sich:

  • Bis zu fünf Vereine aus der (alten) Bayernliga (Saison 2011/2012), die sich nicht für die neue bayerische Regionalliga (4. Spielklasse) qualifizieren
  • Eine feste Anzahl an Landesligisten, die im Qualifikationsjahr 2011/2012 eine bestimmte Platzierung in den jeweiligen (alten) Landesligen erreichen (Vorschlag: Plätze 1-8)
  • 7 Vereine aus einer Qualifikationsrunde der übrigen Landesligisten mit den Meistern der Bezirksoberligen

Die Tabellenplätze 16-18 der jeweiligen Landesligen (2011/2012) nehmen nicht an der Qualifikationsrunde teil und verbleiben in der 6. Spielklassenebene (Landesliga neu).

Die fünf neuen Landesligen (6. Spielklassenebene)

Damit möglichst viele Vereine der bisherigen drei Landesligen auch weiterhin am Spielbetrieb auf Verbandsebene teilnehmen können, favorisieren der BFV und seine Spitzenvereine in ihrem Vorschlag einstimmig eine Erweiterung der 6. Spielklassenebene auf fünf Landesligen. Die Zielsetzung:

1. Aktuelle Landesligisten, die nicht den Sprung in die zwei Verbandsligen schaffen, verbleiben in der Landesliga und fallen nicht auf die Bezirksebene zurück.
2. Die fünf Landesligen sollen sich nicht an den Bezirksgrenzen orientieren, sondern nach geografischen und verkehrstechnischen Gesichtspunkten zugeschnitten werden. Dadurch könnten insgesamt geringere Fahrtstrecken und mehr Derbys angeboten werden, und zwar auch für die Vereine, die nah beieinander liegen, aber verschiedenen Bezirken zugeordnet sind.
3. Ambitionierte Bezirksoberligisten bekommen mit der neuen fünfteiligen Landesliga eine Spielklasse, die sie sportlich noch mehr fordert. Fünf Landesligen bieten für das Gebiet des BFV (sieben Bezirke) vernünftige Fahrtstrecken und solide wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Für die neue fünfgleisige Landesliga (ab 2012/2013) qualifizieren sich:

  • Bis zu 23 Vereine aus den (alten) drei Landesligen, die sich im Qualifikationsjahr 2011/2012 nicht für die Verbandsligen (5. Spielklasse) qualifizieren
  • Eine feste Anzahl an Bezirksoberligisten, die im Qualifikationsjahr 2011/2012 eine bestimmte Platzierung in den jeweiligen Bezirksoberligen erreichen (Vorschlag: Plätze 1-6 aus allen sieben Bezirksoberligen)
  • 25 Vereine, die über eine Qualifikationsrunde in den jeweiligen Bezirken ermittelt werden, wobei jeder Bezirk eine feste Anzahl an Qualifikationsplätzen erhält, die sich nach Bezirksgröße und Mannschaftszahlen des jeweiligen Bezirks richten (Obb = 6; Ndb = 3; Schw = 3; Opf = 2; Ofr = 3; Mfr  = 4; Ufr = 4)

Spielklassen auf Bezirks- und Kreisebene (ab der 7. Spielklasse)

Die Spielklassenstruktur unterhalb der neuen Landesliga fällt weiterhin in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Bezirke und wird nicht auf Verbandsebene entschieden. Ab der Saison 2012/2013 sollen 15 Mannschaften aus den Bezirken (entsprechend den aktuell 15 Bezirksligen) in die neue Landesliga (6. Spielklassenebene) aufsteigen.

Wichtige Information:

Um die Rahmenbedingungen für die Spielzeit 2012/2013 und die endgültigen Regularien für das Qualifikationsjahr 2011/2012 beschließen zu können, muss der BFV die Entscheidungen und möglichen allgemeinverbindlichen Vorgaben des DFB-Vorstandes abwarten (Sitzung am 29. April 2011).


