Header Image - Rechtsprechung Verbands-Sportgericht
Urteile 2016/17

Aktenzeichen: 00070-16/17-VSG
Sitzung vom 19.06.2017
Besetzung: Riedmeyer, Roßmannn, Schreckenbauer

Beschwerde des Vereins A gegen den Bescheid des Verbands-Jugendausschusses vom 07.06.2017

Urteil:

I. Die Beschwerde des Vereins A gegen die Ansetzung des Entscheidungsspieles um den Aufstieg in die U17-Bayernliga Verein A gegen Verein B am 21.Juni in Wendelstein wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 61,63 € trägt der Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


 Gründe:

1. Am 30.5.2017 wurde durch den VJA das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die U17-Bayernliga Verein A gegen Verein B auf den 21.06.2017 in Wendelstein festgesetzt. Gegen diese Ansetzung wurde am 04.06.2017 durch den Verein A Beschwerde eingelegt. Mit Entscheid vom 07.06.2017 hat der VJA die Beschwerde abgewiesen. Gegen diesen Entscheid hat der Verein A erneute Beschwerde eingelegt, der VJA hat der Beschwerde nicht abgeholfen. Mit Schreiben vom 13.06.2017 hat der Verbands-Präsident gemäß § 4 Abs.3 Satz 1 RVO wegen Eilbedürftigkeit unmittelbar die Entscheidung durch das VSG beantragt. Das Schreiben wurde am 14.06.2017 gemäß § 4 Abs.3 Satz 2 RVG vom Verbandsanwalt an das VSG weitergeleitet, der Verbandsanwalt hat in diesem Schreiben für den Verband den Antrag gestellt, die Beschwerde zurückzuweisen. Noch am 14.06.2017 wurde dem Verein A das Schreiben des Präsidenten und der Antrag des Verbandsanwalts per Zimbra ins Postfach übermittelt und wegen der Eilbedürftigkeit eine Frist zur Stellungnahme bis 16.06.2017 um 12.00 Uhr gesetzt, die bis 19.06.2017 um 15.00 Uhr verlängert wurde.

2. Das VSG ist zuständig gemäß §§ 4 Abs.3, 20 Abs.1 f) RVO. Es liegt die von § 4 Abs.3 RVO geforderte Eilbedürftigkeit vor, weil über das angesetzte Spiel der freie Platz in der Junioren-Bayernliga besetzt wird. Nach ständiger Rechtsprechung des VSG ist eine besondere Eilbedürftigkeit regelmäßig gegeben, wenn die Entscheidung Auswirkungen auf die Spielklasseneinteilung der neuen Saison hat (VSG Urteile 44/02/03; 2/03/04; 32/03/04). Das Entscheidungsspiel findet auf neutralem Platz statt, sodass die beteiligten Vereine und der Platzverein rechtzeitig wissen müssen, ob das Spiel wie angesetzt auszutragen ist.

3. Die Beschwerde ist zulässig, sie wurde frist- und formgerecht nach § 3 Abs.3 Satz 1 RVO eingelegt.
Die Beschwerde ist jedoch nicht begründet. Die Ansetzung des Entscheidungsspieles ist nicht rechtsfehlerhaft.

 

 

 

Aktenzeichen: 00069-16/17-VSG
Sitzung vom 19.06.2017
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Roßmannn

Befangenheitsantrag des Vereins A

Beschluss

Der Antrag auf Ablehnung des VSG vom 19.06.2017 wird als unzulässig verworfen.

Gründe:

Mit Schreiben per Postfachsystem ZIMBRA vom 19.06.2017 schrieb der betroffene Verein vertreten durch seinen Vorstand Herr X: "Nachdem der Vorsitzende des VSG dem Vorstand des BFV angehört und die Beisitzer des VSG vom Präsidium des BFV bestimmt werden, erhärtet sich der Verdacht der Befangenheit der gesamten Mitglieder des VSG. Dieser Verdacht besteht auch schon beim VSG-Urteil, Aktenzeichen: 00063-16/17-VSG, Verein B zweite Mannschaft Landesliga vom 23.05.2017."

Eine weitere Begründung für den Verdacht der Befangenheit wird nicht gegeben.
Mit Schreiben vom 15.06.2017 ebenfalls per Postfachsystem ZIMBRA forderte der Vorstand Herr X das VSG auf: "Bitte teilen Sie uns morgen eine satzungs- und ordnungsgemäße Frist zur Stellungnahme mit."
Da sich diese Aufforderung dagegen richtete, dass die ursprüngliche Frist von der hauptamtlichen Mitarbeiterin Frau Y mitgeteilt worden war, kann sich die Aufforderung vom 15.06.2017 nur an das VSG gerichtet haben.

Damit ist die Ablehnung vom 19.06.2017 jedenfalls nicht mehr unverzüglich. Dies setzt ein Handeln ohne schuldhaftes Zögern voraus.
Spätestens mit seinem Schreiben vom 15.06.2017 hätte die Ablehnung geltend gemacht werden müssen. Nach der expliziten Mitteilung mit Schreiben vom 19.06.2017 waren die Gründe, auf die der Vorstand des Betroffenen die Ablehnung stützen will, bereits seit dem vorherigen Verfahren bekannt.
Die angeführten Gründe ergeben sich aus der Satzung des BFV, wobei darauf hinzuweisen ist, dass der Vorsitzende des VSG zwar dem Vorstand mit beratender Stimme angehört, jedoch dort kein Stimmrecht hat.

 

 

Aktenzeichen: 00068-16/17-VSG
Sitzung: 07.06.2017
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Schreckenbauer

Verfahren gegen Schiedsrichter A

Urteil:

I. Schiedsrichter A, Verein B wird ab dem 08.06.2017 bis einschließlich 07.06.2018 als Schiedsrichter gesperrt.
II. Der Schiedsrichterausweis ist für die Dauer der Sperre einzuziehen.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 61,63 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Vereins B.

Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, anlässlich des Bundesligaspiels Verein X gegen Verein Y neben seiner bereits rechtmäßig erhaltenen SR-Freikarte durch erneutes Anstellen und erneuter Vorlage seines SR-Ausweises eine zweite Freikarte widerrechtlich verlangt zu haben. Gelungen ist dies nur deshalb nicht, weil es bei einer Kontrolle des Ausgebers auffiel. Anzeige des Vorfalles ist am 3.5.2017 erfolgt. In einer Stellungnahme vom 17.5.2017, die wegen mangelnder Sprachkenntnisse mit Hilfe verfasst wurde, wird der Vorgang eingeräumt. Die Karte sei für seinen aus Rumänien angereisten Bruder gedacht gewesen, auch wird auf die persönliche Situation des Betroffenen eingegangen.
Mit Schreiben vom 23.5.2017 ist der Verbandsanwalt dem Verfahren beigetreten und hat eine Sperre von zwölf Monaten beantragt.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 a RVO, da nach dem vorgetragenen Sachverhalt ein Ausschluss aus dem Verband in Betracht kommt.

3. Der Betroffene war wegen des Versuchs einer besonders schweren Unsportlichkeit gemäß § 47 Abs.1,2 RVO in Strafe zu nehmen. Das schuldhafte, nicht gerechtfertigte Beschaffen einer zweiten Freikarte führt notwendig dazu, dass ein später eine Karte in Anspruch nehmender Schiedsrichterkollege ausfällt. Dies stellt einen verwerflichen Missbrauch der Möglichkeit, eine Freikarte zu bekommen dar, worauf auf der zu unterschreibenden Nachweiskarte auch deutlich hingewiesen wird. Auch das Interesse des Vereins, der die Freikarten für Schiedsrichter zur Verfügung stellt, erfordert deutliche Bestrafung jeglichen Missbrauchs. Darüber hinaus ist das Verhalten des Betroffenen geeignet, die Schiedsrichter insgesamt in ihrem Ansehen zu schädigen.
Nach Überzeugung des VSG war dem Betroffenen zumindest klar, dass die zweite Karte nicht ohne weiteres erlaubt war, wie sich schon daraus ergibt, dass er ein zweites Mal zur Ausgabe ging. Er hat damit den Missbrauch damit billigend in Kauf genommen, also bedingt vorsätzlich gehandelt. Von einem gezielten, absichtlichen Missbrauch wird wegen der mangelnden Sprachkenntnisse zu Gunsten des Betroffenen nicht ausgegangen.

Zu Gunsten des Betroffenen kann weiter berücksichtigt werden, dass er die widerrechtlich erworbene Karte nicht zu wirtschaftlichem Gewinn durch Verkauf genutzt hat. Auch die glaubhaft vorgetragenen schwierigen persönlichen Umstände des Betroffenen können strafmildernd berücksichtigt werden. Reduziert wird das Strafmaß auch deshalb, weil die Tat im Versuchsstadium stecken blieb.
Im Strafmaß kann unter Berücksichtigung aller Umstände von einer Streichung von der Schiedsrichterliste oder von einem Ausschluss aus dem Verband abgesehen werden. Eine Sperre von zwölf Monaten ist tat- und schuldangemessen.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, §11 Ziffer 13 d FO.

 

Aktenzeichen: 00067-16/17-VSG
Sitzung: 07.06.2017
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Schreckenbauer

Verfahren gegen Schiedsrichter A

Urteil:

I. Schiedsrichter A, Verein B, wird ab dem 08.06.2017 bis einschließlich 07.10.2018 als Schiedsrichter gesperrt.
II. Der Schiedsrichterausweis ist für die Dauer der Sperre einzuziehen.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 61,63 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Vereins B.

Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, anlässlich des Bundesligaspiels Verein X gegen Verein Y neben seiner bereits rechtmäßig erhaltenen SR-Freikarte durch erneutes Anstellen und erneuter Vorlage seines SR-Ausweises eine zweite Freikarte widerrechtlich eingeholt zu haben. Anzeige des Vorfalles ist am 3.5.2017 erfolgt. In seiner Stellungnahme vom 11.5.2017 räumt der Betroffene den Vorgang ein. Er habe die zweite Karte für seine Freundin verwendet. Er sei davon ausgegangen, dass man als SR auch zwei Karten bekommen könne. In einer weiteren Stellungnahme vom 17.5.2017 werden diese Angaben vertieft und es wird auf die persönliche Situation des Betroffenen eingegangen.
Mit Schreiben vom 23.5.2017 ist der Verbandsanwalt dem Verfahren beigetreten und hat eine Sperre von sechzehn Monaten beantragt.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 a RVO, da nach dem vorgetragenen Sachverhalt ein Ausschluss aus dem Verband in Betracht kommt.

3. Der Betroffene war wegen einer besonders schweren Unsportlichkeit gemäß § 47 Abs.1, 2 RVO in Strafe zu nehmen. Das schuldhafte, nicht gerechtfertigte Beschaffen einer zweiten Freikarte führt notwendig dazu, dass ein später eine Karte in Anspruch nehmender Schiedsrichterkollege ausfällt. Dies stellt einen verwerflichen Missbrauch der Möglichkeit, eine Freikarte zu bekommen dar, worauf auf der zu unterschriebenen Nachweiskarte auch deutlich hingewiesen wird. Auch das Interesse des Vereins, der die Freikarten für Schiedsrichter zur Verfügung stellt, erfordert deutliche Bestrafung jeglichen Missbrauchs. Darüber hinaus ist das Verhalten des Betroffenen geeignet, die Schiedsrichter insgesamt in ihrem Ansehen zu schädigen.
Nach Überzeugung des VSG war dem Betroffenen zumindest klar, dass die zweite Karte nicht ohne weiteres erlaubt war, wie sich aus seiner Einlassung, er hätte nachfragen müssen, zweifelsfrei ergibt. Er hat damit den Missbrauch billigend in Kauf genommen, also bedingt vorsätzlich gehandelt. Von einem gezielten, absichtlichen Missbrauch wird wegen der mangelnden Sprachkenntnisse zu Gunsten des Betroffenen nicht ausgegangen.

Zu Gunsten des Betroffenen kann weiter berücksichtigt werden, dass er die widerrechtlich erworbene Karte nicht zu wirtschaftlichem Gewinn durch Verkauf genutzt hat. Auch der glaubhaft vorgetragene und auch belegte labile Gesundheitszustand des Betroffenen kann strafmildernd berücksichtigt werden.
Im Strafmaß kann unter Berücksichtigung aller Umstände von einer Streichung von der Schiedsrichterliste oder von einem Ausschluss aus dem Verband abgesehen werden. Eine Sperre von sechzehn Monaten ist tat- und schuldangemessen.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, §11 Ziffer 13 d FO.

 

Aktenzeichen: 00064-16/17-VSG
Sitzung: 23.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Roßmann, Krause

Berufung Verein B gegen das Urteil des Sportgerichts Bayern

Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins B wird das Urteil des Sportgerichts Bayern aufgehoben und das Verfahren gegen Herrn Y eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim B-Junioren-Landesligaspiel Verein A gegen Verein B wurde vom Berufungsführer der Spieler X von Beginn an eingesetzt. Beim B-Junioren-Bundesligaspiel am 02.04.2017 gegen den Verein H spielte er ebenfalls von Anfang an. Diesen Sachverhalt zeigte Verein A am 10.04.2017 an mit dem Verweis darauf, dass es sich um einen unberechtigten Einsatz handeln würde gemäß § 17 Abs. 2 JO.

Das SG Bayern eröffnete hierauf unter anderem ein Verfahren gegen den Mannschaftsverantwortlichen des Vereins B. Der Einsatz des Spielers an sich wurde eingeräumt, jedoch unter Vorlage der Auswertung der Einsatzzeiten des Spielers X nachgewiesen, dass es sich bei diesem um keinen Stammspieler der Bundesliga-Mannschaft handelt. Deshalb sei entsprechend der DFB-JO der Einsatz nicht unzulässig gewesen. Das SG Bayern befand einen Verstoß gegen § 17 Abs. 2 JO und verhängte mit Urteil vom 20.04.2017 (zugestellt am gleichen Tag) nach § 77 Abs. 2 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 150 € gegen Herrn Y.

Am 27.04.2017 legte der Berufungsführer über die Antwortfunktion des Postfachs ZIMBRA Berufung gegen das Urteil ein und begründete diese damit, dass überhaupt kein unzulässiger Spielereinsatz vorliege. Aufgrund der Verweisung in § 17 Abs. 7 JO auf § 28 a) DFB-JO sei allein die DFB-Regelung maßgeblich und hiernach ein Nicht-Stammspieler gemäß § 28 a) Nr. 3 DFB-JO nach einer Schutzfrist von 2 Tagen nach einem Einsatz in einem Bundesligaspiel wieder für eine andere Mannschaft spielberechtigt.

2. Die Berufung ist zulässig und wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Der Sachverhalt, insbesondere die Tatsache, dass es sich beim Spieler X um keinen Stammspieler der Bundesligamannschaft handelt ist unstreitig; ebenso sein Einsatz jeweils von Beginn an am 02.04.2017 in der Bundesliga und am 08.04.2017 in der Landesliga.

Die Prüfung der Spielberechtigung richtet sich nach den Bestimmungen der JO. Für den Einsatz in verschiedenen Mannschaften regelt § 17 Abs. 7 JO des BFV folgendes:

(7) Für Vereine, deren A- und/oder B-Juniorenmannschaft in der Junioren-Bundesliga spielt, gelten abweichend die Bestimmungen des § 28 a) DFB-Jugendordnung.

Eine Einschränkung, dass diese Regelung nur explizit für die Bundesliga-Mannschaft gelten soll, ist dem klaren Wortlaut nicht zu entnehmen, denn dieser stellt allein darauf ab, dass die Vereine in der Junioren-Bundesliga spielen. Die Regelung bezieht sich ausdrücklich auf den Verein als solchen. Demzufolge gelten nach dem systematischen Aufbau des Gesetzestextes und der eindeutigen Bestimmung durch das Wort "abweichend" die voranstehenden Regelungen der § 17 Abs. 1 bis Abs. 6 JO nicht, wenn ein Verein in der Bundesliga spielt. Die Verweisung des § 17 Abs. 7 JO bedeutet somit die Unanwendbarkeit der Regelung der § 17 Abs. 1 bis 6 JO für Vereine, deren A- und/oder B-Junioren in der Bundesliga spielen.

Die Spielberechtigung richtet sich in diesen Fällen dann nach § 28 a) DFB-JO:

.

3. Nach einem Einsatz in einem Meisterschaftsspiel einer A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft ist ein Spieler, der nicht Stammspieler ist, erst nach einer Schutzfrist von zwei Tagen wieder für andere Juniorenmannschaften seines Vereins spielberechtigt.

4. Anders lautende Festspielregelungen der DFB-Mitgliedsverbände sind unbeachtlich, soweit sie die A-Junioren-Bundesliga und die jeweils nächst tiefer Spielklasse betreffen.

5. Die DFB-Mitgliedsverbände können für die letzten vier Spieltage sowie für nachfolgende Entscheidungsspiele der jeweils betreffenden Spielklasse und Pokalspiele in diesem Zeitraum anders lautende Festspielregelungen erlassen.

.

7. Die Nrn. 1. bis 6. gelten für die B-Junioren-Bundesliga entsprechend.

Über § 28 a) Nr. 7 DFB-JO finden die Nrn. 1 bis 6. auch auf die hier streitgegenständliche B-Junioren-Mannschaften Anwendung.

Nachdem es sich bei dem Spieler X um keinen Stammspieler der Bundesliga-Mannschaft des Berufungsführers handelt, ist dieser nach dem Einsatz am 02.04.2017 nach Ablauf der 2-tägigen Schutzfrist des § 28 a) Nr. 3 DFB-JO wieder für die Landesliga-Mannschaft spielberechtigt.

Entgegen der Auffassung des SG Bayern gelangt man aufgrund der Konstruktion der vollumfänglichen Verweisung in § 17 Abs. 7 JO überhaupt nicht zur Anwendungsmöglichkeit des § 28 a) Nr. 4 DFB-JO, denn diese käme nur dann in Betracht, wenn die bayerische JO keinen pauschalen Verweis auf die DFB-JO für Bundesliga-Vereine enthalten würde und tatsächlich eine anders lautende Festspielregelung im Geltungsbereich der A/B-Junioren-Bundesliga normiert hätte. Dem ist jedoch nicht so.

Eine kategorische Beschränkung der Spielberechtigung sieht § 28 a) Nr. 4 DFB-JO gerade auch nicht vor, denn hiernach ist lediglich bestimmt, dass etwaige Festspielregelungen von Mitgliedsverbänden, welche von § 28 a) DFB-JO abweichen nicht gelten, soweit sie die Junioren-Bundesliga und die jeweils nächst tiefer Spielklasse betreffen.

§ 28 a) Nr. 4 DFB-JO regelt nämlich den Fall, dass ein Mitgliedsverband eine "anders lautende" Festspielregelung getroffen hat. Dadurch, dass in § 17 Abs. 7 JO für Bundesliga-Vereine komplett auf § 28 a) DFB-JO verwiesen wird, gibt es überhaupt keine Festspielregelung, die nach der bayerischen JO zur Anwendung gelangen kann, damit auch keine "anders lautende". Auf die Tatsache, dass der Berufungsführer in der Bundeliga, aber mit der zweiten Mannschaft nicht in der jeweils nächst tieferen Klasse spielt, § 27 a) Nr. 4 zweiter Halbsatz DFB-JO, kommt es daher nach rechtlicher Bewertung des VSG überhaupt nicht an.
Im vorliegenden Fall handelte es sich bei dem Bundesliga-Spiel zwar um kein Spiel an einem der letzten vier Spieltage, für welche § 28 a) Abs. 5 DFB-JO eine anderslautende Regelungsmöglichkeit den Mitgliedsverbänden einräumt. Jedoch wäre auch in einem der letzten vier Spieltage nicht von einer Anwendbarkeit des § 17 Abs. 4 JO auszugehen, denn dies verhindert, wie oben bereits ausgeführt, der klare Verweis in § 17 Abs. 7 JO auf die Bestimmungen des § 28 a) DFB-JO.

Im Gegensatz zu. § 17 Abs. 7 JO ist beispielsweise in den §§ 34, 35 SpO eine klare Unterscheidung und hierdurch ein nur eingeschränkter Verweis auf die DFB-Regelungen enthalten, so dass die dort normierten eigenständigen Festspielregelungen zur Anwendung gelangen können. Hieran mangelt es aber in der JO, da in § 17 durch Abs. 7 die Abs. 1 bis 6 JO vollkommen ausgehebelt werden und man zu keiner für Bundesliga-Vereine anwendbaren Festspielregelung in der JO kommen kann. Es muss daher im vorliegenden Fall bei der ausschließlichen Anwendung des § 28 a) DFB-JO verbleiben.

Nach Auffassung des VSG war daher mangels Anwendbarkeit der § 17 Abs. 1 bis 6 JO, von einer Spielberechtigung nach § 17 Abs. 7 JO, § 27 a) Abs. 3 DFB-JO auszugehen. Der Einsatz des Spielers am 08.04.2017 in der Landesliga-Mannschaft durch den Mannschaftsverantwortlichen Herrn Y war daher zulässig, so dass ihm kein Verstoß gegen § 77 Abs. 2 RVO vorzuwerfen ist. Das Urteil war daher aufzuheben.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00063-16/17-VSG
Sitzung: 23.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Roßmann, Krause

Berufung Verein B gegen das Urteil des Sportgerichts Bayern

Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins B wird das Urteil des Sportgerichts aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Das Spiel Verein A gegen Verein B wird nach dem Ausgang gewertet.

III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim B-Junioren-Landesligaspiel Verein A gegen Verein B wurde vom Berufungsführer der Spieler X von Beginn an eingesetzt. Beim B-Junioren-Bundesligaspiel gegen den Verein H spielte er ebenfalls von Anfang an. Diesen Sachverhalt zeigte der Verein A am 10.04.2017 an mit dem Verweis darauf, dass es sich um einen unberechtigten Einsatz handeln würde gemäß § 17 Abs. 2 JO.

Das SG Bayern eröffnete hierauf ein Verfahren gegen Verein B, welche den Einsatz an sich einräumte, jedoch unter Vorlage der Auswertung der Einsatzzeiten des Spielers X nachwies, dass es sich bei diesem um keinen Stammspieler der Bundesliga-Mannschaft handelt. Deshalb habe er entsprechend der DFB-JO nicht unzulässig gespielt. Das SG Bayern befand einen Verstoß gegen § 17 Abs. 2 JO und verhängte mit Urteil vom 20.04.2017 (zugestellt am gleichen Tag) nach § 77 Abs. 1 RVO einen Punktabzug von 3 Punkten sowie eine Geldstrafe von 100 € und nahm eine Spielwertung zugunsten des Vereins A vor.

Am 27.04.2017 legte der Berufungsführer über die Antwortfunktion des Postfachs ZIMBRA Berufung gegen das Urteil ein und begründete diese damit, dass überhaupt kein unzulässiger Spielereinsatz vorliege. Aufgrund der Verweisung in § 17 Abs. 7 JO auf § 28 a) DFB-JO sei allein die DFB-Regelung maßgeblich und hiernach ein Nicht-Stammspieler gemäß § 28 a) Nr. 3 DFB-JO nach einer Schutzfrist von 2 Tagen nach einem Einsatz in einem Bundesligaspiel wieder für eine andere Mannschaft spielberechtigt.

2. Die Berufung ist zulässig und wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist auch begründet. Der Sachverhalt, insbesondere die Tatsache, dass es sich beim Spieler X um keinen Stammspieler der Bundesligamannschaft handelt ist unstreitig; ebenso sein Einsatz jeweils von Beginn an am 02.04.2017 in der Bundesliga und am 08.04.2017 in der Landesliga.

Die Prüfung der Spielberechtigung richtet sich nach den Bestimmungen der JO. Für den Einsatz in verschiedenen Mannschaften regelt § 17 Abs. 7 JO des BFV folgendes:

(7) Für Vereine, deren A- und/oder B-Juniorenmannschaft in der Junioren-Bundesliga spielt, gelten abweichend die Bestimmungen des § 28 a) DFB-Jugendordnung.

Eine Einschränkung, dass diese Regelung nur explizit für die Bundesliga-Mannschaft gelten soll, ist dem klaren Wortlaut nicht zu entnehmen, denn dieser stellt allein darauf ab, dass die Vereine in der Junioren-Bundesliga spielen. Die Regelung bezieht sich ausdrücklich auf den Verein als solchen. Demzufolge gelten nach dem systematischen Aufbau des Gesetzestextes und der eindeutigen Bestimmung durch das Wort "abweichend" die voranstehenden Regelungen der § 17 Abs. 1 bis Abs. 6 JO nicht, wenn ein Verein in der Bundesliga spielt. Die Verweisung des § 17 Abs. 7 JO bedeutet somit die Unanwendbarkeit der Regelung der § 17 Abs. 1 bis 6 JO für Vereine, deren A- und/oder B-Junioren in der Bundesliga spielen.

Die Spielberechtigung richtet sich in diesen Fällen dann nach § 28 a) DFB-JO:

.

3. Nach einem Einsatz in einem Meisterschaftsspiel einer A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft ist ein Spieler, der nicht Stammspieler ist, erst nach einer Schutzfrist von zwei Tagen wieder für andere Juniorenmannschaften seines Vereins spielberechtigt.

4. Anders lautende Festspielregelungen der DFB-Mitgliedsverbände sind unbeachtlich, soweit sie die A-Junioren-Bundesliga und die jeweils nächst tiefer Spielklasse betreffen.

5. Die DFB-Mitgliedsverbände können für die letzten vier Spieltage sowie für nachfolgende Entscheidungsspiele der jeweils betreffenden Spielklasse und Pokalspiele in diesem Zeitraum anders lautende Festspielregelungen erlassen.

.

7. Die Nrn. 1. bis 6. gelten für die B-Junioren-Bundesliga entsprechend.

Über § 28 a) Nr. 7 DFB-JO finden die Nrn. 1 bis 6. auch auf die hier streitgegenständliche B-Junioren-Mannschaften Anwendung.

Nachdem es sich bei dem Spieler X um keinen Stammspieler der Bundesliga-Mannschaft des Berufungsführers handelt, ist dieser nach dem Einsatz am 02.04.2017 nach Ablauf der 2-tägigen Schutzfrist des § 28 a) Nr. 3 DFB-JO wieder für die Landesliga-Mannschaft spielberechtigt.

Entgegen der Auffassung des SG Bayern gelangt man aufgrund der Konstruktion der vollumfänglichen Verweisung in § 17 Abs. 7 JO überhaupt nicht zur Anwendungsmöglichkeit des § 28 a) Nr. 4 DFB-JO, denn diese käme nur dann in Betracht, wenn die bayerische JO keinen pauschalen Verweis auf die DFB-JO für Bundesliga-Vereine enthalten würde und tatsächlich eine anders lautende Festspielregelung im Geltungsbereich der A/B-Junioren-Bundesliga normiert hätte. Dem ist jedoch nicht so.

Eine kategorische Beschränkung der Spielberechtigung sieht § 28 a) Nr. 4 DFB-JO gerade auch nicht vor, denn hiernach ist lediglich bestimmt, dass etwaige Festspielregelungen von Mitgliedsverbänden, welche von § 28 a) DFB-JO abweichen nicht gelten, soweit sie die Junioren-Bundesliga und die jeweils nächst tiefer Spielklasse betreffen.

§ 28 a) Nr. 4 DFB-JO regelt nämlich den Fall, dass ein Mitgliedsverband eine "anders lautende" Festspielregelung getroffen hat. Dadurch, dass in § 17 Abs. 7 JO für Bundesliga-Vereine komplett auf § 28 a) DFB-JO verwiesen wird, gibt es überhaupt keine Festspielregelung, die nach der bayerischen JO zur Anwendung gelangen kann, damit auch keine "anders lautende". Auf die Tatsache, dass der Berufungsführer in der Bundeliga, aber mit der zweiten Mannschaft nicht in der jeweils nächst tieferen Klasse spielt, § 27 a) Nr. 4 zweiter Halbsatz DFB-JO, kommt es daher nach rechtlicher Bewertung des VSG überhaupt nicht an.

Im vorliegenden Fall handelte es sich bei dem Bundesliga-Spiel am 02.04.2017 zwar um kein Spiel an einem der letzten vier Spieltage, für welche § 28 a) Abs. 5 DFB-JO eine anderslautende Regelungsmöglichkeit den Mitgliedsverbänden einräumt. Jedoch wäre auch in einem der letzten vier Spieltage nicht von einer Anwendbarkeit des § 17 Abs. 4 JO auszugehen, denn dies verhindert, wie oben bereits ausgeführt, der klare Verweis in § 17 Abs. 7 JO auf die Bestimmungen des § 28 a) DFB-JO.

Im Gegensatz zu. § 17 Abs. 7 JO ist beispielsweise in den §§ 34, 35 SpO eine klare Unterscheidung und hierdurch ein nur eingeschränkter Verweis auf die DFB-Regelungen enthalten, so dass die dort normierten eigenständigen Festspielregelungen zur Anwendung gelangen können. Hieran mangelt es aber in der JO, da in § 17 durch Abs. 7 die Abs. 1 bis 6 JO vollkommen ausgehebelt werden und man zu keiner für Bundesliga-Vereine anwendbaren Festspielregelung in der JO kommen kann. Es muss daher im vorliegenden Fall bei der ausschließlichen Anwendung des § 28 a) DFB-JO verbleiben.

Nach Auffassung des VSG war daher mangels Anwendbarkeit der § 17 Abs. 1 bis 6 JO, von einer Spielberechtigung nach § 17 Abs. 7 JO, § 27 a) Abs. 3 DFB-JO auszugehen, weshalb der Spieler am 08.04.2017 spielberechtigt war. Das Urteil war daher aufzuheben und das Spiel seinem Ausgang nach zu werten.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00062-16/17-VSG
Sitzung vom: 19.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Roßmann

Revision Verein A gegen das Urteil BSG Oberfranken

Urteil:

I. Die Revision des Vereins A gegen das Urteil des BSG Oberfranken wird zurückgewiesen.

II. Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 61,63 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 154,08 €.

Gründe:

1. Verein A (Revisionsführerin) setzte beim Kreisliga-Spiel Verein A gegen Verein B den Spieler X ein. Für den Spieler wurde weder vor, noch unmittelbar nach dem Spiel ein Spielerpass vorgelegt. Auch lag keine Spielberechtigungsliste vor, die das Foto für den mitwirkenden Spieler X enthielt. Stattdessen legte die Revisionsführerin den Ausdruck einer Online-Detailspielberechtigung vor, auf der jedoch das BFV-Logo fehlte. Der Spieler wurde persönlich beim Schiedsrichter vorgestellt. Der Schiedsrichter machte über diesen Vorgang eine Meldung. Binnen drei Tagen nach dem Spiel wurde weder der Spielerpass beim Sportgericht vorgelegt, noch wurde dem Sportgericht angezeigt, dass ein Foto für den Spieler auf der Spielberechtigungsliste hochgeladen worden war.
Mit Urteil vom 20.04.2017 verurteilte das KSG die Revisionsführerin gemäß § 77 Abs. 3 RVO wegen Vorlage eines ungültigen Ausdrucks der Detailspielberechtigung zu einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 und nahm gemäß § 29 SpO eine Spielwertung für Verein B mit 2:0 als gewonnen und für die Revisionsführerin mit 0:2 als verloren vor.

Gegen dieses Urteil legte die Revisionsführerin über das Postfachsystem ZIMBRA am 24.04.2017 Berufung ein. Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 08.05.2017, zugestellt am selben Tag, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 15.05.2017 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht geltend, dass der Schiedsrichter nicht darauf hingewiesen habe, dass die Online-Detailspielberechtigung nicht ordnungsgemäß sei. Es wird gerügt, dass das BSG keine mündliche Verhandlung mit Anhörung des Schiedsrichters zu diesem Sachvortrag anberaumt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.
Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.
Gemäß § 45 Abs. 2 Satz 2 RVO muss in der Revisionsschrift grundsätzlich die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Wird keine verletzte Vorschrift genannt, ist die Revision unzulässig. Die verletzte Vorschrift muss allerdings nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus (VSG ständige Rechtsprechung, Fälle 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12). Im vorliegenden Fall nennt der Revisionsführer zwar keine Vorschrift, der Revisionsschrift lässt sich aber entnehmen, dass der Revisionsführer rügt, dass er durch Übergehen seines Beweisantrags aus der Berufungsschrift in seinem Recht auf rechtliches Gehör verletzt fühlt.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Das BSG-Urteil lässt keinen Rechtsfehler erkennen.
Von der Revision nicht mehr gerügt wird die Tatsache, dass die dem Schiedsrichter vorgelegte Online Detailspielberechtigung nicht den Vorgaben des § 33 Nr. 2.2.3 SpO genügte, da diese Vorschrift verlangt, dass der Ausdruck der Detail-Spielberechtigung aus Pass-Online mit dem BFV-Logo versehen ist. Auf das BFV Logo kann beim Ausdruck nach der ständigen Rechtsprechung des BFV nicht verzichtet werden (VSG Fälle 08/09-17; 08/09-37; 10/11-50; 11/12-53). Da binnen dreier Tage die Spielberechtigung nicht ordnungsgemäß nachgewiesen wurde, waren somit die Spielwertung und die Bestrafung der Revisionsführerin vorzunehmen.
Der Einvernahme des Schiedsrichters bedurfte es nicht. Die Spielberechtigung liegt ausschließlich in der Verantwortung des Vereins. Der Schiedsrichter hat weder die Pflicht, den Verein auf eine fehlende Spielberechtigung hinzuweisen, noch darf der einen Spieler wegen fehlender Spielberechtigung ausschließen. Der Schiedsrichter muss allerdings eine Meldung machen, wenn er nach seiner Meinung eine Unregelmäßigkeit feststellt.
Die Frage, ob und welche Hinweise der Schiedsrichter zur Spielberechtigung erteilte, war daher aus Rechtsgründen unerheblich. Das BSG musste daher den Schiedsrichter weder in einer mündlichen Verhandlung, noch sonst wie dazu befragen.
Nur am Rande sei bemerkt, dass der KSG Vorsitzende - ebenfalls ohne Rechtsverpflichtung - die Revisionsführerin per E-Mail binnen der Dreitagefrist darauf hingewiesen hatte, dass der Nachweis der Spielberechtigung noch zu erbringen ist. Dem ist der Verein jedoch nicht nachgekommen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00061-16/17-VSG
Sitzung vom: 18.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Beschwerde Verein B gegen die Spielwertung des Spiels Verein A gegen Verein B

Urteil:

I. Auf die Beschwerde des Vereins B wird der Bescheid des Spielleiters der Landesliga aufgehoben und der Spielleiter angewiesen, das Spiel neu anzusetzen.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der Verein B (Beschwerdeführer) wurde durch Beschluss des BLSV Präsidiums vom 24.04.2017 mangels Abgabe der Jahresmeldung 2017 gemäß § 13 der BLSV Satzung i.V.m. § 13 Abs. 4 der Aufnahmeordnung aus dem BLSV e.V. ausgeschlossen. Die Veröffentlichung des Ausschlusses erfolgte im Bayernsport Nr. 18 vom 02.05.2017. Nach Abgabe der Jahresmeldung und Einzahlung der Wiederaufnahmegebühr teilte der BLSV mit E-Mail vom 08.05.2017 mit, dass dem Antrag auf Wiederaufnahme mit sofortiger Wirkung stattgegeben werde.
Am 05.05.2017 war das Spiel in der Landesliga Verein A gegen den Beschwerdeführer angesetzt. Mit Spielwertung vom 06.05.2017 wertete der Spielleiter der Landesliga das Spiel zugunsten Vereins A mit 2:0. Dagegen legte der Beschwerdeführer per Postfachsystem Zimbra am 11.05.2017 Beschwerde ein, die Beschwerde wurde vom Präsidenten mit Antrag vom 16.05.2017 dem VSG zur Entscheidung vorgelegt, weil der Ausgang der Saison davon abhängig ist.

2. Das VSG ist gemäß § 4 Abs. 2 RVO zuständig. Die Entscheidung hat Auswirkung auf die Abschlusstabelle der Liga. Damit liegt Eilbedürftigkeit vor, weil davon auch die Einteilung der Spielklassen im neuen Spieljahr abgängig sein kann (VSG-Fälle 03/04-2; 03/04-32; 13/14-92; 08/09-9).

3. Die Beschwerde ist auch begründet.
Die Aufklärung des Sachverhalts durch die telefonische Anhörung des Spielleiters und des Vereins A ergab, dass der Beschwerdeführer am Freitag, den 05.05.2017 die Jahresmeldung an den BLSV abgegeben hatte und auch die Wiederaufnahmegebühr einbezahlt hatte. Da jedoch beim BLSV am Freitagnachmittag niemand erreichbar war, setzte sich der Beschwerdeführer mit dem Spielleiter telefonisch in Verbindung. Der Spielleiter erklärte dem Vorstand des Beschwerdeführers, dass er bis zum Sonntag Zeit habe, die Zustimmung des Vereins A zu einer Spielverlegung einzuholen. Verein A erklärte am Sonntag gegenüber dem Spielleiter seine Zustimmung. Gleichwohl nahm der Spielleiter eine Spielwertung vor.
Diese Spielwertung kann keinen Bestand haben. Dadurch, dass der Spielleiter dem Vorstand des Beschwerdeführers bis zum Sonntag, den 07.05.2017 Zeit gewährte, die Zustimmung des Vereins A zur Spielverlegung vorzulegen, wurde das für den 05.05.2017 angesetzte Spiel abgesetzt. Eine andere Auslegung kann die Erklärung aus dem Empfängerhorizont des Vorstands des Beschwerdeführers nicht haben. Die Zustimmung zur Spielverlegung macht nur solange Sinn, als der Spieltermin noch nicht abgelaufen ist. Deshalb führt eine Fristsetzung zur Zustimmung, die über den angesetzten Termin hinaus wirkt, jedenfalls dann auch zur Absetzung des Termins, wenn die Zustimmung fristgerecht erteilt wird. Welche Folgen die Ablehnung der Zustimmung gehabt hätte, braucht hier nicht entschieden zu werden.

Das VSG hat schon wiederholt entschieden (VSG-Fälle 05/06-12; 07/08-99), dass die Absetzung eines Spiels durch den Spielleiter absoluten Charakter hat. Auch wenn die Voraussetzungen für die Spielabsetzung nicht vorliegen sollten oder sogar dann, wenn der Spielleiter über Gründe getäuscht wird, bleibt es bei der Wirkung der Spielabsetzung. Ob der Verein zu bestrafen ist, muss gesondert entschieden werden. Der Grund liegt in der Klarheit des Wettbewerbs. Jeder Verein muss sich darauf verlassen können, dass ein vom Spielleiter abgesagtes Spiel nicht stattfindet. Das Motiv, weshalb der Spielleiter das Spiel absagt, ist für die Vereine oft nicht klar erkennbar und kann daher kein Kriterium sein, das für die Spielwertung und damit für den Eingriff in den Wettbewerb Bedeutung erlangen kann.
Damit braucht die Frage, ob die Spielabsetzung durch den Spielleiter rechtmäßig war, nicht entschieden zu werden. Sie hat für die hier alleine entscheidungsrelevante Frage der Spielwertung oder Neuansetzung aus den vorstehenden Gründen keine Relevanz.
Der Spielleiter war daher anzuweisen, das Spiel neu anzusetzen.

4. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV (§§ 32, 33 RVO). Eine Erstattung außergerichtlicher Kosten ist ausgeschlossen (§ 30 Abs. 3 RVO).

Aktenzeichen: 00059-16/17-VSG
Sitzung: 09.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B

Berufung des Vereins A gegen das Urteil des BSG Unterfranken

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 102,72 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 61,63 € trägt der Spieler X unter Mithaftung des Vereins A.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel Verein A gegen Verein B meldete der Schiedsrichter, dass der Spieler X, Verein A, unmittelbar nach dem Schlusspfiff seinen Gegenspieler mit der flachen linken Hand von hinten auf die rechte Backe geschlagen hat, als dieser an ihm nach Spielende in Richtung Anstoßpunkt vorbeigelaufen ist.
Der Schiedsrichter hat daraufhin auf dem Spielfeld einen Feldverweis gegen den Spieler X ausgesprochen. Nach der Meldung des Schiedsrichters wurde der Spieler X vorher weder provoziert noch gefoult. Eine Stellungnahme wurde in erster Instanz nicht abgegeben.

Mit Urteil vom 21.04.2017 wurde der Spieler X vom BSG Unterfranken gemäß § 67 Abs. 1 RVO für sechs Verbandsspiele wegen Tätlichkeit gemäß § 67 I RVO gesperrt. Das Urteil wurde am 21.04.2017 über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.
Hiergegen legte der Verein A über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 28.04.2017 Berufung ein.
Der Berufungsführer führte aus, dass er erst nach Veröffentlichung des Urteils die Information erhalten habe, dass der Gegenspieler von Spieler X nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine war und dem Schiedsrichter mitgeteilt hat, dass es sich um keinen Schlag gehandelt hat, sondern lediglich um einen leichten Klapps.
Ferner führte der Berufungsführer weiter aus, dass unmittelbar vor dem Spielende der Gegenspieler dem Spieler X einen leichten Ellbogencheck versetzt hat, dieser wurde aber vom Schiedsrichter nicht mehr geahndet, sondern das Spiel beendet.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs.1 e RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in erster Instanz hätten beigebracht werden können.
Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren vorgetragen, das vor dem Vergehen des Betroffenen dieser von seinem Gegenspieler einen leichten Ellbogencheck erhalten hat.
Dieser Vortrag kann jedoch nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden.
Soweit der Berufungsführer vorträgt, dass er erst nach Veröffentlichung des Urteils Kenntnis von den Ausführungen des Gegenspielers erlangt hat, ist ihm entgegenzuhalten, dass der Verein den Gegenspieler bereits vor Verfassung einer Stellungnahme zum Bezirkssportgericht kontaktieren hätte können.

Ungeachtet dessen stellt das Vergehen des Spieler X eine Tätlichkeit nach § 67 I RVO dar. Ein leichterer Fall einer Tätlichkeit nach § 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 RVO liegt nach dem festgestellten Sachverhalt eines unvermittelten Schlages ins Gesicht nach Spielende nicht vor, insoweit hätte auch eine eventuelle Stellungnahme des Gegenspielers keine andere Sichtweise zugelassen.
Mangels Milderungsgründe ist die vom BSG Unterfranken aufgrund der erstinstanzlich nicht gerügten SR-Meldung verhänge Sperrstrafe von sechs Spielen nach Auffassung des VSG nicht zu beanstanden. Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00056-16/17-VSG
Sitzung vom: 09.05.2017
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Roßmann

Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG Schwaben

Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG Schwaben wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 102,72 € und die Kosten des Verfahrens in Höhe von 61,63 €.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel wollte die Mannschaft des Vereins A einen Spieler in der 79. Spielminute (nach Aussage des Schiedsrichters in der 85.Spielminute) einwechseln, der nicht auf dem ESB vermerkt war. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:3 für die gegnerische Mannschaft.
Gemäß der Einlassung des Vereins A hat das Schiedsrichtergespann nach kurzer Beratung den Spielereinsatz unrechtmäßigerweise jedoch nicht gestattet. Verein A unterlag schließlich mit 1:4.
Der Verein sieht sich, da nun ein verletzungsbedingt angeschlagener Spieler die Partie stattdessen zu Ende spielen musste, durch die angebliche Entscheidung der Schiedsrichter benachteiligt und legte daher am 29.03.2017 fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des Spiels ein. Der Schiedsrichter hingegen gab in seiner Stellungnahme an, dass er dem Spieler nicht die Spielteilnahme verweigert, sondern lediglich von einem Wechsel abgeraten habe.
Mit Urteil vom 11.04.2017, welches am selbigen Tage über das Postfachsystem des BFV zugestellt wurde, wurde der Einspruch vom BSG Schwaben als unbegründet zurückgewiesen.

Hiergegen wurde fristgerecht am 18.04.2017 über das BFV-Postfachsystem Berufung eingelegt.
Der Berufungsführer wies darauf hin, dass die stattgefundene kontroverse Diskussion zwischen dem Schiedsrichterassistenten und dem Schiedsrichter allein bereits bestätige, dass dem Verein A das Recht, einen Spieler einwechseln zu dürfen, entgegen geltendem Recht verweigert wurde. Dies stelle einen klaren Regelverstoß und eine Benachteiligung dar.
Weiter ist der Berufungsführer der Meinung, das BSG Schwaben habe das Tatbestandsmerkmal, der Regelverstoß hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Spielwertung als verloren oder unentschieden beeinflusst, ermessensfehlerhaft gewertet. Dabei führte er Beispiele aus dem Profi- und Amateurfußball an, welche belegen, dass innerhalb der letzten 10 Minuten ein Spielergebnis noch gedreht werden könne. Auf Vermutungen dürfe sich das Gericht nicht stützen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gem. § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Nach Überzeugung des Verbands-Sportgerichts kann dahingestellt bleiben, ob ein Regelverstoß des Schiedsrichters vorliegt, da jedenfalls die Wertung des BSG, welches eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang verneinte, nicht zu beanstanden ist.

§ 38 Abs. 1 a) RVO verlangt für einen begründeten Einspruch u.a. eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines anderen Spielausgangs. Insofern musste das BSG gemäß geltendem Recht eine Wahrscheinlichkeitsabwägung vornehmen. Auch wenn in der Vergangenheit in einigen Fällen im Profi- und Amateurbereich verloren geglaubte Spiele noch ausgeglichen oder doch noch gewonnen wurden, so geschah dies nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit. Aber nur weil es diese Fälle gibt, kann das BSG nicht entgegen geschriebenem Recht entscheiden und dieses Tatbestandsmerkmal unbeachtet lassen.
Nach der Rechtsprechung des VSG besitzt das im Einzelfall zu entscheidende Gericht bei der Bewertung der hohen Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang grundsätzlich einen weiten Ermessensspielraum.
Dieser Ermessensspielraum wurde vom BSG gewahrt.
Es konnte nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass bei einem Rückstand von 1:3 in den letzten 5 bzw. 11 Spielminuten durch den Einsatz eines eingewechselten Spielers noch der Ausgleichs- oder Siegtreffer gelingen würde. Es lag zwar im Bereich des Möglichen, konnte aber eben nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Aber gerade dies setzt § 38 Abs. 1 a) RVO ausdrücklich voraus.
Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00055-16/17-VSG
Sitzung: 11.04.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Berufung des FC Bayern München gegen das Urteil des Sportgerichts Bayern vom 24.03.2017, AZ 00550-16/17 SG Bayern

Urteil:

I. Auf die Berufung des FC Bayern München wird das Urteil des Sportgerichts Bayern vom 24.03.2017, AZ 00550-16/17, aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Bei dem Förderligaspiel (BuLi/NLZ) der U14-Mannschaften Verein B gegen Verein A meldete der SR, dass der Spieler Spieler X, Jahrgang 2004, vom Verein A eingesetzt wurde. Der Mannschaftsverantwortliche bestätigte Identität und Spielrecht des Spielers.

2. Das SG Bayern leitete hierauf ein Verfahren gegen den Verein A ein, da laut den Durchführungsbestimmungen der Förderligen U13 und U14 zur Spielsaison 2016/2017 im U14-Bereich ausschließlich Spieler des Jahrgangs 2003 eingesetzt werden dürfen.

Der Berufungsführer trug hierzu vor, dass in den Gesprächen zur Festsetzung der Durchführungsbestimmungen davon ausgegangen wurde, immer mit den Besten des Jahrgangs gegeneinander in der Förderliga zu spielen. Zudem hätten etliche Bundesligisten ihren Kader so gewählt, dass durchaus auch jüngere Jahrgänge bereits fester Bestandteil des jeweiligen älteren Kaders sind. Das Verbot des Einsatzes jüngerer Spieler im älteren Jahrgang würde dem primären Ziel der Förderliga widersprechen.

Das SG Bayern verhängte mit Urteil gegen den Berufungsführer nach §§ 47, 48 Abs. 1 b) RVO eine Geldstrafe von 50 €.

Hiergegen legte der Verein A mittels Postfachsystem ZIMBRA am 30.03.2017 Berufung ein und verwies darauf, dass die jahrgangsbezogene Beschränkung laut den Durchführungsbestimmungen nur für die Regionalauswahlmannschaften gelte, nicht jedoch für die Teams der BuLi/NLZs. Bei den hierzu stattgefundenen Gesprächen sei nicht besprochen worden, dass die Jahrgangsbeschränkung auch für die BuLi/NLZ-Mannschaften gelten sollte. Hierauf hätten sich die Vertreter der NLZs niemals eingelassen, da ein NLZ im Sinne der bestmöglichen Talentförderung immer wieder Toptalente bereits einen Jahrgang höher ansiedelt. Diese Auffassung bestätigten auch zahlreiche andere Vertreter der NLZs.

3. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

4. Die Berufung ist auch begründet.

In den Durchführungsbestimmungen der Förderligen U13 und U14 gemäß Gespräch vom 06.07.2016 und dem Protokoll vom 11.08.2014 zur Spielsaison 2016/2017 ergibt sich auf Seite 1 unten folgende Regelung:

"In den Regionalauswahlmannschaften dürfen im U 13 Bereich nur Spieler des Jahrgangs 2004 und im U 14 Bereich nur Spieler des Jahrgangs 2003 eingesetzt werden. Der Einsatz von jüngeren und älteren Spielern ist untersagt. Gastspieler dürfen keinen eingesetzt werden."

Nach dem klaren Wortlaut der Durchführungsbestimmung gilt die Beschränkung für den Einsatz des Jahrgangs 2004 im U 13 Bereich und den Jahrgang 2003 im U 14 Bereich ausschließlich für die Regionalauswahlmannschaften. Eine Ausweitung dieser Beschränkung auf die Mannschaften der BuLi/NLZ ist gerade nicht vorgesehen. Aufgrund des eindeutigen Wortlauts dieser Vorschrift sieht das VSG auch keine anderweitige Auslegungsmöglichkeit. Zudem steht der Nachsatz "Der Einsatz von jüngeren und älteren Spielern ist untersagt." in direktem Anschluss an den vorherigen Satz und stellt hierdurch einen Bezug allein auf die Regionalauswahlmannschaften her. Nachdem keine jahrgangsbezogene Beschränkung für die BuLi/NLZ-Mannschaften festgelegt ist, ist der Einsatz des Spielers X nicht zu beanstanden.

Ein Verstoß gegen die Durchführungsbestimmungen ist daher für das VSG nicht ersichtlich, so dass das Urteil aufzuheben und das Verfahren einzustellen ist.

5. Kosten §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 0054-16/17-VSG
Sitzung vom: 11.04.2017
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Krause

Revision gegen das Urteil BSG

Urteil:

I. Auf die Revision des Verein A wird das Urteil des BSG aufgehoben und das Verfahren an das BSG zur neuerlichen Entscheidung zurückgegeben.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

1. Der Revisionsführer setzte zu dem Verbandsspiel am 14.08.2016 zwischen dem Verein B und der Verein A den Spieler X ein. Der Verbandsanwalt erstattete am 18.08.2016 Anzeige, mit der Begründung, dass der Spieler, welcher im Sommer von den Verein C zur Verein A gewechselt war, noch nicht seine Sperre von 3 Spielen aus dem Urteil des KSG verbüßt hatte und daher unzulässig spielte.
Das KSG leitete hierauf ein Verfahren gegen den Revisionsführer ein. Dieser gab an, dass der Spieler spielberechtigt gewesen sei, da er sich nicht am 17.05.2016 wirksam von seinem früheren Verein abgemeldet habe, sondern der Verein ihn am 28.05.2016 ohne seinen Willen rückwirkend in "Spielplus-online" abgemeldet hatte. Vielmehr habe der Spieler erst am 02.06.2016 seine Kündigung schriftlich erklärt und persönlich beim Verein abgegeben.
Das KSG verhängte mit Urteil vom 27.10.2016 gegen den Revisionsführer nach § 77 Abs. 1 RVO in einem leichten Fall eine Geldstrafe in Höhe von 100,00 € und nahm eine Spielwertung zulasten des Revisionsführers vor.
Gegen dieses Urteil legte der Revisionsführer am 28.10.2016 fristwahrend Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 07.03.2017 zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 13.03.2017 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht unter anderem geltend, dass bei einem unzulässigen Spielereinsatz, welcher auf einer vom Verband erteilten Falschauskunft beruht und deren Unrichtigkeit für den Verein nicht erkennbar war, ein gewonnenes Spiel neu anzusetzen sei. Dem Revisionsführer sei bei einem Telefonat mit dem KSG-Vorsitzenden und dessen Einsicht in das System "Spielplus" eine Einsatzmöglichkeit des Spielers mitgeteilt worden. Zudem könne die erfolgte Kündigungserklärung vom 02.06.2016 nicht als Abmeldung gewertet werden, sondern erst die Bestätigung der Freigabe zum Vereinswechsel vom 29.06.2016 könne Gültigkeit und Wirkung entfalten. Ferner würde sich aus den Informationen auf der Homepage des BFV zum Passrecht ergeben, dass bei Kündigung der Mitgliedschaft die Beendigung der Mitgliedschaft ebenso als Abmeldung gilt.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist im Rahmen der Zurückverweisung auch begründet. Der Revisionsführer rügt zurecht die Verletzung des rechtlichen Gehörs, welches einen absoluten Revisionsgrund darstellt. Die vom BSG vorgenommene Befragung des Zeugen hinsichtlich dessen gegebener telefonischer Auskunft gegenüber dem Revisionsführer vor dem streitigen Spielereinsatz am 14.08.2016 wurde dem Revisionsführer nicht zur Kenntnis- und Stellungnahme zugeleitet. Dies ist jedoch zwingend erforderlich, da sich das BSG auch auf diese Angaben ausweislich der Urteilsbegründung stützt. Allein aus diesem Grund erfolgt die Zurückverweisung. Das BSG hat die Ergebnisse der Zeugenbefragung oder eine erneute Befragung des Zeugen dem Revisionsführer zuzuleiten und sodann zu prüfen, ob es sich um einen Fall des § 29 Ziffer 4 SpO handelt.
Nach der Rechtsprechung des VSG ist hierbei in einem mehrstufigen Schema festzustellen, ob es sich um eine qualifizierte Falschauskunft handelt, diese tatsächlich in der vorgetragenen Form erteilt wurde, sie für den Verein nicht erkennbar und dieser somit gutgläubig war. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass eine Falschauskunft für den Verein erkennbar ist, wenn sein Spieler die objektive Sachlage kennt, denn die Kenntnis des Spielers wird dem Verein zugerechnet. Der Nachweis einer qualifizierten Falschauskunft kann nur durch eine schriftliche Auskunft oder einer nachträgliche schriftliche Bestätigung des die Auskunft gebenden Verbandsmitarbeiters erbracht werden (siehe VSG-Urteile Protokoll 28 Fall 72 2005/2006, Protokoll 22 Fall 53 2006/2007).
Darüber hinaus sieht das VSG keine fehlerhafte rechtliche Begründung. Insbesondere ging das BSG zu Recht davon aus, dass ein unzulässiger Spielereinsatz in einem leichten Fall vorlag. Der Revisionsführer verkennt, dass die Regelung des § 77 Abs. 1 RVO zwar bei einem leichten Fall statt eines Punktabzugs auf eine Geldstrafe nicht unter 50 € erkannt werden kann, jedoch im streitigen Urteil des KSG überhaupt kein Punktabzug vorgenommen wurde, sondern lediglich eine Spielwertung nach § 29 SpO. Eine solche hat zwingend im Fall des § 77 Abs. 1 RVO zu erfolgen.
Auch die Wertung der Kündigungserklärung vom 02.06.2016 als Abmeldung gemäß § 40 SpO ist nach Auffassung des VSG nicht zu beanstanden. Entgegen der Revisionsbegründung ist zwischen einer Kündigungserklärung und deren Wirkungszeitpunkt zu unterscheiden. Allein die Kündigungserklärung der Vereinsmitgliedschaft, also die einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung, gilt als Abmeldung. Hiervon ist klar zu unterscheiden, wann eine Kündigung Wirkung entfaltet, denn dies kann beispielsweise bei einer gewissen Kündigungsfrist erst zu einem späteren Zeitpunkt der Fall sein. Dies ändert jedoch nichts an der klaren Vorgabe des § 40 RVO, wonach die Erklärung der Kündigung als Abmeldung gilt. Dies war im vorliegenden Fall unstreitig der 02.06.2016, so dass für den Spieler X mit Ablauf dieses 02.06.2016 seine Spielerlaubnis endete. Ab diesem Zeitpunkt konnten somit keine Spiele von seinem bisherigen Verein zur Verbüßung der Sperrstrafe zählen.
Auch wenn die Erläuterungen auf der Homepage des BFV zu den Grundlagen des Passrechts keine Rechtskraft entfalten, ist dem Revisionsführer entgegenzuhalten, dass der Spieler X am 02.06.2016 gemäß der von ihm gewählten Betreffs eine "ordentliche Kündigung der Mitgliedschaft" ausgesprochen hat. Zudem ist die Erläuterung auf der Homepage im Gesamtzusammenhang zu sehen und dahingehend zu verstehen, dass man sich zwar vom Spielbetrieb abmelden kann, damit aber nicht automatisch eine Beendigung der Vereinsmitgliedschaft einhergehen muss; andersherum gilt jedoch die Kündigungserklärung der Vereinsmitgliedschaft automatisch als eine Abmeldung vom Spielbetrieb.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00053-16/17-VSG
Sitzung: 11.04.2017
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer

Bayernliga-Spiel Verein A gegen Verein B
Berufung des Vereins A gegen das Urteil SG Bayern

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 205,44 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 61,63 € trägt der Verein A.

Gründe:

1. Laut Meldung des leitenden SR wurde der Spieler X, Verein A beim Verbandsspiel der Bayernliga Verein A gegen den Verein B mit Rot vom Platz gestellt. Grund war nach dem Inhalt der Meldung, dass der fehlbare Spieler als Torwart einen gegnerischen Angreifer regelwidrig zu Fall brachte und ihm dadurch eine klare Torchance verbaute. Der Verbandsanwalt stellte am 03.04.2017 Strafantrag auf eine Sperre für zwei Verbandsspiele. Das zuständige Sportgericht Bayern verurteilte den Spieler mit Urteil zu einer Sperre von drei Verbandsspielen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des Verein A mit dem Ziel, die Strafe auf eine Sperre von einem Verbandsspiel zu reduzieren.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt, der Verein A ist berufungsberechtigt nach § 44 Abs.2 RVO. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs. 1 e RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet. Das vom Erstgericht verhängte Urteil ist weder im Hinblick auf die Strafwürdigkeit des zugrunde gelegten Verhaltens noch im Strafmaß zu beanstanden. Wie bereits vom Verbandsanwalt beantragt, rechtfertigt die vom Torwart verwirklichte Unsportlichkeit für sich betrachtet nach ständiger Rechtsprechung eine Sperre von zwei Spielen. Eine Herabsetzung auf ein Spiel kann nur dann veranlasst sein, wenn der in der Folge verhängte Freistoß zu einem Tor führt, weil die unsportliche Torverhinderung dann nicht zum Erfolg führte, also nur als Versuch zu werten ist. Dies war im vorliegenden Fall aber nicht gegeben.
Wie das Sportgericht Bayern zutreffend ausführt, war es gerechtfertigt, die grundsätzlich verwirkte Strafe von zwei Spielen Sperre hier um ein Spiel zu erhöhen, weil der Spieler in der Vorsaison bereits wegen einer Unsportlichkeit mit einer Sperre belegt worden war. Es entspricht der Rechtsprechung und ist auch sachgerecht, eine Vorstrafe bei der Festlegung des Strafmaßes zu berücksichtigen. Das Sportgericht Bayern hat jederzeit auch die Möglichkeit, über den Strafantrag des Verbandsanwaltes, in dem die Vorstrafe offenkundig nicht berücksichtigt war, im Strafmaß hinauszugehen.
Die vom Erstgericht verhängte Strafe hält damit der Überprüfung stand, die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. 8c, 13 d FO und § 2 I. 8 c, 13 d Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00052-16/17-VSG
Sitzung vom 28.03.2017
Besetzung: Beierlein

Abgabebeschluss des JSG vom 11.02.2017

Beschluss:

Das Verfahren gegen den Betreuer M Verein A wird an das Jugend-Sportgericht Oberbayern III zurückgegeben.

Gründe:

Der Verbandsanwalt hat mit Schreiben vom 22.03.2017 seinen Antrag auf Abgabe des Verfahrens an das VSG zurückgenommen.

Das Verfahren wird zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts, insbesondere zur Anhörung der vom Verein des Betroffenen in der Stellungnahme vom 13.01.2017 angebotenen Zeugen an das Jugendsportgericht Oberbayern III zurückgegeben.

 

Aktenzeichen: 00051-16/17-VSG
Sitzung: 18.03.2017
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Krause

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B vom 27.11.2016
Anzeige Verein A vom 29.11.2016

Urteil:

I. Das Verfahren gegen die Frauen-Bezirks-Schiedsrichterbeauftragte wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit email vom 29.11.2016 erstattet der Co-Trainer Verein A Herr C gegen die Betroffene Anzeige. Er wirft der Betroffenen vor, ihn beim Bezirksligaspiel Verein A gegen Verein B
2. am 27.11.2016 durch die Äußerungen

"Ich glaube es hackt, soll ich Euch vom Spielfeld werfen.",
"Ich muss Ihnen gar nichts sagen. Das können Sie alles nachlesen.",
"Und außerdem, wo haben Ihren Fußballverstand her. Ach Sie haben ja gar keinen.",
"Und wenn ich will, gehen sie auch noch vom Spielfeld"

unsachgemäß behandelt und beleidigt zu haben. Ferner habe die Betroffene auf den SR eingewirkt und diesem gesagt

"Du musst ihm auch die rote Karte zeigen",

worauf dieser dem bereits ausgewechselten Spielertrainer D auch die rote Karte zeigte.

Der Vorhalt des Anzeigeerstatters wurde per email durch die Zeugen M und N bestätigt.

Die Betroffene hat sich dahingehend eingelassen, dass es ihre Pflicht als SRAin war, den SR über das Fehlverhalten des Spielertrainers zu informieren und ihn darauf hinzuweisen, dass diesem aufgrund seiner Funktion als Spielertrainer die roten Karte gezeigt werden muss, um keinen Regelverstoß zu begehen. Die sonstigen vorgeworfenen Äußerungen habe sie nicht getätigt. Der Anzeigeerstatter habe scheinbar ein Problem mit ihr als Person, was sich darin begründen würde, dass er aufgrund einer Meldung im Jahr 2015 der Betroffenen zu einer Geldstrafe wegen SR-Beleidigung verurteilt wurde.

3. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 b RVO für die Entscheidung zuständig, da die Betroffenen als Frauen-Bezirks-Beauftragte Funktionärin des BFV ist.

4. Nach mündlicher Verhandlung vom 18.03.2017 steht zur Überzeugung des VSG aufgrund der übereinstimmenden Angaben der Zeugen O, M und des SR X sowie der Einlassung der Betroffenen fest, dass diese den SR über das Fehlverhalten des Spielertrainers informiert und ihn zutreffend regeltechnisch darauf hingewiesen hat, dass diesem deshalb die rote Karte zu zeigen ist. Diesen wichtigen und richtigen Hinweis hält das VSG für einen Teil ihres Aufgabenspektrums als SRAin, mithin keinesfalls um ein sanktionswürdiges Verhalten.

Ob die Bemerkungen "Ich glaube es hackt, soll ich Euch vom Spielfeld werfen." und "Ich muss Ihnen gar nichts sagen. Das können Sie alles nachlesen." überhaupt gefallen sind, kann dahingestellt bleiben, denn diese erfüllen nach Ansicht des VSG nicht den Tatbestand des unsportlichen Verhaltens. Es obliegt allein dem SR nach dem Spiel die Meldung über die Vorkommnisse zu erstellen, welche dann den Vereinen zugehen. Eine Auskunftspflicht seitens des SR oder gar des SRA bzw. Kommentierungen oder Rechtfertigungen der während des Spiels getroffenen Entscheidungen sind nicht erforderlich.

Soweit es um die Bemerkung zum Fußballverstand geht, hat die Betroffene diese Aussage vollumfänglich bestritten. Die vernommenen Zeugen O und M sowie in schriftlicher Form der entschuldigte Zeuge N bestätigten zwar diese Wortwahl, allerdings stimmten deren Aussagen nur in diesem einen zentralen Punkt überein, ansonsten wurde das Geschehen sehr unterschiedlich geschildert.

Sowohl im Hinblick auf die Entfernung, wie weit Spielertrainer D das Spielfeld betreten hatte, weichten die Angaben der Zeugen O und M voneinander ab als auch im Hinblick auf die Örtlichkeit, an welcher die angebliche Aussage getätigt worden sei. So schreibt der Zeuge N, dass er "durch das Sitzen auf der Ersatzbank alle Geschehnisse beobachten und all Aussagen genauestens hören konnte". Der Zeuge O gab jedoch an, dass die Zeugen M und N in unmittelbarer Nähe zu ihm gestanden waren und zwar an der Mittellinie.

Der Zeuge M konnte nach seinen Angaben zwar klar und deutlich wahrnehmen, was die Betroffene zu dem Zeugen O an der Linie sagte und dies in exakt demselben Wortlaut wie der Zeuge O wiedergeben, hatte jedoch auf Nachfrage des VSG keine Erinnerung mehr bzw. nicht gehört, was der Zeuge O, welcher direkt vor ihm gestanden haben soll, zuvor zur Betroffenen gesagt oder ihr sodann entgegnete hatte.

Das vom Zeugen O geschilderte ruhige Verhalten seinerseits in der Situation, als die Betroffenen ihm gegenüber die streitige beleidigende Äußerung zum Fußballverstand getätigt haben sollte, wirkt aufgrund des Auftretens in der mündlichen Verhandlung für das VSG geradezu lebensfremd.

Der Zeuge SR X konnte zwar aufgrund seiner Entfernung zum Ort des Wortwechseln keine Angaben zu den Äußerungen der Betroffenen gegenüber dem Anzeigeerstatter tätigen, bestätigte jedoch klar, die Einlassung der Betroffenen im Hinblick auf deren Äußerungen ihm gegenüber und ihre Laufwege nach dem Fahnenzeichen. So gab er an, dass die Betroffene umgehend nach der kurzen Absprache mit ihm wieder zur Linie auf Höhe des letzten Abwehrspielers gelaufen sei. Einen Wortwechsel auf Höhe der Mittellinie, wie ihn die Zeugen O und M angaben, konnte er nicht wahrnehmen.

Das VSG geht aufgrund der Diskrepanz in den Aussagen der Zeugen, aber auch aufgrund der sachlichen Art der Betroffenen, zu welcher eine solche Aussage nicht passen würde, davon aus, dass die Betroffene zwar dem Anzeigeerstatter die erbetene Auskunft über den Grund der roten Karte verweigerte, jedoch dieser die beleidigende Äußerung ergänzt hat. Die Aussagen sowohl des Zeugen O als auch des Zeugen M waren nach Ansicht des VSG von erheblichem Belastungseifer getragen.

Ein sanktionswürdiges Verhalten der Betroffenen ist mithin nicht ersichtlich, so dass das Verfahren einzustellen war.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ § 30 Abs. 3 Satz 2, 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00050-16/17-VSG
Sitzung vom 14.03.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer, Lieb, Krause

Antrag des Verbandsanwalts auf Auslegung des § 36 Abs. 1 und 2 Satzung in Verbindung mit § 5 Abs. 2 und 4 Schiedsrichterordnung

Urteil:

§ 36 Abs. 1 und 2 Satzung in Verbindung mit § 5 Abs. 2 und 4 Schiedsrichterordnung sind dahingehend auszulegen, dass ein Kandidat für das Amt des Bezirks-Schiedsrichterobmanns und für das Amt des Kreis-Schiedsrichterobmanns jeweils nur vom gemäß § 5 Abs. 2 und 4 Schiedsrichterordnung zuständigen Organ vorgeschlagen werden kann. Der Bezirkstag und der Kreistag haben jedoch die Möglichkeit, die Bestätigung abzulehnen, außer in dem Fall, wenn im Kreis nur eine Schiedsrichtergruppe besteht.

Begründung:

1. Mit Schreiben vom 03.02.2017 beantragte der Verbandsanwalt die Auslegung des § 36 Abs. 1 und 2 Satzung in Verbindung mit § 5 Abs. 2 und 4 Schiedsrichterordnung (SR-Ordnung) zu folgender Fragestellung:

Müssen der Bezirks-Schiedsrichterobmann und für der Kreis-Schiedsrichterobmann auf dem Bezirkstag bzw. dem Kreistag nur noch bestätigt werden oder besteht die für den Bezirkstag oder/und dem Kreistag die Möglichkeit eigene Kandidaten aufzustellen, die nicht von den gemäß § 5 Abs. 2 und 4 SR-Ordnung zuständigen Organen vorgeschlagen werden.

2. Das VSG ist für die Auslegung der Vorschrift zuständig. Gemäß § 20 Abs. 2 RVO kann der Verbandsanwalt die Auslegung einer Vorschrift beantragen. § 20 Abs. 2 RVO lautet:
Das Verbands-Sportgericht hat auf Antrag des Verbands-Präsidenten oder des Verbandsanwalts die Bestimmungen der Satzung und der Ordnungen auszulegen.

Ein besonderes rechtliches Interesse wird in der Vorschrift nicht verlangt.

Die Auslegung von Vorschriften der Satzung oder der Verbandsordnungen zählt zu den grundsätzlichen Angelegenheiten. Gemäß § 8 Abs. 4 RVO war daher mit einem Vorsitzenden und vier Beisitzern zu entscheiden.

3. § 36 der Satzung lautet:
(1) Der Bezirks-Ausschuss (mit Ausnahme des Vorsitzenden des Bezirks-Sportgerichtes, des Bezirks-Ehrenamtsreferenten, des Bezirks-Seniorenspielleiters und der Kreis-Vorsitzenden) wird in jedem vierten Jahr vom Bezirkstag gewählt. Für die Wahl des Bezirks-Schiedsrichterobmannes hat das Schiedsrichter-Organ gem. § 5 Abs. 2 Schiedsrichterordnung ein Vorschlagsrecht für den Bezirkstag.
Die Beisitzer des Bezirks-Schiedsrichterausschusses werden auf Vorschlag des Bezirks-Schiedsrichterobmanns über den Bezirks-Vorsitzenden vom Präsidium berufen.

(2) Für die Wahl der Mitglieder des Kreis-Ausschusses gelten die vorstehenden Ausführungen sinngemäß, ausgenommen die Wahl des Kreis-Schiedsrichterobmanns. Dieser wird aus dem Kreis der Gruppen-Schiedsrichterobmänner durch den Kreis-Schiedsrichterausschuss gem. § 5 Abs. 4 Schiedsrichterordnung gewählt und gilt als Vorschlag für den Kreistag. In Kreisen mit nur einer Gruppe ist der gewählte Gruppen-Schiedsrichterobmann zugleich Kreis-Schiedsrichterobmann.

(3) Vorschläge über Ergänzungen ausgeschiedener Mitglieder bzw. über Neubesetzungen müssen innerhalb sechs Wochen dem Verband eingereicht werden, im anderen Fall kann das Verbands-Präsidium eine Berufung ohne Vorschlag durchführen.

§ 5 Abs. 2 der SR-Ordnung lautet:
(2) Die Wahl des Bezirks-Schiedsrichterobmanns wird von den 3 stimmberechtigten Bezirks-Schiedsrichterausschussmitgliedern und den Gruppen-Schiedsrichterobleuten und deren berufenen Beisitzern (ausgenommen die Gruppen-Lehrwarte) vorgenommen.
Die Wahl des Bezirks-Schiedsrichterobmanns gilt als Vorschlag zum Bezirkstag gem. § 36 Abs. 1 der Satzung.

§ 5 Abs. 4 der SR-Ordnung lautet:
(4) Der Kreis-Schiedsrichterobmann wird vom jeweiligen Kreis-Schiedsrichterausschuss gem. § 2 Abs. 3 aus der Mitte der Gruppen-Schiedsrichterobleute § 2 Abs. 3 b gewählt und gilt als Vorschlag zum Kreistag gem. § 36 Abs. 2 der Satzung.
In Kreisen mit nur einer Gruppe ist der gewählte Gruppen-Schiedsrichterobmann zugleich Kreis-Schiedsrichterobmann.

§ 22 Abs. 2 Geschäftsordnung lautet
(2) Anträge können wie folgt gestellt werden:
a) zum Kreistag die Vertreter stimmberechtigter Vereine und der Kreis-Ausschuss, soweit seine Anträge Belange des Kreises betreffen. Anträge zum Kreistag werden von diesem behandelt und bei mehrheitlicher Zustimmung zur Beschlussfassung an den Bezirkstag weitergeleitet. Die Anträge müssen spätestens acht Tage vor dem Kreistag (Poststempel) beim Kreis-Vorsitzenden eingereicht werden.
b) zum Bezirkstag alle von den Kreistagen angenommenen Anträge und Anträge des Bezirks-Ausschusses, soweit seine Anträge Belange des Bezirkes betreffen, sowie Anträge der Vereine ab der Bezirksliga aufwärts. Am Kreis- bzw. Bezirkstag abgelehnte Anträge können am übergeordneten Bezirks- bzw. Verbandstag durch denselben Antragsteller nicht nochmals gestellt werden. Anträge zum Bezirkstag werden von diesem behandelt und bei mehrheitlicher Zustimmung zur Beschlussfassung an den Verbandstag weitergeleitet. Die Anträge müssen spätestens acht Tage vor dem Bezirkstag (Poststempel) beim Bezirks-Vorsitzenden eingereicht werden.

4. Das VSG hat die im Antrag gestellte Frage noch nicht entschieden. Dies vorausgesetzt, ergibt die Auslegung der Vorschrift folgendes:

§ 36 Abs. 1 Satzung statuiert für das gemäß § 5 Abs. 2 SR-Ordnung zuständige Organ ein Vorschlagsrecht für den Bezirks-Schiedsrichterobmann. Dem Wortlaut nach ist offen, ob dem Organ das alleinige Vorschlagsrecht zukommen soll oder ob es sich nur um ein weiteres Vorschlagsrecht handelt, das neben dem in § 22 Abs. 2 der Geschäftsordnung geregelten Antragrechten besteht.

§ 36 Abs. 2 Satzung statuiert für das gemäß § 5 Abs. 4 SR-Ordnung zuständige Organ ein Vorschlagsrecht für den Kreis-Schiedsrichterobmann. Hier legt Satz 2 der Vorschrift zudem fest, dass in Kreisen mit nur einer Schiedsrichtergruppe der gewählte Gruppenobmann auch die Funktion des Kreis-Schiedsrichterobmanns ausübt. Hier lässt bereits der Wortlaut der Vorschrift erkennen, dass der Kreis-Schiedsrichterobmann nur ein Gruppen- Schiedsrichterobmann sein kann. Wenn nämlich nur eine Gruppe besteht, bedarf es keiner Bestätigung durch den Kreistag mehr.

Betrachtet man den erkennbaren Sinn und Zweck der beiden Vorschriften wird deutlich, dass beide Vorschriften das Vorschlagsrecht begrenzen sollen.

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es als vereinsrechtlich zulässig angesehen wird, aus sachlichen Gründen die Mitgliedschaftsrechte unterschiedlich zu gestalten und nur einem Teil der Mitglieder oder sogar Dritten ein Vorschlagrecht bei der Organbestellung zuzubilligen (Friedrich, Grundlagen und ausgewählte Probleme des Vereinsrechts, DStR 1994, 61).

Hier soll durch die Begrenzung des Vorschlagsrechts erkennbar sicher gestellt werden, dass der Kandidat aus dem Bereich kommt, der mit der Verwaltung des Schiedsrichterwesens im Verband befasst ist. Dies ist eine sachlich gerechtfertigte Einschränkung. Die Organisation des Schiedsrichterwesens stellt in erster Linie eine Verwaltungsaufgabe dar, die die Kenntnis der Organisation verlangt. Auch ist es nachvollziehbar, dass das Zusammenspiel der Bestimmungen dazu führt, dass nur ein geprüfter Schiedsrichter in diesem Bereich Verwaltungsaufgaben übernehmen kann. Zwar ist dies objektiv keine zwingende Voraussetzung, um eine solches Amt auszuführen. Es ist aber ein hinreichend nachvollziehbarer sachlicher Grund, der es rechtfertigen lässt, die Mitgliedschaftsrechte der an sich gemäß § 22 Abs. 2 Geschäftsordnung Antragsberechtigten zu beschränken.

Den Willen des Satzungsgebers, eine solche Beschränkung vorzunehmen lässt insbesondere § 36 Abs. 2 Satzung erkennen, wonach es keiner Bestätigung durch den Kreistag bedarf, wenn nur ein Gruppen-Schiedsrichterobmann vorhanden ist. Dass dies in § 36 Abs. 1 Satzung für den Bezirks-Schiedsrichterobmann anders geregelt werden soll, ist nicht erkennbar und wäre auch sinnwidrig. Wenn eine Grundvoraussetzung bereits für den Kreis-Schiedsrichterobmann als notwendig erachtet wird, muss dies erst recht für den Bezirks-Schiedsrichterobmann gelten.

Bei letzterem ist dem Bezirkstag allerdings das Recht verblieben, in jedem Fall einen Kandidaten abzulehnen. Während dies der Kreistag nur bei mehreren Schiedsrichtergruppen kann.

Wird ein Vorschlag vom Bezirkstag oder Kreistag nicht akzeptiert, muss durch die gemäß § 5 SR-Ordnung vorgesehenen Gremien ein neuer Vorschlag erfolgen.

Aktenzeichen: 00047-16/17-VSG
Sitzung: 10.03.2017
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Wiederaufnahmeantrag des Verein A bzgl. seines Spielers M

Beschluss :

I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 03.11.2016, AZ 00166-16/17-KSG) gegen den Spieler M wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer I wird dahingehend abgeändert, dass der Spieler M ab 24.10.2016 für 3 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Kreisligamannschaft des Verein A gesperrt ist.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 51,36 € trägt der Verein A.

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 03.11.2016, AZ 00166-16/17-KSG wurde der Spieler M wegen unsportlichen Verhaltens am 23.10.2016 für 3 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der A-Klasse-Mannschaft des Verein A gesperrt. Ferner wurde in Ziffer II. tenoriert, dass er darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO seines Vereins gesperrt ist.

Der Spieler M gehört nach Dafürhalten des VSG eigentlich zum Kreis der Stammspieler der 1. Mannschaft des Verein A, welche in der Kreisliga Süd spielt. Bis zu der streitgegenständlichen roten Karte wurde er in 14 von 16 Spielen der 1. Mannschaft eingesetzt und lediglich 3 Mal in der 2 Mannschaft.

Die A-Klasse-Mannschaft hatte nach dem Urteil vom 03.11.2016 bislang kein Spiel zu absolvieren und beginnt erst am 26.03.2017 mit dem Spielbetrieb, so dass die verhängte Sperre voraussichtlich bis inklusive 09.04.2017 andauert.

Die 1. Herrenmannschaft in der Kreisliga Süd hatte nach dem Urteil im Jahr 2016 noch ein Spiel zu absolvieren und bereits am 05.03.2017 mit dem Spielbetrieb begonnen. Bis zum Ablauf der Sperre hat die Kreisliga-Mannschaft 8 Verbandsspiele zu bestreiten. Für diese 8 Spiele wäre der Spieler M aufgrund des Urteils nicht spielberechtigt. Dies stellt eine unbillige Härte dar.

Die vom Verein A vorgebrachten neuen Tatsachen im Hinblick auf die Terminierung der Spiele in beiden Mannschaften rechtfertigen in dem vorliegenden Fall die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer I. und II. vom 03.11.2016.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO

 

Aktenzeichen: 00046-16/17-VSG
Sitzung vom: 01.03.2017
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Schreckenbauer

Berufung SR gegen das Urteil des KSG

Urteil

I. Die Berufung wird als unzulässig verworfen.
II. Die Berufungsgebühr in Höhe von Euro 102,72 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 25,68 trägt SR unter Mithaftung seines Vereins.

Gründe:

1. Folgender Sachverhalt ist nach Überzeugung des VSG gegeben:
SR hat als leitender SR beim Verbandsspiel Verein A gegen Verein B am 11.9.2016 einen Spieler mit Rot vom Platz gestellt, ohne eine brauchbare Meldung über den Vorfall zu erstatten, darüber hinaus äußerte sich SR in beleidigender Weise über Herrn X als Vorsitzenden des BSG (auf das Urteil des KSG wird insoweit Bezug genommen).
Das zuständige KSG hat auf Anzeige vom 19.9.2016 am 23.9.2016 ein Verfahren gegen SR eröffnet. Nach Maßgabe des § 41 Abs.3 RVO wurde eine Sperrstrafe von neun Monaten und eine Geldstrafe angekündigt, verbunden mit einer Belehrung nach § 41 Abs.3 Satz 4 RVO iVm § 44 Abs.5 RVO. Mitteilung an den Betroffenen persönlich erfolgte am selben Tag ordnungsgemäß über BFV Postfach Zimbra an dessen Internet-Adresse.
Am 31.12.2016 verurteilte das KSG SR wegen Verstoßes gegen §§47,48,83 Abs.2 RVO zu einer Sperre von neun Monaten als SR und einer Geldstrafe von 150.- Euro. Eine Stellungnahme des Betroffenen, ein Antrag oder eine Einwendung nach § 41 Abs.3 Satz 3 RVO waren nicht eingegangen. Das Urteil wurde dem Verein des Betroffenen nach § 24 Abs.5 RVO bekanntgegeben.
Am 17.1.2017 hat SR Berufung gegen das Urteil des KSG per E-Mail an das Erstgericht eingelegt. Zugleich hat er die Mitglieder des BSG als befangen abgelehnt. In Bezug auf die Berufungsfrist wies SR darauf hin, dass sein Verein ihm erst am 17.1.2017 vom Urteil in Kenntnis gesetzt habe.
Mit Schreiben vom 24.1.2017 hat der Vorsitzende des BSG erklärt, dass alle Sportrichter des BSG infolge vorausgegangenen intensiven Austausches sich für befangen halten und die Verfahrensunterlagen an das VSG abgegeben.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.
Nach § 20 Abs.3 Satz 2 RVO kann das VSG ein Verfahren an sich ziehen, wenn dies aus verfahrensökonomischen Gründen sachgerecht ist. Mit Beschluss vom 31.1.2017 (AZ 00041-16/17-VSG) hat das VSG von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Es ist im Widerspruch zu den Grundsätzen der Verfahrensökonomie, wenn das VSG im Zuge der Prüfung der Begründetheit des Befangenheitsantrags sich mit der Angelegenheit befasst, um sie dann einem anderen Sportgericht zuzuweisen, das sich erneut mit der Sache zu befassen hätte, obwohl hier offensichtlich Unzulässigkeit der Berufung vorliegt.
Die Übernahme des Verfahrens durch das VSG hat zur Folge, dass der Befangenheitsantrag gegenstandslos und nicht weiter zu prüfen ist. Der Übernahmebeschluss wurde SR mitgeteilt und ihm Gelegenheit zu einer Stellungnahme eingeräumt. Mit E-Mail vom 11.2.2017 hat SR eine Stellungnahme abgegeben, die jedoch inhaltlich zu dem anhängigen Verfahren nichts beitragen kann.

3. Die Berufung ist unzulässig.
Die Berufungseinlegung vom 17.1.2017 ist formunwirksam. Nach § 44 Abs.3 Satz 1 RVO ist die Berufung in Schriftform einzulegen, diese Form wird durch Einlegung per E-Mail mit Anlagen nicht gewahrt. Nach § 44 Abs.3 Satz 2 RVO kann die geforderte Schriftform zwar ersetzt werden, aber nur, wenn die Einlegung über das BFV-Postfach (Zimbra) vorgenommen wird. Dies ist hier nicht geschehen. Der Formverstoß hat die Unzulässigkeit der Berufung zwingend zur Folge.
Es ist damit nicht mehr entscheidungserheblich, inwieweit bereits §§ 44 Abs.5, 41 Abs.3 RVO zur Unzulässigkeit der Berufung geführt hätte. Desgleichen war auf die Versäumnis der Frist (§44 Abs.3 Satz 1 RVO) und deren mögliche Heilung über § 28 RVO nicht mehr einzugehen.
Die Berufung war unzulässig und damit zu verwerfen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 Abs.3 RVO; § 11 Nr.13 b) FO iVm § 2 Nr.13 b) Anlage zur FO. Die bei einem Verfahren vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war auf den Betrag zu ermäßigen, der angefallen wäre, wenn das Verfahren vor dem BSG durchgeführt worden wäre. Dies ist sachgerecht, da das VSG aus Gründen der Sachökonomie das Verfahren von Amts wegen an sich gezogen hat (vgl oben Ziffer 2), was dem Berufungsführer nicht zum Nachteil gereichen darf. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs.2 RVO.

Aktenzeichen: 0043-16/17-VSG
Sitzung vom: 14.02.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein ,Krause

Berufung der Verein A gegen das Urteil des Sportgerichts vom 06.12.2016, Aktenzeichen: 00420-16/17-SG

Urteil:

I. Auf die Berufung der Verein A wird das Urteil des Sportgerichts Bayern vom 06.12.2016 AZ: 00420-16/17-SG in Ziffer 1. dahingehend abgeändert, dass die Verein A gemäß § 73 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe in Höhe von 300,00 € belegt wird.

II. Im Übrigen verbleibt es bei der Entscheidung des SG Bayern.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,90 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 203,00 € trägt zur Hälfte die Verein A. Zu der anderen Hälfte trägt diese der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Vor Beginn des Regionalliga Verein A gegen Verein B am 12.11.2016 wurde mit begleitenden Fangesängen "Wo ist Eure Fahne hin" im Fanbereich des Heimvereines ein Banner zerrissen. Unmittelbar vor Spielbeginn wurde im Gästeblock eine Rauchbombe gezündet, welche Rauchschwaden verursachte, die sich über das Spielfeld zogen und sich in kurzer Zeit auflösten. Eine Verzögerung des Spielbeginns ging damit nicht einher. Der vom Heimverein eingesetzte Ordnungsdienst (21 gewerbliche und 7 vereinseigene) konnte trotz Einlass- und Einzelkontrollen das Einschleusen der Rauchbombe nicht verhindern. Umgehend nach dem Zünden der Bombe wurde mittels Lautsprecherdurchsage zum Unterlassen aufgefordert.

Der Verbandsanwalt beantragte mit Strafantrag vom 30.11.2016, dem Berufungsführer am 05.12.2016 um 15:21 Uhr zugegangen, eine Geldstrafe wegen Verletzung der Platzdisziplin in Höhe von 100 € für die Rauchbombe und in Höhe von 500 € für den Ruf "Wo ist Eure Fahne hin" und das Zerreißen des Banners, mithin eine Gesamtgeldstrafe von 600 €.

Das SG verhängte mit Urteil vom 06.12.2016 (zugestellt an gleichen Tag um 16:09 Uhr) nach § 73 Abs. 1 RVO die beantragte Geldstrafe von 600 € und verurteilte den Berufungsführer zu den Kosten des Verfahrens.

Am 07.12.2016 legte der Berufungsführer mittels der Antwortfunktion des ZIMBRA-Postfachs Berufung gegen das Urteil ein und begründete diese unter anderem damit, dass ihm aufgrund der Kenntnis des Strafantrags erst am 05.12.2016 und der Urteilsverkündung am 06.12.2016 gar keine Möglichkeit eingeräumt wurde, dem Strafantrag entgegenzutreten. Ferner sei das Teilstrafmaß von 500 € für das angeblich provozierende Fanverhalten deutlich überzogen und nicht verhältnisgemäß; zudem ginge von der vermeintlichen Provokation keinerlei Gefahrenpotenzial aus, da durch die Blocktrennung die Fangruppen voneinander getrennt waren. Außerdem seien die Eigentumsverhältnisse des Banners nicht geklärt, so dass von keiner Sachbeschädigung auszugehen ist.

2. Die Berufung ist zulässig und wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist auch teilweise begründet. Der Sachverhalt, insbesondere das Abbrennen der Rauchbombe im Gästeblock, die Fangesänge im Heimblock und das Zerreißen des Banners wurden vom Berufungsführer vollumfänglich eingeräumt. Gleichermaßen wurde zugestanden, dass es sich bei den Gesängen um eine Provokation handelte.

Das VSG sieht in den zweifelslos mit provozierender Intention dargebrachten Fangesängen "Wo ist Eure Fahne hin" und dem deutlich wahrnehmbaren Zerreißen des Banners eine unsportliche Geste. Hierbei ist die Eigentumsfrage des Banners unerheblich, denn sanktionswürdig ist allein die optische und verbale Provokation durch die Heimfans mittels dieser Aktion, welche den Fans der Gäste galt. Diesem Verhalten ist per se ein gewisses Gefährdungspotential nicht abzusprechen, denn die Gemüter der Gästefans sollten hierdurch absichtlich aufgebracht werden, zumal es schon vor dem Spiel Auffälligkeiten der Gästefans zu beobachten gab. Dass es hiernach, wohl mitunter der Blocktrennung und/oder dem Ordnungsdienst und/oder den polizeilichen Einsatzkräften geschuldet, zu keinen tätlichen Konfrontationen zwischen den Fans im Rahmen des Spiel oder der Abreise der Fans gekommen ist, wird seitens des VSG im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigt. Allerdings ist festzuhalten, dass der/die tatsächlichen Täter seitens des Berufungsführers nicht namentlich bekannt gemacht und daher auch keiner persönlichen Strafe zugeführt wurden. Anstrengungen dies zu veranlassen wurden ebenso nicht dargetan.

Das unstreitig provozierende Verhalten in Wort und Tat der Heimfans stellt nach Auffassung des VSG eine Pflichtverletzung des Berufungsführers dar. Dem Verein obliegt nämlich die Pflicht zur Wahrung des Ansehens des Fußballsports und zur ordnungsgemäßen Durchführung der Spiele für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Aufgrund der als nicht besonders wesentlich zu bewertenden Intensität der Provokation und der sich nicht verwirklichten Gefährdung hierdurch rechtfertigt sich aus Sicht des VSG eine Reduzierung des Teilstrafmaßes für dieses Verhalten von 500 € auf 250 €.

Hingegen sieht sich das VSG für das Zünden der Rauchbombe im Gästeblock, mithin die augenscheinlich nicht gewissenhaft genug durchgeführten Eingangskontrollen, welche das Einschleusen der Rauchbombe in den Stadionbereich nicht unterbinden konnten, an die im erstinstanzlichen Urteil verhängte Teilstrafe von 100 € gebunden, obschon es dieses Strafmaß im Hinblick auf die allgemeine Gefährlichkeit von pyrotechnischen Gegenständen für zu gering erachtet. Aufgrund des Verschlechterungsverbots ist jedoch eine Erhöhung der Teilstrafe von 100 € hierfür aufgrund der alleinigen Berufung des Vereins nicht möglich.

Nach Auffassung des VSG war daher bei der gebotenen Gesamtstrafenbildung aus der angemessenen Teilstrafe von 250 € und der zu geringen, aber nicht erhöhbaren Teilstrafe von 100 € eine Reduzierung der bisherigen Gesamtstrafe von 600 € auf 300 € nach § 73 RVO vorzunehmen, da tat- und schuldangemessen. Die Berufung war somit teilweise begründet.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

 

Aktenzeichen: 00042-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 03.02.2017
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein


Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 27.01.2017, Aktenzeichen 00079-16/17-BSG

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 27.01.2017 wird das Urteil in Ziffer I dahingehend abgeändert, dass der Spieler M (0134-2809) gemäß § 65 RVO wegen unsportlichen Verhaltens für 2 Hallenturniere des Vereins A gesperrt wird. Im Übrigen bleibt das Urteil bestehen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von € 61,63 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 102,72 tragen der Verein A und der BFV je zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Bei einem Spiel des Hallenbezirksturniers Verein B gegen Verein A am 22.01.2017 stieß der Spieler M seinen Gegenspieler, der sich ihm in den Weg gestellt hatte, um die sofortige Ausführung eines Einkicks zu verhindern, von hinten mit seinem Oberkörper um. Als der Gegenspieler dabei zu Fall kam, stieß dieser mit seinem Kopf gegen den Kopf des amtierenden Schiedsrichters, welcher ein "blaues Auge" davon getragen hat. Das BSG hat mit Urteil vom 27.01.2017 den Spieler M wegen einer Tätlichkeit in einem leichten Fall mit

vorangegangener sportwidriger Handlung für 3 Hallenturniere gesperrt. Hiergegen hat der Verein A Berufung eingelegt und dies letztlich auch damit begründet, dass der Gegenspieler sich theatralisch habe fallen lassen

und sich für sein Verhalten entschuldigt habe. Der betroffene Spieler M wollte lediglich den Ball haben, der von dem Gegenspieler Verein B festgehalten wurde. Das VSG hat des Weiteren ein zur Verfügung gestelltes Video in Augenschein genommen.

2. Das VSG ist für die Berufung zuständig. Diese ist zulässig und zum Teil begründet. Unter Berücksichtigung des Akteninhalts und des in Augenschein genommenen Videos ergibt sich für das VSG, dass der betroffene Spieler M bei einem Gerangel um den Ball von hinten schubste, da sich dieser ihm in den Weg stellte, um die sofortige Ausführung des Einkicks zu verhindern. Dabei ist weiter zu berücksichtigen, dass der Gegenspieler sich
theatralisch fallen ließ und dementsprechend die bedauerliche Verletzung des Schiedsrichters war für den Betroffenen im vorliegenden Fall nicht vorauszusehen war. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände hat das VSG zu Recht einen leichten Fall der Tätlichkeit mit vorangegangener sportwidriger Handlung angenommen. Aufgrund des gesamten Tathergangs ist aber im vorliegenden Fall keinem ersichtlich, warum hier eine Straferhöhung vorgenommen werden soll. Es kann im vorliegenden Fall zugunsten des Betroffenen von der Mindeststrafe ausgegangen werden. Das VSG ist daher unter Berücksichtigung all dieser Umstände, die zugunsten und zu Lasten des Betroffenen sprechen, der Meinung, dass hier eine Sperrstrafe von 2 Hallenturnieren schuldangemessen, aber auch ausreichend ist. Dementsprechend war das Urteil abzuändern.

3. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO. Unter Berücksichtigung des gegenseitigen Obsiegens, war die vorgenommene Kostenentscheidung zu treffen.

 

Aktenzeichen: 00040-16/17-VSG
Sitzung vom: 31.01.2017
Besetzung: Riedmeyer


Berufung Verein A gegen das Urteil des SG vom 06.12.2016

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt die Verein A.

Gründe:

Die am 13.12.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des SG vom 06.12.2016 wurde mit Schreiben vom 18.01.2017 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

Aktenzeichen: 00039-16/17-VSG
Sitzung vom: 31.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Verfahren gegen Herrn A wegen Ausschlusses

Urteil:

I. Der Betroffene A, Verein M, wird wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter gemäß § 68 Abs. 2 RVO aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen.
Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass mit der Nr. 0428-3289 ist einzuziehen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Verein M. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.
Folgender Sachverhalt ergibt sich nach den Feststellungen des VSG.

Der Betroffene hat am 23.10.2016 beim Spiel der Kreis-Klasse Reserve Verein N gegen den Verein M nach einem gegen seinen Mitspieler in der 67. Minute ausgesprochenen Platzverweis den amtierenden Schiedsrichter ca. 10 Sekunden lang gewürgt und ihn darüber hinaus mit den Worten "Du Mutterficker" und "Du Arschloch" massiv beleidigt. Der Betroffene hat im weiteren Verlauf versucht auf den Schiedsrichter einzuschlagen und diesen zu treten. Der Schiedsrichter brach daraufhin das Spiel ab.

2.
Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO.

Aufgrund der Meldung des Schiedsrichters vom 24.10.2016 leitete das KSG ein Verfahren gegen den Betroffenen ein. Mit Schreiben vom 07.11.2016 räumte der Verein gegenüber dem KSG den Sachverhalt vollumfänglich ein.
Das KSG gab das Verfahren mit Beschluss vom 24.11.2016 an das Verbands-Sportgericht mit der Begründung ab, dass die Strafgewalt des KSG nicht ausreicht.

3.
Mit Schreiben vom 09.12.2016 wurde der Betroffene informiert, dass das Verfahren beim VSG geführt wird, dass nach Vorberatung durch das VSG ein Ausschluss in Betracht kommt und der Betroffene die Möglichkeit hat, bis zum 20.12.2016 eine Stellungnahme abzugeben und eine mündliche Verhandlung zu beantragen.

Das Schreiben wurde ebenfalls dem Verein des Betroffenen am 09.12.2016 über das Postfachsystem ZIMBRA zugestellt, eine Möglichkeit der Stellungnahme wurde bis 20.12.2016 eingeräumt.

Der Verbandsanwalt ist dem Verfahren am 30.11.2016 beigetreten und hat am 09.01.2017 den Ausschluss des Betroffenen aus dem Bayrischen Fußball-Verband beantragt. Der Antrag wurde dem Betroffenen per Einschreiben am 18.01.2017 übersandt und am gleichen Tag dem Verein des Betroffenen über das Postfachsystem ZIMBRA zugestellt, verbunden mit der Aufforderung ggfs. bis 28.01.2017 eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Eine Stellungnahme des Betroffenen ist binnen der gesetzten Fristen nicht erfolgt.
Der Verein hat dem Antrag des Verbandsanwalts mit Schreiben vom 18.01.2017 vollumfänglich zugestimmt.

4.
Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichts fest aufgrund der Meldung des amtierenden Schiedsrichters vom 24.10.2016 sowie der Stellungnahme des TSV Friedberg vom 07.11.2016, in der der Sachverhalt vom Verein vollumfänglich eingeräumt wird.
Der Betroffene hat sich nicht zur Sache geäußert.

5.
Das Verhalten des Betroffenen stellt neben den begangenen Straftaten der vorsätzlichen Körperverletzung und der Beleidigung eine Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter in einem besonders schweren Fall gemäß § 68 Abs. 2 RVO dar.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt zumindest nicht bestritten hat und der Schiedsrichter keine bleibenden Verletzungen erlitten hat.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um ein ganz massives und völlig grundloses Verhalten gegen den amtierenden Schiedsrichter mit erheblicher körperlicher Einwirkung gehandelt hat.
Ferner wurde der Schiedsrichter vom Betroffenen massiv beleidigt.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände kam aufgrund der Schwere der Taten im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 68 Abs. 2 RVO in Betracht.

Mildere Sanktionen sind angesichts des massiven körperlichen Vorgehens nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00038-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 00101-16/17-BSG (Eingangsnummer 31-16/17)

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 00102-16/17-BSG (Eingangsnummer 32-16/17)

Beschluss:

Die Fälle mit den Eingangsnummern beim Verbands-Sportgericht 31-16/17 und 32-16/17 werden verbunden. Der Fall 31-16/17 führt.

Gründe:

Mit Schreiben vom 29.11.2016 hat der Verein A Berufungen gegen die Urteile des BSG vom 22.11.2016, Az.: 00101-16/17-BSG und Az.: 00102-16/17-BSG eingelegt. Beide Verfahren haben unsportliches Verhalten der Spieler X und Y während des Spiels Verein B gegen Verein A vom 13.11.2016 zum Gegenstand.

Aus prozessökonomischen Gründen werden diese beiden Verfahren zu einem Verfahren verbunden.

 

Aktenzeichen: 00037-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Lieb

Ausschluss Schriftführer A, Verein X

Urteil:

I. Der Schriftführer A, Verein X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen.
Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Verein X.

Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, den Spielerpass Spieler M mit dem Foto des Spielers N versehen und die Verbindung Spielerpass/Foto mit dem Vereinsstempel abgestempelt zu haben.
Der Spieler N hat auf den Spielerpass M am 04.09.2016 unzulässig in dem Verbandsspiel Verein Y - Verein X mitgewirkt.
Dieser Sachverhalt hat sich im Laufe des Sportgerichtsverfahrens vor dem Kreissportgericht Aschaffenburg, AZ 00188-16/17 ergeben, nachdem der Verein Y mit Schreiben vom 26.09.2016 beim Kreissportgericht Anzeige wegen des unzulässigem Einsatz des Spielers Spieler M erstattet hat.
2. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.
Das Verfahren wurde mit Beschluss vom 23.11.2016 vom KSG an das Verbandssportgericht abgeben.
3. Mit Schreiben vom 09.12.2016 wurde dem Verein und dem Betroffenen die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf § 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.

4. Zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichts steht fest, dass der Betroffene einen falschen Spielerpass hergestellt hat, indem er in den Spielerpass Jan Sadi Faris das Foto des Spielers M eingeklebt und die Verbindung Spielerpass/Foto mit dem Vereinsstempel abgestempelt hat.

Der Sachverhalt steht aufgrund des vorgelegten Spielerpasses N, der Stellungnahme des Vereines vom 25.10.2016 und der Stellungnahme des Betroffenen selbst vom 14.10.2016 fest.

Das Verhalten des Betroffenen A stellt neben der vorliegenden Urkundenfälschung ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 2 RVO durch Herstellung eines falschen Spielerpasses dar.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt in dem Schreiben vom 14.10.2016 eingeräumt hat.

Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass der Betroffene durch das Einkleben des falschen Bildes die strafrechtlich relevante Tat der Urkundenfälschung durch Anbringen eines falschen Passbildes in einem Spielerpass vorgenommen hat. Der Betroffene hat durch die Fälschung des Spielerpasses den unzulässigen Einsatz des Spielers M in einem Verbandsspiel ermöglicht.

Das Herstellen eines manipulierten Passes führt gemäß § 89 Abs.2 RVO zum Ausschluss.
Angesichts der Gesamtumstände kam auch die Annahme eines leichten Falles nach § 89 Abs.2 Satz 2 RVO nicht in Betracht.
Der Betroffene A ist wegen eines Vergehens der Herstellung eines falschen Spielerpasses (§ 89 RVO) mit dem Ausschluss aus dem Verband zu belegen.
5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d).

Aktenzeichen: 00036-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG Mittelfranken vom 22.11.2016, Az.: 000105-16/17-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt Verein A.

Gründe:

Die am 29.11.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000105-16/17-BSG wurde mit Schreiben vom 11.01.2017 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

Aktenzeichen: 00035-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG Mittelfranken vom 22.11.2016, Az.: 000104-16/17-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt Verein A.

Gründe:

Die am 29.11.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000104-16/17-BSG wurde mit Schreiben vom 11.01.2017 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

Aktenzeichen: 00034-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000103-16/17-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt Verein A.

Gründe:

Die am 29.11.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000103-16/17-BSG wurde mit Schreiben vom 11.01.2017 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

Aktenzeichen: 00033-16/17-VSG
Sitzung vom: 16.01.2017
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000101-16/17-BSG und 000102-16/17-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt Verein A.

Gründe:

Die am 29.11.2016 eingelegten Berufungen gegen die Urteile des BSG vom 22.11.2016, Az.: 000101-16/17-BSG. und Az.: 000102-16/17-BSG. wurden durch Beschluss des Verbands-Sportgericht vom 16.01.2017, AZ: 00033-16/17-VSG
zu einem Verfahren verbunden. Die Berufungen wurden mit Schreiben vom 11.01.2017 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

Aktenzeichen: 00030-16/17-VSG
Sitzung vom: 05.01.2017
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 06.12.2016.

Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 06.12.2016, wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel Verein B gegen Verein A am 20.11.2016 meldete der SR, dass der Spieler X sich in der 45. Minute auf der rechten Außenbahn ein Laufduell mit seinem Gegenspieler lieferte. Als der Gegner sich den Ball etwa 5 Meter vorlegte und hinterher startete, grätschte ihm der Betroffene mit gestrecktem Bein und offener Sohle von hinten in die Beine und brachte ihn durch einen Treffer in Knöchelhöhe zu Fall. Der SR zeigte hierfür die rote Karte. Der Gefoulte musste nicht behandelt werden und konnte weiterspielen, der Freistoß hatte keine Wirkung.

Eine Stellungnahme wurde in erster Instanz nicht abgegeben.

Mit Urteil vom 06.12.2016 wurde der Spieler X vom BSG gemäß § 66 Abs. 1 RVO für vier Verbandsspiele wegen rohen Spiels gesperrt. Das Urteil wurde am 06.12.2016 über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der Berufungsführer am 07.12.2016 über das BFV-Postfachsystem Berufung ein. Er führte aus, dass der Vereinsspielleiter vom 19.11.2016 bis 01.12.2016 berufsbedingt abwesend war, weshalb früher keine Stellungnahme abgegeben wurde. Ferner wäre der Spieler nicht von hinten, sondern von der Seite auf nassem Rasen hereingegrätscht, hierbei etwas zu spät gekommen und hätte daher den Gegenspieler getroffen. Da der Betroffene bislang nicht negativ beim Sportgericht in Erscheinung getreten sei wäre die Sperrstrafe von 4 Spielen für das Vergehen zu hoch.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde frist- und formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in erster Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren vorgetragen, dass die unstreitig ausgeführte Grätsche nicht von hinten, sondern von der Seite erfolgt wäre.

Die Ausführungen bezüglich der berufsbedingten Abwesenheit des internen Vereinsspielleiters sind unbeachtlich, da der Verein während der Abwesenheit eines Vereinsmitarbeiters hierfür geeignete Vorkehrungen zu treffen hat. Zudem kann ein Verein, welchem keine Abschrift der SR-Meldung zugehen würde, gemäß § 36 Abs. 3 RVO diese beim Sportgericht anfordern oder ohne Kenntnis dieser eine Stellungnahme abgeben. Dies wurde jedoch erst nach dem Urteil des BSG veranlasst. Der inhaltliche Vortrag kann somit nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden.

Ungeachtet dessen handelt es sich nach Auffassung des VSG bei der vom SR geschilderten Grätsche, durch welche der Spieler X unstreitig seinen Gegenspieler attackierte, an den Füßen traf und diesen hierdurch zu Fall brachte, um ein rohes Spiel nach § 66 RVO. Die hierfür verhängte Sperre von vier Spielen ist am unteren Ende des Strafrahmens und für das Vergehen tat- und schuldangemessen. Nach Auffassung des VSG ist die erkannte Strafe somit nicht zu beanstanden. Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

 

Aktenzeichen: 00029-16/17-VSG
Sitzung vom: 05.01.2017
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Revision des Verein A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 15.11.2016:

Urteil:

I. Die Revision des Verein A gegen das Urteil des BSG Schwaben vom 15.11.2016 wird zurückgewiesen.

II. Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €.

