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BFV nimmt Abschied von BFV-Ehren-Vizepräsident Fackler

Letzte Aktualisierung: 10. September 2018

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BFV-Vizepräsident Reinhold Baier bei der Trauerrede für den verstorbenen BFV-Ehren-Vizepräsidenten Alfred Fackler.

Familie, Freunde und Wegbegleiter haben am Montag (10. September) bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Joachim und der anschließenden Trauerfeier auf dem Münchner Waldfriedhof Abschied von Alfred Fackler genommen. Das Ehrenmitglied des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ist am 2. September im Alter von 87 Jahren verstorben. Fackler engagierte sich fast sechs Jahrzehnte im BFV, war knapp 20 Jahre als Vize-Präsident tätig und übernahm 2004 für knapp zwei Wochen interimsmäßig das Amt des BFV-Präsidenten. Zu den Trauergästen zählten neben BFV-Vizepräsident Reinhold Baier und BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher auch langjährige Wegbegleiter aus dem BFV-Präsidium und dem BFV-Vorstand sowie zahlreiche Funktionäre und hauptamtliche Mitarbeiter des Bayerischen Fußball-Verbandes.

Stellvertretend für den gesamten Bayerischen Fußball-Verband hielt BFV-Vizepräsident Reinhold Baier bei der Trauerfeier zur Würdigung Alfred Facklers eine Trauerrede:

Wo beginnen an einem Tag, an dem wir ungefragt Abschied nehmen müssen von einem Menschen, der einen festen Platz in unseren Herzen hat und den wir so sehr liebgewonnen haben?

Es fällt schwer, die Gewissheit zu haben, dass wir uns nicht mehr wiedersehen, nicht mehr gemeinsam über die schönste Nebensache diskutieren, aber vor allem nicht mehr gemeinsam über das sprechen können, was wirklich wichtig im Leben ist: die Familie, Sorgen und Nöte, privates Glück, Rückschläge - all das gehört dazu, wenn sich echte Freunde treffen. Und "Don Alfredo" war ein Freund, ein Mensch, der gut zuhören konnte, der ernst gemeinte Ratschläge gab, der auch in vermeintlich aussichtlosen Situationen helfen konnte und für den Oberflächlichkeit ein Fremdwort war. Alfred hat dabei sich und seine Person und Interessen stets hinten angestellt. Ehrlichkeit, Tatkraft, Menschen begeistern, für sie da zu sein - das zählte für Alfred Fackler, der dabei oftmals sich und bisweilen auch seine Familie vernachlässigte. Vor allem diesen Aspekt, liebe Annemarie, liebe Renate, liebe Gabriele, zu erwähnen, war unserem Präsidenten Rainer Koch sehr wichtig. Er bedauert zutiefst, dass er heute nicht persönlich zugegen sein kann, um seine tiefe Anteilnahme auszudrücken.

Wo also beginnen an einem Tag, an dem wir ungefragt Abschied nehmen müssen von einem Menschen, der einen festen Platz in unseren Herzen hat und den wir so sehr liebgewonnen haben?

Es gibt ganze viele Erinnerungen an unseren Alfred Fackler. Der Fußball war es zwar, der uns zusammengebracht hat und der es uns erst überhaupt ermöglich hat, Alfred kennen und schätzen, ja lieben zu lernen. Alfred Fackler aber war weit mehr als ein emsiger Fußballfunktionär, der durch sein jahrzehntelanges Wirken in Spitzenämtern den Bayerischen und Süddeutschen Fußball-Verbandes geprägt hat wie dies nur ganz wenigen gelungen ist. So war er 1949 im Alter von 19 Jahren beim ersten Verbandstag des BFV am Münchner Ostbahnhof mit dabei. Ich mag heute ganz bewusst nicht auf seine vielen Funktionen eingehen, die Alfred in all den Jahrzehnten mit ganz viel Herzblut und Schaffenskraft alleine für den Verband ausgefüllt hat. Dazu noch sein herausragendes Engagement beim FC Wacker, der ihm zurecht den Namen "Mister Wacker" einbrachte. Für "seine Vereins-Liebe" war er auch als Schiedsrichter aktiv, bis ins Jahr der Bundesliga-Einführung leitete er Partien der höchsten deutschen Spielklassen - und in der WM-Vorbereitung 1954 pfiff er gar Länderspiele mit deutscher Beteiligung. Für Gerechtigkeit auf dem Platz zu sorgen, das war sein Ding, der Dialog gehörte für Alfred Fackler dazu, und so erzählte er immer wieder gerne, wie er während einer Partie mit Sepp Herberger über seine Entscheidungen diskutierte.

