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Koch: "Wollen den Amateurfußball digital aufstellen"

Letzte Aktualisierung: 14. November 2017

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BFV-Präsident Rainer Koch wird erneut alle 29 Kreis- und Bezirkstage besuchen.

Am Mittwoch startet der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit dem Kreistag Donau/Isar in sein Wahljahr 2017/18. Bei 22 Kreistagen, sieben Bezirkstagen und dem Verbandstag im Mai 2018 stellt sich der BFV für die nächsten vier Jahre personell und inhaltlich neu auf. Vor dem Auftakt spricht BFV-Präsident Rainer Koch über seine Erwartungen, die Schwerpunkte auf den Kreistagen und die Herausforderungen für den Amateurfußball. Koch fordert die Vereine auf, zum Kreistag zu kommen und sich aktiv zum Wohle des Amateurfußballs einzubringen.

Herr Koch, das Motto im BFV-Wahljahr lautet "Den Ball ins Netz!" Was steckt dahinter?

Rainer Koch:
Das Motto "Den Ball ins Netz!" haben wir ganz bewusst gewählt, da es eine Doppeldeutigkeit ausdrückt. Den Ball ins Netz zu schießen, ist die Quintessenz des Fußballs. Doch wir stehen heutzutage vor der zusätzlichen Herausforderung, den Ball noch mehr ins digitale Netz, also das Internet, bringen zu wollen und den Amateurfußball digital aufzustellen. Unsere Pflicht ist es, dem Amateurfußball ein Gesicht zu geben. Die digitalen Medienangebote des BFV, wie die BFV-App, der BFV-Liveticker, die BFV-Widgets, die BFV-Video-App oder auch die BFV-Facebook-Seite, sind hierfür ein ganz entscheidender Faktor. Denn auf diese Art und Weise können wir aufzeigen, dass der Fußball in Bayern nicht nur aus acht Profiklubs besteht, sondern es noch etwas anderes gibt: Und zwar die über eine Million Menschen, die Woche für Woche auf den Amateurfußball-Plätzen sind. Auch heute sitzen die Menschen nach einem Amateurfußballspiel noch im Vereinsheim zusammen - ein jeder hat aber mittlerweile sein Smartphone dabei, um sich über die Ergebnisse der eigenen Amateurliga oder seines Lieblingsvereins in der Bundesliga zu informieren. Im Schnitt ist jeder Mensch heutzutage zwei Stunden pro Tag online.

Am Mittwoch beginnen die Kreistage. Was sind die Schwerpunkte bei den Veranstaltungen?

Koch:
Wir werden Bilanz ziehen und Rechenschaft ablegen über die Arbeit der letzten vier Jahre. Daneben stellen wir uns natürlich auch personell neu auf. Die Vereine wählen auf den Kreistagen die gesamte BFV-Kreisspitze neu. Wir brauchen Geschlossenheit und Miteinander! Wie schon vor vier Jahren werden deshalb auch dieses Mal die Vereine auf den Kreistagen wieder aktiv in Meinungsbildungsprozesse des Verbandes eingebunden.

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Das Motto im BFV-Wahljahr lautet "Den Ball ins Netz". Im Fokus stehen dabei auch die Digitalangebote des BFV wie beispielsweise die BFV-App.

Das heißt konkret?

Koch:
Dass wir unsere Vereine bei allen Kreistagen zum Beispiel nach ihrer Meinung zu möglichen Veränderungen im Spielbetrieb fragen. Ganz konkret zu drei Diskussionspunkten: Die Abschaffung der Sonderregelung auf Kreisebene im §34 der Spielordnung, das Spielrecht von A-Junioren in Herren-Mannschaften sowie die Erhöhung der Anzahl an Auswechslungen auf Kreisebene auf fünf Auswechslungen pro Spiel. Wir wollen die Vereine hier ganz bewusst wieder mit einbeziehen, denn sie sind letztendlich diejenigen, die jede Woche in ihrem Spielbetrieb mit diesen Regelungen zu tun haben.

Sie haben angekündigt, wieder alle 29 Kreis- und Bezirkstage zu besuchen. Warum?