Gründe:

1. Das BSG traf folgende Feststellungen hinsichtlich des Kreisligaspiels Verein B /Verein A am 09.10.2016:

Das Spiel wurde in der 41. Minute durch den amtierenden Schiedsrichter abgebrochen. Vorausgegangen war eine Freistoßentscheidung in der 37. Minute für den Verein B. Bevor der Freistoß ausgeführt worden war, beging ein Spieler des Verein B eine Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler. Der Schiedsrichter nahm diese Tätlichkeit nicht wahr und ließ den Freistoß ausführen. Noch bevor das Tor durch den Verein B erzielt wurde, bemerkte der Schiedsrichter das Fahnenzeichen seines Schiedsrichterassistenten. Allerdings erfolgte die Torerzielung, bevor der Schiedsrichter das Spiel mit einem Pfiff unterbrechen konnte. Während der Freistoßausführung und der Torerzielung liefen Zuschauer zum Schiedsrichterassistenten, der die Tätlichkeit sah, und reklamierten heftig. In seinem Bericht schildert der Schiedsrichter "Ich konnte ihn allerdings ohne Probleme aus der Traube
entfernen und die Zuschauer verließen auch während meines Gespräches mit ihm wieder das Feld". Der Schiedsrichter zeigte anschließend dem Spieler des Verein B die rote Karte. Der Schiedsrichter meldete weiter: "Als sich die Lage beruhigte und der entsprechende Spieler endlich das Feld verlassen hatte, entschied ich auf Wiederholung des Freistoßes. Daraufhin kam der Spielführer auf mich zu. In einem normalen Gespräch machte er mir deutlich, dass seine Mannschaft nicht mehr gewillt ist weiterzuspielen, wenn das Tor nicht anerkannt wird. Ich fragte zweimal nach, ob er das ernst meint und er bestätigte es mir beide Male mit einem deutlichen ,Ja, wir wollen nicht mehr weiterspielen'". Daraufhin brach der Schiedsrichter das Kreisligaspiel ab.

Das KSG sprach mit Urteil vom 20.10.2016 gegen den Verein B gemäß § 74 RVO wegen Verschulden eines Spielabbruchs eine Geldstrafe in Höhe von € 100,00 aus und nahm eine Spielwertung gemäß § 29 SpO vor, wonach das Spiel für den Verein A (Revisionsführer) mit 2:0 als gewonnen und für Verein B mit 0:2 als verloren gewertet wurde.

Mit Telefax vom 25.10.2016 legte der Verein B Berufung ein. Das BSG hob das Ersturteil auf und verfügte eine Neuansetzung des Spiels.

Gegen das am 15.11.2016 zugestellte Urteil des BSG legte der Revisionsführer per Postfachsystem Zimbra Revision ein. Diese wurde binnen der verlängerten Revisionsfrist mit Schreiben vom 01.12.2016 begründet.

Der Revisionsführer macht geltend, dass sein Sachvortrag nicht berücksichtigt worden sei, und damit ein Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs (§ 39 RVO) vorliege.

Der Revisionsführer stellt darauf ab, dass unter Beweis gestellt wurde, dass der Spielführer und zweite Abteilungsleiter des Verein B mehrfach vom Schiedsrichter gefordert habe, das Spiel abzubrechen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Nach der Rechtsprechung des VSG muss ein Spielabbruch das letzte Mittel ein, zu dem der Schiedsrichter greift. Dies ist Folge der Tatsache, dass eine Spielwertung in den Wettbewerb eingreift. Es kann bei einem Spielabbruch jederzeit die Möglichkeit bestehen, dass eine sportlich unterlegene Mannschaft die Punkte erhält, weil die andere Mannschaft Anlass zum Spielabbruch gegeben hat. Da die Fußballrunden bildlich gesprochen am grünen Rasen und nicht am "grünen Tisch" entschieden werden sollen, muss der Schiedsrichter zunächst alle Möglichkeiten ausloten, das Spiel fortzusetzen. Kein Grund ein Spiel abzubrechen stellt das (auch ernstliche) Verlangen einer Mannschaft dar, das Spiel vorzeitig zu beenden. Der Schiedsrichter muss in einem solchen Fall darauf bestehen, dass das Spiel fortgesetzt und regulär beendet wird. Nur dann, wenn sich eine Mannschaft tatsächlich vom Rasen entfernt, kann der Schiedsrichter das Spiel abbrechen.

Unter diesem Gesichtspunkt war keine weitere Ermittlung des BSG notwendig. Der Sachverhalt war insoweit nicht streitig.

Es kam daher weder auf die Frage an, ob das Tor zu Recht annulliert wurde, oder ob der Spielführer mehrfach verlangt hatte, das Spiel abzubrechen.

Nur dann, wenn der Schiedsrichter gemeldet hätte, dass die Spieler des Verein B das Spielfeld vor der Spielfortsetzung verlassen hatten, wäre ein Spielabbruch in Betracht gekommen.

Nach der Rechtsprechung des VSG führt ein unberechtigter Spielabbruch zur Neuansetzung, unabhängig davon, wer Auslöser der Schiedsrichter-Entscheidung war.

Das BSG folgte diesen Grundsätzen der VSG Rechtsprechung. Es liegt daher kein Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs vor. Der Sachvortrag des Revisionsführers wurde in vollem Umfang berücksichtigt und auch der Entscheidung zugrunde gelegt. Nur zog das BSG andere Schlüsse aus diesen Tatsachen, als dies der Revisionsführer für richtig hält.

Das VSG hält aber auch nach nochmaliger Überprüfung seiner Rechtsprechung an den vorgenannten Grundsätzen fest, die das BSG im Urteil herangezogen hat. Der Eingriff in den Wettbewerb muss die Ausnahme bleiben. Alleine die Aufforderung, das Spiel abzubrechen, ist kein zulässiger Grund für den Spielabbruch und damit kein Eingriff in den Wettbewerb.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00028-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 05.12.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des Verein A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 17.11.2016

Urteil:

I. Auf die Revision des Verein A wird das Urteil des BSG vom 17.11.2016 aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

Es handelt sich um ein Eingabefehler. Verein war an dem Ausgangsverfahren nicht beteiligt und hatte auch keine Berufung eingelegt.

     

Aktenzeichen: 0027-16/17-VSG
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Frey
Sitzung am : 05.12.2016

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 17.11.2016

Urteil:

I. Die Berufung der Verein A gegen das Urteil des BSG wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt die Verein A.

Gründe:

1. Zum o. g. Verbandsspiel erstattete der amtierende SR am 05.11.2016 eine Sondermeldung. Danach hat die Spielerin X von Verein A mit gestreckten Beinen, und zwar nachdem die Torhüterin den Ball bereits sicher in Händen hielt, diese gefoult und am Kopf getroffen.

Der betroffene Verein gab in der 1. Instanz keine Stellungnahme ab.

2. Mit Urteil vom 17.11.2016 hat das BSG. die Spielerin X nach § 66 I RVO mit einer Sperre von drei Verbandsspielen verurteilt und auch die Kosten auferlegt.

3. Mit Schreiben vom 18.11.2016 hat der Betroffene Verein hiergegen schriftlich Berufung eingelegt und vorgetragen, dass der Verein das Urteil als zu hart empfindet. Auf die Berufungsbegründung wird verwiesen, man bittet um ein milderes Urteil.

4. Das VSG ist gem. § 20 I d RVO zuständig.

5. Die Berufung ist zulässig, insbesondere form- und fristgerecht eingereicht, erweist sich jedoch in der Sache als unbegründet. Nachdem der Verein in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben hat, ist die jetzt in der Berufungsinstanz vorgebrachte Stellungnahme grundsätzlich nach § 44 IV RVO verfristet.

6. Letztendlich kann jedoch nach Überzeugung des VSG dahingestellt bleiben, ob das Vorbringen verfristet war, da es auch bei Berücksichtigung zu keiner anderen Entscheidung geführt hätte. Das Erstgericht hat die Spielerin wegen rohem Spiels für drei Verbandsspiele gesperrt, dies ist nach dem Schiedsrichterbericht tat- und schuldangemessen. Der Zusammenprall wird auch von dem Berufungsführer nicht in Abrede gestellt, so dass es auch aufgrund des Vorbringens in der 2. Instanz keinen Anlass gab, die Erstentscheidung abzuändern.

7. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO

Aktenzeichen: 0026-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 05.12.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des Verein A gegen die Urteile des Bezirks-Sportgerichts vom 08.11.2016

Urteil:

I. Die Revision des Verein A gegen die Urteile des BSG vom 08.11.2016 wird verworfen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €.

Gründe:

1.
Beim A-Klasse-Spiel Verein B gegen Verein a (Revisionsführer) am 28.08.2016 wirkte auf Seiten des Revisionsführers der Spieler M mit, ohne dass er am Spieltag seine Spielberechtigung nachweisen konnte. Es lag insbesondere kein Ausdruck der Detail-Spielberechtigung aus Pass-Online mit dem BFV-Logo in Verbindung mit einem Lichtbildausweis vor. Für den Spieler war in der Spielberechtigungsliste kein Bild hochgeladen.
Der im ESB/Spielbericht eingetragene Mannschaftsverantwortliche hat gegenüber dem Schiedsrichter die Identität und die Spielberechtigung des Spielers bestätigt. Der Revisionsführer hat aber innerhalb 3 Tagen nach dem Spiel weder einen Spielerpass vorgelegt, noch dem Sportgericht mitgeteilt, dass ein Spieler-Foto (Passbild mit Schulterbereich) in der Spielberechtigungsliste hochgeladen wurde.

Das KSG belegte den Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 3 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 115,00. Das Spiel wurde gemäß § 29 SpO für Verein A mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet.
Gegen den Mannschaftsverantwortlichen des Revisionsführers, Trainer X, wurde in einem gesonderten Urteil gemäß § 77 Abs. 2 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 150,00 ausgesprochen.

Gegen die jeweils am 13.10.2016 zugestellten Urteile legte der Revisionsführer jeweils am 19.10.2016 über das Postfachsystem Zimbra Berufung ein.

Das BSG wies die Berufungen mit Urteilen vom 08.11.2016 als unbegründet zurück. Gegen diese beiden Urteile legte der Revisionsführer jeweils per Postfachsystem Zimbra am 15.11.2016 Revision ein. Es wurde die Nachreichung der Gründe angekündigt. Es wurde jedoch keine Revisionsbegründung eingereicht.

Durch Beschluss vom 05.12.2016 wurden beide Verfahren zur einheitlichen Entscheidung verbunden, da sie denselben Lebenssachverhalt betreffen.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3.
Die Revision ist unzulässig.

Gemäß §§ 45 Abs. 2, 44 Abs. 3 RVO ist die Revision binnen einer Frist von einer Woche nach der Einstellung des Urteils in das ZIMBRA Postfach des Vereins oder sonstiger Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Die Revision muss die verletzte Vorschrift bezeichnen und darlegen, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus.

Gemäß § 45 Abs. 2 RVO ist eine Verlängerung der Revisionsbegründungsfrist um maximal 2 Wochen möglich. Selbst wenn man die Ankündigung der zeitnahen Einreichung einer Revisionsbegründung als Fristverlängerungsantrag werten sollte, hätte die schriftliche Begründung spätestens am 29.11.2016 eingehen müssen. Dies ist nicht erfolgt, weshalb die Revision als unzulässig zu verwerfen ist.

Der Revisionsführer wurde in beiden Urteilen auf das Rechtsmittel der Revision hingewiesen, sowie darauf, welche Form- und Fristerfordernisse einzuhalten sind.

4.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00025-16/17-VSG
Sitzung vom: 05.11.2016
Besetzung: Riedmeyer

Revision des Verein A gegen die Urteile des Bezirks-Sportgerichts vom 08.11.2016

Beschluss:

Die Verfahren M und N betreffend das Spiel Verein B - Verein A am 28.08.2016 werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

 

Aktenzeichen: 00024-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 05.12.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Bezirksliga-Spiel Verein A - Verein B vom 23.10.2016

Berufung des Verein B gegen das Urteil des BSG  vom 12.11.2016, 00084-16/17

Urteil:

I. Die Berufung Verein B gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der Verein B. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Bezirksligaspiel Verein A/Verein B wurde der Spieler X, Verein B, in der 86. Spielminute vom amtierenden Schiedsrichter mit der roten Karte des Feldes verwiesen.

In der Meldung führt dieser hierzu aus, dass der Betroffene seinem Gegenspieler, der in Höhe der Mittellinie zum Kopfball hochsteigen wollte, zwischen die Beine gegriffen hat. Den anschließenden Feldverweis hat er gegenüber den Schiedsrichtern mit den Worten kommentiert "Du bist doch behindert". Der Betroffene hat über seinen Verein Stellung genommen, die dem Schiedsrichter noch einmal vorgelegt wurde, der seine Meldung noch einmal bestätigte. Der verletzte Spieler hat den Vorgang wie vom Schiedsrichter geschildert im Wesentlichen bestätigt.

Das BSG Schwaben hat daraufhin den Betroffenen u.a. wegen Tätlichkeit für acht Verbandsspiele gesperrt. Hiergegen hat der Verein B unter dem 16.11.2016 Berufung eingelegt und diese im Wesentlichen damit begründet, dass wenn tatsächlich ein entsprechender Vorgang stattgefunden hätte, der betroffene Spieler wesentlich aggressiver reagiert hätte.

Die Schiedsrichterbeleidigung wird eingeräumt.

2. Die Berufung ist zulässig, aber in der Sache nicht begründet.

Das Verbands-Sportgericht ist für die Entscheidung zuständig.

Das Verbands-Sportgericht ist davon überzeugt, dass der vom BSG festgestellte Sachverhalt zutreffend ist. Danach kniff der Betroffene dem Spieler Y, als dieser zum Kopfball hochspringen wollte, in dessen Genitalien. Dieser Sachverhalt wurde vom Schiedsrichter, der freie Sicht auf den Vorfall hatte, sowie vom angegangenen Spieler Y, bestätigt. Die Ausführungen des Betroffenen sind nicht geeignet, die Feststellungen zu erschüttern.

Die anschließende Schiedsrichterbeleidigung wurde eingeräumt.

Das Bezirks-Sportgericht hat in nicht zu beanstandender Weise die begangene Tätigkeit mit sieben Verbandsspielen geahndet und unter Berücksichtigung der weitergehenden Schiedsrichterbeleidigung eine Gesamtstrafe von acht Verbandsspielen gebildet.

Auch dies ist aus Sicht des Verbands-Sportgericht nicht zu beanstanden.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

3. Die Kosten des Verfahrens trägt gem. §§ 32, 33 RVO der Berufungsführer.

 

Aktenzeichen: 00021-16/17-VSG
Sitzung vom: 27.11.2016
Besetzung: Beierlein, Frey, Lieb

Anzeige des TV A. gegen Herrn Z.

Urteil:

I. Z. wird gemäß § 87 Abs. 1 RVO in Verbindung mit §§ 47 a I, 48 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von € 1.000,00 unter Mithaftung seines Vereins Y belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 20,30 und die Kosten der mündlichen Verhandlung trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins Y. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 17.10.2016 erstattete der A. beim Kreis-Sportgericht Anzeige gegen den Z. (SR-Gruppe X).
Gegenstand dieser Anzeige ist das unsportliche Verhalten des Betroffenen als Schiedsrichter beim Verbandsspiel A - B am 16.10.2016.
Der A. meldet, dass der Betroffene als Schiedsrichter während des Spieles gegenüber seinen ausländischen Spielern folgende Äußerungen getätigt hat:

"Ihr Schwarzköpfe geht heim"

"Geh du doch dahin wo du her gekommen bist"

"Ich muss nicht mit Ausländern reden"

"Aus welchen Zoo wurdest du freigelassen"

"Du fliegst gleich vom Platz weil ich das kann".

Mit Beschluss vom 22.10.2016 hat das KSG T. das Verfahren an das Verbands-Sportgericht abgegeben.

Der Betroffene, der anwaltschaftlich vertreten ist, hatte Gelegenheit Stellung zu nehmen.

Am 27.11.2016 wurde eine nicht öffentliche Sitzung vor dem VSG durchgeführt. Der anwesende Medienvertreter bat teilnehmen zu dürfen. Sowohl der Betroffene, als auch der Verbandsanwalt haben sich gegen dessen Zulassung ausgesprochen. Der Antrag wurde daher zurückgewiesen.

Das VSG hat folgende Zeugen einvernommen:
C., D., E., F. und G..

Der Zeuge H. war entschuldigt und hatte eine schriftliche Zeugenaussage abgegeben, die entsprechend verlesen wurde.

Im Weiteren wird auf den Akteninhalt, insbesondere die Anzeige und die Stellungnahmen verwiesen.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.

3. Der Betroffene wird gemäß § 87 RVO in Verbindung mit §§ 47a I, 48 RVO wegen provokativer Beleidigung mehrerer Spieler mit einer Geldstrafe von Euro 1000,- belegt.

Bei obigen Verbandsspiel hat es sich um ein Nachbarschaftsderby gehandelt, dass nach Angaben der Zeugen zwar rassig geführt wurde, allerdings jederzeit im Rahmen des sportlichen Wettkampfs blieb.
Alle Zeugen haben aber übereinstimmend angeben, dass das Spiel unter den permanenten Diskussionen des Schiedsrichters insbesondere mit den Spielern des Verein Y, aber auch des Schiedsrichters mit den Zuschauern gelitten hat.

Zur Überzeugung des VSG steht aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme und der Einlassung des Betroffenen der nachstehende Sachverhalt fest:

a) Der Betroffene hat sich während des Spieles mehrmals über die Leistungsfähigkeit des Torwarts des A. kritisch und abfällig geäußert und sich über den Torwart lustig gemacht.
Er hat zum Spieler F., Verein B. während des Spiels gesagt: "Der gegnerische Torwart ist schlecht, der hält nichts".
Der Zeuge F. hat bei seiner Einvernahme diese Aussage klar bestätigt.

b) In der 75. Minute hat der Schiedsrichter zu sich selbst für den Spieler E. deutlich vernehmbar gesagt:
"Ihr braucht euch nicht zu wundern, wenn ihr mit solch einem Pack verliert".
Der Zeuge E. hat in seiner Aussage diesen Punkt ohne jeglichen Belastungseifer vorgetragen. Er hat aber auch angegeben, dass die Aussage des Betroffenen nicht an eine bestimmte Person gerichtet war, sondern der Schiedsrichter mit sich ein Selbstgespräch führte. Er hat dies vor sich hingesagt. Davon ist der Zeuge überzeugt.
Der Zeuge E. hat diesen Ausspruch auch nur durch Zufall gehört, da er in diesem Augenblick am Betroffenen vorbeilief.

c) Nach einem Foulspiel durch den Spieler D. wollte dieser die schnelle Spielfortsetzung verhindern, indem er sich vor den Ball stellte. Der Spieler D. ist der Meinung, dass ein solches Blockieren des Balles zulässig ist. Der Betroffene sprach daraufhin den Spieler D. mit folgenden Worten an:
"Gehen sie weg, das haben sie nicht zu entscheiden. Wir haben Regeln". Diese Aussage wurde von den beiden Zeugen G. und F. jeweils unabhängig voneinander so bestätigt.
Der Zeuge D. hat in seiner Einvernahme angegeben, dass der Betroffene zu ihm gesagt habe "Schleich dich". Einen Ausspruch des Betroffenen, dass wir in Deutschland Regeln haben, hat er nicht bestätigt.

d) Als der Spieler D. den Betroffenen ca. sieben Minuten vor dem Ende des Spiels nach der Restspielzeit fragte, gab der Betroffene dem Spieler D. trotz mehrmaliger Nachfrage keine Antwort. Unmittelbar darauf hat der Spieler L. den Betroffenen nach der Restspielzeit gefragt und von diesem sofort eine Antwort erhalten.
Herr D. sprach daraufhin den Betroffenen an, warum er ihm keine Antwort gegeben hat.
Der Betroffene hat daraufhin erklärt: "Ich möchte nicht mit ihnen reden". Auf die Nachfrage des Herrn D. "Warum" erklärte der Betroffene "Ist besser so".
Diesen Sachverhalt hat der Zeuge D. so bestätigt. Der Zeuge hat angegeben, dass der Betroffene nicht gesagt hat, dass er mit Ausländern nicht redet, lediglich aus dem Verhalten des Betroffenen hat Herr D. geschlossen, dass dies wohl das "Motto" des Betroffenen sei, nicht mit ihm als Ausländer zu reden.
Der Zeuge F. hat angegeben, dass er den Ausspruch "mit Ausländern rede ich nicht" nicht wahrgenommen hat, dies wurde ebenso von dem Zeugen E. bestätigt.

4. Folgende angezeigten Aussagen konnten dem Betroffenen nicht mit einer zur Verurteilung ausreichenden Sicherheit nachgewiesen werden.

a) Soweit in der Anzeige steht, der Betroffene habe zu dem Spieler D. gesagt "Aus welchem Zoo bist du den raus", hat der Zeuge D. in seiner Einvernahme keine eindeutigen Angaben mehr gemacht, der Zeuge D. hat mehrmals gesagt, dass er vom Betroffenen permanent provoziert wurde. Auf nochmalige Nachfrage konnte er nicht zweifelsfrei angeben, dass die Aussage so gefallen ist.
b) Bzgl. der angeblichen Aussage des Betroffenen "Ihr Schwarzköpfe geht heim" hat der Zeuge E. angegeben, dass der Schiedsrichter bei der Stellung einer Mauer bei einer Freistoßausführung in der ersten Halbzeit eine Diskussion mit dem Spieler Karadag hatte, darauf hat sich der Spieler M. umgedreht und zu seinen Mitspielern gesagt, dass die "Schwarzköpfe" laut dem Schiedsrichter den Mund halten sollen. Der Spieler E. war dabei drei Meter vom Schiedsrichter und Spieler Karadag entfernt, nach seiner Erinnerung könnte der Ausspruch in etwa so gefallen sein.
Der Zeuge D. erklärte, dies nicht gehört zu haben.
Der Betroffene bestritt eine solche Äußerung.
Er ließ sich dahingehend ein, dass er etwa sinngemäß sagte, die

sollen ruhig sein.

Das Verbands-Sportgericht hat hierzu die vom Verein in die Spielerliste hochgeladenen Bilder der Spieler D., M., N. und K. Sensöz im SpielPLUS in Augenschein genommen.
Es wurde dabei festgestellt, dass lediglich zwei der Spieler schwarze Haare haben, die beiden anderen haben auf den Bildern keine Haare am Kopf, lediglich ein Spieler trägt auf den Fotos einen Bart.

Der Betroffene gibt hierzu an, dass der Ausspruch Schwarzköpfe mit Sicherheit nicht gefallen ist, er kennt weder das Wort noch hat er eine Bedeutung für das Wort. Er kann sich lediglich erklären, dass er zum Spieler Karadag etwas im Hinblick auf die "Schwarzenbacher" gesagt hat. Der Betroffene selbst hat in seiner Einlassung sämtliche Vorwürfe bestritten, insbesondere hat er mit Nachdruck bestritten, rassistische Äußerungen von sich gegeben zu haben.

5. Die Beweisaufnahme ergab, dass dem Betroffenen nicht mit einer für eine
Verurteilung ausreichende Sicherheit nachgewiesen werden konnte, dass diese Äußerungen, wie behauptet, auch tatsächlich gefallen sind. Insoweit kamen zweifelsohne Unstimmigkeiten bei den Zeugenaussagen zu Tage. Ein Teil der Zeugen berichtete nur vom "Hören-Sagen", was möglicherweise ein Indiz für ein Fehlverhalten des Betroffenen gewesen sein könnte. Der Beweis konnte aber von dem Anzeigeerstatter nicht geführt werden.

Soweit der Betroffene erklärt haben soll, dass die "Schwarzenbacher" ruhig sein sollen, konnte ebenfalls nach Ansicht und Überzeugung des VSG eine Verurteilung nicht erfolgen, da hier Aussage gegen Aussage stand und somit beide vorgetragenen Aussagen der Richtigkeit entsprechen können. Bei einer Verurteilung muss aber zur Überzeugung des VSG die behauptete Äußerung beweissicher festgestellt werden. Dies war hier nicht der Fall.

Dies gilt letztendlich auch für die Aussagen des Zeugen D., der mehrfach erklärt hatte, dass der Betroffene immer "nach dem Motto" gehandelt habe und auch verwies des Öfteren darauf, dass er gewisse Aussagen nicht gehört habe bzw. dass er die Aussagen vom "Hören-Sagen" habe.

Auch der Zeuge C. konnte zu den einzelnen Geschehnissen keinerlei Angaben machen, da er außerhalb des Spielfeldes stand und ihm lediglich die Unruhe während des Spieles aufgefallen ist.

6. Die vorgenannten Vorgänge und das Verhalten des Betroffenen stellen jeweils ein unsportliches Verhalten im Sinne des § 47 a I RVO dar. Der Betroffene hat sich in seiner Stellung als Schiedsrichter mehrmals im laufenden Spiel unsportlich verhalten. Er hat sich über die Leistungsfähigkeit eines Spielers geäußert und sich darüber lustig gemacht. Der Betroffene hat als Schiedsrichter während des laufenden Spieles mehrere Spieler durch sein Verhalten und seine Aussagen erheblich provoziert, was zu einer massiven Unruhe im Spiel geführt hat. Dazu gehörte auch, dass der Betroffene Fragen zur Restspielzeit nicht jedem Spieler beantwortete. Auf die weitere Nachfrage antwortete der Betroffene auch, dass er mit diesem Spieler nicht reden müsse.

Zur Überzeugung des VSG stand auch nach der Beweisaufnahme fest, dass dem Betroffenen eine Unsportlichkeit nach § 47 a Abs. 2 RVO nicht nachgewiesen werden konnte.

Soweit die Aussagen des Anzeigeerstatters nachgewiesen werden konnten, kam das VSG zur Überzeugung, dass sich der Betroffene nach § 47 a Abs. 1 RVO in Verbindung mit § 87 RVO strafbar gemacht hat, da der Betroffene auch Funktionär ist und damit eine erhebliche Vorbildfunktion hat.

7. Bei der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass er ein langjähriger unbescholtener Funktionär ist, der eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht nur im Fußball-Verband ausübt. Der Betroffene engagiert sich seit Jahren im Hofer Sportbund und ist Mitglied im Ausschuss Demokratie Leben in Europa.

Es wurde ferner berücksichtigt, dass der Betroffene den Sachverhalt in der mündlichen Verhandlung teilweise eingeräumt und sein Fehlverhalten eingesehen hat.

Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass es sich um Aussagen nicht am unteren Bereich handelte, sondern diese vielmehr provokativ beleidigend während des gesamten Spieles stattfanden.

Ebenfalls war zu berücksichtigen, dass der Betroffene als Funktionär eine Vorbildfunktion hat. Die getätigten Aussagen, soweit sie nachgewiesen wurden, sind mit dieser Vorbildfunktion nicht in Einklang zu bringen.

Ferner hat der Betroffene durch sein provokantes Verhalten als Schiedsrichter das Ansehen des Fußball-Verbandes erheblich geschädigt.

Unter Abwägung aller dieser Gründe erscheint daher die Verhängung einer deutlichen Geldstrafe in Höhe von 1000,- € als tat- und schuldangemessen.

Das VSG geht dabei von einem einheitlichen Tatkomplex aus, da sich die Vorfälle während der gesamten Spielzeit ereigneten.

Eine schwerwiegende Pflichtverletzung, die eine Funktionsenthebung nach sich gezogen hätte, konnte dem Betroffenen nicht mit einer zur Verurteilung ausreichenden Sicherheit nachgewiesen werden.

Das VSG sah daher unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte, die Verhängung einer Geldstrafe, die aber deutlich spürbar sein musste, zur Einwirkung auf den Betroffenen als ausreichend an.

8. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V. m. § 11 II 6a FO.
Die für eine Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr war zu ermäßigen auf den Betrag, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem KSG durchgeführt worden wäre. Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb entspringt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerlegenden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seiner Funktion treffen würde. Dies jedenfalls dann, wenn in Folge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall erschein es nicht sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamtes mit höheren Kosten zu belegen. Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 II Satz 1 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 II Satz 3 RVO greift hier nicht, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Betroffenen steht. Der Betroffene hat auch die Kosten der mündlichen Verhandlung vor dem VSG zu tragen. Außergerichtliche Kosten werden ihm nicht erstattet.


Aktenzeichen: 00020-16/17-VSG
Datum der Sitzung. 21.11.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Bayernliga-Spiel Verein A - Verein B vom 08.10.2016

Berufung des Verein A gegen das Urteil des SG

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verein A vom 20.10.2016 wird das Urteil des SG Bayerns, AZ: 00266-16/17, in Ziffer I dahingehend abgeändert, dass der Ordner E, Verein A, gem. §§ 47, 48 Abs. 1 b RVO wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von 300,00 € unter Mithaftung des Verein A belegt wird.

II. Im Übrigen verbleibt es bei der Entscheidung des SG.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der Ordner E unter Mithaftung Verein A. Die Berufungsgebühr in Höhe von 203,00 € trägt zu drei Viertel Herr E unter Mithaftung des Verein A. Zu einem Viertel trägt diese der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel Bayernliga Nord Verein A - Verein B am 08.10.2016 in X entschied der amtierende Schiedsrichter in der 31. Minute nach einem Foulspiel an dem dunkelhäutigen Spieler S, Verein B, auf Strafstoß für diesen. Der Spieler wurde im Anschluss an dieses Foulspiel nahe Torauslinie behandelt. Aus dem Bereich der Zuschauer, schräg rechts hinter dem Tor, erfolgte der Ruf "Raus aus Deutschland" in Richtung des Spielers S. Dabei konnte das Schiedsrichtergespann nicht genau feststellen, wer diese Äußerung tätigte. Als der Schiedsrichter mit dem Leiter des Ordnungsdienstes des Verein A Kontakt aufnahm, um eine entsprechende Stadiondurchsage zu veranlassen, meldete sich der Ordner E, Verein A, in der Nähe des Vorfalls zu Wort und erklärte, dass er den Ausruf getätigt habe und dies ihm leid tue. Dieser war mit einer Armbinde als Mitglied des Ordnungsteams gekennzeichnet. Herr E musste das Sportgelände verlassen. Der Verein A reagierte mit einer entsprechenden Stadiondurchsage, wonach jegliche rassistischen Äußerungen zu unterlassen seien.

Der Betroffene entschuldigte sich nach dem Spiel bei dem Schiedsrichter und gab dabei seinen Namen an. Er habe sich auch des Weiteren bei dem betroffenen Spieler entschuldigt.

Der Verbandsanwalt hat mit Strafantrag vom 12.10.2016 eine Geldstrafe in Höhe von 400,00 € beantragt. Das Sportgericht des SG hat dann mit Urteil vom 18.10.2016 den Betroffenen zu einer solchen Geldstrafe verurteilt.

Der Verein A hat unter dem 20.10.2016 Berufung gegen das vorgenannte Urteil eingelegt. Diese wird u.a. damit begründet, dass die Parole "Ausländer raus" keinen Angriff gegen die Menschenwürde darstelle und somit mangels einer Tat auch kein Täter verurteilt werden könne. Ergänzend wird auf den Akteninhalt verwiesen.

2. Die Berufung ist nur teilweise begründet.

Der Betroffene ist wegen einer Unsportlichkeit gem. §§ 47, 48 RVO zu einer Geldstrafe in Höhe von 300,00 € zu verurteilen.

Das Verbands-Sportgericht ist für die Entscheidung zuständig.

Die Berufung ist zulässig, insbesondere begegnet es keinen Bedenken, dass der Verein A für sein Mitglied den hier betroffenen Herr E Berufung eingelegt hat.

Diese Berufung ist aber nur zu einem geringen Teil begründet.

Unstreitig wurde der dunkelhäutige Spieler, S, in der 31. Minute an der Außenlinie nahe der Torauslinie, nach einem vorangegangenen Faulspiel, behandelt. Aus dem Bereich hinter dem Tor erfolgte dann der Ruf: "Raus aus Deutschland" durch den Betroffenen.

Dies stellt im vorliegenden Fall einen konkreten Bezug zu dem betroffenen Spieler
S her. Auf diesen und auf dessen Hautfarbe war der Ruf eindeutig bezogen.

Dies stellt, wie letztlich auch vom Verbandsanwalt angeklagt, einen besonders schweren Fall der Unsportlichkeit im Sinne des § 47 a RVO dar.

Danach liegt gem. § 47 a II RVO ein solcher Fall insbesondere vor, wenn u.a. die Menschenwürde einer Person durch herabwürdigende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen in Bezug auf die Hautfarbe verletzt wird. Genau dies ist im vorliegenden Fall gegeben. Der Berufungsführer, der sich auch auf die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts bezieht, verkennt dabei, dass den zugrundeliegenden Entscheidungen die Angaben auf einem Plakat zugrunde lagen, ohne einen entsprechenden genau konkretisierten, ohne eine entsprechende genau konkretisierte einzelne Person. Das Bundesverfassungsgericht führt u.a. hierzu auch aus, dass die Meinungsfreiheit jedoch dann stets zurückzutreten hat, wenn die Äußerung einer Meinung die Menschenwürde eines Anderen antastet. Denn die Menschenwürde als Wurzel aller Grundrechte ist mit keinem Einzelgrundrecht abwägungsfähig (Bundesverfassungsgerichtsentscheid 93, 266 <293>; 107, 265 <284>).

Die Menschenwürde des hier betroffenen Spielers S geht in jedem Fall der natürlich ebenfalls zu schützenden Meinungsfreiheit vor.

Die Vorschrift des § 47 a II RVO gibt in einem solchen Fall bei einer alleinigen Geldstrafe eine Mindeststrafe von 300,00 € vor.

Eine Verurteilung hat im vorliegenden Fall unter Beachtung der § 47, 48 RVO nach § 47 a RVO zu erfolgen. Dem steht die Tenorierung des Erstgerichts nicht entgegen, da in dem Strafantrag des Verbandsanwaltes eine entsprechend schwere Unsportlichkeit gem. § 47 a RVO dargelegt ist und die Entscheidung des SG sich auch entsprechend hierauf bezieht. Darüber hinaus wurde eine Geldstrafe von 400,00 € verhängt.

Zugunsten des Betroffenen war im vorliegenden Fall ebenso unstreitig zu berücksichtigen, dass er sich sofort nach dem Vorfall zu erkennen gegeben hat, den Sachverhalt vollumfänglich einräumt, das Sportgelände anschließend kommentarlos verließ. Nach dem Spiel entschuldigte er sich sowohl beim Spieler S, als auch beim Schiedsrichter und nannte seinen Namen. Ohne dieses Mitwirken wäre es möglicherweise schwerer gewesen, den Täter zu identifizieren.

All dies ist zugunsten des Betroffenen im vorliegenden Fall zu berücksichtigen.

Ein Unterschreiten der Mindeststrafe ist aber nicht möglich.

Aus all diesen Gründen konnte es daher bei der Verhängung der Mindeststrafe verbleiben.

Insoweit war das Urteil des SG auf diesen Betrag abzuändern.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO. Drei Viertel der
Berufungsgebühr hat der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins zu tragen.
Ein Viertel der BFV.

 

Aktenzeichen: 00019-16/17-VSG
Datum der Sitzung : 21.11.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Berufung Verein A gegen das Urteil des BSG vom 25.10.2016,
AZ.: 00075-16/17-BSG

Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG wird als unzulässig zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt der Verein A.

Gründe:

1. Im Nachgang zum Verbandsspiel Verein B - Verein A am 23.10.2016
erstattete der amtierenden Schiedsrichter eine Sondermeldung. Der Schiedsrichter meldete, dass er ab der 67. Spielminute von offensichtlichen Anhängern der Gastmannschaft wüst beschimpft wurde.
Er meldet weiter, dass er über die Schlussminuten hinweg von verschiedenen Zuschauern der Gäste als "arrogante Sau", "arrogantes Arschloch" und "Drecksau" beleidigt wurde.
Der Verein A hat schriftlich zur Schiedsrichtermeldung Stellung genommen.
Mit Urteil vom 25.10.2016 belegte das BSG den Verein A wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe von Euro 150,- .
Hiergegen hat der Verein A mit Email vom 28.10.2016 Einspruch eingelegt.
Begründet wird der Einspruch vom Verein damit, dass seitens des Schiedsrichters keine Feststellungen über der Personen über den Spielführer, Vereinsverantwortliche oder den Ordnungsdienst vorgenommen wurden.
Dieser Einspruch ist als Berufung umzudeuten.

2. Das Verbandssportgericht ist gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO zuständig.

3. Die Berufung ist unzulässig und zurückzuweisen, da es am Schrifterfordernis des § 44 III RVO fehlt.
Nach § 44 III RVO ist die Berufung schriftlich einzulegen. Die Einlegung der Berufung über das BFV-Postfach (Zimbra) ersetzt die Schriftform.
Eine einfache E-Mail wahrt nach ständiger Rechtsprechung des VSG die Schriftform nicht (siehe Fall 00111-13/14-VSG).
Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00016-16/17-VSG
Sitzung vom: 22.10.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Befangenheitsanträge des Vereins X

Beschluss:

I. Die Anträge vom 26.09.2016 die Mitglieder des BSG, A,
B, C und D wegen der Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, werden zurückgewiesen.
II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

1. Der Verein X wurde mit Urteil des JSG vom 04. Juli 2016 wegen Verschulden eines Spielabbruches nach § 74 RVO mit einer Geldstrafe von Euro 50,- belegt. Mit Schreiben vom 09.07.2016 legte der Verein X München gegen dieses Urteil Berufung zum BSG ein. Mit Urteil des BSG vom 09.08.2016 wurde das Urteil des JSG aufgehoben und das Verfahren zur erneuten Verhandlung an das Erstgericht zurückverwiesen. Mit Urteil vom 19.09.2016 belegte das JSG den Jugendbegleiter des Verein X wegen Verschulden eines Spielabbruchs nach § 74 II RVO mit einer Geldstrafe von Euro 75.-. Mit ZIMBRA Mail vom 26.09.2016 legte der Verein X gegen dieses Urteil Berufung zum BSG ein und lehnte gleichzeitig das BSG wegen Besorgnis der Befangenheit ab, namentlich den Vorsitzenden.
Der Befangenheitsantrag gegen das BSG wurde im Schreiben vom 26.09.2016 begründet. Mit Schreiben vom 16.10.2016 wurde der Befangenheitsantrag ergänzt.
Der Verein X begründet die Ablehnung des gesamten BSG damit, dass es im Ablauf des ersten Berufungsverfahren vor dem BSG zu Verfahrensfehlern gekommen sei.

Die Ablehnung des Vorsitzenden begründet der Verein X damit, dass der Vorsitzende im Jahr 2014 verbandsintern angeordnet haben soll, dass sämtliche Ausweise und Lizenzen von dem Vereinsmitglied M um einen formalen zweiten Vornamen ergänzt werden. Ferner erklärt Herr M, Verein X, dass sich der Vorsitzende seit Jahren zu einem Verfolgungseifer gegen ihn berufen fühlt.
Bzgl. der Beisitzer des BSG Herrn A, Herrn B und Herrn C trägt der Verein X lediglich noch vor, dass es ausgeschlossen ist, dass die Beisitzer gegen ihren Vorsitzenden entscheiden werden.
Der abgelehnte Richter hat zur Ablehnung Stellung genommen.
Dem Verein X wurde diese Stellungnahme mit der Gelegenheit der Äußerung zugeleitet.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 23 Abs. 4, 20 Abs. 1i) RVO.

3. Der Antrag auf Ablehnung sämtlicher Mitglieder des BSG ist zulässig,in der Sache jedoch unbegründet.

Soweit der Verein X den Befangenheitsantrag damit begründet, dass es im Ablauf des Berufungsverfahren zu Verfahrensfehlern gekommen sein soll, ist der Antrag unbegründet, ohne dass es weiterer Ausführungen zu etwaigen Verfahrensfehlern bedarf. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Verein X von seinem Recht gegen das Berufungsurteil vom 09.08.2016 Revision zum Verbandssportgericht einzulegen, keinen Gebrauch machte.
Im Revisionsverfahren hätte das Verbandssportgericht die vorgebrachten Verfahrensfehler geprüft.
Alleine eine fehlerhafte Sachbehandlung begründet keine Befangenheit. Eine solche könnte sich nur daraus ergeben, dass der Verfahrensfehler vorsätzlich und mit Benachteiligungsabsicht gegenüber dem Betroffenen gemacht wurde. Dafür trägt der Verein X keine Tatsachen oder Hinweise vor.
Es ist daher nicht ersichtlich, dass die Mitglieder des BSG aufgrund der Sachbehandlung im ersten Berufungsverfahren gegenüber dem Verein X befangen wären.
Soweit der Verein Xseinen Antrag auf Vorwürfe gegen den Vorsitzenden aufgrund eines Vorfalles im Jahr 2014 stützt, ist der Antrag unzulässig.
Nach § 23 III Satz 1 RVO muss die Ablehnung unverzüglich erklärt werden. Somit hätte der Vereins X den Vorsitzenden schon im ersten Berufungsverfahren wegen seines Verdachts der Befangenheit ablehnen müssen, da zum damaligen Zeitpunkt der vorgebrachte Sachverhalt dem Verein Xbereits bekannt war.
Auch im Übrigen trägt der Verein X in seinen Ablehnungsanträgen gegen die Beisitzer des BSG Herrn A, Herrn B und Herrn C keine Gründe vor, die in der Person des jeweiligen Beisitzers liegen. Die bloße allgemeine Behauptung, dass es ausgeschlossen sei, dass die Beisitzer gegen ihren Vorsitzenden entscheiden, ist für eine Besorgnis der Befangenheit keinesfalls ausreichend.
Auch diesbezüglich werden keine konkreten Anhaltspunkte vorgetragen, die die bloße Behauptung stützen würden.
Die Anträge waren daher vollumfänglich zurückzuweisen.

 

Aktenzeichen: 00015-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 22.10.2016
Besetzung: Riedmeyer

Berufung der des Verein A gegen das Urteil des BSG AZ 00033-16/17-BSG

Beschluss :

Der Verein A trägt die hälftige Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € und die hälftigen Verfahrensgebühren in Höhe von 30,45 €.

Gründe:

Die am 10.10.2016 zulässig über das ZIMBRA-Postfach eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 04.10.2016 wurde über das ZIMBRA-Postfach am 16.10.2016 zurückgenommen.

Die Berufungsgebühr (§ 11 I. Nr. 8 b) FO) sowie die Kosten des Verfahrens (§ 11 I. Nr. 13 d) FO) konnten somit gemäß § 33 Abs. 2 RVO um die Hälfte reduziert werden.

 

Aktenzeichen: 00013-16/17-VSG        

Sitzung vom: 18.10.2016

Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey       

 

Anzeige SR gegen SGL

 

Urteil:

 

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen den SGL wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BV, außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

 

Gründe:

 

1. Dem Betroffenen wurde durch eine Anzeige des Schiedsrichters anlässlich des Spiels Verein A gegen Verein B am 04.09.2016 zu Lasten gelegt, dass die vom Betroffenen erhobene Anzeige gegen den Schiedsrichter nicht gerechtfertigt sei, weil er zur Abgabe der Meldung die zwei Tagesfrist eingehalten habe.

Dem Betroffenen wurde die Anzeige zur Kenntnis- und Stellungnahme übersandt. Der Betroffene hat mit Schreiben vom 05.10.2016 zum Vorgang Stellung genommen und hat die erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und ergänzend darauf hingewiesen, dass er nach § 36 RVO verpflichtet gewesen sei, Anzeige zu erstatten. Er beantragte, dieses Verfahren einzustellen.

 

2. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 b RVO für die Entscheidung zuständig.

3. Das Verfahren gegen den Betroffenen war mangels Tatnachweises einzustellen. Der Betroffene hat zu Recht mit den geltenden Vorschriften Anzeige erstattet, sodass ein Fehlverhalten nicht erkennbar war, weshalb das Verfahren mit der entsprechenden Kostenfolge einzustellen war.


4. 
Kosten §§ 32,33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00012-16/17-VSG

Sitzung vom: 18.10.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Frey


Berufung von Beschuldigter gegen das Urteil des BSG vom 28.09.2016, AZ: 00039-16/17-BSG.

Urteil:

I. Die Berufung von Betreuerin M, Verein A, gegen das Urteil des BSG vom 28.09.2016 wird zurückgewiesen.
II. Betreuerin trägt die Kosten des Verfahrens von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € unter Vereinshaftung.


Gründe:

1. Beim Frauenkreisligaspiel Verein B gegen Verein A am 11.09.2016 meldete der Schiedsrichter in einem Sonderbericht, dass die Betreuerin des Verein A, die Betroffene, eine Spielerin vom Verein B beleidigt habe. Daraufhin habe die Schiedsrichterin die Betroffene angesprochen. Die Betroffene hätte daraufhin ihre flache Hand auf ihren Brustkorb gelegt und sie geschupst. Auf die Meldung, Blatt 5 der Akte, wird verwiesen.

Gegen die Betroffene wurde mit Schreiben vom 19.09.2016 ein Verfahren vom BSG eingeleitet.
Die Betroffene gab in der I. Instanz keine Stellungnahme ab.
Mit Urteil vom 28.09.2016 wurde der Betroffenen für die Dauer von 8 Spielen verboten, sich während der Spiele ihrer Mandantschaft im Innenraum aufzuhalten. Darüber hinaus erhielt sie eine Geldstrafe von € 300,00 und ihr wurden die Verfahrenskosten auferlegt.

2. Mit Schreiben vom 05.10.2016 legte die Betroffene gegen das Urteil Berufung ein und begründete diese umfassend. Dabei wurde unter anderem vorgetragen, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Berührung zwischen der SRin und der Betroffenen gekommen sei. Insbesondere wies jedoch die Betroffene darauf hin, dass es ihr nicht verwehrt sei, Zeugen und neue Beweisangebote in der II. Instanz vorzutragen, da ihr dies in der I. Instanz nicht möglich gewesen sei. Sie wies darauf hin, dass es insoweit vereinsinterne Fehler gab und dass die entsprechenden Personen das E-Mail nicht weitergeleitet hätten und auch der zuständige Vorstand die Meldung des Schiedsrichters und die Aufforderung des Sportsgerichts, eine Stellungnahme abzugeben, nicht gelesen hätte.

Hilfsweise wird für den Fall, dass die Beweismittel nicht mehr verwertet werden können, beantragt, das Strafmaß angesichts der unglücklichen Umstände auf ein Mindestmaß zu begrenzen.
3. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 RVO zuständig. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, erweist sich jedoch als unbegründet.

4. Die Betroffene kann sich mit Ihrem Vortrag, dass ihr die Meldung des Schiedsrichters und die Aufforderung des BSG, eine Stellungnahme hierzu abzugeben, nicht zugegangen sei, nicht entlasten. Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des VSG, dass für die interne Weiterleitung von Schreiben, die über ZIMBRA dem Verein zugegangen sind, allein der Verein zuständig ist. Soweit hier Organisationsschwierigkeiten aufgetreten sind oder auch ein Vorstand die eingehenden Schreiben nicht gelesen hat, muss dies zu Lasten des Vereins gewertet werden. Ein etwaiges Organisationsverschulden ist dem Verein zuzurechnen.

Damit war die Berufungsführerin mit ihrem Vorbringen in der II. Instanz präkludiert, sodass auf die angebotenen Zeugen bzw. Beweisangebote nicht mehr einzugehen war.
Da letztendlich auch die vom BSG ausgesprochene Strafe nach Grund und Höhe durchaus angemessen erschien, war die Berufung kostenpflichtig zurückzuweisen.

5. Kosten §§ 32,33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00011-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 10.10.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Revision des Verein A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 18.08.2016:

Urteil:

I. Auf die Revision des Verein A gegen das Urteil des BSG wird das Urteil Im Strafmaß aufgehoben und das Verfahren an das BSG zurückverwiesen.

II. Die Kosten der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.
Beim Kreis-Freundschaftsspiel Verein A (Revisionsführer) gegen Verein B am 23.07.2016 setzte der Revisionsführer 5 Spieler ein, die zwar Spielrecht für den Revisionsführer hatten, die jedoch weder ordnungsgemäße Pässe oder Online-Spielberechtigungen vorlegen konnten, noch bei denen die Bilder im Spielplus ordnungsgemäß hochgeladen waren. Die Spielberechtigung und die Identität der Spieler wurden vom Mannschaftsverantwortlichen schriftlich bestätigt. Innerhalb der Dreitagesfrist wurden weder die Pässe vorgelegt, noch der Nachweis des Hochladens der Bilder erbracht. Das KSG verurteilte den Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 3 Punkten für die Verbandsspielrunde und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 150,00. Der Punktabzug wurde vom KSG als Mindeststrafe bezeichnet, insgesamt wurde eine Gesamtstrafe gebildet. Gegen das am 03.08.2016 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer per Postfachsystem Zimbra am 05.08.2016 Berufung ein.
Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 15.09.2016 zurück. Das BSG ging davon aus, dass das KSG den Sachverhalt zutreffend ermittelt habe, der Revisionsführer zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert worden sei, der Revisionsführer im Erstverfahren jedoch keinerlei Stellungnahme abgegeben habe. Es ergaben sich für das KSG also keinerlei weitere Hinweise auf einen leichten Fall des § 77 Abs. 1 RVO gegenüber dem Verein zu entscheiden, weil der Verein hierfür zumindest einige Gründe innerhalb der Erstinstanz anführen hätte müssen. Dies sei jedoch nicht erfolgt. Die in der Berufungsbegründung vorgebrachten Gründe für eine Reduzierung der Strafe seien unerheblich, da Beweismittel die zugunsten des Betroffenen gewertet werden können, bereits in der ersten Instanz vorzubringen waren. Gem. § 44 (4) RVO könne die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können.

Gegen das am 15.09.2016 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer am 20.09.2016 Revision ein und begründete diese innerhalb der vom Vorsitzenden des VSG verlängerten Frist mit einem Verstoß gegen § 77 RVO n.F., weil nach dieser geänderten Vorschrift, die seit 01.07.2016 anwendbar sei, bei Freundschaftsspielen auch im Normalfall kein Punkteabzug als Mindeststrafe mehr vorsehe.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.
Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Der Revisionsführer rügt die falsche Anwendung von § 77 RVO.

3.
Die Revision ist auch begründet.
Das Freundschaftsspiel fand am 23.07.2016 statt. Seit dem 01.07.2016 gilt § 77 Abs. 1 RVO mit folgender Fassung:

Lässt ein Verein nicht spielberechtigte Spieler oder sonst Spieler unzulässig spielen, wird er mit Punktabzug von mindestens drei Punkten und mit einer Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Juniorenmannschaften auf Kreisebene, sowie bei Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro bestraft. Bei Freundschaftsspielen kann statt auf Punktabzug auf eine Geldstrafe nicht unter 150 Euro erkannt werden. Hat er das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt, ist nach § 29 Spielordnung zu verfahren. In leichten Fällen kann statt Punktabzug auf eine Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Juniorenmannschaften auf Kreisebene, sowie bei Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro erkannt werden.
Das KSG ging bei seiner Entscheidung noch davon aus, dass auch bei Freundschaftsspielen im Normalfall ein Punktabzug als Mindeststrafe auszusprechen ist. Da keine Ausführungen dazu gemacht wurden, weshalb die Mindeststrafe hier nicht als ausreichend anzusehen ist, muss zugunsten des Revisionsführers davon ausgegangen werden, dass sich das KSG über den Strafrahmen irrte.
Das BSG erwähnte zwar die Mindeststrafe nicht, lässt aber dennoch in der Begründung erkennen, dass ein Absehen vom Punktabzug die Annahme eines leichten Falls erfordert hätte, der nach der Rechtsprechung des VSG bei vorsätzlichem Einsatz eines Spielers ohne nachgewiesener Spielberechtigung grundsätzlich nicht anzunehmen ist.

Da das KSG offensichtlich über die Mindeststrafe irrte, war der Revisionsführer mit seinem Vorbringen in der 2. Instanz nicht gemäß § 44 Abs. 4 RVO ausgeschlossen. Ein Betroffener ist nicht verpflichtet, vorsorglich für den Fall vorzutragen, dass sich das Erstgericht im Strafrahmen irrt.
Unabhängig davon schließt § 44 Abs. 4 RVO nur dir Nachreichung von Beweismittel aus. Mit unstreitigem Sachvortrag muss sich auch das Berufungsgericht auseinandersetzen.
Das Urteil war daher im Strafmaß aufzuheben und zurückzuverweisen, weil KSG und BSG offensichtlich davon ausgingen, dass ein Absehen vom Punktabzug nur bei Annahme eines leichten Falles möglich waren.
Bei der neuerlichen Entscheidung über das Strafmaß sind folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
Das VSG hat in ständiger Rechtsprechung zum Ausdruck gebracht, dass der vorsätzliche Einsatz eines Spielers, der keine Spielberechtigung hat oder diese vor Beginn des Einsatzes nicht ausreichend nachweisen kann, in der Regel ausschließt, einen leichten Fall anzunehmen. Der Grundsatz, dass kein Spieler ohne Spielberechtigung an Spielen teilnehmen soll, die von Vereinen des BFV durchgeführt werden (sogenannter absoluter Passzwang), verbietet es, den vorsätzlichen Einsatz eines Spielers von besonderen Ausnahmen abgesehen, als leichten Fall anzunehmen. Damit verbunden war bis zum 30.06.2016 ein Punktabzug auch in den Fällen, in denen der Einsatz in einem Freundschaftsspiel erfolgte. Die Änderung des § 77 Abs. 1 RVO sollte diesen Eingriff in den Wettbewerb als Folge eines Freundschaftsspiels neu regeln.
Das VSG muss aufgrund der Neuregelung seine bisherige Rechtsprechung zu § 77 RVO fortentwickeln.
Auch nach nochmaliger Überprüfung und unter Berücksichtigung der Änderungen bleibt das VSG dabei, dass der vorsätzliche unzulässige Einsatz eines Spielers ohne Spielberechtigung oder ohne rechtzeitig nachgewiesene Spielberechtigung regelmäßig keinen leichten Fall darstellen kann.
Hinsichtlich der Strafzumessung bei Freundschaftsspielen geht das VSG unter Berücksichtigung der Neufassung des § 77 Abs. 1 RVO nunmehr davon aus, dass bei solchen Spielen beim Einsatz von Spielern, denen zwar eine Spielberechtigung für den betroffenen Verein vom Verband erteilt wurde, die diese aber nicht ordnungsgemäß rechtzeitig nachweisen, die Verhängung eines Punktabzugs nur im Ausnahmefall auszusprechen ist, wenn also besondere Gründe vorliegen, wie sie sich beispielsweise in einem Wiederholungsfall zeigen können.
Ausdrücklich nicht in diese Kategorie fallen jedoch Spieler, die gesperrt sind oder überhaupt keine Spielberechtigung für den betroffenen Verein haben. Welche Strafe in solchen Fällen angemessen ist, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden, weil der Revisionsführer nur Spieler einsetzte, die eine Spielberechtigung für den Revisionsführer besaßen, sie nur nicht ordnungsgemäß nachwiesen.

Bei der neuerlichen Strafzumessung ist auch zu berücksichtigen, dass § 77 Abs. 1 RVO statt des Punktabzugs eine Geldstrafe von mindestens € 150,00 vorsieht, welche beim Absehen vom Punktabzug zusätzlich zur ohnehin zu verhängenden Geldstrafe auszusprechen ist.
Wenn das BSG bei der neuerlichen Strafzumessung statt eines Punktabzugs zusätzlich eine Geldstrafe verhängen sollte, liegt in der Erhöhung der bereits ausgesprochenen Geldstrafe keine Verschlechterung des Urteils, weil diese zusätzliche Geldstrafe den Punktabzug ersetzen muss.
4.
Kosten: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO
Da die Revision erfolgreich war, fallen die Kosten des Revisionsverfahrens dem BFV zur Last (§§ 32, 33 RVO). Über die Kosten der ersten beiden Instanzen wird das BSG erneut zu entscheiden haben.



Aktenzeichen: 00010-16/17-VSG
Sitzung vom: 18.10.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey


Verfahren gegen Verein A

Urteil :

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 27.07.2016, Aktenzeichen: 00009-16/17-BSG, wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 25.07.2016 erstattete die Vorsitzende des BFMA Anzeige gegen den Verein A wegen fehlender Anwesenheit bei der Sommerarbeitstagung. Auf das Einladungsschreiben vom 28.06.2016 wurde dabei Bezug genommen.

2. Nachdem in der I. Instanz keine Stellungnahme abgegeben wurde, hat das BSG mit Urteil vom 27.07.2016 den Verein A gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 RVO mit einer Geldstrafe von € 50,00 belegt und dem Verein die Kosten auferlegt.

3. Mit Schreiben vom 01.08.2016 hat der Verein A gegen das Urteil Berufung eingelegt und diese auch mit gleichem Schreiben begründet. In der Berufung führt der Verein A aus, dass, trotz Gewährung der Frist von einer Woche zur Stellungnahme, das Urteil vorher ergangen ist und somit ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör vorgelegen hat. Darüber hinaus sei das Einladungsschreiben an alle Vereine der BOL und BZL gegangen, wobei der eigene Verein jedoch in der KL spiele.

4. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 RVO zuständig. Die Berufung ist zulässig, sie wurde insbesondere formgerecht eingereicht. Sie erweist sich jedoch in der Sache als unbegründet.

5. Dem Verein A ist zuzugestehen, dass die Einladung an die Frauen BOL und BZL ging, jedoch im Betreff genannt war Spielgruppentagung der Frauen KLL und KK.
Nachdem der Verein A rügte, das ihm kein Nachweis für die Einladung über das Postfach zugegangen ist, hat das VSG im Rahmen der Beweisaufnahme nochmals eine Stellungnahme der Spielgruppenleiterin eingeholt. Ebenfalls konnte durch den angeforderten Sendebericht festgestellt werden, dass die Einladung dem Verein am 30.06.2016 um 15:01 Uhr zugegangen ist und von dort auch gelesen wurde. Am 07.08.2016 um 12:49 Uhr wurde der Eintrag gelöscht.
Diese Erkenntnisse wurden dem Verein mit E-Mail vom 04.10.2016 nochmals zugestellt verbunden mit der Aufforderung, hierzu nochmals Stellung zu nehmen. Diese erfolgte jedoch nicht.
Nachdem somit festgestellt war, dass die Einladung ordnungsgemäß zugegangen ist und der Verein deshalb schuldhaft bei der Arbeitstagung nicht anwesend war, erging das Ersturteil zu Recht. Die Berufung war kostenpflichtig zurückzuweisen.

6. Kosten §§ 32,33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00009-16/17-VSG
Datum der Sitzung: 11.10.2016
Besetzung Riedmeyer

Beschluss:

Die Revisionen gegen die Urteile des BSG Nrn. 00029-16/17, 00030-16/17 und 00031-16/17 werden miteinander verbunden. Die Verfahrenskosten und die Revisionsgebühren werden nicht erhoben. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Begründung:

Mit E-Mails vom 14.09.2016 nahm der Verein A die Revisionen jeweils zurück. Der Verbandsanwalt beantragte, von der Kostenauferlegung abzusehen, weil die Revisionen nur zur Fristwahrung eingelegt worden waren und nach einem Gespräch mit dem Verbandsanwalt einvernehmlich zurückgenommen wurden.

Unter Berücksichtigung dieses Antrags des Verbandsanwalts konnte gemäß § 33 Abs. 3 RVO von der Auferlegung von Verfahrenskosten für das Revisionsverfahren abgesehen werden. Da die Antragstellung seitens des Verbandsanwalts Teil der einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens war, war kein Grund ersichtlich, diesem nicht stattzugeben.


 

Aktenzeichen: 00008-16/17-VSG
Sitzung vom 13.09.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Ausschluss Abteilungsleiter A, Verein M

Urteil:

I. Der Abteilungsleiter A, Verein M wird aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen.
Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung der SG Rüsselbach.

Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, mit Eingangsdatum 19.08.2014 die Änderung des Geburtsjahres des Spielers X auf den Jahrgang 2007 im amtlichen Spielerpass des BFV unter Vorlage einer gefälschten Abschrift des Reisepasses des Spielers beantragt zu haben.
Dieser Sachverhalt wurde vom Verbandsanwalt mit Mail vom 01.08.2016 beim Verbandssportgericht angezeigt.

2. Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.
Das Verfahren wurde mit Beschluss vom 02.08.2016 vom Verbandssportgericht übernommen.

3. Mit Schreiben vom 03.08.2016 wurde dem Verein und dem Betroffenen die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf § 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.

Der Sachverhalt steht aufgrund der Stellungnahmen des Bürgeramtes der Stadt O vom 27.05.2016 fest. Aus diesen Stellungnahmen ergibt sich zweifelsfrei, dass es sich bei der im Antrag auf Änderung des Geburtsjahres vorgelegten Abschrift des Reisepasses um eine Fälschung gehandelt hat. Das Bürgeramt hat ausgeführt, dass es nicht möglich ist, dass auf zwei verschiedenen Pässen identische Passaufkleber angebracht sind, da diese fortlaufend nummeriert sind.

Der Betroffene hat sich im laufenden Verfahren zum Sachverhalt geäußert und diesen vollumfänglich eingeräumt.

Das Verhalten des Betroffenen A stellt neben der vorliegenden Urkundenfälschung ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 2 RVO dar.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser in dem Schreiben vom 16.04.2016 an die Passabteilung des BFV allgemein eingeräumt hat, dass es zu Fehlern gekommen ist.
Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass er als Vater des Spielers A sehr wohl wusste, in welchem Jahr dieser geboren ist, zum anderen liegt eine strafrechtlich relevante Tat der Urkundenfälschung bzgl. der vorgelegten Abschrift des Reisepasses vor.
Angesichts der Gesamtumstände kam die Annahme eines leichten Falles nach § 89 Abs. 2 Satz 2 RVO nicht in Betracht.
4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 Aktenzeichen: 00007-16/17-VSG
Sitzung vom: 07.09.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause


Wiederaufnahmeantrag des Verein A bzgl. seines Spielers M

Beschluss :

I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler M, Urteil des KSG Aktenzeichen vom 19.05.2016 AZ: 00447-15/16-KSG, wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer II. wird dahingehend abgeändert, dass die Verbandsspiele der A-Klasse-Mannschaft des Verein A ab der Saison 2016/2017 zur Anrechnung auf die Sperrzeit zählen.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 19.05.2016, AZ 00447-15/16, wurde der Spieler M wegen unsportlichen Verhaltens am 10.05.2016 für zwei Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der B-Klasse-Mannschaft seines Vereins ab 11.05.2016 gesperrt. Ferner wurde in Ziffer II. u.a. tenoriert, dass die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 Satz 4 RVO seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I. gilt.

Ein Verbandsspiel der B-Klasse-Mannschaft des Verein A fand ab dem 11.05.2016 nur noch am 22.05.2016 statt, so dass der Spieler noch für ein Spiel in der neuen Saison gesperrt ist. Der Verein A meldete jedoch zur neuen Saison 2016/2017 lediglich eine Mannschaft, welche in der A-Klasse Aschaffenburg spielt.

Gemäß Ziffer II. des Urteils gilt aber die Sperre des Spielers auch für die A-Klasse-Mannschaft des Verein A bis die Sperre nach Ziffer I. verbüßt ist. Dies kann mangels einer B-Klasse-Mannschaft des Verein A in der Saison 2016/2017 überhaupt nicht erfolgen. Der Spieler M wäre somit aufgrund des Urteils dauerhaft nicht spielberechtigt, da keine B-Klasse-Mannschaft mehr besteht, in welcher er die noch nicht vollständig abgeleistete Sperrstrafe von einem Spiel verbüßen könnte. Dies stellt eine unbillige Härte dar. Die vom Verein A in seinem Antrag vom 05.09.2016 vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II. vom 19.05.2016.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 2 I. Nr. 11. FO.

 

Aktenzeichen: 00006-16/17-VSG
Sitzung vom 30.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 18.08.2016, Aktenzeichen: 00022-16/17-BSG

Urteil:

I. Die Berufung des Verein gegen das Urteil des BSG vom 18.08.2016 Aktenzeichen: 00022-16/17-BSG wird zurückgewiesen.

II. Der Verein trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel Verein B gegen Verein A am 15.08.2016 meldete der SR, dass der Spieler M (Verein A) in der 70. Minute in der Nähe der Mittellinie bei einem Konter nur durch ein taktisches Foulspiel in Form eines starken Trikotziehens durch seinen Gegenspieler gestoppt werden konnte. Nach dem Pfiff des SR holte er mit seinem rechten Arm aus und traf den rechts hinter ihm stehenden Gegner mit dem rechten Ellbogen im Gesicht. Der SR zeigte hierfür die rote Karte. Der getroffene Spieler konnte hiernach weiterspielen. In der erstinstanzlichen Stellungnahme des Verein A führte dieser an, dass das taktische Foul nicht nur ein Trikotzupfen sondern eine beidarmige Umklammerung war, aus welcher sich der Spieler M lediglich losreißen wollte. Dies sei auch nicht nach dem Pfiff des SR sondern gleichzeitig erfolgt. Der Berufungsführer räumte ein dass der Spieler M seinen Gegenspieler getroffen hatte, jedoch sei dies ohne Ausholbewegung und aktiven Ellbogeneinsatz erfolgt.

Mit Urteil vom 18.08.2016 wurde der Spieler M vom BSG gemäß § 67 Abs. 2 RVO für drei Verbandsspiele wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Das Urteil wurde am 19.08.2016 über das BFV-Postfach zugestellt.

Hiergegen legte der Verein A am 20.08.2016 über das BFV-Postfach Berufung ein. Er führte ergänzend aus, dass der Spieler M seinen Gegenspieler eventuell am Oberkörper berührte, aber nicht im Gesicht getroffen hatte. Der Spieler sei Opfer und nicht Täter und daher freizusprechen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Zur Überzeugung des Sportgerichts führte der Spieler M mit seinem Ellbogen willentlich eine Bewegung in Richtung seines Gegenspielers aus und traf diesen mit Sicherheit. Dies steht aufgrund der klaren SR-Meldung und der Einlassung des Berufungsführers fest. Dass der Spieler sich lediglich losreißen wollte kann als wahr unterstellt werden, jedoch ist ein solches losreißen für das VSG nicht ohne eine Ausholbewegung vorstellbar. Somit handelt es sich auch aus Sicht des VSG bei dem vom gut positionierten SR geschilderten und vom Berufungsführer nicht in Abrede gestellten Vorgang um eine Tätlichkeit nach § 67 RVO, ungeachtet ob hierbei der Körper oder das Gesicht des Gegenspielers getroffen wurde. Wie das BSG zutreffend feststellte ist aufgrund der vorangegangenen sportwidrigen Handlung gegen den Spieler M und wegen der als leichterer Fall einzustufenden Tätlichkeit eine Reduzierung der Mindeststrafe von 6 Spielen (§ 67 Abs.1 RVO) gemäß § 67 Abs. 2 RVO vorzunehmen. Obschon beide Milderungsgründe vorliegen ist aus Sicht des VSG die erkannte Strafe von drei Spielen nicht zu beanstanden.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 31.05.2016, AZ 00783-15/16 wurde der Spieler X wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem SR im A-Klasse-Spiel B gegen C am 22.05.2016 ab 06.06.2016 für 3 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der A-Klasse-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Ändert sich die Spielklasse, tritt die neue Spielklasse an die Stelle der bisherigen. Ferner wurde in Ziffer III. tenoriert, dass bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Verbandsspielrechts die Verbandsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herrenklasse des aufnehmenden Vereins zählen.

Im Verfahren vor dem KSG wurde der Verein B am 25.05.2016 unter Verweis auf die Meldung des SR über das Postfachsystem ZIMBRA hinsichtlich des Verfahrens informiert. Der Verein wurde explizit darauf hingewiesen, dass der Spieler X, welchem der SR-Meldung zufolge nach der gelb-roten Karte noch (regelwidrig) die rote Karte gezeigt wurde, bis zu einem Urteil spielberechtigt sei. Eine Stellungnahme seitens des Vereins ging jedoch nicht ein.

Zur Saison 2016/2017 wechselte der Spieler X zum Antragsteller. Gemäß Ziffer III. des Urteils galt daher die noch nicht vollständig verbüßte Sperre des Spielers für die jetzige A-Klasse-Mannschaft des Antragstellers.

Mit E-mail vom 09.08.2016 beantragte der Verein A, unter Vorlage von Bestätigungen der Spieler Y und X sowie des damaligen Trainers S, das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren wiederaufzunehmen. Er führte an, dass die damalige rote Karte nicht dem Spieler X, sondern dem Spieler Y gezeigt wurde. Die Sperre des Spielers X sei dem Verein erst vor dem ersten Punktspiel am 02.08.2016 durch das Symbol im DFBnet aufgefallen.

Die vom Antragsteller vorgebrachten Tatsachen sind keine neuen Tatsachen im Sinne des § 46 Abs. 2 RVO und rechtfertigen daher keine Wiederaufnahme des Verfahrens. Ausweislich des Anschreibens des KSG vom 25.05.2016, in welchem explizit auf die rote Karte gegen den Spieler X eingegangen wurde und zur Stellungnahme seitens seines damaligen Vereins aufgefordert wurde, erging keine solche. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war - unterstellt die Karte wäre tatsächlich dem Spieler Y gezeigt worden - diese Tatsache dem Verein bekannt gewesen. Ungeachtet dessen ist keine Richtigstellung durch den damaligen Verein der beiden Spieler erfolgt. Demnach wäre der Verein selbst bei einer Berufung gegen das streitgegenständliche Urteil mit einem solchen Vortrag präkludiert gewesen.

Das Wissen des Vereins B wird dem Spieler X selbst zugerechnet. Auch der Wechsel des Spielers zum Antragsteller kann nicht herbeiführen, dass zum Urteilszeitpunkt dem früheren Verein B nachweislich bekannte Tatsachen (etwaige Verwechslung der Spieler durch den SR) als neu anzusehen sind, selbst wenn diese dem betroffenen Spieler selbst tatsächlich nicht bekannt gewesen sind. Eine dem Verein bekannte Tatsache gilt aufgrund der Zurechnungsvorschrift des § 39 Abs. 2 Satz 1 RVO auch dem Spieler als bekannt, selbst wenn der Verein seinen Spieler nicht hiervon unterrichtet. Die besondere und eng auszulegende Ausnahmevorschrift der Wiederaufnahme nach § 46 RVO, welche eine Durchbrechung der Rechtskraft darstellt, kann in einem solchen Fall nicht zur Anwendung gelangen.
Aus diesen Gründen liegen für das VSG keine neuen Tatsachen vor, weshalb der Antrag zurückzuweisen war.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO.

 

Aktenzeichen: 00004-16/17-VSG
Sitzung vom 10.08.2016
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 02.08.2016, Az.: 00001-16/17-BSG 

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

Gründe:

Die am 02.08.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 02.08.2016, Az.: 00001-16/17-BSG wurde mit Schreiben vom 10.08.2016 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

 Aktenzeichen: 00002-16/1 VSG
Sitzung vom: 02.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Berufung der Verein A gegen das Urteil des Sportgerichts vom 12.07.2016, AZ 00009-16/17

Urteil:

I. Die Berufung der Verein A gegen das Urteil des Sportgerichts vom 12.07.2016, AZ 00009-16/17 wird zurückgewiesen.

II. Die Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 203,00. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Zu dem Privatspiel der 1. Herrenmannschaften der Verein B gegen die Verein A am 23.06.2016 meldete der SR, dass er vor Spielbeginn den Mannschaftsverantwortlichen M darauf hinwies, dass die acht A-Juniorenspieler (alle Jahrgang 1998) noch nicht das Alter für einen Einsatz im Herrenspielbetrieb vor dem 01.07.2016 besitzen. Herr M übernahm jedoch die Verantwortung hierfür, bestätigte unterschriftlich das Spielrecht aller Spieler geboren 1998 und setzte diese Spieler ein.

2. Das SG leitete hierauf ein Verfahren gegen den Verantwortlichen des Verein A, Herrn M ein. Dieser räumte den Hinweis des SR uneingeschränkt ein, gab jedoch an, dass er letzte Saison beim BFV nachgefragt und man ihm mitgeteilt hätte, dass während der Übergangsphase vor dem 01.07. die A-Juniorenspieler eingesetzt werden könnten. Gleichermaßen habe ihm ein anderer Funktionär im Juni 2016 auf Nachfrage erklärt, dass in Privatspielen in der Übergangsphase vor dem 01.07. die Spieler Jahrgang 1998 eingesetzt werden dürfen.

3. Das SG verhängte mit Urteil vom 12.07.2016 gegen den Betroffenen nach § 77 Abs. 2 RVO die Mindeststrafe von einem dreimonatigen Funktionsverbot.

4. Hiergegen legte der Verein A mittels Postfachsystem ZIMBRA am 17.07.2016 Berufung ein.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

5. Die Berufung ist jedoch unbegründet.

Nach § 77 Abs. 2 RVO a. F. ist für den Regelfall des unzulässigen Einsatzes auf ein Funktionsverbot von mindestens 3 Monaten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falls müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen hiervon abzuweichen. Allein die Tatsache dass der unzulässige Einsatz in einem Privatspiel erfolgt ist reicht hierfür grundsätzlich nicht aus.

Die erstmalige Begehung eines unzulässigen Einsatzes kann ebenso wenig für sich allein gesehen die Annahme eines leichten Falls begründen wie ein umfängliches Eingestehen des Sachverhalts.

Wie das SG zutreffend ausführt, kann der Vortrag, dass der Verantwortliche sich letztes Jahr "beim BFV" erkundigt und er damals die Auskunft erhalten hätte, dass während einer Übergangsphase der Einsatz möglich wäre, nur als Schutzbehauptung gewertet werden. Auch in der Berufung wurde nur nebulös auf "den BFV" verwiesen, so dass weder überprüft werden konnte, ob es sich bei dem angeblichen Gesprächspartner um eine kompetente Person im Sinne der ständigen Rechtsprechung des VSG gehandelt hätte noch ob diese die vermeintliche Auskunft in der Form überhaupt erteilt hätte.

Das VSG sieht auch im Hinblick auf den Vortrag, dass der Verantwortliche bei Kenntnis der fehlenden Spielberechtigung des Jahrgangs 1998 vor dem 01.07. das Spiel später ausgemacht hätte, keinen Anhaltspunkt für ein fahrlässiges Handeln des Verantwortlichen. Gerade der Hinweis des SR vor dem Spiel, und die Ausführungen der Berufung, dass der Verantwortliche spontan zwischen der Befolgung der Spielordnung und dem Fair-Play-Gedanken abwägen musste, stellt eindrucksvoll klar, dass ihm sehr wohl bewusst war, dass keine Einsatzberechtigung seiner Spieler Jahrgang 1998 vorlag. Ein fahrlässiges Handeln scheidet daher nach Auffassung des VSG aus.

Es handelt sich mithin um ein wissentliches und willentliches Ignorieren der Spielordnung, welche in § 34 Abs. 1 SpO klar und unmissverständlich vorgibt, dass A-Junioren des älteren Jahrgangs erst ab 01.07. des laufenden Spieljahrs in den Herrenmannschaften eingesetzt werden können. Diese zentrale Norm der Spielordnung, welche einem langjährigen und mit Spielerverpflichtungen und Passangelegenheiten vertrauten Verantwortlichen bekannt zu sein hat, wurde auch in den letzten Jahren nicht geändert, so das auch hier kein nachvollziehbarere Grund vorliegt, der die angebliche Falschauskunft eines BFV-Funktionärs plausibel machen könnte.

Letztlich kann auch nicht die als Fair-Play-Gedanke vorgeschobene Motivation das in größerer Entfernung vereinbarte Freundschaftsspiel, welches hohe Fahrt- und Spesenkosten verursacht hat, nicht kurzfristig absagen zu wollen, als Rechtfertigung für das eigenmächtige Hinwegsetzen über die Bestimmungen der Spielordnung angesehen werden.

Aus all diesen Gründen kann nach Auffassung des VSG das Verhalten des Verantwortlichen keinen leichten Fall mehr darstellen, so dass die Berufung zurückzuweisen ist. Das SG hat zutreffend als Regelfall auf ein Funktionsverbot erkannt, welches wegen der erstmaligen Begehung, der Einräumung des Sachverhalts und aufgrund des nicht erzielbaren Wettbewerbsvorteils in dem Privatspiel auch nach Ansicht des VSG mit der Mindeststrafe von drei Monaten ausreichend und angemessen bewertet ist.

6. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO und § 2 I. Nrn. 8 c) und 13 d) Anlage FO.

 

 Aktenzeichen: 00001-16/1 VSG
Sitzung vom: 02.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Berufung der Verein A gegen das Urteil des Sportgerichts vom 12.07.2016, AZ: 00008-16/17

Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des Sportgerichts Bayern vom 12.07.2016, AZ: 00008-16/17 wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 203,00. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Zu dem Privatspiel der 1. Herrenmannschaften der Verein B gegen den Verein A am 23.06.2016 meldete der SR, dass er vor Spielbeginn den Mannschaftsverantwortlichen M darauf hingewiesen hat, dass 8 namentlich bekannte A-Juniorenspieler mit dem Jahrgang 1998 noch nicht das Alter für einen Einsatz im Herrenspielbetrieb vor dem 01.07.2016 besitzen. Der Mannschaftsverantwortliche Schäfer äußerte auf den Vorhalt keine Bedenken, übernahm die Verantwortung für den Einsatz und bestätigte dies entsprechend unterschriftlich. Die Spieler wurden eingesetzt.

2. Seitens des SG wurde unter dem 01.07.2016 gegen den Verein A aufgrund dieses der vorliegenden Meldung ein sportgerichtliches Verfahren eingeleitet. Der Sachverhalt wurde insoweit eingeräumt. Der Mannschaftsverantwortliche verwies darauf, dass er in der letzten Saison beim BFV nachgefragt und man ihm damals mitgeteilt hätte, dass während der Übergangsphase vor dem 01.07. die A-Juniorenspieler eingesetzt werden könnten. Ergänzend wird auf die anderweitigen Feststellungen im Verfahren 02-16/17 des VSG Bezug genommen.

3. Das SG hat den betroffenen Verein gemäß § 77 I RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von drei Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € sowie den Verfahrenskosten belegt.

4. Hiergegen richtet sich die mittels des Postfachsystem ZIMBRA am 17.07.2016 eingelegte Berufung, die mit weiterem Schriftsatz vom 20.07.2016 begründet wurde. In der Berufungsbegründung wird der Sachverhalt unstreitig gestellt.

Mit der Berufung wird das Strafmaß gerügt. Es wird eingeräumt, dass dem anderweitig verfolgten M. ein fahrlässiges Verhalten zur Last gelegt wird und ihm aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Funktionär hätte bewusst sein müssen, dass er sich nicht auf mündliche Zusagen verlassen kann. Im Weiteren wird u. a. angeführt, dass der anderweitig Verfolgte M sich spontan zwischen der Befolgung der Spielordnung und dem Fairplay-Gedanken hätte entscheiden müssen. Eine kurzfristige Spielabsage sei nicht zumutbar gewesen. Ergänzend wird auf die ausführliche Berufungsbegründung verwiesen.

5. Die Berufung ist nicht begründet.
Das VSG ist gemäß § 20 I 1e) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

Aufgrund des eingeräumten Sachverhalts geht das VSG, wie auch das SG davon aus, dass im vorgenannten Spiel 8 A-Juniorenspieler eingesetzt wurden, die kein entsprechendes Spielrecht hatten. Dies ergibt sich, wie das SG zweifelsfrei ausführt, aus § 34 JO i. V. m. § 7 I und II JO. Die Spieler wurden daher unzulässig eingesetzt.

Nach § 77 I RVO in der zum Tatzeitpunkt geltenden Fassung ist hierfür ein Punktabzug von mindestens 3 Punkten vorgesehen sowie eine entsprechende Geldstrafe.

Hiervon kann unter der Voraussetzung, dass ein leichter Fall vorliegt, abgesehen werden.

Für die Annahme eines solchen leichten Falls liegen aber entsprechende besondere Voraussetzungen nicht vor so dass nicht von dem Regelfall abzuweichen ist.

Insbesondere reicht der Einsatz in einem Privatspiel gemäß ständiger Rechtsprechung des VSG hierfür nicht aus.

Darüber hinaus wird seitens des betroffenen Vereins eingeräumt, dass der Verstoß klar war und der anderweitig Verfolgte sich hätte zwischen dem Fairplay-Gedanken und der Einhaltung der Spielordnung entscheiden müssen.

Bei rechtzeitigem Erkennen und erforderlicher Organisation wäre bereits im Vorfeld aufgefallen, dass für die betroffenen 8 Spieler kein entsprechendes Herrenspielrecht besteht. Das Spiel hätte daher, sofern nicht anderweitige Spieler zur Verfügung gestanden hätten, rechtzeitig abgesagt werden können. Die entsprechende Abwägung hätte letztlich damit auch vermieden werden können.

Die Behauptung, wonach der Betroffene Aussagen erhalten habe, dass ein Spielrecht bestünde, ist so nicht verifizierbar. Dies ist dann zu Lasten des Betroffenen, damit hier des betroffenen Vereins zu werten. Das VSG hat dies insoweit als Schutzbehauptung angesehen.

Darüber hinaus hat sich der Mannschaftsverantwortliche klar und unmissverständlich selbst über die Hinweise des SR hinweggesetzt.

Unter Berücksichtigung aller Umstände ist im vorliegenden Fall kein Grund gegeben, von der Mindeststrafe des § 77 I RVO abzuweichen.

Die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 erscheint unter Abwägung aller für und gegen den betroffenen Verein sprechenden Umstände jedenfalls angemessen. Die Berufung ist daher insgesamt zurückzuweisen.

6. Die Kosten des Verfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.


Urteile 2015/16

Aktenzeichen: 00121-15/16-VSG
Sitzung: 24.04.2017
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb


Revision des Vereins SC Bogenhausen gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts Oberbayern vom 07.02.2017, AZ.: 00406-15/16-BSG Obb.


Urteil:

I. Die Revision des SC Bogenhausen / Schwarz-Blau München gegen das Urteil des BSG Oberbayern vom 07.02.2017 wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass die Spielwertung nicht mehr vorgenommen wird.

II. Der SC Bogenhausen / Schwarz-Blau München trägt die Hälfte der Kosten der Re-vision. Im Übrigen verbleibt es bei der Kostenentscheidung des BSG-Urteils. Au-ßergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

  
Gründe:

1.
Nach den Feststellungen des BSG wurde das C-Junioren-Gruppenspiel SV Waldperlach 3 gegen SC Bogenhausen 3 am 26.06.2016 in der 27. Spielminute vom Schiedsrichter abgebro-chen, weil der Betroffene sich weigerte seine Mannschaft weiterspielen zu lassen. Ein Teil der Spieler hatte sich aufgrund dieser Weigerung bereits vom Spielfeld entfernt.

Das JSG verurteilte den Betroffenen mit Urteil vom 19.09.2016 zu einer Geldstrafe von € 50,00 und nahm eine Spielwertung zu Lasten des Revisionsführers vor. Hiergegen richtete sich die per Postfachsystem Zimbra am 26.09.2016 eingelegte Berufung. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 07.02.2017 zurück. Mit Schreiben vom 14.02.2017, am selben Tag beim BFV eingegangen, legte der Revisionsführer Revision ein. Diese wurde mit Verstößen gegen § 29 RVO, § 39 RVO, § 66 Nr. 1.1.4 SpO, § 74 RVO, § 62 RVO begründet.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Mit der Revision kann nur überprüft werden, ob die Feststellungen des BSG verfahrensfehler-frei erhoben wurden und der festgestellte Sachverhalt das Urteil rechtfertigt. Beides ist nach der Ansicht des VSG der Fall.

a)
Ein maßgeblicher Verfahrensfehler liegt nicht vor.

Die Rügen des Revisionsführers greifen nicht durch. Ein Verstoß gegen § 29 RVO liegt nicht vor. Der Revisionsführer rügt, dass kein vollständiges Protokoll der Zeugenaussagen vorliegt. Dies ist gemäß § 29 RVO jedoch auch nicht notwendig. Die RVO verlangt weder eine wörtli-che, noch eine sinngemäße Protokollierung der Zeugenaussagen. Die RVO enthält überhaupt keine Formvorschrift, wie Zeugenaussagen festzuhalten sind. Die Vorschriften der ZPO oder der StPO können hier weder direkt, noch analog angewandt werden. Das Sportgerichtsverfah-ren dient dem Wettbewerb der Mannschaften untereinander. Es muss daher in angemessener Zeit beendet werden können. Eine förmliche Beweisaufnahme, wie sie die ZPO vorsieht oder eine Beweisaufnahme in einer Hauptverhandlung, wie dies in der StPO vorgesehen ist, wür-den der gewünschten Beschleunigung des Verfahrens entgegenwirken. Der vom Gericht für wesentlich erachtete Inhalt einer Zeugenaussage muss nur deshalb schriftlich niedergelegt werden, damit dem Betroffenen rechtliches Gehör gewährt werden kann. Diese Anforderungen erfüllte die schriftliche Niederlegung der wesentlichen Punkte der mündlichen Aussage des Schiedsrichters, die dem Betroffenen vorlag.

Ein Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs (§ 39 RVO) liegt ebenfalls nicht vor. Der Betroffene hatte in der Berufungsschrift Gelegenheit, sich zu der in der ersten Instanz er-folgten Beweisaufnahme zu äußern und hat dies auch ausführlich getan. Das BSG hat sich mit den Argumenten auseinandergesetzt. Dass es ihnen weitgehend nicht folgte, ist kein Verstoß gegen das rechtliche Gehör. Dieses verlangt nur die Kenntnisnahme vom Inhalt des Sachvor-trags. Ein begründeter Antrag auf nochmalige Einvernahme bestimmter Zeugen wurde nicht gestellt.


b)
Die Rechtsfolgen auf den festgestellten Sachverhalt sind ebenfalls nicht zu beanstanden.

Das BSG hat § 66 SpO zutreffend angewandt. Nach der Rechtsprechung des VSG liegt dann kein von einem Verein zu vertretender Spielabbruch vor, wenn an den Schiedsrichter nur die Bitte herangetragen wird, ein Spiel abzubrechen und der Schiedsrichter aus freien Stücken dieser Bitte folgt. Auf diese Rechtsprechung des VSG hat das BSG Bezug genommen. Das BSG hat allerdings festgestellt, dass hier nicht nur eine Bitte ausgesprochen wurde, sondern dass die Spieler zum Großteil den Platz verlassen haben, so dass dem Schiedsrichter die Fortsetzung des Spiels unmöglich gemacht worden war. An diese Feststellung des BSG ist das VSG gebunden. Anhaltspunkte dafür, dass sie offensichtlich unzutreffend sind, werden weder vorgetragen, noch sind diese ersichtlich.

Die Anwendung des § 74 RVO folgt aus der zutreffenden Wertung des § 66 SpO.

Das BSG hat auch § 62 RVO zutreffend angewandt. Auch hier hat das BSG einen anderen Sachverhalt festgestellt, als ihn der Betroffene zugrundelegt. Das BSG gelangte zu dem Er-gebnis, dass der Trainer nicht wegen eines Irrtums den Abbruch des Spiels verlangte, sondern weil er das Spiel wegen der seiner Ansicht nach übertriebenen Härte der gegnerischen Mann-schaft nicht fortsetzen wollte. Die Indizien, wie das BSG zu dieser Wertung gelangte sind im Urteil im einzelnen rechtsfehlerfrei dargestellt Dieses Motiv rechtfertigt aber keinen Spielabb-ruch, ansonsten stünde es jeder Mannschaft, die zurückliegt, frei, eine Neuansetzung mit der Begründung zu erreichen, dass der Gegner zu hart gespielt habe und der Schiedsrichter dem nicht ausreichend entgegengetreten sei. Ein solcher Grund kann daher in aller Regel keinen Spielabbruch rechtfertigen. Zudem weist das BSG im Urteil zurecht darauf hin, dass der Nachweis von Verletzungen einzelner Spieler durch ungeahndete unfaire Attacken der Gegen-spieler nicht ansatzweise erbracht wurde.


4.
Hinsichtlich der Spielwertung war gemäß Art. 45 Abs.2 der Satzung zu berücksichtigen, dass die Saison längst abgeschlossen ist und ein nachträglicher Eingriff in die Tabelle durch eine Spielwertung nicht mehr möglich ist.

Insoweit war das Urteil aufzuheben.


5.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO.

Soweit das Urteil im Hinblick auf Art. 45 Abs. 2 der Satzung aufzuheben war, trägt der BFV die Kosten des Verfahrens. Bereits zum Zeitpunkt des Urteils des BSG war die Saison soweit ab-gelaufen, dass eine Spielwertung nicht mehr vorgenommen werden konnte. Zudem hätte we-gen des Verbots der Schlechterstellung die Korrektur des Ergebnisses nicht zu Lasten des Revisionsführers vorgenommen werden dürfen.


Aktenzeichen: 00119-15/16-VSG
Sitzung vom: 14.02.2017
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Verfahren gegen Spieler A wegen Ausschlusses

Urteil:

I. Der Betroffene Spieler A, Verein X, wird wegen einer Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs. 1 RVO aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen.
Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass mit der Nr. 0185-9657 ist einzuziehen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Verein X.
Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.
Folgender Sachverhalt ergibt sich nach den Feststellungen des VSG:

Der Betroffene hat am 06.05.2016 beim Spiel der Senioren A Kreisklasse Verein Y - Verein X seinen Mitspieler Spieler B zu Boden gerissen und dann mehrmals mit den Füßen auf den Kopf des Mitspielers eingetreten.
Der Schiedsrichter hat dem Betroffenen die Rote Karte gezeigt und das Spiel abgebrochen.

2.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO.

Aufgrund der Meldung des Schiedsrichters vom 07.05.2016, leitete das KSG ein Verfahren gegen den Betroffenen ein. Mit Schreiben vom 11.05.2016 räumte der Verein gegenüber dem KSG den Sachverhalt weitgehend ein. Das KSG gab das Verfahren mit Beschluss vom 08.12.2016 an das Verbandssportgericht mit der Begründung ab, dass die Strafgewalt des KSG nicht ausreicht.

3.
Mit Schreiben vom 25.01.2017 wurde der Betroffene informiert, dass das Verfahren beim VSG geführt wird, dass nach Vorberatung durch das VSG ein Ausschluss in Betracht kommt und der Betroffene die Möglichkeit hat, bis zum 02.02.2017 eine Stellungnahme abzugeben und eine mündliche Verhandlung zu beantragen.

Das Schreiben wurde am 09.01.2017 auch dem Verein des Betroffenen über das Postfachsystem ZIMBRA zugestellt, verbunden mit der Aufforderung, das Schreiben an den Betroffenen weiterzuleiten und ggfs. eine eigene Stellungnahme dazu abzugeben.

Eine Stellungnahme binnen der gesetzten Fristen erfolgte weder vom Verein,
noch vom Betroffenen.

4.
Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbandssportgerichts fest aufgrund der Meldung des amtierenden Schiedsrichters vom 07.05.2016 sowie der Stellungnahme des Verein X vom 11.05.2016, in der der Sachverhalt vom Verein eingeräumt wird.
Der Betroffene hat sich nicht zur Sache geäußert.

5.
Das Verhalten des Betroffenen stellt neben der begangenen Straftat der vorsätzlichen Körperverletzung eine Tätlichkeit gegen einen Mitspieler in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs. 1 Satz 2 RVO dar.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt zumindest nicht bestritten hat.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um ein ganz massives brutales Verhalten gegen seinen Mitspieler mit erheblicher körperlicher Einwirkung gehandelt hat. Die Tritte auf den Kopf des Mitspielers hätten zu erheblichen Verletzungen führen können.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände kam aufgrund der Schwere der Tat im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 67 Abs. 1 Satz 2 RVO in Betracht.

Mildere Sanktionen sind angesichts des massiven körperlichen Vorgehens nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen: 00118-15/16-VSG
Sitzung vom: 14.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Schreckenbauer, Lieb

Verfahren gegen Spieler A wegen Ausschlusses

Urteil:

I. Der Betroffene Spieler A, Verein X, wird wegen einer Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs. 1 RVO aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen.
Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass mit der Nr. 0420-2161 ist einzuziehen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Verein X.
Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.
Folgender Sachverhalt ergibt sich nach den Feststellungen des VSG:

Der Betroffene hat am 06.05.2016 beim Spiel der Senioren A Kreisklasse Verein Y - Verein X seinen Mitspieler B mit einem äußerst brutalen Faustschlag ins Gesicht tätlich angegriffen. Der Spieler B ging zu Boden und blieb für ca. zwei Minuten bewusstlos liegen.
Der Betroffene hat im weiteren Verlauf seinen Mitspieler C zu Boden gerissen und dann mehrmals mit den Füßen auf den Kopf des Mitspielers eingetreten.
Der Schiedsrichter hat dem Betroffenen die Rote Karte gezeigt und das Spiel abgebrochen.
Im Anschluss daran hat der Betroffene den Mitspieler B nochmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

2.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO.

Aufgrund der Meldung des Schiedsrichters vom 07.05.2016, leitete das KSG ein Verfahren gegen den Betroffenen ein. Mit Schreiben vom 11.05.2016 räumte der Verein gegenüber dem KSG den Sachverhalt weitgehend ein. Das KSG gab das Verfahren mit Beschluss vom 08.12.2016 an das Verbandssportgericht mit der Begründung ab, dass die Strafgewalt des KSG nicht ausreicht.

3.
Mit Schreiben vom 25.01.2017 wurde der Betroffene informiert, dass das Verfahren beim VSG geführt wird, dass nach Vorberatung durch das VSG ein Ausschluss in Betracht kommt und der Betroffene die Möglichkeit hat, bis zum 02.02.2017 eine Stellungnahme abzugeben und eine mündliche Verhandlung zu beantragen.

Das Schreiben wurde am 09.01.2017 auch dem Verein des Betroffenen über das Postfachsystem ZIMBRA zugestellt, verbunden mit der Aufforderung, das Schreiben an den Betroffenen weiterzuleiten und ggfs. eine eigene Stellungnahme dazu abzugeben.

Eine Stellungnahme binnen der gesetzten Fristen erfolgte weder vom Verein,
noch vom Betroffenen.

4.
Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbandssportgerichts fest aufgrund der Meldung des amtierenden Schiedsrichters vom 07.05.2016 sowie der Stellungnahme des Verein X vom 11.05.2016, in der der Sachverhalt vom Verein eingeräumt wird.
Der Betroffene hat sich nicht zur Sache geäußert.

5.
Das Verhalten des Betroffenen stellt neben der begangenen Straftaten der vorsätzlichen Körperverletzung eine Tätlichkeit gegen einen Mitspieler in einem besonders schweren Fall gemäß § 67 Abs. 1 Satz 2 RVO dar.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser den Sachverhalt zumindest nicht bestritten hat und es im Vorfeld der Schlägerei zu unsportlichen Äußerungen durch den Mitspieler B gekommen ist.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um ein ganz massives brutales Verhalten gegen seinen Mitspieler mit erheblicher körperlicher Einwirkung gehandelt hat. Die Tritte auf den Kopf des Mitspielers und die Faustschläge hätten zu erheblichen Verletzungen führen können.
Es wurde auch berücksichtigt, dass der Betroffene nach dem Zeigen der Roten Karte und dem Spielabbruch einen Mitspieler nochmals tätlich angegriffen hat.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände kam aufgrund der Schwere der Taten, insbesondere der brutalen Vorgehensweise, im vorliegenden Fall nur der Ausschluss des Betroffenen gemäß § 67 Abs. 1 Satz 2 RVO in Betracht.

Mildere Sanktionen sind angesichts des massiven körperlichen Vorgehens nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO



Aktenzeichen: 00117-15/16-VSG
Sitzung vom 13.09.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb


Ausschluss des Mannschaftsverantwortlichen

Urteil:

I. Der Mannschaftsverantwortliche, des Vereins wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen.

Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Vereins.


Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, dass er bei dem A-Klasse Frauenspiel
Verein - FFC Wacker München IV am 23.04.2016
zwei Spielerinnen unzulässig eingesetzt hat und darüber hinaus im Vorfeld zwei Spielerpässe gefälscht hat.
Die Spielerin E spielte unter dem falschen Namen F.
Die Spielerin G spielte unter Verwendung eines gefälschten Passes als H. Der Spielerpass von H wurde mit dem Foto von G durch Klammern verbunden und mit dem Vereinsstempel abgestempelt.
Die Spielerin I stellte sich unter Verwendung eines gefälschten Passes als J bei der Passkontrolle vor. In dem Spielerpass J wurde das Foto von I eingeklebt und abgestempelt.
Die amtierende Schiedsrichterin hat bei der Passkontrolle die Spielerin nach dem Geburtsdatum gefragt, im Spiel wurde diese Spielerin anschließend nicht mehr eingesetzt.
Der Betroffene hat zum Sachverhalt Stellung genommen und seinen Fehler eingeräumt.

2. Vom zuständigen Kreissportgericht München I wurde am 01.06.2016 ein Verfahren gegen den Mannschaftsverantwortlichen Herrn A nach § 77 II und § 89 RVO eröffnet und mit Beschluss vom 18.07.2016 das Verfahren an das Verbandssportgericht abgegeben.
Mit Schreiben vom 01.08.2016 wurde dem Verein und dem Betroffenen A die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf
§ 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.
3. Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Verantwortlichen für den Spielereinsatzes in Frage kommt.
4. Zur Überzeugung des Verbandssportgerichts steht fest, dass der Betroffene als Mannschaftsverantwortlicher zwei Spielerpässe durch Anbringen eines falschen Fotos gefälscht hat, darüber hinaus hat er zwei Spielerinnen in einem Spiel unzulässig eingesetzt.
Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Schiedsrichtermeldung, der Stellungnahme des Vereines M, der Stellungnahme der Betreuerin X, der im Verfahren vorgelegten Unterlagen (Originale und Kopie der Spielerpässe G, H, I und J, Foto des Einsatzes der Spielerin E) und der Einlassung des Betroffenen Herrn A.
Die Spielerin E hat in obigen Verbandsspiel unzulässig auf den Spielerpass der Spielerin F gespielt.
Die Spielerin G hat unter Verwendung eines gefälschten Spielerpasses auf den Namen H gespielt.
Der Spielerpass H wurde durch Klammern mit dem Foto der G verbunden, Pass und Bild wurden mit dem Vereinsstempel überlappend abgestempelt.
Der Spielerpass der Spielerin J wurde mit dem Passbild der Spielerin I versehen, Pass und Bild mit dem Vereinsstempel überlappend abgestempelt.
Hier ist es nicht zu einem Einsatz im Spiel gekommen.

Der Betroffene A war bei vorliegenden Spiel laut Spielbericht der Mannschaftsverantwortliche.
In seiner Stellungnahme teilt Herr A mit, dass er als Mannschaftsverantwortlicher einen großen Fehler begangen hat.

Das Verhalten des Betroffenen A stellt neben der vorliegenden Urkundenfälschung ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 2 RVO durch Herstellung zweier falscher Spielerpässe und des unzulässigen Einsatzes nach § 77 II RVO dar.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen Lempe berücksichtigt, dass dieser den Vorfall letztendlich eingeräumt hat.
Die vom Betroffenen in dem Fax vom 08.08.2016 vorgebrachten Umstände, warum die beiden Spielerinnen Ihle Sara und Annika Berger eingesetzt wurden, können vom Verbandssportgericht nicht strafmildernd anerkannt werden.
Ein extremer Spielermangel rechtfertigen keinesfalls die vorgenommen Passfälschungen und einen unzulässigen Einsatz.
Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass es der Betroffene zum einen geduldet hat, dass eine Spielerin mittels gefälschten Spielerpass auf einem falschen Namen spielt, darüber hinaus wurde eine Spielerin auf falschem Namen eingesetzt, zum anderen liegen zwei strafrechtlich relevante Taten der Urkundenfälschung durch Anbringen jeweils falscher Passbilder in Spielerpässen vor. Der Einsatz einer weiteren Spielerin mittels gefälschten Spielerpass auf einem falschen Namen wurde versucht.
Das Herstellen und der Gebrauch eines manipulierten Passes führt
gemäß § 89 Abs.2 RVO zum Ausschluss.
Angesichts der Gesamtumstände kam auch die Annahme eines leichten Falles nach § 89 Abs.2 Satz 2 RVO nicht in Betracht.

Der Betroffene A war daher wegen zwei tatmehrheitlich begangener Vergehen der Herstellung eines Falschen Spielerpasses (§ 89 RVO) und zwei in Tateinheit begangener Vergehen des unzulässigen Einsatzes von Spielern (§ 77 II RVO) mit dem Ausschluss aus dem Verband zu belegen.

5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d).

 gez. Riedmeyer, Beierlein, Lieb


Aktenzeichen: 00116-15/16-VSG
Sitzung vom 13.09.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

E-Junioren-Spiel Verein A - Verein B am 11.06.2016
Verfahren gegen Trainer M, Verein A

Urteil:

I. Der Betroffene Herr M, Verein A wird wegen unsportlichen Verhaltens nach §§ 47, 48 RVO von 15.09.2016 bis 14.09.2018
gesperrt.
II. Darüber hinaus erhält der Betroffene Herr M,
Verein A gemäß § 48 Abs. 1 b RVO in Verbindung mit § 48 Abs. 3 RVO eine Geldstrafe in Höhe von Euro 250,- unter Mithaftung seines
Vereines A.
III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 25,38 trägt der Betroffene Herr M unter Mithaftung des Verein A.

Gründe:

1. Dem Betroffenen liegt zur Last, sich am 11.06.2016 als Trainer eines
E-Juniorenspieles grob unsportlich gegen den Schiedsrichter verhalten zu haben.

Der Betroffene soll während dem Spiel dem Schiedsrichter gedroht haben, dass man sich nach dem Spiel sieht.

Nach dem Spiel rannte der Betroffene auf den Schiedsrichter zu und spuckte ihm ins Gesicht.

Darüber hinaus beleidigte er den Schiedsrichter auf das übelste mit:
"Ich fick dich", "Wichser", "Ich ficke deine Frau".

2. Vom zuständigen Jugendsportgericht Oberfranken II wurde am 13.06.2016 ein Verfahren gegen den Trainer A eröffnet und mit Beschluss vom 19.07.2016 das Verfahren an das Verbandssportgericht abgegeben.
Mit Schreiben vom 01.08.2016 wurde dem Verein und dem Betroffenen Herr A die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf
§ 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.
3. Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Frage kommt.

4. Zur Überzeugung des Verbandssportgerichts steht fest, dass der Betroffene nach dem Spiel dem Schiedsrichter ins Gesicht gespuckt und ihn aufs übelste beleidigt hat, darüber hinaus hat er dem Schiedsrichter während des Spiels gedroht, dass man sich nach dem Spiel noch sieht.

Der Sachverhalt ergibt sich aus der unbestrittenen Meldung des amtierenden Schiedsrichters und der Stellungnahme des Vereines des Betroffenen dem
Verein A, worin das Geschehen eingeräumt wird.

Das Verbandssportgericht hat nicht die geringsten Zweifel an der Richtigkeit der Meldung des Vereinsschiedsrichters.

Dem Betroffenen wurde rechtliches Gehör gewährt, eine Stellungnahme ist nicht eingegangen.

Der Betroffene ist nicht Inhaber einer Trainerlizenz.

Der Betroffene war daher wegen §§ 47, 48 RVO zu bestrafen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe konnte das VSG zugunsten des Betroffenen keine entlastenden Gesichtspunkte berücksichtigen.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass sich der Vorfall bei einem Juniorenspiel im jüngeren Altersbereich ereignet hat.
Der Betroffene hat sich dabei massiv grob unsportlich Verhalten.
Das Anspucken einer Person, insbesondere ins Gesicht, stellt eine besonders verwerfliche Form der Unsportlichkeit dar.

Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Betroffene A mit Urteil vom 21.05.2015, AZ 00075-14/15-JSG OFR 2 wegen unsportlichen Verhaltens gegen den Schiedsrichter einschlägig vorbelastet ist.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtete das VSG daher die Verhängung einer Sperre von zwei Jahren als angemessen und erforderlich.

Von einem Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband konnte gerade noch abgesehen werden.

Aufgrund der massiven Beleidigungen ist der Betroffene darüber hinaus noch mit der ausgesprochenen Geldstrafe zu belegen, die tat- und schuldangemessen ist.
Es wurde von einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit des Betroffenen ausgegangen, § 50 I RVO, nachdem vom Betroffen zur Leistungsfähigkeit keine Angaben gemacht wurden.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 


Aktenzeichen: 00115-15/16-VSG
Sitzung vom: 16.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Beschwerde des Verein A gegen den Bescheid des BFV vom 24.03.2016

Urteil:

I. Auf die Beschwerde des Verein A wird der Bescheid des Bayerischen Fußball-Verbandes vom 24.03.2016 aufgehoben und das Verfahren zur erneuten Verbescheidung an die Verwaltung zurückverwiesen.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


 

 Gründe:

1. Der Verein A (nachfolgend Beschwerdeführer) führte am 28.03.2016 ein internationales U11 Turnier durch, das als Qualifikationsturnier für den Cordial Cup diente. Bei der Firma CORDIAL Ferienclub Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Linz handelt es sich um ein Unternehmen, das in Österreich und in der Toskana mehrere Hotels betreibt. Auf seiner Website wirbt es u.a. mit der Durchführung von Fußball-Trainingslagern. Es steht damit in Konkurrenz mit mehreren Unternehmen aus der Touristik-Branche, die Partner des BFV sind. Mit Bescheid vom 24.03.2016 legte der Bayerische Fußball-Verband fest, dass eine Genehmigungsgebühr gemäß § 19 JO von € 500,00 zu zahlen ist.

Mit Schreiben vom 30.03.2016 legte der Beschwerdeführer Beschwerde gegen den Bescheid ein. Es wurde eine fehlende Rechtsgrundlage in der FO und die Höhe der Gebühr gerügt.

Mit Schreiben vom 10.05.2016 beantragte der Präsident wegen der Bedeutung der Angelegenheit die unmittelbare Entscheidung durch das VSG.

Mit Schreiben vom 11.05.2016 beantragte der Verbandsanwalt die Aufhebung des Bescheids und Festsetzung einer Genehmigungsgebühr in Höhe von € 200,00.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten über den Verbandsanwalt dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung besondere Bedeutung für die Praxis der Festsetzung der Genehmigungsgebühr besitzt, ist die direkte Zuleitung sachgerecht. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Jugendausschusses ist zulässig. Sie ist im Umfang des Antrags des Verbandsanwalts auch begründet.

Maßgeblich ist § 19 Abs. 1 Jugendordnung, der lautet:

§ 19 Genehmigungs-/Anzeigepflicht von Pokalrunden und -turnieren
(1) Die Durchführung von privaten Pokalrunden und -turnieren bedarf einer mindestens 4 Wochen vorher beim zuständigen Jugendgruppenspielleiter zu beantragenden Genehmigung durch den BFV, sofern mehr als 15 Mannschaften in einer Altersklasse oder mehr als drei Mannschaften von außerhalb des BFV-Verbandsgebiets teilnehmen oder die Veranstaltung ganz oder teilweise den Namen eines in Konkurrenz zu einem BFV-Wirtschaftspartner stehenden Unternehmens trägt oder die Veranstaltung mehr als drei Spieltage umfasst. Die Erteilung der Genehmigung kann aus Gründen des Verbandsinteresses verweigert, von der Zahlung einer Gebühr oder einer Turnierabgabe oder von einer Einbeziehung des BFV in die Veranstaltungs- oder Ablauforganisation abhängig gemacht werden.