Mit 15 trat Alfred in den Stadtteilklub ein, war in drei Jahrzehnten Trainer, holte zweimal die bayerische Meisterschaft, war Vorsitzender, führte den Klub alleine zweimal in die Regionalliga. Und auch sein berufliches Wirken war immer auch mit dem Sport verbunden. Denken wir nur an seine Positionen bei der Sportschule Grünwald oder der Olympiapark GmbH, wo er Stadionchef war. An der damaligen Sportschule schafft er es in den vier Jahren als Geschäftsführer, trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Belegungszahlen zu steigern. Wir nehmen heute Abschied von einem außergewöhnlichen Funktionär - das ist unbestritten, aber wir haben vor allem einen engen Freund verloren. Das ist es, was umso mehr schmerzt.

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Und deshalb will ich versuchen, ein Bild von Alfred nachzuzeichnen, das alldenjenigen unter uns trotz der schweren Stunde ein Lächeln ins Gesicht zaubert, weil wir uns so gemeinsam an Momente des Glücks in Erinnerung rufen, an Stunden der Zweisamkeit, aber auch an haften gebliebene Augenblicke in der Gemeinschaft, an seinen unverwechselbaren Charme erinnern - eines jener Attribute, die Alfred am besten charakterisieren und die vor allem auch die Kolleginnen und Kollegen des Hauptamtes im Bayerischen Fußball-Verband über die Maße zu schätzen wussten. Für sie hatte er stets ein offenes Ohr, war Ratgeber und Helfer in der Not, für viele ein echter Vertrauter.

Wo also beginnen an einem Tag, an dem wir ungefragt Abschied nehmen müssen von einem Menschen, der einen festen Platz in unseren Herzen hat und den wir so sehr liebgewonnen haben?

Vielleicht an dem Tag, an dem er letztmals, was wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen konnten, die bayerische Fußball-Bühne betreten hat. Beim BFV-Verbandstag im Mai in Bad Gögging scheute er zunächst den Gang aufs Podium, weil es ihm nicht wichtig war, im Scheinwerferlicht zu glänzen, um dann aber doch in seiner ihm eigenen Art zu sprechen: Kurzweil, gepaart mit seinem ihm eigenen Humor war die Mischung, die die Zuhörer fesselte, ihnen ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Alfred Fackler hat vieles erlebt und gesehen, so dass es kein Thema gab, zu dem er nicht aus seiner eigenen Erfahrung sprechen konnte. Unvergessen ist die Geschichte von der WM 1974 in München, als Alfred erst beim Abspielen der Hymne bemerkt hatte, dass die Eckfahnen fehlten. Alfred nahm's gelassen, erst als der Ball schon längst rollte, waren alle Fahnen im Boden versenkt. Eine von vielen Anekdoten, die er zu erzählen wusste, wie kein Zweiter. Er war ein großartiger Geschichtenerzähler und hatte ein phänomenales Gedächtnis: Unvergessen bleiben die Geschichten über den Papstbesuch oder den Besuch der "Fischer-Chöre" aus seiner Zeit im Olympiapark. Auch das ist geblieben. Alfred war ein Unterhalter, kein trockener, steriler Redner, er war schon sehr früh seiner Zeit voraus. In seiner letzten Periode als Vizepräsident des Bayerischen Fußball-Verbandes war Alfred Fackler auch zuständig für Internet, IT und neue Medien. Bereits vor 28 Jahren, im Alter von 60 Jahren, hat er sich einen PC für Zuhause angeschafft. 2016 noch hat er sich einen eigenen Facebook-Account erstellen lassen und sich offen für die Digitalisierung der Gesellschaft gezeigt. Nicht drüber reden, selbst machen und Erfahrungen sammeln, das war seine Devise, nur dann, so war er überzeugt, lassen sich Urteile bilden, nur dann lässt sich mitreden. An der Oberfläche zu kratzen, war - um es salopp auszurücken - nicht sein Ding!