 



 

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Bayernliga-Sprecher Christoph Heckl (rechts) sprach von einer "Klasse-Lösung".

Stimmen zum Bayernliga-Workshop

Christoph Heckl (Bayernliga-Sprecher): "Der Vorschlag wäre eine Klasse-Lösung mit einer selbstbestimmten bayerischen Regionalliga und einer sinnvollen Struktur darunter, die garantiert, dass gerade der leistungsmäßige Abstand zwischen der neuen 4. und 5. Spielklasse nicht zu groß wird. Der Bayernliga-Workshop hat erneut deutlich gezeigt, dass zwischen Verband und Vereinen eine regelmäßige konstruktive Kommunikation stattfindet, die absolut notwendig ist, um sinnvolle sportliche Konzepte in die Diskussion einzubringen."

Alexander Waltrapp (1. FC Eintracht Bamberg): "Ich bewerte das vorgeschlagene Ligen-Modell absolut positiv. Viele Mannschaften würden eine Spielklassenebene aufsteigen, so dass es fast nur Gewinner gäbe. Wir wollen gerne in der neuen Regionalliga spielen, werden uns aber im Qualifikationsjahr 2011/2012 deshalb keinesfalls finanziell übernehmen und unverhältnismäßig aufrüsten."

Reinhard Peter (Würzburger FV): "Das Modell und die Qualifikationskriterien würden uns eine gute Chance bieten, in die neue bayerische Regionalliga zu kommen. Wichtig ist, dass in dieser neuen 4. Liga die zu erfüllenden strukturellen Voraussetzungen an die bisherigen Bayernliga-Kriterien angelehnt werden. Natürlich müssen wir gewisse Sicherheitsstandards erfüllen. Ich wünsche mir aber, dass alle Vereine mit ihrer bisherigen Infrastruktur ohne kostenintensive Umbauten in der bayerischen 4. Liga spielen können."

Michael Ruisinger (TSV Rain/Lech): "Wir finden das Modell sehr gut und werden das Qualifikationsjahr vernünftig angehen. Auch wir wollen in der neuen Regionalliga dabei sein, würden aber, wenn wir es nicht schaffen, auch gerne in der Verbandsliga spielen. In jedem Fall werden wir kein finanzielles Risiko eingehen."

Rainer Noll (Vertreter Landesliga Nord): "Wir stimmen dem Modell vollkommen zu. Wir selbst haben uns im Vorfeld Gedanken gemacht, die genau in die gleiche Richtung gegangen sind."

Dr. Rainer Koch (BFV-Präsident): "Wir haben mit der neuen bayerischen Regionalliga die Chance, unser gesamtes Spielsystem so zu verfeinern, dass wir allen Vereinen eine geeignete attraktive und bezahlbare Spielklasse anbieten können - von der neuen 4. Liga als bayerische Amateurspitzenliga über zwei starke Verbandsligen als Unterbau bis hin zu fünf Landesligen mit mehr Derbys und vernünftigen Fahrtstrecken. Mit Blick auf die Regionalliga bin ich nach dem Bayernliga-Workshop sehr zuversichtlich, dass die Klubführungen auch ohne Lizensierungsverfahren verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen und ihre Ausgaben an den Einnahmen anpassen. Alle bayerischen Vereine sind nun aufgerufen, gemeinsam mit dem Verband insbesondere in den Bezirken über die vorgeschlagene Spielklassenstruktur zu diskutieren."

Josef Janker (BFV-Verbandsspielleiter): "Die vorgeschlagene Spielklassen-Pyramide enthält eine Struktur, bei der die Abstände zwischen den einzelnen Ligen nicht zu groß werden und alle ambitionierten Vereine die Möglichkeit hätten, aufzusteigen, ohne sich dann in der höheren Spielklasse übernehmen zu müssen."

Spielklassenmodell ab 2012/2013
Stand: 12.02.2011 | PDF (641 kB)
 
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