Diese Vorschrift berechtigt den BFV die Genehmigung eines Turniers von der Zahlung einer Gebühr abhängig zu machen. Dem Kontext der Vorschrift ist zu entnehmen, dass mit dieser Genehmigungsgebühr verhindert werden soll, dass sich Unternehmen die Marketingvorteile, die sich aus der werbenden Begleitung der Wettbewerbe ergeben, die mit Mannschaften und Vereinen durchgeführt werden, die dem Bayerischen Fußball-Verband angehören, zunutze machen, ohne hierfür Leistungen an die Solidargemeinschaft der Vereine zu erbringen.

Im vorliegenden Fall dient die die Veranstaltung des Turniers als Qualifikationsturnier für den Cordial Cup auch dem Zweck, den Namen und die wirtschaftlichen Leistungen dieser Hotelgruppe dem Kreis der Eltern und Verwandten der Spieler bekannt zu machen, die die teilnehmenden Kinder zum Turnier begleiten. Dieser Werbeeffekt soll ausgenutzt werden, ohne dass dafür an den BFV eine wirtschaftliche Gegenleitung erfolgt. Der BFV finanziert im Interesse seiner gesamten Mitgliedsvereine den laufenden Spielbetrieb auch aus Werbeeinnahmen, die sich durch die Vermarktung der Wettbewerbe erzielen lassen. Die so eingenommenen Beträge kommen den Vereinen zugute, die ansonsten die fehlenden Einnahmen durch erhöhte Gebühren ausgleichen müssten. Es liegt daher im Interesse aller Vereine, dass der Marketingwert von Wettbewerben nicht kostenlos genutzt werden darf.

Der Genehmigungsbescheid ist dabei gemäß § 19 Abs. 1 JO vom BFV zu erteilen. Die Festlegung durch den Verbands-Jugendausschuss dient insoweit nur der internen Abstimmung. Die Erteilung des Bescheids vom 24.03.2016 im Namen des BFV ist daher nicht zu beanstanden.

Auch liegt der festgesetzte Betrag nicht außerhalb des mit der Veranstaltung offensichtlich zu erzielenden Werbewerts. Bei den Hotels der Cordial Gruppe handelt es sich um gehobene Hotels, die vorwiegend für sportlich interessierte Personen und insbesondere auch Familien, Urlaubsaufenthalte anbieten. Der Werbewert gerade in der Zielgruppe der Eltern und Verwandten von Spielern in den U11 Mannschaften ist daher erheblich. Viele Familien mit Kindern in dieser Altersgruppe suchen aktive Urlaube in Hotels, die auch Kinder gerne aufnehmen. Der von der Verwaltung ursprünglich festgelegte Betrag lässt daher einen Ermessensfehler nicht erkennen. Eine schriftliche Begründung der festgelegten Genehmigungsgebühr sieht § 19 JO nicht vor.

Der Bescheid war allerdings aufzuheben und zur erneuten Verbescheidung an den BFV zurückzuverweisen, weil der Verbandsanwalt die Aufhebung des Bescheids und die Festsetzung einer niedrigeren Gebühr beantragt hat.

§ 19 JO weist den Erlass des Bescheids nicht einem bestimmten Gremium zu, sondern der BFV legt die Gebühr fest. Im Beschwerdeverfahren vor dem VSG wird der BFV durch den Verbandsanwalt vertreten. Der Antrag des Verbandsanwalts, die Genehmigungsgebühr auf € 200,00 zu reduzieren, muss daher zwingend zur Aufhebung des Bescheids und zur Neuverbescheidung führen. Insoweit liegt widersprüchliches Verhalten der Verwaltung vor, welches das VSG nicht auflösen kann.

Die Höhe der Gebühr liegt im Ermessen der Verwaltung, die dieses Ermessen pflichtgemäß auszuüben hat. Maßgeblich wird dabei der voraussichtliche Werbewert der Veranstaltung sein. Weitgehend unerheblich ist der Gewinn, den ein veranstaltender Verein Aus der Durchführung des Wettbewerbs zieht oder nicht zieht. Auch dann, wenn der Verein den Marketinggewinn aus Unwissenheit oder auch bewusst dem werbenden Unternehmen alleine zukommen lässt, ist die Gebühr zum Schutze der Solidargemeinschaft der Vereine des BFV festzusetzen. Auch die Frage, welche Jugendmannschaften betroffen sind, spielt nur insoweit eine Rolle, als die Einfluss auf den Werbewert hat. Sind - wie hier- nicht die Kinder, sondern die Eltern die Zielgruppe der Werbung, kann diese Werbewirkung bei einem U11 Turnier, bei dem die Kinder meistens von Eltern oder Verwandten begleitet werden, viel höher sein, als bei einem U17 Turnier, zu dem die Jugendlichen alleine anreisen, die jedoch üblicherweise nicht über Urlaube in einem der gehobenen Hotels dieser Gruppe entscheiden.

Das VSG kann als reine Rechtsinstanz sein Ermessen nicht an die Stelle der Verwaltung setzen. Es wäre auch unzulässig, zwischen der Ermessensausübung durch die Verwaltung und derjenigen durch den, den BFV im Beschwerdeverfahren vertretenden Verbandsanwalt zu entscheiden.

Aus diesem verfahrenstechnischen Grund ist der Bescheid aufzuheben und an die Verwaltung zurückzuverweisen.

4. Bei der Kostenentscheidung ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerde zwar nur aufgrund des Antrags des Verbandsanwalts Erfolg hat. Da aber nicht ausgeschlossen ist, dass der Beschwerdeführer bei Festsetzung einer Gebühr, wie sie vom Verbandsanwalt beantragt wurde, keine Beschwerde eingelegt hätte, hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens der BFV zu tragen.

 

 

 

Aktenzeichen: 00114-15/16 - VSG
Sitzung vom 16.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Verfahren gegen Schiedsrichter X

 Urteil:

I. Der Schiedsrichter Schiedsrichter X, Verein A wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Schiedsrichterausweis wird eingezogen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des Verein A.

 Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last am 16.03.2016 anlässlich des Champions-League-Spiel FC Bayern München gegen Juventus Turin eine zuvor von ihm als Schiedsrichter gegen ein Entgelt von Euro 0,60 Euro erworbene Karte zu einem Preis von 250 Euro verkauft zu haben.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbandssportgerichts fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere der Aussage des Polizeibeamten PHM Mauritz in der mündlichen Verhandlung am 28.06.2016.

Die vom Betroffenen erworbene Karte ist ausweislich des Aufdrucks nicht übertrag- oder veräußerbar, was der Betroffene auch wusste.

Der Betroffene hat sich zum Sachverhalt inhaltlich schriftlich geäußert, zu der mündlichen Verhandlung ist der Betroffene nicht erschienen, ebenso ist der vom Betroffenen benannte und ordnungsgemäß geladene Zeuge M unentschuldigt nicht erschienen.

Nach Übersendung des Kurzprotokolls (§ 43 II RVO) der mündlichen Verhandlung hat sich der Betroffene mit Mail vom 27.07.2016 erneut zur Sache geäußert. Soweit der Betroffene in dieser Email Fragen aufwirft, ist er darauf hinzuweisen, dass er in der mündlichen Verhandlung die Möglichkeit gehabt hätte den beiden Zeugen Fragen zu stellen. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass es sich um kein Wortprotokoll handelt, sondern lediglich der wesentliche Inhalt der Aussagen zusammengefasst wiedergegeben wird.

Die Angaben des Betroffenen in seinen Stellungnahmen, er habe die Karte nach Erhalt an den anderweitig beschuldigten M mit der Bitte um Weitergabe an einen anderen Schiedsrichterkollegen übergeben, da er sich, wegen starken Rückenschmerzen, das Spiel nicht mehr anschauen konnte, stellt nach Überzeugung des Verbandssportgerichts eine reine Schutzbehauptung dar.

Die Angaben des Betroffenen werden durch die Aussagen der Polizeibeamten eindeutig widerlegt.

PHM hat ohne jeglichen Belastungseifer eindeutig ausgesagt, dass der Betroffene X die zweite Karte an den Käufer übergeben hat.

Soweit der Betroffene hierzu anmerkt, dass die Personalien des Käufers nicht festgestellt wurden, ist dies für das sportgerichtliche Verfahren vollkommen ohne Belang, da gegen den Käufer der Karte kein sportgerichtliches Verfahren im Raum steht.

POM hat ausgesagt, dass beim Betroffenen keinerlei Anzeichen von Schmerzen erkennbar waren.

Es bestehen für das Verbandssportgericht nicht die geringsten Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen dieser beiden Zeugen, die als Außenstehende keinerlei Interesse am Ausgang des Verfahrens haben.

Das Verhalten des Betroffenen stellt eine gravierende Unsportlichkeit gemäß § 47 RVO dar, welches im Fall eines tatsächlichen Verkaufes der Karte nach ständiger Rechtsprechung des Verbandssportgerichts zum Ausschluss aus dem Verband führt.

Zugunsten des Betroffenen konnten keine Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Zu seinen Lasten war andererseits zu sehen, dass er bei dem Kaufpreis einen sehr hohen Gewinn erzielt hat und durch derartige Vorgänge die Gefahr für die Schiedsrichter - Gemeinschaft besteht, dass künftig keine extrem günstigen Schiedsrichterkarten für internationale Spiele, von Seiten des FC Bayern München zur Verfügung gestellt werden. Hierzu ist der FC Bayern München nämlich nicht verpflichtet.

Der Betroffene hat zudem das in ihn gesetzte Vertrauen erheblich enttäuscht und dem Ansehehen sämtlicher Schiedsrichter geschadet.

Der Betroffene war daher nach der ständigen Rechtsprechung des Verbandssportgerichts aus dem Verband auszuschließen, mildere Ahndungen kamen nicht in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00113-15/16 VSG
Sitzung vom: 02.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Wiederaufnahmeantrag des Verein A bzgl. seines Spielers X

 Beschluss :

I. Der Antrag das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil vom 25.05.2016, AZ 00549-15/16-KSG) gegen den Spieler X wieder aufzunehmen wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

 Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 25.05.2016, AZ 00549-15/16 wurde der Spieler X wegen unsportlichen Verhaltens am 23.05.2016 für 2 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der A-Klasse-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Ferner wurde in Ziffer II. tenoriert, dass die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 Satz 4 RVO bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I. gilt.

Gemäß Ziffer I. des Urteils gilt daher die Sperre des Spielers für die A-Klasse-Mannschaft entsprechend des vorliegenden Spielplans bis 29.08.2016. Die Kreisliga-Mannschaft dagegen wird laut Spielplan bis zu diesem Tag bereits 5 Spiele absolviert haben.

Mit email vom 26.07.2016 beantragte der Verein A, unter Verweis auf die Spielpläne seiner beiden Mannschaften, das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren wiederaufzunehmen wegen "unverhältnismäßiger Härte", da das Vergehen mit dieser Strafe nicht mehr im Verhältnis stehe.

Die vom Antragsteller vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen keine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO. Ausweislich der Spielberichtsbögen der gesamten Saison 2015/2016 in SpielPlus wurde der Spieler Max Weigand lediglich in den A-Klasse- und B-Klasse-Mannschaften seines Vereins eingesetzt und kein einziges Mal in der Kreisliga-Mannschaft. Es liegt daher für das VSG kein Anhaltspunkt vor, weshalb der Spieler in der Saison 2016/2017 der Kreisliga-Mannschaft zugerechnet werden sollte und es für ihn eine unbillige Härte darstellen soll, wenn zur Verbüßung seiner Strafe nur die Spiele der A-Klasse-Mannschaft zählen. Der Antrag war mithin zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO.

 

 

Aktenzeichen: 00112-15/16 VSG
Sitzung vom: 02.08.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Wiederaufnahmeantrag des Verein A bzgl. seines Spielers

Beschluss :

I. Der Antrag das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil vom 07.06.2016, AZ 00569-15/16-KSG gegen den Spieler X wieder aufzunehmen wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 07.06.2016, AZ 00569-15/16 wurde der Spieler X wegen einer Tätlichkeit am 29.05.2016 für 4 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Kreisliga-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Ändert sich die Spielklasse, tritt die neue Spielklasse an die Stelle der bisherigen. Ferner wurde in Ziffer II. tenoriert, dass die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 Satz 4 RVO bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I. gilt.

Gemäß Ziffer I. des Urteils gilt daher die Sperre des Spielers für die jetzige Kreisklasse-Mannschaft entsprechend des vorliegenden Spielplans bis inklusive 28.08.2016. Die Bayernliga-Mannschaft dagegen wird laut Spielplan bis zu diesem Tag bereits 9 Spiele absolviert haben.

Mit email vom 26.07.2016 beantragte der Verein A, unter Verweis auf die Spielpläne seiner beiden Mannschaften, das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren wiederaufzunehmen. Er führte an, dass es ein Härtefall sei, weil die Spielsperre von 4 Verbandsspielen mannschaftsübergreifend für 9 Spiele ausgesprochen sei, was nicht im Verhältnis stehen würde.

Die vom Antragsteller vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen keine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO. Ausweislich der Spielberichtsbögen der gesamten Saison 2015/2016 in SpielPlus wurde der Spieler X lediglich zweimal in der Bayernliga-Mannschaft eingesetzt und bestritt ansonsten alle seine Spiele in der damaligen Kreisliga. Zudem befindet sich der Spieler für die Saison 2016/2017 auch nicht auf der Spielerliste der Bayernliga-Mannschaft. Es liegt daher für das VSG kein Anhaltspunkt vor, weshalb der Spieler in der Saison 2016/2017 der Bayernliga-Mannschaft zugerechnet werden sollte und es für ihn eine unbillige Härte darstellen soll, wenn zur Verbüßung seiner Strafe nur die Spiele seiner bisherigen Stammmannschaft (bislang Kreisliga bzw. jetzt Kreisklasse) zählen. Der Antrag war mithin zurückzuweisen.
Überdies ist anzumerken, dass die vom KSG zuerkannte Strafe von lediglich 4 Spielen für eine Tätlichkeit gemäß § 67 Abs. 1 RVO unterhalb der Mindeststrafe von 6 Spielen liegt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO.

 

 

Aktenzeichen: 00111-15/16 VSG
Sitzung vom: 02.08.2016
Besetzung: Frey, Krause, Riedmeyer

Revision des Verein Agegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 21.06.2016

 Urteil:

I. Die Revision des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 21.06.2016 wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens vor dem KSG und dem BSG sowie die halbe Berufungsgebühr in Höhe von 30,45 €. Kosten für das Revisionsverfahren werden nicht erhoben. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.
Durch das Kreis-Sportgericht wurde der Verein A (Revisionsführer) mit Urteil vom 31.05.2016, Aktenzeichen 00848-15/16-KSG, wegen Verletzung der Platzdisziplin gemäß § 73 I RVO mit einer Geldstrafe von Euro 30 und den Verfahrenskosten belegt. Gegen dieses Urteil legte Verein A mit Schreiben vom 06.06.2016, übersendet am gleichen Tag über den Privataccount Berufung ein.

Der Vorsitzende des BSG wies den Revisionsführer nach Vorberatung durch das BSG darauf hin, dass die Berufung aus formellen Gründen abzuweisen sei. Er regte an, die Berufung zurückzunehmen. Mit Schreiben vom 17.06.2016 bat der Revisionsführer um Erläuterung, um welchen formellen Fehler es sich handelt. Ohne hierauf zu antworten, wies das BSG die Berufung mit Urteil vom 21.06.2016 zurück. Gegen das am 21.06.2016 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer über das Postfachsystem ZIMBRA am 28.06.2016 Revision ein.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3.
Die Revision ist unzulässig.

Gemäß §§ 45 Abs. 2, 44 Abs. 3 RVO ist die Revision binnen einer Frist von einer Woche nach der Einstellung des Urteils in das ZIMBRA Postfach des Vereins oder sonstiger Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Nur die Übermittlung durch das Postfachsystem ZIMBRA kann dabei die Schriftform ersetzen. Die Revision muss die verletzte Vorschrift bezeichnen und darlegen, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus.

Die Revisionsschrift lässt nicht erkennen, welche Vorschrift das BSG verletzt haben soll. Insbesondere wird eingeräumt, dass die Berufung verfristet war. Dass das Urteil des BSG unzutreffend war, wird nicht behauptet. Damit aber genügt die Revision nicht den oberen dargelegten Anforderungen, die sich aus §§ 44, 45 RVO ergeben.

4.
Die Revision wäre auch unbegründet, weil die Berufung nicht wirksam eingelegt wurde. Damit war es bereits dem BSG verwehrt, die Sache selbst zu prüfen.

5.
Kosten § 32, 33 RVO,

Das VSG hat im vorliegenden Fall eine von den allgemeinen Regeln abweichende Kostenentscheidung getroffen.

Unzweifelhaft muss der Revisionsführer die Kosten der 1. Instanz tragen. Dies ist Folge der Entscheidung in dieser Instanz, die infolge des Formfehlers nicht mehr wirksam angegriffen werden kann. Auch die Verfahrensgebühr des BSG muss der Revisionsführer tragen, weil diese durch die Einlegung der Berufung unabhängig vom Fortgang des Verfahrens zu zahlen ist. Die Berufungsgebühr war jedoch auf die Hälfte zu reduzieren (§ 33 Abs. 2 RVO). Das VSG geht insoweit davon aus, dass der Revisionsführer seine Berufung zurückgenommen hätte, wenn der Vorsitzende des BSG die Rückfrage, worin der Formfehler lag, beantwortet hätte. Es wird daher nur die halbe Berufungsgebühr angesetzt, die angefallen wäre, hätte der Revisionsführer seine Berufung zurückgenommen. In gleicher Weise sieht das VSG die Revision als Folge dieser Verurteilung durch das BSG. Auch die Revision wäre vermieden worden, wenn der Revisionsführer eine Antwort auf sein Schreiben erhalten hätte. Aus diesem Grund braucht der Revisionsführer die Verfahrenskosten und die Revisionsgebühr nicht zu bezahlen.

 

 

Aktenzeichen: 00110-15/16 VSG
Sitzung vom: 26.07.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Senioren C Bezirkspokal-Spiel Verein A - Verein B vom 02.07.2016, Spielnummer: 917658001
Berufung des Vereins Verein A gegen das Urteil vom 12.07.2016
mit dem Aktenzeichen 00179-15/16-BSG.

Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins Verein wird das Urteil des BSG vom 12.07.2016 mit Aktenzeichen 00179-15/16-BSG. dahingehend abgeändert, dass der Spieler Spieler X gemäß § 65 RVO wegen unsportlichen Verhaltens mit einschließlich 26.07.2016 gesperrt wird.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe trägt der BFV.
Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Verbandsspiel Verein A - Verein B am 02.07.2016 erhielt der Spieler X einen Feldverweis. Mit Urteil des BSG vom 12.06.2016 (00179-15/16-BSG.) wurde der Spieler in Ziffer 1 für ein Verbandsspiel der Senioren C-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Nach Ziffer II des Urteils gilt die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I des Urteils.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der Verein A.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 2 RVO eingelegt. Ein Ausschluss nach § 44 abs. 4 RVO liegt nicht vor, weil sich die vom Berufungsführer vorgebrachte Unverhältnismäßigkeit im Strafmaß erst aus Ziffer II des Urteils ergeben konnte. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Ziffer II des angegriffenen Urteils führt dazu, dass die Sperrstrafe für den Spieler X sich unverhältnismäßig zur begangenen Tat auswirkt.
Eine Nachfrage beim zuständigen Spielleiter hat ergeben, dass die C-Senioren Vereine im Bezirk auf Bezirksebene Verbandsspiele in Pokalform und ebenso auf Kreisebene durchführen. Das nächste Spiel im Senioren C Bezirkspokal findet erst wieder am 24.09.2016 statt. Nach Auskunft des Spielleiters hat der Spieler nunmehr bereits an einem Verbandsspiel auf Kreisebene aufgrund Sperre ausgesetzt.

Die vom BSG ausgesprochene Sperre für ein Verbandsspiel in Anbindung der Sperre nach Ziffer II des Urteils an den Ablauf von einem Verbandsspielen dieser Mannschaft hat zur Folge, dass die Sperre für andere Verbandsspiele sich über einen langen Zeitraum zieht und damit unverhältnismäßig ist.
Bei Betrachtung der Gesamtumstände des Falles ist die ausgesprochene zeitlich begrenzte Strafe nach § 51 III RVO tat- und schuldangemessen.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00109-15/16 VSG
Sitzung vom: 22.07.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Beschwerde des Verein A gegen die Entscheidung des Verbandspräsidiums vom 12.05.2016

Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 € sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 91,30 € trägt der Verein A.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 29.04.2016 beantragte der Verein A (Beschwerdeführer) unter Hinweis auf § 30 der Satzung BFV die Genehmigung, am Spielbetrieb des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) teilnehmen zu dürfen. Der Beschwerdeführer ist Mitgliedsverein des BLSV, bzw. beabsichtigt, dort Mitglied zu werden. Der WFV teilte mit Schreiben vom 06.05.2016 mit, dass grundsätzlich Bereitschaft besteht, den Beschwerdeführer am eigenen Spielbetrieb teilnehmen zu lassen, dass man allerdings bei der abschließenden Entscheidung die Haltung des BFV berücksichtigen wolle.

Mit Schreiben vom 12.05.2016 teilte der Präsident des BFV dem Beschwerdeführer mit, dass dem Antrag des Beschwerdeführers in der Präsidiumssitzung vom 12.05.2016 nicht zugestimmt wurde. Das Schreiben enthielt keine Rechtmittelbelehrung.

Mit Schreiben vom 06.06.2016 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er mit der Entscheidung nicht einverstanden sei. Er beruft sich darauf, dass seit über 50 Jahren die bayerischen Vereine des Landkreises Neu-Ulm unter dem Dach des WFV spielen würden. Die Teilnahme am Spielbetrieb des BFV würde keine Vorteile bringen, man hätte vielmehr die Befürchtung, dass bei einer Eingliederung in den bayerischen Spielbetrieb Spieler zu den dort spielenden Jugendfördergemeinschaften stattfinden würde.

Auf Nachfrage des BFV vom 20.06.2016 teilte der Beschwerdeführer mit E-Mail vom 20.06.2016 mit, dass das Schreiben vom 06.06.2016 als Beschwerde gewertet werden solle. Mit Schreiben vom 11.07.2016 legte der Verbandsanwalt das Schreiben dem Verbands-Sportgericht (VSG) zur Entscheidung vor. Er stellte den begründeten Antrag, die Beschwerde zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Mit E-Mail vom verwies der Beschwerdeführer auf sein bisheriges Vorbringen.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 1 RVO.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Präsidiums ist zulässig

Der Beschwerdeführer ist antragsbefugt im Sinne von § 4 RVO. Zwar ist der Beschwerdeführer bisher kein Mitglied des BFV. Er hat jedoch ein berechtigtes Interesse an einer Entscheidung des BFV über seinen Antrag. Dies ergibt sich daraus, dass der WFV bei der Frage, ob er den Beschwerdeführer aufnimmt, die Entscheidung des BFV berücksichtigen will. Der WFV und der BFV wiederum sind beides Mitglieder des Süddeutschen Fußballverbandes und des DFB und aufgrund dieser Stellung zu gegenseitiger Rücksichtnahme verpflichtet. Da somit die Entscheidung des BFV Auswirkung auf die Entscheidung des WFV haben wird, hat der Beschwerdeführer ein berechtigtes Interesse daran, dass die Entscheidung des BFV mit den Satzungs- und Ordnungsbestimmungen des BFV in Einklang steht, auch wenn er bislang nicht Mitglied des BFV ist und auch nicht feststeht, ob er jemals ein solches werden wird.

Die Beschwerde ist auch formgerecht. Zwar nennt der Beschwerdeführer keine Vorschrift, gegen die das Verbands-Präsidium verstoßen habe. Die Begründung lässt aber erkennen, dass der Beschwerdeführer eine unzutreffende Auslegung des § 30 der Satzung rügt. Dies reicht nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus, um die Zulässigkeit zu begründen.

Schließlich bestehen auch hinsichtlich der Beschwerdefrist keine Einwände. Zwar beträgt sie grundsätzlich gemäß § 4 Abs. 1 RVO eine Woche ab Bekanntgabe des Bescheids. Allerdings enthielt die Bekanntgabe keine Rechtsmittelbelehrung, was zur Folge hat, dass die Beschwerde gemäß § 3 Abs. 5 RVO binnen sechs Monaten ab Bekanntgabe eingelegt werden kann. Diese Frist wurde gewahrt.

4. Die Beschwerde ist jedoch unbegründet.

Maßgeblich für die Entscheidung ist § 30 der Satzung BFV, der lautet:

§ 30 Bezirke und Kreise

(1) Vereine, die ihren Sitz innerhalb der politischen Grenzen des Freistaats Bayern haben und Mitglied im BLSV sind, sollen grundsätzlich Mitgliedsverein des BFV sein und an dessen Spielbetrieb teilnehmen.
(2) (.)
(3) Der Sitz des Vereins bestimmt die Zugehörigkeit zu einem der sieben Bezirke, die durch Beschluss des Präsidiums festgestellt wird. Anträge von Vereinen auf Eingliederung in einen anderen Verband oder Bezirk bzw. Kreis müssen bis spätestens 30. April eines Jahres bei der Verbandsgeschäftsstelle bzw. bei der zuständigen Bezirksgeschäftsstelle eingegangen sein und werden bei Verbands- oder Bezirkswechsel vom Präsidium oder bei Kreiswechsel vom Bezirks-Ausschuss behandelt. Anträgen auf Eingliederungen entsprechend der politischen Zugehörigkeit zu einem Regierungsbezirk soll stattgegeben werden, insofern keine spieltechnischen Gründe entgegenstehen.
Bestehende und erteilte Ausnahmegenehmigungen zum Verbands- oder Bezirkswechsel können vom BFV-Präsidium bis spätestens 31.12. eines Jahres mit Wirkung frühestens zum Ende des laufenden Spieljahres widerrufen werden
(4) (.)

Weiter ist für die Entscheidung maßgeblich, dass Gegenstand der Überprüfung einer Verwaltungsentscheidung durch das VSG nur das Verfahren als solches und die Frage des Ermessensfehlgebrauchs durch das Präsidium sein können. Das VSG ist wegen des Prinzips der Gewaltenteilung, das Grundlage des Aufbaus der Verwaltung des BFV ist, nicht berechtigt, eine eigene Ermessensentscheidung anstelle eines Verwaltungsorgans zu setzen (VSG-Fälle 04-09/10; 85-07/08)

Welche Ermessensgrenzen das BFV-Präsidium bei einer Entscheidung über den Antrag eines in Bayern ansässigen Vereins zu beachten hat, der am Spielbetrieb eines anderen Verbandes teilnehmen möchte, hat das VSG bereits im Urteil vom 29.03.2008, Fall 85-07/08 herausgearbeitet.

Das VSG hat damals in der Begründung dargelegt:

Ein Ermessensfehlgebrauch liegt (.) nicht vor. Ein solcher wäre dann gegeben, wenn die Entscheidung des Präsidiums nicht mehr vom Verbandsinteresse gedeckt wäre, sachfremden Erwägungen folgen würde oder den Beschwerdeführer in seinen Rechten verletzen würde. Dies ist nicht der Fall. Es liegt durchaus im Verbandsinteresse, wenn die Abwanderung von Mannschaften aus den Gebieten des Verbandes verhindert wird, die an der geografischen Grenze des Verbandsgebietes liegen. Bei einem Verband, der sich über das gesamte Gebiet des flächenmäßig größten Bundeslandes erstreckt, lässt sich nicht vermeiden, das Vereine aus den Randgebieten in den höchsten Leistungsklassen auch weite Strecken zurückzulegen haben. Dieses Problem stellt sich jedoch nicht nur für die Beschwerdeführerin, sondern betrifft viele andere Vereine und ist letztlich Ausfluss der Einordnung der Vereine in räumlich gegliederte Klassen und Verbände. Auch die Tatsache, dass die Seniorenmannschaft der Beschwerdeführerin seit sehr langer Zeit im Hessischen Fußball-Verband spielt, führt nicht dazu, dass die Beschwerdeführerin auch ihre Jugendmannschaften, die bislang - entsprechend der Verbandszugehörigkeit der Beschwerdeführerin - in den Ligen des BFV spielen, in den HFV wechseln könnten. Was die Seniorenmannschaften betrifft, könnte sich die Beschwerdeführerin möglicherweise - was hier nicht zu entscheiden ist - auf den Gedanken der Besitzstandswahrung stützen. Dieser Gedanke kann aber nicht zur Änderung der bestehenden Verhältnisse Anlass geben. Da das Präsidium auch anderen Vereinen in der letzten Zeit das Wechseln in andere Landesverbände untersagte, liegt auch kein Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip vor. Dementsprechend wurden somit auch keine Rechte der Beschwerdeführerin verletzt.

Diese Grundsätze lassen sich auf den vorliegenden Sachverhalt übertragen. Das VSG hält sie auch nach erneuter Überprüfung für zutreffend.

Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen neu gegründeten Verein. Ebenso wie im Referenzverfahren stellt sich damit die Frage eines Bestandsschutzes nicht. Daran ändert auch nichts, dass der neu gegründete Verein darauf basiert, dass er die Jugendabteilungen von drei anderen Vereinen zusammenfassen soll. Rechtlich liegt eine Neugründung vor.

Der Beschwerdeführer liegt geographisch an der Grenze der beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Als Folge davon können möglicherweise die Fahrtstrecken bei der Teilnahme am bayerischen Spielbetrieb größer sein, als bei der Teilnahme am Spielbetrieb des WFV. Dies alleine rechtfertigt jedoch keine Ausgliederung. Dies ist Folge der Gliederung des Spielbetriebs in regionale Einheiten. Eine solche Lösung wird naturgemäß dazu führen, dass es Vereine am Rande gibt und solche, die in der Mitte der regionalen Einheit liegen. Vereine mit Randlage werden sich bei durchgängigen Grenzen, wie der zwischen deutschen Bundesländer auch regelmäßig zu den Vereinen jenseits der Landesgrenzen hin orientieren. Es würde aber die Aufgabe der regionalen Gliederung bedeuten, würde man Randvereine jeweils dem anderen Landesverband zuordnen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass damit wiederum nur eine Randlage im neuen Landesverband entstehen würde.

Eine Insellösung wird nicht behauptet. Im Gegenteil der Beschwerdeführer hegt sogar die Befürchtung, dass seine Spieler in JFG's abwandern könnten, die am Spielbetrieb des BFV teilnehmen. Wenn solche Befürchtungen bestehen, können die Entfernungen zu den anderen bayerischen Mannschaften nicht wesentlich sein, ansonsten wäre nicht zu befürchten, dass eine nennenswerte Anzahl von Spielern dahin abwandern würde.

Damit ist ersichtlich, dass kein Ermessensfehlgebrauch vorliegt. Wie bereits in der Referenzentscheidung dargelegt, liegt ein Verstoß gegen Gleichbehandlungsgrundsätze nicht vor, wobei hier zu berücksichtigen wäre, dass sich der Beschwerdeführer jedenfalls solange er nicht Mitglied des BFV ist, darauf nicht berufen könnte.

Die Entscheidung entspricht darüber hinaus der Vorgabe des § 30 Abs. 1 Satzung BFV, der dem Präsidium vorschreibt, dass die in Bayern ansässigen Vereine in den bayerischen Ligen spielen sollen. Der Beschwerdeführer müsste daher einen besonderen Ausnahmefall darstellen, damit ein Abweichen von dieser Sollvorschrift in Betracht gezogen werden könnte. Dies ist nicht der Fall.

Mit dem Präsidium hat das zuständige Organ entschieden. Einer Begründung bedurfte der Bescheid nicht. Es reicht aus, dass sich die Gründe der Ermessensentscheidung des Präsidiums aus der Antragsbegründung des Verbandsanwalts erkennen lassen. Diese Begründung lag dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme vor.

Damit aber bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Präsidiums keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

5. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. II Nr. 6, 14 FO in Verbindung § 2 II. Nr. 6, 14 Anlage zur FO.

 

 Aktenzeichen: 00105-15/16-VSG
Sitzung vom: 28.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Beschwerde Verein A

 Urteil:

I. Die Beschwerde der Verein A gegen den Bescheid des Verbandsspielausschusses vom 13.06.2016 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Beschwerdegebühr in Höhe von 152,25 € trägt die Verein A

 Gründe:

1. Mit Schreiben vom 13.06.2016 wurde den Vereinen der Landesligen vom Verbands-Spielausschuss die Einteilung der fünf Landesligen in der Saison 2016/2017 bekannt gegeben. Der Verein (Beschwerdeführer) wurde dabei in die Landesliga Nordwest eingeteilt.

Mit Telefax vom 20.06.2016 legte die Beschwerdeführer Beschwerde zum Verbands-Spielausschuss gegen die Einteilung in die Landesliga Nordwest ein. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass der Verein ca. 1000 km mehr zu Auswärtsspielen fahren müsste, als dies bei der Einteilung in die Landesliga Nordost der Fall wäre. Wegen der größeren Entfernungen der Spielgegner würden auch mindestens 50 Zuschauer weniger pro Spiel kommen. Das Einzugsgebiet der Landesliga Nordwest sei für die Sponsoren der Beschwerdeführerin uninteressant. Ein Großsponsor habe daher seine Zusage von der Einordnung in die Landeliga Nordost abhängig gemacht. Der Beschwerdeführerin würde dadurch ein Betrag in mittlerer fünfstelliger Höhe entgehen.

Mit Schreiben vom 22.06.2016 beantragte der Präsident wegen der Eilbedürftigkeit die unmittelbare Entscheidung durch das VSG

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten über dem Verbandsanwalt dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschuss ist zulässig. Sie ist jedoch unbegründet.

Der Bescheid des Verbands-Spielaasschuss ist nicht zu beanstanden. Er entspricht der Sach- und Rechtslage.

Das VSG hat sich in der Vergangenheit wiederholt mit der Einteilung von Mannschaften in verschiedenen Ligen der gleichen Leistungsebene befassen müssen.

Ausgangspunkt dieser Entscheidungen ist die Bestimmung in der Spielordnung, die die Einteilung in Spielklassen regelt. In der aktuellen Fassung lautet § 8 Abs. 3, 4 SpO wie folgt:

Einteilung
3. Die Zusammenfassung der gemeldeten Mannschaften in die einzelnen Spielgruppen und die Gruppengröße nimmt der jeweilige Spiel-Ausschuss nach geographischen, spieltechnischen und verkehrstechnischen Gegebenheiten vor.
3.1 Die Gruppeneinteilung der qualifizierten Mannschaften auf Verbandsebene nimmt der Verbands-Spielausschuss vor.
3.2 Die Gruppeneinteilung der qualifizierten Mannschaften auf Bezirksebene nimmt der Bezirks-Spielausschuss vor.
3.3 Die Gruppeneinteilung der qualifizierten Mannschaften auf Kreisebene nimmt der Kreis-Spielausschuss vor. Die Kreisliga, die Kreisklasse, die A-, B- und C-Klassen spielen in den nach §§ 30 und 35 der Satzung gebildeten Kreisen.
4. Die Vereine spielen in Bezirken mit bis zu 650 am Verbandsspielbetrieb teilnehmenden Vereinen in je zwei Bezirksligen. Bei mehr als 650 am Verbandsspielbetrieb teilnehmenden Vereinen spielen sie in je drei Bezirksligen.

Aus dieser Regelung in der Spielordnung leitet des VSG in ständiger Rechtsprechung folgende Grundsätze der Einteilung ab:

Die Einteilung der Vereine in neue Spielgruppen gemäß § 8 Nr. 3 obliegt dem Ermessen des für den Spielbetrieb zuständigen Organs, das hierbei nach spieltechnischen, geografischen und verkehrstechnischen Begebenheiten vorzugehen hat. Das VSG kann nach ständiger Rechtsprechung nur prüfen, ob das Ermessen ausgeübt wurde und dabei kein Ermessensfehler unterlaufen ist, also insbesondere eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen wurde, die den vorgegebenen Parametern folgt und nicht willkürlich ist. Regelmäßig werden sich dabei mehrere Möglichkeiten der Einteilung der Ligen ergeben und Grenzfälle auftreten, wobei die Entscheidung solcher Fälle dann das obengenannte Organ autonom zu treffen hat. Ein Anspruch eines Vereins darauf, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen eine bestimmte getroffen wird, besteht nicht. Auch kann nicht gefordert und dementsprechend überprüft werden, dass von mehreren vertretbaren Entscheidungen die "optimalste Lösung" herangezogen wird. Zum einen lässt sich diese optimalste Lösung meist nicht objektiv feststellen, sondern besteht nur aus dem Blickwinkel eines oder mehrere Vereine, zum anderen steht dem Organ nur ein kurzes Zeitfenster zwischen dem Abschluss der Vorsaison und dem Beginn der Relegation zu, so dass die dafür notwendige Zeit, die objektiv beste Lösung zu ermitteln, nicht zur Verfügung steht. Die rechtzeitige Sicherheit über die Zusammensetzung der Ligen ist aber unter dem Aspekt des Wettbewerbs ebenfalls ein zu berücksichtigender Gesichtspunkt (VSG Fälle 38-03/04; 01-13/14; 71-12/13; 81-13/14).

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist die Entscheidung des Verbands-Spielausschusses nicht zu beanstanden.

Der Verbands-Spielausschuss hat sich mit der Frage der Entfernungskilometer befasst und festgestellt, dass von allen Vereinen, die als Grenzfälle zwischen den beiden Landesligen angesehen werden können, die Beschwerdeführerin die wenigsten Fahrkilometer aufweist. Damit ist sowohl hinsichtlich der vom Verein zu fahrenden Kilometer, als auch zur Argumentation der mitreisenden Gästefans ausreichend, wenn auch im Ergebnis nicht im Sinne der Beschwerdeführerin Genüge getan.

Die Frage, ob ein Sponsor seine Zusage von der Einteilung in eine bestimmte Liga abhängig macht, hat der Verbands-Spielausschuss zu Recht nicht berücksichtigt. Mit dieser Argumentation würde die Einteilung nicht mehr durch die von den Vereinen gewählten und vom Verband bestimmten Organe vorgenommen werden, sondern sachfremde wirtschaftliche Interessen wären ausschlaggebend, welche Mannschaften miteinander spielen. Die wirtschaftlichen Interessen von Sponsoren sind ja nicht nur von örtlichen Gegebenheiten geprägt, es könnte auch das Interesse maßgeblich sein, nicht gegen Vereine zu spielen, die für ein Konkurrenzprodukt werben oder es könnte die Zuteilung von schwächeren Mannschaften gewünscht sein, um durch den Erfolg der gesponserten Mannschaft auch das Ansehen der beworbenen Produkte zu steigern. Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass wirtschaftliche Interessen Dritter kein maßgebliches Kriterium für die Einteilung einer Mannschaft in eine Liga sein können.

Insgesamt ergibt die Überprüfung, dass der Verbands-Spielausschuss gesehen hat, dass es sich um einen Grenzfall handelt. Nach der Rechtsprechung des VSG ist aber in einem solchen Fall eine Entscheidung zu treffen. Ermessensfehlerhaft wäre es eine Liga nur aus diesem Grund mit 19 Mannschaften und die andere mit 16 Mannschaften zu spielen.

Damit aber bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Spielausschusses keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

Aktenzeichen: 00104-15/16-VSG
Sitzung vom: 28.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision Verein A

 Urteil:

I. Die Revision des Verein A vom 17.06.2016 gegen das Urteil des BSG AZ00359-15/16-BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Revisionsverfahrens in Höhe von 60,90 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 € trägt der Verein A.

Gründe:

1. Das A-Klasse-Spiel Verein A gegen Verein B am 22.11.2015 wurde vom amtierenden Schiedsrichter in der 91. Minute, drei Minuten vor dem Ende der zuvor angezeigten Nachspielzeit, abgebrochen. Nach der Meldung des Schiedsrichters liefen nach einem Foulspiel Zuschauer und Ersatzspieler beider Vereine auf das Feld und begannen mit Tätlichkeiten untereinander. Da der Ordnungsdienst die Situation nicht mehr beruhigen konnte, brach der Schiedsrichter das Spiel ab.

Mit Urteil vom 30.05.2016 verurteilte das KSG den Verein A (Revisionsführer) gemäß §§ 73, 74 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin und Verschulden eines Spielabbruchs zu einer Geldstrafe in Höhe von € 170,00. Das Spiel wurde gemäß § 29 SpO für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet. Vorausgegangen war ein erstes Urteil des KSG, mit dem der Revisionsführer bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von € 180,00 verurteilt worden war, welches aber vom BSG aufgehoben wurde. Nach Zurückverweisung des Verfahrens an das KSG hat das KSG eine mündliche Verhandlung durchgeführt und kam zu dem zitierten Urteil.

Gegen das am 30.05.2016 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer mittels Postfachsystem ZIMBRA am 06.06.2016 Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 10.06.2016 zurück. Gegen das am 10.06.2016 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer wiederum mittels Postfachsystem ZIMBRA Revision ein. Es wurden zusammengefasst folgende Rügen erhoben:

Die mündliche Verhandlung sei durch das KSG unzureichend durchgeführt worden. Dem Revisionsführer sei keine Frist zur Berufungsbegründung gesetzt worden. Im Berufungsverfahren sei keine mündliche Verhandlung durchgeführt worden sei. Das BSG habe kein Verschulden des Revisionsführers festgestellt, ein eigenes Verschulden des Vereins sei aber Voraussetzung für eine Verurteilung. Bei der Strafzumessung habe das BSG den Grad der Verursachung und des Verschuldens für die Zurechnung verkannt. Das BSG habe fehlerhaft festgestellt, dass der Ordnungsdienst nicht ausreichend gewesen sei. Auch die Beweiswürdigung durch das BSG sei fehlerhaft. Die Sanktionen würden nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Gemäß § 45 Abs. 2 Satz 2 RVO muss in der Revisionsschrift grundsätzlich die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Wird keine verletzte Vorschrift genannt, ist die Revision unzulässig. Die verletzte Vorschrift muss allerdings nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus (VSG ständige Rechtsprechung, Fälle 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12). Im vorliegenden Fall nennt der Revisionsführer zwar keine Vorschrift, der Revisionsschrift lässt sich aber ohne weiteres entnehmen, was der Revisionsführer rügt,

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Eine Überprüfung des Urteils auf Rechtsfehler ergab keinen Rechtsfehler. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Revision das Verfahren nur auf rechtliche Fehler hin zu überprüfen hat. Hält sich das Urteil im Rahmen des dem KSG und BSG einzuräumenden Ermessens, kann das VSG das Urteil nicht abändern. Die Revision ist keine Tatsacheninstanz, in der der Sachverhalt nochmals zur Überprüfung des Gerichts gestellt werden kann.

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das KSG bei seiner zweiten Entscheidung beachtet hat, dass es über das Strafmaß nicht hinausgehen darf, das im ersten Urteil ausgesprochen worden war. Es läge ansonsten ein Verstoß gegen den Grundsatz reformatio in peius (Verschlechterungsverbot) vor. Das erste Urteil sah eine Geldstrafe von € 180,00 vor, das zweite Urteil sprach eine geringfügig reduzierte Geldstrafe von €170,00 aus.

Die mündliche Verhandlung wurde korrekt durchgeführt. Dabei ist zu beachten, dass gemäß § 41 RVO das Verfahren grundsätzlich schriftlich geführt wird. Anders als im Strafprozess vor den ordentlichen Gerichten ist das Urteil nicht auf der Grundlage und dem Inbegriff der Hauptverhandlung zu treffen. Eine im Ausnahmefall anzusetzende mündliche Verhandlung dient lediglich der Aufklärung bestimmter Punkte. Sie muss daher weder in einer Verhandlung durchgeführt werden, noch müssen an ihr zwingend die Richter daran teilnehmen, die in der Sache entscheiden. Wenn allerdings Richter an der Entscheidung beteiligt sind, die an der mündlichen Verhandlung nicht teilgenommen haben, können nur solche Tatsachen und Ergebnisse verwertet werden, die sich auch im Protokoll der mündlichen Verhandlung wiederfinden. Da das KSG den Sachverhalt in der mündlichen Verhandlung ausreichend aufgeklärt hatte, musste das BSG keine mündliche Verhandlung durchführen.

Die Berufung bedarf keiner schriftlichen oder mündlichen Begründung durch den Berufungsführer. Da eine Berufungsbegründung somit nicht notwendig ist, braucht auch das Berufungsgericht keine eigene Frist zur Berufungsbegründung zu setzen. Wenn der Revisionsführer eine Berufungsbegründung hätte abgeben wollen und dies aus zeitlichen Gründen binnen der Berufungsfrist von einer Woche nicht möglich gewesen wäre, hätte der Revisionsführer eine Berufungsbegründung ankündigen und eine Fristverlängerung beantragen müssen. Dies ist nicht erfolgt.

Grundsätzlich gilt, dass bei Platzordnungsdelikten nicht dem Verein selbst ein Verschulden vorgeworfen werden muss. Es reicht aus, dass sich ein Zuschauer, Spieler oder eine sonstige dem Verein zuordenbare Person schuldhaft eine Unsportlichkeit begeht. Die Zurechnung eines solchen Verhaltens ist zwischenzeitlich vom unabhängigen Schiedsgericht des DFB und vom internationalen Sportgerichtshof CAS für den Bereich der UEFA anerkennt worden. Entscheidend hierfür ist die Notwendigkeit, zur Verhütung solcher Unsportlichkeiten auf den Verein und seine Bezugspersonen einzuwirken. Dies ist bei Verstößen gegen die Platzdisziplin der Fall. Somit hätte das BSG ein eigenes Verschulden des Revisionsführers nicht feststellen müssen.

Allerdings hat das BSG zu Recht auch ein eigenes Verschulden des Revisionsführers angenommen. Der Ordnungsdienst hat nicht alle Maßnahmen ergriffen, um das Spiel ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Das BSG hat festgestellt, dass ein einziger Ordner zu wenig war, dass der Verein gewarnt war und dass schon während des Spiels mit Auseinandersetzungen zu rechnen war. Diese Feststellungen rechtfertigen die Annahme eines eigenen Verschuldens des Vereins, das sich aus dem unzureichenden Ordnungsdienst ableiten lässt.

Die Beweiswürdigung ist grundsätzlich Sache des Berufungsgerichts. Mit der Revision können nur Rechtsfehler gerügt werden. Solche zeigt die Revision nicht auf und sind auch sonst nicht ersichtlich. Auch die Strafzumessung begegnet keinen Bedenken. Auch hier hält sich das BSG an die Grenzen, innerhalb derer das Ermessen auszuüben ist.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

 

 

. FO.

Aktennummer.: 00103-15/16-VSG
Sitzung vom : 28.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause,

Wiedereinsetzungsantrag und Berufung der Verein A

Beschluss :

Dem Wiedereinsetzungsantrag der Verein A wird stattgegeben.

Urteil:

I. Auf die Berufung der Verein A wird das Urteil des BSG vom 12.04.2016, AZ 00130-15/16-BSG. aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

Beim A-Klassespiel Verein B gegen die Verein A am 28.03.2016 wurde vom SR unter besondere Vorkommnisse im ESB vermerkt, dass das Passbild des Spielers Luber durchgestrichen war und der Betreuer der Verein A darauf hinwies, dass alle Bilder bereits elektronisch hochgeladen sind. Da beim Heimverein kein Internetzugriff möglich war, wies sich der Spieler mit Personalausweis aus.

Mit Urteil des BSG vom 12.04.2016 wurde die Verein A wegen Mängel bei der Passvorlage gemäß § 79 RVO mit einer Geldstrafe von 20 € sowie den Kosten des Verfahrens belegt.

Umgehend nach Zustellung des Urteils fand ein Telefonat zwischen dem BSG-Vorsitzenden und dem Spielleiter der SpVgg Weigendorf statt, in welchem seitens des BSG-Vorsitzenden zum Ausdruck kam, dass das Urteil keinen Bestand haben wird. Nach Erhalt der Rechnung, in welcher Strafe und Verfahrenskosten der Verein A abgebucht wurden, beantragte diese umgehend am 03.06.2016 über das Postfachsystem ZIMBRA Wiedereinsetzung in den vorigen Stand unter Verweis auf das Telefonat mit dem BSG-Vorsitzenden und legte gleichzeitig Berufung ein mit der Begründung, dass gemäß § 33 Nr. 1.2 SpO vor Spielbeginn, nämlich am 21.03.2016, das Foto des betroffenen Spielers bereits hochgeladen war.

Dem Wiedereinsetzungsantrag ist stattzugeben. Die Verein A hat allein aufgrund der unbestrittenen telefonischen Auskunft des BSG-Vorsitzenden davon Abstand genommen, Berufung einzulegen, war mithin nach § 28 Abs. 1 RVO unverschuldet an der Einhaltung der Frist gehindert. Mit Wiedereinsetzungsantrag wurde auch das versäumte Rechtsmittel der Berufung formgerecht über das Postfachsystem ZIMBRA nachgeholt.

Die Berufung ist zulässig und begründet.

Wie der Berufungsführer zu Recht vorträgt, lag kein Fall des § 79 RVO vor, da es nach § 33 Nr. 1.2. SpO möglich ist die Spielberechtigung durch die Spielberechtigungsliste im Spielplus, auf der das Foto des mitwirkenden Spielers hochgeladen worden ist, nachzuweisen. Die fehlende Zugriffsmöglichkeit auf das Internet am Spieltag kann nicht dem Berufungsführer angelastet werden. Der Berufungsführer hatte bereits vor dem Spieltag alle Fotos seiner Spieler im Spielplus hochgeladen. Damit hat er seiner Nachweispflicht genüge getan, um das Spielrecht seiner Spieler regelkonform zu dokumentieren. Ein Verstoß gegen § 79 RVO scheidet hiernach aus, so dass das Urteil des BSG aufzuheben war.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00100-15/16 VSG
Sitzung vom: 22.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Krause

Wiederaufnahmeantrag des Verein A bzgl. seines Spielers X

 Beschluss :

I. Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des KSG vom 08.03.2016, AZ 00549-15/16-KSG ) gegen den Spieler X wird wieder aufgenommen.

II. Ziffer III. wird dahingehend abgeändert, dass ab Erteilung des Privatspielrechts für den Verein A die Freundschaftsspiele der 1. Mannschaft des Verein A zur Anrechnung auf die Sperrzeit zählen.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

 Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 08.03.2016, AZ 00549-15/16 wurde der Spieler X wegen unsportlichen Verhaltens am 27.02.2016 für 3 Freundschaftsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der 2. Mannschaft seines damaligen Vereins B gesperrt. Ferner wurde in Ziffer III. tenoriert, dass bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit ab Erteilung des Privatspielrechts die Freundschaftsspiele der Mannschaft in der niedrigsten Herren-/Frauenklasse des aufnehmenden Vereins zählen.

Freundschaftsspiele der 2. Mannschaft der B fanden nach dem Urteil des KSG aufgrund des Rückrundenstarts nicht mehr statt.

Der Spieler X wechselte zur neuen Saison als Vertragsamateur in die Bayernligamannschaft des Verein A.

Gemäß Ziffer III. des Urteils gilt daher die Sperre für die 2. Mannschaft des Verein A, welche in der Kreisklasse spielt. Diese Kreisklassemannschaft beginnt die Vorbereitung erst Anfang August und Freundschaftsspiele erst Mitte August, so dass die verhängte Sperre bis mindestens Ende August andauert.

Die 1. Herrenmannschaft in der Bayernliga ist bereits seit 13.06.2016 im Training und bestreitet ab dem 18.06.2016 bis zum Saisonstart am 16.07.2016 6 Vorbereitungsspiele und 1-2 Qualifikations-Pokalspiele. Für diese 7-8 Spiele wäre der Spieler aufgrund des Urteils nicht spielberechtigt.

Die vom Verein A vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer III. vom 08.03.2016.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V.m. § 11 I. Nr. 11. FO

 

 

Aktenzeichen: 00099-15/16-VSG
Sitzung vom: 14.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Beierlein

Revision des Verein A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 29.05.2016, Az: 00160-15/16-BSG

 Urteil:

I. Die Revision gegen das Urteil des BSG vom 29.05.2016, AZ 00160-15/16-BSG wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Nach den Feststellungen des BSG brach der amtierende Schiedsrichter das Verbandsspiel der B-Klasse Verein B gegen Verein A in der 94. Spielminute ab. Der Spieler X, des Verein A (nachfolgende: Revisionsführer), beleidigte den Schiedsrichter in der dritten Minute der angeordneten Nachspielzeit von vier Minuten. Daraufhin zeigte der Schiedsrichter dem Spieler die Rote Karte. Der Spieler schlug danach den Schiedsrichter mit der geballten Faust gegen seine linke Hand, in der er seine beiden SR Pfeifen hielt, die er dadurch verlor. Danach schlug der Spieler den Schiedsrichter mit der Faust heftig an die rechte Brustseite. In diesem Moment stürmten Anhänger und Zuschauer vom Revisionsführer auf das Spielfeld und bedrohten dem Schiedsrichter massiv. Der Schiedsrichter brach daraufhin das Spiel ab. Der Ordnungsdienst von Verein B verhinderte, dass der SR weiterhin körperlich attackiert wurde und begleitete ihn auf dem Weg in seine Kabine.

Mit Urteil vom 21.05.2016 wurde der Revisionsführer wird gemäß § 74 RVO wegen Verschulden eines Spielabbruchs mit einer Geldstrafe in Höhe von € 150,00 belegt. Das Spiel wurde gemäß § 29 SpO für Verein B mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet.

Mit Schreiben vom 24.05.2016 legte der Revisionsführer über das Postfach ZIMBRA Berufung ein.

Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 27.05.2016, zugestellt am gleichen Tag, zurück, nachdem der als Verbandsaufsicht tätige Zeuge Stummer und der Konfliktmanager Grund als Zeugen angehört und die Vernehmungsprotokolle dem Revisionsführer zur Stellungnahme vorgelegt worden waren.

Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 01.06.2016 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht geltend, dass die Beweiswürdigung ungenügend sei und Beweismittel ungenügend berücksichtigt worden wären. Binnen der zum 13.06.2016 verlängerten Begründungsfrist ging beim VSG keine ergänzende Begründung ein. Diese gelangte - weil an das falsche Sportgericht gesandt, erst am 14.06.2016 zur Akte. Die bereits im Revisionsschreiben genannten Rügen wurden in der ergänzenden Begründung im Einzelnen ausgeführt.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Bereits das Revisionsschreiben vom 01.06.2016 erfüllt die formellen Anforderungen. Es wurden die Bestimmungen genannt, die durch das BSG verletzt worden sein sollen. Dies reicht aus, soweit sich aus dem Gesamtzusammenhang erschließen lässt, worin die Verletzung liegen soll. Strengere Anforderungen, etwa eine stilistisch ausgefeilte Begründung kann nicht verlangt werden, da keine obligatorische Vertretung durch Rechtsanwälte vorgesehen ist. Eine solche Vertretung ist im Gegenteil gerade als Ausnahmefall geregelt.

3. Die Revision ist jedoch - auch unter Berücksichtigung des nachgereichten Schriftsatzes unbegründet.

Ein Verstoß gegen die Grundsätze der Beweiswürdigung liegt nicht vor. Das Gericht folgte den Aussagen der vernommenen Zeugen, die den Vorfall mitbekommen hatte. Die beiden Zeugen Stummer und Grund wurden ebenfalls angehört. Sie konnten keine sachdienlichen Angaben machen, weil sei den Vorfall nicht genau genug beobachteten. Schläge gegen den Schiedsrichter konnten sie weder bestätigen, noch verneinen. Das Gericht hat die angesprochene Videosequenz berücksichtigt, die den streitgegenständlichen Vorfall jedoch nicht zeugte. Das Gericht hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob beim Schiedsrichter eine einseitige Belastungstendenz bestünde. Es hat dies nachvollziehbar verneint und dabei auch auf die Aussagen der unbeteiligten Zeugen zurückgegriffen, die dem Schiedsrichter jeweils eine unparteiische und korrekte Spielleitung attestierten.

Demgegenüber stellt der Revisionsführer seine Beweiswürdigung, dies ist aber in der Revision unbeachtlich.

Das BSG hat auch kein Beweismittel übergangen. Ein Verweis auf eine Fundstelle im Internet stellt kein ausreichendes Angebot eines Beweismittels dar. Die Sportgerichte sind nicht verpflichtet, im Internet zu surfen, um etwaige Videosequenzen zu finden. Wenn ein Betroffener ein Video verwertet haben will, muss er dieses über ein sofort zugängliches Medium wie beispielsweise einer CD vorlegen. Sonstigen Hinweisen muss das Sportgericht nicht nachkommen.

Die Feststellung des Sportgerichts, dass der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen hat, ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Es liegt in der Natur der Sache, dass ausschließlich der Schiedsrichter die Frage beantworten kann, ob er in der 93. Spielminute das Spiel abgebrochen hat oder ob er das Spiel regulär beendet hat. Ein Zuschauer kann dies nicht beurteilen, weil er nicht weiß, von welcher Nachspielzeit der Schiedsrichter ausging. Hier hat der Schiedsrichter angegeben, dass er wegen diverser Unterbrechungen 94 Minuten spielen lassen wollte. Damit konnte er das Spiel in der 93. Minute nicht regulär beenden.

Schließlich bestehen auch insoweit keine Bedenken gegen das Urteil, als der Revisionsführer rügt, der Schiedsrichter habe nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, das Spiel regulär zu Ende zu bringen. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG ist der Schiedsrichter berechtigt, ein Spiel abzubrechen, wenn eine Tätlichkeit gegenüber ihm begangen wurde. Es bedarf dann keiner weiteren konkreten Bedrohung oder bedrohlichen Situation. Die Frage, ob dem Schiedsrichter zuzumuten war, die letzte Minute noch spielen zu lassen, stellte sich daher nicht.

Da das Urteil auch hinsichtlich der Rechtsfolgen nicht zu beanstanden ist, insbesondere hinsichtlich der Geldstrafe die Leistungsfähigkeit des Vereins gewürdigt und einbezogen wurde, besteht kein Grund, das Urteil aufzuheben.

Die Revision war daher zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen: 00098-15/16-VSG
Sitzung vom 22.06.2016
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 09.06.2016, Az.: 00163-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € trägt der Verein A.

Gründe:

Die am 14.06.2016 eingelegte Berufung gegen das Urteil des BSG vom 09.06.2016, Az.: 00163-15/16-BSG wurde mit Schreiben vom
15.06.2016 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00097-15/16-VSG
Sitzung vom 22.06.2016
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Revision des Verein A - Verein B gegen das Urteil des BSG vom 03.06.2016, Az.: 00349-15/16-BSG

Beschluss:

Die Hälfte der Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € und die Hälfte der Revisionsgebühr in Höhe von 76,13 € trägt der Verein A - Verein B.

 Gründe:

Die am 04.06.2016 eingelegte Revision gegen das Urteil des BSG vom 03.06.2016, Az.: 00349-15/16-BSG wurde mit Schreiben vom 19.06.2016 zurückgenommen.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 33 Abs. 2 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00094-15/16-VSG
Sitzung vom: 07.06.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Frey

Revision des Verein A gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 01.03.2016

Urteil:

I. Auf die Revision des Verein A wird das Urteil des BSG vom 01.03.2016 mit Aktenzeichen 00100-15/16-BSG. aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Nach den Feststellungen des BSG fand kurz vor dem Spielende des Kreisklasse-Spiels Verein B gegen Verein A am 27.09.2015 hinter dem Rücken des Schiedsrichters ein heftiger Zusammenstoß (Schulter ins Gesicht) zwischen den Spielern X(Verein A, nachfolgende Betroffener) und Y (Verein B) statt, wobei sich der Spieler Y massive Gesichtsverletzungen (mehrere Knochenbrüche) zuzog. Der amtierende Schiedsrichter hatte diese Aktion nicht beobachten können. Das BSG ging davon aus, dass der Spieler X nicht absichtlich handelte. Allerdings hätte der Spieler den Vorfall vermeiden können, wenn er nicht auf den Spieler Y aufgelaufen wäre bzw. den Spieler gerempelt hätte. Er habe sowohl den ballführenden Spieler X als auch den, mit dem Rücken zu ihm stehenden Spieler Y vor sich gehabt und sei trotzdem auf den Spieler Y aufgelaufen, was bei diesem zu den schwerwiegenden Verletzungen geführt habe. Bei nötiger Sorgfalt und Rücksichtnahme auf den Gegenspieler war der Vorfall ohne weiteres vermeidbar.

Das Verfahren gegen den Betroffenen wurde aufgrund einer Anzeige des Verein B vom 30.09.2015 eingeleitet. Das KSG verurteilte den Spieler mit Urteil vom 22.01.2016 gemäß § 67 Abs. 1 RVO wegen einer Tätlichkeit vom 22.01.2016 mit einschließlich 22.05.2016.

Dagegen legte der Verein mit Schreiben vom 29.01.2016 Berufung ein. Das BSG änderte das Urteil des KSG mit seinem Urteil vom 01.03.2016 dahingehend ab, dass der Betroffene wegen § 67/1 RVO mit einschließlich 22.04.2016 gesperrt wurde.

Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Betroffene über das Postfach ZIMBRA am 06.03.2016 Revision ein, die binnen verlängerter Frist am 21.03.2016 mittels Anwaltsschriftsatz begründet wurde. Es wurde u.a. gerügt, dass das Gericht wegen einer Tätlichkeit verurteilte, diese jedoch nur vorsätzlich begangen werden kann, und das Gericht dem Betroffenen aber gerade keine Absicht unterstellte.

Das VSG setzte die Sperre mit Beschluss vom 31.03.2016 vorläufig aus.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Gemäß § 30 Abs. 3 RVO ist vor dem VSG die Vertretung durch Rechtsanwälte zulässig, auch wenn diese nicht Mitglied des betroffenen Vereins sind.

3. Die Revision ist auch begründet.

Das Verfahren ist hier nicht aufgrund einer Meldung des Schiedsrichters, sondern aufgrund einer Anzeige des Verein B eingeleitet worden. Gemäß § 35 Abs. 3 RVO kann über Vorfälle während des Spiels nur der amtierende Schiedsrichter eine Meldung erstatten. Dies gilt jedoch dann nicht, wenn der Schiedsrichter einen Fall krass sportwidrigen Verhaltens nicht wahrgenommen und damit keine positive oder negative Tatsachenentscheidung darüber getroffen hat. Krass sportwidrige Handlungen sind anzunehmen, wenn deren Verfolgung unerlässlich ist. Die tatbestandliche "Verwerflichkeit" ist zu bejahen, wenn eine Tat mit einem erhöhten Grad sittlicher Missbilligung behaftet ist und deshalb einem gesteigerten Unwerturteil unterliegt. Das ist anzunehmen, wenn ein Verstoß gegen die sportliche Disziplin so schwerwiegend ist, dass nach allgemeiner Auffassung eine Ahndung unumgänglich ist, wozu nicht bereits jede Tätlichkeit ausreicht, vielmehr müssen weitere Umstände hinzutreten (DFB-Sportgericht, Urteil vom 03.12.1998, Nr. 48/98/99, Hilpert, Das Fußballstrafrecht des DFB, Berlin 2009, S. 131).

Ein solches krass sportwidriges Verhalten hat das BSG nicht festgestellt. Die Tatbestandsschilderung stellt ein rücksichtsloses Spielen des Betroffenen dar, welches je nachdem, ob sich der Ball in Spielnähe befand, als rohes Spiel oder einfache Tätlichkeit im Falle einer Meldung des Schiedsrichters zu bestrafen gewesen wäre. Eine Tätlichkeit, der ein gesteigertes Unwertgefühl im Sinne eines krass sportwidrigen Verhaltens beigemessen werden kann, setzt aber voraus, dass der Spieler nicht nur rücksichtslos spielte, sondern gerade absichtlich (zumindest auch) seinen Gegenspieler schädigen wollte. Eine solche Absicht hat das BSG jedoch nicht festgestellt.

Das VSG ist im Revisionsverfahren an die Sachverhaltsfeststellung des BSG gebunden, weil nur der Verein des Betroffenen Revision eingelegt hat und die Feststellungen des BSG nicht offensichtlich unvollständig oder widersprüchlich sind.

Aus diesen Rechtsgründen war das Urteil des BSG aufzuheben und das Verfahren einzustellen.

4. Da die Revision erfolgreich war und das Verfahren insgesamt eingestellt wurde, fallen die Kosten des Verfahrens dem BFV zur Last (§§ 32, 33 RVO) Allerdings sieht § 30 Abs. 3 RVO vor, dass im Falle der Vertretung durch Rechtsanwälte eine Kostenerstattung nicht stattfindet.

 

Aktenzeichen: 00093-15/16-VSG
Sitzung vom 10.06.2016
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B vom 28.05.2016, Spielnummer: 312451001

Berufung des Verein B gegen das Urteil mit Aktenzeichen 00252-15/16-BSG.

Urteil:

I. Die Berufung des Verein B vom 07.06.2016 gegen das Urteil des BSG 00252-15/16-BSG. vom 31.05.2016 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der Verein Verein B. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Relegationsspiel Verein A - Verein B nahm in der 88. Spielminute der Torhüter des Verein A den Ball im 5 m-Raum auf. Bevor er diesen mit einem Abschlag aus der Hand wieder ins Spiel bringen wollte, ließ der Torhüter den Ball zunächst einmal zu Boden prellen und nahm ihn dann wieder auf. Als er den Ball ein 2. Mal gegen den Boden prellte, spitzelte ein Spieler des Verein B dem Torhüter den Ball weg und lief mit diesem in Richtung des leeren Verein ATores. Der Torhüter verfolgte den Angreifer und brachte diesen im Strafraum zu Fall. Der SR unterbrach das Spiel und entschied auf Strafstoß für den Verein B. Der Torwart des Verein A wurde mit einer gelben Karte verwarnt. Der 11 m wurde verwandelt. Der Spielstand vor der 11 m-Entscheidung war 2:1 für den Verein A. Durch den verwandelten 11 m stand es dann 2:2. Dies war der Endstand.

Gegen die Spielwertung legte der Verein A unter dem 29.05.2016 über das Zimbra-Postfach Einspruch gemäß § 38 (1) a) RVO ein und führte zur Begründung aus, dass es sich hier um einen Regelverstoß des SR handelt, der den Spielausgang auch mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat.

Das zuständige BSG hat eine Stellungnahme des SR erholt sowie die ihm übermittelte Videosequenz des betreffenden Spiels in Augenschein genommen. Dem Verein B wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Dieser führte im Wesentlichen aus, dass es sich um eine unabänderliche Tatsachenentscheidung handle. Das BSG hat dann unter dem 31.05.2016 entschieden, dass das Spiel nicht zu werten und vom Spielleiter neu anzusetzen ist. Begründet wird dies im Wesentlichen damit, dass es sich hier um einen Regelverstoß handle. Das Eingreifen des Spielers des Verein B stellt ein Vergehen i. S. der Fußballregel 12 gegen den Torhüter des Verein A dar. Die richtige Entscheidung wäre hier gewesen: Freistoß für den Verein A und ggf. eine persönliche Strafe gegen den angreifenden Spieler, da dieser den Ball während der Kontrolle durch den Torhüter weggetreten hat. Im Umkehrschluss ist eine Tatsachenentscheidung im vorliegenden Fall nicht gegeben, bei der der SR die Regel zwar richtig anwendet, allerdings gründet diese Regelanwendung in einer fehlerhaften Wahrnehmung des beobachteten Sachverhalts. Gerade dies liegt im vorliegenden Fall aber nicht vor.

Im Übrigen hat das BSG auch eine hohe Wahrscheinlichkeit der Ergebnisbeeinflussung bejaht, da der Vorfall sich in der 88. Spielminute ereignete und durch den verhängten Strafstoß der Ausgleichstreffer erzielt wurde.

Gegen diese Entscheidung des BSG Oberfranken legte dann der Verein B per Zimbra-Postfach unter dem 07.06.2016 Berufung ein und begründete dies u. a. damit, dass auch aufgrund der Aussage des amtierenden SR, wonach von ihm zum Zeitpunkt des Ballaufspringens für ihn keine Ballkontrolle mehr gegeben war, und dementsprechend nach Ansicht des Berufungsführers eine Tatsachenentscheidung vorliege.

Das VSG hat das Video ebenfalls in Augenschein genommen.

Im Übrigen wird auf den gesamten Akteninhalt vollinhaltlich verwiesen.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

3. Die zulässige Berufung ist in der Sache nicht begründet.

Das VSG ist überzeugt, dass der SR einen Regelverstoß begangen hat, der den Spielausgang auch mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat.

Dies gründet sich auf die Angaben des amtierenden SR. Dieser schildert den Sachverhalt dahingehend, dass der Torwart des Verein A den Ball aufgenommen hatte und dann mit dem Ball aus dem 5 m-Raum langsam nach vorne gelaufen war, wobei er dabei den Ball aufspringen ließ. Der gegnerische Stürmer befand sich neben dem Torwart, ohne ihn zu behindern. Als der Torwart den Ball ein 2. Mal auf den Boden prellte, hat der Angreifer dem Torwart den Ball seitlich weggespitzelt und lief an diesem vorbei. Der Torwart brachte ihn zu Fall.

Damit hat der SR den Vorgang zweifelsfrei beobachtet. Aus dieser Beobachtung folgt konsequent die Anwendung der Fußballregel 12.

Dort heißt es u. a.:

"Vergehen des Torhüters: Der Torhüter hält den Ball in den Händen, wenn er

- den Ball mit beiden Händen festhält oder ihn mit einer Hand gegen eine Oberfläche hält (z. B. am Boden, gegen den eigenen Körper),
- den Ball in der ausgestreckten offenen Hand hält,
- den Ball auf den Boden prellt oder in die Luft wirft

Kontrolliert der Torhüter den Ball mit seinen Händen, darf er von einem Gegenspieler nicht angegriffen werden. Hieraus ergibt sich, dass bei dem vorliegenden Sachverhalt der Torhüter den Ball immer noch in Händen hält, obwohl er ihn auf den Boden prellt.

In der Fußballregel 12 heißt es weiter, dass es sich dann um Vergehen gegen den Torhüter handelt, wenn

"- hindert ein Spieler den Torhüter daran, den Ball aus seinen Händen abzuspielen, gilt dies als Vergehen

- tritt ein Spieler den Ball oder versucht er den Ball zu treten, während der Torhüter diesen abspielen möchte, wird der Spieler bestraft".

Danach handelt es sich um ein Vergehen des Spielers des Verein B, welches gegen den Spieler zu bestrafen gewesen wäre.

Dies hat der SR nicht getan, sondern auf Strafstoß für den Verein B entschieden. Dies widerspricht der Fußballregel 12. Damit liegt ein Regelverstoß vor.

Entgegen der Ausführungen des Berufungsführers handelt es sich keinesfalls um eine Tatsachenentscheidung. Bei einer Tatsachenentscheidung nimmt der SR einen Sachverhalt wahr und wendet auf den von ihm wahrgenommenen Sachverhalt die hierfür zutreffende Fußballregel an.

Gerade dies ist im vorliegenden Fall aber nicht der Fall, da der SR den Sachverhalt wahrgenommen hat und die Fußballregel 12 eben nicht richtig anwandte.

Die Entscheidung des Erstgerichts ist daher in keinster Weise zu beanstanden.

Soweit ergänzend der Berufungsführer anführt, dass im Einspruch vom 29.05.2016 der Einspruchsführer ausführt "Anbei wie heute besprochen .", so ist hieraus keinerlei Absprache zu entnehmen. Hieraus ergibt sich nur, dass ein Telefonat stattgefunden hat, auf welches Bezug genommen wird.

Im Weiteren ist es für die vorliegende Entscheidung unbeachtlich, da keine konkreten Hinweise dafür vorliegen, dass seitens des BSG bereits vor Beginn des Verfahrens Informationen an die Presse weitergegeben wurden. Wer diese Informationen weitergegeben hat, entzieht sich der Kenntnis des VSG.

Soweit der Berufungsführer darauf abstellt, dass der SR ausführte, dass zum Zeitpunkt des Ballaufspringens keine Ballkontrolle vorhanden war, so ist dies genau der entsprechende Sachverhalt, der wahrgenommen wurde. Auf diesen wurde aber die Regel falsch angewandt, da die Regel genau das Gegenteil besagt. Der Torwart hat während des Prellens des Balles immer noch die volle Ballkontrolle.

Die vorliegenden Ausführungen des SR wurden den Beteiligten bekannt gemacht. Der Berufungsführer räumt selbst ein, die Möglichkeit - wenn auch kurz - hierzu Stellung zu nehmen gehabt zu haben.

Soweit letztlich gerügt wird, dass sich einer der Richter seit längerem im Krankenstand befindet, so hindert ihn dies grundsätzlich nicht sein Ehrenamt auszuführen. Es bestehen keine konkreten Hinweise dahingehend, dass der betreffende Richter an diesem Urteil nicht teilgenommen hat. Insgesamt rechtfertigen die Ausführungen des Berufungsführers nicht eine Änderung der Entscheidung, da letztlich allein auf den Komplex der Regelverletzung, also des Regelverstoßes abzustellen ist.

Die einzig korrekte Entscheidung hierauf war, das Spiel nicht zu werten und dieses neu anzusetzen.

Ein in der 88. Spielminute zum 2:2 verwandelten Elfmeter stellt eine entsprechende hohe Wahrscheinlichkeit der Beeinflussung des Spielausgangs aufgrund des Regelverstoßes dar.

Die Berufung war daher kostenpflichtig zurückzuweisen.

4. Die Kosten trägt gemäß §§ 32, 33 RVO der Berufungsführer.

 

Aktenzeichen: 00092-15/16-VSG
Sitzung vom: 07.06.2016
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B vom 16.05.2016

Berufung des Vereins A gegen das Urteil mit Aktenzeichen 00163-15/16-BSG.

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG 00163-15/16-BSG. vom 24.05.2016 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der Spieler X unter Mithaftung seines Vereins A.

 Gründe:

1. Am 16.05.16 fand das Bezirksligaspiel Verein B gegen Verein A statt. Der amtierende SR teilte in seinem Sonderbericht mit, dass nach einer Kontersituation für Schwabach der Spieler X hohem Tempo von hinten in die Beine seines Gegenspielers sprang. Er wurde deshalb wegen grobem Foulspiel mit roter Karte vom Feld verwiesen.

2. Der Verein B gab in der 1. Instanz keine Stellungnahme ab.

3. Mit Urteil vom 24.05.16 hat das BSG. den betroffenen Spieler gemäß § 66 I RVO für drei Verbandsspiele gesperrt und ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt.

4. Mit Schreiben vom 28.05.16 hat der Verein B gegen dieses Urteil "Einspruch" eingelegt; dies wurde begründet, dass die Sperre von 3 Spielen unverhältnismäßig hoch sei, da es sich um ein ganz normales Foulspiel gehandelt habe.

5. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig. Die Berufung war form- und fristgerecht eingereicht, das mit Einspruch bezeichnete Schreiben war als Berufung umzudeuten. Die Berufung war somit zulässig, erwies sich jedoch in der Sache als nicht begründet.

Unstrittig ist, dass der Verein B in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben hat, sodass er grundsätzlich mit seinem Vorbringen in der 2. Instanz präkludiert gewesen wäre. Ungeachtet dessen fiel bei der Inaugenscheinnahme des Videos auf, dass sich hieraus keine andere Bewertung ergab.

Das VSG ist deshalb der Auffassung, dass die vom Erstgericht verhängten drei Verbandsspiele für das streitgegenständliche Foulspiel sich an der unteren Grenze befinden und gerade noch schuld- und tatangemessen sind. Es war deshalb keine Reduzierung vorzunehmen.

Die Berufung war deshalb mit der gesetzlichen Kostenfolge, §§ 32, 33 RVO, kostenpflichtig zurückzuweisen.

 

Aktenzeichen: 00091-15/16-VSG
Sitzung vom: 07.06.2016
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B vom 16.05.2016, Spielnummer: 310338231

Berufung des Vereins Verein B gegen das Urteil vom 26.05.2016 mit Aktenzeichen 00157-15/16-BSG

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verein B vom 01.06.2016 wird das Urteil des BSG vom 26.05.2016 mit Aktenzeichen 00157-15/16-BSG in Ziffer I mit der Maßgabe aufgehoben, dass der Spieler X, Verein B, gemäß § 66 Abs. 1 RVO ab dem 17.05.2016 für 3 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins Verein B gesperrt ist. Ändert sich die Spielklasse, tritt die neue Spielklasse anstelle der bisherigen.

II. Im Übrigen verbleibt es bei Ziffer II, III und IV des Urteils des BSG vom 26.05.2016.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Am 16.05.16 fand das Bezirksligaspiel Verein A gegen Verein B statt. Im Rahmen eines Sonderberichts teilte der amtierende SR mit, dass der Spieler Spieler X seinen Gegenspieler mit offener Sohle im Sprung traf und dieser deshalb eine stark blutende Wunde davontrug und ausgewechselt werden musste. Er wurde daraufhin mit roter Karte des Feldes verwiesen.

2. Im Rahmen der 1. Instanz gab der Verein B mit Schreiben vom 18.05.16 eine Stellungnahme ab und teilte mit, dass der Verteidiger den "berühmten Tick" zu spät kam und der Spieler den Ball spielen wollte. Der Verein wies auch darauf hin, dass der SR anfangs nur eine Mahnung ausgesprochen habe und erst nach Feststellung der blutenden Wunde FaD gezeigt habe. Man bitte um ein sehr mildes Strafmaß.

3. Mit Urteil des BSG vom 26.05.16 wurde der Betroffene gemäß § 66 I RVO für vier Verbandsspiele gesperrt und ihm die Kosten auferlegt.

4. Mit ZIMBRA vom 01.06.16 legte der Verein gegen dieses Urteil Berufung ein und begründete diese nochmals damit, dass es zwar ein Foulspiel war, die Verletzung unglücklich war, man aber der Auffassung sei, dass auch drei Verbandsspiele ausreichend seien. Man gehe dort eher von einem unglücklichen Foulspiel mit unglücklicher Verletzungsfolge aus.

5. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig. Die Berufung wurde form- und fristgerecht eingereicht, war somit zulässig und erwies sich im tenorierten Umfang auch als begründet.

Das VSG hatte im Rahmen der Beweisaufnahme die Möglichkeit, das Spiel auf Video anzusehen. Hierbei kam das VSG zur Überzeugung, dass es sich nicht um einen Zweikampf mit offener Sohle gehandelt hat, der Betroffene hat nur gegen den Ball getreten, eine absichtliche Handlung konnte nicht festgestellt werden.

In der 1. Instanz lag bei Urteilsfindung dieses Video noch nicht vor. Der Verein B hatte unverschuldet keine Kenntnis vom Video, sodass der Verein selbstverständlich mit seinem jetzigen Vortrag nicht präkludiert war.

Nach Überzeugung des VSG, insbesondere unter Ansicht des Videos, wird es deshalb als tat- und schuldangemessen angesehen, die Strafe des Erstgerichts auf die beantragten drei Verbandsspiele zu reduzieren.

6. Die Kosten trägt der BFV, da Berufungsführer mit seinem Rechtsmittel in dem gewünschten Umfang Erfolg hatte.

 

 

 

 Aktenzeichen: 00090-15/16-VSG
Sitzung vom: 30.05.2016
Besetzung: Beierlein, Frey, Lieb

Bezirksliga-Spiel Verein A - Verein B vom 01.05.2016

Berufung des Betroffenen A gegen das Urteil des BSG vom 12.05.2016, Az.: 00144-15/16-BSG

 Urteil:

I. Auf die Berufung des Betroffenen wird das Urteil vom 12.05.2016,
Az.: 00144-15/16-BSG , aufgehoben und das Verfahren an das Sportgericht Bayern verwiesen.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

 Gründe:

1. Das BSG hat den Betroffenen Ao wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe von Euro 150,- belegt.
2. Hiergegen hat der Betroffene am 13.05.2016 Einspruch eingelegt. Dieser Einspruch ist als Berufung umzudeuten.
3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.
4. Nach den Feststellungen des Verbandssportgerichts ist der Betroffene Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Es liegt somit nach § 19 d RVO die Zuständigkeit des Sportgerichts Bayern für das Verfahren gegen den Betroffenen in erster Instanz vor. Das Urteil des BSG Schwaben ist daher aufzuheben und das Verfahren an das zuständige Sportgericht Bayern zu verweisen, § 22 I RVO.
5. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

 

Aktenzeichen: 00088-15/16-VSG
Sitzung vom: 30.05.2016
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Revision gegen den Beschluss des BSG vom 31.03.2016, AZ 00128-15/16 BSG .

Urteil:

I. Die Revision gegen den Beschluss des BSG vom 31.03.2016, AZ 00128-15/16 wird verworfen.

II. Die Kosten der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Der Revisionsführer legte mit Email von einem privaten Email-Account beim Jugendspielgruppenleiter "Protest" wegen unzulässigen Spielereinsatzes gegen die Wertung seines D-Juniorenkreisligaspiels vom 16.10.2015 gegen Verein A ein. Der JSGL wies per email am 26.10.2015 darauf hin, dass ein Protest direkt an das Juniorensportgericht zu richten ist, er aber den aktuellen Protest an das Sportgericht weiterleiten werde. Dort ist die Weiterleitung von ihm aber zu keinem Zeitpunkt eingegangen, obschon der JSGL sich sicher ist, die Absendung vorgenommen zu haben.
Am 22.01.2016 beantragte der Revisionsführer die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand mit der Begründung, dass er erst durch die Nachfrage vom 18.01.2016 beim JSG davon Kenntnis erlangt hat, dass der damalige Protest beim JSG nicht angekommen sei.
Dieser Wiedereinsetzungsantrag wurde vom JSG mit Beschluss vom 03.03.2016 abgelehnt. Hiergegen legte der Revisionsführer am 10.03.2016 fristwahrend mittels dem Postfachsystem ZIMBRA Beschwerde zum BSG Niederbayern ein und begründete diese weiterhin damit, dass den Verein kein Verschulden an der Fristversäumnis treffe, da der JSGL zusagte die Weiterleitung zu veranlassen. Das BSG wies die Beschwerde mit Beschluss vom 31.03.2016 zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 10.04.2016 eingelegte Revision.
2. Die Revision ist unzulässig. Es kann dahinstehen, ob die Versäumnis einer Antragsfrist, wie die der Anzeigenerstattung innerhalb von 4 Wochen nach § 35 Abs. 2 RVO, analog auf die Wiedereinsetzungsvorschrift des § 28 RVO angewandt werden kann, welche sich nach dem Wortlaut nur auf Rechtsmittelfristen erstreckt.

Gemäß § 28 Abs. 4 RVO entscheidet über einen Wiedereinsetzungsantrag das über das Rechtsmittel zuständige Gericht und gegen einen solchen ablehnenden Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden, über welche die nächsthöhere Instanz entscheidet. Dies ist durch den Beschluss des BSG bereits erfolgt. Die RVO sieht keine weitere Beschwerdemöglichkeit gegen diesen Beschluss vor, so dass kein Rechtsmittel mehr möglich war. Auch die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung am Ende des Beschlusses, die versehentlich auf einen Revisionsmöglichkeit hinweist, ändert hieran nichts. Diesem Umstand wurde damit Rechnung getragen, dass die Kosten der unzulässig eingelegten Revision dem BFV auferlegt werden.

3. Kosten §§ 32, 33 RVO

 

 

 

Aktenzeichen: 00086-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.05.2016
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Revision des Vereins A gegen das Urteil vom 10.05.2016 mit Aktenzeichen 00229-15/16-BSG .

 Urteil:

I. Auf die Revision des Verein A wird das Urteil des KSG mit AZ 00541-15/16 und das Urteil des BSG mit AZ 00229-15/16-BSG. aufgehoben.
II. Das Spiel Verein A gegen Verein B vom 20.03.2016 ist neu anzusetzen.
III. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Beim Punktspiel des Revisionsführers gegen den Verein B am 20.03.2016 meldete der SR, dass er in der 90. Minute auf Eckball für den Verein B entschied. Bevor der Ball in den Strafraum flog, beobachtete er eine Rangelei im Fünfmeterraum, bei welcher sich der Angreifer eine gute Position suchen wollte. Noch bevor der Ball gespielt wurde, holte der Torwart des Revisionsführers mit seinem rechten Ellbogen aus und traf mit voller Absicht den Angreifer des Verein B im Gesicht, welcher blutend aus Nase und Mund behandelt werden musste. Hierauf gab der SR dem Torwart die rote Karte setzte das Spiel mit einem Strafstoß fort, welcher zum Endergebnis 0 : 1 verwandelt wurde. Mit email über das Postfachsystem ZIMBRA legte der Revisionsführer beim zuständigen KSG am 23.03.2016 gegen die Wertung des Spiels Einspruch wegen eines Regelverstoßes des SR. Er begründetet des Einspruch damit, dass der SR die rote Karte während einer Spielunterbrechung gegeben hatte und hiernach das Spiel nicht mit einem Strafstoß, sondern mit dem noch nicht ausgeführten Eckball hätte fortsetzen müssen. Der ungerechtfertigte Strafstoß in der Nachspielzeit, welcher das einzige Tor des Spiels darstellte hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit Einfluss auf den Spielausgang.

Das KSG leitet ein Verfahren ein und befragte des SR, welcher angab, dass er nicht sagen könne, ob bei dem ahndungswürdigen Foulspiel der Ball schon gespielt war, da er das Geschehen im Strafraum beobachtete. Auf Anfrage des KSG gab der Verein B in seiner Stellungnahme vom 02.05.2016 an, dass der Eckball bereits ausgeführt war, als danach das Foul vom Torwart begangen wurde und der SR dann pfiff. Das KSG wies mit Urteil vom 06.05.2016 den Einspruch zurück mit der Begründung dass dem SR wegen einer Tatsachenentscheidung keine unzutreffende Regelauslegung unterstellt werden kann.
Gegen das Urteil legte der Revisionsführer am 09.05.2016 fristwahrend über das Postfachsystem ZIMBRA Berufung ein. Das BSG wies unter Verletzung des rechtlichen Gehörs die Berufung mit Urteil vom 10.05.2016 zurück und stellte hierbei fest, dass der SR im Nachhinein nicht mehr sagen konnte, ob der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens bereits vom Eckballschützen berührt wurde. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 12.05.2016 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht sinngemäß geltend, dass ein Regelverstoß des SR vorlag, welcher gemäß § 38 Abs. 1 a) RVO die Spielwertung mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat. Hierbei wird vom Revisionsführer auf Regel 9, 12 und 17 der Fußballregeln des DFB verwiesen. Der Verein B wurde vom VSG gehört und gab erneut an, dass der erst nach Ausführung des Eckstoßes die Tätlichkeit vom SR bemerkt und auf Feldverweis für den Torwart und Strafstoß entschieden wurde.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 g) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist auch begründet. Das BSG hat im Tatbestand klar festgestellt, dass der SR, welcher die Situation im Strafraum beobachtete, im Nachhinein nicht mehr sagen kann, ob der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens bereits vom Eckballschützen berührt wurde. An diese Feststellung ist das VSG in der Revisionsinstanz gebunden.
Regel 9 der DFB-Fußballregeln besagt, dass der Ball aus dem Spiel ist, wenn er auf dem Boden oder in der Luft eine der Tor- oder Seitenauslinien vollständig überschreitet. Mit der Entscheidung des SR auf Eckball ist eine Spielunterbrechung vorgenommen worden, der Ball somit aus dem Spiel. Der Eckstoß ist nach Regel 17 eine Spielfortsetzung. Hierbei ist der Ball erst dann im Spiel, wenn er mit dem Fuß berührt wurde und sich bewegt. Gemäß Fußballregel 12 ist ein bestimmtes Vergehen im Strafraum durch einen Strafstoß zu ahnden, vorausgesetzt, der Ball ist im Spiel.
Dies bedeutet im Zusammenhang und auf das streitige Spiel bezogen, dass der SR nur dann einen Strafstoß geben hätte dürfen, wenn bereits eine Spielfortsetzung durch den Eckball vorgelegen hätte, also der den Eckball ausführende Spieler den Ball bereits berührt und sich dieser bewegt hätte. Aufgrund der Feststellung des BSG, wonach der SR gerade nicht mehr sagen konnte ob der Ball im Spiel war oder nicht, ist ein Regelverstoß zu erkennen. Der SR hätte nämlich nur bei positiver Feststellung, dass der Eckstoß tatsächlich ausgeführt und damit der Ball im Spiel ist auf Strafstoß erkennen dürfen. Sofern sich der SR nicht sicher ist, ob der Ball im Spiel ist, stellt die Spielfortsetzung mit Strafstoß einen Regelverstoß dar. Dieser Regelverstoß hat im vorliegenden Fall, bei einem ungerechtfertigten Strafstoß in der Nachspielzeit beim Spielstand von 0:0, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Spielwertung beeinflusst. Der Einspruch ist damit begründet. Gemäß § 38 Abs. 4 RVO ist daher das Spiel nicht zu werten und vom Spielleiter neu anzusetzen.
Der Revision war daher stattzugeben.

4. Kosten BFV, §§ 32, 33 RVO.

 Aktenzeichen: 00084-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.05.2016
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Revision gegen das Urteil des BSG vom 26.04.2016, AZ 00199-15/16 BSG.

 Urteil:

I. Die Revision gegen das Urteil des BSG vom 26.04.2016, AZ 00199-15/16 wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € sowie die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

  Gründe:

1. Der Verein B legte am 30.03.2016 beim KSG Einspruch gegen die Spielwertung des Kreisklassespiels vom 26.03.2016 zwischen dem Verein B und der Verein A ein mit der Begründung, dass hierbei seitens des Verein A drei Spieler (X, Y, Z) eingesetzt wurden, welche am 20.03.2016 in der 1. Halbzeit des Verein A in der Kreisliga spielten.
Das KSG leitete hierauf ein Verfahren gegen den Revisionsführer ein, welcher jedoch erstinstanzlich keine Stellungnahme abgab. Das KSG verhängte mit Urteil vom 11.04.2016 gegen den Revisionsführer nach § 77 Abs. 1 RVO einen Punktabzug von 3 Punkten sowie eine Geldstrafe in Höhe von 100,00 €, nahm eine Spielwertung vor und verurteilte ihn zu den Kosten des Verfahrens.
Gegen dieses Urteil legte der Revisionsführer am 18.04.2016 fristwahrend über das Postfachsystem ZIMBRA Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 26.04.2016 zurück. Hiergegen richtet sich die erneut mittels Postfachsystem ZIMBRA am 02.05.2016 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht sinngemäß geltend, dass die Vorschrift des § 34 SpO vom KSG und BSG nicht zutreffend angewandt wurde, da Ziffer 3.2 und 3.3 für eine Spielgemeinschaft mit eigenständigen Stammmannschaften gelten muss. Der Revisionsführer unterhalte eine solche eigenständige Stammmannschaft mit dem Verein a, so dass der Einsatz von bis zu drei Spielern, die bei eigenständigen Mannschaften mitgewirkt haben, eingesetzt werden konnten.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 g) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Das BSG ging zu Recht davon aus, dass ein unzulässiger Spielereinsatz vorlag. Maßgeblich für die Beurteilung ist § 34 SpO, welcher auszugsweise wie folgt lautet:
"2.Vereine von der Bayernliga bis zur C-Klasse
Während des Spieljahres
2.1. Nach einem Einsatz in der ersten Halbzeit eines Verbandsspiels (Meisterschaftsspiels) der höherklassigeren Mannschaft - ausgenommen DFB-Pokalspiele, Totopokal, Hallenmeisterschaften, sonstige Pokalspiele - darf der Spieler nicht an den nächsten zwei Meisterschaftsspielen der aufstiegsberechtigt spielenden unterklassigeren Mannschaften mitwirken. Die Einsatzbeschränkung endet in jedem Fall nach Ablauf von 10 Tagen.
2.2 Vereine, deren 1. Mannschaft nicht höher als in der Kreisliga spielen und deren untere Herrenmannschaft(en) in einer der untersten beiden Spielklassen im Kreis eingereiht sind, können zusätzlich zu 2.1. bis zu drei beliebige Spieler aus der höherklassigeren Mannschaft(en) ohne Einschränkung sowohl in den höherklassigeren als auch in den unterklassigeren Mannschaften einsetzen. .
3. Einsatzbeschränkungen bei Spielgemeinschaften
3.1 Die Einsatzbestimmungen der Nr. 2 gelten auch für Spielgemeinschaften.
Spielgemeinschaft mit eigenständigen Stammmannschaften
3.2 Die Einsatzbeschränkungen bei Spielgemeinschaften mit eigenständigen Stammmannschaften richten sich nach Abs. 2.1 mit der Einschränkung, dass in einer Spielgemeinschaft mehrerer Vereine insgesamt nur maximal drei Spieler pro Meisterschaftsspiel eingesetzt werden dürfen, die nur in der 2. Halbzeit bei den eigenständigen Mannschaften mitgewirkt haben.
3.3 In Spielgemeinschaften, deren eigenständige Stammmannschaften nicht höher als Kreisliga spielen, können zusätzlich zu 3.2 bis zu drei weitere beliebige Spieler, die bei den eigenständigen Mannschaften mitgewirkt haben, pro Meisterschaftsspiel eingesetzt werden."
Bei der Überprüfung, ob Spieler in verschiedenen Mannschaften eingesetzt werden können, ist - wie bei jedem Gesetz - der entsprechende Paragraph von Beginn an zu lesen und jede Ziffer nacheinander durchzugehen. Einschlägig ist im Falle des Revisionsführers nach § 34 SpO aufgrund der Spielklasse zunächst Ziffer 2.1. Hiernach besteht jedoch keine Einsatzmöglichkeit für die drei betreffenden Spieler in der Verein A, da es sich bei dem Spiel am 26.03.2016 um eines der beiden nächsten Meisterschaftsspiele der Verein Anach dem Spiel des Verein C vom 20.03.2016 handelte. So dann ist die nächste Ziffer der Regelung, also 2.2 zu prüfen. Nachdem die erste Mannschaft des Verein C nicht höher als Kreisliga spielt, käme 2.2 zwar zunächst in Betracht, jedoch müsste hierzu die zweite Mannschaft in einer der untersten beiden Spielklassen im Kreis eingereiht sein. Dies ist jedoch nicht der Fall, da der Revisionsführer mit der Verein A in der Kreisklasse spielt und sich im Kreis darunter noch die B- und A-Klasse befinden.
Da das Spieljahresende Ende März noch nicht bevorstand können Ziffern 2.3 und 2.4 außer Acht gelassen werden. Ziffer 3. regelt die Einsatzbeschränkungen bei Spielgemeinschaften und stellt hierbei zuvorderst in 3.1 klar, dass die Einsatzbestimmungen der Nr. 2 auch für Spielgemeinschaften gelten. Dementsprechend gilt das oben beschriebene, wonach weder gemäß 2.1 noch gemäß 2.2 eine Einsatzmöglichkeit für die drei Spieler, welche am 20.03.2016 in der Kreisliga spielten, in der Kreisklasse bestand. Auch wenn 3.2 und 3.3 mit der nicht amtlichen Überschrift "Spielgemeinschaft mit eigenständigen Stammmannschaften" überschrieben ist, so gelten uneingeschränkt weiterhin wegen des allgemeinen Verweises in 3.1 auf Ziffer 2. die dortigen Bestimmungen.
Aus systematischer Sicht ist daher die vom BSG vorgenommene Auslegung des § 34 SpO nicht zu beanstanden.
Auch eine teleologische Auslegung des § 34 SpO kommt zu keinem anderen Ergebnis. Sinn und Zweck der Bestimmung des 2.2 ist, dass bei Vereinen, deren 1. Mannschaft nicht höher als in der Kreisliga und die 2. Mannschaft in einer der untersten beiden Ligen im Kreis spielt, drei Spieler der ersten Mannschaft zur Verstärkung eingesetzt werden können. Die Regelung trägt dem häufig in Vereinen auftretenden Spielermangel in kleineren bzw. niederklassigeren Vereinen Rechnung und soll diesen Vereinen ermöglichen, die häufig unterbesetzten zweiten Mannschaften durch maximal drei Spieler der ersten Mannschaft unterstützen zu können. Aus Wettbewerbsgründen soll dies allerdings nur für die untersten beiden Ligen gelten. Würde man nun - wie vom Revisionsführer gefordert - diese Regelung bei Spielgemeinschaften mit eigenständigen Stammmannschaften ohne die Einschränkung in 2.2 erlauben, würden solche Vereine mit einer zweiten Mannschaft oberhalb den untersten zwei Ligen im Kreis gegenüber Vereinen ohne Spielgemeinschaft, bevorzugt sein. Dies darf im Sinne eines geregelten und fairen Sportbetriebs nicht sein.
Nach § 77 Abs. 1 RVO ist für den Regelfall neben einer Geldstrafe auf einen Punktabzug von mindestens 3 Punkten zu erkennen und eine Spielwertung vorzunehmen. Für die Annahme eines leichten Falls wurden seitens des BSG keine Tatsachen festgestellt. An diese Feststellung ist das VSG im Revisionsverfahren gebunden.
Die Revision war daher zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00083-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.05.2016
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Frauen Kreisklasse-Spiel Verein A gegen Verein B vom 10.04.2016.

Berufung des Verein A gegen das Urteil mit Aktenzeichen 00191-15/16-BSG.

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG Oberfranken vom 06.05.2016 mit AZ 00191-15/16-BSG. wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 €. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Am 10.04.16 fand das Spiel der Frauenkreisklasse Ost zwischen Verein A und Verein B statt. Der amtierende SR teilte in seinem Sonderbericht mit, dass in der 40. Minute der Trainer der Gästemannschaft plötzlich umfiel und ins Krankenhaus verbracht wurde. Mit Einverständnis des Verein A hatten die Gäste um Spielabbruch gebeten, was dann durch den SR auch erfolgt ist. Spielstand war 0:0.

Das zuständige BSG hat dann mit Schreiben vom 14.04.16 gegen beide Vereine ein Verfahren wegen verschuldetem Spielabbruch eingeleitet. Beide Vereine gaben innerhalb der gesetzten Frist keine Stellungnahme ab, weshalb der Vorsitzende des BSG mit dem Leiter der Fußballabteilung des Verein A telefonierte und von dort in Erfahrung brachte, dass es sich bei der zusammengebrochenen Person um den Trainer handelte, der dann im Krankenhaus auch verstorben ist.

2. Mit Urteil vom 06.05.16 hat das BSG das Verbandsspiel neu angesetzt und die Kosten des Verfahrens dem BFV auferlegt. Das BSG führte in seinen Gründen aus, dass es sich hierbei nicht um einen verschuldeten Spielabbruch handle und deshalb auch keine Spielwertung erfolgt und das Spiel neu anzusetzen sei.

3. Mit Schreiben vom 09.05.16 hat der Verein A gegen dieses Urteil "Widerspruch" eingelegt und diesen damit begründet, dass sich beide Mannschaften auf den Spielabbruch geeinigt hätten, sich weiterhin geeinigt hätten, das Spiel nicht zu wiederholen und es bei dem Spielstand von 0:0 zu belassen.

4. Die Berufung ist zulässig, erweist sich jedoch in der Sache als unbegründet, weil der Schiedsrichter das Spiel zu Recht abgebrochen hat.

Nach der Rechtsprechung des Verbands-Sportgerichtes ist ein Spielabbruch auch auf Wunsch einer Mannschaft gerechtfertigt, wenn ein Beteiligter, zu denen auch ein Trainer zählt, mit einer schweren lebensbedrohlichen Erkrankung ins Krankenhaus gebracht werden muss. In diesem Fall ist es der betreffenden Mannschaft nicht zu zumuten das Spiel zu Ende zu spielen. Einzig mögliche Rechtsfolge ist die Neuansetzung, weil es den Vereinen nicht möglich ist, eine rechtsverbindliche Einigung über eine Wiederholung des Spiels oder Festsetzung des Spielstandes zu treffen.

Da somit das Ersturteil nicht zu beanstanden war, war die Berufung kostenpflichtig zurückzuweisen.

5. Die Kostenentscheidung erfolgt aus §§ 32, 33 RVO.

 

 Aktenzeichen: 00082-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.05.2016
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Revision gegen das Urteil des BSG vom 19.04.2016, AZ 00138-15/16 BSG.

 Urteil:

I. Die Revision gegen das Urteil des BSG vom 19.04.2016, AZ 00138-15/16 wird zurückgewiesen.

II. Der Verein A trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € sowie die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Der Revisionsführer setzte zu dem Privatspiel am 28.02.2016 zwischen dem Verein A und dem Verein B die Spieler X und Y ein. Der SR meldete hierzu, dass für beide Spieler seitens des Revisionsführers mit Unterschrift das Spielrecht bestätigt wurde und beide Spieler sich mit Papieren mit Bild und Namen auswiesen. Ferner wurde auf dem ESB vermerkt, dass die Pässe in München in Bearbeitung seien. Das KSG leitete hierauf ein Verfahren gegen den Revisionsführer ein. Dieser gab an, dass die beiden Spieler Flüchtlinge wären, die wegen kurzfristiger Erkrankung von anderen Spielern mit Zustimmung des Gegners und des SR eingesetzt wurden. Es seien die Spielgenehmigungen bereits beantragt gewesen. Der SR sei verunsichert gewesen, habe telefoniert und dem Revisionsführer mitgeteilt, dass wenn die Antragstellung nachgewiesen sei, die Spieler eingesetzt werden könnten. Das KSG befragte den SR hierzu, welcher einräumte dass er telefoniert habe und dann nach Bestätigung des Spielrechts und Überprüfung der Identität der Spieler diese zum Spiel zuließ. Das KSG ermittelte, dass für den Spieler X das Spielrecht erst am 29.02.2016 und für den Spieler Y am 17.03.2016 Spielrecht erteilt wurde.
Das KSG verhängte mit Urteil vom 29.04.2016 gegen den Revisionsführer nach § 77 Abs. 1 RVO einen Punktabzug von 3 Punkten sowie eine Geldstrafe in Höhe von 50,00 € und verurteilte ihn zu den Kosten des Verfahrens. Ferner wurde der Verantwortliche M mit Urteil vom 29.03.2016 nach § 77 Abs. 2 RVO mit einer Funktionssperre vom 04.04.2016 bis 03.07.2016 belegt und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt.
Gegen beide Urteile legte der Revisionsführer am 03.04.2016 fristwahrend Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 19.04.2016 zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 26.04.2016 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht unter anderem geltend, dass ein leichter Fall anzunehmen sei und dass wegen des beanstandeten Verhaltens in einem Privatspiel ein Punktabzug im Punktspielbetrieb unverhältnismäßig sei. Ferner sei der testweise Einsatz der beiden Flüchtlinge mit dem Gegner einvernehmlich abgesprochen gewesen und der SR habe den Einsatz nach der schriftlichen Bestätigung der Beantragung der Spielberechtigung zugelassen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Das BSG ging zu Recht davon aus, dass ein unzulässiger Spielereinsatz vorlag. Unstreitig lag für die beiden Spieler zum Zeitpunkt des Einsatzes kein Spielrecht vor. Trotzdem wurde dies von dem Verantwortlichen des Revisionsführers schriftlich bestätigt, mithin wissentlich eine falsche Angabe gemacht. Nach § 77 Abs. 1 RVO ist für den Regelfall neben einer Geldstrafe auf einen Punktabzug von mindestens 3 Punkten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falls müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen hiervon abzuweichen. Allein die Tatsache dass der unzulässige Einsatz in einem Privatspiel erfolgt ist reicht hierfür grundsätzlich nicht aus (stetige Rspr. des VSG siehe 00027-15/16-VSG, 00014-15/16). Gerade wegen des im BFV verankerten absoluten Passzwangs, welcher unter anderem auch aus versicherungsrechtlichen Gründen gilt, ist für den Einsatz in jedem Spiel, somit auch bei Privatspielen, eine Spielberechtigung erforderlich.
Die vom Revisionsführer vorgetragene Zustimmung des Gegners kann daher keinerlei rechtliche Wirkung entfalten. Auch der Einwand, dass der SR die beiden Spieler zugelassen hat, ist für die Bewertung des § 77 RVO irrelevant. Der SR besitzt keine Entscheidungskompetenz hinsichtlich des Spielrechts. Er kann nur über die Beteiligung am Spiel entscheiden und diese ggfs. durch einen Feldverweis beenden. Seine Entscheidung hat aber nach der Rechtsprechung des VSG (Fall 37 2008/2009) keinen Einfluss auf ein Bestehen oder Nichtbestehen des Spielrechts. So kann ein vom Schiedsrichter irrtümlich zugelassener, tatsächlich aber gesperrter Spieler ebenso unzulässig am Spiel teilnehmen, wie ein vom Schiedsrichter abgelehnter Spieler Spielrecht haben kann.
Das BSG hat zutreffend keinen leichten Fall gesehen. Maßgeblich ist, dass der Verein positive Kenntnis hatte und ihm daher tatsächlich bewusst war, dass für die beiden Spieler noch keine Spielberechtigung vorliegen konnte, da der Bearbeitungsstatus im SpielPlus "in Bearbeitung" auswies. Die unzutreffende Bestätigung des Spielrechts und das eigenmächtige Hinwegsetzen über die Bestimmungen des Spielrechts kann daher keinen leichten Fall mehr darstellen. Als Regelfall ist nach § 77 Abs. 1 RVO auf Punktabzug zu erkennen, auch wenn ein Wettbewerbsvorteil in dem Privatspiel nicht erzielbar war. Ist ein Punktabzug vorzunehmen, so wirkt sich dieser zwangsnotwendig auf den Punktspielbetrieb aus, auch wenn das Fehlverhalten aus einem Privatspiel resultiert.

Der Mannschaftsverantwortliche M hat entgegen der tatsächlichen Verhältnisse das nicht vorhandene Spielrecht der beiden fraglichen Spieler bestätigt. Das BSG hat auch hier zu Recht keinen leichten Fall angenommen. Der Revisionsführer verkennt diesbezüglich, dass es sich bei der Bestrafung mit einem dreimonatigen Funktionsverbot nicht um einen schweren Fall handelt, sondern eben um den Regelfall des § 77 Abs. 2 RVO. Der Verantwortliche des Revisionsführers wusste, dass für die Spieler kein Spielerpass vorlag. Dennoch wurden die Spieler von ihm eingesetzt. Der vorsätzliche Einsatz eines Spielers für den kein Spielerpass vorliegt, stellt in aller Regel keinen leichten Fall dar. Die Revision war daher zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00081-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.05.2016
Besetzung: Beierlein, Lieb, Krause

Bezirksliga-Spiel Verein A gegen Verein B vom 24.04.2016

Berufung des Verein Agegen das Urteil des BSG vom 03.05.2016, Aktenzeichen: 00165-15/16-BSG.