Und auch wenn er viel Zeit dem Beruf und vor allem dem Ehrenamt widmete, so war er am Ende auch ein Zusammenführer, ein Familienmensch, der dann da war, wenn er zuhause gebraucht wurde, liebe Annemarie. Wie gerne hat er uns allen von Euch erzählt, von Dir, liebe Annemarie, von Euch Töchtern, liebe Renate, liebe Gabriele - und nicht zuletzt voller Stolz von seinem großen Glück, mit Martina und Markus zwei Enkel geschenkt zu bekommen. Voller Stolz berichtete er auch von den Abenteuern mit seinen Urenkeln Julia und Christian. Auch wenn er, wie er erzählte, zu selten bei Euch war, so nahm er sich diese Zeit später umso bewusster, um sie gemeinsam mit Euch zu verbringen, ja, zu erleben. Wenn er davon sprach, dann leuchteten seine Augen, das Glück war aus ihnen förmlich abzulesen.

Bei ganz viel Sonnenschein aber zogen auch dunkle Wolken im Leben von Alfred auf - der Schlaganfall von Gabriele verlangte Euch allen sehr viel ab, Alfred gewährte uns - wenn auch nur äußerst selten - Einblicke in seine Gefühlswelt: Er, so sagte er, müsse vorangehen, Vorbild sein, Kraft geben - in Wahrheit wusste er aber nur zu gut, dass vor allem Du, liebe Annemarie, die warst, die gerade in dieser Zeit ganz besonders stark war. Und diese Phase hat eindrucksvoll gezeigt, was Zusammenhalt und Familie bedeuten, wie man gemeinsam einsteht und kämpft. Es ist kein Zufall, dass das starke familiäre Gebinde weitergegeben wurde, und Alfreds Töchter tatsächlich zwei Männer geheiratet haben, die Brüder sind.

Kämpfen für das Gute - das war Alfreds Antrieb. Sei es das Duell mit Schicksalsschlägen oder aber im Beruf oder Ehrenamt. Alfred war ein starker Verhandlungspartner, er war maßgeblich am Bau der Sportschule in Oberhaching und dem Umbau des "Haus des Fußballs" beteiligt, wickelte die Erstellung der neuen Geschäftsstellen in Nürnberg und Würzburg hauptverantwortlich ab - und kämpfte um jeden Cent. Nicht für sich, sondern für die Amateurfußballer. Den Blick für den Gegenüber aber hatte er immer, nicht umsonst hat er von sich gesagt, er sei alles andere als ein "Dipferlscheißer".

Und genau so wollen wir Alfred Fackler in Erinnerung behalten. Gerade in dieser Zeit, liebe Annemarie, darfst Du Dir sicher sein, werden wir, wo immer wir auch gebraucht werden, an Deiner Seite stehen. Denn mit Alfred verlieren wir einen guten Freund, einen tollen Menschen, einen Zuhörer, einen Kämpfer - eben einen, der einen festen Platz in unseren Herzen hat und den wir so sehr liebgewonnen haben.

In unseren Herzen lebt Alfred weiter. Der Bayerische und der Süddeutsche Fußball-Verband werden Alfred Fackler stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Servus, lieber Alfred!

 

 
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