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Bayreuth-Trainer Josef Albersinger im Interview

Letzte Aktualisierung: 30. Mai 2018

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Josef Albersinger hat mit der SpVgg Oberfranken Bayreuth große Pläne.

Die ersten zwei Wochen als Cheftrainer der SpVgg Oberfranken Bayreuth waren für Josef Albersinger äußerst emotional. Der 52-Jährige, der ursprünglich erst zur kommenden Saison die Leitung übernehmen sollte, beerbte Christian Stadler nach (!) dem letzten Spieltag der regulären Saison in der Regionalliga Bayern. Seine ersten drei Spiele als Bayreuther Cheftrainer waren das Bayerische Toto-Pokal-Finale gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Schweinfurt 05 (1:3) und die Relegationsspiele gegen den Bayernliga Nord-Vizemeister TSV Aubstadt (2:2/1:1). Während die "Altstadt" am Finaltag der Amateure die DFB-Pokal-Qualifikation verpasste, schaffte Albersinger mit seinem Team in der Relegation dank der Auswärtstorregel hauchdünn den Klassenverbleib.

Im Interview spricht Josef Albersinger über die drei "Endspiele" zu Beginn seiner Tätigkeit, seine Pläne und Ziele mit dem ehemaligen Zweitligisten und Kaderveränderungen im Sommer.

Obwohl Sie bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth erst seit rund zwei Wochen im Amt sind, haben Sie bereits ein Pokalfinale und eine Relegation miterlebt. Viel emotionaler hätten die ersten Tage bei Ihrem neuen Arbeitgeber nicht sein können, Herr Albersinger?

Das kann man so sagen. Es waren sehr intensive, aber auch spannende zwei Wochen, in denen wir unser großes Ziel erreichen und den Klassenverbleib sicherstellen konnten.

Ursprünglich war geplant, dass Sie erst zur kommenden Saison die Position des Cheftrainers übernehmen. Wie kam es dazu, dass Sie kurz vor dem Saisonende schon als "Feuerwehrmann" eingesprungen sind?

Der Plan war, dass die Mannschaft unter der Leitung von Trainer Christian Stadler frühzeitig den Klassenverbleib schafft und ich mich hinter den Kulissen um die Kaderplanung für die kommende Saison kümmern kann. Leider blieb der sportliche Erfolg aber aus und der Verein musste bis zum Schluss um den Klassenverbleib zittern. Deshalb haben mich die Vereinsverantwortlichen gefragt, ob ich bereits früher die Verantwortung übernehmen kann, um rechtzeitig vor dem Saisonfinale einen neuen Impuls zu setzen. Da musste ich nicht lange überlegen, es selbst in die Hand zu nehmen.

Das Endspiel im Toto-Pokal gegen den 1. FC Schweinfurt 05 ging 1:3 verloren, in der Relegation verhinderte Bayreuth gegen Bayernliga Nord-Vizemeister TSV Aubstadt nur wegen der Auswärtstor-Regel den drohenden Abstieg. Wie fällt Ihr Fazit nach den drei "Endspielen" aus?

Insgesamt positiv. Viele Dinge haben schon funktioniert und ich sehe durchaus Potential in der Mannschaft. Im Pokalfinale haben wir dem 1. FC Schweinfurt 05 einen guten Fight geliefert und in der Relegation waren wir am Ende der verdiente Sieger, auch wenn es knapp war. Drei von den vier Halbzeiten waren sehr ordentlich, nur eine war durchwachsen. Wir hätten eigentlich in beiden Spielen als Sieger vom Platz gehen müssen. Für uns gilt es jetzt, die Lehren aus der schwierigen Saison zu ziehen und auf die starken Leistungen im Laufe der Rückrunde und am Saisonende aufzubauen.

Mit Ihnen hat die SpVgg Bayreuth erstmals seit Jahren wieder einen Trainer eingestellt, der hauptberuflich für den Verein arbeitet. Damit soll die Professionalisierung vorangetrieben werden. Was ändert sich damit genau?

Ich möchte erst einmal betonen, dass wir in Bayreuth noch längst nicht auf Vollprofitum umstellen. Die Änderung, mit einem hauptberuflichen Trainer zu arbeiten, ist der erste Schritt, dem noch viele weitere folgen müssen. Wir wollen zunächst den Trainingsumfang erhöhen, um einigen ambitionierten Spielern, die noch nicht berufstätig sind, die Möglichkeit zu geben, in einen professionelleren Trainingsrhythmus zu kommen. Insgesamt verfolgen wir einen langfristigen Plan, der vorsieht, in den kommenden drei Jahren alle Bereiche im Verein zu professionalisieren.

Mittelfristig will der Verein zurück in den Profifußball. Wann ist das Ihrer Meinung nach möglich?

Zunächst einmal wird es darum gehen, dass wir uns in der nächsten Saison stabilisieren und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wir streben einen gesicherten Mittelfeldplatz an und wollen die Mannschaft weiterentwickeln. Im zweiten Jahr sollten wir uns weiter etablieren und im dritten Jahr möchten wir dann oben anzugreifen.

Wird es im Sommer große Veränderungen im Kader geben?

Bei der Kaderzusammenstellung wollten wir eigentlich schon viel weiter sein. Durch die prekäre sportliche Situation in den zurückliegenden Wochen ist die Planung aber ein wenig ins Stocken geraten. Nachdem wir seit Montagabend wissen, dass wir ein weiteres Jahr in der Regionalliga Bayern spielen, liegt der Fokus jetzt aber zu 100 Prozent auf der Kaderplanung. Wir suchen für alle Mannschaftsteile neue Spieler. Vor allem in der Defensive besteht Bedarf. 79 Gegentore in einer Saison sollten uns zu denken geben.

Sie konnten die Mannschaft, den Verein und das Umfeld in den zurückliegenden Wochen schon ein wenig kennenlernen. Ist das ein Vorteil für den Start in die Saisonvorbereitung?

Auf jeden Fall. Es stand ja frühzeitig fest, dass ich Trainer in Bayreuth werde und deshalb habe ich mich bereits seit Februar intensiv mit dem Verein und der Mannschaft auseinandergesetzt. Ich habe in den zurückliegenden Monaten viele Spiele im Stadion verfolgt und bin bereits bestens mit den Stärken und Schwächen des Teams vertraut. Wir können im Juni mit optimalen Voraussetzungen in die Vorbereitung starten.

Wohnen Sie denn schon in Bayreuth oder befinden Sie sich noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause?

Aktuell wohne ich noch im Hotel. Durch meinen frühzeitigen Amtsantritt hatte ich kaum Zeit, mich auf die Wohnungssuche zu begeben. Das wird aber jetzt forciert. Ich gehe davon aus, dass ich bis zum Vorbereitungsbeginn eine Wohnung gefunden habe, um nicht nur beruflich, sondern auch privat in Bayreuth richtig anzukommen.

Christian Knoth/mspw/FUSSBALL.DE

 
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