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein A gegen das Urteil des BSG vom 03.05.2016 Aktenzeichen: 00165-15/16-BSG. wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt der Verein Verein A. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel am 24.04.2016 meldete der SR, dass der Spieler X (Verein A) in der 95. Minute im Mittelkreis dem ballführenden Gegner hinterherlief und diesem mit gestrecktem Fuß von hinten gegen die Füße trat, um den Gegner zu Fall zu bringen und einen möglichen Konter zu unterbinden. Der SR zeigte hierfür die rote Karte. Der Gefoulte musste nicht behandelt werden und konnte weiterspielen, der Freistoß hatte keine Wirkung.

Der Berufungsführer räumte in seiner Stellungnahme ein, dass sein Spieler viel zu spät kam und dem Gegner durch Tackling das Bein von hinten stellte.

Mit Urteil vom 03.05.2016 wurde der Spieler X vom BSG gemäß § 66 Abs. 1 RVO für drei Verbandsspiele wegen rohen Spiels gesperrt. Das Urteil wurde am 04.05.2016 über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der Berufungsführer am selben Tag über das BFV-Postfachsystem Berufung ein. Er führte aus, dass der Spieler dem Gegner lediglich ein Bein gestellt und diesen nicht rücksichtslos verletzt oder gefährdet hat. Das Vergehen sei als unsportliches Verhalten einzustufen und eine Sperrstrafe von einem Spiel ausreichend.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde frist- und formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Bei dem vom SR geschilderten Tackling, bei welchem Spieler X unstreitig seinen Gegenspieler von hinten attackierte, an den Füßen traf und diesen hierdurch zu Fall brachte, handelt es sich um ein rohes Spiel nach § 66 RVO. Der Einwand des Berufungsführers kann zu keiner anderen Betrachtung führen. Er räumt hierbei klar ein, dass das Foul von hinten an dem ballführenden Spieler begangen wurde. Allein die Begehungsweise von hinten, bei welcher der Gegenspieler den herannahenden Fuß nicht wahrnehmen und sich daher auch nicht auf das Foul einstellen kann, stellt ein hohes Verletzungspotential dar, weshalb die Beurteilung des BSG dieses Fouls als rohes Spiel aus Sicht des VSG zutreffend ist. Die hierfür verhängte Sperre von drei Spielen ist am unteren Ende des Strafrahmens und für das Vergehen tat- und schuldangemessen. Nach Auffassung des VSG ist die erkannte Strafe von drei Spielen somit nicht zu beanstanden. Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00080-15/16-VSG
Sitzung vom: 19.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey, Krause, Lieb

Antrag auf Auslegung des § 44 Nr. 2 SpO (Wegfall der Wartefrist infolge sechsmonatigen Nichtspielens)

Urteil:

§ 44 Nr. 2. SpO ist dahingehend auszulegen, dass ein Amateurspieler oder Vertragsspieler nur dann sechs Monate nicht mehr gespielt hat, wenn er sechs Monate an keinem Spiel mehr teilgenommen hat, das zu den in § 12 SpO aufgeführten Spielen gezählt hat.

 Gründe:

Mit Antrag vom 29.03.2016 beantragte der Verbandsanwalt die verbindliche Auslegung des § 44 Nr. 2 SpO durch das Verbands-Sportgericht. Konkret wurden dabei die Fragen gestellt, welches Spiel als letztes Spiel herangezogen wird, das letzte Spiel mit gültigem Spielrecht oder das zuletzt tatsächlich gespielte Spiel.

1. Das Verbands-Sportgericht ist zuständig für die verbindliche Auslegung von Bestimmungen der Satzung und der Ordnungen des BFV, wenn der Verbandspräsident oder der Verbandsanwalt dies beantragen (§ 20 Abs. 2 RVO).

2. Die auszulegende Bestimmung § 44 Nr. 2 SpO lautet:

Die Wartefrist entfällt für Spieler aller Mannschaften in folgenden Fällen:
6 Monate inaktiv
2. Wenn Amateurspieler nachweislich sechs Monate nicht mehr gespielt haben.
Die Berechnung dieser Frist beginnt frühestens mit dem Ablauf einer Sperrstrafe. Dies gilt auch für Vertragsspieler mit der Maßgabe, dass die Frist mit dem Vertragsende, dessen einvernehmlicher Auflösung oder der wirksam gewordenen Kündigung zu laufen beginnt. Die entsprechenden Nachweise sind mit dem Antrag auf Erteilung der Spielerlaubnis einzureichen.

3. Die Auslegung ergibt das im Tenor genannte Ergebnis.

Grundsätzlich sind bei der Auslegung von Vorschriften der Satzung und der Rechtsordnungen eines Verbandes nur objektive Gesichtspunkte, wie z. B. Zweck und Sinnzusammenhang einzelner Bestimmungen - das objektiv als Ziel Erstrebte - zu berücksichtigen. Außerhalb der Satzung liegende Sachzusammenhänge dürfen unter Umständen berücksichtigt werden, wenn deren Kenntnis allgemein bei den Mitgliedern und Organen des Vereins vorausgesetzt werden kann. Nicht in Betracht zu ziehen sind dagegen Willensäußerungen und Interessen der Gründer, sonstige Vorgänge aus der Entstehungsgeschichte des Vereins oder subjektive Vorstellungen der Beteiligten und für die Allgemeinheit nicht übersehbare Erwägungen und Absichten (Sauter/Schweyer/Waldner, Der eingetragene Verein, 9. Auflage 2010, Rn. 36 unter Hinweis auf die BGH Rechtsprechung).

a) Ausgangspunkt der Auslegung muss daher stets der Wortlaut der Bestimmung sein, so wie er von einem verständigen Mitglied des Verbandes bzw. seiner Vereine unter Berücksichtigung des erkennbaren Sinnzusammenhangs zu verstehen ist.

Der Wortlaut von Satz 1 der Bestimmung stellt bei Amateurspielern darauf ab, dass sie sechs Monate lang nicht mehr gespielt haben. Dabei unterscheidet der Wortlaut der Vorschrift nicht danach, ob ein Spieler berechtigt oder unberechtigt spielte oder ob sich die Spielberechtigung aus dem Stammspielrecht, einem Nebenspielrecht oder einem Zweitspielrecht herleitete. In Satz 2 wird der Beginn der Frist bei Sperrstrafen frühestens auf das Ende der Sperrstrafe gelegt. Eine Zwangspause infolge einer Sperrstrafe bleibt demnach bei der Berechnung der Frist außer Betracht.

Der Wortlaut stellt für den Fristbeginn beim Amateurspieler nicht darauf ab, ob und wann die Spielberechtigung erloschen ist.

Der Wortlaut des Fristbeginns zu Satz 3, der sich auf Vertragsspieler bezieht ist demgegenüber nicht eindeutig. Satz 1 soll mit der Maßgabe wirken, dass die Frist mit dem Vertragsende, dessen einvernehmlicher Auflösung oder der wirksam gewordenen Kündigung zu laufen beginnen soll. Ob es sich dabei um einen absoluten Fristbeginn handeln soll, der Satz 1 vorgeht oder ob es sich um den ggfs. verzögerten Fristbeginn entsprechend Satz 2 handeln soll, lässt sich dem Wortlaut nicht eindeutig entnehmen.

b) Die Auslegung nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift stützt das im Tenor gefundene Ergebnis:

Der erkennbare Sinn und Zweck der Vorschrift ist eine Erleichterung der Rückkehr in den organisierten Spielbetrieb, wenn aus welchen Gründen auch immer (außer einer Sperre) das aktive Spielen in einer Mannschaft eines Vereins, der dem BFV angehört eingestellt wurde. Wer bereits sechs Monate nicht mehr gespielt hat, soll bei seiner Rückkehr zum Spielbetrieb nicht mit einer Wechselfrist belegt werden, auch wenn er bei einem anderen Verein weiterspielen will. Die Vorschrift ersetzt daher die Wartefristen, die sich sonst beim Vereinswechsel ergeben.

Aus diesem Sinn und Zweck der Vorschrift wird aber deutlich, dass diese Sechsmonatsfrist nur dann eingehalten wird, wenn an überhaupt keinem Spiel der Art teilgenommen wurde, wie sie in § 12 aufgeführt sind. Wenn sich der Spieler weiterhin am organisierten Spielbetrieb und sei es auch nur an Freundschaftsspielen beteiligt hat, liegt kein Entfernen vom Spielbetrieb vor, sondern bei einem Vereinswechsel sind die einzelnen Wartefristen zu beachten, die die SpO oder ggfs. andere Ordnungen vorsehen.

Es kann daher keinen Unterschied machen, ob der Spieler mit seinem Stammspielrecht, einem Zusatzspielrecht oder mit seinem Zweitspielrecht spielte, weil in jedem Falle eine Teilnahme am organisierten Fußball stattgefunden hat. Dabei ist wegen der Vorrangigkeit der speziellen Wechselvorschriften als organisierter Fußballsport nicht nur der Fußball innerhalb der Vereine des BFV zu verstehen, sondern innerhalb aller Verbände, die der FIFA nachgeordnet sind, jedenfalls soweit beim Wechsel zwischen solchen Verbänden Wechselfristen aufgrund der Bestimmungen zu beachten sind, die kraft Satzung für den BFV verbindlich sind.

Ebenfalls kann es keinen Unterschied machen, ob die Spielteilnahme berechtigt war oder nicht. Wenn also beispielsweise nach der Abmeldung und dem Erlöschen des Spielrechts noch an einem Spiel der in § 12 SpO aufgezählten Art teilgenommen wird, so zählt dieses Spiel auch dann als letztes Spiel, wenn die Teilnahme unzulässig erfolgt ist. Dies ergibt sich neben den vorstehenden Erwägungen, wonach es auf das endgültige Entfernen vom organisierten Spielbetrieb ankommt, auch und insbesondere daraus, dass ein berechtigt am Spiel teilnehmender Spieler nicht schlechter gestellt werden kann, als ein unzulässig spielender Spieler.

c) Schließlich stützt auch die systematische Auslegung das gefundene Ergebnis. Beim Vereinswechsel sind unterschiedliche Regelungen und Wartefristen zu beachten, der Vereinswechsel soll generell nur in bestimmten Zeiträumen stattfinden, Die Erteilung einer Spielerlaubnis hängt u.U. von Mitteilungen anderer Verbände ab. Der Wegfall der Wartefrist durch den Ablauf von sechs Monaten stellt zu diesen Wartefristen einen Ausnahmefall dar. Der Regelfall sind die Vorschriften, die die Wechselzeiträume, Wechselfristen und sonstigen Regularien des Vereinswechsels regeln. Eine Ausnahmevorschrift ist jedoch stets eng auszulegen und hat im Zweifel bei einer ungewollten Kollision mit der Regelvorschrift hinter diese zurückzutreten. Dies wird im vorliegenden Fall nochmals dadurch bestärkt, dass bei einer Sperrstrafe, die Zeitdauer der Sperre den Beginn der Wartefrist hemmt. Deshalb kann es auch nicht entscheidungserheblich sein, auf welchem Spielrecht das letzte Spiel erfolgt, weil alle Spielrechte Auswirkungen auf die Berechnung der Wechselfristen haben.

d) Berücksichtigt man vorstehende Erwägungen ergibt sich daraus, dass auch beim Vertragsspieler das letzte Spiel entscheidend ist und die Frist nur solange gehemmt ist, als er noch einen gültigen Vertrag besitzt. Der sich demnach ergebende Unterschied zum Spielrecht des Amateurspielers ist dadurch gerechtfertigt, dass der Vertragsspieler bis zum Ende seines Vertrags einen Anspruch auf eine Gegenleistung durch den Verein besitzt. Da er für die theoretische Möglichkeit zu spielen eine Gegenleistung erhält, die ihre Grundlage im organisierten Spielbetrieb hat, nimmt er solange der Vertrag läuft am Spielbetrieb auch dann teil, wenn er nicht bei einzelnen Spielen eingesetzt wird.

 

 

Aktenzeichen: 00079-15/16-VSG
Sitzung vom: 19.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Herren-Privatspiel Verein X - Verein Y vom 05.03.2016
Berufung Verein X gegen das Urteil des SG vom 01.04.2016

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein X gegen das Urteil des SG vom 01.04.2016,  wird zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 203,00 und die weiteren Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der Verein X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 Gründe:

 

1. Im Herren-Privatspiel Verein X - Verein Y wurde der Spieler A eingesetzt, ohne dass hierfür ein gültiger Spielerpass oder ein sonstiger Spielberechtigungsnachweis rechtzeitig vorgelegt wurde. Dieser Sachverhalt war Gegenstand der weiteren Entscheidung des SG. In dieser Entscheidung wurde Verein X u. a. mit Punktabzug wegen unzulässigem Spielereinsatz belegt. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde durch die anderweitige Entscheidung des VSG vom 30.03.16, Az.: 00066-15/16-VSG zurückgewiesen. Für diesen unzulässigen Einsatz war der nunmehr im hiesigen Verfahren Betroffene Z verantwortlich. Der leitende SR M teilte in seiner Meldung mit, dass Herr K bestätigte, dass der Spieler A Spielrecht habe. Das SG hat ein entsprechendes Verfahren eingeleitet und mit Verfügung vom 16.03./17.03.2016 für den Fall der Verurteilung eine Funktionssperre gegen den Betroffenen für den Zeitraum vom 01.04. - 30.06.2016 angekündigt. Der Betroffene hat sich zunächst dahingehend eingelassen, dass er dem SR nur bestätigt habe, dass der Pass in den nächsten Tagen vorliegen werde. Hieraufhin habe ihm der SR mitgeteilt, dass er nichts dagegen habe, dass der Spieler spiele und dass er eine Meldung machen müsse. Er habe darüber hinaus darauf hingewiesen, dass der Pass innerhalb von 10 Tagen vorgelegt werden müsse.

In seiner ergänzenden Stellungnahme, die dem Betroffenen zugeleitet wurde, hat der SR M noch einmal darauf hingewiesen, dass der Betroffene Z dem SR bestätigt hat, dass der Spieler ein Spielrecht habe und dieser eingesetzt werden soll.

Das SG hat Herrn Z als Verantwortlichen gemäß § 77 II RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einer dreimonatigen Funktionssperre vom 01.04. - 30.06.2016 belegt. Hiergegen hat Verein X Berufung eingelegt und u. a. hier auch eingeräumt, dass der Spieler A keine Spielberechtigung hatte und dies sei auch dem Verantwortlichen mitgeteilt worden. Für den Fall, dass der SR dem Einsatz des Spielers nicht zugestimmt hätte, so hätte Verein X auf dessen Einsatz auch verzichtet. Weiterhin wird u. a. angeführt, dass Herr Z weder betrügerisch, noch willkürlich gehandelt habe.

Im Übrigen wird auf den entsprechenden Akteninhalt verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Die Berufung konnte durch den Verein Verein X für den hier Betroffenen eingelegt werden.

Bei dem Einsatz des Spielers A handelte es sich um einen unzulässigen Spielereinsatz. Hier wird auf die vorangegangene Entscheidung des VSG vom 30.03.2016, Az.: 00066-15/16-VSG i.V.m. der Entscheidung des SG vom 16.03.2016, verwiesen.

Das VSG ist aufgrund der Stellungnahme des SR davon überzeugt, dass der Betroffene Zdem SR erklärte, dass der Spieler A Spielrecht hat. Die Ausführungen des Betroffenen dazu, dass der SR den Spieler nicht ohne Nachweis hätte am Spiel teilnehmen lassen dürfen, gehen ins Leere. Der SR hat auf die bestehende Problematik hingewiesen. Der Betroffene hat den Spieler dennoch eingesetzt. Es war dem SR verwehrt, dem Spieler den Zugang zum Spiel zu verweigern. Der SR hat darauf hingewiesen, dass für den Einsatz mit einer Meldung zu rechnen ist. Dem SR ist aus Sicht des VSG kein Fehlverhalten anzulasten.

Es liegt allein in der Verantwortung des Vereins und für den Fall des Einsatzes im Bereich des hierfür Verantwortlichen, die Spielberechtigung zu prüfen und nur spielberechtigte Spieler einzusetzen.

Liegt ein solches Spielrecht entgegen den Angaben nicht vor und wird ein Spieler eingesetzt, sind die Voraussetzungen des § 77 II RVO gegeben.

Unstreitig hat Herr Z den Einsatz zu verantworten. Dabei wurde bereits zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass die gesamte Vorstandschaft und u. a. auch Herr Z neu bei Verein X die Tätigkeit übernommen haben. Herrn Z kann es dabei nicht entlasten, dass er bei der Wintertagung in Friesen, bei der die Problematik besprochen wurde, nicht anwesend war. Deswegen wurde insgesamt auch nur die Mindestsperrfrist trotz einer entsprechenden einschlägigen Verurteilung in der laufenden Saison verhängt.

Ein leichter Fall ist im vorliegenden Fall auch aus Sicht des VSG nicht zu erkennen. Im Übrigen wird Bezug genommen auf die zutreffenden Ausführungen des SG in der angefochtenen Entscheidung.

Die Berufung war daher zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Verfahrens trägt der Berufungsführer gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Aktenzeichen: 00078-15/16-VSG
Sitzung vom: 19.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Berufung des SV Wacker Burghausen gegen das Urteil des SG Bayern vom 23.03.2016, Aktenzeichen: 00557-15/16-SG Bayern

 Urteil:

I. Die Berufung des SV Wacker Burghausen gegen das Urteil des SG Bayern vom 23.03.2016, Aktenzeichen: 00557-15/16-SG Bayern wird zurückgewiesen.

II. Der SV Wacker Burghausen trägt die Kosten des

Gründe:

1. Das U17-Landesligaspiel Y gegen X  war laut SpielPlus auf den 13.03.2016 angesetzt. Am 12.03.2016 um 07:03 Uhr teilte der X dem zuständigen Spielleiter per email mit, dass es wegen zahlreicher Erkrankungen und Verletzungen nicht möglich ist das betreffende Spiel durchzuführen. Der Spielleiter erstatte daher am 14.03.2016 Anzeige wegen Nichtantretens. In dem hierauf vom SG Bayern eingeleiteten Verfahren gab der X an, dass am Spieltag neun Spieler aus verschiedenen Gründen nicht einsatzfähig waren und legte ärztliche Atteste, eine schulische Bestätigung sowie ein Nachweis über die Teilnahme eines Spielers an einem Verbandslehrgang vor und verwies auf eine Einsatzliste der verhinderten Spieler.

Mit Urteil vom 23.03.2016 wurde der Verein X vom SG Bayern gemäß § 78 Abs. 1 RVO mit einer Geldstrafe von 30 € belegt sowie eine 2 : 0 Spielwertung zugunsten der Y und zulasten des X vorgenommen. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der Verein X am 29.03.2016 über das BFV-Postfach Berufung ein. Er führte unter anderem aus, dass die Nichtberücksichtigung einer Spielerabstellung wegen einer BFV-Maßnahme einer Verzerrung des Wettbewerbs gleichkäme.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Die vom SG Bayern vorgenommene Überprüfung der bisherigen Einsätze der verhinderten Spieler und Einbeziehung dieses Ergebnisses ist nicht zu beanstanden. Soweit der Berufungsführer in der Berufung einen Wettbewerbsnachteil wegen des zu einer Lehrgangsmaßnahme abgestellten Spielers sieht, muss entgegengehalten werden, dass der Berufungsführer selbst es versäumt hat einen entsprechenden Antrag fristgerecht zu stellen. Gemäß § 15 Abs. 4 JO entscheidet bei Abstellung eines Spielers zu Auswahlmannschaften auf Antrag des betroffenen Vereins der Spielleiter über die Absetzung des Spiels. Der Antrag ist spätestens 5 Tage vor dem abzusetzenden Spiel oder unverzüglich nach Erhalt der Anforderung bei dem zuständigen Spielleiter einzureichen. In der Spielabsage per email vom 12.03.2016 wurde seitens des Berufungsführers überhaupt nicht auf den abgestellten Spieler Bezug genommen, sondern lediglich als Grund die zahlreichen Grippeerkrankungen und Verletzungen angeführt. Erstmals im Sportgerichtsverfahren wurde ergänzend auf die Minimierung des Kaders wegen eines einzigen Spielers bei einem BFV-Lehrgang hingewiesen. Nach eigener Einlassung des Berufungsführers teilte der betreffende Spieler dies bereits am 06.03.2016 dem Verein mit. Eine fristgerechte Antragstellung gemäß § 15 Abs. 4 Satz 2 JO, welche somit möglich gewesen wäre, unterblieb allerdings. Die vom Spielleiter zu treffenden Entscheidung über die Absetzung des Spiels ist im Rahmen seines Ermessens wohl nicht zu beanstanden und in hiesigem Verfahren auch nicht zu überprüfen. Der Berufungsführer hätte diese Entscheidung im Verwaltungsweg anfechten können, jedoch unterblieb auch dies. Ein Verschulden des Berufungsführers an dem Spielausfall ist mithin gegeben. Die hierfür ausgesprochene Strafe von 30 € ist im Hinblick auf die Spielklasse im unteren Bereich und nach Auffassung des VSG nicht zu beanstanden; die Spielwertung nach § 29 SpO ist bei einem verschuldeten Nichtantreten zwingend vorzunehmen.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 c) und 7 c) FO und § 2 I. Nr. 6 c) und 7 c) Anlage FO.

 

 

Aktenzeichen: 00077-15/16-VSG
Sitzung vom 19.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Frey

Berufung der SpVgg X gegen das Urteil des BSG vom 01.03.2016, Az.: 00240-15/16-BSG  

Urteil:

 I. Auf die Berufung der SpVgg X wird das Urteil des BSG vom 01.03.16 aufgehoben.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV.

 

Gründe:

 1. Beim Freundschaftsspiel des TSV Y gegen SpVgg X teilte der amtierende Schiedsrichter unter der Rubrik "sonstige Vorkommnisse" mit, dass der Gastspieler A keinen Spielerpass vorlegen konnte, es wurde nur der Personalausweis vorgelegt. Der Mannschaftsverantwortliche hat die Identität und das Spielrecht des Spielers bestätigt.

2. Mit Schreiben vom 13.02.16 leitete das BSG gegen den Verein ein Verfahren nach § 79 RVO ein. Nachdem der Pass nicht innerhalb der gesetzten Frist eingegangen ist, leitete das BSG mit Schreiben vom 19.02.16 ein Verfahren nach § 77 RVO gegen den Mannschaftsverantwortlichen ein.

3. Eine Stellungnahme des Vereins ist nicht erfolgt.

4. Mit Urteil vom 01.03.16 wurde der Verantwortliche der SpVgg X nach § 77 II RVO mit einer Geldstrafe von 50,00 € belegt und ihm auch die Kosten für dieses Verfahren auferlegt.

5. Mit Schreiben vom 02.03.16 legte der Verein über das Postfach Zimbra Berufung ein.

6. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig, die Berufung ist zulässig und auch in vollem Umfang begründet.

Im Rahmen der Überprüfung dieses Urteils wurde festgestellt, dass auch das KSG, das für diesen Fall zuständig war, per 23.02.16 unter dem Aktenzeichen 00678-15/16 ein Urteil gefällt hat.

Im Rahmen des Verfahrens vor dem KSG hat der Mannschaftsverantwortliche fristgemäß den Pass des Spielers eingereicht, sodass eine Bestrafung mangels Verschulden nicht erfolgen konnte.

Auf die Berufung war deshalb das Urteil des BSG aufzuheben, da zum einen ein Verschulden des Mannschaftsverantwortlichen nicht mehr gegeben war und auch das BSG als unzuständiges Gericht geurteilt hat.

7. Die Kostenfolge ergibt sich aus dem Gesetz.

 

 

 

Aktenzeichen: 00076-15/16-VSG
Sitzung vom 19.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Frey

Berufung der SpVgg Y gegen das Urteil des BSG vom 01.03.2016, Az.: 00239-15/16-BSG

 

Urteil

I. Auf die Berufung der SpVgg Y wird das Urteil des BSG vom 01.03.16 aufgehoben.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV.

Gründe :

1. Beim Freundschaftsspiel des TSV X gegen SpVgg Y teilte der amtierende Schiedsrichter unter der Rubrik "sonstige Vorkommnisse" mit, dass der Gastspieler A keinen Spielerpass vorlegen konnte, es wurde nur der Personalausweis vorgelegt. Der Mannschaftsverantwortliche hat die Identität und das Spielrecht des Spielers bestätigt.

2. Mit Schreiben vom 13.02.16 leitete das BSG gegen den Verein ein Verfahren nach § 79 RVO ein. Nachdem der Pass nicht innerhalb der gesetzten Frist eingegangen ist, leitete das BSG  mit Schreiben vom 19.02.16 ein Verfahren nach § 77 RVO gegen den Verein ein.

3. Eine Stellungnahme des Vereins ist nicht erfolgt.

4. Mit Urteil vom 01.03.16 wurde der Verein nach § 77 RVO mit einer Geldstrafe von 100,00 € belegt und ihm auch die Kosten für dieses Verfahren auferlegt.

5. Mit Schreiben vom 02.03.16 legte der Verein über das Postfach Zimbra Berufung ein.

6. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig, die Berufung ist zulässig und auch in vollem Umfang begründet.

Im Rahmen der Überprüfung dieses Urteils wurde festgestellt, dass auch das KSG, das für diesen Fall zuständig war, per 23.02.16 unter dem Aktenzeichen 00678-15/16 ein Urteil gefällt hat.

Das KSG hat damals die SpVgg Y gemäß § 79 RVO wegen Nichtvorlage eines Spielerpasses mit einer Geldstrafe von 35,00 € belegt und auch die Kosten des dortigen Verfahrens der SpVgg X auferlegt.

Auf die Berufung war das Urteil des BSG aufzuheben, da es sich um das unzuständige Gericht gehandelt hat. Wie sich aus den beigezogenen Akten des KSG ergibt, hat der Verein dort fristgemäß den Spielerpass nachgereicht, sodass aufgrund des richtigen, rechtskräftigen Urteils des KSG das streitgegenständliche Urteil des BSG mit der gesetzlichen Kostenfolge aufzuheben war.

 

 

Aktenzeichen: 00075-15/16-VSG
Sitzung vom: 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Landesliga-Spiel TSV X - FC Y vom 05.03.2016
Berufung TSV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 23.03.2016

Urteil:

1. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 23.03.2016 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 203,00 € trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Landesliga-Spiel TSV X - FC Y am 23.03.2016 dribbelte ein Spieler des FC Y in der 58. Minuten beim Spielstand von 6:0 in hohem Tempo mit dem Ball am Fuß Richtung X-er Tor. Der betroffene Spieler N. N. kam ihm dabei frontal entgegengelaufen. Als die Spieler 1 - 2 m voneinander entfernt waren, traf der betroffene Spieler N. seinen Gegenspieler mit offener Sohle voraus und voller Wucht diesen am linken Bein im Bereich des Knies. Der gefoulte Spieler musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Das Sportgericht hat nach Strafantrag des Verbandsanwalts mit Einzelrichterentscheidung vom 16.03.2016 den Spieler N. N. gemäß § 66 I RVO wegen rohen Spiels für u. a. 5 Verbandsspiele gesperrt. Hiergegen hat der TSV X form- und fristgerecht Einspruch eingelegt. Das Sportgericht hat daraufhin in der nunmehr angegriffenen Entscheidung vom 23.03.2016 den Einspruch als unbegründet zurückgewiesen. Hiergegen hat der TSV X mit Schreiben vom 30.03.2016 Berufung eingelegt und diese gleichzeitig begründet. Der Berufungsführer stützt sich dabei im Wesentlichen darauf, dass der Tatbestand des § 66 RVO nicht erfüllt sei, da sich der Spieler im Zweikampf um den Ball sah und deswegen eine reelle Chance hatte, den Ball zu gewinnen. Eine Rücksichtslosigkeit liege darüber hinaus nicht vor. Es wird eingeräumt, dass er den Gegenspieler getroffen habe, wobei darauf hingewiesen wird, dass der Ball auf Kunstrasen eine andere Sprungeigenschaft aufweise als auf Naturrasen. Der Berufungsführer räumt ein, dass der Betroffene Spieler seinen Gegenspieler am Schienbein unterhalb des Knies mit einem Multinoppenschuh getroffen habe. Des Weiteren wird u. a. eingewandt, dass die Vorstrafen des Spielers aus den Spielzeiten 2014/2015 und 2015/2016 wegen Tätlichkeit erfolgt sind und deswegen nicht strafschärfend berücksichtigt werden dürfen.

Im Übrigen wird auf den Akteninhalt verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Das Erstgericht ging zutreffend davon aus, dass der Spieler N. ein Vergehen des rohen Spiels gemäß § 66 II RVO -roh spielt, wer rücksichtslos im Kampf um den Ball den Gegner verletzt oder gefährdet - begangen hat.

Es steht zur Überzeugung des VSG fest, dass der Spieler N. seinem Gegenspieler, der mit hohem Tempo auf ihn zulief, entgegenkam und ihn dabei mit voller Wucht am linken Bein traf. Dabei kann zugunsten des Betroffenen davon ausgegangen werden, dass er ihn im Bereich des Schienbeins/Knies traf.

Wer aber den Gegenspieler, der ihm entgegenkommt, mit großer Wucht in diesem Bereich weit über dem Boden trifft, ohne den Ball zu spielen, begeht ein rohes Spiel. Dabei kann weiterhin zugunsten des Betroffenen davon ausgegangen werden, dass er letztlich noch eine Chance hatte, den Ball zu spielen. Geschieht dies aber nicht und trifft der Spieler den Gegenspieler, der auf ihn zuläuft, im Bereich des Schienbeins/Knies, begeht ein rohes Spiel. Insoweit ist dem Erstgericht in vollem Umfang zuzustimmen.

Dabei ist im Weiteren davon auszugehen, dass dies entsprechend den weiteren Feststellungen und unstreitig mit offener Sohle geschah. Nachdem der Betroffene mit offener Sohle gegen den Gegenspieler vorging, nahm er in jedem Fall eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf. Dabei ist es unbeachtlich, dass der SR zunächst berichtete, dass dies mit den Stollen voraus geschah. Dies wertet das VSG als umgangssprachlich. Im Ergebnis ist mit dem Stollen voraus nichts anderes als mit offener Sohle. Es ist im Wesentlichen nicht anders zu bewerten, wenn der Spieler mit offener Sohle oder mit den Stollen voraus den Gegenspieler tritt und diesen trifft.

Danach steht ein rohes Spiel im vorliegenden Fall fest.

Auch hinsichtlich des Strafmaßes ist die Entscheidung des Erstgerichts nicht zu beanstanden.

Unstreitig hat sich der Gegenspieler bei dem Vorgang verletzt. Er musste behandelt und infolge dieses Vorgangs auch ausgewechselt werden.

Dabei ist es zunächst unbeachtlich, dass der Gegenspieler beim nächsten Spiel wieder spielte. Im vorliegenden Fall war der Gegenspieler in jedem Fall verletzt. Im Übrigen würde auch eine reine Gefährdung bereits ausreichen.

Im Weiteren sind entgegen der Ansicht des Berufungsführers auch die vorangegangenen Verurteilungen wegen Tätlichkeit zu berücksichtigen.

Auch eine Verurteilung wegen Tätlichkeit hat grundsätzlich dieselbe Zielrichtung, nämlich der Vorgang gegen den Gegner. Deswegen sind auch diese Verurteilungen strafschärfend zu berücksichtigen.

Im Übrigen hat ein Spieler, der auf Kunstrasen spielt, seine Spielweise entsprechend einzurichten.

Unter Berücksichtigung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Tatumstände war daher die Verhängung von insgesamt 5 Spielen Sperre tat- und schuldangemessen.

Eine Verhängung der Mindestsperre kann im vorliegenden Fall in keinster Weise in Betracht kommen. Bei dem festgestellten Tatgeschehen liegt bei einem Schlag in Höhe knapp unterhalb des Kniegelenks mit einer erheblichen Verletzungsfolge eine einfachste Fahrlässigkeit nicht vor.

Soweit ersichtlich, konnte in den umfangreichen Ausführungen des Berufungsführers kein irgendwie geartetes Bedauern festgestellt werden.

Die Berufung war daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00074-15/16-VSG
Sitzung vom: 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Bezirks-FS-Spiel TSV Y - TSV X vom 13.03.2016
Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 22.03.2016

Urteil:

1. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 22.03.2016 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Bezirks-FS-Spiel TSV Y - TSV X am 13.03.2016 wurde der Spieler N. N. (TSV X) gemäß § 68 I RVO wegen unsportlichem Verhalten gegenüber dem SR/SR-Assistenten vom 26.03.2016 mit einschl. 15.04.2016 gesperrt. Aufgrund der Meldung des SR erhielt der betroffene Spieler N. beim Spielstand von 2:0 für Ebersberg in der 39. Minute eine Verwarnung wegen Unsportlichkeit. In der 43. Minute beging dieser ein weiteres verwarnungswürdiges Foul, wobei er von hinten kommend seitlich in den Gegenspieler hineingrätschte. Den Ball berührte er dabei leicht, traf aber den Fuß des Gegenspielers. Daraufhin erhielt er die gelb-rote Karte. Der betroffene Spieler wollte die Entscheidung des SR nicht akzeptieren und protestierte hierzu lautstark. Der SR musste, obwohl er rückwärtsging, den Spieler mit ausgestreckter Hand auf Abstand halten. Einige Mitspieler versuchten ihn zurückzuhalten und diesen zu veranlassen, das Spielfeld zu verlassen. Er wandte sich dann ab und schrie, bevor er sich komplett abgewandt hatte, "amina koyin" in Richtung des SR.

Aufgrund dieses Vorgangs wurde der Betroffene nach Anhörung wegen Schiedsrichterbeleidigung gemäß § 68 RVO mit einer Sperrstrafe vom 22.03. - 15.04.2016 belegt.

Hiergegen hat der Verein mit Schreiben vom 24.03.2016 Berufung eingelegt und diese im Wesentlichen damit begründet, dass dieser Ausspruch nicht vom Betroffenen getätigt wurde und darüber hinaus keine Beleidigung darstellte. Es handle sich nur um einen Unmutsausdruck. Des Weiteren kann eine Übersetzung weder gefunden, noch durch türkische Mitspieler bestätigt werden.

Im Weiteren wurde ein entsprechender Antrag auf Aussetzung der Sperrstrafe gestellt, welchen das VSG mit Entscheidung vom 24.03.2016, Az.: 00063-15/16-VSG zurückgewiesen hat.

Das VSG hat den SR-Assistenten telefonisch gehört, der bestätigte, dass der Ausspruch eindeutig dem betroffenen Spieler zuzurechnen ist. Auch hierzu hatte der Berufungsführer Gelegenheit zur Stellungnahme.

Telefonisch wurde dem Abteilungsleiter des Berufungsführers mitgeteilt, dass es sich nach den dem VSG vorliegenden Unterlagen um eine heftige Beleidigung handelt, die jederzeit durch ein Übersetzungsprogramm belegt werden kann. Der Abteilungsleiter ließ sich im Telefonat daraufhin ein, dass, falls dies nicht zutreffe, er kurzfristig nochmals Stellung nehmen werde. Dies ist nicht erfolgt.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Zur Überzeugung des VSG steht fest, dass der Betroffene den SR/SR-Assistenten mit den Worten "amina koyin" belegt hat. Hierbei handelt es sich um ein gravierendes, erheblich herabwürdigendes Schimpfwort, welches ins Deutsche übersetzt in etwa lautet: "Ich f**** deine Mutter/deine Frau/deine Freundin etc."

Die Beleidigung ist eindeutig dem Betroffenen zuzurechnen. Dies wurde durch den SR-Assistenten ausdrücklich bestätigt. Es handelt sich um eine erhebliche Beleidigung.

Der Betroffene leugnete die Tat. Eine Entschuldigung konnte nicht festgestellt werden. Darüber hinaus wollte der Berufungsführer darlegen, dass ein solches Schimpfwort im Türkischen überhaupt nicht gäbe. Dies ist unrichtig. Es ist allgemein bekannt, dass es sich bei diesem Ausspruch um eine ganz massive Beleidigung handelt.

Unter Berücksichtigung aller zugunsten und zu Lasten des Betroffenen sprechenden Umstände ist die Verhängung der ausgesprochenen Sperrstrafe nicht zu beanstanden und liegt nach Ansicht des VSG im absolut untersten Bereich.

Die Berufung war daher zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00073-15/16-VSG
Sitzung vom: 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Frey

Kreis-FS-Spiel X gegen Y vom 31.01.2016, Spielnummer: Z
Berufung Y n gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016, Az.: 00251-15/16-BSG.

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verein Y wird das Urteil des BSG vom 08.03.2016, Az.: 00251-15/16-BSG . dahingehend abgeändert, dass der Spieler H vom 14.03.2016 bis einschließlich 10.04.2016 gesperrt ist.

II. Die Kosten der ersten Instanz trägt der Verein Y. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 101,50 € sowie die Kosten des Verfahrens der zweiten Instanz trägt zu 3/4 derVerein Y und zu 1/4 der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Am 31.01.16 fand in A ein privates Hallenturnier statt. Der amtierende Schiedsrichter hat eine Sondermeldung zu besonderen Vorkommnissen abgegeben, die dortigen verurteilten Spieler sind jedoch nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

Im Rahmen dieses Verfahrens hat der Verein X am 14.02.16 eine Stellungnahme abgegeben und darin mitgeteilt, dass der Spieler mit der Nummer 15, H, nach einem an ihm begangenen Foulspiel seine rechte Hand zu einer Faust geballt hat, auf den Gegenspieler zugegangen ist und versucht hatte, ihm einen Schlag zu verpassen. Diesen versuchten Schlag in das Gesicht des Gegenspielers konnte der anwesende Vorstand gerade noch abblocken, sodass nichts Schlimmeres passiert ist.

2. Daraufhin hat das BSG . mit Schreiben vom 18.02.16 gegen den Spieler H ein Verfahren nach § 67 RVO eingeleitet. Der Verein Y  gab daraufhin eine schriftliche Stellungnahme ab und teilte mit, dass der genannte Spieler vor der Ersatzbank von Verein X brutal gefoult wurde und draufhin die Ersatzspieler von Ethnikos aufgesprungen sind und den Spieler H mit einem Faustschlag attackiert und am Hinterkopf getroffen haben. Daraufhin sei es zu einer Rudelbildung gekommen, an der fast alle Spieler beider Mannschaften beteiligt waren.

In einem weiteren Schreiben vom 23.02.16 wurden die Anschuldigungen des Vereins X zurückgewiesen und vorgetragen, dass vielmehr der Vorstand und ein weiterer Spieler diejenigen waren, die versucht haben, den Spieler H mit einem Faustschlag zuerst zu treffen. Der Spieler habe sich nur gewehrt.

3. Aufgrund der von beiden Vereinen vorliegenden Stellungnahmen hat das BSG . mit Urteil vom 08.03.16 den Spieler H nach § 67 II RVO von 14.03.16 bis einschließlich 17.04.16 gesperrt und in den Gründen daraufhin hingewiesen, dass die Stellungnahme nicht entlasten konnte und das Sportgericht den Einlassungen von Verein X folgt, soweit ihnen gefolgt werden konnte. Das BSG . war davon überzeugt, dass zumindest seitens des Spielers der Versuch eines Faustschlages vorlag.

4. Mit Schreiben vom 10.03.16 hat der Verein Y gegen das Urteil Berufung eingelegt. In der Begründung wird nochmals vorgetragen, dass der Spieler eigentlich Opfer statt Täter gewesen sei und der Spieler zu keiner Zeit handgreiflich geworden ist.

5. Das VSG ist gemäß § 20 I RVO zuständig. Die Berufung ist zulässig und erweist sich im tenorierten Umfang als begründet.

Das VSG kam zur Überzeugung, dies nach Auswertung aller vorliegenden Stellungnahmen, dass der Spieler H an der Auseinandersetzung beteiligt war und ihm ein versuchtes Schlagen vorzuwerfen ist. Der Verein Y  hat den detailliert vorgetragenen Sachverhalt aus der Anzeige vom 14.02.2016 nur pauschal (unsubstantiiert) bestritten. Die Schilderung ist ohne Belastungseifer und räumt in unmittelbaren Zusammenhang ein eigenes Fehlverhalten des Herrn Dromouzis ein, was die Glaubhaftigkeit der Stellungnahme untermauert. Das VSG geht deshalb wie das BSG Oberbayern davon aus, dass der angenommene Straftatbestand gegeben ist.

Zugunsten des Spielers musste jedoch berücksichtigt werden, dass der Versuch einer Tätlichkeit nach vorhergegangenen sportwidrigen Verhalten (Foulspiel) stattfand, sodass das VSG zur Überzeugung kam, entsprechend § 67 Abs. 2 RVO die Strafe im tenorierten Umfang zu reduzieren.

6. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens sind die Kosten gemäß §§ 32, 33 RVO zu ¾ vom Berufungsführer und zu ¼ vom BFV zu tragen.

 

Aktenzeichen: 00072-15/16-VSG
Sitzung vom 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Berufung des Verein X gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016, Az.: 00248-15/16-BSG.

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 101,50 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der Verein X.

Gründe:

1. Am 31.01.16 fand in A ein privates Hallenturnier statt. Der amtierende Schiedsrichter hat eine Sondermeldung zu besonderen Vorkommnissen abgegeben, die dortigen verurteilten Spieler sind jedoch nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

Im Rahmen des Verfahrens hat der Verein Y am 23.02.16 eine Stellungnahme abgegeben und darin mitgeteilt, dass der Spieler H, Verein X nach dem Spiel bei den Tumulten auf dem Spielfeld versucht hat den Spieler I, Verein Y mit der Faust zu schlagen.

2. Mit Schreiben vom 27.02.2016 hat das zuständige BSG ein Verfahren gegen den Spieler H, Verein X, nach § 67 II RVO wegen versuchter Tätlichkeit eingeleitet und dem Verein Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von fünf Tagen gegeben.

3. Das BSG hat den Spieler  H, Verein X, mit Urteil vom 08.03.16 gem. § 67 II RVO von 14.03.16 bis einschließlich 17.04.16 gesperrt und mit einer Geldstrafe von Euro 150,- belegt.

4. Mit Schreiben vom 13.03.16 hat der Verein X gegen das Urteil Berufung eingelegt.

In der Begründung wird angegeben, dass gegen den Spieler I weder eine Meldung des Schiedsrichters noch des Vereines Y vorliegt, ferner war die Frist zur Stellungnahme vom Bezirkssportgericht so kurz bemessen, dass der Verein hierzu keine Stellungnahme abgeben konnte.

5. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt.

Das VSG ist gemäß § 20 I Lit. d RVO zuständig.

Die Berufung ist allerdings nicht begründet. Nach der unwidersprochenen Meldung des SV Istiklal München vom 23.02.2016 hat auch der Spieler I nach Spielende versucht den gegnerischen Spieler H mit der Faust zu schlagen.

Dieser Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest.

Der Verein Y hat den Vorfall ohne jeglichen Belastungseifer in seiner Stellungnahme gemeldet.

Die vom Bezirksportgericht verhängte Strafe von fünf Wochen und einer Geldstrafe von Euro 150,-- sieht auch das Verbandssportgericht als angemessen, aber auch ausreichend für das gemeldete Tätlichkeit nach § 67 II RVO an.
Soweit der Berufungsführer anführt, dass die im Schreiben vom 27.02.2016 gesetzte Frist von fünf Tagen zu kurz bemessen ist, kann dem nicht gefolgt werden. Dem Verein ist zuzumuten, dass er innerhalb dieser Frist auf das Schreiben des Sportgerichts reagiert und ggf. eine Fristverlängerung beantragt.

Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden ist, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.

6. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8b) und 13 d) Anlage zur FO.

 Aktenzeichen: 00071-15/16-VSG
Sitzung vom 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Berufung des Verein X gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016, Az.: 00247-15/16-BSG Obb.

 Urteil:

I. Die Berufung des Verein X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 101,50 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der Verein X.

Gründe:

1. Am 31.01.16 fand in A ein privates Hallenturnier statt. Der amtierende Schiedsrichter hat eine Sondermeldung zu besonderen Vorkommnissen abgegeben, die dortigen verurteilten Spieler sind jedoch nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Im Rahmen des Verfahrens hat der Verein Y  am 23.02.16 eine Stellungnahme abgegeben und darin mitgeteilt, dass der Spieler H, Verein X nach dem Spiel bei den Tumulten auf dem Spielfeld versucht hat den Spieler I, Verein Y mit der Faust zu schlagen.

2. Mit Schreiben vom 27.02.2016 hat das zuständige BSG ein Verfahren gegen den Spieler H, Verein X, nach § 67 II RVO wegen versuchter Tätlichkeit eingeleitet und dem Verein Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von fünf Tagen gegeben.

3. Das BSG hat den Spieler H, Verein X, mit Urteil vom 08.03.16 gem. § 67 II RVO von 14.03.16 bis einschließlich 17.04.16 gesperrt und mit einer Geldstrafe von Euro 150,- belegt.

4. Mit Schreiben vom 13.03.16 hat der Verein X gegen das Urteil Berufung eingelegt.
In der Begründung wird angegeben, dass die Strafe nach Ansicht des Vereines viel zu hoch ist, ferner war die Frist zur Stellungnahme vom Bezirkssportgericht so kurz bemessen, dass der Verein hierzu keine Stellungnahme abgeben konnte.

5. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt.

Das VSG ist gemäß § 20 I Lit. d RVO zuständig.

Die Berufung ist allerdings nicht begründet. Nach der Meldung des Verein Y hat der Spieler H nach Spielende versucht den gegnerischen Spieler I mit der Faust zu schlagen. In der Stellungnahme vom 14.02.2016 hat Herr H  selbst eingeräumt, dass er seinen Gegenspieler ein Schlag versetzt hat, nachdem er von diesem zuerst geschlagen wurde.
Die vom Bezirksportgericht verhängte Strafe von fünf Wochen und einer Geldstrafe von Euro 150,-- sieht auch das Verbandssportgericht als angemessen, aber auch ausreichend für die gemeldete Tätlichkeit nach § 67 II RVO an. Der Spieler hat einem Gegenspieler einen Schlag versetzt.

Die vom Spieler H in der Stellungnahme vom 14.02.2016 angeführte sportwidrige Handlung wurde vom Bezirkssportgericht im Urteil berücksichtigt.

Soweit der Berufungsführer anführt, dass die im Schreiben vom 27.02.2016 gesetzte Frist von fünf Tagen zu kurz bemessen ist, kann dem nicht gefolgt werden. Dem Verein ist zuzumuten, dass er innerhalb dieser Frist auf das Schreiben des Sportgerichts reagiert und ggf. eine Fristverlängerung beantragt.

Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden ist, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.

6. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8b) und 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00070-15/16-VSG
Sitzung vom 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Berufung des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016, Az.: 00246-15/16- BSG.

Urteil:

I. Die Berufung des Vereins X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 101,50 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der Verein X.

Gründe:

1. Am 31.01.16 fand in A ein privates Hallenturnier statt.
Der amtierende Schiedsrichter hat eine Zusatzmeldung dahingehend abgegeben, dass es kurz vor Ende des Vorrundenspieles X - Y zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von mehreren vom Schiedsrichter nicht erkennbaren Spielern und Anhängern beider Mannschaften auf dem Spielfeld gekommen ist. Nach Eingreifen der Turnierleitung und des Ordnungsdienstes hat sich die Situation beruhigt.

2. Mit Schreiben vom 13.02.2016 hat das zuständige BSG ein Verfahren gegen den Verein X nach § 73 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin eingeleitet.

3. Der Verein X gab hierzu am 14.02.2016 eine Stellungnahme ab, in welcher eingeräumt wird, dass es kurz vor Spielende auf dem Spielfeld zu einer Rudelbildung gekommen ist. In der Stellungnahme wurden die körperlichen Attacken einzelner, dem Verein zuzurechnender Personen, zumindest nicht bestritten, sondern mit der Situation zu rechtfertigen versucht.

4. Das BSG hat den Verein X mit Urteil vom 08.03.16
gemäß § 73 I RVO mit einer Geldstrafe von Euro 200,-- belegt.

5. Mit Schreiben vom 13.03.16 hat der Verein X gegen das Urteil Berufung eingelegt.
In der Begründung wird angegeben, dass die Geldstrafe nach Ansicht des Vereines viel zu hoch ist.

6. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 3 RVO eingelegt.

Das VSG ist gemäß § 20 I Lit. d RVO zuständig.

Die Berufung ist zulässig, erweist sich jedoch nicht als begründet.

Die vom BSG verhängte Geldstrafe sieht auch das Verbandssportgericht als angemessen, aber auch ausreichend für das vom Schiedsrichter gemeldete Vergehen der Spieler und Anhänger des Vereines X an. Noch während des Spieles sind mehrere Ersatzspieler von Verein X aufgesprungen, auf das Spielfeld gelaufen und haben einen gegnerischen Spieler tätlich angegriffen. Dieser Sachverhalt steht zur Überzeugung des Verbandsportgerichts aufgrund der Angaben des amtierenden Schiedsrichters und der vom Bezirks-Sportgericht beigezogenen schriftlich und telefonischen Zeugenaussagen fest.

Da sich die vom Bezirkssportgericht verhängte Geldstrafe im unteren Bereich des Strafrahmens des § 73 RVO in Verbindung mit § 48 I RVO bewegt war das Urteil somit insgesamt nicht zu beanstanden. Das VSG hält diesen Betrag auch bei eigener Abwägung für angemessen. Zugunsten des Betroffenen wurde berücksichtigt, dass dem Angriff wohl Provokationen der gegnerischen Spieler und Anhänger vorausgingen. Anderseits war zu Lasten des Betroffenen zu berücksichtigten, dass es sich um erhebliche körperliche Attacken (Faustschläge) handelte.

Die Berufung war deshalb zurückzuweisen.

7. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8b) und 13 d) Anlage zur FO.


 

Aktenzeichen: 00069-15/16-VSG
Sitzung vom: 11.04.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Futsal Verbandsspiele DFI Y - VfB X vom 10.01.2016
Berufung VfB X gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016

Urteil:

1. Die Berufung des VfB X gegen das Urteil des BSG vom 08.03.2016 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der VfB X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der VfB X zeigte selbst an, dass in den Futsal-Verbandsspielen DFI Y - VfB X am 10.01.2016 und SC Z - VfB X am 17.01.2016 der Spieler A. A.., im Futsal-Verbandsspiel TSV A II - VfB X am 23.01.2016 die Spieler B. B. und C. C., im Futal-Verbandsspiel FC B - VfB X am 31.01.2016 der Spieler D. D. jeweils unzulässig durch den VfB X eingesetzt wurden. Aufgrund der Feststellung des SG hatten die genannten Spieler am Spieltag jeweils kein Spielrecht für den VfB X in dem gegenständlichen Futsal-Verbandsspiel-Betrieb. Im Weiteren war aufgrund der eigenen Einlassung vom 25.02.2016 bei den jeweiligen Verbandsspielen der betroffene N. N. jeweils der Verbandsverantwortliche und damit für die unzulässigen Einsätze der vorgenannten Spieler verantwortlich. Herr N. ist Abteilungsleiter der Fußballjugend. Das BSG hat gegen Herrn N. N. gemäß § 77 II RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in insgesamt 4 Futsal-Verbandsspielen ein Gesamtfunktionsverbot vom 11.03. mit einschl. 10.11.2016 verhängt und ab dem 11.05.2016 gemäß § 48a I RVO diese zur Bewährung unter den Auflagen der Entscheidung ausgesetzt.

Hiergegen hat der VfB X unter dem 09.03.2016 form- und fristgerecht Berufung eingelegt und diese im Weiteren damit begründet, dass die gesamte Funktionssperre des Betroffenen N. zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Argumentativ wird dies dadurch unterstützt, dass dieser neben seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter ebenso das Amt des Trainers der A-Junioren und auch der F2-Junioren ausübte und durch die Sperre ein großer Schaden entstehen würde. Im Weiteren wird auf den Akteninhalt verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Gemäß § 48a RVO können Sperren für den über 8 Wochen hinausreichenden Zeitraum ganz oder teilweise unter den dort genannten Voraussetzungen zur Bewährung ausgesetzt werden. Dies bedeutet, dass eine Sperrstrafe in den ersten 8 Wochen in jedem Fall als Sperrstrafe zu verbüßen ist und nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Dementsprechend kann dem Antrag des Berufungsführers bereits aus Rechtsgründen nicht gefolgt werden.

Das BSG hat die Sperre ab dem frühest möglichen Zeitpunkt zur Bewährung ausgesetzt.

Die Berufung hat daher keinen Erfolg und ist zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00066-15/16-VSG
Sitzung vom: 30.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Herren-Privatspiel X gegen SpVgg Y vom 05.03.2016
Berufung X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 16.03.2016

Urteil:

1. Die Berufung des X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 16.03.2016 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 203,00 € trägt der X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

1. X setzte in dem vorgenannten Freundschaftsspiel den Spieler N. N. ein, ohne hierfür insbesondere bis Spielende oder innerhalb der 10-Tagesfrist einen gültigen Spielerpass oder einen sonstigen Spielberechtigungsnachweis vorzulegen. Aufgrund der vom Sportgericht durchgeführten Recherchen steht fest, dass es sich um einen internationalen Vereinswechsel gehandelt hat. Der Berufungsführer hat am 25.02.2016 einen entsprechenden Antrag bei der Passabteilung der BFV eingereicht, aufgrund dessen dann durch den DFB unverzüglich das internationale Überprüfungsverfahren beim Nationalverband der USA eingeleitet wurde. Dieser Sachverhalt wurde dem betroffenen Verein auch auf Anfrage telefonisch von der Passabteilung mitgeteilt. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens konnte dann für den betroffenen Spieler N. erst am 09.03.2016, also erst 4 Tage nach dem betroffenen Spiel ein gültiges Spielrecht erteilt werden.

Der betroffene Verein hat hierzu Stellung genommen. Mit Urteil des Sportgerichts vom 16.03.2016 wurde der Verein X wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punkteabzug von 4 Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € belegt.

Hiergegen hat der Verein Berufung mit Schreiben vom 22.03.2016 eingelegt und diese mit Schreiben vom 04.04.2016 im Weiteren damit begründet, dass keiner der Verantwortlichen veranlasst habe, dass der betroffene Spieler zum Einsatz kommen soll. Der SR hätte den Einsatz nicht erlauben dürfen. Im Übrigen wird darauf verwiesen, dass in § 77 RVO nicht zu erkennen sei, welche Arten von Spielen gemeint wären.

Des Weiteren wird ergänzend auf den Akteninhalt verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig, aber nicht begründet.

Unstreitig wurde beim Testspiel am 05.03.2016 der Spieler N. eingesetzt, der zu diesem Zeitpunkt kein Spielrecht hatte. Es ist nicht Aufgabe des SR zu verhindern, dass ein nicht spielberechtigter Spieler eingesetzt wird. Es liegt in der Sphäre des Vereins zu überprüfen und nachzuweisen, dass ein entsprechendes Spielrecht vorliegt. Der Spieler wurde auf Veranlassung des Vereins und nicht des SR eingesetzt.

Der Verein X hat sich zunächst auch dahingehend eingelassen, dass der SR nichts dagegen habe, dass der Spieler spiele und dass er eine entsprechende Meldung machen müsse und der Verein innerhalb von 10 Tagen den Pass des Spielers beim BFV vorzulegen hat. Dabei hätte dem Verein bereits klar sein müssen, dass ein entsprechendes Spielrecht nicht nachzuweisen ist, da ein solches noch gar nicht vorlag.

Damit liegt ein unzulässiger Spielereinsatz vor.

Soweit der Berufungsführer sich darauf zurückzieht, dass § 77 RVO nicht erkennen lässt, auf welche Spieler dieser sich beziehe, so ist dies unrichtig.

Aus dem Wortlaut des § 77 I RVO ergibt sich zweifelsfrei, dass, sofern ein Verein einen Spieler unzulässig spielen lässt, dieser zu sanktionieren ist. § 77 I RVO unterscheidet in der bisher geltenden Fassung in keinster Weise zwischen Verbands- und Freundschaftsspielen. Aufgrund der allgemeinen Formulierung ist damit jeglicher Spielbetrieb erfasst.

Da im Weiteren der betroffene Verein in der laufenden Saison bereits vorgeahndet ist, ist die Erhöhung des Punktabzugs um 1 Punkt nicht zu beanstanden. Unter nochmalige Abwägung aller zugunsten und zu Lasten des betroffenen Vereins bestehenden Umstände ist die verhängte Strafe durch das Sportgericht nicht zu korrigieren.

Dabei verkennt das VSG sicher nicht den erheblichen Eingriff für den betroffenen Verein aufgrund des erneuten Punktabzugs. Der betroffene Verein kann sich aber nicht darauf zurückziehen, keine Kenntnis gehabt zu haben. Der Vorgang eines unzulässigen Einsatzes und die bereits vorliegende Verurteilung wegen einer unzulässigen Einsatzes gemäß § 77 RVO in der laufenden Saison hätte dem Verein Gelegenheit geben müssen, sich intensiver mit dieser Norm zu beschäftigen und die Voraussetzungen eines Einsatzes genau zu prüfen, insbesondere nachdem der Verein hier wusste, dass ein entsprechendes Spielrecht nicht vorgelegen hat.

Dementsprechend war die Berufung zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00065-15/16-VSG
Sitzung vom: 30.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Bezirksliga-Spiel SK Y gegen TBD. X vom 06.03.2016
Berufung des TBD. X gegen das Urteil des BSG vom 15.03.2016

Urteil:

I. Die Berufung des TBD. X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt der TBD. X.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel am 06.03.2016 meldete der SR, dass der Spieler N. N. (TBDX) in der 13. Minute mit gestrecktem Bein seinem Gegenspieler unterhalb des Knöchels auf den Fuß grätschte. Der Gegenspieler von N. lief dabei alleine auf das Tor zu und kam durch die Grätsche ca. 5 m vor dem Strafraum zu Fall. Der SR zeigte hierfür die rote Karte. Der Gefoulte konnte hiernach weiterspielen, der Freistoß hatte keine Wirkung.

Mit Urteil vom 15.03.2016 wurde der Spieler N. N. vom BSG gemäß § 66 Abs. 1 RVO für drei Verbandsspiele wegen rohen Spiels gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der TBD. X am 17.03.2016 Berufung ein. Er führte aus, dass nach eigener Auffassung der Rettungsversuch von Spieler N. gar kein Foulspiel gewesen sei, da dieser in erster Linie den Ball gespielt habe. Ferner wurde zur Begründung vorgetragen, dass die Sperre nicht dem Standard einer Notbremse entspräche und zu hoch angesetzt sei. Ferner sei der Spieler bislang nicht als Wiederholungstäter in Erscheinung getreten.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Bei der vom SR geschilderten Grätsche, die den Gegenspieler unterhalb des Knöchels am Fuß traf und diesen zu Fall brachte und dadurch eine klare Torchance vereitelte, handelt es sich um ein rohes Spiel nach § 66 RVO. Allein das pauschale Bestreiten des Fouls ohne konkrete Zeugenangaben kann das VSG nicht überzeugen von der klaren Schilderung des SR, welche als rücksichtslos im Kampf um den Ball zu werten ist, abzuweichen. Die hierfür verhängte Sperre von drei Spielen ist am unteren Ende des Strafrahmens und für das Vergehen tat- und schuldangemessen. Nachdem der Freistoß, auf welchen nach der durch das Foul vereitelten Torchance erkannt wurde, wirkungslos blieb, kommt auch eine Reduzierung auf die Mindeststrafe nicht in Betracht. Nach Auffassung des VSG ist die erkannte Strafe von drei Spielen somit nicht zu beanstanden. Auch die Tatsache, dass der Spieler bisher nicht sportrechtlich in Erscheinung getreten ist, kann keine Ermäßigung der Sperrstrafe herbeiführen.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

 

Aktenzeichen: 00062-15/16-VSG
Sitzung vom: 15.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Krause

Beschwerde FC im TSV X

Urteil:

I. Die Beschwerde des FC im TSV X gegen den Bescheid der Passabteilung vom 01.02.2016 wird zurückgewiesen.

II. Die Beschwerdegebühr in Höhe von 152,25 € trägt der FC im TSV X.

Gründe:

1. Mit Passantrag vom 18.12.2015, eingegangen bei der Passabteilung des BFV am 29.12.2015, beantragte der SV Y als Stammverein die Erteilung eines Spielerpasses für den Jugendspieler N. N. Es wurde vorgetragen und durch Post-Auslieferungsbeleg belegt, dass die Abmeldung von seinem vorherigen Verein FC im TSV X (nachfolgend der Beschwerdeführer) am 03.12.2015 dem zuständigen Abteilungsleiter zugegangen war. Da der Verein erst am 05.01.2015 den Spielerpass einsandte, auf dem er die Zustimmung zum Vereinswechsel verweigerte, erteilte die Passabteilung dem Spieler N. das sofortige Spielrecht für seinen neuen Verein.

Der Beschwerdeführer beantragte bei der Passabteilung den Entzug des Spielrechts für den Spieler N., was die Passabteilung mit Bescheid vom 01.02.2016 ablehnte. Mit E-Mail vom selben Tag legte der Beschwerdeführer über das Postfachsystem ZIMBRA Beschwerde zum Präsidium ein. Mit Schreiben vom 11.02.2015 leitete der Verbandsanwalt den Antrag des Präsidenten auf unmittelbare Entscheidung durch das VSG wegen besonderer Eilbedürftigkeit an dieses weiter und beantragte, die Beschwerde zurückzuweisen. Der Antrag wurde dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme vorgelegt. Eine Stellungnahme erfolgte nicht.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten über den Verbandsanwalt dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung das Spielrecht eines Spielers betrifft und der reguläre Spielbetrieb nach der Winterpause inzwischen wieder aufgenommen wurde, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid der Passabteilung ist zulässig. Sie ist jedoch unbegründet.
Der Spieler N. hat sich durch den Einschreibebrief vom 02.12.2015, der die Abmeldung vom 02.12.2015 enthielt, von seinem bisherigen Verein abgemeldet. Der Einschreibebrief ist dem zuständigen Abteilungsleiter des Vereins am 03.12.2015 zugegangen.
Das Abmeldeformular ist an den Verein unter dessen auf der BFV-Webseite genannten offiziellen Vereinsadresse gerichtet. Zweifel lässt das Abmeldeformular nicht aufkommen, solche werden auch nicht behauptet. Das Abmeldeformular stellt dabei die verkörperte Willenserklärung dar. Sie muss unzweideutig gegenüber dem Verein erklärt werden.
Unschädlich ist in diesem Zusammenhang, dass im Adressfeld des Briefumschlags als Empfänger der Abteilungsleiter und sein Unternehmen genannt wurden, aber der Vereinsname fehlte. Der Briefumschlag dient lediglich dem postalischen Zweck, das Schreiben, das er beinhaltet, dem Empfänger zukommen zu lassen. Der Briefumschlag an sich ist nicht Teil der Willenserklärung. Er kann allenfalls herangezogen werden, wenn der Text der verkörperten Willenserklärung mehrdeutig oder unvollständig ist (beispielsweise keine Vereinsadresse enthält) Der Brief sollte zutreffend an den Abteilungsleiter als zuständigen Vertreter des Vereins gesandt werden. Seine Unternehmensadresse dient auch als Postadresse für die Fußballabteilung des Vereins. So ergibt sich dies aus der amtlichen Webseite des Verbandes. Da nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass jeder Postzusteller weiß, dass unter der Firmenadresse des Unternehmens auch die Post für den Verein zugestellt werden soll und der Inhaber der Firma der Abteilungsleiter des Vereins ist, erscheint es durchaus sinnvoll, wenn neben dem Namen des Abteilungsleiters auch dessen Unternehmen angegeben wird, um sicherzustellen, dass ihn der Brief auch erreicht. Wird allerdings ein anderer Adressat als der Verein genannt, liegt es in der Risikosphäre des Absenders, dass der Brief den Verein auch erreicht. Im vorliegenden Fall hat der Abteilungsleiter nicht in Abrede gestellt, dass ihn der an sein Unternehmen adressierte Brief am Tag der Auslieferung erreicht hat. Da es einem ordentlichen Geschäftsgang entspricht, dass ein Einschreibebrief an ein Unternehmen dem Chef am selben Tag vorgelegt wird, bestehen auch keine vernünftigen Zweifel daran. Somit begann die Frist gemäß § 25 Abs. 2 Satz 2 JO am 3.12.2015 zu laufen und endete am 17.12.2015. Da der Verein bis dahin den Pass nicht eingesandt hatte, gilt die Freigabefiktion gemäß der zitierten Vorschrift.
Die Passabteilung hat folglich zu Recht das sofortige Spielrecht erteilt.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.

 

Aktenzeichen: 00060-15/16-VSG
Sitzung vom 21.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Kreisklasse-Spiel SSV X - TSV Y am 15.11.2015

Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler N. N., TSV Y, wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens einschließlich von einem Fünftel der Kosten der mündlichen Verhandlung vom 21.02.2016 trägt der BFV.

  Gründe:

1. Nach Spielende des oben genannten Verbandsspieles wurden im Fanbereich des Gastvereines insgesamt vier gelbe bzw. schwarze Rauchstäbe gezündet, als die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft, die sich noch auf dem Spielfeld befunden hat, feierten.
Der vom Heimverein eingesetzte Ordnungsdienst hat versucht, das Abbrennen der Rauchstäbe zu unterbinden.
Im weiteren Verlauf kam es dann zu erheblichen Tätlichkeiten von Teilen des Ordnungsdienstes und der Anhängerschaft des Gastvereines.
Das ganze Geschehen wurde mittels Kamera aufgenommen und im Internet veröffentlicht.

2. Mit Beschluss vom 10.12.2015 hat das zuständige Kreissportgericht das Verfahren gegen den TSV Y an das Verbands-Sportgericht abgegeben.
Mit Beschluss vom 14.12.2015 hat das Verbands-Sportgericht das Verfahren gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO übernommen.
Mit Schreiben vom 15.12.2015 wurde dem Verein die Übernahme durch das Verbands-Sportgericht mitgeteilt. Mit Schreiben vom 18.01.2016 wurde gegen den Betroffenen N. N., TSV Y wegen unsportlichen Verhaltens ein Sportgerichtsverfahren vom Verbands-Sportgericht eingeleitet.
Am 21.02.2016 wurde vom Verbands-Sportgericht eine mündliche Verhandlung in Nürnberg durchgeführt.

3. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO.

4. Das Verfahren gegen den Betroffenen N. N. war aus tatsächlichen Gründen einzustellen.
Nach Anhörung des Betroffenen, sowie den Einlassungen der betroffenen Vereine, der angehörten Zeugen und nach Ansicht der Videoaufzeichnung während der mündlichen Verhandlung, steht zur Überzeugung des Verbands-Sportgerichtes fest, dass sich der Spieler N. N. bei den Auseinandersetzungen nach Spielende keines unsportlichen Verhaltens schuldig gemacht hat, sondern nur streitschlichtend eingegriffen hat.

5. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V. m. § 11 II 6a FO.

 

Aktenzeichen: 00059-15/16-VSG
Sitzung vom 21.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Kreisklasse-Spiel SSV X - TSV Y am 15.11.2015

Urteil:

I. Der TSV Y wird gemäß § 73 Abs. 1 RVO wegen der Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe von Euro 500,-- belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 20,30 sowie ein Fünftel der Kosten der mündlichen Verhandlung vom 21.02.2016 trägt der TSV Y.

Gründe:

1. Nach Spielende des oben genannten Verbandsspieles wurden im Fanbereich des Gastvereines insgesamt vier gelbe bzw. schwarze Rauchstäbe gezündet, als die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft, die sich noch auf dem Spielfeld befunden hat, feierten.
Der vom Heimverein eingesetzte Ordnungsdienst hat versucht, das Abbrennen der Rauchstäbe zu unterbinden.
Im weiteren Verlauf kam es dann zu erheblichen Tätlichkeiten von Teilen des Ordnungsdienstes und der Anhängerschaft des Gastvereines.
Das ganze Geschehen wurde mittels Kamera aufgenommen und im Internet veröffentlicht.

2. Mit Beschluss vom 10.12.2015 hat das zuständige Kreissportgericht das Verfahren gegen den TSV Y an das Verbands-Sportgericht abgegeben.
Mit Beschluss vom 14.12.2015 hat das Verbands-Sportgericht das Verfahren gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO übernommen.
Mit Schreiben vom 15.12.2015 wurde dem Verein die Übernahme durch das Verbands-Sportgericht mitgeteilt.
Am 21.02.2016 wurde vom Verbands-Sportgericht eine mündliche Verhandlung in Nürnberg durchgeführt.
3. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO.

4. Der Sachverhalt steht aufgrund der Einlassungen des betroffenen Vereines, der angehörten Zeugen und nach Ansicht der Videoaufzeichnung während der mündlichen Verhandlung fest.
Die Anhänger des TSV Y haben mit dem Abbrennen der Rauchstäbe massiv gegen die Platzordnung verstoßen. Darüber hinaus haben zwei Anhänger des TSV Y die Rauchstäbe auch nach Aufforderung durch den Ordnungsdienst des Heimvereines nicht gelöscht.
Der TSV Y haftet nach § 73 II RVO für das Verhalten seiner Anhänger und ist daher in Strafe zu nehmen.
Nachdem es bereits im Vorfeld des Spieles am Spieltag zu Störungen seitens der Anhängerschaft des TSV Y außerhalb des Sportgeländes gekommen ist, hätte der Gastverein eigene Platzordner in unmittelbarer Nähe seiner Anhänger stellen müssen.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des betroffenen Vereines dessen Verhalten (Einschalten des BFV-Konfliktmanagers/ Planung von Schulungen für Platzordner) nach dem Vorfall strafmildernd berücksichtigt. Die Vereinsführung hat anschaulich dargelegt, wie der TSV Y derartiges Fehlverhalten seiner Anhänger in Zukunft verhindert will.
Zu Lasten des betroffenen Vereines war zu werten, dass es bereits am Spieltag außerhalb des Sportgeländes zu einem ähnlichen Vorfall gekommen ist.
Es ist festzustellen, dass bei der Anwendung von Pyrotechnik jeglicher Art eine massive Gesundheitsgefährdung für Personen besteht.
Die ausgesprochene Geldstrafe gegen den betroffenen Verein ist nach Ansicht des Verbands-Sportgerichts für den vorliegenden Sachverhalt tat- und schuldangemessen.
Es wurde von einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit des Vereines ausgegangen, § 50 I RVO.
5. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V. m. § 11 II 6a FO.

 

Aktenzeichen: 00058-15/16-VSG
Sitzung vom 21.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Kreisklasse-Spiel SSV X - TSV Y am 15.11.2015

Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler N. N., SSV X, wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens einschließlich von einem Fünftel der Kosten der mündlichen Verhandlung vom 21.02.2016 trägt der BFV.

Gründe:

1. Nach Spielende des oben genannten Verbandsspieles wurden im Fanbereich des Gastvereines insgesamt vier gelbe bzw. schwarze Rauchstäbe gezündet, als die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft, die sich noch auf dem Spielfeld befunden hat, feierten.
Der vom Heimverein eingesetzte Ordnungsdienst hat versucht, das Abbrennen der Rauchstäbe zu unterbinden.
Im weiteren Verlauf kam es dann zu erheblichen Tätlichkeiten von Teilen des Ordnungsdienstes und der Anhängerschaft des Gastvereines.
Das ganze Geschehen wurde mittels Kamera aufgenommen und im Internet veröffentlicht.

2. Mit Beschluss vom 10.12.2015 hat das zuständige Kreissportgericht das Verfahren gegen den SSV X an das Verbands-Sportgericht abgegeben.
Mit Beschluss vom 14.12.2015 hat das Verbands-Sportgericht das Verfahren gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO übernommen.
Mit Schreiben vom 15.12.2015 wurde dem Verein die Übernahme durch das Verbands-Sportgericht mitgeteilt. Mit Schreiben vom 18.01.2016 wurde gegen den Betroffenen N. N., SSV X ist wegen unsportlichen Verhaltens ein Sportgerichtsverfahren vom Verbands-Sportgericht eingeleitet.
Am 21.02.2016 wurde vom Verbands-Sportgericht eine mündliche Verhandlung in Nürnberg durchgeführt.

3. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO.

4. Das Verfahren gegen den Betroffenen N. N. war aus tatsächlichen Gründen einzustellen.
Nach Anhörung des Betroffenen, sowie den Einlassungen der betroffenen Vereine, der angehörten Zeugen und nach Ansicht der Videoaufzeichnung während der mündlichen Verhandlung, steht zur Überzeugung des Verbandsportgerichtes fest, dass sich der Spieler N. N. bei den Auseinandersetzungen nach Spielende keines unsportlichen Verhaltens schuldig gemacht hat, sondern nur streitschlichtend eingegriffen hat.
5. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V. m. § 11 II 6a FO.

 

Aktenzeichen: 00057-15/16-VSG
Sitzung vom 21.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Kreisklasse-Spiel SSV X - TSV Y am 15.11.2015

Urteil:

I. Der SSV X wird gemäß § 73 Abs. 1 RVO wegen der Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe von Euro 100,-- belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 20,30 sowie ein Fünftel der Kosten der mündlichen Verhandlung vom 21.02.2016 trägt der SSV X.

Gründe:

1. Nach Spielende des oben genannten Verbandsspieles wurden im Fanbereich des Gastvereines insgesamt vier gelbe bzw. schwarze Rauchstäbe gezündet, als die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft, die sich noch auf dem Spielfeld befunden hat, feierten.
Der vom Heimverein eingesetzte Ordnungsdienst hat versucht, das Abbrennen der Rauchstäbe zu unterbinden.
Im weiteren Verlauf kam es dann zu erheblichen Tätlichkeiten von Teilen des Ordnungsdienstes und der Anhängerschaft des Gastvereines.
Das ganze Geschehen wurde mittels Kamera aufgenommen und im Internet veröffentlicht.

2. Mit Beschluss vom 10.12.2015 hat das zuständige Kreissportgericht das Verfahren gegen den SSV X an das Verbands-Sportgericht abgegeben.
Mit Beschluss vom 14.12.2015 hat das Verbands-Sportgericht das Verfahren gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO übernommen.
Mit Schreiben vom 15.12.2015 wurde dem Verein die Übernahme durch das Verbands-Sportgericht mitgeteilt.
Am 21.02.2016 wurde vom Verbands-Sportgericht eine mündliche Verhandlung in Nürnberg durchgeführt.
3. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO.
4. Der Sachverhalt steht aufgrund der Einlassungen des betroffenen Vereines, der angehörten Zeugen und nach Ansicht der Videoaufzeichnung während der mündlichen Verhandlung fest.

Der SSV X hat als Heimverein nicht alle notwendigen Maßnahmen getroffen um das Abbrennen der Rauchstäbe und die weiteren Tätlichkeiten zu verhindern.
Nachdem es bereits im Vorfeld des Spieles am Spieltag zu Störungen seitens der Anhängerschaft des TSV Y gekommen ist, hat der Heimverein seinen Ordnungsdienst auf insgesamt fünf Personen ausgedehnt. Diese Anzahl war ausreichend.
Allerdings hätte aufgrund der Vorfälle bereits während des Spiels, der Ordnungsdienst sich bei Spielende bei den Anhängern des Gastvereines befinden müssen. Nach Ansicht des Verbandssportgerichtes hätte die Eskalation der Ereignisse dadurch verhindert werden können.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des betroffenen Vereines berücksichtigt, dass dieser noch vor Beginn des Spieles seinen Ordnungsdienst verstärkt hat. Auch wurde berücksichtigt, dass aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine Einlasskontrolle nicht möglich war, da es sich um einen offenen nicht vollkommen umzäunten Sportplatz handelt.
Ferner wurde in erheblichen Maße das Verhalten des Vereines (Einschalten des BFV Konfliktmanagers/Planung von Schulungen für Platzordner) nach dem Vorfall strafmildernd berücksichtigt.
Diese ausgesprochene Geldstrafe gegen den betroffenen Verein liegt im unteren Bereich des Strafrahmens und ist nach Ansicht des Verbandssportgerichts für den vorliegenden Sachverhalt tat- und schuldangemessen.
Es wurde von einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit des Vereines ausgegangen, § 50 I RVO.
5. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO i.V. m. § 11 II 6a FO.

Aktenzeichen: 00054-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Revision des Vereins X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 20.01.2016

Urteil:

I. Die Revision des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 20.01.2016 wird verworfen.

II. Der Verein X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Die Passstelle des BFV erstattete beim KSG Anzeige gegen den Verein X (Betroffener) wegen Verstoßes gegen § 41 SpO i.V.m. den Nutzungsbestimmungen der Antragstellung Pass Online.
Bei der Antragsstellung hatte der Verantwortliche des Betroffenen angegeben, dass Passantrag und Spielerpass des abgebenden Vereins im Original vorliegen würden. Nur aufgrund dieser Angaben wurde von der Passstelle ein Spielerpass für den Betroffenen mit sofortigem Spielrecht für den Spieler A. A. ausgestellt.
Kurz danach wurde der Passstelle der Original-Spielerpass des betreffenden Spielers A. von einem anderen Verein für einen Vereinswechsel übersandt. Der Verantwortliche des Betroffenen hatte den Vereinswechsel online am 06.09.2015 beantragt, ohne dass die zwingend erforderlichen Unterlagen (ausgefüllter Originalpassantrag und bisheriger Original-Spielerpass) dem Antragsteller vorlagen. Der Verantwortliche hatte somit unwahre Angaben bei der Pass-Antragsstellung gemacht.

Das KSG belegte den Betroffenen gemäß §§ 47, 48 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00. Dagegen legte der Verbandsanwalt Berufung ein. Auf die Berufung änderte das BSG das Urteil ab und verurteilte Herrn N. N., Mitglied des Betroffenen, wegen eines Verstoßes gegen § 89 Abs. 1 RVO mit einer Geldstrafe von € 250,00 und stellte fest, dass das für den Spieler A. A. vom BFV für den Betroffenen erteilte Spielrecht von Anfang an nichtig ist.

Das Urteil wurde dem Betroffenen mit einer Rechtsmittelbelehrung am 20.01.2016 per Postfach ZIMBRA zugestellt. Mit Schreiben vom 26.01.2016 bat der 1. Vorstand des Betroffenen schriftlich beim BSG-Vorsitzenden um eine Fristverlängerung zur Einlegung der Revision um 14 Tage. Am 27.01.2016, noch vor Ablauf der Revisionsfrist wies der Vorsitzende des BSG den 1. Vorsitzenden des Betroffenen darauf hin, dass zwar die Frist zur Begründung verlängert werden kann, dass aber die Einlegung der Revision nur binnen der kurzen Notfrist möglich ist.
Mit Schreiben im Postfachsystem ZIMBRA legte der Betroffene am 28.01.2016 Revision ein.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die Revision ist unzulässig, weil die Frist zur Einlegung der Revision bei Eingang des E-Mails des Betroffenen bereits abgelaufen war. .

Gemäß §§ 45 Abs. 2, 44 Abs. 3 RVO ist die Revision binnen einer Frist von einer Woche nach der Einstellung des Urteils in das ZIMBRA Postfach des Vereins oder sonstiger Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Nur die Übermittlung durch das Postfachsystem ZIMBRA kann dabei die Schriftform ersetzen. Bei der Wochenfrist handelt es sich um eine feste Frist. Diese kann nicht verlängert werden. Die durch die Zustellung am 20.01.2016 begonnene Frist endete daher am 27.01.2016. Die Revision, die erst am 28.01.2016 eingelegt wurde, war daher verfristet.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00053-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Revision des Verbandsanwalt gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 24.11.2015

Urteil:

I. Die Revision des Verbandsanwalts gegen das Urteil des BSG vom 24.11.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Revisionsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten wer-den nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Spiel der Frauen Kreisklasse TSC Y gegen TSV X am 14.10.2015 setzte der TSV X die Spielerin N. N. ein. Die Spielerin hatte bis zum Mai 2012 ein Spielrecht für den TSV X. Sie hatte sich dann abgemeldet und den Pass erhalten. Auf dem Pass war auf der Rückseite das Abmeldedatum vermerkt und die Eintragung war abgestempelt vom Verein. Die Spielerin wollte damals zu einem anderen Verein wechseln, gab dieses Vorhaben aber dann auf. Im Sommer 2015 teilte die Spielerin den Ver-einsverantwortlichen mit, dass sie nunmehr doch weiterhin für den TSV X spielen wolle. Sie gab daher den Pass wieder an den TSV X zurück. Der Mannschaftsverantwortliche N. N. ging in Unkenntnis der genauen Bestimmungen davon aus, dass das Spiel-recht weiterhin durch den Spielerpass dokumentiert werde und er den Spielerpass weiterhin benutzen dürfe. Sein Irrtum wurde dadurch bestärkt, dass die Spielerin nach wie vor auf der elektronischen Spielerliste des Verbands für den TSV X geführt wurde, was er überprüfte.

Mit Urteil vom 27.10.2015 verurteilte das KSG den Betroffenen N. N. gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz zu einer Funktionssperre von 02.11.2015 mit einschließlich 02.02.2016. Gegen das Urteil legte der TSV X mit Schreiben vom 28.10.2015 Berufung ein.

Auf die Berufung änderte das BSG das Ersturteil mit Urteil vom 24.11.2015 dahinge-hend ab, dass der Verantwortliche des Vereins TSV X, Herr N. N., wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Geldstrafe in Höhe von 50,00 € belegt wurde.

Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 14.12.2015 eingelegte Revision des Verbandsanwalts, dem das Urteil nicht förmlich zugestellt worden war. Der Verbandsanwalt macht geltend, dass bei einem erloschenen Spielrecht kein leichter Fall angenommen werden könne.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG nahm einen leichten Fall an, weil es davon ausging, dass die Rückseite nicht beachtet wurde, sich aber der Betroffene über die Spielberechtigung in der BFV-Spielerliste des TSV X informiert hatte und dadurch in seinem Irrtum über das Spielrecht bestärkt wurde.

Im Revisionsverfahren ist das VSG grundsätzlich an den vom Berufungsgericht fest-gestellten Sachverhalt gebunden, wenn Mängel in der Sachverhaltsermittlung oder in der Bewertung durch das Bezirks-Sportgericht nicht aufgezeigt wurden und nicht er-sichtlich sind.

Der vom BSG festgestellte Sachverhalt lässt die Wertung als leichter Fall zu, die im Ermessen des BSG liegt.

Das Verbands-Sportgericht hat in der Vergangenheit in mehreren Fällen (13-12/13, 14-12/13und 52-10/11) jeweils die Annahme eines leichteren Falles nicht beanstandet, wenn der Vereinsverantwortliche nachvollziehbar geltend gemacht hat, dass der Einsatz nicht vorsätzlich erfolgt ist. Wenn also der Vereinsverantwortliche einen Irrtum über die Spielberechtigung darlegen konnte und der Irrtum entweder durch die elekt-ronische Sperrliste erweckt wurde, die nicht mit der tatsächlichen Sperre konform läuft oder die komplizierten Regelungen der Abmeldung Anlass für den Irrtum waren. In diesen Fällen wurde jeweils Fahrlässigkeit angenommen und vom Verbands-Sportgericht die Bewertung durch das jeweilige Gericht als leichterer Fall nicht beanstandet. Der vorliegende Fall ähnelt den zitierten Entscheidungen, so dass das VSG auch nach nochmaliger Überprüfung seiner Rechtsprechung keinen Anlass sieht, ein Überschreiten des Wertungsermessens durch das BSG anzunehmen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00052-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.03.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Revision des Verbandsanwalt gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 24.11.2015

Urteil:

I. Die Revision des Verbandsanwalts gegen das Urteil des BSG vom 24.11.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Revisionsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten wer-den nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Spiel der Frauen Kreisklasse TSC Y gegen TSV X am 14.10.2015 setzte der TSV X die Spielerin N. N. ein. Die Spielerin hatte bis zum Mai 2012 ein Spielrecht für den TSV X. Sie hatte sich dann abgemeldet und den Pass erhalten. Auf dem Pass war auf der Rückseite das Abmeldedatum vermerkt und die Eintragung war abge-stempelt vom Verein. Die Spielerin wollte damals zu einem anderen Verein wechseln, gab dieses Vorhaben aber dann auf. Im Sommer 2015 teilte die Spielerin den Ver-einsverantwortlichen mit, dass sie nunmehr doch weiterhin für den TSV X spielen wol-le. Sie gab daher den Pass wieder an den TSV X zurück. Der Vereinsverantwortliche ging in Unkenntnis der genauen Bestimmungen davon aus, dass das Spielrecht wei-terhin durch den Spielerpass dokumentiert werde und er den Spielerpass weiterhin benutzen dürfe. Sein Irrtum wurde dadurch bestärkt, dass die Spielerin nach wie vor auf der elektronischen Spielerliste des Verbands für den TSV X geführt wurde, was er überprüfte.

Mit Urteil vom 27.10.2015 verurteilte das KSG den TSV X gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz zu einem Punktabzug von 3 Punkten und zu einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00. Das vom TSV X mit 0:3 Toren verlorene Spiel wurde gemäß § 29 SpO dem Ausgang nach gewertet. Gegen das Urteil legte der TSV X mit Schreiben vom 28.10.2015 Berufung ein.

Auf die Berufung änderte das BSG das Ersturteil mit Urteil vom 24.11.2015 dahinge-hend ab, dass der TSV X gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 belegt wurde. Das Spiel wurde weiterhin gemäß § 29 SpO dem Ausgang nach gewertet. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 14.12.2015 eingelegte Revi-sion des Verbandsanwalts, dem das Urteil nicht förmlich zugestellt worden war. Der Verbandsanwalt macht geltend, dass bei einem erloschenen Spielrecht kein leichter Fall angenommen werden könne.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG nahm einen leichten Fall an, weil es davon ausging, dass die Rückseite nicht beachtet wurde, sich aber der Mannschaftsverantwortliche über die Spielberechtigung in der BFV-Spielerliste des TSV X informiert hatte und dadurch in seinem Irrtum über das Spielrecht bestärkt wurde.

Im Revisionsverfahren ist das VSG grundsätzlich an den vom Berufungsgericht fest-gestellten Sachverhalt gebunden, wenn Mängel in der Sachverhaltsermittlung oder in der Bewertung durch das Bezirks-Sportgericht nicht aufgezeigt wurden und nicht ersichtlich sind.

Der vom BSG festgestellte Sachverhalt lässt die Wertung als leichter Fall zu, die im Ermessen des BSG liegt.

Das Verbands-Sportgericht hat in der Vergangenheit in mehreren Fällen (13-12/13, 14-12/13und 52-10/11) jeweils die Annahme eines leichteren Falles nicht beanstandet, wenn der Vereinsverantwortliche nachvollziehbar geltend gemacht hat, dass der Einsatz nicht vorsätzlich erfolgt ist. Wenn also der Vereinsverantwortliche einen Irrtum über die Spielberechtigung darlegen konnte und der Irrtum entweder durch die elektronische Sperrliste erweckt wurde, die nicht mit der tatsächlichen Sperre konform läuft oder die komplizierten Regelungen der Abmeldung Anlass für den Irrtum waren. In diesen Fällen wurde jeweils Fahrlässigkeit angenommen und vom Verbands-Sportgericht die Bewertung durch das jeweilige Gericht als leichterer Fall nicht beanstandet. Der vorliegende Fall ähnelt den zitierten Entscheidungen, so dass das VSG auch nach nochmaliger Überprüfung seiner Rechtsprechung keinen Anlass sieht, ein Überschreiten des Wertungsermessens durch das BSG anzunehmen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00051-15/16-VSG
Sitzung vom: 16.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

 

Wiederaufnahmeantrag TSV X bzgl. Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 08.12.2015

Urteil:

I. Der Antrag auf Wiederaufnahme des mit Urteil des BSG vom 08.12.2015 rechtskräftig abgeschlossenen Verfahrens des TSV X wird verworfen.

II. Der TSV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Wiederaufnahmegebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Beim Kreisklassespiel TSV X gegen FSV Y II am 15.11.2015 pfiff der SR in der 16. Minute einen Strafstoß gegen den TSV X. Unmittelbar hiernach lief der Spieler N. N. vom TSV X zum SR und stieß diesen mit beiden flachen Händen gegen die Brust. Der SR verwies den Spieler N. hierfür des Feldes.

Das KSG verurteilte unter Berücksichtigung der Stellungnahme des TSV X N. N. mit Urteil vom 24.11.2015 nach § 68 RVO ab 16.11.2015 wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Sperrstrafe von 8 Verbandsspielen und den Kosten des Verfahrens unter Mithaftung des TSV X.

Hiergegen legte der TSV X am 01.12.2015 Berufung ein und begründete diese unter anderem damit, dass der SR weder beleidigt noch bedroht wurde, sondern der Spieler lediglich stark gestikulierte und es hierbei zu einer Berührung kam, die aber keineswegs ein Schubsen oder Stoßen gewesen sei. Zudem sei der Strafstoß eine Fehlentscheidung des SR gewesen. Das BSG wies die Berufung am 08.12.2015 zurück. Das Urteil wurde mittels ZIMBRA-Postfach am 08.12.2015 dem TSV X zugestellt.

Am 15.01.2016 beantragte der TSV X über das ZIMBRA-Postfach beim Verbands-Sportgericht die Wiederaufnahme des Verfahrens unter anderem mit der Begründung, dass sie am 28.12.2015 davon Kenntnis erlangten, dass bei dem Spiel 1. FC Z gegen SC A sich ein ähnliches Vorkommnis ereignete, bei welchem am 10.11.2015 ein "vollkommen anderes Urteil" gefällt wurde. Hier wäre für ein deutlich schwereres Vergehen eine geringere Strafe verhängt worden, was ein Beweis dafür darstellen würde, dass das Urteil gegen den Spieler N. zu hart gewesen ist. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb einmal nach Spielen und einmal nach Zeit gesperrt werden würde.

2. Der Antrag ist zulässig und wurde form- und fristgerecht gestellt. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 h) RVO zuständig.

3. Der Antrag ist jedoch unbegründet und daher zu verwerfen. Gemäß § 46 Abs. 1 RVO ist die Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Verfahrens zulässig, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht werden, die zu einer wesentlich anderen Entscheidung geführt hätten, wenn sie zum Zeitpunkt der Urteilsfällung dem erkennenden Gericht bekannt gewesen wären.
Der Antragsteller hat als neu seine Kenntnis des Urteils vom 10.11.2015 in einem völlig anderen Verfahren vorgetragen. In § 46 Abs. 2 RVO wird klar geregelt, dass Tatsachen- und Beweismittel nur dann als neu gelten, wenn sie nachweislich ohne Verschulden des Antragstellers vor Rechtskraft des Urteils ihm nicht bekannt geworden sind oder nicht rechtzeitig vorgebracht werden konnten. Es kann allerdings dahinstehen, ob und warum der Antragsteller erst am 28.12.2015 von dem Urteil vom 10.11.2015 gegen den SC A Kenntnis erlangt haben will, denn der Inhalt dieses Urteils ist weder eine Tatsache im hiesigen Verfahren des Spielers N, noch als Beweismittel geeignet. Tatsachen sind sinnlich wahrnehmbare Vorgänge oder Zustände aus Gegenwart oder Vergangenheit; Beweismittel sind beispielsweise Zeugen, Sachverständigengutachten oder Urkunden.
Denknotwendig ist für ein Wiederaufnahmeverfahren erforderlich, dass diese neuen Tatsachen oder Beweismittel in direktem Zusammenhang mit dem streitigen Verfahren stehen. Ein Urteil eines Gerichts bezüglich eines völlig anderen Lebenssachverhalts kann niemals zur Wiederaufnahme eines Urteils in einem völlig anderen Verfahren führen, wenn diese beiden Urteile ohne jeglichen Bezug zueinander stehen, wie im vorliegenden Fall, in dem es um zwei unterschiedliche Spiele geht.

Ungeachtet dessen ist auch keine Ungleichbehandlung in dem erwähnten Urteil vom 10.11.2015 zu erkennen, denn der dort fehlbare Spieler wurde nicht mit einer roten Karte wie der Spieler N., sondern mit einer gelb-roten Karte belegt. Grundsätzlich geht mit einer roten Karte eine automatische Sperre einher bis eine Entscheidung des Sportgerichts über die Dauer der Sperre getroffen wird. Dagegen ist mit einer gelb-roten Karte keine automatische Sperre verbunden, so dass gegebenenfalls eine Zeitstrafe auszusprechen ist. Weshalb dies in dem Urteil vom 10.11.2015 nicht erfolgt ist, lässt sich aus den vorgelegten unvollständigen Unterlagen nicht ergründen. Letztlich erfolgte in dem angeführten Urteil vom 10.11.2015 nach Beweisaufnahme durch eine mündliche Verhandlung eine Sperre bis 03.02.2016, also mithin für eine Dauer von fast drei Monaten und zwar für alle Wettbewerbe. Die Bestrafung nach Spieltagen bzw. Zeit ist in § 51 Abs. 3 und Abs. 5 RVO klar geregelt. Somit konnte im hiesigen Verfahren der Spieler N. gemäß § 51 Abs. 5 RVO mit einer Sperre für eine bestimmte Anzahl von Spielen des jeweiligen Wettbewerbs belegt werden, allerdings gilt diese nur für den Wettbewerb in welchem er die Tat begangen hatte.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 11 und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00050-15/16-VSG
Sitzung vom: 02.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Revision des TSV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 19.12.2015

Urteil:

I. Die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 19.12.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der TSV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1.
Beim A-Junioren Bezirksoberliga-Spiel TSV X gegen 1. SC Y am 31.10.2015 sprach der amtierende Schiedsrichter gegen den Spieler des Revisionsführers, N. N., in der 70. Spielminute beim Stande von 2:0 für den SC Y einen Feldverweis auf Dauer aus, weil der Spieler als Spielführer die Frage des Schiedsrichters nach dem Namen des Co-Trainers, der sich in der technischen Zone befand, mit "Nö" beantwortete. Mit Schreiben vom 01.11.2015 legte der Revisionsführer Einspruch gegen die Spielwertung ein. Er machte einen Regelverstoß des Schiedsrichters geltend, der Einfluss auf das Spielergebnis gehabt haben soll. Die Antwort des Spielers hätte nur mit einer gelben Karte bestraft werden dürfen. Das JSG wies den Einspruch mit Urteil vom 01.12.2015 zurück. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Revisionsführer per Postfach-System ZIMBRA am 07.12.2015 Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 19.12.2015 zurück. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Revisionsführer am 25.12.2015 per Postfach-System ZIMBRA Revision ein. Es wurde gerügt, dass das BSG den Begriff des Regelverstoßes unzutreffend ausgelegt habe.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Der Schiedsrichter hat aufgrund der Antwort des Spielers N. einen Feldverweis auf Dauer ausgesprochen. Gemäß Regel Nr. 5 der Allgemeinen Fußballregeln hat der Schiedsrichter disziplinarische Maßnahmen gegen Spieler zu ergreifen, die ein verwarnungs- oder feldverweiswürdiges Vergehen begangen haben. Dies muss nicht sofort geschehen,
spätestens aber dann, wenn der Ball das nächste Mal aus dem Spiel ist,

Regel 12 legt fest, wann der Schiedsrichter einen Feldverweis aussprechen kann:

Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler erhält die Rote Karte
und wird des Feldes verwiesen, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen begeht:

. grobes Foulspiel,
. Tätlichkeit,
. Anspucken eines Gegners oder einer anderen Person,
. Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance des Gegners
durch absichtliches Handspiel (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum),
. Vereiteln einer offensichtlichen Torchance für einen auf sein Tor zulaufenden
Gegenspieler durch ein Vergehen, das mit Freistoß oder Strafstoß zu ahnden ist,
. anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen oder Gebärden,
. zweite Verwarnung im selben Spiel.

Die Bewertung einer Äußerung als beleidigend oder schmähend, ist eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Die Anweisungen im Rahmen der Lehrtätigkeit der SR-Organe sollen zwar eine möglichst gleichlautende Auslegung ermöglichen, sie stellen aber keine Regel dar und können daher das grundsätzliche Recht des Schiedsrichters zur Bewertung der konkreten Handlung nicht einschränken. Erst wenn die Einordnung als beleidigend oder schmähend überhaupt nicht mehr möglich wäre, würde somit ein Verstoß gegen die Regel vorliegen. Dies ist aber bei einer Disziplinlosigkeit wie der vorliegenden nicht der Fall. Die Ablehnung, dem Schiedsrichter die Auskunft zu erteilen, auf die dieser einen Anspruch hat, kann durchaus auch als Ausdruck der Geringschätzung des Schiedsrichters und des von ihm ausgeübten Amtes gewertet werden. Damit aber hat die Entscheidung des Schiedsrichters den Rahmen der hinzunehmenden Tatsachenentscheidung nicht verlassen. Eine Tatsachenentscheidung stellt jedoch keinen Regelverstoß dar, so dass der Einspruch zu Recht zurückgewiesen wurde.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO

Aktenzeichen: 00049-15/16-VSG
Sitzung vom: 02.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Revision des BSC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 08.12.2015

Urteil:

I. Die Revision des BSC X gegen das Urteil des BSG vom 08.12.2015 wird zurück-gewiesen.

II. Der BSC trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisions-gebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1.
Der Revisionsführer setzte den Spieler A. A.. in den Kreisklassenspielen am 13.09.2015 ge-gen SV A, am 20.09.2015 gegen FC B, am 27.09.2015 gegen FC C und am 03.10.2015 ge-gen TSV D 2 ein. Bei den jeweiligen Spielen war N. N. jeweils der Mannschaftsverantwortli-che. Herr N. bestätigte jeweils das Spielrecht und die Identität des Spielers A. Die Erstausstel-lung des Spielerpasses erfolgte zwar am 16.07.2015, der Verein erhielt jedoch den Pass nicht. Nach einer weiteren Passausstellung am 07.10.2015 ging dem Verein am 10.10.2015 der Pass zu. Am 09.10.2015 lud man ein Foto des Spielers in der Spielberechtigungsliste im SpielPlus hoch. Am 22.10.2015 wurde der Spielerpass des Spielers A. A. gegenüber dem KSG nachgereicht. Erstmalig mit Schreiben vom 03.09.2015 hatte der Revisionsführer per E-Mail gegenüber der Passabteilung des BFV moniert, dass der Spielerpass fehle. Auf die Ant-wort der Passstelle vom selbigen Tag mit Aufforderung zur Antragsstellung auf offiziellem Vereinspapier mit Unterschrift oder alternativ über das Postfachsystem bat man mit Schrei-ben vom 15.09.2015 um Übersendung eines Duplikates.

Mit Schreiben vom 22.10.2015 erstattete der GSL München Süd Anzeige wegen des unzu-lässigen Einsatzes des Spielers in den vier Kreisligaspielen.

Mit Urteil vom 16.11.2015 wurde der Revisionsführer vom KSG gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatzes in vier Fällen bestraft und es wurden jeweils gemäß § 29 SpO Spielwertungen zugunsten der Gegner vorgenommen.

Mit Urteil vom gleichen Tag wurde der Trainer N. N. als Verantwortlicher des Revisionsfüh-rers gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einer Funktionssperre von 01.12.2015 mit einschließlich 01.05.2016 belegt.

Gegen das am 23.11.2015 per Postfachsystem ZIMBRA zugestellte Urteil legte der Revisi-onsführer am selben Tag Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 08.12.2015, zugestellt am 08.12.2015, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Post-fachsystem ZIMBRA am 15.12.2015 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht gel-tend, dass § 33 SpO nicht zutreffend angewandt worden sei, weil der Verein nach dieser Vor-schrift nur dann zur Nachreichung der Pässe verpflichtet sein soll, wenn der Schiedsrichter eine Meldung mache. Zudem sei zu Unrecht von der Annahme eines leichteren Falls abgese-hen worden, der sich daraus ergäbe, dass die Schiedsrichter mit einer Ausnahme keine Mel-dung vorgenommen hätten.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte und mit einer Begründung versehene Revision ist zulässig.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG ging zu Recht davon aus, dass in den genannten Spielen ein unzulässiger Spieler-einsatz vorlag. Die Anzeige des Spielgruppenleiters umfasste die vier im Tenor genannten Spiele. Sie ging binnen der Frist von 4 Wochen seit dem zuletzt genannten Spiel beim Sport-gericht ein.

Die maßgeblichen Bestimmungen sind § 33 Abs. 8, 10 und 12 SpO. Diese lauten:

8. Spieler, die bei Spielbeginn nicht im Besitz eines Spielerpasses sind, können unter folgen-den Voraussetzungen am Spiel teilnehmen:
8.1 durch Vorlage einer vom Verband ausgestellten Spielberechtigungsbescheinigung mit amtlichen Lichtbildausweis oder
8.2 durch Vorlage einer gültigen Detail-Spielberechtigung aus Pass-Online (vgl. Nr. 7) mit amtlichem Lichtbildausweis oder
8.3 durch die Spielberechtigungsliste im SpielPlus, auf der das Foto hochgeladen worden ist oder
8.4 durch Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises oder
8.5 durch Bestätigung der Identität und Spielberechtigung des Spielers gegenüber dem Schiedsrichter durch den im ESB/Spielbericht eingetragenen Mannschaftsverantwortlichen.
Der Spieler hat sich zur Prüfung der Identität zugleich persönlich beim Schiedsrichter vorzu-stellen.
Nimmt ein Spieler an einem Spiel teil, ohne mindestens eine von den genannten Vorausset-zungen der Pkt. 8.1 bis 8.5 zu erfüllen, ist der Spielereinsatz unzulässig (§ 77 Rechts- und Verfahrensordnung).

Meldung des Schiedsrichters
10. Über Vorkommnisse nach Nrn. 8.4, 8.5, 9.4 und 9.5 hat der SR eine Meldung zu verfas-sen, sofern der/die fehlende ordnungsgemäße Spielerpass/Spielberechtigung unmittelbar nach Spielende dem Schiedsrichter nicht vorgelegt werden kann. In diesem Falle hat der Verein den Spielerpass innerhalb von 10 Tagen nach dem Spiel dem zuständigen Sportge-richt vorzulegen

12. Kann der Verein die Spielberechtigung bei Vorkommnisse nach Nr. 10 innerhalb von 10 Tagen nach dem Spiel nicht nachweisen, erfolgt eine Spielverlustwertung nach § 29, sowie eine Bestrafung nach § 77 Rechts- und Verfahrensordnung.

Dem Wortlaut nach ist eindeutig, dass der Verein bei einem Einsatz des Spielers, der sich nur aufgrund der Vorlage eines Personalausweises ausweisen kann, innerhalb von 10 Tagen den Spielerpass dem zuständigen Sportgericht vorzulegen hat.

Die Verweisung in § 33 Abs. 10 bezieht sich auf die Vorkommnisse und nicht auf die Mel-dung. Die Nachreichung ist auch dann notwendig, wenn der Schiedsrichter eine Meldung un-terlässt. Dies kann zwar für den Verein zu der misslichen Situation führen, dass er durch sei-ne Nachreichung überhaupt erst ein Verfahren gegen sich auslöst, was zu einer Geldstrafe gemäß § 79 RVO führen kann, aber der Verein kann nur so das endgültige Spielrecht für sei-nen Spieler erlangen.
Unterlässt der Verein die Nachmeldung erlischt das Spielrecht rückwirkend mit der Folge, dass ein unzulässiger Spielereinsatz vorliegt. Würde man jedoch die Meldung zur Vorausset-zung der Nachreichung machen, würde durch einen Fehler des Schiedsrichters, der seiner Pflicht zur Meldung nicht nachkommt, das Spielrecht entstehen, das bei korrektem Vorgehen nicht bestehen würde. Ein solches Ergebnis wäre mit der Klarheit der dem Wettbewerb die-nenden Vorschriften der SpO nicht vereinbar. Zudem würde auch der Grundsatz durchbro-chen, dass der Schiedsrichter keine Entscheidungskompetenz hinsichtlich des Spielrechts besitzt. Er kann nur über die die Beteiligung am Spiel entscheiden und diese ggfs. durch einen Feldverweis beenden. Seine Entscheidung hat aber nach der Rechtsprechung des VSG (Fall 37 2008/2009) keinen Einfluss auf ein Bestehen oder Nichtbestehen des Spielrechts. So kann ein vom Schiedsrichter irrtümlich zugelassener, tatsächlich aber gesperrter Spieler ebenso unzulässig am Spiel teilnehmen, wie ein vom Schiedsrichter abgelehnter Spieler Spielrecht haben kann. Unterlässt er die Meldung wird somit die fehlende Passvorlage nicht geheilt. Vielmehr obliegt dem Verein auch ohne Meldung die Verpflichtung den Pass nachzureichen.

Diese Verpflichtung den Pass nachzureichen, trifft den Mannschaftsverantwortlichen. Wie das BSG zutreffend darstellt, hat der Mannschaftsverantwortliche dafür zu sorgen, dass nur Spieler eingesetzt werden, die für dieses Spiel ein gültiges Spielrecht besitzen. Setzt er einen Spieler ein, dessen Spielrecht noch von einer weiteren Handlung nach dem Spiel abhängig ist, hier der Nachreichung des Spielerpasses, trägt er auch die Verantwortung dafür, dass diese Handlung fristgerecht vorgenommen wird. Unterlässt er dieses liegt ein zu ahndendes Fehlverhalten vor.

Der Mannschaftsverantwortliche N- hat jeweils nach den betroffenen Spielen den Spielerpass nicht nachgereicht. So dass die Feststellungen des BSG die Verurteilung auch tragen. Die Länge der Sperrfrist ist nicht zu beanstanden. Sie liegt innerhalb des Ermessensbereichs des BSG und kann daher im Rechtsmittel der Revision nicht abgeändert werden. Es wurde in zutreffender Weise eine Gesamtstrafe gemäß § 48 Abs 5 RVO gebildet.

Das BSG hat zu Recht keinen leichten Fall angenommen. Der Trainer N. als Verantwortlicher des Revisionsführers wusste, dass für den Spieler kein Spielerpass vorlag. Dennoch wurde der Spieler eingesetzt. Gleich aus welchen Gründen der Spielerpass nicht beim Verein an-kommt, durfte der Spieler nicht mehr eingesetzt werden, solange weder der Spielerpass vor-liegt oder eine gültige Online Spielberechtigung vorliegt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Revisionsführer den Nichteingang des Passes bei der Passstelle monierte. Der vorsätzliche Einsatz eines Spielers für den kein Spielerpass vorliegt, stellt in aller Regel keinen leichten Fall dar.