Koch:
Erst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass wir in diesem Wahljahr nur noch 22 anstatt 24 Kreistage haben, da durch die Kreisreform im Bezirk Niederbayern die bis dato vier Kreise Landshut, Straubing, Bayerwald und Passau auf zwei Kreise reduziert wurden: Niederbayern West und Niederbayern Ost. Hier stehen wir vor der besonderen Herausforderung, dass für die beiden neuen Kreise komplett neue Führungsmannschaften gewählt werden müssen, wofür aber natürlich auch erfahrene Funktionäre aus den jetzigen vier Kreisen zur Verfügung stehen. Zu den 22 Kreistagen kommen dann noch die sieben Bezirkstage. Wie vor vier Jahren werde ich wieder alle 29 Veranstaltungen besuchen, weil mir ungeachtet aller Aufgaben und zeitlichen Belastungen im DFB und für den Amateurspitzenfußball als BFV-Präsident die Vereine an der Basis ganz besonders am Herzen liegen. Ca. 90 Prozent unserer Mitgliedsvereine spielen auf Kreisebene Fußball. Deshalb muss ich wissen, was an der Fußballbasis los ist. Ich möchte hören, was dort geleistet und gedacht wird. Der persönliche Austausch mit den Menschen, die ehrenamtlich an der Basis alles für ihren Klub tun oder für den BFV arbeiten, ist für mich seit Beginn meiner Präsidentschaft im Jahr 2004 absolut unverzichtbar.

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Auf den Kreis- und Bezirkstagen stellt der BFV auch die Ergebnisse der AG Finanzen zur Finanzierung des Verbandes vor.

Können Sie schon verraten, was Sie in ihrer Grundsatzrede ansprechen werden?

Koch:
Wie bereits erwähnt, drückt unser Motto "Den Ball ins Netz!" natürlich die fortschreitende Digitalisierung aus und welche Herausforderungen sowohl für den Verband als auch für die Vereine damit einhergehen. Deshalb werde ich insbesondere darauf eingehen, wie sich Verband und Vereine gemeinsam zukunftsfähig aufstellen können. Wie auch schon vor vier Jahren ist natürlich die Zukunftssicherung des Amateurfußballs trotz demografisch bedingtem Rückgang an Spielern und Mannschaften ein großes Thema. Ein zentraler Punkt wird auch die im Mai 2017 gegründete AG Finanzen sein, die sich mit der Finanzierung des Verbandes beschäftigt und gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet hat, wie der BFV auch in Zukunft seine Leistungen für die Vereine an der Basis finanziell gewährleisten kann. Diese werden dann auf allen 22 Kreistagen den Vereinen offen und transparent präsentiert. Wir sehen aber trotz aller Kostensteigerungen eine Chance, die Leistungen des Verbandes für die Fußballbasis in den nächsten vier Jahren weiter wie gewohnt und ohne Leistungskürzungen erbringen und finanzieren zu können. Wir dürfen dabei auch nie vergessen, dass nur circa 30 Prozent des gesamten BFV-Haushaltes durch die Vereine finanziert wird, die restlichen 70 Prozent muss der Verband selbst aufbringen, sei es durch Vermarktungserlöse, Spielabgaben der Bundesligavereine oder Zuschüsse Dritter.

Wieso sollten die Vereine Ihrer Meinung nach zum Kreistag kommen?

Koch:
Der Amateurfußball wird immer dann besonders wahrgenommen, wenn er sich geschlossen und in großer Zahl äußert. Wir beklagen zu geringe Zuschauerzahlen im Amateurfußball, obwohl sich an jedem Wochenende über eine Million Menschen auf bayerischen Amateurfußballplätzen aufhalten. Andere Breitensportarten wie Handball, Basketball, Eishockey oder Volleyball haben oftmals nicht annähernd so viele Zuschauer wie der Amateurfußball Woche für Woche. Wir sollten also nicht klagen, sondern auf den Kreistagen aufzeigen, welch große gesellschaftliche Bewegung der Amateurfußball ist. Wir können den BFV als Repräsentanten seiner Mitgliedsvereine stärken, indem wir gemeinsam die Weichen für eine gute Zukunft des Amateurfußballs stellen. Die Vereine können und sollen die Verbandsarbeit und den Amateurfußball mitgestalten. Ich wünsche mir deshalb, dass möglichst viele die Kreistage besuchen, sich in das Arbeitsprogramm einbringen und dadurch den BFV, den Zusammenschluss der Vereine, und dessen Mitarbeiter stärken.

 
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