4.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00048-15/16-VSG
Sitzung vom: 02.02.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Revision des BSC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 08.12.2015

Urteil:

I. Die Revision des BSC X gegen das Urteil des BSG vom 08.12.2015 wird zurück-gewiesen.

II. Der BSC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisi-onsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1.
Der Revisionsführer setzte den Spieler N. N. in den Kreisklassenspielen am 13.09.2015 ge-gen SV A, am 20.09.2015 gegen FC B, am 27.09.2015 gegen FC C und am 03.10.2015 ge-gen TSV D 2 ein. Die Erstausstellung des Spielerpasses erfolgte zwar am 16.07.2015, der Verein erhielt jedoch den Pass nicht. Nach einer weiteren Passausstellung am 07.10.2015 ging dem Verein am 10.10.2015 der Pass zu. Am 09.10.2015 lud man ein Foto des Spielers in der Spielberechtigungsliste im SpielPlus hoch. Am 22.10.2015 wurde der Spielerpass des Spielers N. N. gegenüber dem KSG nachgereicht. Erstmalig mit Schreiben vom 03.09.2015 hatte der Revisionsführer per E-Mail gegenüber der Passabteilung des BFV moniert, dass der Spielerpass fehle. Auf die Antwort der Passstelle vom selbigen Tag mit Aufforderung zur An-tragsstellung auf offiziellem Vereinspapier mit Unterschrift oder alternativ über das Postfach-system bat man mit Schreiben vom 15.09.2015 um Übersendung eines Duplikates.

Mit Schreiben vom 22.10.2015 erstattete der GSL München Süd Anzeige wegen des unzu-lässigen Einsatzes des Spielers in den vier Kreisligaspielen.

Mit Urteil vom 16.11.2015 wurde der Revisionsführer vom KSG gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatzes in vier Fällen mit einem Gesamtpunktabzug von 7 Punkten und mit einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von € 325,00 belegt.
Das Spiel SV A gegen BSC X vom 13.09.2015 wurde gemäß § 29 SpO für SV A mit 2:0 als gewonnen und für BSC X mit 0:2 als verloren gewertet. Das Spiel BSC X gegen FC B vom 20.09.2015 wurde gemäß § 29 SpO für FC B mit 2:0 als gewonnen und für BSC X mit 0:2 als verloren gewertet. Das Spiel FC C gegen BSC X vom 27.09.2015 wurde gemäß § 29 SpO für FC C mit 2:0 als gewonnen und für BSC X mit 0:2 als verloren gewertet. Das Spiel TSV D II gegen BSC X vom 03.10.2015 wurde gemäß § 29 SpO für TSV D II mit 2:0 als gewonnen und für BSC X mit 0:2 als verloren gewertet.

Gegen das am 23.11.2015 per Postfachsystem ZIMBRA zugestellte Urteil legte der Revisi-onsführer am selben Tag Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 08.12.2015, zugestellt am 08.12.2015, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Post-fachsystem ZIMBRA am 15.12.2015 eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht gel-tend, dass § 33 SpO nicht zutreffend angewandt worden sei, weil der Verein nach dieser Vor-schrift nur dann zur Nachreichung der Pässe verpflichtet sein soll, wenn der Schiedsrichter eine Meldung mache. Zudem sei zu Unrecht von der Annahme eines leichteren Falls abgese-hen worden, der sich daraus ergäbe, dass die Schiedsrichter mit einer Ausnahme keine Mel-dung vorgenommen hätten.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte und mit einer Begründung versehene Revision ist zulässig.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG ging zu Recht davon aus, dass in den genannten Spielen ein unzulässiger Spieler-einsatz vorlag. Die Anzeige des Spielgruppenleiters umfasste die vier im Tenor genannten Spiele. Sie ging binnen der Frist von 4 Wochen seit dem zuletzt genannten Spiel beim Sport-gericht ein.

Die maßgeblichen Bestimmungen sind § 33 Abs. 8, 10 und 12 SpO.

Diese lauten:

8. Spieler, die bei Spielbeginn nicht im Besitz eines Spielerpasses sind, können unter folgen-den Voraussetzungen am Spiel teilnehmen:
8.1 durch Vorlage einer vom Verband ausgestellten Spielberechtigungsbescheinigung mit amtlichen Lichtbildausweis oder
8.2 durch Vorlage einer gültigen Detail-Spielberechtigung aus Pass-Online (vgl. Nr. 7) mit amtlichem Lichtbildausweis oder
8.3 durch die Spielberechtigungsliste im SpielPlus, auf der das Foto hochgeladen worden ist oder
8.4 durch Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises oder
8.5 durch Bestätigung der Identität und Spielberechtigung des Spielers gegenüber dem Schiedsrichter durch den im ESB/Spielbericht eingetragenen Mannschaftsverantwortlichen.
Der Spieler hat sich zur Prüfung der Identität zugleich persönlich beim Schiedsrichter vorzu-stellen.
Nimmt ein Spieler an einem Spiel teil, ohne mindestens eine von den genannten Vorausset-zungen der Pkt. 8.1 bis 8.5 zu erfüllen, ist der Spielereinsatz unzulässig (§ 77 Rechts- und Verfahrensordnung).

Meldung des Schiedsrichters
10. Über Vorkommnisse nach Nrn. 8.4, 8.5, 9.4 und 9.5 hat der SR eine Meldung zu verfas-sen, sofern der/die fehlende ordnungsgemäße Spielerpass/Spielberechtigung unmittelbar nach Spielende dem Schiedsrichter nicht vorgelegt werden kann. In diesem Falle hat der Verein den Spielerpass innerhalb von 10 Tagen nach dem Spiel dem zuständigen Sportge-richt vorzulegen

12. Kann der Verein die Spielberechtigung bei Vorkommnisse nach Nr. 10 innerhalb von 10 Tagen nach dem Spiel nicht nachweisen, erfolgt eine Spielverlustwertung nach § 29, sowie eine Bestrafung nach § 77 Rechts- und Verfahrensordnung.

Dem Wortlaut nach ist eindeutig, dass der Verein bei einem Einsatz des Spielers, der sich nur aufgrund der Vorlage eines Personalausweises ausweisen kann, innerhalb von 10 Tagen den Spielerpass dem zuständigen Sportgericht vorzulegen hat.

Die Verweisung in § 33 Abs. 10 bezieht sich auf die Vorkommnisse und nicht auf die Mel-dung. Die Nachreichung ist auch dann notwendig, wenn der Schiedsrichter eine Meldung un-terlässt. Dies kann zwar für den Verein zu der misslichen Situation führen, dass er durch sei-ne Nachreichung überhaupt erst ein Verfahren gegen sich auslöst, was zu einer Geldstrafe gemäß § 79 RVO führen kann, aber der Verein kann nur so das endgültige Spielrecht für sei-nen Spieler erlangen. Unterlässt der Verein die Nachmeldung erlischt das Spielrecht rückwir-kend mit der Folge, dass ein unzulässiger Spielereinsatz vorliegt. Würde man jedoch die Mel-dung zur Voraussetzung der Nachreichung machen, würde durch einen Fehler des Schieds-richters, der seiner Pflicht zur Meldung nicht nachkommt, das Spielrecht entstehen, das bei korrektem Vorgehen nicht bestehen würde. Ein solches Ergebnis wäre mit der Klarheit der dem Wettbewerb dienenden Vorschriften der SpO nicht vereinbar. Zudem würde auch der Grundsatz durchbrochen, dass der Schiedsrichter keine Entscheidungskompetenz hinsicht-lich des Spielrechts besitzt. Er kann nur über die die Beteiligung am Spiel entscheiden und diese ggfs. durch einen Feldverweis beenden. Seine Entscheidung hat aber nach der Recht-sprechung des VSG (Fall 37 2008/2009) keinen Einfluss auf ein Bestehen oder Nichtbestehen des Spielrechts. So kann ein vom Schiedsrichter irrtümlich zugelassener, tatsächlich aber gesperrter Spieler ebenso unzulässig am Spiel teilnehmen, wie ein vom Schiedsrichter abge-lehnter Spieler Spielrecht haben kann. Unterlässt er die Meldung wird somit die fehlende Passvorlage nicht geheilt. Vielmehr obliegt dem Verein auch ohne Meldung die Verpflichtung den Pass nachzureichen.

Der Revisionsführer hat jeweils nach den betroffenen Spielen den Spielerpass nicht nachge-reicht. So dass die Feststellungen des BSG die Verurteilung auch tragen. Die Höhe des Punk-tabzugs und der Geldstrafe sind nicht zu beanstanden. Sie liegen im Ermessensbereich des Sportgerichts und können daher im Rechtsmittel der Revision nicht abgeändert werden.

Das BSG hat zu Recht keinen leichten Fall angenommen. Der Verantwortliche des Revisi-onsführers wusste, dass für den Spieler kein Spielerpass vorlag. Dennoch wurde der Spieler eingesetzt. Gleich aus welchen Gründen der Spielerpass nicht beim Verein ankommt, durfte der Spieler nicht mehr eingesetzt werden, solange weder der Spielerpass vorliegt oder eine gültige Online Spielberechtigung vorliegt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Revisionsführer den Nichteingang des Passes bei der Passstelle monierte. Der vorsätzliche Einsatz eines Spielers für den kein Spielerpass vorliegt, stellt in aller Regel keinen leichten Fall dar.

4.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00047-15/16-VSG
Sitzung vom: 26.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Antrag des Verbandsanwalts auf Durchführung eines Sportgerichtsverfahrens gegen den Betroffenen N. N.

Urteil:

I. Abteilungsleiter N. N. wird gemäß § 89 Abs. 1 RVO wegen falschen Angaben mit einer Funktionssperre vom 25.01.2016 mit einschließlich 24.01.2018 belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 trägt Herr N. unter Mithaftung SpFrd X.

Gründe:

1. In einem anhängigen Sportgerichtsverfahren beim KSG wurde aufgeklärt, dass der Betroffene N. N. auf den Rückseiten der Spielerpässe der Spieler A. A., B. B. und C. C. bewusst die falschen Daten beim Tag der Abmeldung und bei der Angabe des letzten Spieles eingetragen hat.
Mit Mail vom 09.11.2015 hat der Verbandsanwalt beim KSG einen Antrag auf Durchführung eines Sportgerichtsverfahrens gestellt.
Mit Beschluss vom 19.11.2015 wurde das Verfahren zuständigkeitshalber an das Verbandssportgericht abgegeben.

Mit Schreiben vom 07.12.2015 wurde dem Verein und dem Betroffenen N. die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf § 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.
2. Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Frage kommt.
3. Der Sachverhalt steht aufgrund der Einlassung des Betroffenen und der vorgelegten Kopien der Pässe fest.
Der Betroffene hat in allen drei Pässen bewusst das Abmeldedatum und die Angabe des letzten Spieles falsch eingetragen, um den Spielern einen Vereinswechsel nach Ablauf der Wechselfrist zu ermöglichen.
Das Verhalten des Betroffenen N. stellt ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 1 RVO dar. Da die gemachten falschen Angaben jeweils zur Erlangung einer falschen Spielberechtigung gemacht wurden handelt es sich um einen schweren Fall nach § 89 Abs. 1 Satz 2 RVO.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen N. berücksichtigt, dass dieser den Vorfall eingeräumt hat. Die vom Betroffenen in der Mail vom 18.10.2015 vorgebrachten Umstände, warum die Daten bei den Spielern B. und C. falsch angegeben wurden, können vom Verbandssportgericht nicht strafmildernd anerkannt werden. Die Spieler haben sich erst nach Ablauf der Wechselfrist zum Vereinswechsel entschieden.
Zu seinen Lasten war zu sehen, dass durch die gemachten Angaben mehrere Spieler eine falsche Spielberechtigung erlangt haben und mit dieser Spielberechtigung in Verbandsspielen eingesetzt wurden.

Für jedes der drei einzelnen Vergehen nach § 89 I RVO ist nach Ansicht des VSG im vorliegenden Fall eine Sperrstrafe von einem Jahr tat- und schuldangemessen.
Aus diesen drei Einzelstrafen ist nach § 48 Abs. 5 RVO eine Gesamtstrafe von zwei Jahren zu bilden.
4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d).

Aktenzeichen: 00045-15/16-VSG
Sitzung vom: 12.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Hallenkreismeisterschaft Zugspitze 03.01.2016

Urteil:

I. Das Spiel der Hallenkreismeisterschaft Zugspitze am 03.01.2016 FC X gegen 1. FC Y wird mit 2:0 für den 1. FC Y und 0:2 für den FC X gewertet.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 20,30 € trägt der FC X.

Gründe:

1. Beim Halbfinalspiel der Hallenkreismeisterschaft Zugspitze am 03.01.2016 FC X gegen 1.FC Y setzte der FC X den Spieler N. N. ein. Das Spiel endete 6:1 für den FC X. Mit Schreiben vom 05.01.2016 legte der 1.FC Y Einspruch gegen die Spielwertung ein. Der Einspruch wurde damit begründet, dass der Spieler N. nur ein Zusatzspielrecht für den FC X hatte. Sein Hauptspielrecht für den TuS Z jedoch spätestens am 31.12.2015 infolge seiner Abmeldung erloschen sei. Der Spieler N. hatte sich mit Schreiben vom 27.12.2015, das noch vor dem 31.12.2015 dem Verein zuging beim TuS Z mit Wirkung zum 31.12.2015 vom Spielbetrieb abgemeldet.

2. Mit Schreiben vom 11.01.2016 beantragte der Verbandsanwalt die Übernahme des Verfahrens durch das VSG, weil von der Spielwertung der Fortgang der oberbayerischen Hallenmeisterschaft abhängig und eine grundsätzliche Auslegung des § 38 SpO notwendig war. Dem betroffenen Verein wurde mit E-Mail per ZIMBRA am 11.01.2016 Gelegenheit gegeben, Stellung zu nehmen. Eine Erklärung erfolgte nicht.
3. Das VSG ist für die Entscheidung gemäß § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO zuständig. Diese Vorschrift lautet: "Darüber hinaus kann das Verbands-Sportgericht ein Verfahren an sich ziehen und es selbst durchführen, wenn dies aus besonderen, insbesondere verfahrensökonomischen, Gründen sachgerecht ist oder wenn dies vom Verbandsanwalt beantragt wird."
Das VSG hat aufgrund des Antrags des Verbandsanwalts vom 11.01.2016 das Verfahren durch Beschluss vom 12.01.2016 an sich gezogen. Die besonderen Gründe lagen darin, dass die Sache wegen der Auswirkung auf die oberbayerische Hallenmeisterschaft und damit auch auf die bayerische Hallenmeisterschaft äußerst eilbedürftig war. Hinzukommt kommt als wesentlicher Grund, dass eine grundsätzliche Auslegung der Wirksamkeit des Zusatzspielrechts gemäß § 38 SpO vorzunehmen war, so dass das an sich zuständige Kreissportgericht bei seiner Entscheidung dieser Rechtsfrage nicht auf gefestigte Rechtsprechung des VSG hätte zurückgreifen können.
Das als "Einspruch" bezeichnete E-Mail war in eine Anzeige gemäß § 35 Abs. 2 RVO umzudeuten. Diese Umdeutung war zulässig, weil dem E-Mail klar entnommen werden konnte, dass der mitteilende Verein den unzulässigen Einsatz eines Spielers rügen und eine Spielwertung zu seinen Gunsten erzielen wollte. Die Anzeige gemäß § 35 RVO bedarf keiner Form. Sie konnte daher durch einfaches E-Mail erhoben werden.
4. Der Spieler N. wurde beim oben genannten Halbfinalspiel unzulässig eingesetzt. Dies ergibt sich aus folgendem:
Der Spieler hatte sich durch den Brief vom 27.12.2015, der dem Verein noch vor dem 31.12.2015 zugegangen war, mit Wirkung zum 31.12.2015 vom Spielbetrieb abgemeldet. Ob die gleichzeitige Kündigung der Mitgliedschaft so kurzfristig möglich war, ist unerheblich, weil die Abmeldung vom Spielbetrieb unabhängig ist vom Austritt aus dem Verein. Ein Spieler kann auch nach der Abmeldung als so genanntes passives Mitglied weiterhin im Verein verbleiben. Nach der Rechtsprechung des VSG (Urteile Nr. 53,99/00, 98,07/08; 105,07/08; 51,10/11; 92,11/12) kommt es für die Frage der Abmeldung auf das tatsächliche Geschehen an. Eine Eintragung auf dem Spielerpass ist nicht erforderlich und hat keine konstitutive Wirkung. Damit war das Hauptspielrecht für den TuS Z mit Wirkung zum 31.12.2015 erloschen. Zum Zeitpunkt des streitgegenständlichen Spiels beim Hallenturnier am 03.01.2016 hatte der Spieler keine Spielrecht mehr.
Mit dem Erlöschen des Hauptspielrechts erlischt auch ein Zusatzspielrecht. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortsinn. Bei einem Zusatzspielrecht handelt es sich um eine zusätzliche Spielberechtigung, die ein Hauptspielrecht unabdingbar voraussetzt. Dies ist schon vom Wortsinn her anders zu verstehen, als ein Zweitspielrecht, das als zweites Spielrecht grundsätzlich auch eigenständig bestehen bleiben könnte und daher insoweit einer weitergehenden Regelung in der Spielordnung bedarf. Die zusätzliche Spielberechtigung basiert auf dem Hauptspielrecht und kann daher nicht eigenständig bestehen bleiben.
Dieses Ergebnis wird gestützt durch die Auslegung der Durchführungsbestimmungen zu § 38 der Spielordnung und § 22 der Frauen- und Mädchenordnung zum Zusatzspielrecht vom 04.08.2015. Diese sehen in II. vor, dass ein Verein für maximal vier Vereinsspieler/innen, die einen gültigen Spielerpass besitzen, ein Zusatzspielrecht beantragen kann. Es reicht aber nicht nur aus, dass die Spieler zum Zeitpunkt des Antrags einen gültigen Spielerpass besitzen. Vielmehr sieht die Bestimmung III. 8. vor, dass der Spielerpass des Stammvereins zusammen mit dem genehmigten Antrag (Zusatzspielrecht) als ordnungsgemäßer Spielerpass dem Schiedsrichter vorzulegen ist.

Durch die Abmeldung verliert der Spielerpass für den Stammverein seine Gültigkeit. Damit kann er auch kein Zusatzspielrecht mehr legitimieren.

Infolge der vorangegangenen Abmeldung war der Spieler somit auch nicht mehr für den FC X spielberechtigt. Auf die Frage eines Verschuldens des Vereins kommt es nicht an, weil die hier alleine zu entscheidende Spielwertung verschuldensunabhängig ist.

5. Inwieweit eine Bestrafung des Spielers, der Verantwortlichen und des Vereins vorzunehmen ist, bedarf keiner dringlichen Entscheidung. Insoweit war das Verfahren daher abzutrennen und an das zuständige Kreissportgericht zu verweisen.

6. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 I. Nr. 13 d.

Aktenzeichen: 00043-15/16-VSG
Sitzung vom: 12.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Revision des Spielers N. N., FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 01.12.2015

Urteil:

I. Die Revision des Spielers N. N. gegen das Urteil des BSG vom 01.12.2015 wird verworfen.

II. Der Spieler N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 unter Mithaftung seines Vereins FC X.

Gründe:

1. Beim B-Klasse-Spiel FC X II gegen VfB Y vom 11.10.2015 beleidigte der Revisionsführer den amtierenden Schiedsrichter mit dem Wort "Arschloch". Anschließend traf er den Schiedsrichter mit dem Ball, den er abgeschossen hatte. Das KSG ging von einer Tätlichkeit aus und verurteilte den Revisionsführer zu einer Sperre bis zum 11.05.2016 sowie einer Geldstrafe von € 100,00.

Gegen das am 19.11.2015 zugestellte Urteil legte der FC X per Postfach ZIMBRA am 25.11.2015 Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 01.12.2015 als unbegründet zurück. Das mit einer Rechtsmittelbelehrung versehene Urteil wurde dem FC X am 01.12.2015 zugestellt. Mit E-Mail vom 09.12.2015 vom E-Mail Account ... legte der Revisionsführer Revision gegen das Urteil ein. Zur Begründung führte er an, dass die Ausführungen des Schiedsrichters mit der Realität nicht übereinstimmen würden.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die Revision ist unzulässig.

Gemäß §§ 45 Abs. 2, 44 Abs. 3 RVO ist die Revision binnen einer Frist von einer Woche nach der Einstellung des Urteils in das ZIMBRA Postfach des Vereins oder sonstiger Bekanntgabe gemäß § 24 Abs. 5 RVO schriftlich einzulegen. Nur die Übermittlung durch das Postfachsystem ZIMBRA kann dabei die Schriftform ersetzen. Die Revision muss die verletzte Vorschrift bezeichnen und darlegen, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus.

Der Revisionsführer hat mit seiner am 09.12.2015 eingelegten Revision die Wochenfrist nicht gewahrt. Seine durch einfache E-Mail eingelegte Revision erfüllte nicht die Formvorschrift. Schließlich lag auch keine ausreichende Revisionsbegründung vor.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00042-15/16-VSG
Sitzung vom: 12.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des TSV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 10.11.2015

Urteil:

I. Auf die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 10.11.2015 wird das Urteil aufgehoben und das Urteil des KSG wird wieder hergestellt.

II. Die Kosten der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Das A-Klasse-Spiel TSV X gegen TSV Y am 04.10.2015 wurde in der 85 Spielminute auf Bitten des TSV Y beim Stand von 2:0 für den TSV X abgebrochen. Das KSG wertete das Spiel gemäß § 29 SpO wegen Verlangen eines Spielabbruchs für TSV X mit 2:0 als gewonnen und für TSV Y mit 0:2 als verloren. Das Urteil des KSG wurde dem TSV Y am 13.10.2015 zugestellt. Obwohl kein Rechtsmittel eingelegt wurde, gelangte die Akte aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zum BSG. Der TSV Y hat mit E-Mail vom 11.12.2015 auf Anfrage des VSG ausdrücklich bestätigt, dass gegen das Urteil des KSG kein Rechtsmittel eingelegt worden war.

Das BSG hob das Urteil des KSG auf und verfügte, dass das A-Klassen-Spiel TSV X gegen TSV Y neu anzusetzen ist.

Gegen das am 10.11.2015 zugestellte Urteil des BSG legte der Revisionsführer am 15.11.2015 per Postfach ZIMBRA Revision ein. Gerügt wurde eine Verletzung des § 29 SpO und eine solche des § 39 RVO.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist auch begründet.

Der Entscheidung des BSG stand die Rechtskraft des Urteils des KSG entgegen. Nachdem von keiner Partei ein Rechtmittel eingelegt wurde, erlangte das Urteil des KSG mit Ablauf der Rechtsmittelfrist Rechtskraft. Damit konnte das BSG das Urteil nicht mehr abändern.

Folglich war das Urteil des BSG aufzuheben und das Urteil des KSG wieder herzustellen.

4. Da die Revision in allen Punkten erfolgreich war, fallen die Kosten dem BFV zur Last. Außergerichtliche Kosten werden gemäß § 30 Abs. 3 RVO nicht erstattet.

 

Aktenzeichen: 00041-15/16-VSG
Sitzung vom: 12.01.2016
Besetzung: Riedmeyer, Müller, Krause

Landesliga-Spiel ASV X gegen TSV Y vom 14.11.15
Berufung des TSV Y gegen das Urteil des Sportgerichts vom 01.12.2015

Urteil:

I. Die Berufung des TSV Y gegen das Urteil des Sportgerichts vom 01.12.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der TSV Y trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 203,00.

Gründe:

1. Beim Landesligaspiel ASV X gegen TSV Y am 14.11.2015 erstattete der SR Meldung dahingehend, dass der Gästetrainer N. N. vom SRA mehrfach wegen Reklamierens und Verlassens der Coaching-Zone ermahnt wurde. In der 63. Minute, als ein Tor für den ASV X fiel, verließ Herr N. erneut die Coaching-Zone, schrie den Assistenten lautstark und wild gestikulierend an und forderte Abseits. Hierauf wurde er vom SR aus dem Innenraum verwiesen. Herr N. weigerte sich zunächst, so dass der SR die Situation über den Spielführer des TSV Y und den Ordnungsdienst klären ließ. Nachdem Herr Y einige Meter Richtung Sportheim gegangen war, kehrte er um, sprang über die Bande in den Innenraum und protestierte erneut gegen die SR-Entscheidung.

Der Verbandsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 100 €. Das Sportgericht verurteilte Trainer N. N. mit Urteil vom 01.12.2015 nach §§ 47, 48 RVO wegen mehrerer ähnlich gelagerter Vorstrafen sowohl in der abgelaufenen als auch in der aktuellen Saison zu einer Geldstrafe von 200 € und den Kosten des Verfahrens unter Mithaftung des TSV Y.

Per Telefax legte der TSV Y am 07.12.2015 "Einspruch" ein und begründete diesen unter anderem damit, dass der SR voreingenommen gewesen wäre und die Coaching-Zone sehr klein (ca. 1 m) gewesen sei, so dass ein unbeabsichtigtes Verlassen durchaus möglich sei. Ferner wurde auf die erstinstanzlich eingereichte Stellungnahme Bezug genommen, in welcher man einräumte, dass der Trainer wegen der - aus seiner Sicht - Fehlentscheidung, welche zu dem Gegentor führte, reklamierte und unbeabsichtigt die Coaching Zone verließ. Ferner habe er nur gegen die fehlende Begründung des Innenraumverweises durch den SR protestiert, so dass es hierzu zu Verzögerung der Fortsetzung des Spiels kam.

2. Der "Einspruch" ist als Berufung auszulegen. Diese ist zulässig und wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig. Der Betroffene ist Fußballlehrer, so dass nach § 8 Abs. 1 a) RVO an Stelle eines Beisitzers gemäß § 34 Nr. 6 der DFB-Ausbildungsordnung Herr Hubert Müller als Mitglied des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer mitwirkt.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Der Sachverhalt, insbesondere die Übertretung der Technischen Zone steht aufgrund der Einlassung des betroffenen Vereins fest. Auch das Reklamieren wegen des angeblichen Abseitstreffers wurde vom Berufungsführer eingeräumt.

Nach § 58 Nr. 8 SpO erstreckt sich die Technische Zone einen Meter auf jeder Seite über die Breite der Ersatzspielerbank hinaus und bis einen Meter an die Seitenlinie heran. Die Größe der Zone divergiert daher zwangsnotwendig je nach Breite der Ersatzspielbank und je nach Entfernung zur Seitenlinie, also den örtlichen Gegebenheiten des Spielplatzes. Die Beanstandung des Berufungsführers im Hinblick auf die Größe ist daher nicht gerechtfertigt. Auch eine "kleine" Technische Zone erlaubt keinen Verstoß gegen das Regelwerk.

Gemäß § 58 Nr. 10 SpO dürfen nur in Ausnahmefällen Trainer oder Betreuer die Technische Zone verlassen, zum Beispiel wenn der Schiedsrichter dem Arzt gestattet, einen verletzten Spieler auf oder neben dem Feld zu behandeln. Ein solcher Ausnahmefall lag weder bei den Ermahnungen des SRA noch bei dem Tor in der 63. Minute vor. Gemäß § 58 Nr. 10 SpO war der SR daher berechtigt, Personen der Technischen Zone hinter die Umzäunung auf die Zuschauerränge zu verweisen, wenn sich diese Personen mehrfach regelwidrig verhalten. Dazu gehört unter anderem das Missachten der Grenzen der Technischen Zone. Ein Verstoß gegen diese Regelung liegt zweifelsfrei vor.

Der Berufungsführer verkennt ferner, dass es keine "Begründungspflicht" für einen SR beim Ausspruch einer Bestrafung, sei es bei einer Karte gegen einen Spieler sei es bei einem Innenraumverbot gegen einen Trainer, gibt. Der SR hat ausschließlich das Spiel zu leiten und hiernach eine Meldung über die Vorkommnisse zu verfassen. Auf Diskussionen mit Spielern oder Trainern soll und darf er sich nicht einlassen.

Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom Sportgericht ausgesprochenen Strafe vorzunehmen. Nach Auffassung des VSG ist zwingend eine Bestrafung nach §§ 47, 48 RVO geboten. Die Verhängung einer Geldstrafe von 200 €, mithin über den Strafantrag des Verbandsanwalts hinaus, ist nicht zu beanstanden, da tat- und schuldangemessen. Insbesondere war eine Erhöhung vorzunehmen, nachdem der Trainer sowohl in der in der vergangenen Saison dreimal und in der laufenden Hinrunde ebenfalls schon einmal einschlägig vorgeahndet war. Scheinbar ließ sich der Trainer bislang von den Urteilen nicht beeindrucken. Um nachhaltig auf ihn einzuwirken und ihn zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, war eine Erhöhung der Geldstrafe erforderlich, die Androhung im erneuten Wiederholungsfall auf ein Aufenthaltsverbot zu erkennen unvermeidbar. Die Berufung war somit zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 c) und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00038-15/16-VSG
Sitzung vom: 14.12.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Bezirksliga-Spiel SV X II gegen FC Y vom 22.11.2015
Berufung SV X gegen das Urteil des BSG vom 01.12.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des SV X wird das Urteil des BSG vom 01.12.2015 mit der Maßgabe aufgehoben und abgeändert, dass der Spieler N. N. gem. § 66 Abs. 1 RVO wegen rohen Spiel ab 23.11.2015 für 2 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Bezirksliga-Mannschaft des SV X gesperrt wird. Im Übrigen verbleibt es beim Urteil des BSG.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen der SV X und der BFV je zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel SV X II gegen FC Y am 22.11.2015 stellte der amtierende SR folgenden Sachverhalt fest:

Der Spieler N. schoss nach einem Zweikampf den Ball auf Kopfhöhe weg. Bei dieser Aktion traf er seinen Gegenspieler heftig mit dem Fuß an der Schläfe, welcher sofort zu Boden ging. Daraufhin wurde der Spieler mit FaD vom Platz gestellt. Im Rahmen des eingeleiteten Sportgerichtsverfahrens gab der SV X mit Schreiben vom 24.11.2015 eine Stellungnahme ab und widersprach dem vorgetragenen Sachverhalt. Er teilte mit, dass der Spieler N. mit seinem Oberkörper gegen das rechte Bein prallte und kein Fußtreffer vorlag. Der SV X beantragte, die Strafe auf ein Spiel zu begrenzen.

Das BSG hörte den amtierenden SR nochmals telefonisch an, der den Sachverhalt nochmals bestätigte.

2. Mit Urteil vom 01.12.2015 wurde der Spieler N. für drei Verbandsspiele gem. § 66 Abs. 1 RVO gesperrt.

Mit Schreiben vom 01.12.2015 legte der SV X Berufung ein und legte im Berufungsverfahren erstmals eine Stellungnahme des Vorstands des FC Y bei.

3. Das Verbandssportgericht ist gem. § 20 Abs. 1 RVO zuständig. Die Berufung ist zulässig und im ausgesprochenen Tenor auch begründet.

Grundsätzlich kann gem. § 44 IV RVO die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Aus den Unterlagen ergibt sich, dass der Berufungsführer die Stellungnahme erst in der 2. Instanz abgegeben hat. Die Stellungnahme war somit grundsätzlich verspätet.

Darüber hinaus ist jedoch seitens des BSG eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dahingehend festzustellen, dass das Ergebnis der telefonischen Anhörung des SR dem Berufungsführer nicht mitgeteilt wurde.

Das VSG ist jedoch der Auffassung, der Schiedsrichter bestätigt dies, dass es sich bei dem vom Schiedsrichter geschilderten heftigen Schlag mit dem Fuß um ein rohes Spiel nach § 66 RVO gehandelt hat. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs, das auch in der 2. Instanz gewährt werden kann, hat das VSG dennoch die Stellungnahme des FC Y berücksichtigt, diese Stellungnahme wurde deshalb nicht als verspätet angesehen und führte zu dem Ergebnis, dass das VSG das ausgesprochene Strafmaß um ein Spiel reduziert hat.

Der Berufung war deshalb im tenorierten Umfang stattzugeben.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00037-15/16-VSG
Sitzung vom: 14.12.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Berufung der SV X gegen das Urteil des BSG vom 11.11.2015

Urteil:

I. Die Berufung der SV X gegen das Urteil des BSG vom 11.11.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50.

Gründe:

1. Beim Frauen-Bezirksligaspiel FC Y gegen SV X am 31.10.2015 meldete der SR, dass die Spielerin A. A. (SV X) in der 89. Minute ihre Gegenspielerin sehr heftig mit dem Fuß gegen das Schienbein schlug. Der SR zeigte hierfür die rote Karte. Die Gefoulte konnte hiernach nicht mehr weiterspielen und wurde ausgewechselt. Eine Stellungnahme des SV Saal ging nicht ein.

Mit Urteil vom 11.11.2015 wurde die Spielerin A. A. vom BSG gemäß § 66 Abs. 1 RVO für drei Verbandsspiele wegen rohen Spiels gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte die SV X am 18.11.2015 über das BFV-Postfach Berufung ein. Sie führte aus, dass ihr die Meldung des SR zur roten Karte nicht zugegangen war und deshalb keine Gegendarstellung abgegeben werden konnte. Ferner wurde zur Begründung vorgetragen, dass das Foul nicht am Strafraum, sondern an der Seitenauslinie begangen wurde, die Spielerin eine Augenblick zu spät erkannte, dass sie den Ball nicht mehr spielen konnte und dies in der 89. Minute wegen der nachlassenden Reaktionsfähigkeit nachvollziehbar wäre. Ferner handele es sich bei der Spielerin um eine bislang sehr faire Sportsfrau und bei einer Strafe von 3 Spielen würde diese die halbe Rückrunde verpassen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist zulässig, sie wurde formgerecht eingereicht.

3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat es nach eigener Einlassung versäumt eine Stellungnahme in erster Instanz abzugeben. Sofern dem Verein keine Abschrift der SR-Meldung zugeht, kann er gemäß § 36 Abs. 3 RVO diese beim Sportgericht anfordern oder ohne Kenntnis dieser eine Stellungnahme abgeben. Dies wurde jedoch erst nach dem Urteil des BSG veranlasst. Der inhaltliche Vortrag kann somit nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden. Ungeachtet dessen handelt es sich bei dem vom SR geschilderten und vom Berufungsführer nicht in Abrede gestellten heftigen Schlag mit dem Fuß um ein rohes Spiel nach § 66 RVO. Die hierfür auszusprechende Mindeststrafe von 2 Spielen wurde aufgrund der ebenfalls unbestrittenen Verletzung der Gegenspielerin erhöht, so dass nach Auffassung des VSG die erkannte Strafe von drei Spielen auch nicht zu beanstanden wäre. Auch die Tatsache, dass der Berufungsführer in einer kleinen Gruppe spielt und daher relativ wenige Spiele pro Saison zu bestreiten hat, kann keine Ermäßigung der Sperrstrafe herbeiführen.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00036-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.12.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Bezirksliga-Spiel TSV X gegen VfL Y vom 07.11.2015
Berufung des Vereins TSV X

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt der TSV X.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel TSV X - VfL Y am 07.11.2015 war der Spieler A. A., TSV X, mit der roten Karte vom Platz gestellt worden. Laut Meldung des SR hatte er seinen Gegenspieler mit der Faust gegen den oberen Bereich der Brust geschlagen. Der Gegenspieler konnte weiter am Spiel teilnehmen.
Der Verein hat hierzu mit Mail vom 14.11.2015 in der ersten Instanz Stellung genommen. Der Vorsitzende des BSG hat den Schiedsrichter am 10.11.2015 zum Sachverhalt telefonisch gehört.
Das zuständige BSG sprach mit Urteil vom 17.11.2015 eine Sperre von vier Verbandsspielen wegen einer Tätlichkeit im leichteren Fall aus. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.
Hiergegen legte der TSV X über das BFV-Postfachsystem am 18.11.2015 Berufung ein, mit dem Ziel, die Sperre zu vermindern.
Er räumte hierbei ein, dass der Spieler A. die Tätlichkeit begangen hat, der Spieler wurde allerdings vor dem Schlag, unbemerkt vom Schiedsrichter, von seinem Gegenspieler ebenfalls geschlagen. Ferner wurde erklärt, dass der Spieler A., wie bereits in der ersten Instanz vorgetragen, das ganze Spiel über beleidigt und provoziert.
2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist allerdings nicht begründet.
Nach den Urteilsgründen hat das BSG die Stellungnahme des Vereins vom 14.11.2015 gewürdigt, insbesondere wurde auf eine Tätlichkeit nach vorangegangener sportwidriger Handlung erkannt.
Ein Faustschlag in den Brustbereich ist unter Berücksichtigung einer unmittelbar vorher begangenen sportwidrigen Handlung nach
§ 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 1 RVO zu bestrafen. Ein leichterer Fall einer Tätlichkeit nach § 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 RVO liegt nach dem festgestellten Sachverhalt nicht vor. Die verhängte Sperre von vier Verbandsspielen sieht auch das VSG als angemessen, aber auch ausreichend für das vom Schiedsrichter gemeldete Vergehen an.
Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden war, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.

4. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8b) und 13 d) Anlage zur FO.

Aktenzeichen: 00035-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.12.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

SV X gegen SV Y vom 17.10.2015
Berufung des Vereins SV X gegen das Urteil des Sportgerichts

Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins SV X vom 11.11.15 wird das Urteil des Sportgerichts aufgehoben und zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das Sportgericht zurückverwiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens bleiben der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

1. Beim Spiel SV X - SV Y am 17.10.2015 befanden sich beide Fanbereiche im Bereich der Haupttribüne. Es lag keine tatsächliche Trennung der beiden Fanblocks vor. Es kam dann zu Handgreiflichkeiten. Zunächst wurde seitens der Verbandanwaltschaft kein Verfahren eingeleitet. Dann wurde mit Schreiben vom 10.11.2015 ein entsprechender Strafantrag gestellt, auf den noch am gleichen Tag eine Entscheidung des Sportgerichts dahingehend erfolgte, dass der SV X wegen Verletzung der Platzdisziplin zu einer Geldstrafe von 300,00 € verurteilt wurde. Hiergegen legte der SV X mit Schreiben vom 11.11.2015 das Rechtsmittel der Berufung mit entsprechender Begründung ein. Im Übrigen wird auf den Akteninhalt verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist zulässig und begründet.

Das erkennende Gericht hat nach der 1. Mitteilung des Verbandsanwalts an den betroffenen Verein, kein Verfahren einzuleiten, den Berufungsführer nach Vorliegen des Strafantrags keine Möglichkeit gegeben, hierzu Stellung zu nehmen. Das Urteil war daher bereits aus diesem Grund aufzuheben und zur neuerlichen Entscheidung an das Sportgericht zurückzuverweisen.

4. Die Kosten der Entscheidung bleiben der Endentscheidung vorbehalten.

 

 

 

Aktenzeichen: 00034-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.12.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 05.11.2015

Urteil:

I. Die Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 05.11.2015 wird verworfen.

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50.

Gründe:

1. Beim Frauen-Bezirksligaspiel SV Y gegen SV X am 24.10.2015 meldete der SR, dass die Spielerinnen A. A. (SV X) und ihre Gegenspielerin B. B. (SV Y) in der 65. Minute nach einem Zweikampf sich zunächst gegenseitig stießen und schubsten und letztlich mit den Händen aufeinander einschlugen. Der SR zeigte beiden die rote Karte. Eine Stellungnahme des SV X ging nicht ein.

Mit Urteil vom 05.11.2015 wurde die Spielerin A. A. vom BSG gemäß § 67 Abs. 2 RVO für vier Verbandsspiele wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der SV X außerhalb des BFV-Postfachs, nämlich von der email-Adresse des Vereins an die private email-Adresse des Sportrichters N. N. am 09.11.2015 Berufung ein. Hierbei wurde auf eine Stellungnahme vom 29.10.2015 verwiesen und dargelegt, dass die strafbare Aktion von der Spielerin B ausging und sich die Spielerin A lediglich wehrte und ihre Gegenspielerin wegschubste. Zudem wäre keine der Spielerinnen durch die Aktion ernsthaft verletzt worden und weder die Spielerin A noch der SV X wären bislang negativ aufgefallen. Per email vom 16.11.2015 gab der Berufungsführer auf Nachfrage an, dass die erwähnte Stellungnahme vom 29.10.2015 wohl wegen technischer Probleme nicht auslief, da sie auch nicht im Ausgangspostfach ersichtlich war. Der Fehler liege beim Berufungsführer und es möge nur der Berufungsantrag als Stellungnahme berücksichtigt werden.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.
Die Berufung ist unzulässig, sie wurde nicht formgerecht eingereicht. Nach § 44 Abs. 3 Satz 1 RVO ist die Berufung schriftlich innerhalb von einer Woche nach Bekanntgabe des Urteils einzulegen. Gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO ersetzt die Einlegung der Berufung über das BFV-Postfach (Zimbra) die Schriftform. Die über den privaten Vereinsaccount des Berufungsführers an den privaten Account eines Sportrichters per Email eingelegte Berufung erfüllt daher nicht die klar festgelegte Formvorschrift des § 44 Abs. 3 RVO.

3. Die Berufung wäre auch zudem nicht begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat es nach eigener Einlassung aufgrund technischer Probleme versäumt eine Stellungnahme in erster Instanz abzugeben. Mit seinem inhaltlichen Vortrag hätte er deshalb nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden können.

Die Berufung ist daher zu verwerfen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

 

Aktenzeichen: 00033-15/16-VSG
Sitzung vom: 01.12.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Revision des SV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 27.10.2015

Urteil:

I. Auf die Revision des SV X wird das Urteil des BSG aufgehoben. Das Urteil JSG vom 08.10.2015 ist rechtskräftig. Der SV X trägt die Berufungsgebühr zur Hälfte in Höhe von € 20,30 und die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,38.

II. Die Kosten der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der SV X (Revisionsführer) hat die Berufung vor dem Erlass des Berufungsurteils per E-Mail im Postfachsystem ZIMBRA zurückgenommen. Ein Urteil hätte daher nicht mehr ergehen dürfen. Mit der Rücknahme wurde das Ersturteil des JSG rechtskräftig. Der Revisionsführer legte gegen das Urteil des BSG über das Postfach ZIMBRA am 28.10.2015 Revision ein.

2. Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig
Gemäß § 33 Abs. 2 RVO war die Berufungsgebühr infolge der Rücknahme auf die Hälfte zu reduzieren.

3. Die Kosten des Revisionsverfahrens trägt der BFV, weil das Urteil des BSG auf einem Versehen beruht, das dem BFV zuzurechnen ist.

 

Aktenzeichen: 00029-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.11.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Wiedereinsetzungsantrag US X zum Urteil des KSG vom 01.10.2015

Urteil:

I. Der Antrag des US X bezüglich des Urteils des KSG vom 01.10.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Wiederaufnahmegebühr in Höhe von 152,25 € trägt der US X.

 

Gründe:

1. Mit Urteil des KSG wurde der Antragsteller wegen Verursachen eines Spielausfalls nach § 78 Abs. 1 RVO zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 € verurteilt sowie eine Spielwertung zulasten des Antragstellers und zugunsten des TSV Y II vorgenommen. Das Urteil wurde am 01.10.2015 über das BFV-Postfach (Zimbra) dem Antragsteller zugestellt. Mit Telefax vom 20.10.2015 beantragte der Antragsteller die "Wiedereinsetzung im vorigen Stand nach § 46 Abs. 2 RVO" zu diesem Urteil mit der Begründung, dass er aufgrund von technischen Problemen nicht auf das BFV-Postfach zugreifen konnte.

2. Dieser Antrag ist im Sinne des vom Antragsteller gewollten, nämlich der Wiederaufnahme des rechtskräftig abgeschlossenen Verfahrens, als Wiederaufnahmeantrag nach § 46 RVO auszulegen. Für diesen ist gemäß § 20 Abs. 1 h) RVO das VSG zuständig.

3. Der Antrag hat jedoch keinen Erfolg. Ein Wiederaufnahmeantrag ist zulässig, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht werden, die zu einer wesentlich anderen Entscheidung geführt hätten, wenn sie zum Zeitpunkt der Urteilsfällung dem erkennenden Gericht bekannt gewesen wären. Nach § 46 Abs. 2 RVO gelten nur solche Tatsachen- und Beweismittel als neu, wenn sie nachweislich ohne Verschulden des Antragstellers vor Rechtskraft des Urteils ihm nicht bekannt gewesen sind. Der Antragsteller hat nach eigenem Vortrag am 08.10.2015, also vor Rechtskraft, von dem Urteil vom 01.10.2015 Kenntnis erlangt. Dieses wurde am 01.10.2015 nach § 25 Abs. 5 RVO durch Einstellen in das amtliche BFV-Postfach bekannt gegeben und gilt mit dem Tag der Einstellung als bekannt gemacht. Die Berufungsfrist lief daher gemäß § 44 Abs. 3 Satz 1 RVO mit Bekanntgabe des Urteils an und endete mit Ablauf des 08.10.2015. Der Antragsteller hat somit bereits vor Eintritt der Rechtskraft des Urteils von diesem Kenntnis. Die ihm zu diesem Zeitpunkt bekannten eigenen technischen Probleme können daher nicht als neue Tatsachen- oder Beweismittel beurteilt werden. Die technischen Probleme des Antragsteller, die ihn nach eigenem Vortrag am Zugriff auf das BFV-Postfach hinderten, lagen zudem im eigenen Verantwortungsbereich und nicht in der Sphäre des BFV. Für den ungehinderten Zugriff auf das amtliche BFV-Postfach hat der Verein selbst Sorge zu tragen. Der Antragsteller hätte innerhalb der noch laufenden Berufungsfrist Rechtsmittel gegen das Urteil des KSG einlegen können. Dies hat er jedoch unterlassen und damit die Rechtskraft des Urteils selbst verschuldet eintreten lassen. Ein Wiederaufnahmeantrag kann in einem solchen Fall keinen Erfolg haben.

Auch als Wiedereinsetzungsantrag nach § 28 RVO wäre der Antrag abzuweisen. Hierfür müsste der Antragsteller ohne Verschulden an der Einhaltung der Frist gehindert gewesen sein, was nicht glaubhaft gemacht werden konnte. Zudem hätte dieser Antrag nach § 28 Abs. 3 Satz 1 RVO binnen einer Woche nach Wegfall des Hindernisses gestellt und zugleich die Einlegung des Rechtsmittels nachgeholt werden müssen, beides ist jedoch nicht erfolgt.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 11 und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 11 und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00028-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.11.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des TSV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 15.09.2015

Urteil:

I. Die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 15.09.2015 wird zurück-gewiesen.

II. Der TSV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisi-onsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Beim Spiel der Kreisliga SG Y gegen TSV X am 02.08.2015 setzte der TSV X (Revisi-onsführer) den Spieler N. N. ein. Der Spieler N. war am 24.07.2015 beim Pokalspiel des Revisionsführers gegen den VfR Z mit roter Karte des Feldes verwiesen worden. Er wurde mit Urteil des KSG vom 06.08.2015 für zwei Pokalspiele gesperrt. Aufgrund der Anzeige des Spielleiters wurde der Revisionsführer wegen unzulässigen Einsatzes eines Spielers im oben genannten Kreisligaspiel gemäß § 77 Abs. 1 RVO mit einem Gesamtpunktabzug von 3 Punkten und mit einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von € 100,00 belegt. Das Spiel wurde gemäß § 29 SpO für SG Y mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet

Gegen das am 12.08.2015 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer per Postfach-system ZIMBRA am 19.08.2015 Berufung ein. Die Berufung wurde mit Urteil vom 15.09.2015 vom BSG Unterfranken zurückgewiesen. Gegen das am selben Tag zu-gestellte Urteil legte der Revisionsführer per Postfachsystem ZIMBRA am 22.09.2015 Revision ein. Diese wurde mit einer Verletzung von §§ 40 Abs. 3, 51 Abs. 5 sowie 77 Abs. 1 RVO begründet.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Maßgeblich ist die Vorschrift des § 40 Abs. 3, 4 RVO, der lautet:

Bei einem Feldverweis (Rote Karte) ist der Spieler bis zur Entscheidung durch die ers-te Instanz gesperrt, ohne dass es eines besonderen Verfahrens oder einer besonderen Benachrichtigung bedarf. Dies gilt auch bei einem Feldverweis im Ausland. Diese Sperre ist nicht an den vom Schiedsrichter gemeldeten Namen, sondern an die des Feldes verwiesene Person gebunden. Der Verein des hinausgestellten Spielers ist ver-pflichtet, eine etwaige Namensverwechslung durch den Schiedsrichter unverzüglich richtig zu stellen.
(4) In Ausnahmefällen kann mit einstweiliger Verfügung auf Antrag des Betroffenen die automatische Sperre bis zum Erlass des Urteils ausgesetzt werden. Dies gilt auch in der Rechtsmittelinstanz.

Damit wird hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht, dass mit dem Zeigen der ro-ten Karte der Spieler bis zur Entscheidung des Sportgerichts in 1. Instanz gesperrt ist. Eine Beschränkung auf einen bestimmten Wettbewerb enthält die Bestimmung nicht.

Eine solche Beschränkung kann auch nicht aus § 51 Abs. 5 RVO hergeleitet werden, der lautet:

(5) Anstelle der Sperre nach Absatz 3 kann bei einem Verbandsspiel oder einem Po-kalspiel oder einem sonstigen Spiel auch auf Sperre für eine bestimmte Anzahl von Kalendertagen oder von Spielen/Turnieren des jeweiligen Wettbewerbs, in dem die Tat begangen worden ist, erkannt werden.
Bei schwerwiegenden Sportverfehlungen ist eine Sperre nach Zeit auszusprechen.
In Fällen, in denen Sperren für Verbandsspiele ausgesprochen wurden, ist der Spieler für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins gesperrt bis zum Ablauf der Sperre nach Satz 1. Verbandsspiele im Sinne von Satz 1 und 2 sind Meisterschaftsspiele mit Aufstiegsberechtigung, Spiele zur Feststellung des Tabellenplatzes und Relegations-spiele um den Auf- und Abstieg. Nur diese Spiele zählen zur Verbüßung der Strafe mit. Bei einem Vereinswechsel innerhalb der Sperrzeit zählen ab Erteilung des jeweili-gen Spielrechts die entsprechenden Spiele der Mannschaft in der niedrigsten Herren-/Frauenklasse des aufnehmenden Vereins. Eine Strafandrohung von einer Woche entspricht einer Sperre für ein Spiel des jeweiligen Wettbewerbs.
Pokalspiele sind alle Spiele um den DFB- und den BFV-Pokal. Nur diese Spiele zählen zur Verbüßung der Strafe mit. Bei Feldverweisen in Freundschaftsspielen, Hallentur-nieren und sonstigen Turnieren kann, wenn kein schwerwiegender Fall vorliegt, die Sperre für eine bestimmte Zahl von Freundschaftsspielen oder Turnieren ausgespro-chen werden. Im Futsalligaspielbetrieb wird bei Roter Karte eine Sperre für eine be-stimmte Zahl von Futsalspielen ausgesprochen. Nicht verbüßte Sperren nach Spielta-gen/Turnieren verfallen nach Ablauf der übernächsten Spielzeit.

Die Vorschrift ermöglicht lediglich den Sportgerichten die Sperre auf den Wettbewerb zu beschränken, in dem der Spieler vom Platz gestellt wurde. Es bedarf also einer Entscheidung des Sportgerichts, damit die allgemeine Sperre auf bestimmte Spiele beschränkt wird. Diese Entscheidung kann das Sportgericht auch bereits vor dem endgültigen Urteil fällen. Ohne einer (vorläufigen oder endgültigen) Entscheidung des Sportgerichts bleibt jedoch die automatische Sperre nach der roten Karte bestehen, die sich auf alle Spiele bezieht.

Somit liegt ein unzulässiger Einsatz eines Spielers vor. Ein leichter Fall wurde vom BSG geprüft und verneint. Dies kann mit der Revision nicht angegriffen werden. Das VSG kann im Revisionsverfahren nur einen Rechtsfehler prüfen. Die Frage der Straf-zumessung ist grundsätzlich Sache der beiden Tatsacheninstanzen. Da hier der Ein-satz in einem Pflichtspiel erfolgte und der Wortlaut der einschlägigen Bestimmungen eindeutig ist, überschreitet es das eingeräumte Ermessen nicht, wenn das BSG die Annahme eines leichten Falls ablehnte.

Damit war die Revision zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00027-15/16-VSG
Sitzung vom: 17.11.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil des Sportgerichts vom 01.09.2015
(Landesliga-Spiel ASV Y - Verein X vom 16.08.2015)

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts wird das Urteil des SG Bayern vom 01.09.2015, AZ: 00171-15/16-SG Bayern in Ziffer I. aufgehoben.

II. Der Verantwortliche des Vereins X Herr N. N. wird gemäß § 77 II RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Funktionsverbot vom 01.12.2015 - 29.02.2016 belegt.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Im Übrigen verbleibt es bei der Kostenentscheidung aus dem Urteil des Sportgerichts vom 01.09.2015. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Landesliga-Spiel ASV Y - Verein X vom 16.08.2015 wurde für den Spieler N. N./Verein X kein gültiger Spielrechtsnachweis geführt. Dieser wies sich anhand eines Lichtbildausweises aus. Der Pass wurde nicht innerhalb der entsprechenden Frist nachgereicht. Der Betroffene N. N. war der für den Einsatz Verantwortliche. Das Sportgericht hat gegen diesen ein Verfahren eingeleitet und diesen gemäß § 77 II RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00 belegt. Hiergegen hat der Verbandsanwalt mit Schreiben vom 07.09.2015 Berufung eingelegt und ausgeführt, dass nicht von einem leichten Fall auszugehen ist, sondern vielmehr ein normaler Fall des § 77 II RVO vorliegt. Der Betroffene hatte hierzu weitere Gelegenheit zur Stellungnahme. U. a. führt der Betroffene aus, dass er innerhalb der 10-Tagesfrist, nämlich am 24.08.2015 um 23:20 Uhr das Foto in der Spielberechtigungsliste im Spielplus hochgeladen habe.

Außerdem wird hinsichtlich des weiteren Sachverhalts auf die Entscheidung des VSG vom 20.10.2015, AZ: 00017-15/16-VSG und auf die weiteren Stellungnahmen verwiesen.

2. Das VSG ist gemäß § 20 I e) RVO zuständig. Die Berufung ist form- und fristgerecht eingelegt.

3. Die Berufung ist auch begründet.

Der Mannschaftsverantwortliche, Herr N. N. ist gemäß § 77 II RVO für den unzulässigen Spielereinsatz als Verantwortlicher mit einem Funktionsverbot von 3 Monaten in der Zeit vom 01.12.2015 - 29.02.2016 zu belegen. Nach § 77 II RVO ist für den Regelfall des unzulässigen Einsatzes auf ein Funktionsverbot von mindestens 3 Monaten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falles gemäß § 77 II RVO müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen, hiervon abzuweichen. Gerade wegen des im BFV verankerten absoluten Passzwangs, welcher u. a. auch aus versicherungsrechtlichen Gründen gilt, ist für den Einsatz in jedem Spiel eine Spielberechtigung erforderlich, die auch vorzulegen ist. Das SG Bayern ist von einem leichten Fall ausgegangen, hat dies im Einzelnen aber nicht begründet.

Für die Annahme eines leichten Falles liegen im vorliegenden Fall keine Umstände vor, die hierfür ausreichend sind.

Wie das VSG bereits in der Entscheidung 00014-15/16 ausgeführt hat, kann die erstmalige Begehung eines unzulässigen Einsatzes ebenso wenig für sich allein gesehen die Annahme eines leichten Falls begründen, wie auch das umfängliche Eingestehen des Sachverhalts.

Im vorliegenden Fall wurde der Spielerpass zu spät eingesandt. Seitens des Betroffenen wird diese Zeitverzögerung damit begründet, dass der Spieler im Ausland gewesen war, er aber noch vor Ablauf der Frist zurückgekommen ist. Den Betroffenen kann es im vorliegenden Fall auch nicht entlasten, dass ein Nachholspiel durchgeführt wurde und an diesem Tag dann auch noch das Leihauto zurückgebracht werden musste.

Dem Betroffenen war die Frist bekannt. Der Spieler wurde ohne die Vorlage einer Spielberechtigung eingesetzt. Der Betroffene hatte daher eine gesteigerte Sorgfaltspflicht, innerhalb der Frist den Spielerpass vorzulegen. Es liegen keine Umstände außerhalb der Sphäre des Betroffenen vor, die es rechtfertigen, eine Fristüberschreitung zu entschuldigen. Für den Betroffenen an sich sind sicher eine Vielzahl von Umständen zu berücksichtigen, die sich für ihn in zeitlicher Hinsicht aufaddiert haben. Er hätte aber nach Ansicht des VSG hierfür Vorkehrungen und Sorge tragen müssen, dass er den Pass rechtzeitig bei dem SG einreicht.
Den Betroffenen entbindet es im vorliegenden Fall auch nicht, dass er innerhalb der 10-Tagesfrist das entsprechende Foto in der Spielberechtigungsliste im Spielplus hochgeladen hat. Nach § 33 Nr. 10 SpO ist für bereits absolvierte Spiele der Spielerpass nachzureichen. Es reicht daher für absolvierte Spiele nicht aus, das Foto hochzuladen. Des Weiteren ist im vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass der Verein in der Verbandsliga spielt.

Unter Berücksichtigung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände ist nach Auffassung des VSG ein Funktionsverbot von 3 Monaten, welche gemäß § 77 II RVO als Mindeststrafe zu verhängen ist, im vorliegenden Fall ausreichend und angemessen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus § 33 III RVO.

Aktenzeichen: 00024-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.11.2015
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Berufung des Vereins FSV X gegen das Urteil des BSG vom 19.10.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des FSV X wird das Urteil des BSG vom 19.10.2015 in Ziffer I dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N., gemäß § 67 Abs. 2 RVO ab 11.10.2015 für 6 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. V RVO der Bezirksliga-Mannschaft des Vereins FSV X gesperrt ist. Ändert sich die Spielklasse, tritt die neue Spielklasse an Stelle der bisherigen.

II. Im Übrigen verbleibt es bei der Entscheidung des BSG.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung FSV X zu 2/3. Der BFV trägt 1/3.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel 1. FC Y gegen FSV X vom 10.10.15 teilte der SR in einer Sondermeldung mit, dass er nach einem Foulspiel das Spiel unterbrochen hatte und auf dF für X entschied. Die beiden beteiligten Spieler standen daraufhin Kopf an Kopf, der Spieler N. N. versetzte seinem Gegenspieler einen leichten Kopfstoß, wodurch dieser zu Boden ging. Der Spieler N. erhielt FaD.
Der FSV X gab mit Schreiben vom 13.10.15 eine Stellungnahme ab. Hierbei trug er vor, dass der Gegenspieler zu Boden ging, ohne dass eine Berührung stattgefunden habe, der Feldverweis war falsch und es hätte von dem Spieler eine Provokation gegen die Zuschauer gegeben. Vom BSG wurde der amtierende SR nochmals angeschrieben, dieser bestätigte seine eigenen Wahrnehmungen bzw. die seiner Assistenten.
Mit Urteil des BSG Unterfranken vom 19.10.15 wurde der Spieler N. N. gem. § 67 II RVO wegen einer Tätlichkeit für acht Verbandsspiele gesperrt.
Hiergegen legte der FSV X mit Fax vom 26.10.15 Berufung ein und legte nun in der 2. Instanz eine "Erklärung" des unmittelbar beteiligten Gegenspielers vor. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass der Gegenspieler schon am Sonntag den 11.10.15 beruflich nach Z gefahren ist und man seither keine Kontaktaufnahme herstellen konnte, sodass erst jetzt die Erklärung abgegeben wurde.
In der Erklärung teilt der Gegenspieler mit, dass man sich Stirn an Stirn gegenüber gestanden habe. Er habe von seinem Gegenspieler einen "Gegendruck" verspürt, sodass er hingefallen ist. Er bestätigte, dass ein Kopfstoß des Spielers nicht explizit vorgelegen habe, sondern nur ein Drücken mit der Stirn.
2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das Verbandssportgericht ist auch gem. § 20 I e RVO zuständig.

3. Die Berufung ist allerdings nur im tenorierten Umfang begründet.
Gemäß § 44 IV RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren die Erklärung des Gegenspielers vorgelegt und darauf hingewiesen, dass vorher eine Kontaktaufnahme nicht möglich gewesen sei. Das VSG ist der Auffassung, dass das jetzige Vorbringen des Berufungsführers das verspätete Beweisangebot nicht begründen kann. Für den Verein hätte die Möglichkeit bestanden, bereits in der 1. Instanz darauf hinzuweisen, dass noch eine Stellungnahme erfolgt und das BSG die Verkündung des Urteils etwas zurückstellen möge. Dies ist nicht erfolgt. Darüber hinaus geht das VSG davon aus, dass der Spieler nicht nur per Handy, sondern auch per E-Mail erreichbar gewesen wäre. Der Spieler selbst hat mit E-Mail vom 27.10.15 nochmals eine Stellungnahme abgegeben, warum er nicht erreichbar war, daraus folgt, dass er auch eine E-Mail-Adresse hat.

Im Übrigen wäre der Erklärung des Gegenspielers deshalb nur allenfalls ein geringer Beweiswert zuzugestehen, da die Erklärung nicht unmittelbar nach dem Spiel, sondern erst in der 2. Instanz vorgelegt wurde und darüber hinaus selbst im Widerspruch zum Vortrag des Vereins steht.
4. Ungeachtet dessen bleibt festzuhalten, dass ein Kopfstoß per se eine erhebliche Tätlichkeit ist, die ein großes Verletzungsrisiko in sich birgt und damit i. d. R. eine Strafe oberhalb der Mindeststrafe des § 67 I RVO rechtfertigt.

Es bestand kein Anlass für das VSG, von der klaren, eindeutigen und nochmals bestätigten Meldung des SR abzuweichen, es lag ein zumindest leichter Kopfstoß vor.
Zugunsten des FSV X wurde weiterhin eine behauptete Provokation durch den Gegenspieler angenommen, sodass das VSG der Überzeugung ist, dass eine Strafe nach § 67 II RVO von sechs Spielen angemessen, aber auch ausreichend ist. Das Ersturteil war deshalb entsprechend abzuändern.
Da der Berufungsführer in der 2. Instanz einen Teilerfolg erzielte, waren ihm die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 2/3 aufzuerlegen, 1/3 der Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV.

Aktenzeichen: 00023-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.11.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Berufung des TV X gegen das Urteil des BSG vom 15.10.2015

Urteil:

I. Die Berufung des TV X gegen das Urteil des BSG vom 15.10.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der TV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 €.

Gründe:

1. Beim Frauen-Bezirksligaspiel TV X gegen TB/ASV Y am 03.10.2015 meldete der SR, dass die Spielerin N. N. (TV X) in der 55. Minute nach einem Wortgefecht mit ihrer Gegenspielerin diese mit einen Kopfstoß im Gesicht getroffen und verletzt hat. Die Gegenspielerin konnte nach kurzer Behandlungspause weiterspielen. Der SR zeigte N. N. die rote Karte. Eine Stellungnahme des TV X ging nicht ein. Mit Urteil vom 15.10.2015 wurde die Spielerin N. N. vom BSG gemäß § 67 Abs. 1 RVO für sechs Verbandsspiele wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der TV X über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 19.10.2015 Berufung ein. Er räumte hierbei ein, dass die Spielerin N. die Tätlichkeit begangen hatte, allerdings während des gesamten Spiels und direkt vor dem Kopfstoß von ihrer Gegenspielerin verbal provoziert worden sei. Zudem wäre der Stoß nicht besonders hart gewesen, was daran zu erkennen sei, dass die Gegenspielerin nach kurzer Behandlung weiterspielen und das Spiel bis zum Schluss beenden konnte.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das Verbands-Sportgericht ist auch gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist allerdings nicht begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren vorgetragen, dass die Gegnerin nicht hart getroffen worden sei. Ferner habe diese nicht nur vor dem Vergehen sondern schon während des gesamten Spiels die Betroffene verbal provoziert. Dieser Vortrag kann jedoch nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden. Ungeachtet dessen ist nach Auffassung des VSG ein Kopfstoß per se eine erhebliche Tätlichkeit, die ein großes Verletzungsrisiko birgt und damit in der Regel eine Strafe oberhalb der Mindeststrafe des § 67 Abs. 1 RVO rechtfertigt. Insbesondere sind die Intensität und damit die Auswirkungen eines solchen Stoßes in das Gesicht nicht uneingeschränkt beherrschbar. Es geht selbst mit einem gewollt nur leichten Stoß eine nicht hinnehmbare Gefährdung einher, da sich beispielsweise durch eine natürliche Bewegung des Gegenspielers die Krafteinwirkung unwillkürlich verstärken kann. Selbst bei Unterstellung einer vorherigen verbalen Entgleisung (unmittelbar vorher begangene sportwidrige Handlung) wäre nach Ansicht des VSG bei einer Bestrafung nach § 67 Abs. 2
Satz 1 Alt. 1 RVO eine Sperre von 6 Spielen angemessen. Ein leichterer Fall einer Tätlichkeit nach § 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 RVO liegt nach dem festgestellten Sachverhalt eines Kopfstoßes ins Gesicht eindeutig nicht vor. Mangels Milderungsgründe ist die vom BSG aufgrund der erstinstanzlich nicht gerügten SR-Meldung verhängte Sperrstrafe von sechs Spielen nach Auffassung des VGS für die Betroffene eher als gering einzustufen, sodass eine Reduzierung der Sperre nicht in Betracht kommt. Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00022-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.11.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des ESV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 05.10.2015

Urteil:

I. Die Revision des ESV X gegen das Urteil des BSG vom 05.10.2015 wird als unzulässig verworfen.

II. Der ESV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €.

Gründe:

1. Der ESV X (Revisionsführer) setzte bei den Freundschaftsspielen ESV X 2 gegen SV Y am 26.07.2015 die Spieler A. A., B. B. und C. C. ein. Die genannten Spieler verfügten nicht über ein gültiges Spielrecht für den Revisionsführer. Als Mannschaftsverantwortlicher wurde Herr N. N. benannt. Mit Urteilen vom 15.09.2015 wurde der Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 4 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 150,00 belegt. Der Mannschaftsverantwortliche N. N. wurde gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einer Funktionssperre von 21.09.2015 mit einschließlich 20.01.2016 belegt. Gegen die am 15.09.2015 zugestellten und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen Urteile legte der Revisionsführer am 22.09.2015 mit normaler E-Mail vom E-Mail-Account des Revisionsführers ....@X.de Berufung ein.
Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 05.10.2015, zugestellt am selben Tag, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 05.10.2015 eingelegte Revision. Die Revision enthielt keine Begründung.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist unzulässig.

Gemäß § 45 Abs. 2 Satz 2 RVO muss in der Revisionsschrift die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Wird keine verletzte Vorschrift genannt, ist die Revision unzulässig. Die verletzte Vorschrift muss zwar nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und
wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus (VSG ständige Rechtsprechung, Fälle 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12). Im vorliegenden Fall nennt der Revisionsführer weder eine Vorschrift, noch lässt sich der Revisionsschrift entnehmen, welchen Verstoß gegen eine Vorschrift der Revisionsführer rügt.

3. Die Revision wäre auch unbegründet. Gemäß § 44 Abs. 3 RVO muss die Berufung schriftlich innerhalb von einer Woche nach Bekanntgabe des Urteils gemäß § 24 Abs. 5 RVO bei dem Sportgericht einzulegen, dessen Urteil angefochten wird. Die Antwortfunktion des Postfachs (Zimbra) ersetzt die Schriftform. Eine E-Mail von einem anderen Account kann diese Schriftformklausel nicht ersetzen. Wo in einer Bestimmung Schriftform verlangt wird, ist diese nur gewahrt, wenn das Schriftstück durch Briefkopf und Unterschrift den Aussteller erkennen lässt. Nach dem derzeitigen technischen Standard sind diese Voraussetzungen beim allgemeinen E-Mail-Verkehr nicht
gegeben. Der Name eines E-Mail-Accounts bietet keine Gewähr dafür, dass der Absender der E-mail tatsächlich die Befugnis hat, unter diesem Namen Erklärungen abzugeben. Deshalb wahrt eine einfache E-Mail nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Urteile 05/06-14; 06/07-49; 09/10-38; 13/14-111) nicht die Schriftform. Auf dieses Erfordernis wurde der Revisionsführer in der Rechtsmittelbelehrung des Urteils auch ausdrücklich hingewiesen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00021-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.11.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des Vereins X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 29.09.2015

Urteil:

I. Die Revision des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 29.09.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der Verein X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 €.

Gründe:

1. Der Verein X (Revisionsführer) setzte bei dem Freundschaftsspiel SV Y gegen X am 19.07.2015 die Spieler A. A., B. B., C. C. und D. D. ein. Bei dem Freundschaftsspiel X gegen SV Z am 02.08.2015 setzte der Revisionsführer die Spieler D. D., E. E., F. F., G. G. und H. H. ein. Die genannten Spieler verfügten nicht über ein gültiges Spielrecht für den Revisionsführer. Als Mannschaftsverantwortlicher wurde Herr N. N. benannt. Mit Urteilen vom 08.09.2015 wurde der Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 5 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 225,00 belegt. Der Mannschaftsverantwortliche N. N. wurde gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einer Funktionssperre von 14.09.2015 mit einschließlich 13.02.2016 belegt. Gegen die am 08.09.2015 zugestellten und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen Urteile legte der Revisionsführer am 12.09.2015 per Postfachsystem ZIMBRA Berufung ein.
Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 29.09.2015, zugestellt am selben Tag, zurück.

Hiergegen richtet sich die mittels dem Postfachsystem ZIMBRA am 04.10.2015 eingelegte Revision.

Die Revision wird damit begründet, dass ein Verstoß vorliege, weil das BSG keinen leichten Fall angenommen habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Gemäß § 45 Abs. 2 Satz 2 RVO muss in der Revisionsschrift grundsätzlich die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Wird keine verletzte Vorschrift genannt, ist die Revision unzulässig. Die verletzte Vorschrift muss allerdings nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus (VSG ständige Rechtsprechung, Fälle 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12). Im vorliegenden Fall nennt der Revisionsführer zwar keine Vorschrift, der Revisionsschrift lässt sich aber entnehmen, dass der Revisionsführer rügt, dass § 77 RVO unzutreffend angewandt wurde.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Feststellungen des KSG. Der Revisionsführer hat den Einsatz der Spieler und deren fehlende Spielberechtigung nicht bestritten. Der Verantwortliche hat sich dazu in der Stellungnahme des Vereins ausdrücklich bekannt. Der Sachverhalt ist nach § 77 RVO zu beurteilen, der in den hier interessierenden Passagen lautet:

(1) Lässt ein Verein nicht spielberechtigte Spieler oder sonst Spieler unzulässig spielen, wird er mit Punktabzug von mindestens drei Punkten und mit einer Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Juniorenmannschaften auf Kreisebene, sowie bei Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro bestraft. Hat er das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt, ist nach § 29
Spielordnung zu verfahren. In leichten Fällen kann statt Punktabzug auf eine Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Juniorenmannschaften auf Kreisebene, sowie bei Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro erkannt werden.
(2) Für den Verantwortlichen des Vereins ist auf ein Funktionsverbot von drei Monaten bis zu einem Jahr, im Juniorenbereich auf ein solches von vier Wochen bis zu sechs Monaten zu erkennen. In leichten Fällen kann auf eine Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Privatspielen, sowie bei Spielen von Juniorenmannschaften auf Kreisebene und von Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro erkannt werden.

Da mehrere Vorfälle zu beurteilen sind, ist auch § 48 Abs. 5 RVO zu berücksichtigen, der lautet:

(5) Werden gleichzeitig mehrere selbständige Vergehen abgeurteilt, so ist eine Gesamtstrafe zu bilden. Hierzu ist für jedes Vergehen eine Einzelstrafe zu bestimmen und dann eine Gesamtstrafe auszusprechen, die höher als die höchste Einzelstrafe aber niedriger als die Summe aller Einzelstrafen sein muss.

Das KSG und das BSG gingen davon aus, dass kein leichter Fall vorliegt. Diese Bewertung ist frei von Rechtsfehlern.

Nach der Rechtsprechung des VSG (Fall Nr. 80, 98/99, bis 27/99) ist davon auszugehen, dass der wissentliche und geplante Einsatz von Spielern, die kein Spielrecht für den Verein haben, grundsätzlich keinen leichten Fall darstellt. Einen solchen hat das VSG bisher nur angenommen, wenn sich die Verantwortlichen über die Bestimmungen geirrt haben (Fälle 1, 08/09 und 41, 00/01), insbesondere dann, wenn sich die Bestimmungen geändert hatten. Ausnahmsweise kann bei einem vorsätzlichen Einsatz ein leichter Fall angenommen werden, wenn besondere Umstände (etwa ein kurzfristiger Ausfall von vorgesehenen Spielern, der die Durchführung des Spiels unmöglich
machen würde) vorliegen, und kein Eingriff in den Wettbewerb stattfindet. Dies liegt aber nicht ohne weiteres bei Freundschaftsspielen vor. Zwar findet auch hier kein Eingriff in den Wettbewerb statt, dies alleine reicht jedoch nicht aus. Wenn der Gesetzgeber Freundschaftsspiele aus dem Anwendungsbereich des Normalfalls hätte herausnehmen wollen, hätte dies explizit geregelt werden
müssen. Ein sonstiger Notfall der geschilderten Art ist jedoch nicht gegeben, was sich schon an der Anzahl der jeweils eingesetzten Spieler zeigt. Wenn diese notwendig gewesen wären, um das Spiel überhaupt durchzuführen, hätte es abgesagt werden müssen. Sonstige Gründe, die zu einem leichten Fall führen würden, wurden nicht dargelegt und sind auch nicht ersichtlich.

Somit ist die Bewertung durch das KSG und das BSG nicht zu beanstanden.
Auch die Strafzumessung hält sich in dem Rahmen, der dem Tatsachengericht vorgegeben ist. Ob die Strafe exakt getroffen wurde, kann im Revisionsverfahren nicht mehr überprüft werden. Das VSG hat hier nur zu prüfen, ob die wesentlichen Gesichtspunkte bei der Strafzumessung berücksichtigt wurden. Dies ist hier der Fall. Es wurde eine Gesamtstrafe gebildet, so dass die Mindeststrafe von 3 Punkten anzuheben war. Die Vorschrift unterscheidet dabei nicht in Freundschaftsspiele oder Punktspiele, so dass der unzulässige Einsatz im Freundschaftsspiel entsprechende der Vorschrift Auswirkungen im Punktspielbetrieb auslöst. Die Leistungsfähigkeit des Vereins wurde bei der Geldstrafe geprüft. Auch hier wurde kein Fehler begangen. Schließlich ist auch das Funktionsverbot als zwingende Strafe vorgesehen und musste daher verhängt werden.
4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00020-15/16-VSG
Sitzung vom: 10.11.2015
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 03.09.2015

Urteil:

I. Die Berufung des TSV X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der TSV X.

Gründe:

1. Zum Bezirksligaspiel FC Y gegen TSV X.

Am 09.08.2015 meldete der amtierende SR, dass anlässlich eines FaD gegen einen X Spieler ein Zuschauer von der Tribüne aus geschrien habe "Du pfeifst so einen Scheißdreck zusammen, pfeif ab und geh heim". Daraufhin ließ der SR über den Leiter des Ordnungsdienstes vom FC Y den Namen des Zuschauers erfragen, was ihm dieser bestätigte, da ihm der Zuschauer selbst gesagt habe, er sei aus X. Der TSV X gab mit Schreiben vom 10.08.2015 eine Stellungnahme ab und teilte mit, dass es keinen Zuschauer mit diesem Namen gebe und man ihn auch nicht kenne. Auf die Stellungnahme wird verwiesen.

Es wurde daraufhin gegen den Zuschauer N. N. sofort das Gerichtsverfahren eingeleitet und es wurden weitere Ermittlungen angestellt. Der Leiter des Ordnungsdienstes teilte auf Anfrage des BSG mit, dass er die Person, die er aus dem Stadion begleitete, auch gefragt habe, ob er X- Fan sei und er dies mit zweimal Ja beantwortet habe. Mit weiterer Stellungnahme des TSV X vom 01.09.2015 gab der Verein eine Stellungnahme aus seiner Sicht zur Aussage des Ordnungsdienstleiters ab und wiederholte nochmals den Vortrag, dass der Zuschauer nicht eindeutig dem TSV X zuzuordnen sei.

2. Mit Urteil des BSG vom 03.09.15 wurde der TSV X gemäß § 73 I, II RVO mit einer Geldstrafe von 100,00 € belegt und ihm wurden die Kosten auferlegt.

Das BSG war der Auffassung, dass hinreichend feststehe, dass das grob unsportliche Verhalten gegenüber dem SR einem Zuschauer des TSV X zuzurechnen sei.

Für das BSG war es dabei unerheblich, ob man den tatsächlichen Störer gefunden hat, da das gegenständliche, grob unsportliche Verhalten auf jeden Fall dem Verein zuzuordnen ist und auch der Verein für Zwischenfälle seiner Mitglieder und Zuschauer haftet.

3. Mit Schreiben vom 07.09.2015 legte der TSV X Berufung ein und wiederholte seinen bisherigen Vortrag, dass einerseits der Zuschauer nicht identifiziert sei und auch eine Zuordnung zur Fangruppe des TSV X nicht erwiesen sei.

Im Übrigen werde auf den allgemein gültigen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz hingewiesen.

4. Die Berufung war form- und fristgerecht eingereicht, somit zulässig, erwies sich jedoch in der Sache als unbegründet.

Ein Verstoß gegen. § 73 RVO ist auch nach Ansicht des VSG gegeben, da durch die Einvernahme des Ordnungsdienstleiters feststand, dass der Zuschauer, der vom Platz gewiesen wurde, dem X Fanbereich zuzuordnen war und dies auf Nachfrage mehrfach bejaht hat.

Nach ständiger Rechtsprechung des VSG haftet der Verein für alle Zwischenfälle und natürlich auch seiner Anhänger.

Dabei ist es nicht erforderlich, dass auch der tatsächliche Name verifizierbar ist, denn eine Bestrafung nach § 73 RVO, wie hier, richtet sich gegen den Verein bzw. das
zurechenbare Verhalte. Da sich auch die vom BSG verhängte Geldstrafe im untersten Bereich bewegte, war das Urteil somit insgesamt nicht zu beanstanden.


Die Berufung war deshalb zurückzuweisen.

5. Kosten: §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00019-15/16-VSG
Sitzung vom: 04.11.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Frey

Berufung der DJK X gegen das Urteil des BSG vom 22.10.2015

Urteil:

I. Die Berufung der DJK X gegen das Urteil des BSG vom 22.10.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die DJK X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 €.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel FSV Y gegen DJK X am 18.10.15 teilte der SR mit, dass der Spieler A. das Mittelfeld schnell überbrücken wollte. Der Spieler B. stoppte dieses Vorhaben mit einer Grätsche aus ca. 2 Meter Entfernung und traf den Spieler mit offener Sohle am rechten Schienbein. Der SR zeigte daraufhin dem Spieler die rote Karte.

Die DJK X teilte in ihrer Stellungnahme vom 20.10.15 mit, dass sich der Spieler B. den Ball zu weit vorgelegt habe und der Spieler A. ihm den Ball abgelaufen habe. Im Zweikampf sei dieser hingefallen, habe das Bein nach oben stehen lassen und der Spieler B. sei mit ihm zusammengeprallt, der ganze Vorgang sei ein normales Foulspiel gewesen.

2. Mit Urteil vom 22.10.15 des BSG wurde der Spieler B gem. § 66 I RVO für 3 Verbandsspiele gesperrt. Hiergegen legte der Verein über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 29.10.15 Berufung ein, eine Begründung erfolgte nicht.

3. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das Verbandssportgericht ist auch gem. § 20 I e RVO zuständig.

4. Die Berufung ist allerdings nicht begründet. Nach dem SR-Bericht führte der Betroffene seine Grätsche mit offener Sohle gegen das rechte Schienbein durch, der SR konnte dies aus 2 Meter Entfernung sicher beobachten. Die Stellungnahme der DJK X ist hierzu diametral, so soll es keine

Grätsche gegeben haben, der Spieler A soll nur das Bein nach oben stehen gelassen haben und der Betroffene soll dabei mit ihm zusammengeprallt sein. Es gab sowohl für das BSG als auch für das VSG keine Gründe, von der sehr eindeutigen, detaillierten Stellungnahme des SR abzuweichen bzw. ihr keinen Glauben zu schenken.
Nach Aktenlage musste berücksichtigt werden, dass das BSG von der Mindestsperre von 2 Spielen ausgegangen ist und eine Erhöhung vorgenommen hat, da ein Wiederholungsfall in der Saison 2014/2015 vorgelegen hat. Dies ist weder rechtlich noch sachlich zu beanstanden.

5. Die Berufung war daher zurückzuweisen.

6. Kosten §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00018-15/16-VSG
Sitzung vom: 20.10.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

 

Landesliga-Spiel ASV Y - Verein X vom 16.08.2015

Urteil:

1. Die Berufung des Vereins X gegen das Urteil vom 01.09.2015 wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und des Berufungsverfahren in Höhe von 203,00 € trägt der Verein X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Landesliga-Spiel ASV Y - Verein X vom 16.08.2015 wurde für den Spieler N. N./Verein X kein gültiger Spielrechtsnachweis geführt. Der Spieler konnte sich lediglich anhand eines Lichtbildausweises legitimieren, weswegen der amtierende SR eine entsprechende Meldung verfasste. Die 10-tägige Passnachreichungsfrist begann am 17.08.2015 und endete somit am 26.08.2015 um 24:00 Uhr. Die Passnachreichung erfolgte aber erst am 27.08.2015 um 00:19 Uhr. Gemäß § 33, Nr. 8 i. V. m. Nr. 9 der SpO war der unzulässige Spielereinsatz auch nicht mehr zu heilen. Das SG Bayern hat in der Entscheidung 00170-15/16 vom 01.09.2015 den Verein X mit einer Gesamtgeldstrafe von 100,00 € in einem leichten Fall belegt und das Spiel entsprechend § 29 SpO gewertet.

Das Urteil wurde am 01.09.2015 über das interne Postfachsystem des BFV mit ordnungsgemäßer Rechtsmittelbelehrung versehen dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der betroffene Verein mittels Postfachsystem ZIMBRA am Mittwoch, den 09.09.2015 um 00:00:01 Uhr Berufung ein und stellte unstreitig, dass die Frist zur Vorlage des Passes um 19 Minuten verpasst wurde. Dies sei aber aus verschiedenen Gründen zu entschuldigen.

Dem Berufungsführer wurde mit E-Mail vom 06.10.2015 mitgeteilt, dass seine Berufung erst 1 Sekunde nach Fristablauf eingegangen war und ihm Gelegenheit zur weiteren Stellungnahme gegeben, insbesondere die Möglichkeit eingeräumt, den Nachweis zu führen, dass die Berufung bereits vor Mitternacht versandt wurde. Der Berufungsführer hat hier noch am 06.10.2015 einen Screenshot seiner gesendeten E-Mail überlassen. Auch hieraus ergibt sich das Sendedatum 09.10.2015, 00:00:01 Uhr.

Des Weiteren hat der Verbandsanwalt im vorliegenden Fall Stellung genommen und beantragt, die Berufung als verfristet zurückzuweisen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die Berufung ist als unzulässig zurückzuweisen.

Die Frist zur Einlegung der Berufung endete am 08.09.2015 spätestens um 24:00 Uhr. Aufgrund des Sendeprotokolls ging die Berufung aber erst am 09.09.2015 um 00:00:01 ein und damit verspätet. Verbandsintern wurde abgeklärt, ob es zu einer entsprechende Zeitverzögerung beim Versenden und Empfangen der Email kommen kann.

Nachdem die Berufung aber über das geschlossene Postfachsystem ZIMBRA des BFV versandt wurde, ist die E-Mail sofort/zeitgleich beim Empfänger angekommen, da es sich um den gleichen Server handelt. Eine Verzögerung ist auszuschließen.

Der Berufungsführer hat des Weiteren nicht nachgewiesen, dass er die Berufung rechtzeitig, also noch am 08.09.2015 eingereicht hat. Aus dem Screenshot ergibt sich auch tatsächlich aus Sicht des Berufungsführers, dass die Berufung erst am 09.09.2015 um 00:00:01 Uhr, also verspätet eingelegt wurde.

Die Berufung war daher als verfristet zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00017-15/16-VSG
Sitzung vom: 20.10.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

 

Landesliga-Spiel ASV Y - X vom 16.08.2015

Urteil:

1. Auf die Berufung des Verbandsanwalts wird das Urteil des Sportgerichts vom 01.09.2015 aufgehoben.

2. Der Verein X wird gemäß § 77 I RVO wegen unzulässigem Spielereinsatzes mit einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € sowie einem Punktabzug von 3 Punkten belegt.

3. Das Spiel ist gemäß § 29 SpO für den ASV Y für 2:0 als gewonnen und für den Verein X mit 0:2 als verloren zu werten.

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Sportgericht trägt der Verein X. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Landesliga-Spiel ASV Y - X vom 16.08.2015, Spielnr. 310108059 wurde für den Spieler N. N./Verein X kein gültiger Spielrechtsnachweis geführt. Der Spieler konnte sich lediglich anhand eines Lichtbildausweises legitimieren, weswegen der amtierende SR eine entsprechende Meldung verfasste. Die 10tägige Passnachreichungsfrist begann am 17.08.2015 und endete somit am 26.08.2015 um 24:00 Uhr. Die Passnachreichung erfolgte aber erst am 27.08.2015 um 00:19 Uhr. Gemäß § 33, Nr. 8 i. V. m. Nr. 9 der SpO war der unzulässige Spielereinsatz auch nicht mehr zu heilen. Das Sportgericht hat in der Entscheidung vom 01.09.2015 den Verein X mit einer Gesamtgeldstrafe von 100,00 € in einem leichten Fall belegt und das Spiel entsprechend § 29 SpO gewertet.

Hiergegen hat der Verbandsanwalt mit Schreiben vom 07.09.2015, eingegangen am gleichen Tag Berufung gegen die Entscheidung eingelegt und diese damit begründet, dass im vorliegenden Fall von keinem leichten Fall auszugehen ist. Er hat letztlich beantragt, das Urteil aufzuheben und von einem normalen Fall des § 77 RVO auszugehen. Der Verein X hatte Gelegenheit, zur Berufung Stellung zu nehmen und hat sich hiermit auch entsprechend auseinandergesetzt.

Hinsichtlich der Einzelheiten wird auf den Akteninhalt mit den gewechselten Schriftsätzen verwiesen.

2. Das VSG ist für das Berufungsverfahren zuständig.

3. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig. Die Berufung ist begründet.

Nach § 77 I RVO ist für den Regelfall neben einer Geldstrafe auch mit einem Punktabzug von mindestens 3 Punkten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falls müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen, hiervon abzuweichen. Allein die Tatsache, dass der unzulässige Einsatz, insbesondere allein auf die Schwierigkeiten bei der Postzustellung im Vereinslokal ein Spiel am 26.08.2015 in A. sowie eine kurzfristige Auslandsabwesenheit des betroffenen Spielers zurückzuführen ist, stellt keinen leichten Fall dar. Es war dem Verein bekannt, dass es zu dieser Zeit Schwierigkeiten bei der Postzustellung gab. Der Betroffene hätte hier Vorkehrungen treffen müssen und das Spielrecht des betroffenen Spielers N. entsprechend zu dokumentieren. Es gab beispielsweise die Möglichkeit, das Spielrecht durch den Eintrag in der Spielberechtigungsliste im Spielplus mit hochgeladenem Foto. Auch wäre es dem betroffenen Verein möglich gewesen, weitere Vorkehrungen zu treffen, insbesondere während des Tages telefonisch mit dem SG in Kontakt zu treten. Soweit ersichtlich wurde erst am 27.08.2015 eine entsprechende Tätigkeit entfaltet. Hierbei war die Frist um 19 Minuten überschritten. Es handelt sich hier um eine feste Frist, die von jedem einzuhalten ist. Auch aufgrund der geschilderten Umstände war es dem Verein nicht unmöglich, innerhalb der 10-Tagesfrist die entsprechende Spielberechtigung nachzuweisen. Dies hat der Verein schuldhaft versäumt. Dementsprechend ist von einem normalen Fall des § 77 RVO auszugehen mit der entsprechenden Folge, dass hier eine entsprechende Geldstrafe mit einem Punktabzug vorzunehmen ist.

Die Vorschrift sieht hier einen Punktabzug von mindestens 3 Punkten vor. Aufgrund der erstmaligen Begehung und aller für und gegen den betroffenen Verein sprechenden Umstände konnte im vorliegenden Fall mit einem Punktabzug von 3 Punkten als Mindeststrafe ausgegangen werden. Hinsichtlich der verhängten Geldstrafe hält das VSG einen Betrag in Höhe von 100,00 € für schuld- und tatangemessen.

Das Spiel war, wie auch vom Sportgericht ausgesprochen, mit 2:0 für den ASV Vach als gewonnen und dementsprechend mit 0:2 für den Verein X als verloren zu werten.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00016-15/16-VSG
Sitzung vom: 20.10.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 05.10.2015

Urteil:

I. Die Berufung des SV X gegen das Urteil des BSG vom 05.10.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der SV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50.

Gründe:

1. Beim Bezirksoberligaspiel TV Y gegen SV X am 26.09.2015 meldete der SR, dass die Spielerin N. N. (SV X) in der 90. Minute regelwidrig von einer gegnerischen Spielerin zu Fall gebracht wurde. Als N. N. auf dem Boden saß trat sie der unmittelbar vor ihr stehenden Gegnerin mit beiden Füßen in die Beine. Der Tritt war nicht sehr heftig, brachte die Gegnerin allerdings zu Fall. Diese konnte umgehend aufstehen und weiterspielen. Der SR zeigte N. N. die rote Karte. Eine Stellungnahme des SV X ging nicht ein.

Mit Urteil vom 05.10.2015 wurde die Spielerin N. N. vom BSG gemäß § 67 Abs. 2 RVO für drei Verbandsspiele wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt.

Hiergegen legte der Verein über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 07.10.2015 Berufung ein. Er räumte hierbei ein, dass zwar der Versuch einer Tätlichkeit vorgelegen habe, da die Spielerin wegen einer Vielzahl zuvor an ihr begangener Fouls kurz die Fassung verloren habe. Ein Treten in die Richtung der Spielerin habe stattgefunden. Diese sei allerdings nicht berührt worden, so dass auf ein Spiel Sperre zu erkennen sei.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das Verbands-Sportgericht ist auch gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist allerdings nicht begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren vorgetragen, dass die Gegnerin gar nicht getroffen worden und damit nur der Versuch einer Tätlichkeit vorgelegen sei. Dieser Vortrag kann jedoch nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden.

Ein beidfüßiges, wenn auch nicht sehr heftiges, Treten in die Beine der Gegnerin ist unter Berücksichtigung einer unmittelbar vorher begangenen sportwidrigen Handlung nach § 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 1 RVO zu bestrafen (Mindeststrafe drei Spiele). Ein leichterer Fall einer Tätlichkeit nach § 67 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 RVO liegt nach dem festgestellten Sachverhalt nicht vor. Mangels kumulativer Milderungsgründe ist die vom BSG aufgrund der erstinstanzlich nicht gerügten SR-Meldung verhängte Sperrstrafe von drei Spielen somit nicht zu beanstanden. Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

4. Kosten §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und § 2 I. Nr. 8b) und 13d) Anlage FO.

Aktenzeichen: 00015-15/16-VSG
Sitzung vom: 20.10.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Beierlein

Beschwerde des BC X gegen die Entscheidung des Verbandspräsidiums vom 19.08.2015

Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,38 sowie die Beschwerde-gebühr in Höhe von € 91,35 trägt der BC X.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 12.05.2015 beantragte der BC X (Beschwerdeführer), sei-ne A-Juniorenmannschaft und seine B-Juniorenmannschaft jeweils in die Kreisliga einzugliedern. Der Beschwerdeführer war zum Ende der Saison 2014/2015 Stammverein der JFG Y, welche in der Mitgliederversammlung vom 17.04.2015 aufgelöst wurde. Die A- Junioren- und die B-Juniorenmannschaft dieser JFG spielten bis zum Ende der Saison 2014/2015 jeweils in der Kreisliga. Zur Begründung wurde angegeben, dass sich die A-Juniorenmannschaft der JFG aus 13 Spielern des Beschwerde-führers und einem Spieler des SC Z zusammengesetzt habe und die B-Juniorenmannschaft der JFG aus 10 Spielern des Beschwerdeführers und fünf Spielern des SV A bestanden habe. Das Zukunftskonzept sehe vor, dass die Juniorenmannschaften und die 1. Mannschaft verzahnt werden, damit die Integration durchwegs gelinge. Dies sei bei einer faktischen Herab-stufung der Spieler um zwei Klassen jedoch kaum mehr möglich.

Mit Bescheid vom 20.05.2015 lehnte der Bezirks-Jugendausschuss Schwa-ben diesen Antrag als unbegründet ab. Die mit Anwaltsschriftsatz vom 21.05.2015 zum Verbands-Jugendausschuss eingelegte Beschwerde des Beschwerdeführers wurde mit Bescheid vom 25.06.2015 vom Verbands-Jugendausschuss als unzulässig zurückgewiesen. Zur Begründung verwies der Verbands-Jugendausschuss darauf, dass der beauftragte Rechtsanwalt N. kein Mitglied des der Beschwerdeführers sei und daher keine zulässige Vertretung vorlag.

Gegen den am 29.06.2015 zugegangenen Bescheid legte der Beschwerde-führer gemäß § 3 Abs. 3 RVO mit Anwaltsschriftsatz vom 01.07.2015 Be-schwerde zum Verbands-Präsidium ein. Der Verbands-Jugendausschuss sah die Beschwerde zwar infolge des Nachweises der Mitgliedschaft des an-waltlichen Vertreters beim Beschwerdeführer als zulässig an, half der Be-schwerde jedoch in der Sache nicht ab.

Mit Bescheid vom 19.08.2015 wies das Verbands-Präsidium die Beschwerde zurück. Zur Begründung wurde angeführt:

Dem Beschwerdebegehren, die A- und B-Junioren-Mannschaft in die Kreis-liga einzuteilen, konnte nicht stattgegeben werden.

Gemäß § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss in besonders gelagerten Härtefällen Ausnahmeregelungen für die Einteilung in Spielklas-sen treffen.

Der Beschwerdeführer verkennt, dass der vorliegende Fall kein Fall des § 10 Abs. 9 JO ist. Mit einer Härtefallentscheidung nach § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss von der Einteilung einer Mannschaft in die von ihr erspielten Spielklasse abweichen. Hier handelt es sich nicht um die Ein-teilung der JFG in einer Spielklasse zur neuen Saison, sondern um die Ein-teilung der Mannschaften der Stammvereine nach der Auflösung einer JFG. Es spielt dabei auch keine Rolle, aus wie vielen Mannschaften die JFG zum Schluss dieser Saison bestand bzw. wie viele Spieler eines Stammvereins in den einzelnen Mannschaften der JFG gespielt haben. Der hier gegebene Fall der Einteilung ist im § 15 a Abs. 9 JO abschließend geregelt. Dort heißt es:

(9) Entfällt die Zulassung einer Junioren-Förder-Gemeinschaft, gilt folgendes:
. Die betreffenden Spieler sind ausschließlich für Ihre Stammvereine spielbe-rechtigt.
. Das Teilnahmerecht an den von der Junioren-Förder-Gemeinschaft erspiel-ten Spielklassen verfällt.
. Die Mannschaften der Stammvereine werden in die Normalgruppe der jewei-ligen Altersklasse eingeteilt.

Aus dem Wortlaut dieser Bestimmung ergibt sich, sobald sich die JFG auflöst und somit keine Zulassung für die neue Saison mehr erhält, die Mannschaf-ten der Stammvereine in die Normalgruppen einzuteilen sind. Es handelt sich bei dieser Vorschrift um eine Muss-Vorschrift, sie lässt kein Ermessen erkennen. D.h. die Einteilung der Mannschaften der Stammvereine in die Normalgruppe ist eine zwingende Rechtsfolge.

Darüber hinaus verkennt der Beschwerdeführer, dass in den Bestimmungen eindeutig geregelt ist, dass die Stammvereine bei Übergang in die JFG die er-spielten Spielklassen verlieren und das Recht an diesen Spielklassen auf die JFG übergehen.

Gegen diesen Beschluss des Verbands-Präsidiums, der am 31.08.2015 zu-gegangen war, legte der Beschwerdeführer mit Anwaltsschriftsatz vom 07.09.2015 Beschwerde zum Verbands-Sportgericht ein.

Zur Begründung verwies der Beschwerdeführer mit Anwaltsschriftsatz vom 19.09.2015 darauf, dass der Beschwerdeführer bereits vor Gründung der JFG in der Kreisliga gespielt habe. Er wolle nicht vom sportlichen Erfolg der JFG profitieren. Andererseits sei der sportliche Erfolg der JFG im Wesentli-chen auf die Spieler des Beschwerdeführers zurückzuführen, so dass auch aus diesem Grund eine Übertragung der erspielten Ligen auf den der Be-schwerdeführer gerechtfertigt wäre. Schließlich würde eine zurückweisende Entscheidung wegen der Entscheidungen zu den Anträgen TSV B und TSV C, den vereinsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz verletzten.

Der Verbandsanwalt legte die Beschwerde dem Verbands-Sportgericht (VSG) vor. Er beantragte unter Bezugnahme auf die Gründe der Entscheidung des Verbands-Präsidiums, die Beschwerde zurückzuweisen.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 1 RVO.

3. Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Präsidiums ist zuläs-sig.

Die Beschwerde ist jedoch unbegründet.

Maßgeblich sind folgende Vorschriften der Jugendordnung:

§ 10 Auf- und Abstieg - Allgemeines
.
(9) Der Verbands-Jugendausschuss kann in besonders gelagerten Fällen Ausnahmeregelungen für eine Umgruppierung in eine höhere Spielklasse treffen. Dafür kann der Verbands-Jugendausschuss eine Kommission ein-setzen, die sich aus 2 Vertretern der Bezirke, die nicht diesem Organ ange-hören, sowie einem Mitglied des Verbands-Jugendausschusses zusam-mensetzt. Ein sportlich nicht realisierter Aufstieg ist dabei grundsätzlich nicht als Fall im Sinne dieser Vorschrift anzusehen. Für eine Umgruppie-rung auf Kreisebene ist der Bezirks-Jugendausschuss zuständig.
Anträge sind mit ausführlicher Begründung bis spätestens 15. Mai schrift-lich an den Verbands-Jugendausschuss zu stellen.

§ 13 Junioren-Förder-Gemeinschaften
.
(8) Das Recht der Stammvereine, eigene Juniorenmannschaften zu mel-den, bleibt unberührt. Diese sind jedoch nur unterhalb der Spielklasse zu-lässig, in welcher die entsprechende erste Juniorenmannschaft der Junio-ren-Förder-Gemeinschaft eingeteilt ist.

(9) Entfällt die Zulassung einer Junioren-Förder-Gemeinschaft, gilt folgen-des:
. Die betreffenden Spieler sind ausschließlich für Ihre Stammvereine spiel-berechtigt.
. Das Teilnahmerecht an den von der Junioren-Förder-Gemeinschaft er-spielten Spielklassen verfällt.
. Die Mannschaften der Stammvereine werden in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklasse eingeteilt.

Die Folgen der Auflösung einer JFG und damit der Wegfall von deren Zu-lassung am Verbandsspielbetrieb ist in § 13 Abs. 9 JO abschließend ge-regelt. Demnach sind die Mannschaften der Stammvereine in die Normal-gruppe einzuordnen. Ausgenommen sind davon nur solche Mannschaf-ten, die als eigene Mannschaft der ehemaligen Stammvereins bisher schon am Spielbetrieb teilgenommen haben, was hier nicht vorliegt.

Der Wortlaut der Vorschrift ist eindeutig. Er sieht bei der Einteilung kein Ermessen vor. Die Regelung ist im Interesse des Wettbewerbs sachge-recht. Eine Einschätzung einer Mannschaft, die nur aus einigen Spielern der bisherigen JFG-Mannschaft besteht, ist für außenstehende Dritte praktisch nicht möglich. Eine Selbsteinschätzung, wie sie hier dem Be-schwerdeführer vorschwebt, ist jedoch nicht sachgerecht. Welchen Anteil die Spieler der ausscheidenden Mannschaft an den Ergebnissen der Mannschaft der JFG hatten, wäre für einen außenstehenden Dritten reine Spekulation. Es fehlen alle objektiven Kriterien, die eine solche Prüfung nachvollziehbar machen würden. Die üblichen statistischen Zahlen, wie Einsatzzahlen der Spieler oder Torschützen besagen wenig über die Spielstärke aus und lassen eine Bewertung nicht zu. Außerdem lassen sich bei Juniorenmannschaften nur schwer Prognosen für die nächste Saison treffen, weil Spieler aus Altersgründen ausscheiden, den Verein wechseln können oder mit dem Fußballspielen aufhören können.

Somit erscheint die Einteilung in die Normalgruppe sachgerecht, weil sie darauf beruht, dass bei den ehemaligen Stammvereinen jeweils nur ein Teil der bisherigen Spieler der JFG spielen wird und daher im Regelfall die Spielklasse der JFG nicht mehr ohne weiteres erreicht wird. Dass mög-licherweise durch nachrückende jüngere Spieler ein höherer Leistungs-standard erreicht wird, ist ein bekanntes, aber ebenfalls nicht objektiv lös-bares Problem. Eine höherklassige B-Juniorenmannschaft muss beim Al-tersübertritt in die A-Junioren grundsätzlich in der Leistungsklasse spie-len, die der vorherige Jahrgang erreicht hatte.

Das Oberlandesgericht München hat im Verfahren 1 HKO 14601/15 aus-drücklich bestätigt, dass es verbandsrechtlich nicht zu beanstanden ist, wenn keine Bewertung des Anteils der jeweiligen Speiler am Gesamter-folg der JFG vorgenommen wird, sondern bei deren Auflösung alle daran beteiligten Stammvereine wieder in die Normalgruppe eingesetzt werden.

Das OLG München hat auch bestätigt, dass sich kein anderer Verein auf die Einzelfallentscheidungen zu den Anträgen des TSV B und des TSV C berufen können. Die Richtigkeit dieser Entscheidungen kann dabei of-fenbleiben, weil selbst dann, wenn mit den Entscheidungen gegen die Jugendordnung verstoßen worden wäre, kein Anspruch des der Be-schwerdeführers auf eine entsprechende Entscheidung bestünde. Das OLG München führte hierzu aus: "Der Antragsteller hat keinen Anspruch auf eine "Gleichbehandlung im Unrecht. Oder im Sinne des GWB. Die richtige Anwendung einer zwingenden Verbandsnorm stellt keine diskri-minierende Ungleichbehandlung im Verhältnis zu einer ungerechtfertig-ten Abweichung von dieser Verbandsnorm dar.

Damit bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Präsidiums keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO.

Aktenzeichen: 00014-15/16-VSG
Sitzung vom: 20.10.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Krause

Frauen Regional-FS-Spiel TSV Y gegen FC X vom 16.08.2015
Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil vom 06.09.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil vom 06.09.2015, wird das Urteil aufgehoben.

II. Der Verantwortliche des FC X N. N. wird gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigen Spielereinsatzes mit einem Funktionsverbot von 3 Monaten belegt.

III. Die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Zu dem Privatspiel der Frauenmannschaften TSV Y gegen FC X am 16.08.2015 meldete der SR, dass für die Spielerinnen N. N. und N. N., welche beide vom FC X eingesetzt wurden kein Spielerpass vorgelegt werden konnte. Sie legitimierten sich mit ihrem Personalausweis. Das Sportgericht leitete hierauf ein Verfahren gegen den Verantwortlichen des FC X ein. Der Verein gab an, dass es sich hierbei um den Haupttrainer N. N. handelt. Ferner seien die beiden Spielerinnen zum Zeitpunkt des Spiels bereits Vereinsmitglieder gewesen, jedoch lag noch keine Spielberechtigung vor. Nach Auffassung des Vereins sind Privatspiele und Vorbereitungsspiele da um Spielerinnen auf ihre Tauglichkeit zu testen.
Das Sportgericht nahm einen leichten Fall an und verhängte mit Urteil vom 06.09.2015 gegen den Betroffenen nach § 77 Abs. 2 RVO eine Geldstrafe in Höhe von 100,00 €.
Hiergegen legte der Verbandsanwalt mittels Postfachsystem ZIMBRA am 08.09.2015 Berufung ein.
2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet.

Nach § 77 Abs. 2 RVO ist für den Regelfall des unzulässigen Einsatzes auf ein Funktionsverbot von mindestens 3 Monaten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falls müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen hiervon abzuweichen. Allein die Tatsache dass der unzulässige Einsatz in einem Privatspiel erfolgt ist reicht hierfür grundsätzlich nicht aus. Gerade wegen des im BFV verankerten absoluten Passzwangs, welcher unter anderem auch aus versicherungsrechtlichen Gründen gilt, ist für den Einsatz in jedem Spiel, somit auch bei Privatspielen, eine Spielberechtigung erforderlich.
Die erstmalige Begehung eines unzulässigen Einsatzes kann ebenso wenig für sich allein gesehen die Annahme eines leichten Falls begründen wie ein umfängliches Eingestehen des Sachverhalts.
Das Sportgericht hat für seine Entscheidung diese Gründe zusammen mit einer etwaigen Unwissenheit des verantwortlichen Trainers jedoch als gerade noch ausreichend für einen leichten Fall angesehen. Auf Nachfrage des Verbandssportgerichts zum Kenntnisstand des Betroffenen hinsichtlich der betreffenden Spielerinnen, ging kein weiterer Vortrag ein. Das VSG muss somit davon ausgehen, dass auch der Betroffene positive Kenntnis hatte und ihm somit bewusst war, dass für die beiden Spielerinnen, die er einsetzte, keine Spielberechtigung vorliegen konnte. Eine solche war nämlich zum Zeitpunkt des Spiels noch gar nicht beantragt worden, sondern erst am 24.08.2015. Es handelt sich mithin um ein wissentliches und willentliches Ignorieren des Passzwangs, welcher einem Trainer eines Bayernligisten im Frauenfußball bekannt zu sein hat. Dieses eigenmächtige Hinwegsetzen über die Bestimmungen des Spielrechts kann daher keinen leichten Fall mehr darstellen, so dass der Berufung stattzugeben und als Regelfall auf Funktionsverbot zu erkennen ist. Wegen der erstmaligen Begehung, der Einräumung des Sachverhalts und aufgrund des nicht erzielbaren Wettbewerbsvorteils in dem Privatspiel ist nach Auffassung des VSG ein Funktionsverbot von 3 Monaten als Mindeststrafe ausreichend und angemessen.

4. Kosten gem. § 33 Abs. 3 RVO.

Aktenzeichen: 00013-15/16-VSG
Sitzung vom: 15.10.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Lieb

Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 06.10.2015
Bezirksliga-Spiel SV Y gegen TSV X vom 27.09.2015

Urteil:

I. Die Berufung wird zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt der TSV X.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaverbandsspiel der Herrenmannschaften zwischen dem SV Y und dem TSV X am 27.09.2015 erstattete der amtierende Schiedsrichter eine Sondermeldung. Der Spieler N. N., TSV X, wurde in der 84. Spielminute vom Schiedsrichter mit Roter Karte vom Platz gestellt. Nach der Meldung des Schiedsrichters grätschte der Spieler seinem Gegenspieler mit offener Sohle von hinten in die Beine und traf seinen Gegenspieler auf Höhe der Achillessehne.
Der TSV X hat in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben, die Stellungnahme des TSV X ohne Datum ging erst verspätet nach Urteilserlass beim Bezirkssportgericht ein.
Mit Urteil vom 06.10.2015 des BSG wurde der Spieler N. N. nach § 66 Abs.1 RVO wegen rohen Spiels für drei Verbandsspiele gesperrt.
Hiergegen legte der TSV X über die Antwortfunktion des Postfachs (Zimbra) form- und fristgerecht Berufung ein. Begründet wird die Berufung im Wesentlichen damit, dass es sich beim dem Foul des Spielers N. um ein "Allerweltsfoul" gehandelt hat, dass keinen Feldvereis durch den Schiedsrichter gerechtfertigt hat.
Die Grätsche des Spielers N. galt ausschließlich dem Ball.
2. Das Verbandssportgericht ist für die Entscheidung zuständig, § 20 Abs. 1 d RVO.
3. Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.
Gemäß § 44 IV RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Vom Berufungsführer wurde weder in der verspäteten Stellungnahme zum Bezirkssportgericht noch im Berufungsschreiben Zeugen als Beweismittel für die Darstellung des Ablaufes angeboten.
Auch wenn man zugunsten des TSV X keine Verspätung annehmen würde, wäre die Berufung zurückzuweisen. Die verhängte Sperre von drei Spielen sieht auch das VSG als angemessen, aber auch ausreichend für das vom Schiedsrichter gemeldete Vergehen an.
Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden war, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.
4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO i.V. m. § 2 I. Nrn. 8 b) und 13 d) Anlage zur FO.

Aktenzeichen: 00012-15/16-VSG
Sitzung vom: 29.09.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Beierlein

Bezirksliga-Spiel FC Y gegen FSV X vom 29.08.2015
Berufung des FSV X gegen das Urteil des BSG vom 09.09.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des FSV X vom 16.09.2015 wird das Urteil des BSG mit der Maßgabe abgeändert, dass die Sperrdauer für den Spieler N. N. ab 30.08.2015 auf 6 Verbandsspiele (§ 51 V RVO) der Bezirksliga-Mannschaft des FSV X reduziert wird. Im Übrigen verbleibt es bei den Anordnungen gemäß Ziffer I, II, III und IV im Urteil vom 09.09.2015.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € tragen der FSV X und der BFV je zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel FC Y - FSV X am 29.08.2015 wurde der Spieler N. N. vom FSV X durch zwei Gegenspieler in die Zange genommen und zu Fall gebracht. Der SR entschied auf Freistoß für den FSV X. In der darauffolgenden Spielunterbrechung hat der Spieler N. N. seinen Gegenspieler auf den Arm gespuckt. Der Spieler wurde daraufhin mit der roten Karte des Feldes verwiesen.

Das BSG hat den Betroffenen mit vorgenannter Entscheidung vom 09.09.2015 gemäß § 67 I RVO für 8 Verbandsspiele gesperrt.

Der Betroffene hatte Gelegenheit zur Stellungnahme und es wurde durch seinen Verein vorgetragen, dass er sich das Gesicht abgewischt und Gras ausgespuckt habe. Jedenfalls habe er niemand absichtlich angespuckt. Der SRA 1 hatte auf den Vorfall freie Sicht und bestätigte das entsprechende Spucken des betroffenen Spielers gegen den Gegenspieler.

Gegen die Entscheidung des BSG richtet sich die Berufung, die per Zimbra durch den FSV X am 16.09.2015 eingelegt wurde.

2. Die Berufung ist zulässig und teilweise begründet.

Das VSG ist zuständig.

Aufgrund einer an dem Betroffenen unmittelbar vorher begangenen sportwidrigen Handlung ist dieser gemäß § 67 I, II RVO mit einer Sperrstrafe von 6 Verbandsspielen zu belegen.

Es steht fest, dass der betroffene Spieler den Gegenspieler auf den Arm gespuckt hat. Bei der Verhängung einer entsprechenden Strafe ist zu berücksichtigen, dass unmittelbar vor dem Vergehen gegen den Spieler eine sportwidrige Handlung an ihm begangen wurde. Der Spieler N. N. wurde von zwei Gegenspielern in die Zange genommen und zu Fall gebracht. Der SR entschied auf Freistoß. Aufgrund dessen liegt eine Strafrahmenverschiebung dahingehend vor, dass eine Mindestsperre von 3 Wochen gemäß § 67 II RVO zu verhängen ist.

Das Anspucken des Gegenspielers stellt eine Tätlichkeit dar. Das Ausspucken von Gras sieht das VSG als Schutzbehauptung an. Unter Berücksichtigung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erscheint eine Sperrstrafe von 6 Verbandsspielen für tat- und schuldangemessen.

Insoweit war das Ersturteil in Ziffer I. abzuändern. Nachdem das Erstgericht eine sportwidrige Handlung fälschlicherweise nicht angenommen hat, war das Ersturteil, wie geschehen, abzuändern.

Da der Berufungsführer mit der Berufung eine Reduzierung der Sperrfrist erreicht hat, ist sie mit den hälftigen Kosten gemäß §§ 32, 33 RVO zu belasten.

 

Aktenzeichen: 00011-15/16-VSG
Sitzung vom: 29.09.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Bezirksliga-Spiel FC Y gegen FSV X vom 29.08.2015
Berufung des FSV X gegen das Urteil des BSG vom 09.09.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des FSV X vom 16.09.2015 wird das Urteil des BSG mit der Maßgabe abgeändert, dass die Sperrdauer für den Spieler N. N. ab 30.08.2015 auf 6 Verbandsspiele (§ 51 V RVO) der Bezirksliga-Mannschaft des FSV X reduziert wird. Im Übrigen verbleibt es bei den Anordnungen gemäß Ziffer I, II, III und IV im Urteil vom 09.09.2015.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 30,45 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 50,75 € tragen der FSV X und der BFV je zur Hälfte. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel FC Y gegen FSV X am 29.08.2015 meldete der SR, dass der Spieler N. N., Torwart des FSV X, in der 65. Minute, nach dem Zeigen einer roten Karte gegen seinen Mitspieler, ca. 50-60m aus dem Strafraum gerannt kam und mit beiden Händen seinen Gegenspieler gegen die Brust stieß, sodass dieser zu Boden ging. Hierfür verwies der SR diesen ebenfalls des Feldes. Der SRA gab in seiner Stellungnahme vom 02.09.2015 an, dass der Spieler N. in vollem Tempo angerannt kam und seinen Gegenspieler mit voller Wucht gegen die Brust stieß. Der Berufungsführer räumte in seiner Stellungnahme ein Schubsen an sich ein, führte jedoch an, dass der Spieler in dem Tumult selbst zuvor geschubst wurde. Mit Urteil vom 09.09.2015 wurde der Spieler N. N. vom BSG für 8 Verbandsspiele wegen einer Tätlichkeit gesperrt. Das Urteil wurde am selben Tag über das BFV-Postfach dem Berufungsführer zugestellt. Hiergegen legte er über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs am 16.09.2015 Berufung ein und begründete diese u. a. damit, dass der Sachverhalt noch nicht ausreichend aufgeklärt sei, da einerseits der Spieler N. zunächst selbst geschubst wurde und andererseits ein Schubsen mit voller Wucht nicht vorgelegen habe, was mehrere Zeugen bestätigen könnten.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht. Das Verbands-Sportgericht ist auch gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist teilweise begründet. Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung allerdings nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer hat erstmals im Berufungsverfahren Zeugen für die angebliche zuerst erfolgte sportwidrige Handlung gegen den Spieler N. und die Intensität des Schubsens vorgebracht. Diese können jedoch nach § 44 Abs. 4 RVO nicht mehr gehört werden.
Das VSG hält jedoch für die vorgeworfene und eingeräumte Tat des beidhändigen Schubsens gegen die Brust, welches zum Sturz des Gegenspieler führte, eine Sperrstrafe von 6 Spielen für ausreichend und angemessen, sodass das Urteil entsprechend abgeändert werden konnte.

4. Aufgrund der teilweisen Begründetheit der Berufung sind die Kosten zur Hälfte dem Berufungsführer sowie zur Hälfte dem BFV aufzuerlegen, gemäß §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO und Anlage FO.

Aktenzeichen: 00009-15-16/VSG
Sitzung vom: 29.09.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Bezirksliga-Spiel ATSV X gegen 1. FC Y vom 02.08.2015
Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil des BSG vom 04.09.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts hin wird das Urteil des BSG vom 04.09.2015 in Ziffer I dahingehend abgeändert, dass der Spieler N. N. gemäß §§ 68 Abs. 2, 67 Abs. 2 RVO wegen leichter Tätlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter und einem Gegenspieler bis 11.10.2015 gesperrt wird.

II. Im Übrigen verbleibt es bei der Entscheidung des BSG vom 04.09.2015.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel ATSV X - 1. FC Y am 02. 08.2015 war der Spieler N. N., ATSV X, mit der roten Karte vom Platz gestellt worden.
Laut Meldung des SR hatte er seinen Gegenspieler mit dem rechten Ellenbogen in den Brustkorb geschlagen. Darüber hinaus ging er noch auf dem Spielfeld aggressiv auf den Schiedsrichter zu und stieß in mit der Unterarmfläche auf den Brustkorb.
Ferner sagte er noch "Wir sehen uns später noch".
Das zuständige BSG hat mit Schreiben vom 21.08.2015 nach § 41 III RVO eine Strafe von zwölf Wochen angekündigt.
Der Verein hat hierzu ebenso wie der Spieler selbst Stellung genommen.

Das BSG sprach mit Urteil vom 04.09.2015 eine Sperre von zehn Verbandsspielen wegen einer leichten Tätlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter und gegenüber dem Gegenspieler aus.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des Verbandsanwaltes vom 07.09.2015.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach
§ 44 Abs.3 RVO eingelegt.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist begründet, die Verurteilung zu einer Sperrstrafe von zehn Verbandsspielen ist nicht möglich, da nach § 51 III RVO in Verbindung mit
§ 51 V RVO eine Sperre nach Spieltagen nur bis zu acht Spielen möglich ist.
Eine weitergehende Sperre ist nur als Zeitsperre möglich.
Das Urteil des BSG war daher in Ziffer I aufzuheben und die festgestellte Sperre nach Wochen zu bemessen.

4. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00008-15/16-VSG
Sitzung vom 29.09.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

 

Frauen Regional-FS-Spiel TSV Y gegen FC X vom 16.08.2015
Berufung des Verbandsanwalts gegen die Urteile vom 06.09.2015

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwalts gegen das Urteil des Sportgerichts vom 06.09.2015 wird das Urteil aufgehoben.

II. Der FC X wird gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigen Spielereinsatzes mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 € sowie einem Punktabzug von 3 Punkten belegt.

III. Das Spiel wird dem Ausgang nach gewertet.

IV. Die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Zu dem Privatspiel der Frauenmannschaften TSV Y gegen FC X am 16.08.2015 meldete der SR, dass für die Spielerinnen N. N. und N. N., welche beide vom FC X eingesetzt wurden kein Spielerpass vorgelegt werden konnte. Sie legitimierten sich mit ihrem Personalausweis. Das Sportgericht leitete hierauf ein Verfahren gegen den FC X ein. Dieser gab an, dass die beiden Spielerinnen zum Zeitpunkt des Spiels bereits Vereinsmitglieder gewesen seien, jedoch noch keine Spielberechtigung vorlag. Nach Auffassung des Vereins sind Privatspiele und Vorbereitungsspiele da um Spielerinnen auf ihre Tauglichkeit zu testen.
Das Sportgericht nahm gerade noch einen leichten Fall an und verhängte mit Urteil vom 06.09.2015 gegen den FC X nach § 77 I RVO eine Geldstrafe in Höhe von 200,00 € und verurteilte ihn zu den Kosten des Verfahrens.
Hiergegen legte der Verbandsanwalt mittels Postfachsystem ZIMBRA am 08.09.2015 Berufung ein.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig.

3. Die Berufung ist auch begründet.
Nach § 77 Abs. 1 RVO ist für den Regelfall neben einer Geldstrafe auf einen Punktabzug von mindestens 3 Punkten zu erkennen. Für die Annahme eines leichten Falls müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, die es rechtfertigen hiervon abzuweichen. Allein die Tatsache dass der unzulässige Einsatz in einem Privatspiel erfolgt ist reicht hierfür grundsätzlich nicht aus. Gerade wegen des im BFV verankerten absoluten Passzwangs, welcher unter anderem auch aus versicherungsrechtlichen Gründen gilt, ist für den Einsatz in jedem Spiel, somit auch bei Privatspielen, eine Spielberechtigung erforderlich.
Die erstmalige Begehung eines unzulässigen Einsatzes kann ebenso wenig für sich allein gesehen die Annahme eines leichten Falls begründen wie ein umfängliches Eingestehen des Sachverhalts.
Das Sportgericht hat für seine Entscheidung diese Gründe zusammen, mit einer etwaigen Unwissenheit des verantwortlichen Trainers jedoch als gerade noch ausreichend für einen leichten Fall angesehen. Hierbei wird jedoch nach Auffassung des VSG verkannt, dass der Verein positive Kenntnis hatte und ihm daher tatsächlich bewusst war, dass für die beiden Spielerinnen keine Spielberechtigung vorliegen konnte. Eine solche war nämlich von ihm zum Zeitpunkt des Spiels noch gar nicht beantragt worden, sondern erst am 24.08.2015. Es handelt sich mithin um ein wissentliches und willentliches Ignorieren des Passzwangs, welcher einem Bayernligisten im Frauenfußball bekannt zu sein hat. Dieses eigenmächtige Hinwegsetzen über die Bestimmungen des Spielrechts kann daher keinen leichten Fall mehr darstellen, so dass der Berufung stattzugeben und als Regelfall auf Punktabzug zu erkennen ist. Wegen der erstmaligen Begehung, der Einräumung des Sachverhalts und aufgrund des nicht erzielbaren Wettbewerbsvorteils in dem Privatspiel ist nach Auffassung des VSG ein Punktabzug von 3 Punkten als Mindeststrafe ausreichend. Hinsichtlich der verhängten Geldstrafe hält das VSG einen Betrag von 100 € für angemessen.

3. Kosten gem. § 33 Abs. 3 RVO

Aktenzeichen: 00006-15/16-VSG
Sitzung vom: 15.09.2015
Besetzung: Beierlein, Krause, Lieb

Beschwerde der JFG X gegen die Entscheidung des Verbands-Präsidiums vom 13.08.2015

Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,38 sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von € 91,35 trägt die JFG X.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 20.06.2015 stellte die JFG X (Beschwerdeführer) einen Antrag auf Höhergruppierung seiner U17-Mannschaft in die nächsthöhere Spielklasse gemäß § 10 Abs. 9 JO zur Saison 2015/2016. Der Beschwerdeführer führt aus, dass ihm bewusst sei, dass die Frist des § 10 Abs. 9 JO zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits abgelaufen ist und eine Fristverlängerung möglich wäre. Im Weiteren stünde nunmehr fest, dass die betreffende Mannschaft vom 2. Tabellenplatz nicht mehr zu verdrängen ist und andere Vereine auch entsprechend umgruppiert worden wären. Der BJA Unterfranken hat mit Entscheid vom 16.07.2015 den Antrag mit der Begründung abgelehnt, da die Antragsfrist abgelaufen ist. Hilfsweise wurde durch den BJA ausgeführt, dass gemäß § 10 Abs. 9 JO ein sportlich nicht erzielter Aufstieg kein Fall des § 10 Abs. 9 JO darstellt, der zur Höhergruppierung berechtigt.

Der Beschwerdeführer hat gegen die Entscheidung des BJA Beschwerde eingelegt. Als Beschwerdegrund gibt er an, dass die ZPO eine Fristverlängerung vorsieht und dies auch beim BFV gelten müsse. Er möchte eine Erklärung, wann ein Härtefall vorliegt und bezieht sich wiederum auf andere Vereine, namentlich die Y. Eine Begründung, warum seine Mannschaft eine höhere Spielstärke als Kreisklasse hat, werden erneut nicht vorgetragen.

Der VJA hat dann mit Bescheid vom 25.07.2015 die Beschwerde als unbegründet abgewiesen. Der VJA führt hierzu aus, dass die Antragsfrist nicht eingehalten wurde und auch keine Gründe für eine Fristverlängerung vorliegen. Gegen diesen Bescheid hat der Beschwerdeführer frist- und formgerecht Beschwerde eingelegt. Der VJA half dieser Beschwerde nicht ab und legte sie dementsprechend dem für die Entscheidung nächsthöheren Organ, dem Präsidium zur Entscheidung vor.

Als Begründung führt der Beschwerdeführer nunmehr an, dass die ZPO auch im Fußball gelten müsse. Er rügt, dass der VJA nicht erkläre, wann eine Höhergruppierung vorgenommen werde. Er trägt im Weiteren vor, dass die Antragsfrist 15.05. ohne Sachverstand festgesetzt worden sei sowie, dass er mit anderen Vereinen gleichbehandelt werden möchte. Sein Rechtsempfinden sei im Weiteren dadurch stark beeinträchtigt, dass die Beschwerde beim VJA eingelegt werden müsse.

Das Verbands-Präsidium hat mit Bescheid vom 13.08.2015, zugestellt an den Beschwerdeführer über das Postfach des BFV am 24.08.2015 die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen. In den Gründen führt das Präsidium u. a. aus, dass die in der JO genannte Antragsfrist eine Ausschlussfrist ist und der Verband sich daran zu halten hat. Das Präsidium verkennt dabei im Weiteren nicht, dass grundsätzlich eine Fristverlängerung möglich ist, diese aber vor Ablauf der eigentlichen Frist hätte beantragt werden müssen, was nicht erfolgt ist.

Gründe für eine Höhergruppierung wurden bisher durch den Beschwerdeführer nicht vorgetragen.

Gegen den Entscheid des Verbands-Präsidiums hat die JFG dann mit Schreiben vom 26.08.2015, eingegangen am 31.08.2015 Beschwerde zum VSG eingelegt.

Auch in der vorgenannten Beschwerdefrist werden keine Gründe dargelegt, aus denen sich eine Höhergruppierung aus Sicht des Beschwerdeführers rechtfertigt. Der Beschwerdeführer stützt sich nach wie vor auf eine Ungleichbehandlung.

Der Verbandsanwalt legte die Beschwerde dem VSG vor. Er beantragt unter Bezugnahme auf die Gründe der Entscheidung des Verbandspräsidiums, die Beschwerde zurückzuweisen.

Dem Beschwerdeführer wurde die Stellungnahme des Verbandsanwalts unter Fristsetzung bis zum 03.09.2015 zur Stellungnahme überlassen. Im Übrigen wird auf den Akteninhalt verwiesen.

Nach Fristablauf mit Mail vom 04.09.2015 hat der Beschwerdeführer dahingehend geantwortet, dass er nicht jeden Tag sein Postfach leeren könne und es im Leben Wichtigeres gäbe als auf Fristen zu achten. Es wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen.

2. Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Das VSG ist gemäß § 4 Abs. 1 RVO zuständig.

Die Beschwerde ist unzulässig. Ausweislich des mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen Beschwerdeentscheids des Präsidiums vom 13.08.2015 wurde der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass die Beschwerde die verletzte Vorschrift bezeichnen und die behauptete Rechtsverletzung darlegen muss.

Dem ist der Beschwerdeführer nicht nachgekommen. Er bezieht sich auf den Verfahrensablauf und darauf, dass die Frist gemäß § 10 Abs. 9 JO nicht einzuhalten ist sowie, dass er mit anderen Vereinen gleichbehandelt werden müsse. Die Begründung lässt daher auch nicht ansatzweise erkenne, gegen welche Vorschrift des Verbands-Präsidiums verstoßen habe.

Es kann im vorliegenden Fall dahingestellt bleiben, ob die Frist in § 10 Abs. 9 JO einer Verlängerung zugänglich ist oder nicht. Ein entsprechender Antrag auf Fristverlängerung hat in jedem Fall vor Ablauf der Frist am 15.05.2015 zu erfolgen. Dies hat der Beschwerdeführer unstreitig mit seinem Antrag vom 20.06.2015 nicht erfüllt. Gründe, die beispielsweise eine Wiedereinsetzung rechtfertigen würden, trägt der Beschwerdeführer selbst nicht vor.

Im Übrigen kann sich der Beschwerdeführer keinesfalls auf eine irgendwie geartete Gleichbehandlung berufen. Hierzu hätte zunächst der Beschwerdeführer aus seiner Sicht vergleichbare Sachverhalte vortragen müssen. Er hat nicht ansatzweise die Vergleichbarkeit der Situation mit anderen Verfahren dargelegt. Im Übrigen gilt wie im ordentlichen Verwaltungsrecht auch Vereinsverwaltungsrecht, dass sich niemand auf eine Gleichbehandlung im Unrecht stützen kann. Womit allerdings nicht zum Ausdruck gebracht wird, dass die damalige Entscheidung betreffend die Y nicht den Statuten entsprochen habe. Mangels hinreichendem Sachvortrag und mangels Entscheidungsrelevanz aus vorstehenden Grund musste das VSG diese Entscheidung auch nicht inzidenter prüfen.

Pauschale Bezugnahmen reichen hierzu keinesfalls aus. Im Übrigen sieht die Vorschrift des § 9 JO klar vor, dass ein sportlich nicht realisierter Aufstieg grundsätzlich nicht als Fall i. S. dieser Vorschrift anzusehen ist.

Damit bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Präsidiums keine Zweifel. Die Beschwerde konnte daher keinerlei Erfolg haben.

3. Die Beschwerde ist daher mit der Kostenfolge der §§ 32, 33 RVO, §§ 11 Abs. 1 Nr. 7, 13 FO zurückzuweisen.

Aktenzeichen: 00004-15/16-VSG
Sitzung vom: 03.09.2015
Besetzung: Beierlein, Krause, Lieb

Berufung SpVgg X gegen das Urteil des BSG vom 24.08.2015

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € trägt die SpVgg X.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel SV Y - SpVgg X am 14.08.2015 war der Spieler N. N., SpVgg X, mit der roten Karte vom Platz gestellt worden. Laut Meldung des SR hatte er seinen Gegenspieler mit dem linken Unterarm gegen den Hinterkopf geschlagen.
Der Verein hat hierzu mit Mail vom 23.08.2015 in der ersten Instanz Stellung genommen.
Das zuständige BSG sprach mit Urteil vom 24.08.2015 eine Sperre von vier Verbandsspielen wegen einer Tätlichkeit im leichteren Fall aus. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung der SpVgg. Feldmoching, mit dem Ziel, die Sperre zu vermindern. Das Verbandssportgericht hat den Schiedsrichterassistenten nochmals zum Sachverhalt telefonisch angehört. Der Assistent hat ohne jeglichen Belastungseifer geschildert, dass an dem Torwart vor dem Schlag keinerlei sportwidrige Handlung vorgenommen wurde, weder ein Rempeln noch ein Halten.
Das Ergebnis der Einvernahme wurde dem Berufungsführer telefonisch mitgeteilt. Er hatte Gelegenheit zur Stellungnahme.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit. d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet, die Sperrstrafe von vier Verbandsspielen ist nicht zu beanstanden. Wie vom Berufungsführer bereits in der Stellungnahme vom 23.08.2015 zugestanden, war der Platzverweis hart aber "vertretbar".
Es wurde in dieser Stellungnahme vorgetragen, dass der Gegenspieler den Torwart angerempelt hat.
Nach den Urteilsgründen hat das BSG die Stellungnahme des Vereins gewürdigt, insbesondere wurde auf eine Tätlichkeit im leichteren Fall erkannt.
Im Berufungsschreiben hat der Verein nunmehr, verspätet nach § 44 IV RVO, vorgetragen, dass der Torwart von seinem Gegenspieler mit beiden Händen gehalten wurde, der Torwart hat seinen Gegenspieler dann getroffen, als er den Ball schnell abwerfen wollte.
Die verhängte Sperre von vier Verbandsspielen sieht auch das VSG als angemessen, aber auch ausreichend für das vom Schiedsrichter gemeldete Vergehen.
Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden war, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.

4. Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Ziffer I Nr. 8b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8b) und 13 d) Anlage zur FO.

Aktenzeichen: 00003-15/16-VSG
Datum der Sitzung: 30.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Beschwerde TSV X vom 23.07.2015 gegen den Beschwerdeentscheid des Präsidiums vom 13.07.2015

Urteil:

I. Die Beschwerde des TSV X vom 23.07.2015 gegen den Beschwerdeentscheid des Präsidiums vom 13.07.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 € und die Beschwerdegebühr in Höhe von 91,35 € trägt der TSV X.

Gründe:

1.
Mit Schreiben vom 14.05.2015, eingegangen am 15.05.2015 beantragte der TSV X (Beschwerdeführer), seine A-, B-, C1- und D1-Juniorenmannschaften jeweils in die Kreisklasse einzugliedern. Der Beschwerdeführer war zum Ende der Saison 2014/2015 aus der JFG Y ausgeschieden, deren A-, B-, C- und D-Juniorenmannschaften jeweils in der Kreisklasse spielten. Die JFG besteht mit den verbliebenen beiden Stammvereinen fort. Zur Begründung wurde angegeben, dass die A-, B-, C- und D-Juniorenmannschaften des Beschwerdeführers vor dem Eintritt in die JFG bereits in der Kreisliga gespielt hatten. Der Beschwerdeführer habe ein eigenes Jugendkonzept entwickelt. Die Einordnung seiner Mannschaften in die Normalgruppe würde unwillkürlich zu einem Spielerverlust führen und damit das Jugendkonzept gefährden.

Mit Bescheid vom 20.05.2015 lehnte der Bezirks-Jugendausschuss Schwaben diesen Antrag als unbegründet ab. Die mit Schreiben vom 21.05.2015 zum Verbands-Jugendausschuss eingelegte Beschwerde des Beschwerdeführers wurde mit Bescheid vom 28.06.2015 vom Verbands-Jugendausschuss zurückgewiesen. Zur Begründung verwies der Verbands-Jugendausschuss, dass § 13 Abs. 11 JO vorsieht, dass im Falle eines Austritts eines Stammvereins aus einer JFG die Mannschaften dieses Stammvereines in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklassen eingeteilt werden.

Gegen den am 28.06.2015 zugegangenen Bescheid legte der Beschwerdeführer gemäß § 3 Abs. 3 RVO mit Fax vom 03.07.2015, eingegangen am 04.07.2015 Beschwerde zum Verbands-Präsidium ein. Da der Verbands-Jugendausschuss der Beschwerde nicht abgeholfen hat, hat das Verbands-Präsidium gemäß § 3 Abs. 3 RVO über die Beschwerde entschieden.

Das Verbands-Präsidium wies die Beschwerde zurück. Zur Begründung wurde angeführt:

Dem Beschwerdebegehren, die A- bis D-Junioren-Mannschaften in die Kreisklasse einzuteilen, konnte nicht stattgegeben werden.

Gemäß § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss in besonders gelagerten Härtefällen Ausnahmeregelungen für die Einteilung in Spielklassen treffen.

Der Vortrag des Beschwerdeführers, dass in der JO des BFV sich keine Regelung findet, die den Verfall der Spielklassen beschreibt, falls Jugendmannschaften Mitglied einer JFG werden, geht ins Leere. Im § 13 Abs. 5 JO heißt es:

Bei Gründung einer Junioren-Förder-Gemeinschaft werden die Mannschaften der einzelnen Altersklassen in die erspielte Spielklasse eines der beteiligten Stammvereine eingegliedert. Dies gilt nicht bei der Neuaufnahme eines weiteren Stammvereins.

Dem letzten Satz ist zu entnehmen, dass der Stammverein, der neu in die JFG aufgenommen wird, ebenfalls die Spielklassen seiner Mannschaften verliert.

Die Bestimmungen in der Jugendordnung sind eindeutig im Wortlaut. Jedem Stammverein war bereits bei Betritt in eine JFG klar, was bei einem Ausscheiden aus der JFG oder bei einer Auflösung der JFG mit den Mannschaften hinsichtlich der Eingruppierung passieren wird.

Der Beschwerdeführer verkennt ferner, dass der vorliegende Fall kein Fall des § 10 Abs. 9 JO ist. Mit einer Härtefallentscheidung nach § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss von der Einteilung einer Mannschaft in die von ihr erspielten Spielklasse abweichen. Hier handelt es sich nicht um die Einteilung der JFG in einer Spielklasse zur neuen Saison, sondern um die Einteilung der Mannschaften eines aus der JFG ausscheidenden Stammvereins. Der hier gegebene Fall der Einteilung ist im § 13 Abs. 11 JO abschließend geregelt. Dort heißt es:

(11) Scheidet ein Stammverein aus der Junioren-Förder-Gemeinschaft aus, werden die Mannschaften des Stammvereins in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklasse eingeteilt. Ausgenommen sind die Mannschaften nach Absatz 8.

Aus dem Wortlaut dieser Bestimmung ergibt sich, sobald ein Stammverein austritt, sind die Mannschaften in die Normalgruppen einzuteilen. Es handelt sich bei dieser Vorschrift um eine Muss-Vorschrift, sie lässt kein Ermessen erkennen. D.h. die Einteilung der Mannschaften des ausscheidenden Stammvereins in die Normalgruppe ist eine zwingende Rechtsfolge.

Es ist dem TSV X zuzumuten, im kommenden Spieljahr den sportlichen Qualifikationsweg zu gehen.

Gegen diesen Beschluss des Verbands-Präsidiums, der am 20.07.2015 zugegangen war, legte der Beschwerdeführer über das BFV Postfach ZIMBRA am 23.07.2015 Beschwerde zum Verbands-Sportgericht ein.

Zur Begründung verwies der Beschwerdeführer darauf, dass sich § 13 Abs. 9 JO wettbewerbsverzerrend auswirke, weil die Vereine, die sich zur JFG zusammenschließen zukünftig mit ihren Spielern in der höchsten Spielklasse spielen dürften, die einer der beteiligten Stammvereine zuvor erreicht hatte, und die JFG diese Spielklasse behalten dürfe, auch wenn dieser Stammverein, der die höchste Spielklasse einbrachte, wieder ausscheidet, während dieser in der Normalgruppe neu anfangen müsste. Zudem sei in der Saison 2013/2014 der TSV Rain trotz seines Ausscheidens aus einer JFG in die Kreisliga bzw. in die Kreisklasse eingeteilt worden.

Der Verbandsanwalt legte die Beschwerde dem Verbands-Sportgericht (VSG) vor. Er beantragte unter Bezugnahme auf die Gründe der Entscheidung des Verbands-Präsidiums, die Beschwerde zurückzuweisen.

2.
Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 1 RVO.

3.
Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Präsidiums ist zulässig.

Die Beschwerde ist jedoch unbegründet.

Maßgeblich sind folgende Vorschriften der Jugendordnung:

§ 10 Auf- und Abstieg - Allgemeines
.
(9) Der Verbands-Jugendausschuss kann in besonders gelagerten Fällen Ausnahmeregelungen für eine Umgruppierung in eine höhere Spielklasse treffen. Dafür kann der Verbands-Jugendausschuss eine Kommission einsetzen, die sich aus 2 Vertretern der Bezirke, die nicht diesem Organ angehören, sowie einem Mitglied des Verbands-Jugendausschusses zusammensetzt. Ein sportlich nicht realisierter Aufstieg ist dabei grundsätzlich nicht als Fall im Sinne dieser Vorschrift anzusehen. Für eine Umgruppierung auf Kreisebene ist der Bezirks-Jugendausschuss zuständig.
Anträge sind mit ausführlicher Begründung bis spätestens 15. Mai schriftlich an den Verbands-Jugendausschuss zu stellen.

§ 13 Junioren-Förder-Gemeinschaften
.
(8) Das Recht der Stammvereine, eigene Juniorenmannschaften zu melden, bleibt unberührt. Diese sind jedoch nur unterhalb der Spielklasse zulässig, in welcher die entsprechende erste Juniorenmannschaft der Junioren-Förder-Gemeinschaft eingeteilt ist
.
(11) Scheidet ein Stammverein aus der Junioren-Förder-Gemeinschaft aus, werden die Mannschaften des Stammvereins in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklasse eingeteilt. Ausgenommen sind die Mannschaften nach Absatz 8.

Die Folgen des Ausscheidens eines Vereins aus einer JFG, die mit den übrigen Vereinen weiterbesteht, ist in § 13 Abs. 11 JO abschließend geregelt. Demnach sind die Mannschaften des die JFG verlassenden Vereins in die Normalgruppe einzuordnen. Ausgenommen sind davon nur solche Mannschaften, die als eigene Mannschaft des ausscheidenden Stammvereins bisher schon am Spielbetrieb teilgenommen haben, was hier nicht vorliegt.

Der Wortlaut der Vorschrift ist eindeutig. Er sieht bei der Einteilung kein Ermessen vor. Die Regelung ist im Interesse des Wettbewerbs sachgerecht. Eine Einschätzung der Spielstärke einer Mannschaft, die nur aus einigen Spielern der bisherigen JFG-Mannschaft besteht, ist für außenstehende Dritte praktisch nicht möglich. Eine Selbsteinschätzung wäre nicht sachgerecht. Welchen Anteil die Spieler der ausscheidenden Mannschaft an den Ergebnissen der Mannschaft der JFG hatten, wäre für einen außenstehenden Dritten reine Spekulation. Es fehlen alle objektiven Kriterien, die eine solche Prüfung nachvollziehbar machen würden. Die üblichen statistischen Zahlen, wie Einsatzzahlen der Spieler oder Torschützen besagen wenig über die Spielstärke aus und lassen eine Bewertung nicht zu. Noch weniger kann eine Einteilung davon abhängen, welche höherklassigen Spieler geholt werden. Denn auch hier lässt sich in keiner Weise vorhersagen, wie sich solche Spieler in einer neuen Mannschaft zu Recht finden.

Eine Härtefallregelung ist in § 13 JO nicht vorgesehen. Dies ist für den Fall des Fortbestehens der JFG auch sachgerecht. Den Mannschaften der fortbestehenden JFG kann das Spielrecht in den von ihnen erzielten Klassen nicht entzogen werden, nur weil ein Stammverein aus der JFG austritt. Auch gehen bei der Gründung der JFG die erreichten Spielklassen der beteiligten Stammvereine unter und die JFG hat das Recht, sich auf die höchste Spielklasse zu berufen, die einer der Stammvereine erreicht hat. Damit aber übernimmt die JFG das Recht dieses Stammvereins in seiner Klasse weiterzuspielen. Tritt ein Verein aus, besteht für ihn keine Möglichkeit auf die an die JFG abgetretene Spielklasse zurückzugreifen. Dies ergibt sich schon daraus, dass die JFG nach der Gründung dem normalen Auf- und Abstieg unterworfen ist. Spielt die JFG-Mannschaft beim Ausscheiden des einst bestplatzierten Stammvereins noch in der damals eingebrachten Liga, ist dies lediglich Zufall. Die JFG könnte sowohl höherklassig, als auch unterklassig spielen, je nachdem wie der Verlauf der nachfolgenden Spielzeiten war.

Da somit weder ein "altes Recht" des ausscheidenden Stammvereins berücksichtigt werden kann, noch eine objektive Einschätzung der Spielstärke seiner Spieler ist, die er aus der JFG herauslöst, erscheint es sinnvoll, dass § 13 JO keine Härtefallregelung enthält. Es ist nicht von einer Gesetzeslücke auszugehen, so dass eine analoge Anwendung von § 10 Abs. 9 JO nicht geboten erscheint.
Da es sich bei § 13 Abs. 11 JO um eine zwingende Vorschrift ohne einem Ermessensspielraum handelt und eine analoge Anwendung von § 10 Abs. 9 JO nicht geboten erscheint, spielt auch die Frage keine Rolle, ob der zuständige Jugendausschuss beim TSV Z anders entschieden hat. Zum einen hat der Beschwerdeführer hier nicht ansatzweise die Vergleichbarkeit der Situation konkret dargelegt, zum anderen gilt wie im ordentlichen Verwaltungsrecht auch im Vereinsverwaltungsrecht, dass sich niemand auf eine Gleichbehandlung im Unrecht stützen kann. Womit allerdings nicht zum Ausdruck gebracht wird, dass die damalige Entscheidung bzgl. des TSV Z nicht den Statuten entsprochen habe. Mangels hinreichenden Sachvortrag und mangels Entscheidungsrelevanz aus vorstehendem Grund musste das VSG diese Entscheidung auch nicht inzidenter prüfen.

Somit war die Einteilung in die Normalgruppe sachgerecht und entsprach dem Wortlaut des § 13 Abs. 9 JO.

Damit bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Präsidiums keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

4.
Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO.

Aktenzeichen: 00002-15/16-VSG
Sitzung vom: 30.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Beschwerde TSV X vom 21.07.2015 gegen den Beschwerdeentscheid des Präsidiums vom 13.07.2015

Urteil:

I. Die Beschwerde des TSV X vom 21.07.2015 gegen den Beschwerdeentscheid des Präsidiums vom 13.07.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 € und die Beschwerdegebühr in Höhe von 91,35 € trägt der TSV X.

Gründe:

1.
Mit Schreiben vom 14.04.2015 beantragte der TSV X (Beschwerdeführer), seine A-Juniorenmannschaft und seine B-Juniorenmannschaft jeweils in die Kreisliga einzugliedern. Der Beschwerdeführer war zum Ende der Saison 2014/2015 aus der JFG Y ausgeschieden, deren A- Junioren- und B-Juniorenmannschaften jeweils in der Kreisliga spielten und auch erneut für die neue Saison gemeldet wurden. Zur Begründung wurde angegeben, dass die A-Juniorenmannschaft des Beschwerdeführers vor dem Eintritt in die JFG bereits in der Kreisliga gespielt habe. Zudem habe ein Großteil der Jugendspieler, die mit der JFG bislang in der Kreisliga gespielt haben, signalisiert, dass man nicht bereit sei, mit dem Beschwerdeführer in der Normalgruppe neu anzufangen.

Mit Bescheid vom 27.05.2015 lehnte der Bezirks-Jugendausschuss Oberfranken diesen Antrag als unbegründet ab. Die mit Schreiben vom 01.06.2015 zum Verbands-Jugendausschuss eingelegte Beschwerde des Beschwerdeführers wurde mit Bescheid vom 28.06.2015 vom Verbands-Jugendausschuss zurückgewiesen. Zur Begründung verwies der Verbands-Jugendausschuss, dass § 13 Abs. 11 JO vorsieht, dass im Falle eines Austritts eines Stammvereins aus einer JFG die Mannschaften dieses Stammvereines in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklassen eingeteilt werden.

Gegen den am 28.06.2015 zugegangenen Bescheid legte der Beschwerdeführer gemäß § 3 Abs. 3 RVO mit Schreiben vom 01.07.2015 Beschwerde zum Verbands-Präsidium ein. Da der Verbands-Jugendausschuss der Beschwerde nicht abgeholfen hat, hat das Verbands-Präsidium gemäß § 3 Abs. 3 RVO über die Beschwerde entschieden.

Das Verbands-Präsidium wies die Beschwerde zurück. Zur Begründung wurde angeführt:

Dem Beschwerdebegehren, die A- und B-Junioren-Mannschaft in die Kreisliga einzuteilen, konnte nicht stattgegeben werden.

Gemäß § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss in besonders gelagerten Härtefällen Ausnahmeregelungen für die Einteilung in Spielklassen treffen.

Der Beschwerdeführer verkennt, dass der vorliegende Fall kein Fall des § 10 Abs. 9 JO ist. Mit einer Härtefallentscheidung nach § 10 Abs. 9 JO kann der Verbands-Jugendausschuss von der Einteilung einer Mannschaft in die von ihr erspielten Spielklasse abweichen. Hier handelt es sich nicht um die Einteilung der JFG in einer Spielklasse zur neuen Saison, sondern um die Einteilung der Mannschaften eines aus der JFG ausscheidenden Stammvereins. Der hier gegebene Fall der Einteilung ist im § 13 Abs. 11 JO abschließend geregelt. Dort heißt es:

(11) Scheidet ein Stammverein aus der Junioren-Förder-Gemeinschaft aus, werden die Mannschaften des Stammvereins in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklasse eingeteilt. Ausgenommen sind die Mannschaften nach Absatz 8.

Aus dem Wortlaut dieser Bestimmung ergibt sich, sobald ein Stammverein austritt, sind die Mannschaften in die Normalgruppen einzuteilen. Es handelt sich bei dieser Vorschrift um eine Muss-Vorschrift, sie lässt kein Ermessen erkennen. D.h. die Einteilung der Mannschaften des ausscheidenden Stammvereins in die Normalgruppe ist eine zwingende Rechtsfolge.

Selbst wenn es sich um eine Ermessensentscheidung und keiner zwingenden Rechtsfolge handeln würde, könnte man dem Beschwerdebegehren des Beschwerdeführers nicht entsprechen. Ein Härtefall nach § 10 Abs. 9 JO liegt nur dann vor, wenn die zu erwartende Spielstärke der Mannschaften deutlich abweichen würden. Dies ist im vorliegenden Fall nicht gegeben.

Die Spielstärke der A-Juniorenspieler wird nicht gesehen, da die A-Juniorenmannschaft der JFG Y in der abgelaufenen Saison Platz 6 in der Kreisliga mit 25 Punkten Rückstand zum Tabellenführer belegte (9 Siege, 6 Unentschieden, 7 Niederlagen). Die B-Juniorenmannschaft der JFG Y belegte zwar Platz 2 in der Kreisliga, hat aber auch bereits 16 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Die großen Rückstände zum jeweiligen Tabellenführer zeigen auf, dass die Spielstärken beider Mannschaften nicht den Darstellungen des Beschwerdeführers entsprechen können.

Darüber wird davon ausgegangen, dass die für die A-Juniorenmannschaft aufgezeigten B-Juniorenspieler des Jahrgangs 1999 zumindest teilweise für die künftige B-Juniorenmannschaft benötigt werden, da seitens des Beschwerdeführers keine C-Juniorenspieler des Jahrgangs 2000 in der JFG Fußball spielen. Nachdem seitens des künftigen Spielgemeinschaftspartners auch "nur" heutige C-Juniorenspieler für den B-Juniorenspielbetrieb vorgesehen sind, wird die Spielstärke der künftigen B-Juniorenmannschaft nicht ansatzweise gesehen. Hier übersieht der Beschwerdeführer, dass gerade der Schritt in eine neue Altersstufe eine große Herausforderung für die Jugendlichen darstellt. Der Beschwerdeführer kann nicht automatisch davon ausgehen, dass dann die C-Juniorenspieler des SG-Partners in nicht hinzunehmender Weise unterfordert seien. Hinzukommt, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden kann, wie schnell sich die Spieler der beiden Vereine als eine Mannschaft zusammengefunden haben und letztlich der Zusammenschluss eine Verstärkung darstellt, da dies von vielen Faktoren abhängt.

Gegen diesen Beschluss des Verbands-Präsidiums, der am 17.07.2015 zugegangen war, legte der Beschwerdeführer über das BFV Postfach ZIMBRA am 23.07.2015 Beschwerde zum Verbands-Sportgericht ein.

Zur Begründung verwies der Beschwerdeführer darauf, dass sich die Spielstärke seiner A-Juniorenmannschaft deutlich vor der Spielstärke einer Gruppenmannschaft abhebe, auch sei die B-Juniorenmannschaft im letzten Jahr Zweiter der Kreisliga geworden. Zudem habe man die A-Juniorenmannschaft noch durch mehrere Spieler verstärkt, die bereits in der Landesliga gespielt haben.

Der Beschwerdeführer sehe sich daher als Härtefall an.

Der Verbandsanwalt legte die Beschwerde dem Verbands-Sportgericht (VSG) vor. Er beantragte unter Bezugnahme auf die Gründe der Entscheidung des Verbands-Präsidiums, die Beschwerde zurückzuweisen.

2.
Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 1 RVO.

3.
Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Präsidiums ist zulässig. Zwar nennt der Beschwerdeführer keine Vorschrift, gegen die das Verbands-Präsidium verstoßen habe. Der Begründung lässt aber erkennen, dass der Beschwerdeführer eine unzutreffende Auslegung des Begriffs Härtefall rügt. Dies reicht nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus, um die Zulässigkeit zu begründen.

Die Beschwerde ist jedoch unbegründet.

Maßgeblich sind folgende Vorschriften der Jugendordnung:

§ 10 Auf- und Abstieg - Allgemeines
.
(9) Der Verbands-Jugendausschuss kann in besonders gelagerten Fällen Ausnahmeregelungen für eine Umgruppierung in eine höhere Spielklasse treffen. Dafür kann der Verbands-Jugendausschuss eine Kommission einsetzen, die sich aus 2 Vertretern der Bezirke, die nicht diesem Organ angehören, sowie einem Mitglied des Verbands-Jugendausschusses zusammensetzt. Ein sportlich nicht realisierter Aufstieg ist dabei grundsätzlich nicht als Fall im Sinne dieser Vorschrift anzusehen. Für eine Umgruppierung auf Kreisebene ist der Bezirks-Jugendausschuss zuständig.
Anträge sind mit ausführlicher Begründung bis spätestens 15. Mai schriftlich an den Verbands-Jugendausschuss zu stellen.

§ 13 Junioren-Förder-Gemeinschaften
.
(8) Das Recht der Stammvereine, eigene Juniorenmannschaften zu melden, bleibt unberührt. Diese sind jedoch nur unterhalb der Spielklasse zulässig, in welcher die entsprechende erste Juniorenmannschaft der Junioren-Förder-Gemeinschaft eingeteilt ist
.
(11) Scheidet ein Stammverein aus der Junioren-Förder-Gemeinschaft aus, werden die Mannschaften des Stammvereins in die Normalgruppe der jeweiligen Altersklasse eingeteilt. Ausgenommen sind die Mannschaften nach Absatz 8.

Die Folgen des Ausscheidens eines Vereins aus einer JFG, die mit den übrigen Vereinen weiterbesteht, ist in § 13 Abs. 11 JO abschließend geregelt. Demnach sind die Mannschaften des die JFG verlassenden Vereins in die Normalgruppe einzuordnen. Ausgenommen sind davon nur solche Mannschaften, die als eigene Mannschaft des ausscheidenden Stammvereins bisher schon am Spielbetrieb teilgenommen haben, was hier nicht vorliegt.

Der Wortlaut der Vorschrift ist eindeutig. Er sieht bei der Einteilung kein Ermessen vor. Die Regelung ist im Interesse des Wettbewerbs sachgerecht. Eine Einschätzung einer Mannschaft, die nur aus einigen Spielern der bisherigen JFG-Mannschaft besteht, ist für außenstehende Dritte praktisch nicht möglich. Eine Selbsteinschätzung, wie sie hier dem Beschwerdeführer vorschwebt, ist jedoch nicht sachgerecht. Welchen Anteil die Spieler der ausscheidenden Mannschaft an den Ergebnissen der Mannschaft der JFG hatten, wäre für einen außenstehenden Dritten reine Spekulation. Es fehlen alle objektiven Kriterien, die eine solche Prüfung nachvollziehbar machen würden. Die üblichen statistischen Zahlen, wie Einsatzzahlen der Spieler oder Torschützen besagen wenig über die Spielstärke aus und lassen eine Bewertung nicht zu. Noch weniger kann eine Einteilung davon abhängen, welche höherklassigen Spieler geholt werden. Denn auch hier lässt sich in keiner Weise vorhersagen, wie sich solche Spieler in einer neuen Mannschaft zu Recht finden.

Somit erscheint die Einteilung in die Normalgruppe sachgerecht, weil sie darauf beruht, dass beim ausscheidenden Stammverein nur ein Teil der bisherigen Spieler der JFG spielen wird und daher im Regelfall die Spielklasse der JFG nicht mehr ohne weiteres erreicht wird. Dass möglicherweise durch nachrückende jüngere Spieler ein höherer Leistungsstandard erreicht wird, ist ein bekanntes, aber ebenfalls nicht objektiv lösbares Problem. Eine höherklassige B-Juniorenmannschaft muss beim Altersübertritt in die A-Junioren grundsätzlich in der Leistungsklasse spielen, die der vorherige Jahrgang erreicht hatte.

Das Verbands-Präsidium hat sich jedoch auch mit der Frage befasst, ob die im Rahmen von § 13 JO nicht vorgesehene Härtefallregelung des § 10 Abs. 9 JO in analoger Form zur Anwendung gelangen könnte. Bei dieser Vorschrift handelt es sich um eine Ermessensvorschrift. Im Beschwerdeverfahren zum VSG kann nur geprüft werden, ob die Regelung gesehen wurde und das Ermessen fehlerfrei ausgeübt wurde. Eine eigene Ermessensentscheidung des VSG ist nicht vorgesehen. § 4 Abs. 1 RVO lässt erkennen, dass nur die Anwendung der Rechtsvorschriften überprüft werden soll, jedoch aus dem Prinzip der Gewaltenteilung nicht in die Verbandsverwaltung eingegriffen werden darf, wozu die Ausübung des Ermessens gehört.

Das Ermessen wurde rechtsfehlerfrei ausgeübt. Es wurden sinnvolle Kriterien herangezogen, die eine Umgruppierung rechtfertigen könnten. Wie dargelegt kann auf die Spielstärke einzelner Spieler mangels objektiver Kriterien nicht abgestellt werden. Letztlich kann nur der erreichte Tabellenplatz der JFG Mannschaften als Kriterium gelten. Dies hat das Verbands-Präsidium geprüft und dabei festgestellt, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass die beiden Mannschaften ihre jeweiligen Kreisligen so dominiert hätten, dass angenommen werden müsste, dass auch Teile dieser Mannschaften so dominant wären, dass ihnen nicht zugemutet werden könnte, in einer niedrigeren Klasse zu spielen. Diese Ausführungen des Verbands-Präsidiums sind sachgerecht und nachvollziehbar. Dass der Beschwerdeführer die Spielstärke seiner Spieler anders bewertet, macht die Entscheidung nicht fehlerhaft, weil eine Einteilung er der Mannschaften nach Selbsteinschätzung mit dem geordneten Spielbetrieb in Leistungsklassen nicht vereinbar ist.

Da das Verbands-Präsidium die Ermessensentscheidung zu § 10 Abs. 9 JO rechtsfehlerfrei durchgeführt hat, kann offen bleiben, ob § 10 Abs. 9 JO entgegen dem klaren Wortlaut des § 13 Abs. 11 JO überhaupt zur Anwendung gelangt.

Damit bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Verbands-Präsidiums keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

4.
Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO.

Aktenzeichen: 00001-15/16-VSG
Sitzung vom 21.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Beschwerde BSC X vom 15.06.2015 gegen die Auf- und Abstiegsregelung des Bezirks Oberbayern - Kreis München
Entscheidung des Verbands-Spielausschusses vom 26.05.2015

Urteil:

I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von € 152,25 trägt der BSC X.

Gründe:

1.
Am 06.08.2014 wurde die Auf- und Abstiegsregelung für den Bezirk Oberbayern durch Einstellen in die amtliche Internetseite des BFV veröffentlicht. Die Regelung wurde mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen, wonach binnen einer Frist von einer Woche Beschwerde zum Bezirks-Spielausschuss eingelegt werden konnte.

Die Regelung enthielt eine Sonderregelung, die vorsah, dass bei einem unentschiedenen Ausgang des Spiels ein Elfmeterschießen durchgeführt wird und der Sieger einen Zusatzpunkt erhält. Dieser Zusatzpunkt sollte sich jedoch nur auswirken, wenn die vorrangigen Kriterien bei Punktgleichheit, Tordifferenz, Anzahl der insgesamt erzielten Tore und Anzahl der auswärts erzielten Tore keine Entscheidung erbrachten.

Am 21.05.2015 wurde per E-Mail bei allen beteiligten Vereinen vom Spielleiter angefragt, ob mit einer kleinen Änderung des Elfmeterschießens Einverständnis besteht. Dem stimmte der Beschwerdeführer am 26.05.2015 ausdrücklich zu.

Mit Schreiben vom 15.06.2015 legte der Beschwerdeführer Rechtsmittel gegen die Auf- und Abstiegsregelung ein. Diese wurde vom Verbands-Spielausschuss mit Bescheid vom 25.06.2015 zurückgewiesen. Dagegen legte der Beschwerdeführer per Postfach ZIMBRA am 01.07.2015 Beschwerde zum Verbands-Präsidium ein.

Mit Schreiben vom 09.07.2015 beantragte der Präsident wegen der Eilbedürftigkeit die unmittelbare Entscheidung durch das VSG

2.
Die form- und fristgerecht eingelegte Beschwerde ist zulässig.

Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten über dem Verbandsanwalt dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3.
Die Beschwerde gegen den Bescheid des Verbands-Spielausschuss ist unbegründet.

Der Bescheid des Bezirks-Ausschusses ist nicht im Ergebnis nicht zu beanstanden. Er entspricht der Sach- und Rechtslage. Allerdings war die Beschwerde des Beschwerdeführers vom 16.06.2015 nicht unbegründet, sondern unzulässig, was sich jedoch im Ergebnis nicht auswirkt.

Die Auf- und Abstiegsregelung wurde am 06.08.2014 mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen im Internet veröffentlicht. Gegen diese Regelung hätte daher bis zum 13.08.2014 Beschwerde eingelegt werden müssen. Diese Frist hat der Beschwerdeführer versäumt.

Durch die Änderung vom 21.05.2015 wurde keine neue Beschwerdefrist mehr eröffnet, weil der Beschwerdeführer - wie alle anderen beteiligten Vereine - der Änderung zustimmten. Durch die Zustimmung zur Änderung entfällt die Beschwer.

Die Auf- und Abstiegsregelung Regelung war zulässig, weil § 23 Nr. 4 SpO ausdrücklich Folgendes vorsieht:

Für Pilotprojekte kann der Meister oder Gruppensieger nach eigens erlassenen Richtlinien, die vom Verbands-Spielausschuss vor Beginn der Spielrunde zu genehmigen sind, ermittelt werden.

Der der Regelung des Bezirks Oberbayern zugrundeliegende Antrag auf Durchführung des Pilotprojekts zur Vermeidung von Los-Entscheidungen war vom Verbands-Spielausschuss am 02.08.2014 genehmigt worden.

Damit aber bestehen an der Richtigkeit der Entscheidung des Bezirks-Ausschusses keine Zweifel. Die Beschwerde konnte keinen Erfolg haben.

4.
Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. I Nr. 7, 13 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbandspräsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr zum Verbands-Präsidium und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht festgesetzt.



 


Urteile 2014/15

Aktenzeichen: 00107-14/15-VSG
Sitzung vom 06.10.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Lieb

B-Junioren Gruppe-Spiel SG DJK/IBA Amberg gegen SG Gebenbach/Ursulapoppenricht/Hahnbach vom 20.06.2015, Spielnummer: 314003022

Urteil:

I. Der Verantwortliche Rudi Dolles, DJK-SB Amberg, wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. SG DJK-SB Amberg wird gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von fünf Punkten und mit einer Geldstrafe von € 200,- belegt.

III. Das Spiel ist gemäß § 29 SpO für SG Gebenbach/Ursulapoppenricht/Hahnbach mit 2:0 für als gewonnen und für SG DJK/IBA Amberg mit 0:2 als verloren zu werten.

IV. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 25,38 trägt die DJK-SB Amberg.

 



 

Gründe:

1. Mit Mail vom 21.06.2015 meldet der Trainer der SG Y, N. N., dass in dem obigen Spiel zwei Spieler mitgewirkt haben, die auf gefälschten Pässen eingesetzt wurden. Mit Schreiben vom 26.06.2015 zeigt der Obmann der Schiedsrichtergruppe Z, N. N. ebenfalls den Sachverhalt an und konkretisiert die Namen der betroffenen Spieler und legt die Kopien der Spielerpässe vor, welche dem Schiedsrichter bei der Passkontrolle vorgelegt wurden. Vom zuständigen Jugendsportgericht wurde am 28.07.2015 ein Verfahren gegen den Verein nach § 77 I RVO und gegen den Mannschaftsverantwortlichen N. N. nach § 77 II RVO eröffnet und mit Beschluss vom 15.08.2015 und 03.09.2015 das Verfahren an das Verbandssportgericht abgegeben.
Mit Schreiben vom 04.09.2015 wurde dem Verein und dem Betroffenen N. die Übernahme durch das Verbandssportgericht mitgeteilt und auf § 41 Abs. 3 RVO (Antrag auf mündliche Verhandlung) hingewiesen.


2. Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Verantwortlichen für den Spielereinsatzes in Frage kommt.


3. Der Sachverhalt steht aufgrund der Einlassungen der DJK SB X, des Betroffenen N. N. und der vorgelegten Unterlagen fest.
Es wurden im obigen Verbandsspiel die beiden Spieler A. A. und B. B. eingesetzt, obwohl beide Spieler nicht spielberechtigt waren.
Der Spieler A hatte noch kein Spielrecht für die DJK SB X, der Spieler B ist U 19 Spieler. Für den Einsatz wurden die Spielerpässe von C. C. und D. D. verwendet, wobei in die Pässe jeweils die Fotos der Spieler A und B eingeklebt wurden.
Das Verhalten des Betroffenen N. stellt neben der vorliegenden Urkundenfälschung ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 2 RVO dar.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen N berücksichtigt, dass dieser den Vorfall eingeräumt hat. Die vom Betroffenen in der Mail vom 16.09.2015 vorgebrachten Umstände, warum die beiden Spieler eingesetzt wurden, können vom Verbandssportgericht nicht strafmildernd anerkannt werden. Weder die Integration eines Spielers, noch die fehlende Spielpraxis rechtfertigen einen unzulässigen Einsatz.
Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass er zum einen geduldet hat, dass zwei Spieler mit Pässen anderer Spieler gespielt haben, zum anderen liegt eine strafrechtlich relevante Tat der Urkundenfälschung durch Austausch des Passbildes vor. Bereits der Gebrauch des manipulierten Passes führt gemäß § 89 Abs.2 RVO zum Ausschluss. Angesichts der Gesamtumstände kam auch die Annahme eines leichten Falles nach § 89 Abs.2 Satz 2 RVO nicht in Betracht.
Die ausgesprochene Geldstrafe gegen den Verein liegt knapp über der Mindeststrafe und ist nach Ansicht des Verbandssportgerichts für den vorliegenden Sachverhalt tat- und schuldangemessen. Der vorgenommene Punktabzug liegt im unteren Bereich der Norm, hier wurde insbesondere berücksichtigt, dass der Verein in seinen Stellungnahmen den Sachverhalt vollumfänglich eingeräumt hat. Die vorgenommene Spielwertung ist Folge des unzulässigen Einsatzes und stellt keine Bestrafung dar.
Das zuständige Jugendsportgericht hat die Verfahren gegen die Spieler nach § 70 Abs. 3 RVO abgehandelt.


4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d)

 

 

Aktenzeichen: 00106-14/15-VSG
Sitzung vom: 05.08.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Berufung des TSV X gegen das Urteil des KSG vom 14.04.2015


Urteil:


I. Auf die Berufung des TSV X wird das Urteil des KSG vom 14.04.2015 mit der Maßgabe in Ziffer 1 abgeändert, dass der Verantwortliche des TSV X N. N. mit einer Funktionssperre vom 20.04.2015 mit einschließlich 19.08.2015 belegt wird.

II. Die Kosten der 1. Instanz trägt der TSV X. Von den Kosten der 2. Instanz und der Berufungsgebühr tragen der TSV X 2/3 und der BFV 1/3. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Privatspiel TSV X IV - SV Y am 22.02.2015 wurde der Spieler Z. Z. unberechtigt eingesetzt. Der Spieler hatte im Zeitpunkt des Spieles kein Spielrecht für den TSV X. Der Spieler Z. Z. hat sich mit einem Ausweis beim Schiedsrichter ausgewiesen.

Der Trainer N. N. hat nach dem Eintrag im elektronischen Spielbericht dem Schiedsrichter versichert, dass der Spieler Spielrecht hat.

Der Spieler Z. Z. hat nach den Feststellungen im Sportgerichtsverfahren Spielrecht für den TSV X seit 02.03.2015, er hatte somit am Spieltag 22.02.2015 kein Spielrecht.

Das zuständige KSG (Urteil vom 14.04.2015) belegte den Mannschaftsverantwortlichen und Trainer N. N. mit einer Funktionssperre vom 20.04.2015 bis einschließlich 19.10.2015.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des TSV X.
2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde am 20.04.2015 form- und fristgerecht eingelegt, § 44 Abs.3 RVO.

3. Mit Beschluss vom 26.05.2015 hat das VSG das Verfahren nach § 20 Abs. 3 Satz 2 RVO übernommen.

4. Die Berufung ist teilweise auch begründet.

Der Mannschaftsverantwortliche und Trainer N. N. hat am 22.02.2015 dem Schiedsrichter bestätigt, dass der Spieler am Spieltag Spielrecht für den TSV X hat. Diese Bestätigung war falsch.

Der Trainer hat in diesem Fall aus Sicht des VSG leichtfertig gegenüber dem Schiedsrichter eine Erklärung abgeben. Es hat nicht die erforderliche Sorgfalt walten lassen, insbesondere hätte er über Passonline feststellen können, dass der Spieler noch kein Spielrecht besitzt.

Bei dieser Sachlage kommt die Anwendung eines leichten Falles wie vom Berufungsführer beantragt nicht in Betracht, eine Funktionssperre ist nach § 77 II RVO zwingend auszusprechen.

Nach Ansicht des VSG ist hier eine zeitliche Befristung von vier Monaten tat- und schuldangemessen.

Dabei fand insbesondere Berücksichtigung, dass der Betroffene nach Auskunft des TSV X seine Trainertätigkeit lediglich im Rahmen einer Nebentätigkeit ausübt. Nach den Feststellungen im Verfahren ist der Betroffene sportgerichtlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten.

Das Fehlverhalten wurde vom Verein auch zugestanden, man ging aufgrund des Zeitablaufes von einem bereits erteilten Spielrecht aus.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechendem Umstände
erachtete das Verbandssportgericht eine zeitliche Befristung des Funktionsverbotes auf vier Monaten als ausreichend.


5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00104-14/15-VSG
Sitzung vom: 05.08.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein


Revision TSV X gegen das Urteil des BSG vom 02.04.2015

Urteil:

I. Die Revision des TSV X gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,38 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. Der TSV X (Revisionsführer) nahm an der vom Bezirks-Jugendleiter für den 27.02.2015 angesetzten Junioren-Pflicht-Arbeitstagung der Bezirksoberliga Vereine nicht teil. Der Revisionsführer hatte sich damit entschuldigt, dass der Mannschaftsbetreuer N. N. im Vorfeld der Tagung und am Tag der Tagung erkrankt gewesen sei und keine Ersatzperson gefunden wurde.

Mit Urteil vom 17.03.2015 belegte das JSG den Revisionsführer gemäß § 80 Abs. 2 Satz 2 RVO wegen Nichtteilnahme an einer Jugendtagung mit einer Geldstrafe in Höhe von € 20,00. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Revisionsführer Berufung ein

Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 02.04.2015 zurück. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Revisionsführer am 09.04.2015 über das Postfachsystem ZIMBRA Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass die Abwesenheit unverschuldet gewesen sei.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Zwar ist zutreffend, dass eine Nichtteilnahme an einer obligatorischen Jugendtagung nur dann bestraft werden kann, wenn die Nichtteilnahme verschuldet ist. Insoweit ist das BSG-Urteil missverständlich formuliert, wenn daraus der Schluss gezogen werden sollte, dass alleine die Nichtteilnahme zur Bestrafung führt. Allerdings reicht es nicht aus, dass der Verein sich vor der Tagung entschuldigt. Da die Teilnahme verpflichtend ist, müssen auch die Gründe für die Nichtteilnahme die Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Teilnahme widerspiegeln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Teilnahme an den Tagungen, die den geordneten Ablauf des Spielbetriebs sicherstellen sollen, von wesentlicher Bedeutung für alle am Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften ist. An die Entschuldigung einer Nichtteilnahme sind daher hohe Anforderungen zu stellen. Diesen Anforderungen wurde der Sachvortrag des Revisionsführers auch im Revisionsverfahren nicht gerecht.

Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass neuer Sachvortrag in der Revisionsinstanz grundsätzlich nicht zu berücksichtigen ist. Davon ist allerdings eine Ausnahme zu machen, wenn sich aus dem Berufungsurteil nicht sicher ergibt, ob das Berufungsgericht den Sachverhalt geprüft hat oder infolge einer anderen Rechtsauffassung diesen als unerheblich eingestuft hat. Letzteres lässt sich dem Urteil nicht eindeutig entnehmen, weshalb das VSG hier in die Sachprüfung eingetreten ist.

Der Revisionsführer hat nicht alle zumutbaren Maßnahmen unternommen, um die Teilnahme sicherzustellen. Wie der Revisionsführer einräumt, war der an sich zuständige Betreuer bereits die ganze Woche vor der Tagung erkrankt. Er hätte daher bereits einige Tage vorher sich um eine Ersatzperson kümmern können. Dabei stellt die Bezirksoberliga der betreffenden Altersklasse die Spitzenklasse im Bezirk dar. Von Vereinen, die in dieser Leistungsklasse spielen, kann daher erwartet werden, dass der ganze Verein hinter dieser Teilnahme steht und deshalb nicht nur Jugendbetreuer, sondern auch die Leitung der Fußballabteilung und zur Not des Hauptvereins bereit ist, an diesen Tagungen teilzunehmen. Es konnte daher auch erwartet werden, dass an dieser Tagung ein Mitglied des Vereinsvorstandes oder der Leitung der Fußballabteilung des Revisionsführers teilnimmt. Dass es allen ehrenamtlich Tätigen im Verein nicht möglich gewesen sein soll, an dieser Tagung teilzunehmen ist weder vorgetragen, noch ersichtlich. Nur dann könnte bei einer Tagung einer Bezirksoberliga eine Unzumutbarkeit der Teilnahme angenommen werden.

Somit ist das Urteil des BSG im Ergebnis zutreffend und die Revision war zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II FO

Aktenzeichen: 00103-14/15-VSG
Sitzung vom: 05.08.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb


Verfahren gegen Herrn N. N., Mitglied SpVgg X wegen unsportlichen Verhaltens

Urteil:

I. Gegen den Betroffenen N. N. wird wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe von Euro 400,-- unter Mithaftung der SpVgg X verhängt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens von Höhe von Euro 60,90 Euro unter Mithaftung der SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der Betroffene hat nach den beigezogenen Unterlagen (Telefax der Kriminalpolizei München, Bericht SR Y, Bericht SR Z) versucht, für das Bundesligaspiel FC Bayern München - 1. FC Köln am 27.02.2015 unter Vorlage des Schiedsrichterausweises des anderweitig Betroffenen A. A. eine sehr kostengünstige Schiedsrichterkarte unerlaubt zu erlangen. Mit Schreiben vom 21.04.2015 wurde ein Sportgerichtsverfahren gegen den Betroffenen eröffnet.


2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 a RVO, weil das Verfahren einen Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband zur Folge haben könnte.

3. Der Betroffene hat in seiner Stellungnahme vom 19.05.2015 den Sachverhalt letztlich eingeräumt und sich für sein Verhalten entschuldigt.

4. Der Betroffene N. N. war wegen unsportlichen Verhaltens in einem schweren Fall gemäß § 47 RVO i. V. m. § 48 Abs. 1 Lit j RVO mit einer Geldstrafe von Euro 400,-- zu belegen.
Der Versuch der Erlangung einer Freikarte durch die Vorlage des Schiedsrichterausweises einer dritten Person ist als schwere Unsportlichkeit zu werten.
Der Betroffene hat bei der Kartenaussage den Nachweiszettel mit falschem Namen samt falschen Angaben bzgl. des Schiedsrichterausweises ausgefüllt. Auf diesem Nachweiszettel ist klar vermerkt, dass diese Karten nur an Schiedsrichter ausgegeben werden und jeder Missbrauch bestraft wird.
Durch den Versuch der Erlangung einer Karte hat der Betroffene nicht nur das Vertrauen des FC Bayern München auf einen ordnungsgemäßen Gebrauch von Freikarte getäuscht, sondern auch das Ansehen des Bayerischen Fußball-Verbandes erheblich geschädigt, der sich das Verhalten seines Mitglieds zurechnen lassen muss.

5. Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass dieser den Sachverhalt letztlich vollumfänglich eingeräumt hat.
Zu seinen Lasten war das planvolle Vorgehen zu berücksichtigen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass im Falle der erfolgreichen Täuschung der Betroffene es verhindert hätte, dass eine berechtigte Person eine Karte zu dem Spiel erlangt hätte. Das Schiedsrichterfreikontingent ist bei den Spielen des FC Bayern München regelmäßig voll ausgeschöpft.

Mit Schreiben vom 06.07.2015 wurde dem Betroffenen die Gelegenheit gegeben, Angaben zu seiner Leistungsfähigkeit zu machen. Der Betroffene hat sich hierzu nicht geäußert, es wird daher von einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit ausgegangen, berücksichtigt wurde aber auch, dass der Betroffene nach Aktenlage am 27.02.2015 800 Euro Bargeld bei sich hatte.
Unter Abwägung aller Gesichtspunkte erachtete das VSG daher die Verhängung einer Geldstrafe von Euro 400 als angemessen, aber auch ausreichend.

6. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr. 13 FO.

Aktenzeichen: 00102-14/15-VSG
Sitzung vom: 05.08.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

Verfahren gegen N. N. wegen unsportlichen Verhaltens

Urteil:

I. N. N., SpVgg X, wird gemäß §§ 47, 48 RVO wegen unsportlichen Verhaltens für achtzehn Monate bis einschließlich 06.11.2016 als Schiedsrichter gesperrt.

II. Der Schiedsrichter-Ausweis ist einzuziehen.

III. N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 Euro unter Mithaftung seines Vereins SpVgg X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der Betroffene hat nach den beigezogenen Unterlagen (Telefax der Kriminalpolizei München, Bericht SR Y, Bericht SR Z) seinen Schiedsrichterausweis dem anderweitig beschuldigten A. A., der kein Schiedsrichter ist, zum Erwerb einer sehr kostengünstigen Schiedsrichterkarte für das Bundesligaspiel FC Bayern München - 1. FC Köln am 27.02.2015 zur Verfügung gestellt. Ferner hat er seinen Schiedsrichterausweis für das Bundesligaspiel am 14.02.2015 FC Bayern München - Hamburger SV einer namentlich nicht bekannten Person zur Erlangung einer Schiedsrichterkarte zur Verfügung gestellt.
Mit Schreiben vom 25.03.2015 beantragte der Verbandsanwalt ein Sportgerichtsverfahren gegen den Schiedsrichter N. N. durchzuführen.

2. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs. 1 a RVO, weil das Verfahren einen Ausschluss aus dem Verband zur Folge haben könnte. Mit Beschluss vom 07.05.2015 wurde SR N. N. vom VSG als Schiedsrichter vorläufig gesperrt.

3. SR N. N. hat in seinen Stellungnahme letztlich zugegeben, dass er seinen Schiedsrichterausweis jeweils an eine Dritte Person weitergegeben hat. Er hat den Sachverhalt mit Schreiben vom 14.05.2015 eingeräumt und sich für sein Verhalten entschuldigt. Mit Schreiben vom 24.06.2015 ist er als Schiedsrichter ausgetreten.

4. SR N. N. war wegen unsportlichen Verhaltens in einem schweren Fall gemäß § 47 RVO i. V. m. § 48 Abs. 1 Lit j RVO für achtzehn Monate als Schiedsrichter zu sperren. Die Überlassung der Schiedsrichterausweise zur Erlangung einer Freikarte (es fallen lediglich Bearbeitungsgebühren von einem Euro an), auf eine Dritte Person ist als schwere Unsportlichkeit zu werten.
Mit der verbotswidrigen Überlassung des Ausweises hat der Betroffene nicht nur das Vertrauen des FC Bayern München auf einen erlaubten Gebrauch von der Freikarte getäuscht, sondern auch das Ansehen des Bayerischen Fußball-Verbandes erheblich geschädigt, der sich das Verhalten seines Mitglieds zurechnen lassen muss.

5. Unter Abwägung aller Gesichtspunkte kann von einem Ausschluss und auch von einer Streichung von der Schiedsrichterliste gerade noch abgesehen werden.
Eine zeitliche Sperre für 18 Monate Jahre als Schiedsrichter ist tat- und schuldangemessen. Dem SR N. N. war bewusst, dass die Person der er seinen jeweils Schiedsrichterausweis übergeben hat, versuchen wird damit unberechtigt Schiedsrichterfreikarten zu erlangen, was bzgl. dem Spiel am 14.02.2015 auch gelungen ist.
Dem SR N. N. konnte nicht nachgewiesen werden, dass er für die Weitergabe des Ausweises eine Gegenleistung erhalten hat.

6. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 11 Nr. 13 FO.

 

 

Aktenzeichen: 00101-14/15-VSG
Sitzung vom: 21.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

 

Revision des FC X gegen das Urteil des BSG vom 30.06.2015


Urteil:

I. Die Revision des FC X gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 trägt der Verein FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Kreisliga-Spiel SpVgg Y gegen FC X am 17.05.2015 wurde der Spieler N. N. (FC X) in der 58. Spielminute vom Schiedsrichter mit roter Karte vom Platz gestellt, weil er seinem Gegenspieler in vollem Lauf von vorne mit gestrecktem Fuß um grätschte und ihn am Knöchel traf. Der Gegenspieler musste nach längerer Behandlung auf dem Spielfeld ausgetauscht werden.

Mit Urteil vom 21.05.2015 verhängte das KSG gemäß § 65 Abs. 1 RVO gegen den Betroffenen eine Sperre von 2 Verbandsspielen wegen unsportlichen Verhaltens. Gegen das am 26.05.2015 zugestellte Urteil legte der Verein FC X mit Schreiben vom 01.06.2015 Berufung ein.

Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 29.05.2015, zugestellt am 30.06.2015, zurück.

Gegen das Urteil des BSG legte der FC X über das Postfachsystem ZIMBRA am 07.07.2015 Revision zum VSG ein. Diese wurde damit begründet, dass sich nach Ansicht des Vereins der Vorfall anders abgespielt habe, als ihn das BSG seiner Entscheidung zugrunde gelegt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Gemäß § 45 Abs. 2 Satz 2 RVO muss in der Revisionsschrift grundsätzlich die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Wird keine verletzte Vorschrift genannt, ist die Revision unzulässig. Die verletzte Vorschrift muss allerdings nicht explizit genannt werden, es reicht aus, dass sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus (VSG ständige Rechtsprechung, Fälle 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12). Im vorliegenden Fall nennt der Revisionsführer zwar keine Vorschrift, der Revisionsschrift lässt sich aber entnehmen, dass der Revisionsführer rügt, das BSG habe nicht alle Beweismittel berücksichtigt, was einen Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs darstellen würde.


3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG hat bei seiner Entscheidung den Sachvortrag des Revisionsführers berücksichtigt. Auch wurden die vorgelegten Fotos verwertet. Das BSG folgte jedoch nicht der Bewertung dieser Beweismittel durch den FC X, sondern nahm eine andere, jedoch ebenfalls nachvollziehbare Bewertung vor.

Da die Revision eine reine Rechtsinstanz ist, ist die Beweiswürdigung grundsätzlich Sache des Tatgerichts, an dessen Tatsachenfeststellungen das Revisionsgericht gebunden ist. Die Beweiswürdigung ist nur darauf zu überprüfen, ob sie sich mit dem Prozessstoff und den Beweisergebnissen umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Beweiswürdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denk- und Erfahrungsgrundsätze verstößt oder einen Akt der Willkür des erkennenden Gerichts darstellt oder ob das Gericht überzogene Anforderungen an die für eine Verurteilung erforderliche Gewissheit stellt (ständige Rechtsprechung des VSG, Fälle 06/07-69, 07/08-23, 10/11-51).

Diesen Anforderungen wird das Urteil offensichtlich gerecht. Die Fotoaufnahmen lassen jeweils nur gewisse Sequenzen eines komplexen Geschehensablaufes erkennen und geben keinen Aufschluss darüber, wie sich der Sachverhalte dazwischen abspielte. Allerdings lässt sich auf einem Foto erkennen, dass der Schiedsrichter nur wenige Meter entfernt war, ungehinderten Blick auf die Situation hatte und sich hierauf auch voll konzentrierte. Die Annahme, dass seine Meldung der Richtigkeit entspricht, wird durch diese auf dem Bild festgehaltenen Tatsachen gestärkt.

Auch die Strafzumessung begegnet keinen Bedenken. Die Tatsache, dass der Spieler das Spiel verletzt abbrechen musste, rechtfertigt die Erhöhung der Mindeststrafe um ein Spiel in jedem Fall. Der Revisionsführer irrt, wenn er annimmt, erst eine schwere und nachhaltige Verletzung dürfe besonders sanktioniert werden.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00100-14/15-VSG
Sitzung vom: 21.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Revision SV X gegen das Urteil des BSG vom 17.06.2015


Urteil:

I. Die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 trägt der SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Kreisklasse-Spiel SV X II gegen FSV Y am Pfingstmontag, den 25.05.2015 setzte der SV X den Spieler N. N. ein. Dieser Spieler hatte in der Rückrunde in mehr als 5 Spielen der Z-ligamannschaft des SV X (Revisionsführer) in der 1. Halbzeit mitgewirkt. Die Verbandsspielrunde der Z-liga war am 24.05.2015 beendet.

Mit Urteil vom 01.06.2015 belegte das KSG den Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 5 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00. Außerdem wurde das Spiel gemäß § 29 SpO für FSV Y mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet. Gegen das am 02.06.2015 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer mit Telefax vom 05.06.2015 Berufung ein.

Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 17.06.2015, zugestellt am selben Tag, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels Anwaltsschriftsatz am 22.06.2015 per Telefax eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht geltend, dass § 34 SpO unzutreffend ausgelegt wurde, weil nach Ansicht des Revisionsführers der Pfingstmontag noch zum Wochenende zählen würde und somit die Regelung nach Abschluss der Saison der oberklassigen Mannschaft noch nicht zur Anwendung gelangen würde.


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Gemäß § 30 Abs. 3 RVO sind in Verfahren vor dem Verbands-Sportgericht Rechtsanwälte gegen Vorlage ihrer schriftlichen Vollmacht uneingeschränkt zugelassen. Die Vollmacht wurde bereits im Berufungsverfahren vorgelegt. Sie beinhaltete auch das Recht Rechtsmittel einzulegen.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

§ 34 SpO Nr. 2.3 in der zum Zeitpunkt des Verbandsspiels geltenden Fassung lautete:

2.3 In den Meisterschafts-, Entscheidungs- oder Relegationsspielen der unterklassigeren Mannschaft(en) eines Vereins, die nach dem letzten Meisterschaftsspielwochenende (Freitag-Sonntag) einer höherklassigeren Mannschaft nachfolgen, dürfen nur Spieler eingesetzt werden, die in den Rückrundenspielen in der/den höherklassigeren Mannschaft(en) ihres Vereins in weniger als fünf (< 5) ausgetragenen Meisterschaftsspielen in der ersten Halbzeit mitgewirkt haben.

Der Wortlaut der Bestimmung ist eindeutig. Der Klammerzusatz beseitigt jeden Zweifel, was unter einem Spielwochenende im Sinne dieser Vorschrift zu verstehen ist. Insbesondere wird aus der Bestimmung klar ersichtlich, dass das Spielwochenende am Sonntag endet. Wenn aus welchen Gründen auch immer das Spiel der unterklassigen Mannschaft am Montag stattfindet, liegt das Spiel nach dem letzten Spielwochenende der höherklassigen Mannschaft. Damit ist klargestellt, dass dies sowohl dann gilt, wenn ein Spiel der unterklassigen Mannschaft am Montag als Nachzügler zum Spielwochenende terminiert wird, aber erst Recht, wenn am Montag eine eigener Spieltag der unterklassigen Mannschaft terminiert ist. Klarer, als durch die ausdrückliche Benennung des Sonntags kann man die Bestimmung nicht formulieren. Ansonsten müssten alle Gründe in die Bestimmung aufgenommen werden, weshalb ein Spiel am Montag stattfinden kann. Es müssten dann alle Feiertage genannt werden, die ständig oder - wie z.B. der 1. Mai - gelegentlich auf einen Montag fallen, es müssten aber auch andere Gründe genannt werden, wie ein nachgeholtes Spiel wegen witterungsbedingter Unbespielbarkeit des Platzes oder ein wegen eines Gewitters oder einbrechender Dunkelheit abgebrochenes Spiel. Es liegt auf der Hand, dass die vom Revisionsführer gewünschte enumerative Aufzählung der Gründe zwangsläufig unvollständig bleiben müsste, weshalb die positive Benennung des Sonntags als starre Grenze die bestmögliche Beschreibung der gewollten Lösung darstellt. Der übliche Sprachgebrauch würde ebenfalls nicht weiterhelfen, weil der Pfingstmontag keineswegs zum Wochenende zählt, sondern es sich um ein so genanntes "verlängertes Wochenende" handelt, wobei im Sprachgebrauch für diese Wortschöpfung auch der Zeitraum von den Donnerstagsfeiertagen wie Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag zählen, so dass eine klare Beschreibung alleine durch den Begriff des Wochenendes nicht ausreichend wäre. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen feststehenden Begriff, der einen anhängenden oder durch einen Brückentag verbundenen Feiertag zum Wochenende zählen würde. Zur Vermeidung von Missverständnissen wurden daher die Wochentage konkret und zweifelsfrei benannt. So dass für die Vereine durch einen Blick in die Bestimmung klar ist, welchen Umfang der Verordnungsgeber dem Begriff Wochenende beimisst. Durch die Legaldefinition, die darin enthalten ist, spielt der vom Revisionsführer dem Begriff Wochenende zugrunde gelegte Ansicht keine Rolle.

Die Bestimmung dient dem Wettbewerb. Eine klare Zeitgrenze dient dabei der Klarheit. Sie verstößt daher weder gegen Treu und Glauben, noch ist sie eine ungeeignete Regelung, um den Spielbetrieb zu organisieren. Dass bei festen Zeitgrenzen im Einzelfall für Vereine unglückliche Ergebnisse entstehen, lässt sich nicht vermeiden. So kann beispielsweise ein Spielausfall aus Witterungsgründen dazu führen, dass das Nachholspiel der unterklassigen Mannschaft nach dem Spielschluss der höherklassigen Mannschaft stattfindet und dadurch Spieler ausgeschlossen sind, die beim ursprünglichen Termin hätten spielen dürfen. Im Sinne der Klarheit des Wettbewerbs müssen derartige Fallgestaltungen aber hingenommen werden.

Die Spielwertung ist die zwangsläufige Folge des unzulässigen Einsatzes des Spielers.

§ 29 Abs. 4 SpO lautet:

4. Lässt ein Verein nicht spielberechtigte Spieler oder sonst Spieler unzulässig spielen, wird er gemäß § 77 Rechts- und Verfahrensordnung bestraft. Hat er das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt, ist zugleich eine Spielwertung entsprechend Nr. 1 vorzunehmen. Beruht der unzulässige Einsatz des Spielers auf einer dem Verband zu zurechnenden falschen Auskunft und war deren Unrichtigkeit für den Verein nicht erkennbar, so ist ein gewonnenes Spiel neu anzusetzen. Gelangt das Sportgericht zu der Auffassung, dass bei Spielen mit unentschiedenem Ausgang neu anzusetzen wäre, so ist dies dem Gegner mitzuteilen, der dann innerhalb einer Frist von einer Woche Neuansetzung beantragen kann.

Die Spielwertung setzt nach der Rechtsprechung des VSG (Fälle 99/00-35, 07/08-56) kein Verschulden voraus; der objektive Tatbestand genügt. Durch die Spielwertung soll der Eingriff in den Wettbewerb ausgeglichen werden. Es reicht daher aus, dass ein Eingriff durch den unzulässigen Einsatz festgestellt wird. Weil sich die konkreten Folgen des Einsatzes objektiv nicht messen lassen, kommt es im Sinne der Klarheit des Wettbewerbs auch nicht darauf an, solche Folgen festzustellen.

Die Spielwertung entspricht daher der ständigen Rechtsprechung des VSG.

Auch der Punktabzug ist im Revisionsverfahren nicht zu beanstanden. Die Revision ist nur Rechtsinstanz. Das VSG überprüft daher nur, ob das BSG bei der Strafzumessung den ihm zustehenden Ermessensspielraum eingehalten hat. Dies war hier der Fall. Die Erhöhung der Mindeststrafe aufgrund von Wiederholungsfällen ist sachgerecht und nicht zu beanstanden.

Das BSG hat die Frage eines leichteren Falls geprüft, wie dies nach der Rechtsprechung des VSG (Fall 00/01-41) nötig ist, wenn es möglich erscheint, dass der unzulässige Einsatz auf eine Änderung der Verhältnisse beruht (z.B. Änderung einer Vorschrift, Aufstieg einer Mannschaft, etc.).

Ein leichterer Fall wurde hier nachvollziehbar nicht angenommen. Ein Auffüllen einer Mannschaft liegt nicht vor. Jedenfalls wurde in der Tatsacheninstanz und auch in der Revisionsinstanz nicht substantiiert vorgetragen, dass der Spieler nur eingesetzt wurde, um das Spiel durchführen zu können. Dagegen sprechen auch die Umstände. Der Verein hätte bei Spielermangel das Spiel ohne weiteres mit 10 Spielern durchführen können.

Ein nachvollziehbares Missverstehen der Spielordnung kann, aber es muss nicht zur Annahme eines leichteren Falls führen. Hier hat das BSG die Frage insbesondere auch deshalb verworfen, weil der Verein durch die Vorverurteilung gewarnt war und daher Anlass hatte, die eindeutigen Spielordnungsvorschriften besonders sorgfältig zu prüfen.


4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

 

Aktenzeichen: 00098-14/15-VSG
Sitzung vom: 15.06.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Lieb

 

Revision des Vereins X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 30.05.2015

Urteil:

 

I. Die Revision des Vereins X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,28 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 trägt der Verein X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1.
Zum A-Junioren Verbandsspiel zwischen der SG Y und der SG X am 08.05.2015 ist der ein-geteilte Schiedsrichter nicht erschienen. Beide Mannschaftsverantwortliche bemühten sich intensiv darum, kurzfristig einen geprüften und neutralen bzw. geeigneten Schiedsrichter von außerhalb zu organisieren, nachdem sie Kenntnis davon erlangten, dass der eingeteilte Schiedsrichter nicht erscheinen werde. Dies gelang nicht. Danach stellten beide Mann-schaftsverantwortliche überstimmend fest, "dass sich aufgrund der Brisanz der Partie die Trainer qualitativ nicht befähigt fühlten, das Spiel zu leiten". Nach den Ausführungen des Re-visionsführers sei es darüber hinaus nicht zu verantworten gewesen, in einem für den Auf-stieg vorentscheidenden Spiel, einem "nicht ausgebildeten Sportfreund" die Spielleitung zu übertragen, zumal dann "ein zusätzlicher Verantwortlicher für die Ersatzspieler außerhalb des Spielfeldes gefehlt" hätte. Beide Mannschaftsverantwortliche beschlossen daher überein-stimmend, "aus Gründen sportlicher Fairness gegenüber den Jugendlichen und im Sinne ei-nes fairen Wettbewerbs" das Spiel nicht auszutragen.

Das JSG wertete das Spiel gemäß § 29 SpO für beide Vereine mit 2:0 als verloren. Von der Verhängung einer Geldstrafe wurde abgesehen.

Gegen das am 22.05.2015 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer über das Postfach ZIMBRA am 27.05.2015 Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 30.05.2015, zugestellt am selben Tag zurück.

Über das Postfach ZIMBRA legte der Revisionsführer mit Schreiben vom 04.06.2015 Revisi-on ein und begründete diese mit einer unzutreffenden Anwendung von § 18 Abs. 2 JO.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Der Sachverhalt ist weitgehend unstreitig. Maßgeblich für die Entscheidung ist § 18 JO, der lautet:

Erscheint zu einem Verbandsspiel der eingeteilte Schiedsrichter nicht oder wird vom Schiedsrichterorgan ein Spiel nicht besetzt, muss dieses in jedem Fall als Verbandsspiel ausgetragen werden; eine Austragung als Freundschaftsspiel ist ausgeschlossen.
(1) Bei Nichterscheinen des eingeteilten Schiedsrichters regelt sich die Übernahme der Spiel-leitung wie folgt:
a) Schiedsrichter mit gültigem Ausweis, der keinem der beiden spielenden Vereine angehört.
b) Schiedsrichter mit gültigem Ausweis, der Mitglied eines der beiden spielenden Vereins ist.
c) geeigneter Sportkamerad, der auch Mitglied eines der beiden spielenden Vereine sein kann.
d) sind mehrere geprüfte Schiedsrichter bzw. mehrere geeignete Sportkameraden anwesend, müssen sich die Vereine auf einen davon einigen.

Demnach musste das Spiel von einem geeigneten Sportkameraden geleitet werden. Dieser geeignete Sportkamerad kann auch der Trainer oder Betreuer einer der beteiligten Mann-schaften sein. Ein Trainer einer Fußballmannschaft muss auch die Fußballregeln in dem Ma-ße kennen, dass er in der Lage ist, ein Jugendpiel zu leiten. Damit gilt er als grundsätzlich als geeigneter Sportkamerad, die Leitung des Spiels zu übernehmen.

§ 18 JO stellt klar, dass diese Regelung zur Auswahl eines Ersatzschiedsrichters zur Anwen-dung gelangen muss und den Vereinen nicht freigestellt wird, ob sie das Spiel austragen wol-len oder nicht. Dies ergibt sich aus dem klaren Wortlaut der Bestimmung, die vorsieht, dass das Spiel dennoch ausgetragen werden muss. Da bei Jugendspielen davon auszugehen ist, dass in den meisten Fällen ein verantwortlicher Trainer dabei ist, soll durch die Regelung die Zahl der Spielausfälle minimiert werden. Ein Spielausfall wegen des Nichtantretens des Schiedsrichters ist nämlich nur noch dann denkbar, wenn beide Jugendmannschaften von Spielereltern oder sonstigen Dritten betreut werden, die ohne Regelkenntnis sind.

Diese klare Regelung dient damit auch der Sicherung der Durchführung des Wettbewerbs, weil ein Nichtantreten von Schiedsrichtern im Jugendbereich leider häufiger zu beobachten ist, als im Bereich der Herrenmannschaften. Andererseits ist gerade von Jugendtrainern als Vorbilder für ihre Mannschaften auch die Fairness zu erwarten, ein Spiel objektiv zu leiten.

Der Teilnahme als Schiedsrichter steht auch nicht entgegen, dass der alleine anwesende Trainer auch die Aufsichtspflicht über die Spieler hat. Er befindet sich als Schiedsrichter auf dem Spielfeld in unmittelbarer Nähe der Spieler. Bei sich normal verhaltenden Jugendlichen reicht diese Nähe völlig aus. Ob aus diesem Grund im Einzelfall (z.B. aggressive Jugendliche, die ein ständiges Eingreifen notwendig machen) ein Trainer nicht zur Spielleitung zur Verfü-gung stehen kann, kann hier dahin stehen, weil derartige Gründe nicht dargelegt wurden.

Da somit kein Recht des Revisionsführers und des Gegners (der dies akzeptiert hat) bestand, das Spiel einvernehmlich abzusagen, war die Spielwertung die zwingende Folge.

Den Besonderheiten des Falls haben das JSG und das BSG dadurch zutreffend gewürdigt, dass von einer eigenständigen Bestrafung der beiden Vereine abgesehen wurde.


4.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO

 

 

Aktenzeichen: 00100-14/15-VSG
Sitzung vom: 21.07.2015
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

Revision SV X gegen das Urteil des BSG vom 17.06.2015


Urteil:

I. Die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 trägt der SV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Kreisklasse-Spiel SV X II gegen FSV Y am Pfingstmontag, den 25.05.2015 setzte der SV X den Spieler N. N. ein. Dieser Spieler hatte in der Rückrunde in mehr als 5 Spielen der Z-ligamannschaft des SV X (Revisionsführer) in der 1. Halbzeit mitgewirkt. Die Verbandsspielrunde der Z-liga war am 24.05.2015 beendet.

Mit Urteil vom 01.06.2015 belegte das KSG den Revisionsführer gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz mit einem Punktabzug von 5 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00. Außerdem wurde das Spiel gemäß § 29 SpO für FSV Y mit 2:0 als gewonnen und für den Revisionsführer mit 0:2 als verloren gewertet. Gegen das am 02.06.2015 zugestellte Urteil legte der Revisionsführer mit Telefax vom 05.06.2015 Berufung ein.

Die Berufung wies das BSG mit Urteil vom 17.06.2015, zugestellt am selben Tag, zurück. Hiergegen richtet sich die mittels Anwaltsschriftsatz am 22.06.2015 per Telefax eingelegte Revision. Der Revisionsführer macht geltend, dass § 34 SpO unzutreffend ausgelegt wurde, weil nach Ansicht des Revisionsführers der Pfingstmontag noch zum Wochenende zählen würde und somit die Regelung nach Abschluss der Saison der oberklassigen Mannschaft noch nicht zur Anwendung gelangen würde.


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Gemäß § 30 Abs. 3 RVO sind in Verfahren vor dem Verbands-Sportgericht Rechtsanwälte gegen Vorlage ihrer schriftlichen Vollmacht uneingeschränkt zugelassen. Die Vollmacht wurde bereits im Berufungsverfahren vorgelegt. Sie beinhaltete auch das Recht Rechtsmittel einzulegen.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

§ 34 SpO Nr. 2.3 in der zum Zeitpunkt des Verbandsspiels geltenden Fassung lautete:

2.3 In den Meisterschafts-, Entscheidungs- oder Relegationsspielen der unterklassigeren Mannschaft(en) eines Vereins, die nach dem letzten Meisterschaftsspielwochenende (Freitag-Sonntag) einer höherklassigeren Mannschaft nachfolgen, dürfen nur Spieler eingesetzt werden, die in den Rückrundenspielen in der/den höherklassigeren Mannschaft(en) ihres Vereins in weniger als fünf (< 5) ausgetragenen Meisterschaftsspielen in der ersten Halbzeit mitgewirkt haben.

Der Wortlaut der Bestimmung ist eindeutig. Der Klammerzusatz beseitigt jeden Zweifel, was unter einem Spielwochenende im Sinne dieser Vorschrift zu verstehen ist. Insbesondere wird aus der Bestimmung klar ersichtlich, dass das Spielwochenende am Sonntag endet. Wenn aus welchen Gründen auch immer das Spiel der unterklassigen Mannschaft am Montag stattfindet, liegt das Spiel nach dem letzten Spielwochenende der höherklassigen Mannschaft. Damit ist klargestellt, dass dies sowohl dann gilt, wenn ein Spiel der unterklassigen Mannschaft am Montag als Nachzügler zum Spielwochenende terminiert wird, aber erst Recht, wenn am Montag eine eigener Spieltag der unterklassigen Mannschaft terminiert ist. Klarer, als durch die ausdrückliche Benennung des Sonntags kann man die Bestimmung nicht formulieren. Ansonsten müssten alle Gründe in die Bestimmung aufgenommen werden, weshalb ein Spiel am Montag stattfinden kann. Es müssten dann alle Feiertage genannt werden, die ständig oder - wie z.B. der 1. Mai - gelegentlich auf einen Montag fallen, es müssten aber auch andere Gründe genannt werden, wie ein nachgeholtes Spiel wegen witterungsbedingter Unbespielbarkeit des Platzes oder ein wegen eines Gewitters oder einbrechender Dunkelheit abgebrochenes Spiel. Es liegt auf der Hand, dass die vom Revisionsführer gewünschte enumerative Aufzählung der Gründe zwangsläufig unvollständig bleiben müsste, weshalb die positive Benennung des Sonntags als starre Grenze die bestmögliche Beschreibung der gewollten Lösung darstellt. Der übliche Sprachgebrauch würde ebenfalls nicht weiterhelfen, weil der Pfingstmontag keineswegs zum Wochenende zählt, sondern es sich um ein so genanntes "verlängertes Wochenende" handelt, wobei im Sprachgebrauch für diese Wortschöpfung auch der Zeitraum von den Donnerstagsfeiertagen wie Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag zählen, so dass eine klare Beschreibung alleine durch den Begriff des Wochenendes nicht ausreichend wäre. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen feststehenden Begriff, der einen anhängenden oder durch einen Brückentag verbundenen Feiertag zum Wochenende zählen würde. Zur Vermeidung von Missverständnissen wurden daher die Wochentage konkret und zweifelsfrei benannt. So dass für die Vereine durch einen Blick in die Bestimmung klar ist, welchen Umfang der Verordnungsgeber dem Begriff Wochenende beimisst. Durch die Legaldefinition, die darin enthalten ist, spielt der vom Revisionsführer dem Begriff Wochenende zugrunde gelegte Ansicht keine Rolle.

Die Bestimmung dient dem Wettbewerb. Eine klare Zeitgrenze dient dabei der Klarheit. Sie verstößt daher weder gegen Treu und Glauben, noch ist sie eine ungeeignete Regelung, um den Spielbetrieb zu organisieren. Dass bei festen Zeitgrenzen im Einzelfall für Vereine unglückliche Ergebnisse entstehen, lässt sich nicht vermeiden. So kann beispielsweise ein Spielausfall aus Witterungsgründen dazu führen, dass das Nachholspiel der unterklassigen Mannschaft nach dem Spielschluss der höherklassigen Mannschaft stattfindet und dadurch Spieler ausgeschlossen sind, die beim ursprünglichen Termin hätten spielen dürfen. Im Sinne der Klarheit des Wettbewerbs müssen derartige Fallgestaltungen aber hingenommen werden.

Die Spielwertung ist die zwangsläufige Folge des unzulässigen Einsatzes des Spielers.

§ 29 Abs. 4 SpO lautet:

4. Lässt ein Verein nicht spielberechtigte Spieler oder sonst Spieler unzulässig spielen, wird er gemäß § 77 Rechts- und Verfahrensordnung bestraft. Hat er das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt, ist zugleich eine Spielwertung entsprechend Nr. 1 vorzunehmen. Beruht der unzulässige Einsatz des Spielers auf einer dem Verband zu zurechnenden falschen Auskunft und war deren Unrichtigkeit für den Verein nicht erkennbar, so ist ein gewonnenes Spiel neu anzusetzen. Gelangt das Sportgericht zu der Auffassung, dass bei Spielen mit unentschiedenem Ausgang neu anzusetzen wäre, so ist dies dem Gegner mitzuteilen, der dann innerhalb einer Frist von einer Woche Neuansetzung beantragen kann.

Die Spielwertung setzt nach der Rechtsprechung des VSG (Fälle 99/00-35, 07/08-56) kein Verschulden voraus; der objektive Tatbestand genügt. Durch die Spielwertung soll der Eingriff in den Wettbewerb ausgeglichen werden. Es reicht daher aus, dass ein Eingriff durch den unzulässigen Einsatz festgestellt wird. Weil sich die konkreten Folgen des Einsatzes objektiv nicht messen lassen, kommt es im Sinne der Klarheit des Wettbewerbs auch nicht darauf an, solche Folgen festzustellen.

Die Spielwertung entspricht daher der ständigen Rechtsprechung des VSG.

Auch der Punktabzug ist im Revisionsverfahren nicht zu beanstanden. Die Revision ist nur Rechtsinstanz. Das VSG überprüft daher nur, ob das BSG bei der Strafzumessung den ihm zustehenden Ermessensspielraum eingehalten hat. Dies war hier der Fall. Die Erhöhung der Mindeststrafe aufgrund von Wiederholungsfällen ist sachgerecht und nicht zu beanstanden.

Das BSG hat die Frage eines leichteren Falls geprüft, wie dies nach der Rechtsprechung des VSG (Fall 00/01-41) nötig ist, wenn es möglich erscheint, dass der unzulässige Einsatz auf eine Änderung der Verhältnisse beruht (z.B. Änderung einer Vorschrift, Aufstieg einer Mannschaft, etc.).

Ein leichterer Fall wurde hier nachvollziehbar nicht angenommen. Ein Auffüllen einer Mannschaft liegt nicht vor. Jedenfalls wurde in der Tatsacheninstanz und auch in der Revisionsinstanz nicht substantiiert vorgetragen, dass der Spieler nur eingesetzt wurde, um das Spiel durchführen zu können. Dagegen sprechen auch die Umstände. Der Verein hätte bei Spielermangel das Spiel ohne weiteres mit 10 Spielern durchführen können.

Ein nachvollziehbares Missverstehen der Spielordnung kann, aber es muss nicht zur Annahme eines leichteren Falls führen. Hier hat das BSG die Frage insbesondere auch deshalb verworfen, weil der Verein durch die Vorverurteilung gewarnt war und daher Anlass hatte, die eindeutigen Spielordnungsvorschriften besonders sorgfältig zu prüfen.


4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00096-14/15-VSG
Sitzung vom: 15.06.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

 

Revision der JFG X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 19.05.2015, Az.: 00350-14/15


Urteil:

I. Die Revision der JFG X gegen das Urteil des BSG vom 19.05.2015 wird zurückgewiesen.

II. Die JFG X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,38 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

 

Gründe:

1.
Das A-Junioren Bezirksoberliga-Spiel JFG X gegen SV Y am 11.04.2015 wurde vom amtierenden Schiedsrichter in der 73. Spielminute abgebrochen, weil nach einem Foulspiel eines Y-Spielers an einem Spieler der Revisionsführerin die Auswechselspieler beider Mannschaften auf das Spielfeld liefen und begannen, sich gegenseitig mit Fußtritten und Faustschlägen zu attackieren. Nachdem das SR-Gespann die beiden Mannschaften kurzzeitig getrennt hat-te, fingen Spieler beider Mannschaften erneut an, die Schlägerei fortzusetzen. Daraufhin brach der Schiedsrichter das Spiel ab.

Mit Urteil vom 29.04.2015 wurde die Revisionsführerin gemäß § 74 RVO wegen Verschulden eines Spielabbruchs mit einer Geldstrafe in Höhe von € 100,00 belegt. Das Spiel wurde ge-mäß § 29 SpO für die Revisionsführerin mit 0:2 als verloren zu werten.

Gegen das Urteil legte die Revisionsführerin mit E-Mail über das Postfach ZIMBRA am 05.05.2015 Berufung ein. Mit Urteil vom 19.05.2015 wies das BSG die Berufung als unbe-gründet zurück.

Hiergegen richtet sich die per E-Mail über das Postfach ZIMBRA am 23.05.2015 eingelegte Revision. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass eine Verurteilung wegen eines schuldhaften Verhaltens die namentliche Feststellung der Personen erfordere, deren Verhal-ten den Vorwurf der schuldhaften Handlung begründet. Zudem hätte eine mündliche Ver-handlung durchgeführt werden müssen.

2.
Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Zwar wurde keine konkrete Vorschrift explizit genannt, gegen die das Berufungsgericht verstoßen haben soll, nach ständiger Rechtsprechung des VSG reicht es jedoch aus, wenn sich aus dem Sachvortrag erschließen lässt, wel-che Vorschrift gemeint ist. Hier wird ein Verstoß gegen § 74 Abs. 1 RVO sowie ein solcher gegen § 41 RVO gerügt.

3.
Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Revisionsbegründung zeigt keinen Rechtsfehler auf. Die erhobenen Rügen greifen nicht durch.

Die Durchführung der Verfahren vor den Sportgerichten ist in § 41 RVO geregelt.

§ 41 Abs. 1 und Abs. 2 RVO lauten:

§ 41 RVO Schriftliches Verfahren
(1) In Sportgerichtsverfahren wird grundsätzlich im schriftlichen Verfahren entschieden.
(2) Der Vorsitzende hat eine mündliche Verhandlung anzuordnen, wenn dies zur Herbeifüh-rung einer sachgerechten Entscheidung zwingend erforderlich ist.

Hieraus wird deutlich, dass die Verfahren vor den Sportgerichten grundsätzlich im schriftli-chen Verfahren durchzuführen sind.
Nur dann, wenn dies zur Erlangung einer sachgerechten Entscheidung zwingend erforderlich ist, muss der Vorsitzende eine mündliche Verhandlung anordnen.

Das BSG hat sich im Berufungsurteil mit dieser Frage auseinandergesetzt. Die Urteilsbegründung zeigt die dabei herangezogenen Argumente auf. Damit wird in nachvollziehbarer und sachlich zutreffender Weise dargelegt, weshalb das BSG von der mündlichen Verhandlung abgesehen hat, nämlich weil der Sachverhalt insbesondere durch die Stellungnahme der Re-visionsführerin vom 14.04.2015 und der Stellungnahme des Gegners vom 13.04.2015 in der Zusammenschau mit dem SR-Bericht weitgehend unstreitig war.

In einem solchen Fall bedarf es keiner mündlichen Verhandlung, weil diese nur der Aufklärung des Sachverhalts hätten dienen können, was jedoch infolge der Stellungnahme nicht notwendig war.

Ein Verstoß gegen § 41 RVO liegt daher nicht vor.


Das Urteil verstößt auch nicht gegen § 74 Abs. 1 RVO.

Diese Bestimmung lautet:

§ 74 RVO Verschulden eines Spielabbruchs
(1) Verschuldet ein Verein einen Spielabbruch, wird er mit einer Geldstrafe von 50 Euro bis zu 5000 Euro belegt. Im Wiederholungsfall innerhalb von drei Jahren wird er mit einer Strafe ge-mäß § 48 Abs. 1 (außer Verweis und Geldstrafe unter 100 Euro) belegt. Jeder Verein haftet für seine Spieler, Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen und Mitglieder, sowie die ihm zuzurechnenden Anhänger und Zuschauer.
(2). ..
(3) Die Spielwertung erfolgt nach § 29 Spielordnung.

Die Bestimmung sieht vor, dass ein Verhalten der Spieler des Vereins, das zu einem Spielab-bruch führt, dem Verein zugeordnet wird. Eine Namensfeststellung der Spieler ist hierzu nicht notwendig. Es reicht aus, dass zweifelsfrei feststeht, dass die Spieler des betroffenen Vereins den Spiellabbruch schuldhaft zumindest mit herbeigeführt haben. Daran kann aber aufgrund der Stellungnahmen der Vereine und des Schiedsrichters kein ernsthafter Zweifel bestehen. Auch die Revisionsführerin hat weder in der ersten Instanz, noch im Berufungsverfahren be-stritten, das sich ihre Spieler an der Auseinandersetzung beteiligt haben. Auch wurde der An-gabe des Schiedsrichters nicht entgegengetreten, dass die Auseinandersetzung wieder aufge-flammt war, als der Schiedsrichter das Spiel abbrach.

Nach der Rechtsprechung des VSG ist eine konkrete Namensfeststellung nur notwendig, wenn gegen einen Spieler persönlich eine Strafe ausgesprochen werden soll. Dies war hier nicht der Fall.

Aufgrund der somit rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des BSG wurde das Spiel ab-gebrochen, weil sich Spieler beider Mannschaften auf dem Spielfeld prügelten und damit eine ordnungsgemäße Fortsetzung des Spiels nicht mehr möglich war. Damit war gemäß § 66 Abs. 1 SpO der Spielabbruch auch gerechtfertigt. Weil eine ordnungsgemäße Durchführung des Spiels nicht mehr zu gewährleisten war, durfte der Schiedsrichter das Spiel abbrechen.

Die vollständige Überprüfung des Urteils ergab auch im Übrigen keinen Rechtsfehler, so dass die Revision kostenpflichtig zurückzuweisen war.


4.
Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO

 

Aktenzeichen:        00095-14/15-VSG

Sitzung vom:          12.06.2015

Besetzung:              Beierlein, Lieb, Frey

Revision des TSC X gegen das Urteil des BSG vom 02.06.2015

Urteil:

 

  1. Auf die Revision des TSC X wird das Urteil des BSG aufgehoben.
  2. Das Kreispokalspiel TSC X gegen FSC Y vom 29.04.2015 ist neu anzusetzen.
  3. Die Kosten der ersten Instanz sowie des Revisionsverfahrens trägt der BFV. Die Kosten der Berufung (Berufungsgebühr in Höhe von 40,60 € und die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 €) trägt der Verein FSC Y. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1.    Mit Schreiben vom 01.05.15 erstattete der TSC X Anzeige beim zuständigen Sportgericht wegen Mitwirkung von sieben Feldspielern. Es wurde ein Regelverstoß des amtierenden SR behauptet und deshalb Einspruch gegen die Spielwertung des E1-Jugendpokalspiels am 29.04.15 gegen den FSC Y erhoben.

Mit Schreiben vom 11.05.15 gab der FSC Y eine Stellungnahme zum Einspruchsschreiben ab und beantragte, diesen als unzulässig zurückzuweisen. Man ging dort davon aus, dass die Wertung eines Spiels nur mit den in § 38 RVO bestimmten sachlichen Begründungen erhoben werden kann, die jedoch hier nicht vorliegen.

Mit Urteil des JSG vom 21.05.15 wurde entschieden, dass das Verbandsspiel neu anzusetzen ist und die Kosten des Verfahrens der BFV trägt.

2.    Mit Fax vom 21.05.15, ohne Briefkopf des Vereins und nicht unterzeichnet, legte der E-Jugend Trainer des FSC Y gegen das Urteil Berufung ein. Er beantragte, das Ersturteil aufzuheben, da eine Vielzahl von Rechtsfehlern vorliegen würde, darüber hinaus die Entscheidung des Gerichts in erheblichem Maß gegen die Grundsätze des sportgerichtlichen Verfahrens verstoßen würde. Auf die Berufungsschrift wird zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen.

3.    Mit Urteil vom 02.06.15 hob das BSG das Urteil des JSG auf und wertete das Pokalspiel nach seinem Ausgang entsprechend 14:15 (nach Elfmeterschießen) für den FSC Y.

Das BSG führt aus, dass die Berufung zulässig sei, fristgerecht eingelegt und auch in der Sache begründet sei.

Das BSG führt weiter aus, dass nach seiner Auffassung eine wesentliche Beeinflussung durch den kurzzeitigen Einsatz des 7. Feldspielers nicht gegeben sei, sodass die Berufung als unbegründet kostenfällig zurückgewiesen wurde.

4.    Per Zimbra-Funktion legte der TSC X mit Schreiben vom 08.06.15 gegen das Urteil des BSG Revision ein, rügte die Verletzung materiellen Rechts, rügte weiterhin die Verletzung rechtlichen Gehörs und beantragte, das Urteil des BSG aufzuheben und das Verbandsspiel neu anzusetzen.

5.    Das VSG ist gemäß § 20 I g RVO zuständig.

6.    Die fristgerecht, somit zulässig eingelegte Revision erwies sich auch in der Sache als begründet.

Die vom FSC Y eingelegte Berufung war unzulässig, da sie nicht dem Schriftformerfordernis entsprach und auch nicht zu erkennen war, dass die Berufungseinlegung vom Verein FSC Y stammte.

Das BSG hat zu Unrecht die Einlegung einer zulässigen Berufung angenommen und hätte deshalb entweder einen rechtlichen Hinweis geben müssen, oder die Berufung als unzulässig kostenpflichtig zurückweisen müssen. Da somit das Berufungsurteil aufgrund der unzulässigen Berufung keinen Bestand haben kann, war dieses Urteil aufgrund der eingelegten Revision des TSC X aufzuheben.

Nach der Rechtsprechung sind bereits von Amts wegen etwaige Verfahrensverstöße in jeder Lage des Verfahrens zu überprüfen, zwingende Folge war deshalb, dass das Urteil des BSG mit der entsprechenden Rechtsfolge aufgehoben werden muss.


Darüber hinaus hatte es bei der Neuansetzung des Kreispokalspiels zu verbleiben.

7.    Kosten gemäß §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen: 00094-14/15-VSG
Sitzung vom: 11.06.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Krause

Revision des SC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.06.2015, Az.: 00379-14/15


Urteil:

I. Die Revision des SC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.06.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der SC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.


Gründe:

1. Beim Kreisligaspiel 1. SC Y gegen TSV Z am 07.06.2015 wurde der A-Juniorenspieler N. N. (SC Y) in der 67. Minute eingewechselt, obwohl dieser bereits am selben Tag zuvor in dem A-Klassenspiel 1. SC Y gegen FC A U23 von Anfang an gespielt hatte. Der TSV Z hat fristgerecht unter Verweis auf diesen zweiten Einsatz des A-Juniorenspielers Einspruch erhoben. Das KSG belegte den 1. SC Y wegen unzulässigen Spielereinsatzes in einem leichten Fall im Urteil vom 08.06.2015 mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 € und nahm eine Spielwertung zugunsten des TSV Z mit 2:0 vor. Gegen dieses Urteil legte der 1. SC Y form- und fristgerecht Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 09.06.2015 als unbegründet zurückgewiesen. Mit Schreiben vom 09.06.2015 legte der SC X am 10.06.2014 "Beschwerde/Einspruch" gegen die Spielwertung, das Urteil 00914-14/15 vom 08.06.2015 sowie das Urteil 00379-14/15 beim KSG ein. Auf rechtlichen Hinweis des VSG wurde der Formfehler durch Email vom 11.06.2015 berichtigt und die Revision zum VSG eingelegt. Es wird unter anderem gerügt, dass durch den unzulässig spielenden und erst in der 67. Minute eingewechselten Juniorenspieler des 1. SC Y keinen sportlichen Vorteil erzielt habe, dass § 34 JO dem Schutz des Juniorenspielers diene und dass ein höherer Punktabzug angebracht wäre.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 g) RVO zuständig.

Durch die vom BSG bestätigte Spielwertung des KSG ergab sich, dass der SC X auf einen Relegationsplatz abfiel. Er hat daher ein berechtigtes Interesse an der Entscheidung als Drittbetroffener (analog § 44 Abs. 2 Satz 1 RVO) und ist damit grundsätzlich rechtsmittelberechtigt.
Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig; zwar wurde die Revision zunächst beim hierfür unzuständigen KSG eingelegt, jedoch zusätzlich innerhalb der Revisionsfrist dem VSG nachgereicht. Das als "Beschwerde/Einspruch" betitelte Rechtsmittel war in eine Revision umzudeuten.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Zu Recht haben sowohl das KSG in erster Instanz wie auch das BSG als Berufungsgericht § 34 Abs. 3 JO in nicht zu beanstandender Weise angewendet, nach § 77 RVO verurteilt und - als zwingende Folge - die Spielwertung zulasten des 1. SC Y vorgenommen.
Das VSG hat im Revisionsverfahren die Berufungsentscheidung ausschließlich hinsichtlich Rechtsfehler zu überprüfen, solche sind jedoch nicht ersichtlich. Völlig unstreitig ist, dass der Spieler N. beim zweiten Spiel am 07.06.2015 unzulässig spielte.

Entgegen der Rechtsauffassung des Revisionsführers ist es für die Anwendung des § 77 RVO völlig unerheblich, ob und in welcher Weise der fragliche Spieler auf das Spielgeschehen Einfluss genommen hat. Vielmehr ist allein maßgeblich, dass er unzulässig gespielt hat. In diesem Fall ist nach § 77 RVO zu bestrafen und als zwingende Nebenfolge die Spielwertung nach § 29 SpO vorzunehmen.

Der 1. SC Y räumte in seiner Stellungnahme vom 08.06.2015 den Fehler des doppelten Einsatzes ein mit der Erklärung, dass dem sportlichen Leiter nicht bekannt war, dass ein A-Juniorenspieler nicht zweimal eingesetzt werden darf. Die Entscheidung der Erstgerichte deshalb einen leichten Fall anzunehmen hält einer Überprüfung stand. Nach der Rechtsprechung des VSG ist Normzweck des § 77 RVO, Wettbewerbsverzerrungen durch unberechtigte Spielereinsätze zu verhindern. Werden jedoch z.B. D-Junioren-Spieler nur zum Auffüllen der B-Junioren-Mannschaft eingesetzt, greift dieser wesentliche Normzweck nicht, und es kann von einem leichten Fall ausgegangen werden (Fall 67 Prot. 37 2008/2009). Dieses Verfahren ist mit hiesigem vergleichbar, da auch nach eigenem Vortrag des Revisionsführers durch den unzulässig eingesetzten A-Juniorenspieler kein sportlicher Vorteil erzielt wurde. Die Intention des unzulässig einsetzenden Vereins ist lediglich bei der Bewertung ob noch ein leichter Fall gegeben ist maßgeblich. Nach der Rechtsprechung des VSG entlastet zwar die Unkenntnis der Spiel- oder Jugendordnung den unzulässig einsetzenden Verein nicht vollständig; andererseits kann zugunsten dessen gerade noch von einem leichten Fall ausgegangen werden, wenn er über die Einsatzberechtigung eines Spielers irrt (Fall 1 Prot. 1 2008/2009).
Die Annahme eines leichten Falls begegnet aus diesem Grund keinen Bedenken; die Revision war daher als unbegründet zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nr. 9 und 13d) FO, § 2 I. Nr. 9 und 13d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00092-14/15-VSG
Sitzung vom: 02.06.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Verfahren gegen Trainer N. N., FT X


Urteil:

I. N. N. (FT X) wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen.
Ihm wird dauerhaft das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt Herr N. N. unter Mithaftung seines Vereins FT X.

Gründe:

1. Mit Schreiben vom 23.04.2015 hat der Verbandsanwalt gemäß § 36 a RVO beantragt, gegen N. N. ein Sportgerichtsverfahren einzuleiten, ferner wurde beantragt den Betroffenen gemäß §§ 47 Abs. 2 und § 48 Abs.1 i RVO aus dem Verband auszuschließen.
Dem Antrag liegt das nicht rechtskräftige Strafurteil des Amtsgerichts München vom 18.11.2014 zugrunde, welches dem Verbandssportgericht vorliegt.
Aus den Urteilsgründen ergibt sich, dass der Betroffene mehrmals an Spielern seiner von ihm als Trainer betreuten Juniorenmannschaft Joints mit Marihuana zum gemeinsamen Konsum verabreicht hat.
Im Strafverfahren hat der Betroffene den Urteilsgründen nach diesen Sachverhalt eingeräumt. Der Vorwurf wurde im Strafverfahren auch durch mehrere Zeugenaussagen bestätigt.

2. Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

3. Mit Schreiben vom 11.05.2015 wurde dem Betroffenen die Eröffnung des Sportgerichtsverfahrens mitgeteilt, ferner wurde die Möglichkeit der Beantragung einer mündlichen Verhandlung nach § 41 Abs. 2 RVO gegeben.
Der Betroffene hat sich gegenüber dem Sportgericht in der gegebenen Frist nicht geäußert.

4. Der Betroffene war wegen unsportlichen Verhaltens gemäß § 47 RVO i.V. mit § 48 Abs. 1 Litt. I) RVO aus dem Verband auszuschließen.
Der Sachverhalt steht aufgrund des Eingeständnisses des Betroffenen im Strafverfahren fest.
Das Verbands-Sportgericht sieht in der Tat des Betroffenen ein in außerordentlichem Maß pflichtwidriges und nicht entschuldbares Verhalten.
Der Betroffene hat an Jugendliche Drogen verabreicht, er hat die Taten unter Ausnutzung seiner Vertrauensstellung als Jugendtrainer begangen. Die Eltern von Juniorenspielern müssen sich auf die Vorbildfunktion und das tadellose Verhalten von Juniorentrainer verlassen können.
Dies wurde vom Betroffenen extrem ausgenützt.
Zugunsten des Betroffenen konnte lediglich berücksichtigt werden, dass er bereits vom Strafgericht für das vorliegende Vergehen bestraft wurde.
Beim Verbands-Sportgericht hat der Betroffene nicht die Gelegenheit wahrgenommen, sich zur Sache zu äußern und ggf. Milderungsgründe vorzubringen.
Zu seinen Lasten ist zu berücksichtigen, dass er seine Stellung als Juniorentrainer aufs gröbste missbraucht hat.
Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtet das Verbands-Sportgericht daher den Ausschluss des Betroffenen als unabdingbar.
Angesichts der Tatsache der Verabreichung von Drogen an Jugendliche kamen mildere Mittel nicht in Betracht.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO, § 11 l. Nr. 13 d) FO i.A. § 2 Nr. 13 Anlage zu FO.

 

Aktenzeichen: 00091-14/15-VSG
Sitzung vom: 26.05.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Lieb

Bezirksliga-Spiel TSG Y gegen FC X vom 10.05.2015
Berufung FC X gegen das Urteil des BSG vom 21.05.2015, Az.: 00147-14/15

Urteil:

I. Die Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 21.05.2015, Az: 00147-14/15 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:

1. In der 45. Spielminute der 1. Halbzeit beim Spielstand von 2:0 des Bezirksligaspiels TSG Y- FC X am 10.05.2015 wurde der Torwart N. N. des FC X mit einer roten Karte des Feldes verwiesen. Dem liegt nach der SR-Meldung zugrunde, dass der Stürmer der TSG Y einen steil zur Strafraumgrenze geflankten Ball erreichen wollte und dabei der betroffene Spieler als Torwart ebenfalls zur Strafraumgrenze lief. In dem Moment, als sich beide Spieler knapp außerhalb des Strafraums trafen, traf der Betroffene seinen Gegenspieler mit offener Sohle des rechten Fußes im Brustbereich. Er wurde daraufhin mit Urteil des BSG vom 21.05.2015 mit einer Sperre für 3 Verbandsspiele belegt. Hiergegen richtet sich die mit Email eingelegte Berufung. Im Wesentlichen wird hierzu durch den Berufungsführer angeführt, dass sich ein Widerspruch in der Sichtweise des SR aus seinen Ausführungen ergäbe sowie zum anderen, dass der Verein des Betroffenen in die Relegation müsse und, nachdem der Torhüter der 2. Mannschaft ebenfalls nicht zur Verfügung steht, die Mannschaft ohne gelernten Torhüter spielen müsse.

2. Die Berufung ist zulässig und nicht begründet.

Unter Berücksichtigung der Entscheidung des VSG 57-14/15 vom 03.03.2015 ist es ausreichend, dass das Rechtsmittel über das amtliche Email-System des Verbandes eingelegt wurde. Dies ist der Fall. Der FC X hat auch ein rechtliches Interesse an der Entscheidung.

Die Berufung ist in der Sache aber nicht begründet.

Der Torwart N. N. wurde zutreffender Weise wegen rohen Spiels mit einer Sperrstrafe von 3 Verbandsspielen belegt.

Der Berufungsführer räumt insgesamt ein, dass der Betroffene nicht den Ball, sondern den Gegenspieler traf und zwar im Brustbereich. Unter Berücksichtigung der SR-Meldung geschah dies mit offener Sohle. Dies stellt ein rohes Spiel dar, da zugunsten des Betroffenen zu werten ist, dass dies in dem Kampf um den Ball geschah.

Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um einen steil zur Strafraumgrenze geflankten Ball handelt, den beide erreichen wollten, und ob dieser bereits auf dem Boden aufgesprungen war oder nicht, nachdem unstreitig der Gegenspieler mit dem Fuß im Brustbereich getroffen worden war. Nicht zu berücksichtigen ist weiterhin, ob der FC X als Verein des betroffenen Spielers weitere Spiele in der Relegation vorzunehmen hat oder nicht. Gerade im Sinne eines insgesamt geordneten Spielbetriebes ist die Sperre an sich zu werten und nicht, ob für den einzelnen Verein wichtige Spiele anstehen oder nicht, wobei ausschlaggebend die Art und das Ausmaß des Vergehens zugrunde zu legen ist.

Weitere Argumente werden vom Berufungsführer nicht angeführt. Aufgrund des Tathergangs erscheint auch dem VSG die Verhängung einer Sperre von 3 Spielen für tat- und schuldangemessen.

Die Berufung ist daher zurückzuweisen.

3. Die Kosten gemäß §§ 32, 33 RVO trägt der FC X.

 

 

Aktenzeichen: 00089-14/15-VSG
Sitzung vom: 21.05.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause, Lieb, Frey


Antrag auf Auslegung des § 34 Nr. 2.3. SpO (Einsatz in verschiedenen Mannschaften zum Spieljahresende)

Urteil:

§ 34 Nr. 2.3. SpO ist dahingehend auszulegen, dass ein Spieler in einer unteren Mannschaft nach dem letzten Spiel der oberklassigen Mannschaft nicht mehr eingesetzt werden darf, wenn er im Verlauf der Rückrunde insgesamt mehr als vier Spiele in höherklassigen Mannschaften des Vereins in der 1. Halbzeit mitgewirkt hat.

Dabei zählen alle Spiele der höherklassigen Mannschaft mit, die begonnen wurden. Unerheblich ist, ob die Spiele zu Ende gespielt wurden oder ob ihr Ergebnis dem Ausgang nach gewertet wurde.

Gründe:

Mit Antrag vom 25.02.2015 beantragte der Verbandsanwalt die verbindliche Auslegung des § 34 Nr. 2.3 SpO durch das Verbands-Sportgericht. Konkret wurden dabei die Fragen gestellt, ob abgebrochene oder umgewertete Spiele mitzuzählen sind und ob bei mehreren höherklassigen Mannschaften die Spiele in diesen Mannschaften addiert werden oder ob hinsichtlich der Zahl von 5 Spielen jeweils auf eine Mannschaft abzustellen ist.

1.
Das Verbands-Sportgericht ist zuständig für die verbindliche Auslegung von Bestimmungen der Satzung und der Ordnungen des BFV, wenn der Verbandspräsident oder der Verbandsanwalt dies beantragen (§ 20 Abs. 2 RVO).

2.
Die Bestimmung lautet:

2.3 In den Meisterschafts-, Entscheidungs- oder Relegationsspielen der unterklassigeren Mannschaft(en) eines Vereins, die nach dem letzten Meisterschaftsspielwochenende (Freitag-Sonntag) einer höherklassigeren Mannschaft nachfolgen, dürfen nur Spieler eingesetzt werden, die in den Rückrundenspielen in der/den höherklassigeren Mannschaft(en) ihres Vereins in weniger als fünf (< 5) ausgetragenen Meisterschaftsspielen in der ersten Halbzeit mitgewirkt haben.

3.
Die Auslegung ergibt das im Tenor genannte Ergebnis.

a)
Der Wortlaut der Bestimmung lässt nicht erkennen, dass Spiele, die abgebrochen wurden und neu angesetzt werden, bei der Berechnung der Stammspielereigenschaft nicht berücksichtigt werden. Eine solche Auslegung würde auch der Auslegung des § 51 Abs. 5 RVO durch das Verbands-Sportgericht widersprechen, wonach alle Spiele die begonnen wurden, bei der Frage der Sperrstrafe zu berücksichtigen sind, egal ob das Spiel zu Ende gebracht wurde oder wie es gewertet wird (VSG Fall 74 2009/2010) Die Frage der Spielwertung ist mit der Frage des Einsatzes nicht notwendigerweise miteinander verknüpft. Eine Gleichbehandlung aller Mannschaften der Liga würde auch durch die vom Verbands-Spielausschuss bevorzugte Auslegung nicht erreicht werden, weil ein Verein gerade zum Ende der Saison hin dadurch begünstigt werden kann, dass er durch das Zurückziehen der gegnerischen Mannschaften kampflos Punkte erhält und somit seine Spieler in weniger Spiele der oberklassigeren Mannschaften einsetzen muss.

b)
Die Formulierung der Bestimmung, insbesondere die Verwendung des Plurals, führt nach dem Wortlaut eindeutig zu der Auslegung, dass sich die Anzahl der Meisterschaftsspiele auf alle Spiele bezieht, die von höherklassigeren Mannschaften durchgeführt wurden. Die Beschränkung bzw. gesonderte Wertung von Spielen in unterschiedlichen höherklassigeren Mannschaften lässt sich der Bestimmung weder vom Wortlaut, noch vom erkennbaren Sinn und Zweck der Vorschrift herleiten. Erkennbarer Sinn und Zweck der Vorschrift ist es, zu vermeiden, dass in der unteren Mannschaft Spieler eingesetzt werden, die nachhaltig höherklassig gespielt haben und die wegen der Beendigung der Saison für die höherklassigeren Mannschaften nicht mehr benötigt werden bzw. geschont werden müssen.

Bei dieser Sachlage erscheint es unerheblich, ob diese Einsätze in der höherklassigeren Mannschaft nur in einer oder mehreren Mannschaften absolviert wurden. Wesentlich ist die Wettbewerbsverzerrung durch den Einsatz von höherqualifizierten Spielern in den unteren Mannschaften.

 

 

Aktenzeichen: 00086-14/15-VSG
Sitzung vom 21.05.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Revision FC X gegen das Urteil des BSG vom 12.05.2015, Az.: 00337-14/15

Urteil:

I. Die Revision gegen das Urteil des BSG wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Der FC X trägt die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25 und die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90.


Gründe:

1. Der SV Y zeigte am 23.04.2015 gegenüber dem Kreis-Sportgericht an, dass der Spieler N. N., FC X, am 18.04.2015 im Verbandsspiel gegen den SV Y unzulässig eingesetzt wurde, nachdem der Spieler N. N. am 12.04.2015 im Bezirksliga-Verbandsspiel FC Z - FC X in der ersten Halbzeit in der 38. Spielminute durch seinen Verein eingesetzt wurde.

Auf Grund des Einspruchs gegen die Spielwertung wurde durch das Kreis-Sportgericht mit Urteil vom 29.04.2015, Aktenzeichen 00721-14/15, das A-Klassen-Verbandsspiel FC X - SV Y für den SV Y mit 2:0 als gewonnen und für den FC X mit 0:2 als verloren gewertet. Unter dem Aktenzeichen 00735-14/15 wurde gem. § 77 II RVO eine Geldstrafe von € 50,00 gegen den Mannschaftsverantwortlichen A. A. ausgesprochen. Mit Aktenzeichen 00736-14/15 wurde der FC X gem. § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall zu einer Gesamtgeldstrafe von € 100,00 verurteilt.

Gegen diese drei Urteile legte der FC X mit Schreiben vom 01.05.2015, eingegangen per E-Mail ZIMBRA am gleichen Tag Berufung ein. Das Rechtsmittel richtet sich gegen die Urteile. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 12.05.2015 zurück.

Mit E-Mail über das Postfachsystem ZIMBRA legte der Revisionsführer am 15.05.2015 Revision ein. Es wurde eine falsche Auslegung von § 34 Nr. 2 SpO gerügt.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte und mit einer Begründung versehene Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Maßgebliche Vorschrift für den Einsatz von Herren -Spielern in verschiedenen Mannschaften unterhalb der Regionalliga ist § 34 Nr. 2 SpO, der lautet:

§ 34 SpO Einsatz in verschiedenen Mannschaften
1. ...
2. Vereine von der Bayernliga bis zur C-Klasse
Während des Spieljahres
2.1. Nach einem Einsatz in der ersten Halbzeit eines Verbandsspiels (Meisterschaftsspiels) der höherklassigeren Mannschaft - ausgenommen DFB-Pokalspiele, Totopokal, Hallenmeisterschaften, sonstige Pokalspiele - darf der Spieler nicht an den nächsten zwei Meisterschaftsspielen der aufstiegsberechtigt spielenden unterklassigeren Mannschaften mitwirken. Die Einsatzbeschränkung endet in jedem Fall nach Ablauf von 10 Tagen.
2.2 Vereine, deren 1. Mannschaft nicht höher als in der Kreisliga spielen und deren untere Herrenmannschaft(en) in einer der untersten beiden Spielklassen im Kreis eingereiht sind, können zusätzlich zu 2.1. bis zu drei beliebige Spieler aus der höherklassigeren Mannschaft(en) ohne Einschränkung sowohl in den höherklassigeren als auch in den unterklassigeren Mannschaften einsetzen.

Der Wortlaut dieser Vorschrift ist eindeutig. Er lässt eine Interpretation, wie sie der Revisionsführer vorträgt, nicht zu. Der weitere Einsatz eines Spielers in der oberklassigen Mannschaft hat keinen Einfluss auf die einmal ausgelöste Sperre. Weitere Spiele der oberklassigen Mannschaft werden in § 34 Nr. 2.1 SpO nicht erwähnt. Deshalb können weitere Spiele die bereits bestehende Sperre nicht verkürzen. Weitere Spiele sind demgegenüber wieder isoliert zu betrachten, sie können bei einem Einsatz in der ersten Halbzeit wiederum eine Sperre für die nächsten zwei Spiele, jedoch längstens 10 Tage auslösen.

Auch der erkennbare Sinn und Zweck der Vorschrift lässt keine andere Wertung zu. Es geht darum, im Sinne des Wettbewerbs zu verhindern, dass höherklassige Spieler unbeschränkt in unteren Mannschaften mitspielen. Diesem Zweck würde zuwider laufen, wenn ein weiterer Einsatz in der höherklassigen Mannschaft eine bereits bestehende Sperre aufheben würde. Dies würde nämlich gerade die Spieler bevorzugen, die aufgrund ihrer Leistungsstärke häufiger in der oberklassigen Mannschaft eingesetzt werden. Diese wären nach dem nächsten Einwechseln in der zweiten Halbzeit eines Spiels der oberklassigen Mannschaft in der unteren Klasse wieder spielberechtigt, während der schwächere Spieler, der nur ausnahmsweise in der oberklassigen Mannschaft mitspielen durfte, länger vom unterklassigen Spielbettrieb ferngehalten werden würde. Dass dieses Ergebnis mit dem Zweck, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden nicht vereinbar ist, liegt auf der Hand.

Nachdem das Urteil des BSG somit keinen Rechtsfehler erkennen ließ, war die Revision zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00083-14/15-VSG
Sitzung vom: 07.05.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb


Revision des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 31.03.2015 mit Aktenzeichen 00101-14/15


Urteil:

I. Die Revision des X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25, sowie die Kosten des Verfahrens in
Höhe von € 60,90 trägt der Verein X.


Gründe:

1. Kreis-FS-Spiel X gegen TSV Y am 01.03.2015 wirkte auf Seiten des X der Spieler N. N. mit. Der Spieler konnte sich nur durch einen Personalausweis ausweisen. Einen Spielerpass konnte er nicht vorlegen, weil durch die Passabteilung des BFV die Spielberechtigung für Pflicht-, als auch für Freundschaftsspiele jeweils erst ab 02.03.2015 erteilt wurde.

Das KSG belegte den X mit einem Punktabzug von 3 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00.

Gegen das am 13.03.2015 im BFV-Postfach ZIMBRA des Vereinszugestellte Urteil legte der Verein über den Provider Google Mail mit E-Mail vom 19.03.2015 Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 31.03.2015 als unzulässig zurückgewiesen, weil die Schriftform nicht eingehalten wurde.

Dagegen richtet sich die über die Antwortfunktion des BFV-Postfaches ZIMBRA am 04.04.2015 eingelegte Revision. Darin rügt der Verein, dass er per E-Mail rechtzeitig Berufung eingelegt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.
Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Berufung gegen das Urteil des KSG war unzulässig. Die gemäß § 44 Abs. 3 RVO vorgeschriebenen Schriftform für die Berufung wurde nicht beachtet. Eine E-Mail über einen externen Provider wahrt die Schriftform nicht. Sie ersetzt sie auch nicht gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO. Zwar hat das VSG zwischenzeitlich entschieden, dass nicht nur die reine Antwortfunktion, sondern jede Mitteilung über das BFV-Postfach ZIMBRA die Schriftform ersetzen kann. Dies gilt aber nur für das geschlossene System dieses Postfachs. Der Grund liegt darin, dass bei einem geschlossenen System eine feste Zuordnung zum Verein vorgenommen werden kann, weil die Postfach-Adressen ausschließlich vom BFV zugeteilt werden. Bei der Versendung einer E-Mail über offene Providersysteme ist diese Zuordnung nicht mehr überprüfbar. Damit kann auch nicht sicher festgestellt werden, ob das Rechtsmittel mit Wissen und Wollen einer Person eingelegt wurde, die für den Verein handeln darf. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass ein Verein nur solchen Personen Zugang zum Postfach ZIMBRA gewährt, die für den Verein auch Erklärungen abgeben dürfen. Teilt er seine Kennung unbefugten Personen mit, muss er sich aus den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht an deren Erklärungen festhalten lassen.

Dementsprechend hat die E-Mail des Revisionsführers über das offene System an das JSG die Frist nicht gewahrt, so dass das Urteil bereits in der 1. Instanz rechtskräftig wurde. Das BSG hat die Berufung daher zutreffend als unzulässig zurückgewiesen.

Da das Urteil des BSG somit keinen Rechtsfehler erkennen lässt, konnte die Revision keinen Erfolg haben.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00082-14/15-VSG
Sitzung vom 29.04.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

 
A-Klasse Spiel TSV X gegen SV Y vom 07.09.14
Verfahren gegen N. N., TSV X

Urteil:

I. Der Betroffene wird wegen Tätlichkeit nach §§ 67 Abs.1, 69 RVO bis 9.5.2016 gesperrt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des TSV X.       

 

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, als Zuschauer des Spiels TSV X gegen SV Y am 7.9.2014 den Spieler des SV Y, A. A. nach Abpfiff der Partie mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Durch den Schlag erlitt der Geschädigte Prellungen und Kopfschmerzen, er verlor einen Zahn, ein weiterer wurde angebrochen. Der Geschädigte war vom 8.9.bis 14.9.2014 arbeitsunfähig.

Die Zuständigkeit des Verbands-Sportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der Auswertung der Aktenlage, den schriftlichen Stellungnahmen der Zeugen einschließlich des Inhalts der vorgelegten Ermittlungsakte. Der Betroffene gab über seinen anwaltlichen Vertreter an, er habe den Geschädigten lediglich in Nothilfe zugunsten seines Bruders weggeschubst.

Unter Würdigung sämtlicher Angaben der Zeugen ist ein Angriff bzw. bevorstehender Angriff des Geschädigten zum Nachteil des Bruders des Betroffenen nicht zur Überzeugung des VSG nachgewiesen. Aus den Angaben des Zeugen B ist vielmehr zu entnehmen, dass der Spieler A vom Bruder des Betroffenen massiv beleidigt wurde. Auch die vom anwaltlichen Vertreter vorgelegten schriftlichen Aussagen vermögen den Betroffenen nicht zu entlasten, selbst der von ihm benannte Zeuge C. C. gab an, der Betroffene habe den Spieler A "umgestumpt".Selbst wenn beide Spieler, wie zum Teil behauptet, Kopf an Kopf standen, rechtfertigt dies in keiner Weise einen derartigen Angriff eines am Spiel nicht beteiligten Zuschauers gegen einen Spieler. Auch eine Nothilfesituation lag nach Überzeugung des VSG nicht vor.

Der Betroffene war daher wegen Tätlichkeit nach §§ 67 Abs.1, 69 RVO zu bestrafen, er war vorliegend als aktiver Spieler und Zuschauer beteiligt.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass er zumindest ein Schubsen zum Nachteil des Spielers A eingeräumt hat und es nicht ausschließbar vorher zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen dem Spieler A und dem Bruder des Betroffenen gekommen ist.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass der Betroffene das Spiel lediglich als Zuschauer verfolgt hat und ganz massiv auf den Spieler A eingewirkt hat, auch die erheblichen Verletzungen (Verlust eines Zahnes etc.) sowie die Dauer der Arbeitsunfähigkeit mussten Berücksichtigung finden.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtete das VSG daher die Verhängung einer Sperre von einem Jahr und 8 Monaten als angemessen und erforderlich. Von einem Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband konnte gerade noch abgesehen werden.

Der Betroffene wurde mit einstweiliger Verfügung des KSG Würzburg vom 9.9.2014 vorläufig gesperrt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen: 00083-14/15-VSG
Sitzung vom: 07.05.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb


Revision des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 31.03.2015 mit Aktenzeichen 00101-14/15


Urteil:

I. Die Revision des X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25, sowie die Kosten des Verfahrens in
Höhe von € 60,90 trägt der Verein X.


Gründe:

1. Kreis-FS-Spiel X gegen TSV Y am 01.03.2015 wirkte auf Seiten des X der Spieler N. N. mit. Der Spieler konnte sich nur durch einen Personalausweis ausweisen. Einen Spielerpass konnte er nicht vorlegen, weil durch die Passabteilung des BFV die Spielberechtigung für Pflicht-, als auch für Freundschaftsspiele jeweils erst ab 02.03.2015 erteilt wurde.

Das KSG belegte den X mit einem Punktabzug von 3 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00.

Gegen das am 13.03.2015 im BFV-Postfach ZIMBRA des Vereinszugestellte Urteil legte der Verein über den Provider Google Mail mit E-Mail vom 19.03.2015 Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 31.03.2015 als unzulässig zurückgewiesen, weil die Schriftform nicht eingehalten wurde.

Dagegen richtet sich die über die Antwortfunktion des BFV-Postfaches ZIMBRA am 04.04.2015 eingelegte Revision. Darin rügt der Verein, dass er per E-Mail rechtzeitig Berufung eingelegt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.
Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Berufung gegen das Urteil des KSG war unzulässig. Die gemäß § 44 Abs. 3 RVO vorgeschriebenen Schriftform für die Berufung wurde nicht beachtet. Eine E-Mail über einen externen Provider wahrt die Schriftform nicht. Sie ersetzt sie auch nicht gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO. Zwar hat das VSG zwischenzeitlich entschieden, dass nicht nur die reine Antwortfunktion, sondern jede Mitteilung über das BFV-Postfach ZIMBRA die Schriftform ersetzen kann. Dies gilt aber nur für das geschlossene System dieses Postfachs. Der Grund liegt darin, dass bei einem geschlossenen System eine feste Zuordnung zum Verein vorgenommen werden kann, weil die Postfach-Adressen ausschließlich vom BFV zugeteilt werden. Bei der Versendung einer E-Mail über offene Providersysteme ist diese Zuordnung nicht mehr überprüfbar. Damit kann auch nicht sicher festgestellt werden, ob das Rechtsmittel mit Wissen und Wollen einer Person eingelegt wurde, die für den Verein handeln darf. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass ein Verein nur solchen Personen Zugang zum Postfach ZIMBRA gewährt, die für den Verein auch Erklärungen abgeben dürfen. Teilt er seine Kennung unbefugten Personen mit, muss er sich aus den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht an deren Erklärungen festhalten lassen.

Dementsprechend hat die E-Mail des Revisionsführers über das offene System an das JSG die Frist nicht gewahrt, so dass das Urteil bereits in der 1. Instanz rechtskräftig wurde. Das BSG hat die Berufung daher zutreffend als unzulässig zurückgewiesen.

Da das Urteil des BSG somit keinen Rechtsfehler erkennen lässt, konnte die Revision keinen Erfolg haben.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00083-14/15-VSG
Sitzung vom: 07.05.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb


Revision des Vereins X gegen das Urteil des BSG vom 31.03.2015 mit Aktenzeichen 00101-14/15


Urteil:

I. Die Revision des X wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25, sowie die Kosten des Verfahrens in
Höhe von € 60,90 trägt der Verein X.


Gründe:

1. Kreis-FS-Spiel X gegen TSV Y am 01.03.2015 wirkte auf Seiten des X der Spieler N. N. mit. Der Spieler konnte sich nur durch einen Personalausweis ausweisen. Einen Spielerpass konnte er nicht vorlegen, weil durch die Passabteilung des BFV die Spielberechtigung für Pflicht-, als auch für Freundschaftsspiele jeweils erst ab 02.03.2015 erteilt wurde.

Das KSG belegte den X mit einem Punktabzug von 3 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00.

Gegen das am 13.03.2015 im BFV-Postfach ZIMBRA des Vereinszugestellte Urteil legte der Verein über den Provider Google Mail mit E-Mail vom 19.03.2015 Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 31.03.2015 als unzulässig zurückgewiesen, weil die Schriftform nicht eingehalten wurde.

Dagegen richtet sich die über die Antwortfunktion des BFV-Postfaches ZIMBRA am 04.04.2015 eingelegte Revision. Darin rügt der Verein, dass er per E-Mail rechtzeitig Berufung eingelegt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.
Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Berufung gegen das Urteil des KSG war unzulässig. Die gemäß § 44 Abs. 3 RVO vorgeschriebenen Schriftform für die Berufung wurde nicht beachtet. Eine E-Mail über einen externen Provider wahrt die Schriftform nicht. Sie ersetzt sie auch nicht gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO. Zwar hat das VSG zwischenzeitlich entschieden, dass nicht nur die reine Antwortfunktion, sondern jede Mitteilung über das BFV-Postfach ZIMBRA die Schriftform ersetzen kann. Dies gilt aber nur für das geschlossene System dieses Postfachs. Der Grund liegt darin, dass bei einem geschlossenen System eine feste Zuordnung zum Verein vorgenommen werden kann, weil die Postfach-Adressen ausschließlich vom BFV zugeteilt werden. Bei der Versendung einer E-Mail über offene Providersysteme ist diese Zuordnung nicht mehr überprüfbar. Damit kann auch nicht sicher festgestellt werden, ob das Rechtsmittel mit Wissen und Wollen einer Person eingelegt wurde, die für den Verein handeln darf. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass ein Verein nur solchen Personen Zugang zum Postfach ZIMBRA gewährt, die für den Verein auch Erklärungen abgeben dürfen. Teilt er seine Kennung unbefugten Personen mit, muss er sich aus den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht an deren Erklärungen festhalten lassen.

Dementsprechend hat die E-Mail des Revisionsführers über das offene System an das JSG die Frist nicht gewahrt, so dass das Urteil bereits in der 1. Instanz rechtskräftig wurde. Das BSG hat die Berufung daher zutreffend als unzulässig zurückgewiesen.

Da das Urteil des BSG somit keinen Rechtsfehler erkennen lässt, konnte die Revision keinen Erfolg haben.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen:          00081-14/15-VSG

Sitzung vom             29.04.2015

Besetzung:               Riedmeyer, Frey, Lieb

 

Revision des  SV X gegen das Urteil vom 03.03.2015,Aktenzeichen 00247-14/15

 

Urteil:

 

      I.       I. Auf die Revision des Vereins SV X wird das Urteil des BSG, Az.: 00247-14/15 hinsichtlich folgender Urteile: 00204-14/15, 00207-14/15, 00209-14/15, 00210-14/15, 00211-14/15, 00213-14/15, 00214-14/15, 00215-14/15, 00216-14/15 aufgehoben und die Verfahren eingestellt.

 

     II.      II.  Hinsichtlich des Urteils 00208-14/15 verbleibt es bei einer Einzelstrafe von einem Abzug von 2 Punkten und einer Geldstrafe von 30,00 € sowie der Spielwertung zugunsten des FT Y.

 

    III.      III.  Die Kosten der ersten Instanz trägt der SV X. Die Kosten der Berufung und der Revision trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

 

Gründe:

 

Durch den FT Y wurde mit Schreiben vom 02.10.2014 die Einsätze des Spielers N. N. im A-Junioren-Privatspiel am 05.08.2014 und im Verbandsspiel am 24.09.2014 angezeigt.

 

Nach den vorliegenden elektronischen-Spielberichten wurde N. N. durch die SG Z auch in folgenden Verbandsspielen eingesetzt:

17.09.2014 SG Z : JFG 2:5

19.09.2014 SG: SG Z  0:2

24.09.2014 SG Z : SG 4:1

04.10.2014 SG: SG Z 1:6

17.10.2014 TV : SG Z 0:1

31.10.2014 SG Z : SC 5:0

08.11.2014 TSV : SG Z 0:2

14.11.2014 SG Z : TuS 1:4

 

Der SV X hatte am 02.09.2014 einen Passantrag für den Spieler N. N. eingereicht. Als letzter Verein wurde der TSV N angegeben.

 

Durch die Verwaltung des BFV wurden die Eintragungen von der Rückseite des eingesandten Spielerpasses in den Passantrag übernommen. Nach diesen Angaben wurde der Spieler zum 15.07.2014 abgemeldet und hatte am 30.06.2014 sein letztes Spiel für den abgebenden Verein TSV N bestritten. Die Angaben auf der Rückseite des Spielerpasses waren unterschriftlich bestätigt und der Vereinsstempel des TSV N angebracht. Der Spielerpass wurde durch die Verwaltung nach Erteilung des Spielrechts für den SV X vernichtet.

 

Durch den TSV N wurde im Verfahren mitgeteilt, dass sich der Spieler N erst am 22.08.2014 dort abgemeldet habe. Dem Vereinswechsel zum Heimatverein habe der TSV N zugestimmt und den Spielerpass am 26.08.2014 an den BFV übersandt.

 

Das Spielrecht wurde durch die Verwaltung ab dem 04.09.2014 für Privat- und Verbandsspiele für den SV X erteilt und am 23.12.2014 mit sofortiger Wirkung wieder entzogen.

 

Mit Schreiben vom 23.12.2014 forderte das JSG beim JSGL sämtliche Spielberichte über die Spiele der A-Jugend des SV X an. Durch Beschluss vom 30.12.2014 erweiterte das JSG das Verfahren auf die oben genannten Spiele des SV X, ohne dass weitere Anzeigen eingegangen wären.

 

Das Jugend-Sportgericht hat mit Urteil vom 10.02.2015, unter den Aktenzeichen 00204-, 00207-, 00208-, 00209-, 00210-, 00211-, 00213-, 00214-, 00215- und 00216-14/15 den SV X gemäß § 77 I RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz zu einem Gesamtpunktabzug von 16 Punkten und einer Gesamtgeldstrafe von € 300,00 verurteilt. Ferner wurden die gewonnen Spiele gem. § 29 SpO mit 0:2 als verloren und mit 2:0 für den jeweiligen Gegner als gewonnen gewertet. In den Fällen 00204- und 00216-14/15 wurden die Spiele gem. § 29 SpO dem Ausgang nach gewertet. In den Fällen 00210- und 00211-14/14 kam es infolge einer technischen Unzulänglichkeit im Urteils-Tenor zum Hinweis auf einen leichten Fall.

 

Gegen die Urteile legte der SV X per ZIMBRA Antwortfunktion jeweils Berufung zum BSG ein, das die Verfahren zu einer Berufung zusammenfasste und die Berufung mit Urteil vom 03.03.2015 zurückwies.

 

Mit Ausnahme des Urteils mit dem JSG Aktenzeichen 00208-14/15 legte der SV X Revision zum VSG ein. Die Revision wurde mit einem Verstoß gegen § 34 RVO begründet. Eine Ermittlung von Amts wegen sei in der RVO nicht vorgesehen. Es lag nur eine Anzeige wegen der Spiele TSV : TSV N und SV X / FT Y vor.

 

2.

Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig. Die form-und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

 

3.

Die Revision ist auch begründet.

 

Der Revisionsführer weist zu Recht darauf hin, dass hinsichtlich der gewerteten Spiele mit Ausnahme der Spiele TSV : TSV N und SV X / FT Y keine Anzeigen vorliegen. Nach ständiger Rechtsprechung des VSG setzt die Spielwertung wegen eines unzulässigen Spielereinsatzes gemäß eine Anzeige voraus. Es findet keine Ermittlung von Amts wegen statt (VSG Fall 33-1999/2000, Fall 51-2010/2011). Das VSG hatte in der Entscheidung vom 15.03.2000 darauf hingewiesen, dass § 34 RVO die Sportgerichte nur auf Anzeige, Meldung oder Einlegung eines Rechtsmittels hin tätig werden dürfen. Es obliegt daher bei etwaigen Vorfällen ausschließlich den betroffenen Vereinen, ihren Mitgliedern oder den Verbandsorganen, im Interesse eines geordneten Spielbetriebs ein entsprechendes Verfahren in Gang zu setzen. Dies gilt auch für die Anzeige wegen des unzulässigen Einsatzes eines Spielers, bei der zudem noch die Vierwochenfrist gemäß § 35 Abs. 2 RVO zu beachten ist.

 

Dabei stellt jedes Spiel ein Einzelgeschehen dar, für das die Voraussetzungen gesondert geprüft werden müssen. Auch wenn der Grund für den unzulässigen Einsatz derselbe ist, handelt es sich um kein Gesamtgeschehen (VSG Fall 33-1999/2000).

 

Diese Grundsätze, die das VSG im Urteil vom 05.04.2011 bestätigte, gelten auch weiterhin. Zwischenzeitlich wurde der § 34 RVO dahingehende ergänzt, dass der Verbandsanwalt durch einen Antrag das Verfahren in Gang setzen kann. Durch diese Ergänzung des § 34 RVO hat der Verordnungsgeber diese Rechtsprechung des VSG bestätigt, wonach es nicht Aufgabe der Sportgerichte ist, den Spielbetrieb zu überwachen und von sich aus Verfahren einzuleiten, wenn der Verdacht einer Unregelmäßigkeit besteht. Mit dem Verbandsanwalt wurde ein weiteres Rechtsorgan eingeführt, dass in diesen Fällen - auf Seiten der Verbandsverwaltung - tätig werden kann. Das Sportgericht hat dann als unabhängiges Gremium den vorgetragenen Sachverhalt zu prüfen ggfs. ergänzend zu ermitteln und über die sportrechtlichen Konsequenzen zu entscheiden.

 

Das VSG hält auch nach nochmaliger Überprüfung an dieser Rechtsprechung fest. Das Sportgericht ist keine Ermittlungsbehörde. Diese Funktion wurde nunmehr auch explizit dem Verbandsanwalt zugewiesen. Die Spielberichte liegen den Sportgerichten nicht vor. Es würde einen erheblichen Arbeitsaufwand für die Sportgerichte bedeuten, müssten Sie bei jedem unzulässigen Einsatz eines Spielers die letzten zehn Spiele des Vereins ermitteln und prüfen, ob der Spieler dort mitgewirkt hat. Dabei werden von Vereinen nicht selten auch sogenannte Verdachtsanzeigen gestellt, bei denen sich der vermutete unzulässige Einsatz nicht bewahrheitet. Müssten in diesen Fällen nicht nur das genannte Spiel, sondern noch weitere zehn Spiele ermittelt und geprüft werden, würde dies einen unvertretbaren Mehraufwand für die Sportgerichte bedeuten. Zudem würde bei diesem Vorgehen letztlich mit einer Verdachtsanzeige eine Überprüfung von zehn weiteren Spielen ausgelöst werden. Aus Gleichbehandlungsgründen wäre es nämlich unzulässig, bei einzelnen Vorfällen zehn Spiele zu ermitteln und bei anderen nicht. Deshalb ist die in § 34 RVO vorgeschriebene Anzeige zwingende Voraussetzung für eine Spielwertung. Die Ausweitung der Ermittlungen durch das JSG kann dabei ebenso wenig in eine Anzeige umgedeutet werden, wie die Übersendung der Spielberichte durch den JSGL, der insoweit nur auf Anforderung durch das JSG handelte. Es liegt auch kein Fall des § 34 Abs. 2 RVO vor. Dieser bezieht sich auf Erkenntnisse, die zufällig erst im Verfahren gewonnene Erkenntnisse, nicht auf solche, die bewusst ermittelt werden. Zudem fehlte es an dem einleitenden Beschluss, da es sich insoweit um ein eigenes Verfahren gehandelt hätte.

Nachdem nur für das Spiel eine Anzeige vorlag, dessen Urteil mit der Revision nicht angegriffen wurde, war der Revision in vollem Umfang stattzugeben und die Spiele dem jeweiligen Ausgang nach zu werten. Auf die Frage, ob das Spielrecht für den SV X tatsächlich zu Unrecht erteilt wurde oder ob der Einsatz beim Privatspiel für den TSV N unzulässig war (vgl. hierzu VSG Fall 51-2010/2011) kommt es daher nicht mehr an.

 

4. Kosten: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

 

Aktenzeichen: 00069-14/15-VSG
Sitzung vom 16.04.2015
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Revision des MTV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 24.02.2015

Urteil:

I. Die Revision des MTV X gegen das Urteil des BSG vom 24.02.2015 wird zurückgewiesen.

II. Der MTV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Beim Hallenturnier am 29.12.2014 bestätigte der Betreuer N. N., MTV X, gegenüber dem Schiedsrichter, die Identität und das Spielrecht des Spielers A. A. für den MTV X. Er unterzeichnete eine entsprechende Erklärung auf der Rückseite des Spielberichts. Für den Spieler konnte kein Pass vorgelegt werden. Der Spieler wurde dennoch eingesetzt. Der Spieler erhielt in der 10. Spielminute einen Feldverweis auf Dauer. Danach stellte sich heraus, dass dem Spieler vom BFV kein Spielrecht erteilt worden war.

Mit Urteil vom 04.02.2015 verurteilte das KSG den MTV X gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigen Spielereinsatzes zu einer Geldstrafe von € 150,00 und nahm einen Punktabzug von 4 Punkten bei der ersten Herrenmannschaft des Vereins vor.

Gegen das Urteil legte der MTV X mit ZIMBRA Antwortfunktion form- und fristgerecht Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 24.02.2015 zurück. Gegen das Urteil legte der Verein am 01.03.2015 per Telefax Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass man davon ausgegangen sei, dass es sich um ein Privatturnier gehandelt habe. Zudem sei in § 77 SpO nicht eindeutig geregelt, welche Mannschaft eines Vereins bestraft werde, wenn der Verstoß in einem Privatspiel erfolge.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG hat zutreffend entschieden, dass es sich bei dem Hallenturnier um kein Privatturnier, sondern um ein solches von Mitgliedsmannschaften des BFV gehandelt habe. Die Frage, ob das Turnier ordnungsgemäß angemeldet wurde, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. entscheidend ist vielmehr, dass die Teilnehmer Mitgliedsvereine des BFV waren, der Veranstalter offiziell Schiedsrichter des Verbandes angefordert hatte und offizielle BFV Hallenfußball-Spielberichte verwendet wurden. Der Betreuer N. bestätigte auf der Rückseite des Spielberichts ausdrücklich das Spielrecht des Spielers A., den der Schiedsrichter ansonsten nicht zugelassen hätte.

Dementsprechend lag ein unzulässiger Einsatz eines Spielers vor, was der Betreuer des Vereins auch wusste. Gemäß § 77 Abs. 1 RVO war eine Geldstrafe auszusprechen und ein Punktabzug vorzunehmen.

Ein leichterer Fall scheidet aus. Bei einem vorsätzlichen Einsatz eines Spielers, der überhaupt keinen Spielerpass für den Verein besitzt, scheidet ein leichterer Fall regelmäßig aus. Der Passzwang für alle Spieler ist eine der grundlegenden Bestimmungen des Verbandes. Ein Verstoß gegen diese Grundregel stellt grundsätzlich kein leichtes Vergehen dar. Dies gilt auch dann, wenn es sich um ein Privatspiel handelt. Der Spielerpass führt zur Versicherung des Spielers, er unterwirft den Spieler aber auch ohne weiteres der Strafgewalt des BFV.

Der Punktabzug war daher zwingende Folge. Er trifft bei einem Privatspiel die Mannschaft, die bei der Anmeldung für das Turnier genannt wurde. Im vorliegenden Spielbericht wird ausdrücklich die 1. Herrenmannschaft des Vereins als Teilnehmer genannt. Damit musste der Punktabzug auch in der Liga vorgenommen werden, in der die 1. Herrenmannschaft spielt.

Die konkrete Strafzumessung begegnet keinen Bedenken. Der Punktabzug liegt nahe bei der Mindeststrafe. Dass die Geldstrafe die Leistungsfähigkeit des Vereins übersteigen würde, wurde nicht geltend gemacht.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

Aktenzeichen: 00067-14/15-VSG
Sitzung vom 20.03.2015
Besetzung: Beierlein, Frey, Preißinger

Verfahren gegen N. N., DJK X
B-Klasse-Spiel SC X III gegen VfR Y III

Urteil:

I. Der Spieler N. N., DJK X wird aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Spielers N. N. wird eingezogen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 sowie die Kosten der mündlichen Verhandlung trägt der Betroffene unter Mithaftung seines Vereins DJK X.

 Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, beim Spiel SC X III gegen VfR Y III am 2.11.2014 den Spieler Z. Z. am Boden liegend mehrfach getreten zu haben, so dass dieser nicht unerhebliche Verletzung erlitt und kurzzeitig bewusstlos war.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Das VSG hat am 20.3.2015 in Nürnberg eine mündliche Verhandlung durchgeführt.

Der Betroffene ist trotz entsprechender Ladung unentschuldigt nicht erschienen und hat den Sachverhalt im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme bestritten. Die Zeugen A. und B, beide VfR Y wurden vernommen, die schriftlichen Stellungnahmen des beruflich verhinderten SR C. wurden verlesen. Die anwesenden Vereinsvertreter der DJK X hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.

Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der schlüssigen und überzeugenden Angaben der vernommenen Zeugen, die sich auch mit den Stellungnahmen des amtierenden SR decken.

Beide Zeugen haben ruhig, sachlich und ohne Belastungseifer berichtet, dass der Betroffene als damaliger Kapitän seiner Mannschaft den nach einer vorangegangenen Rudelbildung am Boden liegenden Spieler Z. Z. mehrfach mit dem Fuß getreten hat.

Das VSG geht hierbei zugunsten des Betroffenen davon aus, dass er hierbei nicht den Kopf des Geschädigten, sondern den Rücken bzw. die Seite getroffen hat. Beide Zeugen und der SR berichteten, dass neben dem Betroffenen noch eine nicht am Spiel beteiligte Person ebenfalls getreten hat, insbesondere auch in den Kopfbereich. Gerade diese Angaben der Zeugen zeigen, dass kein Belastungseifer in Richtung des Betroffenen vorhanden ist. Ein Tatnachweis, dass die Tritte des Betroffenen zur von den Zeugen bestätigten Bewusstlosigkeit des Geschädigten Z. geführt hätten, war daher nicht zu führen. Der Spieler Z. befand sich wegen seiner Verletzungen zumindest eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus und konnte mehrere Wochen nicht trainieren.

Der Betroffene war daher wegen einer Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall nach § 67 Abs.1 RVO zu bestrafen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass der Betroffene nach dem Ergebnis der mündlichen Verhandlung "nur" gegen den Körper getreten hat. Nachdem er unentschuldigt nicht erschienen ist, konnten keine weiteren positiven Aspekte, wie z.B. eine Entschuldigung o.Ä. angenommen werden.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass er als Kapitän und damit Vorbild seiner Mannschaft mehrfach mit dem Fuß auf einen am Boden liegenden Spieler der gegnerischen Mannschaft eingetreten und diesen dabei verletzt und zudem erheblich gefährdet hat. Eine Provokation lag nicht vor.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände kam vorliegend nur ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht. Anhaltspunkte für einen "normalen" Fall der Tätlichkeit liegen nicht vor. Mildere Mittel kamen angesichts der gezeigten Brutalität nicht in Frage.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO. Dem Betroffenen waren auch die Kosten der mündlichen Verhandlung aufzuerlegen.

 

 

Aktenzeichen: 00063-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause, Preißinger, Lieb

Antrag des Verbandsanwalts auf Auslegung des § 28 Nr. 7.3. Spielordnung

Urteil:

I. Die in § 28 Nr. 7.3 SpO vorgesehene Aufwandsentschädigung für die Person, die den Liveticker bedient, stellt keine Strafzahlung dar.

II. Die Weigerung seitens des Vereins bedarf keiner Form, sie kann sich daher auch aus den Umständen ergeben.

III. Die Beauftragung einer Person, die den Liveticker bedient, stellt einen Verwaltungsentscheid dar, gegen den die Beschwerde zulässig ist. Die Abbuchung der Aufwandsentschädigung stellt nur den Vollzug dieses Verwaltungsentscheids dar und ist isoliert nicht rechtsmittelfähig.

Gründe:

1. Das Verbands-Sportgericht geht davon aus, dass die in § 28 Nr. 7.3. SpO genannte Aufwandsentschädigung keine Strafzahlung darstellt, sondern wie andere Gebühren des Verbandes (z.B. Kosten für Vereinswechsel), zu behandeln ist.

2. Weder der Wortlaut noch der Sinn der Vorschrift geben eine bestimmte Form für die Weigerung vor. Da aus der Formulierung allerdings zu erkennen ist, dass die Beweislast für die Weigerung beim Verband liegt, sollte die Weigerung in beweisbarer Form festgehalten werden.

3. Die Belastung des Vereins kann zwar gegen Rechnungsstellung erfolgen. Allerdings stellt die Beauftragung der Person einen Verwaltungsentscheid dar, weil sie zum einen die Feststellung der Weigerung voraussetzt, und zum anderen "Kann-Vorschrift" einer Ermessensentscheidung des Spielleiters zum Inhalt hat.

Damit muss die Beauftragung einer anderen Person dem Verein mit einer Rechtsmittelbelehrung zugestellt werden. Die anschließende Einziehung der Aufwandsentschädigung bedarf keiner eigenständigen Entscheidung, weil sie Folge des ersten Verwaltungsentscheides ist.

 

Aktenzeichen: 00061-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Revision FSV X gegen das Urteil des BSG vom 03.02.2015

Urteil:

I. Die Revision des FSV X gegen das Urteil des BSG wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 € und die Revisionsgebühr in Höhe von 152,25 trägt der FSV X..

Gründe:

1. Beim D-Junioren Bezirks-Freundschaftsspiel Y FV gegen FSV X am 23.11.2014 wurde der Spieler N. N. in der Mannschaft des FSV X eingesetzt. Der Spieler war am Freitag, 21.11.14, im Verbandsspiel. gegen TV W mit FaD (Rote Karte) vorm Platz gestellt worden und demnach automatisch gesperrt. Am Morgen des streitgegenständlichen Spiels, am Sonntag, 23.11.14, erkundigte sich Juniorenbetreuer A. A. telefonisch bei KJL B, ob der Spieler für das oben genannte Freundschaftsspiel Spielrecht hätte, was vom KJL verneint wurde. Herr A fragte außerdem, was es kosten würde, wenn der Spieler dennoch eingesetzt werde. Der Einsatz ist erfolgt, wie aus dem ESB hervorgeht. Auf Anzeige durch den KJL B leitete das JSG ein Verfahren gegen den FSV X ein. Der Verein wurde mit Urteil vom 01.12.2014 gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatzmit einem Punktabzug von 3 Punkten und mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00 belegt.

Mit Schreiben des Vereins vom 04.12.2014, versandt als Anhang zum Postfachsystem Zimbra legte der Verein am 05.12.2014 Berufung gegen das Urteil ein.

Mit Urteil vom 03.02.2015 wies das BSG die Berufung zurück.

Mit Brief vom 08.02.2015, versandt per Anhang zum Postfachsystem Zimbra legte der FSV X Revision gegen das Urteil ein. Es wurde die falsche Auslegung von § 77 Abs. 1 RVO geltend gemacht, weil diese Norm nach der Ansicht des Vereins nur Verbandsspiele, jedoch keine Freundschaftsspiele erfasse. Eine Sperrstrafe könne nicht wettbewerbsübergreifend gelten.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Insbesondere erachtet das VSG die Schriftform als gewahrt, wenn ein förmlicher Brief, der durch den Briefkopf und die Namensangabe des Verantwortlichen den Revisionsführer eindeutig erkennen lässt, als Anhang zum Postfachsystem Zimbra versandt wird.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Die Urteile des JSG und des BSG entsprechen der Rechts- und Verfahrensordnung.

§ 77 Abs. 1 Satz 1 RVO lautet: "Lässt ein Verein nicht spielberechtigte Spieler oder sonst Spieler unzulässig spielen, wird er mit Punktabzug von mindestens drei Punkten und mit einer Geldstrafe nicht unter 50 Euro, bei Juniorenmannschaften auf Kreisebene, sowie bei Juniorinnenmannschaften auf Bezirksebene nicht unter 15 Euro bestraft.

Die Vorschrift ist eindeutig formuliert. Eine Beschränkung auf Verbandsspiele oder Freundschaftsspiele lässt sich dem klaren Wortlaut nicht entnehmen. Der unzulässige Einsatz ist sowohl im Verbandsspiel, als auch im Freundschaftsspiel strafbewehrt.

Auch aus dem erkennbaren Sinn und Zweck der Vorschrift lässt sich keine Beschränkung entnehmen. Es geht erkennbar darum, dass in jedem Spiel, das unter dem Dach des BFV stattfindet, nur Spieler eingesetzt werden, die für den Verein aktuell ein Spielrecht haben, also einen Spielerpass besitzen, der sie zur Teilnahme für die Mannschaft berechtigt, in der sie spielen, und nicht gesperrt sind.

Der Spieler N wurde unzulässig eingesetzt. Er war zwei Tage vor dem Spiel beim Y FV mit roter Karte vom Platz gestellt worden. Damit war der Spieler gemäß § 40 Abs. 3 Satz 1 RVO ab sofort für alle Spiele gesperrt, weil die Norm bestimmt: "Bei einem Feldverweis (Rote Karte) ist der Spieler bis zur Entscheidung durch die erste Instanz gesperrt, ohne dass es eines besonderen Verfahrens oder einer besonderen Benachrichtigung bedarf."

Auch hier ist der Wortlaut eindeutig und differenziert weder zwischen Freundschaftsspiele und Meisterschaftsspiele, noch lässt sich eine Begrenzung auf den Wettbewerb, in dem die rote Karte erfolgte, erkennen. Auch hier lassen der erkennbare Sinn und Zweck der Vorschrift keine andere Auslegung zu. Bis zur Entscheidung durch das Sportgericht soll der Spieler generell an keinem Spiel teilnehmen können, weil erst das Sportgericht darüber zu entscheiden hat, wie gravierend der Vorfall eingestuft wird und ob eine allgemeine Sperre notwendig ist oder ob eine wettbewerbsbezogene Sperre ausreicht.

Dabei sind diese beiden Bestimmungen vorrangig gegenüber der RVO des DFB, welche für die Mitgliedsverbände nicht allgemeinverbindlich ist. Auf die Bestimmungen des DFB kann sich der Revisionsführer daher nicht berufen.

Infolge dieser automatischen Sperre durfte der Spieler N nicht eingesetzt werden. Sein Einsatz war unzulässig.

Das JSG verurteilte den Revisionsführer zur Mindeststrafe gemäß § 77 Abs. 1 RVO. Ein leichterer Fall konnte nicht angenommen werden. Der Trainer und Betreuer der Mannschaft war vom KJL darauf hingewiesen worden, dass der Einsatz unzulässig wäre. Trotz dieser Kenntnis der Unzulässigkeit setzte der Betreuer den Spieler ein. Ein bewusstes Handeln trotz gegenteiligen Hinweises durch einen Verbandsfunktionär schließt einen leichteren Fall in der Regel aus. Besondere Umstände, die das Verhalten in milderem Licht stehen lassen würden, sind nicht vorgetragen.

Die Revision war daher zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO.

 

Aktenzeichen: 00062-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Müller, Beierlein

Berufung Verbandsanwalt gegen das Urteil vom 18.11.2014
B-Junioren Kreisliga-Spiel FC X gegen FT Y vom 18.10.2014

Urteil:

I. Auf die Berufung des Verbandsanwaltes wird das Urteil des Sportgerichts Bayern abgeändert und der Trainer N. N. gemäß §§ 47, 48 RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 € belegt.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 203,00 € trägt der Trainer N. N. unter Mithaftung seines Vereins FC X.

Gründe:

1. Beim Spiel der B-Junioren zwischen dem FC X und FT Y am 18.10.2014 schrie der Trainer des FC X, N. N. den SR für Minuten lauthals mit kritisch beleidigenden Phrasen über den Platz an. In einer Spielunterbrechung wurde er vom SR darauf aufmerksam gemacht, sich entsprechend zu beruhigen. Dem konterte der Betroffene damit, dass er den SR weiterhin mit Worten, wie ". hast du eigentlich überhaupt schon einmal gepfiffen?!" oder ". das Ganze hier ist eine Unverschämtheit" beleidigte. Der SR wollte ihn erneut beruhigen und wies ihn daraufhin, dass, wenn er sich weiter dementsprechend unsportlich verhalte, er des Sportgeländes verwiesen würde. Bereits nach kurzer Zeit beleidigte er den SR erneut mit den Worten "Kennst du eigentlich die Regeln?" und "Das ist doch der volle Wahnsinn." Daraufhin wurde er vom SR vom Sportgelände verwiesen. Er verließ daraufhin nach weiteren kurzen Beleidigungen tatsächlich den Sportplatz. Nach dem
Spiel schrie der Betroffene im Kabinengang den SR erneut mit den Worten an ". nur weil ihr euch aufführt, wie der Herr Gott persönlich, sind wir dann wieder an allem schuld." Der Betroffene ist Inhaber einer A-Lizenz.

Der Betroffene hatte Gelegenheit hierzu Stellung zu nehmen. Dem kam er mit Email vom 15.11.2014 nach und bezog sich in dieser im Wesentlichen auf den ESB, worin er sich auf die gelben Karten bezog und weitere Anträge dahingehend stellte, dass der SR zur Einhaltung u. a. der Regeln aufgefordert werde. Er behauptet, die Anschuldigungen seien frei erfunden. Das SG Bayern hat dann mit Urteilden Betroffenen wegen unsportlichen Verhaltens mit einem Verweis belegt. Mit Schreiben vom 24.11.2014 hat hiergegen der Verbandsanwalt Berufung eingelegt und diese damit begründet, dass der Betroffene bereits mit Urteil wegen eines vergleichbaren Delikts bestraft wurde. Bereits damals wurde eine entsprechende Geldstrafe ausgesprochen, die in die Strafzumessung einzubeziehen sei. Dem Betroffenen wurde Gelegenheit gegeben, zur Berufung Stellung zu nehmen. Eine Stellungnahme ist nicht eingegangen.

2. Die Berufung ist zulässig und begründet.

Der Betroffene hat den SR zunächst beleidigt. Er wurde daraufhin des Sportgeländes verwiesen. Der Betroffene hat danach den SR im Kabinengang noch einmal beleidigt, indem er ihn mit den Worten anschrie ". nur weil ihr euch aufführt, wie der Herr Gott persönlich, sind wir dann wieder an allem schuld." Dieses Verhalten stellt eine Schiedsrichterbeleidigung dar, die in jedem Fall als Unsportlichkeit zu ahnden ist. Da der Betroffene bereits mit Urteil des SG Bayern vorgeahndet war, ist die Verhängung einer weiteren Geldstrafe unabdingbar. Die Erteilung eines Verweises im vorliegenden Fall, insbesondere bei einer gleichgelagerten Vorahndung ist nicht ausreichend, den Betroffenen auf sein Fehlverhalten hinzuweisen.

Ein Betrag in Höhe von 100,00 € erscheint dem VSG tat- und schuldangemessen, aber auch ausreichend, um auf den Betroffenen entsprechend einzuwirken.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

 

 

Aktenzeichen: 00060-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Lieb

Wiedereinsetzungsantrag SpVgg X hinsichtlich seines Spielers N. N.

Urteil:

I. Der Wiedereinsetzungsantrag der SpVgg X wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Wiederaufnahmegebühr in Höhe von 50,75 € trägt der Spieler N. N. unter Mithaftung SpVgg X.

Gründe:

1. Gemäß § 46 Abs. 4 RVO ist die Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich der Rechtsfolgen zulässig, wenn eine ausgesprochene Sperrstrafe zu einer unbilligen Härte führt. Eine solche wird dann angenommen, wenn durch den Platzverweis in einer Mannschaft, zu deren Stammspieler der Betroffene nicht zählt, eine verlängerte Sperre für die Mannschaft eintritt, zu deren Kader der Betroffene an sich gehört. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor. Die Spielpläne der Bezirksliga und der Regionalliga sehen denselben zeitlichen Ablauf an Spieltagen vor. Durch die Sperre für die Bezirksligamannschaft verlängert sich die Sperre für die Regionalligamannschaft nicht. Mit Ablauf des dritten Spiels der Bezirksliga sind nach dem Spielplan der Regionalliga auch drei Spiele ausgesetzt.

2. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, i. V. m. Anlage zur FO § 2 I 11, 13 d).

 

Aktenzeichen: 00059-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 10.12.2014

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten der Berufung in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaverbandsspiel der Herrenmannschaften zwischen dem Y SC und FC X am 30.11.2014 erstattete der amtierende Schiedsrichter eine Sondermeldung. Der Spieler N. N., FC X, wurde in der 40. Spielminute vom Schiedsrichter mit Roter Karte vom Platz gestellt.
Der FC X hat in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben.

2. Mit Urteil vom 10.12.2014 des BSG wurde der Spieler N. N. nach § 66 Abs.1 RVO wegen rohen Spiels für drei Verbandsspiele gesperrt.

3. Hiergegen legte der FC X über die Antwortfunktion des Postfachs (Zimbra) form- und fristgerecht Berufung ein. Begründet wird die Berufung im Wesentlichen damit, dass der Spieler N. keine Absicht hatte den Spieler zu verletzen und das Foulspiel nicht so schlimm war.


4. Das Verbandssportgericht ist für die Entscheidung zuständig, § 20 Abs. 1 d RVO.

5. Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.
Gemäß § 44 IV RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Auch in der Berufungsschrift wurde nicht vorgetragen, warum in der 1. Instanz eine Stellungnahme nicht abgegeben wurde.

Auch wenn man zugunsten des FC X keine Verspätung annehmen würde, wäre die Berufung zurückzuweisen. Die verhängte Sperre von drei Spielen sieht auch das VSG als angemessen, aber auch ausreichend für das vom Schiedsrichter gemeldete Vergehen an.
Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden war, wird die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen.

6. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO i.V. m. § 2 I. Nrn. 8 b) und 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00058-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Revision der SpVgg DJK X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 16.12.2014

Urteil:

I. Die Revision der SV DJK X gegen das Urteil des BSG vom 16.12.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die SV DJK X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Nach dem Schluss des Kreisliga-Spiels SV DJK X gegen SpVgg Y II am 16.11.2014 ging der Spieler N. mit dem Spielball zum Schiedsrichter, der sich noch auf dem Spielfeld befand, hielt ihm den Ball in einer Entfernung von ca. 50 cm auf Augenhöhe vors Gesicht und ließ den Ball dann über seine Nase abrollen. Dabei sagte er zu ihm: "hier du Depp hast den Ball".

Das KSG verurteilte den Spieler N. gemäß § 68 Abs. 1 RVO wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter ab 03.12.2014 für 4 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Kreisliga-Mannschaft seines Vereins. Gegen das Urteil legte der Verein Berufung ein, welche vom BSG mit Urteil vom 16.12.2014 zurückgewiesen wurde. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Verein über das Postfach Zimbra am 23.12.2014 Revision ein und beantragte, die Frist zur Begründung um 10 Tage zu verlängern. Am 01.01.2015 wurde die Begründung nachgereicht. Es wurde ein Verstoß gegen § 29 RVO gerügt, weil der Sachverhalt nicht vollständig aufgeklärt worden sei und ein Verstoß gegen das Prinzip der Tatsachenentscheidung, weil der Schiedsrichter keine Rote Karte gezeigt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Insbesondere sieht es das VSG als ausreichend an, dass das Rechtsmittel über das amtliche E-Mail-System Zimbra des Verbands eingelegt wurde. Zwar sieht der Wortlaut des § 44 RVO vor, dass nur die Antwortfunktion des geschlossenen E-Mail-Systems die Schriftform ersetzt. Das VSG sieht sich aber aus praktischen Gründen zur erweiternden Auslegung des Begriffs veranlasst. Das Programm ZIMBRA lässt nicht zweifelsfrei erkennen, ob die Antwortfunktion des Programms benutzt wurde oder ob eine neue E-Mail geschrieben wurde. Der Ersteller der E-Mail, mit dem ein Rechtsmittel eingelegt wird, kann die Antwortfunktion so gestalten, dass diese wie eine neue E-Mail wirkt. Andererseits lässt sich auch eine neue E-Mail so gestalten, dass sie wie eine "Antwort" erscheint. Die wörtliche Auslegung der Formvorschrift würde daher zu dem Ergebnis führen, dass deren Einhaltung nicht abschließend überprüft werden könnte. Die Bestimmung ist daher nach ihrem Sinn und Zweck auszulegen. Dieser besteht darin, durch die Nutzung eines in sich geschlossenen E-Mail-Systems sicher zu stellen, dass ein Rechtsmittel von dem betroffen Verein stammt. Dazu genügt es, wenn das geschlossene E-Mail-System Zimbra genutzt wird. Zwar stellt die Einschränkung auf die Antwortfunktion ein weiteres Sicherheitskriterium dar, weil grundsätzlich davon auszugehen ist, dass nur diejenigen Vereinsmitarbeiter ein Rechtsmittel einlegen können, die die Berechtigung zur Öffnung von Urteilen haben. Da verschiedene Fälle in der Vergangenheit jedoch gezeigt haben, dass die Vereine mit dem technischen Begriff der "Antwortfunktion" Schwierigkeiten haben und darunter das gesamte E-Mail-System Zimbra verstehen, erscheint es bei der Abwägung im Interesse der Vereine geboten, auf das Kriterium des geschlossenen Systems abzustellen, was eine Identifikation des Absenders erlaubt. Auch wenn einzelne Vereine deshalb möglicherweise die internen Zugangskriterien zum E-Mail-System enger fassen müssen, stellt es für die weit überwiegende Zahl der Vereine eine Erleichterung dar, wenn sie insgesamt auf das geschlossene Postfachsystem Zimbra zurückgreifen können.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das Urteil des BSG ist nicht deshalb unzutreffend, weil der Schiedsrichter keine rote Karte gezeigt hatte. Die Meldung erfolgte wegen eines Verhaltens, das sich nach Spielschluss ereignete. Anders als über Vergehen die von Spielern während ihrer Spielteilnahme begangen werden, muss der Schiedsrichter bei Vergehen nach dem Spiel oder bei Vergehen von Spielern, die bereits aus anderen Gründen am Speil nicht mehr teilnehmen, nicht über eine persönliche Strafe entscheiden. Dies obliegt vielmehr dem Sportgericht, dem der Schiedsrichter den Vorgang zu melden hat. Aus diesem Grund ist es nicht zwingend notwendig, dass ein Schiedsrichter bei Vergehen nach dem Spiel dem betroffenen Spieler die rote Karte zeigt. Tut er dies, ist der Spieler sofort bis zur Entscheidung des Sportgerichts gesperrt. Unterlässt er das Zeigen der roten Karte und macht nur eine Meldung, muss das Sportgericht eine Von-bis-Sperre aussprechen. Da der Schiedsrichter nach Spielschluss somit keine persönliche Strafe aussprechen muss, ist das Sportgericht nicht gehindert, aufgrund der Meldung des Schiedsrichter eine Bestrafung durchzuführen (so auch DFB Sportgericht Entscheidung Nr. 163/2005/2006).

Das KSG und das BSG haben den Sachverhalt ausreichend aufgeklärt. Beide Gerichte haben die Stellungnahmen des Vereins berücksichtigt. Es wurden für den Vorfall mit dem Spieler N. keine Zeugen benannt, die die beiden Sportgerichte hätte anhören müssen. Der benannte Zeuge N. N. hat die Stellungnahme des Vereins verfasst. Was er zum Vorfall aussagen konnte, ist daher in der Stellungnahme nachzulesen. Gleichzeitig ist aber auch erkennbar, dass der Zeuge gegenüber dem Schiedsrichter erhebliche Vorbehalte hat. So beschränkt sich die Stellungnahme nicht auf die Vorfälle, die Gegenstand der Meldungen waren, sondern der Zeuge berichtet ausführlich über das seiner Meinung nach unangebrachte und arrogante Verhalten des Schiedsrichters. Letztlich wird auch nicht bestritten, dass der Spieler N. in der äußerst aufgeheizten Situation nach dem Spiel dem Schiedsrichter seine Missbilligung der Schiedsrichterleistung ausdrückte. Es wird lediglich die vom Schiedsrichter geschilderte Art bestritten und durch ein verächtliches Lachen ersetzt. Es stellt daher keinen Verstoß gegen Denkgesetze dar, dass das Gericht der objektiv und sachlich geschrieben Meldung des Schiedsrichters den Vorzug gegenüber der Stellungnahme des Zeugen N. gab. Weitere Zeugen für diesen konkreten Vorgang wurden nicht genannt. Ein Verstoß gegen die Aufklärungspflicht oder ein Verstoß gegen die Beweiswürdigung liegt damit nicht vor.

Im Hinblick auf den Vorfall und der körperlichen Berührung mit dem Ball, erscheint die Sperre auch nach Ansicht des VSG als angemessen und ausreichend.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen: 00057-14/15-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Lieb

Revision der SpVgg DJK X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 16.12.2014

Urteil:

I. Die Revision der SpVgg DJK X gegen das Urteil des BSG vom 16.12.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der SV DJK X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25.

Gründe:

1. Nach dem Schluss des Kreisliga-Spiels SV DJK X gegen SpVgg Y II am 16.11.2014 ging der Spieler N. zum Schiedsrichter, der sich noch auf dem Spielfeld befand, und sagte zu ihm: "Wenn du noch einmal meiner Freundin Nachrichten über das Handy schreibst, fotze ich dich und bringe dich um." Dabei bedrängte der Spieler N. den Schiedsrichter mit seinen Schultern. Der Spieler N. ging dann etwas weg und drehte sich nochmals um. Dabei sagte er zum Schiedsrichter "Das habe ich ernst gemeint was ich gesagt habe! Du Arschloch."

Das KSG verurteilte den Spieler N. gemäß § 68 Abs. 1 RVO wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter ab 03.12.2014 für 3 Verbandsspiele im Sinne des § 51 Abs. 5 RVO der Kreisliga-Mannschaft seines Vereins. Gegen das Urteil legte der Verein Berufung ein, welche vom BSG mit Urteil vom 16.12.2014 zurückgewiesen wurde. Gegen das am selben Tag zugestellte Urteil legte der Verein über das Postfach Zimbra am 23.12.2014 Revision ein und beantragte, die Frist zur Begründung um 10 Tage zu verlängern. Am 01.01.2015 wurde die Begründung nachgereicht. Es wurde ein Verstoß gegen § 29 RVO gerügt, weil der Sachverhalt nicht vollständig aufgeklärt worden sei und ein Verstoß gegen das Prinzip der Tatsachenentscheidung, weil der Schiedsrichter keine Rote Karte gezeigt habe.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Insbesondere sieht es das VSG als ausreichend an, dass das Rechtsmittel über das amtliche E-Mail-System Zimbra des Verbands eingelegt wurde. Zwar sieht der Wortlaut des § 44 RVO vor, dass nur die Antwortfunktion des geschlossenen E-Mail-Systems die Schriftform ersetzt. Das VSG sieht sich aber aus praktischen Gründen zur erweiternden Auslegung des Begriffs veranlasst. Das Programm ZIMBRA lässt nicht zweifelsfrei erkennen, ob die Antwortfunktion des Programms benutzt wurde oder ob eine neue E-Mail geschrieben wurde. Der Ersteller der E-Mail, mit dem ein Rechtsmittel eingelegt wird, kann die Antwortfunktion so gestalten, dass diese wie eine neue E-Mail wirkt. Andererseits lässt sich auch eine neue E-Mail so gestalten, dass sie wie eine "Antwort" erscheint. Die wörtliche Auslegung der Formvorschrift würde daher zu dem Ergebnis führen, dass deren Einhaltung nicht abschließend überprüft werden könnte. Die Bestimmung ist daher nach ihrem Sinn und Zweck auszulegen. Dieser besteht darin, durch die Nutzung eines in sich geschlossenen E-Mail-Systems sicher zu stellen, dass ein Rechtsmittel von dem betroffenen Verein stammt. Dazu genügt es, wenn das geschlossene E-Mail-System Zimbra genutzt wird. Zwar stellt die Einschränkung auf die Antwortfunktion ein weiteres Sicherheitskriterium dar, weil grundsätzlich davon auszugehen ist, dass nur diejenigen Vereinsmitarbeiter ein Rechtsmittel einlegen können, die die Berechtigung zur Öffnung von Urteilen haben. Da verschiedene Fälle in der Vergangenheit jedoch gezeigt haben, dass die Vereine mit dem technischen Begriff der "Antwortfunktion" Schwierigkeiten haben und darunter das gesamte E-Mail-System Zimbra verstehen, erscheint es bei der Abwägung im Interesse der Vereine geboten, auf das Kriterium des geschlossenen Systems abzustellen, was eine Identifikation des Absenders erlaubt. Auch wenn einzelne Vereine deshalb möglicherweise die internen Zugangskriterien zum E-Mail-System enger fassen müssen, stellt es für die weit überwiegende Zahl der Vereine eine Erleichterung dar, wenn sie insgesamt auf das geschlossene Postfachsystem Zimbra zurückgreifen können.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das Urteil des BSG ist nicht deshalb unzutreffend, weil der Schiedsrichter keine rote Karte gezeigt hatte. Die Meldung erfolgte wegen eines Verhaltens, das sich nach Spielschluss ereignete. Anders als über Vergehen die von Spielern während ihrer Spielteilnahme begangen werden, muss der Schiedsrichter bei Vergehen nach dem Spiel oder bei Vergehen von Spielern, die bereits aus anderen Gründen am Speil nicht mehr teilnehmen, nicht über eine persönliche Strafe entscheiden. Dies obliegt vielmehr dem Sportgericht, dem der Schiedsrichter den Vorgang zu melden hat. Aus diesem Grund ist es nicht zwingend notwendig, dass ein Schiedsrichter bei Vergehen nach dem Spiel dem betroffenen Spieler die rote Karte zeigt. Tut er dies, ist der Spieler sofort bis zur Entscheidung des Sportgerichts gesperrt. Unterlässt er das Zeigen der roten Karte und macht nur eine Meldung, muss das Sportgericht eine Von-bis-Sperre aussprechen. Da der Schiedsrichter nach Spielschluss somit keine persönliche Strafe aussprechen muss, ist das Sportgericht nicht gehindert, aufgrund der Meldung des Schiedsrichter eine Bestrafung durchzuführen (so auch DFB Sportgericht Entscheidung Nr. 163/2005/2006).

Das KSG und das BSG haben den Sachverhalt ausreichend aufgeklärt. Beide Gerichte haben die Stellungnahmen des Vereins berücksichtigt. Es wurden für den Vorfall mit dem Spieler N. keine Zeugen benannt, die die beiden Sportgerichte hätte anhören müssen. Der benannte Zeuge N. N. hat die Stellungnahme des Vereins verfasst. Was er zum Vorfall aussagen konnte, ist daher in der Stellungnahme nachzulesen. Gleichzeitig ist aber auch erkennbar, dass der Zeuge gegenüber dem Schiedsrichter erhebliche Vorbehalte hat. So beschränkt sich die Stellungnahme nicht auf die Vorfälle, die Gegenstand der Meldungen waren, sondern der Zeuge berichtet ausführlich über das seiner Meinung nach unangebrachte und arrogante Verhalten des Schiedsrichters. Letztlich wird auch nicht bestritten, dass der Spieler N. in der äußerst aufgeheizten Situation nach dem Spiel den Schiedsrichter verbal Angriff und bedrohte. Es stellt daher keinen Verstoß gegen Denkgesetze dar, dass das Gericht der objektiv und sachlich geschrieben Meldung des Schiedsrichters den Vorzug gegenüber der Stellungnahme des Zeugen N. gab. Weitere Zeugen für diesen konkreten Vorgang wurden nicht genannt. Ein Verstoß gegen die Aufklärungspflicht oder ein Verstoß gegen die Beweiswürdigung liegt damit nicht vor.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

  

Aktenzeichen: 00056-14/15-VSG
Sitzung vom: 25.02.2015
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Beierlein

Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung des Verbands-Sportgerichts vom 12.02.2015

Beschluss:

I. Der Antrag auf Aussetzung der Funktionssperre gemäß Urteil des BSG wird als unzulässig zurückgewiesen.

II. Der Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung wird zurückgewiesen.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,38 € trägt der Jugendbetreuer N. N. unter Mithaftung seines Vereins FSV X.

Gründe:

Der Antrag des Jugendbetreuers N. N. auf Aussetzung ist unzulässig, weil kein Rechtsmittel gegen das Urteil des BSG vom 10.02.2015 eingelegt wurde. Mit Schreiben vom 13.02.2015 verwies der FSV X darauf, dass er bereits mit Schreiben vom 08.02.2015 Berufung eingelegt habe. Diese Berufung konnte sich aber nicht auf das erst zwei Tage später ergehende Urteil beziehen. Da das Schreiben vom 13.02.2015 keine eigene Berufungseinlegung darstellt, sondern nur einen Verweis auf das Berufungsschreiben im anderen Verfahren enthält, kann es auch nicht dahingehend umgedeutet werden, dass dieses Schreiben ein eigenständiges Berufungsschreiben darstellen sollte.

Mangels Rechtsmittel in der Hauptsache war daher der Antrag auf Aussetzung unzulässig.

 

 

Aktenzeichen: 00055-14/15-VSG
Sitzung vom: 25.02.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des SV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 16.12.2015

Urteil:

I. Auf die Revision des SV X gegen das Urteil des BSG wird dieses Urteil und das Urteil des KSG vom 26.11.2014 aufgehoben und das Verfahren gegen den Spieler N. eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Spiel der C-Klasse-Spiel SV Y II gegen SV X II vom 02.11.2014 beging der Spieler N. N., SV X, in der 59. Spielminute ein Foulspiel, bei dem der Gegenspieler schwer verletzt wurde. Der Gegenspieler musste mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Murnau geflogen werden. Der amtierende Schiedsrichter hatte den Vorgang beobachtet, unter-brach das Spiel entschied auf Freistoß für den SV Y. Er belegte den Spieler N. wegen des Foulspiels mit einer gelben Karte.

Mit Schreiben vom 02.11.2014 zeigte der SV Y beim KSG an, dass der Spieler N. kurze Zeit vor dem Foulspiel erklärt hatte: "den nächsten hau i um." Das KSG kam zu dem Er-gebnis, dass diese Anzeige zutreffend war, nahm daher ein krass sportwidriges Verhalten an und sperrte den Spieler mit Urteil vom 04.11.2014 gemäß § 65 Abs. 1 RVO wegen un-sportlichen Verhaltens für sechs Verbandsspiele. Gegen das am 26.11.2014 im Postfach zugestellte Urteil legte der SV X mit Antwortfunktion Zimbra am 28.11.2014 Berufung ein. Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 16.12.2014 zurück. Mit der Antwortfunktion Zimbra legte der SV X am 19.12.2014 Revision ein.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.
Zwar wird in der Revisionsschrift keine verletzte Vorschrift genannt. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (vgl. Fälle 08/09-13; 10/11-23; 12/13-12) muss die verletzte Vorschrift nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich lediglich zweifels-frei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsa-chenbewertungen reichen nicht aus. Hier wird gerügt, dass die Beweiswürdigung unzu-reichend ist. Es wird also nicht nur ein anderer Tatsachenvortrag gehalten, sondern ein Verfahrensverstoß gerügt.

3. Die Revision ist auch begründet.

Zwar greift der Angriff gegen die Beweiswürdigung nicht durch. Das BSG hat sich mit den Zeugenaussagen auseinandergesetzt und sie im Rahmen des Urteils bewertet. Dass die Bewertung anders ausfiel, als sie der Revisionsführer vorgenommen hätte, ist für die Revi-sion unerheblich.

Auch wenn der gerügte Verfahrensfehler nicht vorliegt, ist das Urteil im Revisionsverfah-ren vollständig zu prüfen, wenn ein Verfahrensfehler zumindest geltend gemacht wird. Diese vollständige Überprüfung des Urteils führt aus den nachfolgenden Gründen zur Auf-hebung der Urteile des KSG und des BSG und zur Einstellung des Verfahrens.

Der Verurteilung steht die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters entgegen.

Gemäß Nr. 5 der Fußball-Regeln sind die Entscheidungen des Schiedsrichters zu spielre-levanten Tatsachen endgültig. Hierzu zählt auch die Frage, ob und ggfs. welche persönli-che Strafe der Schiedsrichter für einen von ihm festgestellten Sachverhalt ausspricht.

Zwar kann bei einem krass sportwidrigen Vergehen ein Sportgerichtsverfahren auch dann gegen den Betroffenen eingeleitet werden, wenn der Schiedsrichter das Vergehen auf dem Spielfeld nicht mit einer persönlichen Strafe geahndet hat. Dies setzt aber voraus, dass der Schiedsrichter den sportwidrigen Vorgang nicht wahrgenommen hat (z.B. weil er sich hinter seinem Rücken abspielte). Hat der Schiedsrichter den Vorgang gesehen und dementsprechend auch hinsichtlich einer persönlichen Strafe bewertet, kann nur dann ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet werden, wenn der Schiedsrichter einen Feldverweis auf Dauer ausgesprochen hat oder eine Meldung gemacht hat. Im vorliegenden Fall hat der Schiedsrichter für das Foulspiel des Betroffenen eine Verwarnung mit gelber Karte als an-gemessen und ausreichend erachtet. Der Schiedsrichter hat dabei die Ausführung des Foulspiels und auch dessen Folgen in seine Entscheidung einbezogen. Der Schiedsrichter konnte nicht bewerten, dass das Foulspiel vorsätzlich durchgeführt worden war. Diese Frage spielt aber bei der vom Schiedsrichter auszusprechenden persönlichen Strafe keine Rolle. Das Strafmaß legt das Sportgericht fest. Ein Feldverweis auf Dauer ist auszuspre-chen, wenn der Angriff auf den Gegner zwar fahrlässig aber gefährdend war (rohes Spiel) oder aber absichtlich erfolgte (Tätlichkeit). Da es für den Feldverweis somit nicht auf die Intention, sondern auf die Ausführung des Foulspiels ankommt, ist für die Bewertung uner-heblich, ob der Spieler nur fahrlässig oder vorsätzlich handelte. Die Ausführung des Foul-spiels und die Verletzungsfolgen können daher wegen der abschließenden Entscheidung des Schiedsrichters über das Foulspiel nicht mehr Gegenstand einer Anzeige sein.

Allerdings hat der Spieler mit seiner Ankündigung, demnächst ein vorsätzliches Foulspiel zu begehen, ebenfalls eine Unsportlichkeit begangen, die der Schiedsrichter nicht mitbe-kommen hatte und deshalb auch nicht bewerten konnte. Insoweit steht der Anzeige keine Tatsachenentscheidung entgegen.

Hier stellt sich aber die Frage, ob ein krass sportwidriges Verhalten vorliegt, das aus-nahmsweise die Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens aufgrund Vorgängen eines Spiels zulässt, über das an sich nur die Meldung des Schiedsrichters zulässig ist. Nach der Bewertung durch das VSG stellt die Ankündigung, isoliert betrachtet, noch kein krass sportwidriges Verhalten dar. Ein solches Verhalten ist dann anzunehmen, wenn der Schiedsrichter regelkonform einen Platzverweis hätte aussprechen müssen, wenn er den Verstoß bemerkt hätte. Dies liegt aber bei der Ankündigung des Betroffenen nicht vor. Hät-te der Schiedsrichter den Ausspruch gehört, hätte er den Spieler ermahnt und ihn wegen eines unsportlichen Verhaltes verwarnen müssen. Er hätte keinen Platzverweis ausspre-chen müssen, insbesondere weil der Ausspruch im Zusammenhang mit einem vorange-gangenen Foulspiel an dem Betroffenen erfolgte und deshalb auch eine möglicherweise durch eigenen Schmerz veranlasste impulsive Reaktion vorlag. Bei der Bewertung dieses Ausspruchs kann nicht berücksichtigt werden, dass der Spieler seine Drohung später wahr machte. Dieses Wahrmachen zählt nämlich zu dem Vorgang, der der Tatsachenentschei-dung unterliegt. Für ein krass sportwidriges Verhalten ist also nur der Ausspruch zu bewer-ten. Weil dieser Ausspruch in der Hektik des Spiels erfolgte, ist er auch anders zu bewer-ten, als dies möglicherweise der Fall wäre, wenn ein solches Foulspiel wohlüberlegt bereits vor dem Spiel in einem sozialen Netzwerk angekündigt worden würde (wobei im letzteren Fall ohnehin keine Begrenzung durch ein Meldeerfordernis zu berücksichtigen wäre).

Im Ergebnis ist daher festzuhalten, dass die Intension des Foulspiels für die Tatsachenent-scheidung des Schiedsrichters zur persönlichen Strafe unerheblich ist. Daran ändert auch nichts, dass der Schiedsrichter konkret im vorliegenden Fall nicht erkannte, dass es sich nicht nur um ein unsportliches Foulspiel, sondern um eine Tätlichkeit handelte. Anderer-seits ist der Ausspruch des Betroffenen in der konkreten Situation nicht so gravierend ge-wesen, dass er isoliert betrachtet bereits einen Platzverweis gerechtfertigt hätte, weshalb insoweit keine krass sportwidrige Handlung vorliegt.

Damit konnte der Anzeige aus Rechtsgründen keine Folge geleistet werden und das Ver-fahren musste eingestellt werden.

4. Kosten: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO.

 

Aktenzeichen: 00051-14/15-VSG
Sitzung vom 03.02.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Lieb

Bezirksliga-Spiel TSV/DJK X gegen SV-DJK Y vom 09.11.2014
Berufung TSV/DJK X gegen das Urteil des BSG vom 31.12.2014

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90 sowie die Berufungsgebühr in Höhe von € 101,50 trägt der TSV/DJK X.

 

Gründe:

1. Der TSV/DJK X hat bzgl. dem Bezirksligaverbandsspiel der TSV/DJK X - SV-DJK Y am 09.11.2014 Einspruch eingelegt.
Dieser Einspruch wurde mit Urteil vom 31.12.2014 durch das BSG als unzulässig zurückgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des TSV/DJK X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie ist form- und fristgerecht nach § 44 Abs.3 RVO eingelegt. Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit.d RVO.

3. Die Berufung ist nicht begründet.
Der Einspruch des TSV/DJK X gegen die Spielwertung ist in unzulässiger Form eingelegt worden. Nach § 38 II RVO ist ein Einspruch innerhalb von drei Tagen schriftlich beim zuständigen Sportgericht einzulegen.
Eine Einlegung per Zimbra Postfach ist nicht möglich, da diese Form nicht in der Vorschrift zugelassen ist.

Das Verbandssportgericht folgt darüber hinaus ebenso der Argumentation des
BSG, wonach es sich bei der vorliegenden Entscheidung des Schiedsrichters, ob das Verhalten des Spielers bei der Ausführung des Freistoßes eine Unsportlichkeit darstellt, um eine nicht angreifbare Tatsachenentscheidung gehandelt hat.

Es liegt kein Regelverstoß vor. Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I Nr. 8b und 13 FO,
i. V. m. § 2 I Nr. 8b und 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00050-14/15-VSG
Sitzung vom 03.02.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Bezirksliga-Spiel TSV Y gegen TSV X vom 15.11.2014
Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 25.11.2014

Urteil:

I. Die Berufung wird mit der Maßgabe verworfen, dass der Spieler N. N. ab 25.11.14 für drei Verbandsspiele gesperrt ist.

II. Im Übrigen verbleibt es bei dem Ersturteil.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € sowie die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der TSV X.

Gründe:

1. Beim Spiel der Herrenmannschaften zwischen TSV Y und TSV X am 15.11.14 verfasste der amtierende SR eine Sondermeldung. Danach soll der Betroffene auf dem 200 m langen Weg zur Kabine lautstark über das SR-Gespann geschimpft und u. a. gesagt haben, dass die SR vom TSV Y bestochen wurden.

2. Mit Urteil vom 25.11.14 wurde der Spieler N. gem. § 68 I RVO wegen unsportlichen Verhaltens ab 16.11.14 für drei Verbandsspiele gesperrt.

Mit Schreiben vom 25.11.14 legte der TSV X gegen dieses Urteil form- und fristgerecht Berufung ein.

3. Die Berufung war mit der aus dem Tenor ersichtlichen Maßgabe zu verwerfen. Aus dem Spielbericht ergab sich, dass der SR keine rote Karte gezeigt und nur eine nachträgliche Sondermeldung verfasst hatte. Das BSG sperrte den Spieler deshalb zu Unrecht für die Zeit ab 16.11.14 für drei Spiele, sodass auf die Berufung des TSV X das Urteil im entsprechenden Umfang abzuändern war.

4. Der TSV X trägt in seiner Begründung vor, dass es ein ahndungswürdiges Vergehen des Spielers N. nicht gebe, da der Spieler keine Personen direkt angesprochen habe und der amtierende SR die Äußerungen direkt nicht mitbekommen haben soll.
Das VSG hat deshalb nochmals beim SR nachgefragt und es wurde bestätigt, dass er selbst die Äußerungen nicht gehört habe, diese jedoch von seinem SRA wahrgenommen wurden und ihm unmittelbar nach Eintritt in die Kabine mitgeteilt wurden. Ebenfalls hat das VSG daraufhin den SRA angehört, der bestätigte, dass er die mitgeteilten Äußerungen gehört habe und er dies nur nochmals bestätigen könne, weil er in geringer Entfernung vor dem Betroffenen gegangen ist.

Die Verhängung von drei Verbandsspielen war somit tat- und schuldangemessen. Soweit der Betroffene Äußerungen im räumlichen Bereich des Schiedsrichtergespannes tätigte, hat er in Kauf genommen, dass das Gespann diese Äußerungen auch hört.

Das Urteil war deshalb im Ergebnis aufrecht zu erhalten und die Berufung kostenpflichtig zurückzuweisen.

5. Kosten: §§ 32, 33 RVO i. V. m. § 2 Abs. 1 Nr. 8 b) und Nr. 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00048-14/15-VSG
Sitzung vom 26.01.2015
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Preißinger

Ausschluss Trainer N. N., TSV X

Urteil:

I. Der Trainer N. N., TSV X wird aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60,90 trägt der Betroffene unter Mithaftung des TSV X.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 08.11.2014 im Spiel der C-Junioren TSV Y gegen den TSV X als verantwortlicher Trainer des TSV X geduldet zu haben, dass insgesamt 5 Spieler seiner Mannschaft mit fremden Pässen gespielt haben. Darüber hinaus war beim Spielerpass des Spielers A. A. ein anderes Passbild eingeklebt, was der Betroffene wusste, zumal der Spieler A. A. in der ganzen Saison noch kein Spiel absolviert hatte.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs. 1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Stellungnahme des JGSL B. B. der die entsprechenden Feststellungen persönlich am 8.11.2014 getroffen und in einem Vermerk vom 22.11.2014 niedergelegt hat. Der Betroffene äußerte gegenüber Herrn B., andere Vereine oder Betreuer würden genauso verfahren Der Betroffene hat sich im laufenden Verfahren trotz entsprechender Gelegenheit nicht zum Sachverhalt geäußert.

Das Verhalten des Betroffenen stellt neben der vorliegenden Urkundenfälschung ein Vergehen der falschen Angaben im Sinne von § 89 Abs. 2 RVO dar.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser zumindest gegenüber Herrn B. den Vorfall eingeräumt hat.
Zu seinen Lasten war zu berücksichtigen, dass er zum einen geduldet hat, dass insgesamt 5 Spieler mit Pässen anderer Spieler gespielt haben, zum anderen liegt eine strafrechtlich relevante Tat der Urkundenfälschung durch Austausch des Passbildes vor. Bereits der Gebrauch des manipulierten Passes führt gemäß § 89 Abs.2 RVO zum Ausschluss. Angesichts der Gesamtumstände sowie der Tatsache, dass es sehr wahrscheinlich eine Vielzahl weiterer ähnlich gelagerter Fälle gibt, kam auch die Annahme eines leichten Falles nach § 89 Abs.2 Satz 2 RVO nicht in Betracht.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

Aktenzeichen: 00046-14/15-VSG
Sitzung vom: 26.01.2015
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Krause

Berufung der FSV X gegen das Urteil des BSG vom 17.12.2014

Urteil:

I. Die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 101,50 € trägt der FSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Zu dem Verbandsspiel der Frauen Bezirksoberliga FC Y gegen FSV X am 10.10.2014 meldete der Betreuer des Heimvereins am 20.10.2014 dem Verbandsanwalt, dass nach dem Abpfiff einer der Betreuer des Gastvereins, welcher im Spiel als Linienrichter fungierte, mit jubelnder Geste "Sieg Heil" rief. Das BSG leitete hierauf ein Verfahren gegen den FSV X ein und forderte unter Verweis auf den konkreten Schuldvorwurf unter Fristsetzung bis zum 15.12.2014 eine Stellungnahme an. Eine solche ging nicht ein.
Das BSG verhängte mit Urteil vom 17.12.2014 gegen den FSV X nach § 73 I, II RVO eine Geldstrafe in Höhe von 150,00 € und verurteilte ihn zu den Kosten des Verfahrens.
Über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs (ZIMBRA) legte der 3. Vorstand des FSV X am 23.12.2014 "Einspruch" gegen das Urteil ein und begründete diese u. a. damit, dass nach Rücksprache mit drei Personen, keine den vorgeworfenen Sachverhalt bestätigen konnte. Vielmehr habe der Betreuer lediglich "Sieg" gerufen. Der Berufungsführer entschuldigte sich ferner, dass er bisher keine Stellungnahme abgegeben hatte und gab an, dass er erst durch das Urteil von dem Vorfall erfahren hatte.

2. Das fälschlicherweise als "Einspruch" bezeichnete Rechtsmittel wurde in eine Berufung umgedeutet. Diese ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht am 23.12.2014 eingereicht, das Verbands-Sportgericht ist auch gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.
3. Die Berufung ist jedoch nicht begründet.
Gemäß § 44 Abs. 4 RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der ersten Instanz hätten beigebracht werden können. Der Berufungsführer räumt selbst ein, dass er es unterlassen hat, auf das Anschreiben des BSG zu reagieren. Damit kann er mit dem nunmehr erstmals im Berufungsverfahren Vorgetragenen nicht mehr gehört werden. Ungeachtet dessen würde auch der Vortrag, dass die befragten drei Personen den Ausspruch nicht gehört hätten, nicht zwingend zu einer anderen Entscheidung führen.
Das Verbands-Sportgericht sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom Erstgericht ausgesprochenen Strafe vorzunehmen; vielmehr scheint die Strafhöhe unter Verweis auf die Spezialvorschrift des § 47a RVO als eher zu gering. Die Berufung war daher mit der entsprechenden Kostenfolge zurückzuweisen.
4. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO i. V. m. § 2 I. Nrn. 8 b) und 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00043-14/15-VSG
Sitzung vom: 13.01.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Revision des Vereins JFG X gegen das Urteil vom 13.01.2015

Urteil:

I. Auf die Revision der JFG X wird das Urteil in Ziffer I. dahingehend abgeändert, dass die Bestrafung gemäß §§ 47, 48 RVO erfolgt.
II. In Ziffer II. wird das Urteil dahingehend abgeändert, dass das Spiel JFG X gegen JFG Y neu anzusetzen ist.
III. Die Kosten des Verfahrens und die Revisionsgebühr tragen der BFV und die JFG X je zur Hälfte. Im Übrigen trägt die Kosten des Verfahrens die JFG X.

Gründe:

1. Zum Verbandsspiel der A-Junioren-Kreisliga JFG X gegen JFG Y am 29.11.2014 wurde der Gastmannschaft nach dem Eintreffen am Spielort mitgeteilt, dass das Spiel auf dem Kunstrasenplatz und nicht auf einem Rasenfeld (wie in der Ligaverwaltung vermerkt) statt-finden soll. Das Schuhwerk der Gastmannschaft (Stollenschuhe) war nicht geeignet, um auf dem Kunstrasenplatz zu spielen. Ein Austausch der Schuhe war aufgrund der Entfer-nung (ca. 50 km) nicht möglich. Aus diesem Grund fiel das Spiel aus.

Der Trainer der JFG X hatte in einer E-Mail vom 13.11.14 den Herren N. und N. (Adressen aus der Homepage des Stammvereins TSV Z) die Verlegung des Spiels auf den Kunstra-senplatz mitgeteilt. Allerdings sind beide Herren nicht mehr im Spielbetrieb der JFG Y inte-griert, so dass die Spielverlegung bei den Verantwortlichen der JFG Y nicht angekommen ist.

Mit Urteil vom 08.12.2014 sprach das JSG gegen die JFG Y gemäß § 78 Abs. 1 RVO we-gen Verursachen eines Spielausfalls eine Geldstrafe in Höhe von € 30,00 aus und wertete das Spiel gemäß § 29 SpO für die JFG X mit 2:0 als gewonnen und für die JFG Y mit 0:2 als verloren.

Mit Schreiben vom 10.12.2014 legte die JFG Y Berufung ein. Das BSG hob am 13.01.2015 das Urteil des JSG auf, verurteilte die JFG X gemäß § 78 Abs. I RVO wegen Verursachen eines Spielausfalls zu einer Geldstrafe in Höhe von € 30,00 und wertete das Spiel gemäß § 29 SpO für die JFG Y mit 2:0 als gewonnen und für JFG X mit 0:2 als ver-loren.

Hiergegen legte die JFG X am 17.01.2015 Revision ein und begründete diese damit, dass gemäß § 58 Nr. 7 SpO das Spiel neu anzusetzen sei, wenn es wegen fehlender Unterrich-tung über den Kunstrasen ausfällt.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist auch begründet.

Die JFG X weist in der Revisionsbegründung zu Recht darauf hin, dass nach der Neufas-sung der Spielordnung in § 58 Nr. 7 SpO eine eindeutige Regelung getroffen wurde, dass das Spiel neu anzusetzen ist, wenn es wegen fehlender Unterrichtung des Gastvereins ausfällt.

§ 58 Nr. 7 SpO lautet:
Kunstrasen/Hartplatz
Die Platzvereine haben auf den Spielgruppentagungen für Spiele auf Kunstrasenplätzen und Hartplätzen einen ausdrücklichen Hinweis zu geben. Ist das nicht der Fall, müssen die Vereine den Gegner bei Spielen auf Kunstrasenplätzen und Hartplätzen rechtzeitig, mind. jedoch am Spieltag vor der Abreise, davon in Kenntnis zu setzen, dass auf einem derarti-gen Platz das Spiel ausgetragen wird. Fällt das Spiel wegen der fehlenden Unterrichtung des Gastvereins durch den Platzverein aus, ist das Spiel neu anzusetzen. Die Bestrafung des Platzvereins erfolgt nach §§ 47, 48 (1) b) Rechts- und Verfahrensordnung.

Diese Regelung gilt mangels einer eigenständigen Regelung dieser Frage in der Jugend-ordnung auch für Jugendspiele. Sie geht als Spezialregelung der allgemeinen Vorschrift des § 29 SpO vor.

Die Bestrafung der JFG X mit einer Geldstrafe durch das BSG ist im Ergebnis zutreffend. Die Unterrichtung des Gastvereins hätte an die E-Mail Adressen aus dem im Spielplus hin-terlegten Meldebogen gesandt werden müssen. Die Homepage des Vereins muss im Ge-gensatz zum Meldebogen des Vereins im BFV nicht ständig auf dem neuesten Stand sein.

Die Höhe der Strafe erscheint angemessen und überfordert offensichtlich nicht die Leis-tungsfähigkeit des Vereins. Allerdings richtet sich die Bestrafung nicht nach § 78 RVO, sondern gemäß § 47, 48 RVO.

4. Hinsichtlich der Kosten war zu berücksichtigen, dass die Bestrafung des Vereins Bestand hatte, die Revision jedoch hinsichtlich der Spielwertung erfolgreich war. §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

 

Aktenzeichen: 00041-14/15-VSG
Sitzung vom: 13.01.2015
Besetzung: Riedmeyer, Preißinger, Lieb

Revision des Vereins FC X gegen das Urteil vom 09.12.2014

Urteil:

I. Die Revision des FC X wird zurückgewiesen.

II. Der FC X trägt die Revisionsgebühr in Höhe von € 152,25, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,90.

Gründe:

1. Das B-Junioren-Kreisligaspiel FC X - SV Y vom 09.11.2014 wurde in der 75. Spielminute vom amtierenden Schiedsrichter abgebrochen, weil der Trainer/Betreuer N. N. ihn wiederholt kritisiert hatte. Durch das Jugend-Sportgericht wurde mit Urteil vom 13.11.2014, das Spiel neu angesetzt. Gegen dieses Urteil legte der FC X mit Schreiben vom 14.11.2014 Berufung ein. Das Bezirks-Sportgericht wies die Berufung mit Urteil vom 09.12.2014 zurück. Dagegen richtet sich die mit Antwortfunktion Zimbra am 11.12.2014 eingelegte Revision. Es wird gerügt, dass die §§ 29, 66 SpO falsch ausgelegt wurden, weil Anlass des Spielabbruchs das Verhalten des Trainers gewesen sei.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.
Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG kommt eine Spielwertung wegen des Verschuldens eines Spielabbruchs nur dann in Betracht, wenn der Schiedsrichter das Spiel zu Recht abgebrochen hat. Dabei muss der Spielabbruch absoluten Ausnahmecharakter haben; er muss letztes Mittel sein, zu dem der Schiedsrichter nur greifen darf, wenn der Schiedsrichter ernsthaft um seine körperliche Unversehrtheit fürchten muss oder bereits angegriffen wurde oder eine ordnungsgemäße Durchführung des Spiels wegen einer sonstigen ernsthaften Störung i.S.v. lit a) bis d) nicht mehr gewährleistet ist (VSG-Urteil 06/07-10). Diese Voraussetzungen waren hier offensichtlich nicht gegeben. Ein lediglich beleidigendes Verhalten eines Trainers rechtfertigt in aller Regel keinen Spielabbruch. Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit das Verhalten des Trainers zu melden und dessen Bestrafung durch das Sportgericht herbeizuführen. Ein Eingriff in den Wettbewerb, der eine Spielwertung stets darstellt, ist deshalb nicht notwendig und nicht gerechtfertigt.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO.

 

 

 

Aktenzeichen: 00039-14/15-VSG
Sitzung vom 07.01.2015
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

 

TSV X gegen 1. FC Y vom 12.09.2014

Urteil:

I. Der Spieler N. N., 1. FC Y, wird wegen eines Dopingvergehens gemäß § 86 Abs. I RVO mit einer Sperrstrafe vom 17.10.2014 bis einschließlich 16.10.2016 belegt.

II. Das Spiel vom 12.09.2014 wird mit 2:0 für den TSV X und 0:2 für den 1. FC Y gewertet.

III. Der 1. FC Y wird wegen des Mitwirkens eines gedopten Spielers gemäß § 86 Abs. II RVO i. V. m. § 85 Abs. IV RVO mit einer Geldstrafe in Höhe von 400 € belegt.

IV. Die Gebühr des Verfahrens in Höhe von 60,90 € und die Kosten des Verfahrens einschließlich der mündlichen Verhandlung tragen der 1. FC Y und der Spieler N. N. jeweils zur Hälfte, hinsichtlich des Spielers N. N. unter Vereinshaftung seines Vereins 1. FC Y.

Gründe:

1. Sachverhalt

Beim Spiel TSV X gegen 1. FC Y am 12.09.2014 wirkte in der Mannschaft des 1. FC Y der Spieler N. N. mit. Die Anti-Doping Kommission des DFB hatte für dieses Meisterschaftsspiel Dopingkontrollen angeordnet. Als Dopingarzt wurde Herr Dr. N. N. mit der Durchführung beauftragt. Von der Mannschaft des 1. FC Y wurden in Anwesenheit der beiden Dopingbeauftragten der Vereine von Herrn Dr. N. die Spieler mit den Nummern 22 und 17 (N. N.) ausgelost. Der Spieler N. N. wurde in Anwesenheit des Dopingbeauftragten des 1. FC Y, Herrn N.N. von Herrn Dr. N. zur Dopingkontrolle gebeten. Um 21.05 Uhr gab er eine Urinprobe ab, die in zwei codierte Fläschchen gefüllt wurde. Ein Fläschchen wurde mit der Beschriftung DFB A 6101681 und ein Fläschchen mit der Beschriftung DFB B 6101681 versehen. Die Fläschchen wurden vom Dopingarzt Dr. N. für den Transport versiegelt. Der Dopingbeauftragte des 1. FC Y bestätigte, dass der Spieler N. in den 72 Stunden vor dem Spiel keine Medikamente bekommen habe. Es bestand keine Ausnahmeregelung für die Anwendung verbotener Substanzen (Therapeutic Use Exemption - TUE).

Mit Schreiben vom 16.10.2014 unterrichtete die Nationale Doping Agentur NADA den DFB, dass in der Probe mit der Beschriftung DFB A 6101681 die Anwesenheit von Amphetamin festgestellt wurde, welches im World Anti Doping Code zur Klasse S6.a (Stimulanzien) gezählt wird. Der DFB unterrichtete den BFV mit Schreiben vom 17.10.2014 unter Vorlage der entsprechenden Unterlagen über das Ergebnis der Dopinganalyse. Mit Schreiben vom 17.10.2014 beantragte der Verbandsanwalt beim VSG die Durchführung eines Verfahrens gegen den Spieler N. wegen des Verdachts eines Dopingverstoßes gemäß §§ 85, 86 RVO. Gleichzeit wurde beantragt, den Spieler vorläufig zu sperren.

Mit Schreiben vom 17.10.2014 per E-Mail an das Vereinspostfach ZIMBRA wurde der TSV X im Auftrag des Anti-Doping-Beauftragten des BFV, Dr. Rainer Koch, von der Leiterin der Rechtsabteilung des BFV, Frau Grit Labahn darüber informiert, dass bei der Dopingkontrolle anlässlich des oben genannten Meisterschaftsspiels beim Spieler N. Amphetamin festgestellt worden war.

Mit Beschluss vom 17.10.2014 wurde der Spieler N. vom stellvertretenden Vorsitzenden des VSG als Vertreter des beruflich verhinderten Vorsitzenden gemäß § 40 RVO vorläufig gesperrt. Der Beschluss wurde dem 1. FC Y am 17.10.2014 per BFV-Postfach ZIMBRA zugestellt.

Mit Schreiben vom 18.10.2014 beantragte der 1. FC Y, vertreten durch seinen 1. Vorstand die Eröffnung der B-Probe. Mit zwei Schreiben vom 20.10.2014 wurden sowohl der 1. FC Y, als auch der Spieler N. darüber informiert, dass sowohl ein Vereinsvertreter, als auch der Spieler Mensah bei der Eröffnung der B-Probe am 23.10.2014 anwesend sein konnten.

Auch bei der Analyse der B-Probe am 23.10.2014 stellte das beauftragte Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie Dresden in Kreischa fest, dass Amphetamin in der Probe mit der Nummer DFB B 6101681 enthalten war. Jeweils mit Schreiben vom 24.10.2014 wurden der 1. FC Y und der Spieler N. vom BFV über das Ergebnis der Analyse der B-Probe informiert.

Mit Telefax vom 23.10.2014 legte der TSV X Einspruch gegen die Spielwertung ein und beantragte die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Mit Beschluss vom 29.10.2014 wurde dem TSV X Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.

Der Spieler N. hat am 01.07.2014 durch seine Unterschrift bestätigt, dass er über die Anti-Doping-Richtlinien des DFB und deren Anhang A (Liste der verbotenen Stoffe und Methoden, gültig für den Bereich des Fußballsports) informiert wurde. Die ausführliche Information mit einer Powerpoint Präsentation erfolgte dabei durch den 2. Vorstand des Vereins, dem Chefarzt Prof. Dr. N. N.. Zusätzlich stand dem Spieler ständig der Mannschaftsarzt Dr. N. zur Beratung über die Zulässigkeit der Einnahme von Substanzen zur Verfügung.

Dem Spieler N. waren die Bestimmungen auch bereits vor dieser Unterrichtung durch den 1. FC Y bekannt. Er trat mit 14 Jahren in das Jugendinternat der SG Z ein und spielte für diesen Verein sowohl in der B-Junioren-, als auch A-Junioren-Bundesliga. Anschließend spielte er in der 2. Liga, in der Oberliga Baden Württemberg, in der Regionalliga Süd, in der Oberliga Baden Württemberg, in der Regionalliga Süd, in der Hessenliga sowie bei SV W in der Regionalliga Bayern, bevor er zum 1. FC Y wechselte. Im Verlauf dieser Spielerkarriere war er nach seinen eigenen Angaben mehrere Male über die Dopingvorschriften aufgeklärt worden.

Am 07.01.2015 wurde eine mündliche Verhandlung durchgeführt, an der Frau N. N. als Beauftragte der NADA teilnahm.

2. Zuständigkeit des VSG

Das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 o) für das Verfahren zuständig. Die Bestimmung lautet: Das Verbands-Sportgericht ist zuständig für Dopingverfahren nach §§ 38 Abs.1 c, 85 und 86.
Mit Beschluss vom 07.01.2015 sind die Verfahren gegen N. N., gegen den 1. FC Y sowie der Einspruch gegen die Spielwertung des TSV X zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden worden.

3. Zulässigkeit des Einspruchs

Der Einspruch des TSV X war infolge der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand rechtzeitig.

Gemäß § 38 Abs. 1 c) RVO war der Einspruch statthaft. Die Bestimmung lautet: Gegen die Wertung eines Spieles kann von einem an einem Spiel beteiligten Verein mit folgender sachlicher Begründung Einspruch erhoben werden: Mitwirkung eines gedopten Spielers (§ 85 Absatz 2).

Die in § 38 Abs. 2 RVO vorgesehene Einspruchsfrist von vier Wochen konnte der TSV X nicht einhalten. Die Bestimmung lautet: Der Einspruch ist innerhalb von drei Tagen, im Fall des § 38 Abs. 1 c innerhalb von vier Wochen nach Ablauf des Tages, an dem das Spiel stattgefunden hat schriftlich bei dem zuständigen Sportgericht einzureichen und kurz zu begründen.

Der TSV X wurde erstmals am 17.10.2014 über das Ergebnis der Dopinganalyse informiert. Der Prüfbericht des Instituts stammt vom 16.10.2014. Erstmals am 16.10.2014 konnte sich der TSV X darüber informieren, dass auf Seiten des 1. FC Y ein gedopter Spieler mitgewirkt hatte. Am Tag des Ablaufes der in § 38 Abs. 1 c) vorgesehenen Vierwochenfrist, d.h. am 10.10.2014 lag das Ergebnis der Auswertung der Dopingprobe noch nicht vor. Die Frist konnte daher mangels objektiver Kenntnis dieser Tatsachen nicht eingehalten werden.

§ 28 Abs. 1 RVO sieht die Möglichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand vor. Die Vorschrift lautet: Gegen die Versäumnis von Rechtsmittelfristen kann auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt werden, wenn der Antragsteller ohne Verschulden an der Einhaltung der Frist gehindert worden ist.

Zwar bezieht sich die Vorschrift ihrem Wortlaut nach auf Rechtsmittelfristen. Ihrem Sinn und Zweck nach ist die Norm aber umfassend auch auf die Einspruchsfrist anzuwenden, weil es sich auch dort wie bei einer Rechtsmittelfrist um eine verfahrensrechtliche Ausschlussfrist handelt und es bei fehlendem Verschulden gerechtfertigt ist, eine Nachholung zuzulassen.

Der TSV X hat durch sein Telefax vom 23.10.2014 die in § 28 Abs. 3 vorgesehene Form und Frist für den Antrag auf die Wiedereinsetzung gewahrt. Die Bestimmung lautet: Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist binnen einer Woche nach Wegfall des Hindernisses bei dem Sportgericht zu stellen, gegen dessen Entscheidung das Rechtsmittel eingelegt wird. Die Einlegung des Rechtsmittels ist zugleich nachzuholen. Der Wiedereinsetzungsgrund ist glaubhaft zu machen.

Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG wahrt ein unterschriebenes Telefax die Schriftform (vgl. VSG Fall 07/08-85) Der Hinderungsgrund des fehlenden Wissens über die positive Dopingprobe fiel frühestens am 16.10.2014 weg, als vom Institut in Kreischa der NADA das Ergebnis der A-Probe mitgeteilt wurde. Der Antrag wurde eine Woche später beim VSG als dem zuständigen Sportgericht eingereicht. Einer Glaubhaftmachung bedurfte es nicht, weil die Tatsachen durch die vorliegenden Unterlagen der NADA beim VSG offenkundig waren. Mit dem Antrag verbunden war der Einspruch.

4. Sperre N. N.

Gegen den Spieler N. war eine zeitige Sperre von zwei Jahren, beginnend ab dem ersten Tag der vorläufigen Sperre zu verhängen.

Der Spieler N. hat ein Vergehen des Dopingverstoßes gemäß § 85 Abs. 1, 2, § 86 Abs. 1, 3 RVO i.V.m. § 8b DFB-RVO begangen. Die Bestimmungen sehen folgendes vor:
§ 85 Abs. 1:
Doping ist verboten.
§ 85 Abs. 2:
Doping ist das Vorhandensein einer Substanz aus den verbotenen Wirkstoffen im Körper (Gewebe oder Körperflüssigkeit). Doping ist auch die Anwendung verbotener Methoden, die geeignet sind, den physischen oder psychischen Leistungszustand eines Spielers künstlich zu verbessern. Doping ist auch der Versuch von Dritten, Substanzen aus den verbotenen Wirkstoffen oder die Anwendung verbotener Methoden anzubieten oder jemanden zu deren Verwendung zu veranlassen. Maßgeblich ist die vom DFB jeweils herausgegebene Liste (Anhang A zu den Durchführungsbestimmungen Doping des DFB).
§ 86 Abs. 1:
Im Fall des Nachweises von Doping gemäß § 85 Absatz 2 und im Fall der Weigerung gemäß § 85 Absatz 3, sich einer angeordneten Dopingkontrolle zu unterziehen ist gegen den Spieler eine Sperre von acht Wochen bis zu zwei Jahren, im Wiederholungsfall von zwölf Wochen bis zu drei Jahren oder auf Dauer zu verhängen; bei Verstößen gegen die Durchführungsbestimmungen Doping ist gegen den Spieler eine Sperre von mindestens zwei Wochen bis zu sechs Monaten auszusprechen.
§ 86 Abs. 3:
Im Übrigen gelten die Bestimmungen des § 8 Nr. 3 und § 8 a bis 8 g DFB Rechts-und Verfahrensordnung.
§ 8b DFB-RVO:
1. Für Erstverstöße gegen § 6 Nr. 2., Buchstabe a) (Vorhandensein einer verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker), § 6 Nr. 2., Buchstabe b) (Anwendung oder versuchte Anwendung einer verbotenen Substanz oder Methode) oder gegen § 6 Nr. 2., Buchstabe f) (Besitz einer verbotenen Substanz oder Methode) ist die nachfolgend aufgeführte Sperre zu verhängen, es sei denn, die in § 8c Nrn. 1. und 2. aufgeführten Bedingungen für die Aufhebung oder Herabsetzung der Sperre sind erfüllt.
a) Die Sperre beträgt vier Jahre, wenn
aa) der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen keine spezifische Substanz betrifft, es sei denn, der Spieler oder eine andere Person weist nach, dass der Verstoß nicht absichtlich begangen wurde;
bb) der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen eine spezifische Substanz betrifft und nachgewiesen wird, dass der Verstoß absichtlich begangen wurde.
b) Weist im Fall von Nr. 1. a), aa) der Spieler oder eine andere Person nach, dass der Verstoß nicht absichtlich begangen wurde, beträgt die Sperre zwei Jahre. Dasselbe gilt, wenn im Fall von Nr. 1. a), bb) nicht nachgewiesen wird, dass der Verstoß absichtlich begangen wurde.
c) Absicht im Sinne dieser Bestimmung bedeutet, dass der Spieler oder c) Absicht im Sinne dieser Bestimmung bedeutet, dass der Spieler oder eine andere Person wusste, dass er bzw. sie einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen begehen würde und dies auch wollte. Ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, der auf Grund eines von der Norm abweichenden Analyseergebnisses für eine spezifische Substanz festgestellt wurde, die nur im Wettkampf verboten ist, gilt als nicht absichtlich begangen, wenn der Spieler nachweist, dass der Gebrauch der verbotenen Substanz außerhalb des Wettkampfs erfolgte. Ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, der auf Grund eines von der Norm abweichenden Analyseergebnisses für eine Substanz festgestellt wurde, die keine spezifische Substanz und nur im Wettkampf verboten ist, gilt als nicht absichtlich begangen, wenn der Spieler nachweist, dass der Gebrauch der verbotenen Substanz außerhalb des Wettkampfs und nicht im Zusammenhang mit der Erbringung sportlicher Leistung erfolgte.
§ 8c DFB-RVO:
1. Herabsetzung von Sanktionen für spezifische Substanzen oder verunreinigte Produkte bei Verstößen gegen § 8b Nr. 1.
a) Spezifische Substanzen
Betrifft der Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen eine spezifische Substanz, und der Spieler oder eine andere Person kann nachweisen, dass kein schwerwiegendes Verschulden vorliegt, kann eine Sanktion von einer Verwarnung bis zu zwei Jahren Sperre, je nach Grad des Verschuldens des Spielers oder einer anderen Person, verhängt werden.
b) Verunreinigte Produkte
Kann der Spieler oder die andere Person nachweisen, dass kein schwerwiegendes Verschulden vorliegt und die gefundene verbotene Substanz aus einem verunreinigten Produkt stammt, kann eine Sanktion von einer Verwarnung bis zu zwei Jahren Sperre, je nach Grad des Verschuldens des Spielers oder der anderen Person, verhängt werden.
2. Aufhebung oder Herabsetzung der Sperre aufgrund besonderer Umstände
a) Kein Verschulden (weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit)
Weist ein Spieler in einem Einzelfall nach, dass ihn kein Verschulden trifft, so wird die ansonsten geltende Sperre aufgehoben. Liegt ein Verstoß gegen § 6 Nr. 2., Buchstabe a) (Vorhandensein einer verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker) aufgrund des Nachweises einer verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker vor, muss der Spieler ebenfalls nachweisen, wie die verbotene Substanz in seinen Körper gelangte, damit die Sperre aufgehoben wird. Findet diese Vorschrift Anwendung und wird die ansonsten geltende Sperre aufgehoben, so wird der Verstoß gegen die Anti-Doping-Vorschriften bei der Festlegung der Dauer der Sperre bei Mehrfachverstößen nicht als Verstoß gewertet.
b) Kein schwerwiegendes Verschulden (weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit)
Wenn der Spieler in einem Einzelfall nachweist, dass ihn weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit trifft, kann die Dauer der Sperre herabgesetzt werden; allerdings darf die herabgesetzte Dauer der Sperre nicht weniger als die Hälfte der ansonsten gültigen Dauer der Sperre betragen. Wenn die ansonsten geltende Sperre eine lebenslange Sperre ist, darf die gemäß dieser Vorschrift herabgesetzte Dauer der Sperre nicht unter acht Jahren liegen. Liegt ein Verstoß gegen § 6 Nr. 2., Buchstabe a) (Vorhandensein einer verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker) vor, muss der Spieler ebenfalls nachweisen, wie die verbotene Substanz in seinen Körper gelangte, damit die Sperre herabgesetzt wird.

Gegen den Spieler N. war eine Sperre von zwei Jahren zu verhängen. § 86 Abs. 1 RVO sieht vor, dass eine Sperrstrafe bis zu 2 Jahren verhängt werden kann. § 8b Nr. 1 DFB-RVO sieht vor dass eine Sperrstrafe von zwei Jahren zu verhängen ist, wenn eine nicht spezifische Substanz (wozu Amphetamin zählt) im Körper vorhanden war und der Spieler nachweist, dass der Verstoß nicht absichtlich begangen wurde.

Das VSG geht aufgrund der Aussage des Spielers und der Menge der vorgefundenen Substanz davon aus, dass der Spieler N. nicht absichtlich einen Dopingverstoß begehen wollte. Das VSG geht aufgrund der Angaben des Betroffenen davon aus, dass er das Amphetamin nicht unbemerkt aufgenommen hat, dass ihm aber bei der Einnahme des Stoffes nicht bewusst war, dass er damit einen Dopingverstoß begeht. Dies hätte er allerdings aufgrund der vorangegangen Belehrung wissen müssen, so dass Fahrlässigkeit vorliegt. Von Absicht ist jedoch nicht auszugehen. Der Betroffene konnte zwar nicht einwandfrei darlegen, wie die Substanz in seinen Körper gelangt war. Allerdings lassen seine Ausführungen in der mündlichen Verhandlung den Schluss zu, dass es sich um eine Aufnahme im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten außerhalb des Fußballsports gehandelt hat, bei denen üblicherweise mit der Einnahme keine leistungssteigernde Wirkung im sportlichen Bereich beabsichtigt oder auch nur bedacht wird. Dieses Ergebnis wird dadurch gestützt, dass das Institut in Kreischa in einer ergänzenden Stellungnahme vom 17.11.2014 darlegte, dass die gefundene Amphetaminkonzentration in einer niedrigen Größenordnung lag, während eine hohe Dosierung notwendig ist, um eine erheblich stimulierende Wirkung zu erzielen.

Andererseits kam eine Herabsetzung der Regelstrafe nicht in Betracht, weil der Spieler N. weder in seiner schriftlichen Stellungnahme, noch bei seiner persönlichen Befragung in der mündlichen Verhandlung willens oder in Lage war, anzugeben, bei welcher konkreten Gelegenheit er das Amphetamin aufgenommen hatte, welchen Grund diese Aufnahme hatte und welche Personen ihm dabei Hilfestellung (etwa durch Verschaffen des Stoffes) geleistet hatten. Obwohl der Spieler darauf mehrfach hingewiesen wurde, blieben seine Aussagen sehr vage, so dass sich nur der oben dargelegte Sachverhalt der außersportlichen Aktivität als gesichert herausarbeiten ließ. Die zur Herabsetzung notwendigen Detailangaben wollte oder konnte der Betroffene nicht machen.

Die von der RVO-DFB vorgesehene Regelsperre, die innerhalb des Strafrahmens liegt, die § 86 RVO-BFV vorsieht, war daher zu verhängen. Sie erscheint dem VSG bei Abwägung aller Tatsachen, die zugunsten des betroffenen Spielers N. sprechen, auch angemessen. Dabei wurde berücksichtigt, dass sich der Spieler in einem Alter befindet, wo mit der Sperre möglicherweise eine Beendigung der Karriere eintreten wird. Der Spieler war aber durch die ausführliche Belehrung durch seinen Verein vorgewarnt und hat trotz eingehender Belehrung und persönlicher Anhörung aus eigenem Entschluss unterlassen, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, durch die weitere Aufklärung des Sachverhalts eine Herabsetzung der Regelsperre zu erreichen.

5. Spielwertung

Das Spiel musste gemäß § 38 Abs. 5 RVO zugunsten des Einspruchsführers mit 3 Punkten und mit 2:0 Toren als gewonnen gewertet werden. Die Norm lautet: Ist die Schwächung der eigenen Mannschaft auf ein schuldhaftes Verhalten des gegnerischen Vereins zurückzuführen oder hat in einem Spiel in der gegnerischen Mannschaft ein gedopter Spieler schuldhaft mitgewirkt, so wird das Spiel in Abweichung von Absatz 4 zu Gunsten des Einspruchsführers mit 3 Punkten und mit 2:0 Toren als gewonnen, für den Einspruchsgegner mit 0 Punkten und mit 0:2 Toren als verloren gewertet.

Dass der in der Mannschaft des FC Y mitwirkende Spieler N. im Sinne dieser Vorschrift gedopt war, steht aufgrund der obigen Ausführungen fest. Das Mitwirken war auch schuldhaft.

Zwar trifft den FC Y kein Eigenverschulden. Der Verein hat mit der fachlichen Belehrung der Spieler zu Beginn der Saison durch den Chefarzt eines Krankenhauses und durch die ständige Bereitstellung eines Mannschaftsarztes seine Pflicht erfüllt, Dopingvorfälle zu verhindern. Ihm wird aber gemäß § 85 Abs. 4 RVO das Handeln seines Spielers N. zugerechnet. Die Bestimmung sieht vor: Jeder Verein hat zu gewährleisten, dass die Spieler seiner Mannschaft nicht gedopt werden und sich angeordneten Dopingkontrollen unterziehen. Dem Verein ist das Handeln seiner Mitglieder und seiner Angestellten, sowie beauftragter Personen zuzurechnen.

Diese Zurechnung des Verhaltens Dritter ist im Sportrecht zulässig, wenn ihr vorrangiges Ziel ist, ein zukünftiges unsportliches Verhalten seiner Mitglieder zu verhindern. (DFB-Bundesgericht, SpuRt 2013, 214, Ständiges Schiedsgericht DFL, SpuRt 2013, 200). Die Dopingvorschriften haben klar erkennbar den Zweck, den Einsatz von verbotenen leistungsfördernden Mitteln zu verhindern. Die Spielwertung und die Strafvorschriften dienen dem Zweck, Vereine und Spieler davon abzuhalten, die Gesundheit zu gefährden, weil insbesondere durch die Spielwertung im Falle des Aufdeckens eines verbotenen Verhaltens ein irgendwie gearteter Vorteil im Spielergebnis nicht mehr eintreten kann, unerheblich davon, ob ein solcher Vorteil objektiv feststellbar ist oder nicht.
Damit steht aufgrund der Vorschriften fest, dass eine Spielwertung vorzunehmen ist. Auf die Frage, wie sich der Stoff auf die Leistung des Spielers N. positiv auswirkte und ob dies die Mannschaftsleistung wiederum positiv beeinflusste, kommt es nicht an. Damit ist auch die Wirkstoffmenge unerheblich, sobald - wie hier - die Mindestmenge der verbotenen Substanz deutlich überschritten wurde (festgestellte Konzentration 230 ng/mL; Mindestkonzentration gemäß WADA 100 ng/mL).

6. Geldstrafe gegen FC Y

Gegen den Verein war gemäß § 86 Abs. 2 RVO eine Geldstrafe festzusetzen. Die Vorschrift lautet:
Für das Mitwirken lassen gedopter (§ 85 Abs. 2) Spieler, die Verabreichung von Dopingmitteln, die Weigerung, Dopingkontrollen zuzulassen, sowie jede Beteiligung an diesen Handlungen oder ihre Duldung und bei Verstößen gegen die Durchführungsbestimmungen Doping ist der Verein mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Euro für jeden Einzelfall zu belegen.

Der Verein hat den gedopten Spieler N. mitwirken lassen. Auch hier wird das Verschulden des Spielers dem Verein zugerechnet. Allerdings kann die Geldstrafe bei einem fehlenden Eigenverschulden und fahrlässigem Verhalten des Spielers im untersten Bereich angesiedelt werden. Dabei wurde das sorgfältige Bemühen des Vereins bei der Belehrung der Spieler, als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit des betroffenen Vereins berücksichtigt.

 

 

Aktenzeichen: 00034-14/15-VSG
Sitzung vom: 16.12.2014
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Revision des Vereins FC X gegen das Urteil vom 23.11.2014 des Bezirks-Sportgerichts

Urteil:

I. Auf die Revision des FC X vom 23.11.2014 werden die Urteile des JSG vom 11.11.2014 und das Urteil des BSG vom 23.11.2014 aufgehoben und die Verfahren eingestellt und das Spiel TSV Y gegen FC X vom 18.10.2014 dem Ergebnis nach gewertet.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Aufgrund der Anzeige des TSV Y vom 20.10.2014 wurde gegen den FC X ein Verfahren eingeleitet, weil der A-Junioren Spieler N. N. am Samstag, den 18.10.2014 Tag sowohl bei dem Verbandsspiel der A-Junioren TSV Z gegen FC X 1, als auch beim Verbandsspiel der A-Junioren TSV Y gegen FC X 2 mitgewirkt haben soll. In beiden Spielen war er jeweils auf dem Elektronischen Spielberichtsbogen für den FC X aufgeführt. Beim Spiel des FC X 1 als Spieler von Anfang an und bei Spiel FC X 2 als Ergänzungsspieler, der eingewechselt wurde. Mit Schreiben vom 27.10.2014 wurde dem FC X die Einleitung des Verfahrens mitgeteilt und Gelegenheit zur Stellungnahme bis zum 04.11.2014 gewährt. Nachdem das JSG keine Stellungnahme des FC X feststellte, erging am 11.11.2014 folgende Urteile: (Urteil Nr. 00161-14/15) I. Der FC X wird gemäß § 77 Abs. 1 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von € 30,00 belegt. II. Das Spiel ist gemäß § 29 SpO für TSV Y mit 2:0 als gewonnen und für FC X 2 mit 0:2 als verloren zu werten. (Urteil Nr. 00380-14/15) I. Der Verantwortliche des FC X, Jugendbetreuer N. N., wird gemäß § 77 Abs. 2 RVO wegen unzulässigem Spielereinsatz in einem leichten Fall mit einer Geldstrafe in Höhe von 15,00 unter Mithaftung FC X belegt.

Mit Antwortfunktion Zimbra legte der FC X gegen beide Urteile am 12.11.2014 Berufung ein. Mit der Berufung wurde darauf hingewiesen, dass der Spieler beim Spiel des FC X 2 überhaupt nicht eingesetzt wurde. Zudem wurde eine schriftliche Stellungnahme des Abteilungsleiters N. des TSV Y vorgelegt, wonach der Spieler bei diesem Verbandsspiel nicht eingewechselt wurde, weil der FC X in diesem Spiel überhaupt keine Ein- und Auswechslungen getätigt hae.

Mit Urteil vom 23.11.2014 wies das BSG die Berufung gegen beide Urteile als unbegründet zurück. Zur Begründung wurde auf § 44 Abs. 3 RVO verwiesen, wonach Gründe, die in der 1. Instanz vorgetragen hätten werden können, in der 2. Instanz nicht mehr berücksichtigt werden können.

Gegen dieses Urteil legte der FC X am 23.11.2014 per Antwortfunkton Revision ein. Zur Begründung wurde darauf verweisen, dass am 27.10.2014 um 23.31 Uhr eine Stellungnahme an den zuständigen Sportrichter per E-Mail gesandt worden sei und dass der Verein davon ausging, dass diese E-Mail auch angekommen sei.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Zwar wird die verletzte Vorschrift nicht explizit genannt. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (vgl. die Urteile 08/09-13, 10/11-23, 12/13-12) reicht aber aus, das sich aus der Begründung zweifelsfrei ergibt, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus. Der FC X rügt mit seiner Begründung einen Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs, weil seine Stellungnahme bei der Entscheidung des JSG nicht berücksichtigt wurde. Es werden damit die Voraussetzungen eines Verstoßes gegen § 39 RVO hinreichend deutlich dargetan.

3. Die Revision ist auch begründet.

Der FC X nahm am 27.10.2014 zu den Vorgängen Stellung. Es wurde dargelegt, dass es sich um einen Irrtum des Schiedsrichters handelte, weil der Spieler N. beim Spiel des FC X 2 nicht anwesend war und bei diesem Spiel überhaupt keine Ein- und Auswechslung vorgenommen wurde. Da der zuständige Sportrichter diese bei ihm ordnungsgemäß eingegangen E-Mail übersehen hatte, berücksichtigte er bei seiner Entscheidung diesen Sachvortrag nicht. Hätte er ihn zur Kenntnis genommen, hätte er beim Schiedsrichter eine Rückfrage halten müssen, ob es möglich war, dass auch diesem beim Ausfüllen des ESB ein Fehler unterlaufen sei. Durch die Stellungnahme des Abteilungsleiters des TSV Y, wonach bei diesem Spiel überhaupt keine Einwechslung vorgenommen wurde, ist der Sachverhalt aber auch ohne Rückfrage beim Schiedsrichter nunmehr hinreichend geklärt. Da der TSV Y durch die Bestätigung auch auf die für ihn günstige Rechtsfolge der Spielwertung verzichtet, besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Angabe zu zweifeln. Demgegenüber ist anzunehmen, dass sich der Schiedsrichter infolge des Zeitablaufes nicht mehr an die Einzelheiten diese Spiels wird erinnern können.

Ist somit keine weitere Sachaufklärung notwendig, kann das VSG auch im Revisionsverfahren in der Sache selbst entscheiden.

Die vorgelegten Tatsachen führen zur Aufhebung der Urteile, da davon auszugehen ist, dass der Spieler N. N. bei dem Spiel des FC X 2 nicht mitwirkte. Damit ist weder eine Bestrafung, noch eine Spielwertung vorzunehmen.

4. Kosten: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

Aktenzeichen: 00029-14/15-VSG
Sitzung vom: 02.12.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Beierlein

Revision des Vereins 1. FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 21.10.2014

Urteil:

I. Die Revision des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 21.10.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der 1. FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

Gründe:

1. Das Verbandsspiel der Frauen-Kreisliga SC Y gegen 1. FC X III am 03.10.2014 wurde vom Schiedsrichter wegen der schweren Verletzung einer Y-Spielerin kurz vor Spielschluss abgebrochen. Die siebzehnjährige Spielerin erlitt in der 82. Minute auf dem Spielfeld einen Schlaganfall und ist seither halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Die Behandlung auf dem Spielfeld durch den Notarzt und der Abtransport durch den Rettungsdienst dauerten circa 30 Minuten. Der Schiedsrichter brach das Spiel aus eigener Entscheidung ab. Ausweislich seines Berichtes in der Rubrik Sonstige Vorkommnisse wurde er hierzu von keiner Seite gedrängt. Das KSG verfügte die Neuansetzung des Spiels.
Gegen dieses Urteil vom 15.10.2014 richtete sich die mit Antwortfunktion ZIMBRA eingelegte Berufung vom 15.10.2014. Diese wurde mit Urteil vom 21.10.2014 vom BSG zurückgewiesen.

Gegen dieses Urteil legte der Revisionsführer mit E-Mail per Antwortfunktion ZIMBRA am 27.10.2014 Revision ein. Diese wurde im Wesentlichen damit begründet, dass kein rechtliches Gehör gewährt wurde. Nach Ansicht des Revisionsführers habe der Schiedsrichter das Spiel in der 85. Minute regulär abgepfiffen.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Es kann dahinstehen, ob dem Revisionsführer rechtliches Gehör gewährt wurde. Davon ist allerdings auszugehen, weil der Schiedsrichter keinen Sonderbericht fertigte, sondern seine Meldung im allgemein zugänglichen Teil des ESB absetzte. Diesen konnte der Revisionsführer jederzeit einsehen. Er hatte auch Anlass dazu, weil die Verantwortlichen wussten, dass das Spiel nicht regulär beendet worden war. Der Schiedsrichter hatte früher abgepfiffen, als dies nach dem Regelwerk vorgesehen ist. Dies kann er nur dann, wenn er das Spiel abbricht.

Der Schiedsrichter hatte in jedem Falle einen ausreichenden Grund zum Spielabbruch. Eine Verletzung bzw. ein Schlaganfall einer Mitspielerin, bei der diese Lähmungserscheinungen davonträgt, macht die Spielfortsetzung jedenfalls im Amateurbereich unzumutbar. Es handelt sich um keine Verletzung, wie sie im Fußball immer wieder vorkommt, sondern um eine schwerste Beeinträchtigung, die ohne weiteres und nachvollziehbar geeignet war, bei den Mitspielerinnen aus Sorge um das Leben und das Wohlergehen der verletzten Spielerin ein Fußballspiel in den Hintergrund treten zu lassen. Bei dieser Sachlage wäre eine Fortsetzung des Spiels unzumutbar gewesen. Zwar macht nach der ständigen Rechtsprechung des VSG eine schwere Verletzung eines Mitspielers allein die Spielfortsetzung noch nicht unzumutbar. Es sind jedoch die Gesamtumstände danach zu würdigen, inwieweit die Verletzung geeignet war, eine so hohe Schockwirkung bei den Mitspielern herbeizuführen, dass die Spielfortführung ausnahmsweise unzumutbar war. So war die Spielfortsetzung in einem Fall unzumutbar, bei dem nicht nur eine Beinfraktur vorlag, sondern das Schienbein erkennbar weg hing, der Spieler lang anhaltend laut schrie und die Notversorgung auf dem Platz insgesamt etwa eine halbe Stunde in Anspruch nahm. (VSG Fall 60-08/09). Der vorliegende Fall ist von der Schwere her mit dem damaligen Fall sicher vergleichbar.

Die Entscheidungen des KSG und des BSG waren daher im Ergebnis nicht zu beanstanden. Das VSG folgt jedoch nicht der Ansicht des BSG, wonach die Wahrnehmung eines Rechtsmittels gegen den Fairplay-Gedanken verstoßen würde. Diese Wertung hatte jedoch auf die Entscheidung aus den obigen Gründen keinen Einfluss.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00028-14/15-VSG
Sitzung vom: 02.12.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

Verfahren gegen N. N.

Urteil:

I. Der Betroffene N. N., SV X, wird wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter gemäß § 68 Abs. 2 RVO aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des SV X.

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 5.10.2014 beim Spiel der C-Klasse FC Y II gegen den SV X nach einem gegen ihn in der 53. Minute ausgesprochenen Platzverweis den amtierenden Schiedsrichter ca. eine Minute gewürgt zu haben, wodurch dieser zu Boden ging und unter Atemnot litt.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Meldung des amtierenden Schiedsrichters sowie der Stellungnahme des FC Y. Der Betroffene hat sich trotz entsprechender Gelegenheit nicht zur Sache geäußert. Er wurde mit Beschluss des SV X vom 7.10.2014 aus dem Verein ausgeschlossen.

Der Betroffene war daher wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter gemäß § 68 Abs. 2 RVO zu bestrafen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass er bereits aus seinem Verein ausgeschlossen wurde und der Schiedsrichter keine bleibenden Verletzungen erlitten hat.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um ein ganz massives und völlig grundloses Verhalten gegen den amtierenden Schiedsrichter mit erheblicher körperlicher Einwirkung gehandelt hat.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtete das VSG daher einen Ausschluss des Betroffenen für unabdingbar. Mildere Sanktionen sind angesichts des massiven körperlichen Vorgehens nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00027-14/15-VSG
Sitzung vom: 28.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

Bezirksliga-Spiel FC Y gegen SV-DJK X vom 16.11.2014
Berufung des Vereins SV DJK X gegen das Urteil des BSG vom 19.11.2014

Urteil:

I. Die Berufung gegen das Urteil des BSG vom 19.11.2014 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 €, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der Verein SV DJK X.

III. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Spiel der Herrenmannschaften zwischen FC Y und DJK X am 16.11.14 verfasste der amtierende SR eine Sondermeldung. Dabei soll der Spieler N. seinen Gegenspieler mittels einer Grätsche von hinten versucht haben, vom Ball zu trennen. Er traf ihn hierbei an der Achillesferse.

2. Mit Urteil des BSG vom 19.11.14 wurde der Spieler N. gemäß § 66 I RVO für zwei Verbandsspiele gesperrt und die Kosten dem Verein auferlegt.

Der DJK X legte gegen dieses Urteil form- und fristgerecht Berufung ein.

3. Die Berufung war als unbegründet kostenpflichtig zurückzuweisen. Die vom BSG ausgesprochene Strafe für rohes Spiel für zwei Verbandsspiele ist tat- und schuldangemessen. Der Berufungsführer wendet lediglich ein, der Spieler habe mit einem Tackling versucht, den Ball zu erobern und die rote Karte sei überzogen gewesen, es hätte die gelbe Karte genügt.

Zugunsten des Spielers ging auch das VSG davon aus, dass der Spieler ohne Verletzungsabsicht gehandelt hatte und den Ball spielen und nicht den Gegner treffen wollte. Letztendlich hat er aber den Gegenspieler getroffen und ihn so zu Fall gebracht. Das Urteil der 1. Instanz ist deshalb nicht zu beanstanden. Die Berufung war deshalb als kostenpflichtig zurückzuweisen.

Aktenzeichen: 00024-14/15-VSG
Sitzung vom: 18.11.2014
Besetzung: Beierlein, Krause, Frey

Bezirksliga-Spiel 1. FC X - TSV Y vom 05.10.2014
Berufung des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 16.10.2014

Urteil:

I. Auf die Berufung des 1. FC X wird das Urteil des BSG vom 16.10.2014 aufgehoben und das Verfahren dorthin zurückverwiesen.

II. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Gründe:

1. Das BSG hat den Spieler N. N. wegen Tätlichkeit ab 06.10.2014 u. a. für 8 Verbandsspiele mit Urteil vom 16.10.2014 gesperrt. Hiergegen hat der 1. FC X über das EV-Postfach am 22.10.2014 Berufung eingelegt und begründet.

2. Das VSG ist zuständig.

Die Berufung ist zulässig und insoweit begründet. Das BSG hat mit dem Vorsitzenden und einem Beisitzer entschieden. Gemäß § 8 II RVO entscheidet das SG in der Besetzung des Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Das BSG war daher für die Entscheidung nicht ordnungsgemäß besetzt.

Allein dies führt zur Aufhebung und Zurückverweisung zur neuerlichen Entscheidung an das BSG. Das BSG wird bei der neu zu treffenden Entscheidung den Vortrag des Berufungsführers zu würdigen haben.

3. Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Aktenzeichen: 00023-14/15-VSG
Sitzung vom: 18.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause

Bezirksliga-Spiel DJK X gegen VfL Y vom 05.10.2014
Berufung der DJK X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 21.10.2014

Urteil:

I. Die Berufung der DJK X gegen das Urteil des BSG vom 21.10.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die DJK X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100,00.

Gründe:

1. Das für den 05.10.2014 angesetzte Bezirksliga-Verbandsspiel DJK X gegen VfL Y wurde von der zuständigen Spielleiterin abgesetzt. Diese zeigte am 09.10.2014 ein Nichtantreten der VfL Y beim BSG an. Mit schriftlicher Stellungnahme vom 13.10.2014 bestätigte sie, dass die telefonische verletzungsbedingte Absage des VfL Y vom 04.10.2014 von ihr akzeptiert und das Spiel mündlich abgesetzt wurde; aufgrund ihrer Ortsabwesenheit konnte sie die Absetzung jedoch erst am 05.10.2014 im DFB-Spielplus einpflegen, ihre Anzeige zum BSG veranlasste sie irrtümlich. Das BSG gab der Anzeige im Urteil vom 21.10.2014 keine Folge.
Über das BFV-Postfach legte die DJK X am 27.10.2014 hiergegen Berufung ein und begründete diese unter anderem damit, dass eine Erkrankung von sechs Spielerinnen eine kurzfristige Absage bei einem Kader von 25 Spielerinnen nicht rechtfertige und die schützenswerten Interessen des Berufungsführers nicht berücksichtigt worden seien.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Die Spielleiterin hat aufgrund der telefonischen Schilderung des VfL Y am 04.10.2014 das Spiel mündlich abgesetzt. Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit dieser Absetzung, also der vorgetragenen Gründe der Verhinderung von Spielerinnen aufgrund Erkrankung bzw. Verletzung obliegt nicht dem Sportgericht. Aus dem Erfordernis des geordneten Spielbetriebs ergibt sich, dass grundsätzlich ausschließlich der Spielleiter zur Entscheidung darüber berufen ist, ob ein Spiel abgesagt wird oder nicht (siehe VSG Urteil Protokoll 34 2007/2008 Fall 90). Der Berufungsführer hätte gegebenenfalls geeignete Rechtsmittel hinsichtlich der Absetzung als Verwaltungsentscheidung einlegen können. Sofern jedoch zweifelsfrei feststeht, dass ein Spiel tatsächlich von dem zuständigen Spielleiter abgesetzt wurde, ist eine Entscheidung des Sportgerichts über ein Nichtantreten nicht mehr zu treffen; auf die zutreffende Begründung im Urteil des BSG wird verwiesen. Ein verschuldeter Spielausfall kann selbst dann nicht vorliegen, wenn der Spielleiter über die Voraussetzungen eines Verlegungsantrags getäuscht wird und deshalb das Spiel absetzt (ständige Rechtssprechung des VSG Protokoll 5 2005/2006 Fall 12, Protokoll 37 2007/2008 Fall 99).
Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Abänderung des Urteils des BSG vorzunehmen. Die Berufung war somit zurückzuweisen.

3. Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO iVm § 2 I. Nrn. 8 b) und 13 d) Anlage zur FO.

 

Aktenzeichen: 00022-14/15-VSG
Sitzung vom: 18.11.2014
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Krause

Verfahren gegen N. N. (1. FC X)

Urteil:

I. N. N. wird gemäß § 47, 48 RVO mit einer Geldstrafe von € 200,00 belegt.

II. N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 20 €.

III. Der Verein des Betroffenen 1. FC X haftet jeweils für Geldstrafe und Kosten mit.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel der Kreisliga 1. FC X gegen SV Y am 23.08.2014 meldete der SR unter anderem, dass N. N. nach einem FaD auf das Spielfeld lief, den SR sowie das Gespann beleidigte sowie unter Verweis auf seine Funktionärstätigkeit mehrmals und lautstark den Grund für den FaD erfahren wollte und das Gespann bis zur Kabine mit seinen Fragen verfolgte.

2. Das VSG ist gemäß § 20 I b RVO für die Entscheidung zuständig, da der Betroffenen Funktionär des BFV ist.

3. Der obige Sachverhalt steht fest aufgrund der eingeholten Stellungnahmen des SR-Gespanns, den Ausführungen des 1. FC X sowie der schriftlichen und fernmündlichen Einlassung des Betroffenen, welcher sich mit einer Entscheidung im schriftlichen Ver-fahren ausdrücklich einverstanden erklärte. Der Betroffene räumte ein, dass er so-wohl das Spielfeld betrat als auch das SR-Gespann mit ungebührlichen Ausdrücken betitelte, nachdem diese ihm keine Auskunft zum Hintergrund des Feldverweises ga-ben. Er räumte auch ein, dass sein lautes und impulsives Auftreten gegenüber dem SR-Gespann auf dem Weg zur Kabine unangemessen war. Ferner gab er an, dass ihm bewusst sei, dass SR ihm gegenüber als Funktionär keine Verpflichtung haben, Auskünfte zum Spielgeschehen abzugeben.

4. Der Betroffene hat gegen § 47 RVO verstoßen. Das Betreten des Spielfelds sowie die Beleidigung der SR stellt zweifelsohne eine Unsportlichkeit dar. Es kann dahinstehen welche Wortwahl genau vom Betroffenen verwendet wurde, denn einen beleidigenden Inhalt seiner Aussagen hat der Betroffene eingeräumt. Auch die lautstarke und vehemente Forderung wider besseren Wissens, dass er als Funktionär ein Recht habe zu erfahren aus welchem Grund der FaD ausgesprochen wurde, stellt sportwidriges Ver-halten dar.

Bei der Strafzumessung war zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass dieser seine ehrenamtliche Tätigkeit im BFV bislang zuverlässig ausgeübt und sein Fehlverhalten zumindest teilweise eingeräumt und bereut hat. Zu Lasten des Betroffenen wurde bewertet, dass eine gewisse Vorbildfunktion wahrgenommen und erwartet werden muss. Insbesondere ist es mit der ordnungsgemäßen Erfüllung der Funktionärstätigkeit unvereinbar, wenn man sich unter Verweis auf diese Stellung nicht bestehender Rechte berühmt oder hierdurch andere einzuschüchtern versucht. Unter Abwägung dieser Strafzumessungsgründe erscheint daher die Ver-hängung einer Geldstrafe in Höhe von € 200 als tat- und schuldangemessen.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 Abs. 3 RVO. Die bei der Verhandlung vor dem VSG an sich vorgesehene Gebühr gemäß § 11 Nr. 13 d) FO iVm § 2 Nr. 13 d) Anlage zur FO war auf den Betrag zu ermäßigen, der angefallen wäre, wenn die Verhandlung vor dem KSG durchgeführt worden wäre (§ 11 Nr. 13 a) FO iVm § 2 Nr. 13 a) Anlage zur FO). Handelt es sich um ein Vergehen, das nicht mit dem Amt des Funktionsträgers in Verbindung steht, sondern dem allgemeinen Sportbetrieb ent-springt, erscheint es grundsätzlich angemessen, die dem Funktionsträger aufzuerle-genden Kosten auf dasjenige Maß zu beschränken, das ihn ohne seine Funktion tref-fen würde. Dies jedenfalls dann, wenn infolge dieser Sonderzuweisung an das VSG keine weiteren Kosten und Auslagen entstehen. In diesem Fall scheint es sachgerecht, den Funktionsträger wegen der Übernahme des Ehrenamts mit höheren Kosten zu belegen (ständige Rechtssprechung des VSG, Fall 62/2005/2006, Fall 10/2006/2007). Die Mithaftung des Vereins ergibt sich aus § 50 Abs. 2 RVO. Die Ausnahmeregelung des § 50 Abs. 2 Satz 3 RVO greift nicht ein, weil der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der Verbandstätigkeit des Betroffenen steht.

Aktenzeichen: 00021-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Frey

Bezirksliga-Spiel SV-DJK Y gegen TSV X vom 13.09.2014
Berufung TSV X gegen das Urteil des BSG vom 23.09.2014

Urteil:

I. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des BSG wird als unzulässig zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel der Bezirksliga SV-DJK Y gegen TSV X vom 13.09.2014 erstattete der amtierende SR eine Sondermeldung. Ein Spieler des TSV X wurde nach einem Foulspiel mit FAD vom Platz gestellt. Darüber hinaus protestierte der Trainer des Heimvereins nach einem Foulspiel lautstark und wurde ebenfalls vom Feld verwiesen.

In diesem Zusammenhang äußerte ein Gäste-Fan lautstark seine Meinung und er wurde aufgrund seiner unpassenden Wortwahl, so die Schiedsrichtermeldung, von den Vereinsordnern nach draußen gebracht.

2. Das BSG hat sowohl den FAD abgeurteilt, als auch den Trainer bestraft und darüber hinaus den TSV X gem. § 73 I, 2 RVO wegen Verletzung der Platzdisziplin mit einer Geldstrafe in Höhe 75,00 € belegt.

Der TSV X hat in der 1. Instanz keine Stellungnahme wegen Urlaubs des Zuschauers abgegeben.

3. Mit Privat-E-Mail legte der sportliche Leiter des TSV X, Herr N. N., gegen das Urteil im Hinblick auf § 73 RVO Berufung ein und begründete dies damit, dass weder eine Beleidigung, noch eine Unsportlichkeit vorgelegen habe.

4. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

5. Die Berufung war als unzulässig und damit kostenpflichtig zurückzuweisen, da es am Schriftformerfordernis des § 44 III RVO fehlt. Die Berufung kann nur ordnungsgemäß über das Postfachsystem des BFV in der vom Gesetz geforderten Form eingereicht werden, eine Privat-E-Mail genügt diesen Erfordernissen nicht.

Die Berufung war deshalb als unzulässig zurückzuweisen, auf die Begründetheit war nicht mehr einzugehen.

Aktenzeichen: 00020-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Frey, Beierlein

C-Junioren Bayernliga-Spiel SC X gegen SpVgg Y vom 06.09.2014
Berufung des Vereins SC X

Urteil:

I. Die Berufung des SC X gegen das Urteil vom 16.09.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 80,00 € trägt der SC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim C-Junioren Bayernliga-Spiel SC X - SpVgg Y vom 06.09.2014 wurde der Spieler N. N., SC X mit einem gültigen Pass, allerdings ohne Lichtbild und Unterschrift eingesetzt. Der Betreuer von X, Herr N. N. bestätigte das Spielrecht und die Identität des Spielers. Das Sportgericht ahndete diesen Vorgang mit einer Geldstrafe von € 20,00 gemäß § 79 RVO. Hiergegen legte der SC X Berufung über die Antwortfunktion des Postfachs (Zimbra) ein und begründete diese damit, dass dem SR vor Spielbeginn eine gültige Online-Spielberechtigung vorgelegt wurde.

2. Das VSG ist zuständig.

Die Berufung ist unbegründet.

Auf den Einwand der Berufungsführerin hin, wonach dem SR vor Spielbeginn eine gültige Online-Spielberechtigung vorgelegt wurde, hat der SR mit Schreiben vom 11.10.2014 dies bestritten. Er erklärte, dass eine solche Online-Spielberechtigung nicht vorgelegt worden war. Dies wurde der Berufungsführerin noch einmal zur Stellungnahme unter Fristsetzung übermittelt. Eine weitere Stellungnahme ist nicht eingegangen. Die Berufungsführerin konnte nicht nachweisen, dass dem SR vor Spielbeginn eine entsprechende Online-Spielberechtigung vorgelegt wurde.

Das Sportgericht hat daher im vorliegenden Fall den Berufungsführer wegen Mängel bei der Vorlage eines Spielerpasses mit einer Geldstrafe von € 20,00 belegt. Im Spielerpass befanden sich unstreitig kein Lichtbild und keine Unterschrift.

Die Berufung war daher zurückzuweisen.

3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

Aktenzeichen: 00018-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Preißinger

Ausschluss des Spielers N. N., TV X

Urteil:

I. Der Betroffene N. N., TV X wird aus dem Bayerischen Fußballverband ausgeschlossen. Ihm wird das Recht aberkannt, einem Verbandsverein als Mitglied anzugehören.

II. Der Spielerpass des Betroffenen N. N. ist unverzüglich an den BFV einzusenden.

III. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 trägt der Betroffene unter Mithaftung des TV X.

Gründe:

Dem Betroffenen lag zur Last am 26.8.2014 im Spiel TV X II gegen TUS Y II in der 71.Minute nach einer gelb-roten Karte gegen ihn den amtierenden Schiedsrichter N. in den Bauch bzw. die Hoden getreten zu haben. Der SR ging danach zu Boden und brach anschließend das Spiel ab.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.

Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Meldung des Schiedsrichters sowie der Stellungnahme des Vereins vom 29.8.2014. Der Betroffene selbst hat sich trotz entsprechender Gelegenheit nicht zum Sachverhalt geäußert. Der Verein hat den Sachverhalt ebenfalls bestätigt.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ohne Zweifel eine Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall nach § 68 Abs. 2 Satz 2 RVO dar.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser sich gegenüber dem Schiedsrichter entschuldigt hat.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich vorliegend um eine erhebliche Straftat handelt und ein ganz massives und brutales Vorgehen gegen den amtierenden Schiedsrichter ohne jeden Anlass handelt.

Unter Abwägung aller Umstände kam vorliegend nur der Ausschluss des Betroffenen aus dem Verband in Betracht, mildere Maßnahmen sind nicht angezeigt.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00017-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

Verfahren gegen N. N., FC X

Urteil:

I. Gegen den Betroffenen N. N. wird wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe von Euro 50 unter Mithaftung des FC X verhängt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 30 Euro. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Dem Betroffenen lag folgender Sachverhalt zur Last:
Mit Antrag vom 24.6.2014 beantragte der Verein hinsichtlich des Spielers N. N. einen Statuswechsel als Vertragsspieler, wobei neben dem Vertrag, der eine Vergütung in Höhe von € 250 monatlich vorsah (vgl. § 45 Abs. 2 SpO), eine Zusatzvereinbarung vorgelegt wurde, wonach der Spieler einen Teilbetrag von € 130 monatlich an den Verein zurückerstattet. Diese Vereinbarung war lediglich durch den damals minderjährigen und damit beschränkt geschäftsfähigen Spieler unterschrieben, auf Vereinsseite war lediglich ein Stempel angebracht, jedoch keine Unterschrift. Der Betroffene handelte im Auftrag des 1. Vorsitzenden des Vereins.
Der Antrag auf Statuswechsel wurde zunächst durch die zuständige Passabteilung zurückgewiesen.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 20 Abs.1 m) RVO.

3. Ein strafwürdiges Verhalten des Betroffenen im Sinne der §§ 79a oder 89 Abs.1 RVO liegt zwar nicht vor, dennoch stellt die Vorgehensweise ein unsportliches Verhalten im Sinne der §§ 47 RVO dar.

Nachdem der Verein bereits mit dem Antrag die vorliegende Zusatzvereinbarung, die im Übrigen rechtlich unwirksam ist, vorgelegt hat, liegen keine falschen Angaben im Sinne des § 89 Abs. 1 RVO vor, auch wurde bei der zuständigen Passabteilung insoweit kein Irrtum erregt.

Auch ein Verstoß gegen § 79a RVO ist nicht gegeben, da der Verein seiner Anzeigepflicht gemäß § 45 Abs.2 SpO grundsätzlich nachgekommen ist.
Das Verschweigen einer bestehenden Zusatzvereinbarung würde den Tatbestand des § 89 Abs. 1 RVO erfüllen.

Hiervon unberührt bleibt jedoch die Ahndung des Vorfalls als unsportliches Verhalten durch die Verantwortlichen auf Seiten des Vereins.

Der Abschluss einer derartigen Vereinbarung zur Umgehung der in § 45 SpO niedergelegten Pflichten stellt ohne Zweifel ein unsportliches Verhalten dar. Nach ihrer Intention war geplant, die Vereinbarung nicht zu offenbaren, um so die Kosten niedrig zu halten.

Ausweislich der ergänzenden Stellungnahmen des Vereins vom 18.9.2014 sowie des Betroffenen selbst war der Betroffene an der Zusatzvereinbarung mit dem Spieler im Auftrag des 1. Vorsitzenden unmittelbar beteiligt und hat die Verhandlungen mit dem Spieler geführt.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass dieser den Sachverhalt vollumfänglich eingeräumt hat. Der Zusatzvertrag wurde versehentlich mit vorgelegt, sodass es zunächst zu keinem Statuswechsel kam. Der Betroffenen handelte zudem im Auftrag des 1. Vorsitzenden und nicht aus eigener Initiative.

Zu seinen Lasten waren das planvolle Vorgehen und die gewollte Umgehung eindeutiger Vorschriften der SpO zu sehen.

Unter Abwägung aller Umstände erachtete das VSG daher die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von 50 Euro als angemessen, aber auch ausreichend.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d).
Nachdem der Betroffene lediglich als Gehilfe tätig war, konnten die Kosten gemäß § 33 Abs. 3 RVO auf die Hälfte ermäßigt werden.

Aktenzeichen: 00016-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

Verfahren gegen Herrn N. N., 1. Vorsitzender des FC X

Urteil:

I. Gegen den Betroffenen N. N., 1. Vorsitzender des FC X wird wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe von 200 Euro unter Mithaftung des FC X verhängt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60 Euro. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Dem Betroffenen lag folgender Sachverhalt zur Last:
Mit Antrag vom 24.6.2014 beantragte der Verein hinsichtlich des Spielers N. N. einen Statuswechsel als Vertragsspieler, wobei neben dem Vertrag, der eine Vergütung in Höhe von € 250 monatlich vorsah (vgl. § 45 Abs. 2 SpO), eine Zusatzvereinbarung vorgelegt wurde, wonach der Spieler einen Teilbetrag von € 130 monatlich an den Verein zurückerstattet. Diese Vereinbarung war lediglich durch den damals minderjährigen und damit beschränkt geschäftsfähigen Spieler unterschrieben, auf Vereinsseite war lediglich ein Stempel angebracht, jedoch keine Unterschrift.

Der Antrag auf Statuswechsel wurde zunächst durch die zuständige Passabteilung zurückgewiesen.
2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 20 Abs.1 m) RVO.
3. Ein strafwürdiges Verhalten des Betroffenen im Sinne der §§ 79a oder 89 Abs.1 RVO liegt zwar nicht vor, dennoch stellt die Vorgehensweise ein unsportliches Verhalten im Sinne der §§ 47 RVO dar.

Nachdem der Verein bereits mit dem Antrag die vorliegende Zusatzvereinbarung, die im Übrigen rechtlich unwirksam ist, vorgelegt hat, liegen keine falschen Angaben im Sinne des § 89 Abs. 1 RVO vor, auch wurde bei der zuständigen Passabteilung insoweit kein Irrtum erregt.

Auch ein Verstoß gegen § 79a RVO ist nicht gegeben, da der Verein seiner Anzeigepflicht gemäß § 45 Abs.2 SpO grundsätzlich nachgekommen ist. Das Verschweigen einer bestehenden Zusatzvereinbarung würde den Tatbestand des § 89 Abs. 1 RVO erfüllen.

Hiervon unberührt bleibt jedoch die Ahndung des Vorfalls als unsportliches Verhalten durch die Verantwortlichen auf Seiten des Vereins.

Der Abschluss einer derartigen Vereinbarung zur Umgehung der in § 45 SpO niedergelegten Pflichten stellt ohne Zweifel ein unsportliches Verhalten dar. Nach ihrer Intention war geplant, die Vereinbarung nicht zu offenbaren, um so die Kosten niedrig zu halten.

Ausweislich der ergänzenden Stellungnahmen des Vereins vom 18.9.2014 sowie des Betroffenen selbst war der Betroffene allerdings an der Zusatzvereinbarung mit dem Spieler zwar nicht unmittelbar beteiligt, hat deren Abschluss jedoch gebilligt und über den anderweitig Betroffenen N. abwickeln lassen. Der Betroffene hat zudem mit Schreiben vom 18.9.2014 der vom Verbandsanwalt beantragten Strafe zugestimmt.

Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe war zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen, dass dieser den Sachverhalt vollumfänglich eingeräumt und die vom Verbandsanwalt beantragte Strafe akzeptiert hat, der Zusatzvertrag wurde versehentlich mit vorgelegt, sodass es zunächst zu keinem Statuswechsel kam.

Zu seinen Lasten waren das planvolle Vorgehen und die gewollte Umgehung eindeutiger Vorschriften der SpO, sowie die Tatsache, dass ein weiterer Angehöriger des Vereins involviert wurde, zu sehen.

Unter Abwägung aller Umstände erachtete das VSG daher die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro als angemessen, aber auch ausreichend.

4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00015-14/15-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Frey

Revision des TV X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 15.10.2014

Urteil:

I. Die Revision wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00 sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt der Verein TV X.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel am 24.8.2014 TV X - ASV Y entschied der SR in der 75. Spielminute beim Stande von 1:0 auf Strafstoß für den Revisionsführer. Der Elfmeterschütze schoss den Ball an die Querlatte und beförderte den abprallenden Ball, ohne zwischenzeitliche Berührung eines anderen Spielers, anschließend ins Tor. Entgegen Nr. 14 der Fußball-Regeln des DFB erkannte der Schiedsrichter den Treffer an. Dies bestätigte der Schiedsrichter in seiner Meldung und nochmaligen Stellungnahme gegenüber dem KSG, als auch gegenüber dem BSG. Das Spiel endete schließlich 3:1 für den Revisionsführer, wobei der Revisionsführer erst in der 91. Spielminute das 3:1 erzielte. Auf den Einspruch des ASV Y ordnete das KSG mit Urteil vom 17.9.2014 an, das Spiel wegen eines Regelverstoßes des Schiedsrichters, der mit hoher Wahrscheinlichkeit den Spielausgang beeinflusst habe, nicht zu werten und neu anzusetzen. Gegen das Urteil des KSG legte der Revisionsführer mit Schreiben vom 23.09.2014 Berufung ein. Dies wurde vom BSG mit Urteil vom 15.10.2014 zurückgewiesen. Mit ZIMBRA Antwortfunktion legte der Revisionsführer am 22.10.2014 Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass das BSG einen unzutreffenden Sachverhalt der Beweiswürdigung zugrunde gelegt habe. Ein Spiel in numerischer Unterlegenheit habe es nicht gegeben.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

Nach ständiger Rechtsprechung des VSG (zuletzt Fall 12-12/13) muss die verletzte Vorschrift nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich allerdings zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus. Hier hat der Revisionsführer vorgetragen, dass das BSG von einem objektiv falschen Sachverhalt ausging, weil keine numerische Unterlegenheit des ASV Y bestanden habe. Insoweit steht der Sachverhalt aufgrund des Spielberichts fest, der eine Urkunde darstellt. Der Revisionsführer hat daher nicht nur einen anderen Sachverhalt behauptet, sondern dargelegt, dass in einer Einzelfrage von einem falschen Sachverhalt ausgegangen wurde.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Nach der Rechtsprechung des VSG (Fall 12-12/13) ist die Bewertung der hohen Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang grundsätzlich Tatrichterfrage, der dies am Einzelfall zu entscheiden hat und dabei einen weiten Ermessensspielraum besitzt; mit der Revision kann nur eine Ermessensüberschreitung geprüft werden. Eine solche Ermessenüberschreitung liegt hier nicht vor. Die Ausführungen des BSG zum hypothetischen Verlauf des Spiels sind nachvollziehbar und stehen nicht in Widerspruch zur Rechtsprechung des VSG zur Annahme einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen anderen Spielausgang. Das VSG geht dabei davon aus, dass je kürzer die verbleibende Zeit für eine Mannschaft ist, einen Regelverstoß zu korrigieren, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit für einen Einfluss auf den Spielausgang. Dies hat das BSG berücksichtigt und ging davon aus, dass das Spiel einen anderen Verlauf genommen hätte, wenn der ASV Y in der 87. Spielminute nicht nur den Anschlusstreffer, sondern den Ausgleich erzielt hätte. Dabei spielt die Frage der Anzahl der Spieler auf beiden Seiten erkennbar keine entscheidende Rolle für die Entscheidung. Hätte des BSG erkannt, dass der ASV Y nicht in Unterzahl spielen musste, wäre es in seiner Bewertung noch sicherer gewesen, dass der Verein das 1:1 über die letzten Minuten gebracht hätte. Diese Bewertung ist nicht zu beanstanden. Die Annahme der hohen Wahrscheinlichkeit bedeutet auch nicht, dass es sich um den einzigen denkbaren Spielverlauf handeln musste. Daher sprechen auch entgegenstehende Beispiele in anderen Spielen nicht gegen diese Bewertung.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00014-14/15-VSG
Sitzung vom: 28.10.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey

  
Verfahren gegen SR N. N.

Urteil:

I. Das Sportgerichtsverfahren gegen den N. N. wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Der Betroffene leitete als SR das Spiel der 1. Herrenmannschaften TSV X gegen Y am 14.09.2014. Hierzu verfasste er nach Spielende einen Sonderbericht und schloss diesen mit dem Hinweis ab, dass das Sportgericht um weitere Veranlassung gebeten werde.

Der Verein Y gab daraufhin eine Stellungnahme ab und bat ebenfalls am Schluss dieses Schreibens "auch für diesen Schiedsrichter" das Sportgericht um weitere Veranlassung.

Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass es sich hierbei um eine Anzeige gegen den SR handle.

2. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig, da der Betroffene Funktionär ist.

3. Das Verfahren gegen den Betroffenen ist einzustellen.

Das VSG kommt zur Überzeugung, dass die Äußerungen des Betroffenen sich noch im sachlichen Bereich bewegen und keinerlei Unsportlichkeit darstellen. Auch der Hinweis des Betroffenen, dass an diesem Tag das Derby gegen Y stattfinde und deshalb ein Ordnungsdienst vorhanden sein muss, stellt keine rassistische Äußerung dar. Es handelt sich vielmehr aus Sicht des VSG um eine prophylaktische Vorsichtsmaßnahme. Diese Ausdrucksweise ist dem Betroffenen nicht zu verwehren, im Übrigen ist das VSG der Auffassung, dass allein das Wort "Türke" im Zusammenhang mit einem Fußballspiel nicht per se negativ zu werten ist.

Da somit ein Verstoß gegen geltende Bestimmungen seitens des Betroffenen nicht erkennbar war, war das Verfahren aus tatsächlichen Gründen einzustellen.

Aktenzeichen: 00012-14/15-VSG
Sitzung vom: 23.10.2014
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Frey

Bezirksliga-Spiel TSV X gegen TSV Y vom 12.10.2014
Berufung des Vereins TSV X

Urteil:

I. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des BSG vom 16.10.14 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 60,00 € und die Berufungsgebühr in Höhe von 100,00 € trägt der TSV X.

III. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Anlässlich des Bezirksligaspiels TSV X gegen TSV Y am 12.10.2014 erstattete der amtierende SR eine Sondermeldung. Der Spieler N. N. wurde in der 91. Minute mit FaD vom Platz gestellt, da er seine Gegenspieler mit den Worten "Ihr Wixer, Ihr Arschlöcher" beleidigte.

Der TSV X hat in der 1. Instanz keine Stellungnahme abgegeben.

2. Mit Urteil vom 16.10.14 des BSG wurde der Spieler N. N. nach § 65 I RVO u. a. wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Verbandsspiele gesperrt.

3. Mit Schreiben vom 18.10.14 legte der TSV X Berufung gegen das Urteil ein und begründete dies im Wesentlichen damit, dass man die zwei verhängten Spiele als zu hoch ansehe und es für vergleichbare Vergehen ein Spiel gegeben habe.

4. Das VSG ist für die Entscheidung zuständig.

5. Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

Gemäß § 44 IV RVO kann die Berufung nicht auf Beweismittel gestützt werden, die bereits in der 1. Instanz hätten beigebracht werden können. Auch in der Berufungsschrift wurde nicht vorgetragen, warum in der 1. Instanz eine Stellungnahme nicht abgegeben wurde.

Auch wenn man zugunsten des TSV X keine Verspätung annehmen würde, wäre die Berufung zurückzuweisen. Die verhängte Sperre von zwei Spielen sieht auch das VSG als angemessen, aber auch ausreichend an. Die Geldstrafe ist ebenfalls nicht zu beanstanden. In der Berufungsschrift werden auch die genannten Beleidigungen bestätigt, es wird nur darauf hingewiesen, dass diese gegenüber dem direkten Gegenspieler erfolgt sein sollen, nicht gegenüber dem Schiedsrichter. Dies ist aber unstrittig und ergibt sich auch aus der Meldung des SR.

Da somit das Strafmaß der 1. Instanz insgesamt nicht zu beanstanden war, war die Berufung kostenpflichtig zurückzuweisen.

Aktenzeichen: 00010-14/15-VSG
Sitzung vom: 30.09.2014
Besetzung: Beierlein, Lieb, Preißinger

Bezirksliga-Spiel SC Y gegen FC X vom 09.08.2014
Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 27.08.2014

Urteil:

I. Die Berufung des FC X gegen das Urteil des BSG vom 27.08.2014 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 60 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100 trägt der FC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel SC Y gegen FC X am 09.08.2014 wurde in der 84. Minute ein Spieler des FC X mit einem Feldverweis auf Dauer belegt. Auf dem Weg in die Kabine gab es zunächst ein Wortgefecht des verwiesenen Spielers mit Zuschauern und Mitgliedern des SC Y, wobei der Spieler hierauf körperlich angegangen wurde. Aufgrund dieser tumultartigen Szenen verließen die aktiven Spieler des SC X das Spielfeld und kehrten auch nach Befragung des Spielertrainers N. N. durch den Schiedsrichter nicht mehr zur Fortsetzung des Spiels zurück. Der SR meldete diesbezüglich, dass der Spielertrainer N. N. das Weiterspielen verweigerte.

Mit Urteilen vom 27.08.2014 verhängte des BSG u.a. gegen den Verein eine Geldstrafe in Höhe von 300 € wegen Verschulden eines Spielabbruchs.

Gegen dieses Urteil legte der FC X mittels Antwortfunktion des Postfachsystems (Zimbra) auf das zugestellte Urteil am 29.08.2014 Berufung ein unter Beifügung einer Begründung aus welcher sich auch die Berufung gegen das ebenfalls am 27.8.2014 erlassenen Urteil gegen den Spieler N. ergab.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

3. Die zulässige, insbesondere form- und fristgerecht eingelegte Berufung hat in der Sache keinen Erfolg.

Aus den vorliegenden Unterlagen und Stellungnahmen ist eindeutig zu entnehmen, dass sich die Spieler des FC X geweigert haben, das Spiel fortzusetzen. Ausweislich der ergänzenden Stellungnahme des SR vom 19.9.2014 bestand objektiv für Spieler und Betreuer des FC X allerdings keine Gefahr weiterer Angriffe, sodass nach der Rechtsprechung des VSG kein objektiver sachlicher Grund gegeben war, das Spiel nicht fortzusetzen, zumal auch bereits die Polizei informiert worden war. Beim Verlassen des Spielfeldes durch den Rest der Mannschaft des FC X kam es auch nicht mehr zu verbalen oder gar körperlichen Attacken gegen Spieler oder Betreuer.

Die Tatsache, dass der SR in diesem Zusammenhang möglicherweise nur mit dem Spielertrainer N. und nicht mit dem Spielführer gesprochen hat, rechtfertigt insoweit keine andere Beurteilung.

Die Berufung war daher als unbegründet zurückzuweisen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§ 32,33 RVO, 11 FO

gez. Beierlein gez. Lieb gez. Preißinger

Aktenzeichen: 00009-14/15-VSG
Sitzung vom: 30.09.2014
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Lieb

Bezirksliga-Spiel ATSV Y - SG X am 16.08.2014
Berufung SG X

Urteil:

I. Die Berufung der SG X gegen das Urteil des BSG vom 05.09.2104 wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von € 60 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 100 trägt die SG X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Mit Urteil des BSG vom 05.09.2014 wurde die SG X wegen Verschulden eines Spielabbruches nach § 74 RVO zu einer Geldstrafe von EURO 50,-- verurteilt.
Ferner wurde das Verbandsspiel mit 2:0 für den ATSV Y als gewonnen und mit 2:0 für die SG X als verloren gewertet.
Der amtierende SR hat in seiner Meldung angegeben, dass sich ein Spieler vom ATSV Y in der 73. Spielminute schwer am Kopf verletzt hat. Der Spieler wurde auf dem Spielfeld vom Notarzt versorgt. Nach einer Unterbrechung von ca. 25 Minuten wollte sowohl der Schiedsrichter als auch der ATSV Y das Spiel fortsetzen. Der Schiedsrichter meldet weiter, dass die Gastmannschaft aufgrund der Verletzung sich weigerte das Spiel fortzusetzen.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde am 08.09.2014 form- und fristgerecht eingelegt, §44 Abs.3 RVO.
Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit e RVO.

3. Die Berufung wurde auf den Punkt I und Punkt III beschränkt.
Die Ergebniswertung wird vom Berufungsführer nicht angefochten.

Die SG X hatte nach Ansicht des VSG keine Berechtigung die weitere Austragung des Spieles zu verweigern.
Nach der Meldung des Schiedsrichters und den Stellungnahmen der Vereine war der verletzte Spieler ansprechbar und wurde ärztlich versorgt.
Nach den vorliegenden Stellungnahmen waren insbesondere keine erheblichen äußeren Verletzungen (offener Bruch oder dergleichen) sichtbar.
Ebenso kann den Unterlagen nicht entnommen werden, dass vor Fortsetzung des Spieles es vom Schiedsrichter untersagt worden wäre, dass sich die SG Regnitzlosau ausreichend warm machen bzw. vorbereiten könne.

Die SG X hat durch ihr Verhalten (Weigerung das Spiel fortzusetzen) den Spielabbruch im Sinne des § 74 RVO, 40 SpO verursacht und war daher entsprechend § 74 RVO in Strafe zu nehmen.
Das Bezirkssportgericht hat auf die mögliche Mindeststrafe erkannt.

Die Berufung war als unbegründet zurückzuweisen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Berufungsführer §§ 32, 33 RVO, 11 FO.

Aktenzeichen: 00007-14/15-VSG
Sitzung vom: 30.09.2014
Besetzung: Beierlein, Lieb, Preißinger

Verfahren gegen den Verein X

Urteil:

I. Das Verfahren gegen den FC X wird eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Dem Betroffenen lag folgender Sachverhalt zur Last:
Mit Antrag vom 24.06.2014 beantragte der Verein hinsichtlich des Spielers N. N.einen Statuswechsel als Vertragsspieler, wobei neben dem Vertrag, der eine Vergütung in Höhe von € 250 monatlich vorsah (vgl. § 45 Abs. 2 SpO), eine Zusatzvereinbarung vorgelegt wurde, wonach der Spieler einen Teilbetrag von € 130 monatlich an den Verein zurückerstattet. Diese Vereinbarung war lediglich durch den damals minderjährigen und damit beschränkt geschäftsfähigen Spieler unterschrieben, auf Vereinsseite war lediglich ein Stempel angebracht, jedoch keine Unterschrift.
Der Antrag auf Statuswechsel wurde zunächst durch die zuständige Passabteilung zurückgewiesen.
2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 20 Abs.1 m) RVO.

3. Ein strafwürdiges Verhalten des Vereins im Sinne der §§ 79 a oder 89 Abs.1 RVO liegt nicht vor.

Nachdem der Verein bereits mit dem Antrag die vorliegende Zusatzvereinbarung, die im Übrigen rechtlich unwirksam ist, vorgelegt hat, liegen keine falschen Angaben im Sinne des § 89 Abs. 1 RVO vor, auch wurde bei der zuständigen Passabteilung insoweit kein Irrtum erregt.

Auch ein Verstoß gegen § 79 a RVO ist nicht gegeben, da der Verein seiner Anzeigepflicht gemäß § 45 Abs. 2 SpO grundsätzlich nachgekommen ist. Das Verschweigen einer bestehenden Zusatzvereinbarung würde den Tatbestand des § 89 Abs. 1 RVO erfüllen.

Hiervon unberührt bleibt die Ahndung des Vorfalls als unsportliches Verhalten durch den Verantwortlichen auf Seiten des Vereins.

4. Das Verfahren war daher mit entsprechender Kostenfolge einzustellen.

Aktenzeichen: 00006-14/15-VSG
Sitzung vom: 25.09.2014
Besetzung: Riedmeyer, Lieb, Krause

Bezirksliga-Spiel SC X gegen FC Y vom 09.08.2014
Berufung FC Y gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 27.08.2014

Urteil:

I. Auf die Berufung des FC Y gegen das Urteil des BSG vom 27.08.2014 wird das Urteil aufgehoben und das Verfahren gegen N. N. eingestellt.

II. Die Kosten der Berufung trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

 

Gründe:

1. Beim Bezirksligaspiel SC X gegen FC Y am 09.08.2014 wurde in der 84. Minute ein Spieler des FC Y mit einem Feldverweis auf Dauer belegt. Auf dem Weg in die Kabine gab es zunächst ein Wortgefecht des verwiesenen Spielers mit Zuschauern und Mitgliedern des SC X, wobei der Spieler hierauf körperlich angegangen wurde. Aufgrund dieser tumultartigen Szenen verließen die aktiven Spieler des SC Y das Spielfeld und kehrten auch nach Befragung des Spielertrainers N. N. durch den Schiedsrichter nicht mehr zur Fortsetzung des Spiels zurück. Der SR meldete diesbezüglich, dass der Spielertrainer N. N. das Weiterspielen verweigerte.

Mit Urteilen vom 27.08.2014 verhängte des BSG gegen den Spielertrainer N. N. eine Sperre bis 23.10.2014 sowie gegen den Verein eine Geldstrafe in Höhe von 300 € wegen Verschulden eines Spielabbruchs.

Gegen diese Urteile legte der FC Y mittels Antwortfunktion des Postfachsystems (Zimbra) auf das zugestellte Urteil am 29.08.2014 Berufung ein unter Beifügung einer Begründung aus welcher sich auch die Berufung gegen das Urteil ergab.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 e) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Berufung ist zulässig. Insbesondere ist die Einlegung der Berufung ordnungsgemäß erfolgt, auch wenn nicht gemäß § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO die Antwortfunktion des Postfachsystems bezogen auf das hier angegriffene Urteil benutzt wurde, sondern gegen das am selben Tag und bezüglich desselben Spiels verkündete Urteil. Aus der der email-Antwort angehängten Berufungsbegründung geht klar hervor, das gegen beide Urteile Berufung eingelegt werden soll, so dass es eine reine Förmelei wäre, dies nicht anzuerkennen. Sinn und Zweck der Regelung des § 44 Abs. 3 Satz 2 RVO ist vornehmlich, dass sichergestellt wird, dass innerhalb des geschlossenen Postfachsystems nur von dem nachweisbaren Empfänger des Urteils Berufung hiergegen eingelegt werden kann. Somit ist durch die Antwortfunktion gewährleistet, dass der Verein bzw. ein berechtigter Vereinsvertreter die Berufung eingelegt hat. Dies ist auch dann gewahrt, wenn gegen ein Urteil per Antwortfunktion Berufung eingelegt wird und sich aus der angehängten Anlage ergibt, dass sich die Berufung auf mehrere Urteile erstreckt.

3. Die Berufung ist auch begründet. Der Sachverhalt steht aufgrund der weiteren Befragung des amtierenden SR und der Einlassung des Berufungsführers für das VSG fest. Aus der Ergänzung des SR vom 19.09.2014 geht hervor, dass Spielertrainer N. nur in seiner Funktion als solcher die Meinung der Mannschaft und der weiteren Verantwortlichen, also des FC Y insgesamt dem SR mitteilte. Ein überdies hinausgehender Beitrag, ein eigenwilliges oder -mächtiges Handeln des Spielertrainers oder eine von ihm ausgehende Beeinflussung bzw. Aufwiegelung der Spieler oder ähnliches, was die Entscheidung des FC Y zum Spielabbruch herbeiführte, ist nicht zu erkennen. Da eine persönliche Verursachung des Spielabbruchs durch den Spielertrainers somit nicht vorgelegen hat, ist eine Strafbarkeit nach § 72 Abs. 1 RVO nicht gegeben, das Urteil daher aufzuheben und das Verfahren einzustellen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00005-14/15-VSG
Sitzung vom: 16.09.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb

Bezirksliga-Spiel SV X gegen SpVgg X vom 15.08.2014Berufung des Vereins SV X gegen das Urteil vom 26.08.2014

Urteil:

I. Das Urteil vom 26.08.2014 wird in Ziffer I im Strafausspruch dahingehend abgeändert, als der Spieler N. N., wegen § 66 RVO - Rohes Spiel für 5 Verbandsspiele (§ 51 V RVO) der Mannschaft des Vereins SV X gesperrt wird.

II. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Beim Verbandsspiel SV X - SpVgg Y am 15.08.2014 war der Spieler N. N., SV X vom SR mit Rot vom Platz gestellt worden. Das zuständige BSG belegte den Spieler mit einer Sperre von sieben Verbandsspiele
der Bezirksligamannschaft seines Vereins.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des SV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde am 27.8.2014 form- und fristgerecht eingelegt, §44 Abs.3 RVO.

Das VSG ist zuständig gemäß § 20 Abs.1 Lit e RVO.

3. Die Berufung ist auch begründet. Das vom Schiedsrichter in der Meldung
vom 16.08.2014 gemeldete Vergehen des Spielers N. ist als rohes Spiel nach § 66 RVO zu werten. Das VSG kam zur Überzeugung, dass auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Gegenspieler nach dem Foulspiel verletzt ausgeschieden ist und mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde, eine Spielsperre von fünf Verbandsspielen tat- und schuldangemessen ist, so dass aufgrund der eingelegten Berufung, das Urteil des BSG dahingehend abzuändern war, dass der Spieler N. N. nur für fünf Spiele zu sperren war.

4. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 32, 33 RVO.

 

 

Aktenzeichen:        00001-14/15-VSG

Sitzung vom           09.08.2014

Besetzung:             Riedmeyer, Preißinger, Frey

 

  

 

Bayernliga-Spiel SV Y gegen SpVgg X II vom 30.07.2014

Wiederaufnahmeantrag der SpVgg X hinsichtlich des Spielers N. N.

Urteil:

 

I.     Das rechtskräftig abgeschlossene Sportgerichtsverfahren (Urteil des Sportgerichts vom 03.08.2014) gegen den Spieler N. N. wird wieder aufgenommen.

 

II.    Ziffer II wird dahingehend abgeändert, dass die Sperre für alle anderen Verbandsspiele seines Vereins mit einschließlich 05.08.2014 begrenzt wird.

 

III.   Die Gebühr des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von € 50,00 trägt die SpVgg X. 

 

 

Gründe:

Mit Urteil des Sportgerichts vom 03.08.2014 wurde der Spieler N. N. für zwei Verbandsspiele der Bayernliga Mannschaft seines Vereins SpVgg X gesperrt. Die Sperre gilt nach Ziffer II des Urteils darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf von zwei Spielen der Bayernliga Mannschaft der SpVgg X.

Der Spieler N. N. zählt zum Kader der 3. Liga-Mannschaft der SpVgg X. Zum Zeitpunkt des Erlasses des Urteils war vorgesehen, dass sowohl die Bayernliga-Mannschaft, als auch die Drittligamannschaft jeweils am Wochenende und unter der Woche ein Spiel haben, so dass der Spieler ab dem 06.08.2014 wieder eingesetzt hätte werden können. Das Bayernligaspiel am 03.08.2014 fiel jedoch aus. Da ausgefallene Spiele bei der Zählung der Verbandsspiele nicht mitwirken, würde die Sperre für alle Verbandsspiele dazu führen, dass der Spieler Bichler in der 3. Liga für mindestens drei Spiele aussetzen müsste, obwohl er in der Bayernliga Mannschaft nur für zwei Spiele gesperrt wurde. Im Hinblick auf die Bedeutung der 3. Liga erscheint dies unbillig.

Nach ständiger Rechtsprechung des VSG (z.B. Fall 00086-12/13 VSG) kann die Sperre nach Ziffer II begrenzt werden, wenn durch diese zusätzliche Sperre der Strafzweck nach Ziffer I überschritten wird. Nach der Rechtsprechung des VSG stellt die Sperre nach Ziffer II keinen Automatismus da, sondern muss vom Sportgericht zusätzlich festgelegt werden. Ein Automatismus würde zwangsläufig dazu führen, dass durch die unterschiedliche Gestaltung der Spielzeiten (insbesondere beim Beginn der Spielzeiten und in der Winterpause) tatsächliche Sperrzeiten wirksam würden, die weit über das an sich gewollte Strafmaß hinausgehen. Insbesondere an der Schnittstelle zwischen Amateurfußball und Ligen mit üblicherweise bezahlten Spielern wäre dies ein nicht rechtfertigender Eingriff in die Berufsausübung.

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze der VSG-Rechtsprechung, der Tatsache, dass der Spieler bereits in zwei Spielen der 3. Liga nicht eingesetzt werden konnte, sowie der Rechtsfolge, dass die Sperre nach Ziffer I bestehen bleibt, er also ggfs. ein weiteres Bayernligaspiel noch aussetzen müsste, erscheint es gerechtfertigt, die Sperre für alle anderen Verbandsspiele auf den Tag einschließlich zu begrenzen, an dem das zweite Spiel der 3.-Liga-Mannschaft stattgefunden hat.

Urteile 2013/14

 

 

Aktenzeichen: 00121-13/14-VSG
Sitzung vom: 03.03.2015
Besetzung: Riedmeyer, Müller, Krause

 

Berufung des TSV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 27.05.2014

Urteil:


I. Die Berufung des TSV X gegen das Urteil des Sportgerichts vom 27.05.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der TSV X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Berufungsgebühr in Höhe von € 200,00.

Gründe:


1. Beim Landesligaspiel ASV Y gegen TSV X am 30.04.2014 erstattete der SR Meldung dahingehend, dass er in der 70. Minute den Gästetrainer N. N. wegen Reklamierens persönlich ermahnt hatte. In der 76. Minute habe Herr N. geschrien: "So etwas Schlechtes wie Euch und was ihr zusammen pfeift habe ich schon lange nicht mehr gesehen! Hört mir bloß auf ihr 3!" Hierauf habe der SR diesen wegen erneuten Reklamierens aus dem Innenraum verwiesen.

Der Verbandsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 100 €. Das Sportgericht verurteilte Trainer N. N. mit Urteil vom 27.05.2014 nach §§ 47, 48 RVO wegen einer ähnlich gelagerten Vorstrafe zu einer Geldstrafe von 150 € und den Kosten des Verfahrens unter Mithaftung des TSV X.

Über das BFV-Postfach legte der TSV X am 31.05.2014 Berufung ein und begründete diese damit, dass der SR massiv überzogen und Verlauf und Ausgang deutlich beeinflusst hätte sowie dass der Bekanntheitsgrads des Trainers für die Entscheidung des SR maßgebend gewesen wäre. Ferner wurde auf die erstinstanzlich eingereichte Stellungnahme Bezug genommen, in welcher man einräumte, dass der Trainer sich nach einer - aus seiner Sicht - Fehlentscheidung des SR zu der in der Meldung genannten Äußerung hinreißen ließ.

2. Die Berufung ist zulässig, sie wurde form- und fristgerecht eingereicht, das VSG ist gemäß § 20 Abs. 1 d) RVO zuständig.

3. Die Berufung ist jedoch unbegründet. Der Sachverhalt, insbesondere die Äußerung der lautstarken Reklamation mit beleidigendem Charakter gegenüber dem SR-Gespann, steht aufgrund der Einlassung des betroffenen Vereins fest. Das VSG sah deshalb keinen Anlass eine Reduzierung der vom Sportgericht ausgesprochenen Strafe vorzunehmen. Nach Auffassung des VSG unter Berücksichtigung der vom Berufungsführer nicht widerlegten Schilderung des SR ist zwingend eine Bestrafung nach §§ 47, 48 RVO geboten. Die Verhängung der Geldstrafe von 150 € ist nicht zu beanstanden, da tat- und schuldangemessen, insbesondere nachdem der Trainer in dieser Saison bereits einschlägig vorgeahndet war. Die Berufung war somit zurückzuweisen.

Die Kostenfolge ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 8 b) und 13 d) FO.

Aktenzeichen: 00120-13/14-VSG

Sitzung vom: 26.11.2014

Besetzung: Riedmeyer, Frey, Preißinger

Verfahren gegen N. N., MTV X

Urteil:

I. Der Spieler N. N., DJK X, wird wegen Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter gemäß § 68 Abs. 2 RVO aus dem Bayerischen Fußball-Verband ausgeschlossen. Ihm wird dauerhaft das Recht aberkannt, einem Mitgliedsverein des Bayerischen Fußball-Verbandes anzugehören.

II. Der Spieler N. N. trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € unter Mithaftung seines Vereins MTV X.

 

Gründe:

Dem Betroffenen liegt zur Last, am 4.4.2014 im A-Klasse-Spiel TSV Z gegen die SG MTV X als Spieler der DJK Y nach einer gegen ihn ausgesprochenen gelb-roten Karte in der 73. Minute zweimal versucht zu haben, den amtierenden Schiedsrichter mit einem Kopfstoß zu verletzen, wobei der Schiedsrichter einmal leicht getroffen wurde. Nachdem der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen hatte, kam der Betroffene nach einigen Minuten in die Kabine des Schiedsrichter, packte diesen am Kopf, presste ihn an die Wand und versetzte diesem mit beiden Händen jeweils einen Schlag auf die Ohren. Durch diese Vorgehensweise erlitt der Schiedsrichter erhebliche Schmerzen und Hörstörungen für 3 Tage. Der Betroffene wurde durch Strafbefehl des AG München wegen des Vorfalls rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt, darüber hinaus erfolgte eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von Euro 2000 an den Schiedsrichter. Der Spielerpass wurde durch seinen Verein an den Verband zurückgegeben.

Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 Abs.1 a) RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.


Der Sachverhalt steht zur Überzeugung des VSG fest aufgrund der vorliegenden Unterlagen und Atteste sowie den Angaben der in der durchgeführten mündlichen Verhandlung vernommenen Zeugen A und B. Der Betroffene selbst hat sämtliche Vorfälle einschließlich des zur gelb-roten Karte führenden unsportlichen Verhaltens vollumfänglich bestritten. Die rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung sowie die Zahlung des Schmerzensgeldes wurden mit Verheimlichung vor der Familie gerechtfertigt.

Beide Zeugen bestätigten Ausholbewegungen des Betroffenen im Sinne eines versuchten Kopfstoßes, aus der Meldung sowie der ergänzenden Vernehmung des Geschädigten C ergibt sich eindeutig, dass dieser auch einmal leicht getroffen wurde. Auch der Sachverhalt, der sich in der Kabine zugetragen haben soll, ist für das VSG absolut glaubhaft, er deckt sich mit den Angaben der Zeugen, denen gegenüber der Schiedsrichter unmittelbar danach von einem tätlichen Angriff mit Würgen berichtet hat sowie den ärztlich festgestellten Verletzungen. Der Geschädigte war im Rahmen seiner Vernehmung absolut sachlich und hat den Sachverhalt glaubhaft ohne Belastungseifer geschildert.

Die Angaben des Betroffenen stellen eindeutig Schutzbehauptungen dar, er hat immerhin einen Gesamtbetrag von 4400 Euro bezahlt und wurde aus seinem Verein ausgeschlossen, ohne sich trotz angeblicher Unschuld dagegen zur Wehr zu setzen.

Der Betroffene war daher wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter in einem besonders schweren Fall gemäß § 68 Abs. 2 RVO zu bestrafen.

Bei der Findung einer angemessenen Strafe hat das VSG zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass er aus der Spielgemeinschaft ausgeschlossen wurde und an den SR ein Schmerzensgeld bezahlt hat, auch die rechtskräftige Verurteilung wurde gesehen. Ein Geständnis oder eine Entschuldigung konnten nicht positiv gewertet werden, der betroffene war vielmehr völlig uneinsichtig.

Zu seinen Lasten war zu sehen, dass es sich um mehrere tätliche Angriffe, zum Teil ganz massiver Art gegen den Schiedsrichter gehandelt hat, dieser wurde nicht unerheblich verletzt und war arbeitsunfähig. Der Betroffene handelte grundlos und völlig überzogen.

Unter Abwägung aller für und gegen den Betroffenen sprechenden Umstände erachtete das VSG daher den Ausschluss des Betroffenen als unabdingbar. Angesichts des ganz massiven Verhaltens kamen mildere Mittel nicht in Betracht.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO. Nach den Richtlinien für die Bildung von Herrenspielgemeinschaften haftet der federführende Verein, hier der MTV X, für das Verhalten seiner in der Spielgemeinschaft eingesetzten Spieler.

Aktenzeichen: 00119-13/14-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Frey


Revision des 1. FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.10.2014


Urteil:

I. Die Revision des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 09.10.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der 1. FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 

Gründe:

1. Mit Urteil des JSG vom 16.09.2014 wurde der Revisionsführer wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von € 20,00 belegt. Gegen dieses Urteil legte der Revisionsführer per Einschreiben am 20.09.2014 Berufung ein. Diese wurde vom BSG mit Urteil vom 09.10.2014 als unbegründet zurückgewiesen. Das Urteil wurde am selben Tag per BFV-Postfach zugestellt. Das Urteil enthielt die Rechtsmittelbelehrung. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Revision binnen der Einlegungsfrist zu begründen ist und dass die Frist um zwei Wochen verlängert werden kann.

Mit Einschreiben legte der Revisionsführer am 15.10.2014 Revision ein und beantragte, die Frist zur Begründung bis zum 23.10.2014 zu verlängern. Mit Verfügung vom 21.10.2014 wurde die Fristverlängerung antragsgemäß gewährt. Eine Revisionsbegründung ging innerhalb der Frist nicht ein.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

3. Die Revision ist unzulässig.
Gemäß § 45 Abs. 1 RVO gelten hinsichtlich der Revisionsberechtigung, der Form und der Fristen die Bestimmungen des § 44 Abs. 2 und 3, welche vorsehen, dass das Rechtsmittel schriftlich binnen einer Woche eingelegt werden muss. Die Antwortfunktion des Postfachs ersetzt dabei die Schriftform. Zusätzlich gilt, dass in der Revisionsschrift die verletzte Vorschrift bezeichnet und dargelegt werden muss, wodurch die Bestimmung verletzt wurde. Die Frist zur Begründung der Revision kann auf Antrag vom Vorsitzenden um längstens 2 Wochen verlängert werden. Dieser Antrag ist innerhalb der Einlegungsfrist zu stellen. Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des VSG (Fall 52, 2000/2001; Fall 41 2005/2005) die verletzte Vorschrift zwar nicht explizit genannt werden, aus der Begründung muss sich aber zweifelsfrei ergeben, welche Vorschrift gemeint ist, und wodurch sie verletzt wurde, reine Tatsachenbewertungen reichen nicht aus.

Im vorliegenden Fall wurde jedoch binnen der verlängerten Frist keine Revisionsbegründung eingereicht. Damit ist die Revision unzulässig und musste verworfen werden.


4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

 

Aktenzeichen: 00118-13/14-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger


Verfahren gegen den Spieler N. N., SpVgg X

 

Urteil:


I. Der Spieler N. N., SpVgg X wird wegen einer Tätlichkeit nach § 67 RVO bis zum 06.06.2016 gesperrt.

II. Der Betroffene trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von Euro 60 unter Mithaftung der SpVgg X.

 

Gründe:


Dem Betroffenen liegt zur Last am 7.6.2014 beim Spiel Y gegen SpVgg X nach einer gegen ihn ausgesprochenen roten Karte wegen Beleidigung eines Zuschauers versucht zu haben, gegen diesen Zuschauer tätlich zu werden. Nach Eingreifen des vorhandenen Ordnungsdienstes schlug der Betroffene dem Leiter des Ordnungsdienstes mit der flachen Hand ins Gesicht, so dass dieser zu Boden ging.
Die Zuständigkeit des Verbandssportgerichts ergibt sich aus § 20 RVO, nachdem vorliegend ein Ausschluss des Betroffenen in Betracht kommt.
Der Sachverhalt steht fest aufgrund der Meldung des amtierenden SR sowie der telefonischen Anhörung des Geschädigten vom 22.7.2014 durch das KSG.
Der Verein des Betroffenen hat den Sachverhalt im Wesentlichen eingeräumt und darauf hingewiesen, dass der Betroffene, der sich selbst trotz entsprechender Gelegenheit nicht geäußert hat, durch die Zuschauer mehrfach beleidigt und provoziert wurde. Der Betroffene sei auch aus der Fußballabteilung entlassen worden.

Das Verhalten des Betroffenen stellt ohne Zweifel eine Tätlichkeit in einem besonders schweren Fall im Sinne des § 67 Abs.1 RVO dar, die auch mit einem Ausschluss geahndet werden kann.
Im Rahmen der Findung einer angemessenen Strafe wurde zugunsten des Betroffenen berücksichtigt, dass dieser nicht ausschließbar vorher durch Zuschauer beleidigt und provoziert wurde, was jedoch ein derartiges massives Verhalten, insbesondere gegen den daran nicht beteiligten Leiter des Ordnungsdienstes keinesfalls rechtfertigen kann. Auch die Tatsache, dass der Geschädigte keine nennenswerten Verletzungen erlitten hat sowie dessen Ausschluss aus der Fußballabteilung konnten zugunsten des Betroffenen gewertet werden.
Zu seinen Lasten war jedoch zu sehen, dass es sich hier um ein ganz massives Vorgehen gegen mehrere Personen, nämlich Zuschauer und Mitglieder des Ordnungsdienstes gehandelt hat.
Unter Abwägung sämtlicher Umstände sowie der nicht ausschließbaren Provokation des Betroffenen erachtet das VSG die Verhängung einer Sperre von 2 Jahren als tat- und schuldangemessen, aber auch erforderlich, um den Betroffenen von der Begehung weiterer Taten abzuhalten.
Von einem Ausschluss konnte gerade noch abgesehen werden.
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32, 33 RVO, 11 Ziffer 13 d) FO.

 

 

Aktenzeichen: 00117-13/14-VSG
Sitzung vom: 04.11.2014
Besetzung: Riedmeyer, Krause, Lieb


Senioren A Bezirksliga-Spiel TSV X gegen SG Y vom 11.10.2014
Berufung des Vereins TSV X gegen das Urteil vom 21.10.2014


Urteil:

I. Auf die Berufung des Vereins TSV X wird das Urteil des BSG vom 21.10.2014 dahingehend abgeändert, dass die Ziffer II wegfällt.

II. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von 50,00 € sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 60,00 € trägt der Verein TSV X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.


Gründe:


1. Im Verbandsspiel TSV X - SG Y am 11.10.2014 erhielt der Spieler N. N. einen Feldverweis. Mit Urteil des BSG vom 21.10.2014 wurde der Spieler in Ziffer 1 für drei Verbandsspiele der Senioren A-Bezirksliga-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Nach Ziffer II des Urteils gilt die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I des Urteils.
Gegen dieses Urteil richtet sich die Berufung des TSV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs. 2 RVO eingelegt. Ein Ausschluss nach § 44 abs. 4 RVO liegt nicht vor, weil sich die vom Berufungsführer vorgebrachte Unverhältnismäßigkeit im Strafmaß erst aus Ziffer II des Urteils ergeben konnte. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Ziffer II des angegriffenen Urteils führt dazu, dass die Sperrstrafe für den Spieler Langwald sich unverhältnismäßig zur begangenen Tat auswirkt. Eine Nachfrage beim zuständigen Spielleiter hat ergeben, dass die nächsten Verbandsspiele der Senioren-A Mannschaft erst wieder ab April 2015 stattfinden.

Die Anbindung der Sperre nach Ziffer II des Urteils an den Ablauf von drei Verbandsspielen dieser Mannschaft hat zur Folge, dass die Sperre für andere Verbandsspiele sich über einen langen Zeitraum zieht und damit unverhältnismäßig ist.
Ziffer II des Urteils war damit aufzuheben.

4. Kosten: §§ 32, 33 RVO. Im Hinblick auf den Teilerfolg der Berufung bezüglich Ziffer II wurde die Berufungsgebühr um die Hälfte reduziert. Eine weitere Reduzierung kommt im vorliegenden Fall nicht in Betracht, da der Berufungsführer den ihm bekannten Sachverhalt auch in der ersten Instanz hätte vortragen können.

 


Aktenzeichen: 00115-13/14-VSG
Sitzung vom: 30.09.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Preißinger

Revision des Schiedsrichters N. N. gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 24.07.2014


Urteil:

I. Auf die Revision des Schiedsrichters N. gegen das Urteil des BSG vom 24.07.2014 werden das Urteil des BSG und des KSG aufgehoben und das Verfahren eingestellt.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Dem Betroffenen lag zur Last, als Schiedsrichter beim Kreisliga-Spiel SV X gegen FC Y am 10.11.2013 statt der bei Wahl des kürzesten Anfahrtswegs anfallenden 32 km, tatsächlich 50 km für Fahrtkosten abgerechnet zu haben. Er wurde deshalb vom KSG gemäß § 84 Abs. 1 RVO wegen vorsätzlicher Überschreitung der Spesensätze mit einer Geldstrafe in Höhe von € 50,00 unter Mithaftung FC Z belegt.

Hiergegen legte der Betroffene form- und fristgerecht Berufung zum BSG ein. Das BSG wies die Berufung zurück, gelangte aber zum Ergebnis, dass nur eine fahrlässige Begehung mit Sicherheit nachgewiesen werden kann.

Mit Schreiben vom 29.07.2014 legte der Betroffene gegen das BSG-Urteil vom 24.07.2014 Revision ein. Er rügte einen Verstoß gegen §35 RVO, weil nach seiner Ansicht die Anzeige unzulässig gewesen sei, Er rügt zudem die falsche Anwendung des § 84 RVO, weil diese Bestimmung eine Bestrafung nur bei vorsätzlicher Begehung zulasse.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig. Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist auch begründet.
Wie der Betroffene zu Recht ausführt, setzt eine Bestrafung nach § 84 Abs. 1 RVO eine vorsätzliche Begehung voraus. Die Bestimmung lautet: "Überschreitet der Schiedsrichter bei seiner Spielabrechnung die Spesensätze vorsätzlich, so erfolgt Bestrafung mit einer Geldstrafe von 10 Euro bis zu 50 Euro, in schweren Fällen Sperre von vier Wochen bis zu zwölf Monaten oder Streichung von der Schiedsrichterliste."

Als Spezialvorschrift für den Tatbestand der Spesenüberschreitung durch einen Schiedsrichters schließt § 84 RVO für diesen Tatbestand einen Rückgriff auf §§ 47, 48 RVO aus.

Das BSG stellte in den Gründen dar, dass es von einer fahrlässigen Begehung ausgeht. An diese Tatsachenfeststellung, die vom Betroffenen auch nicht angegriffen wird, ist das VSG als Revisionsinstanz gebunden.

Zwar hat das KSG die vorsätzliche Begehungsweise im Urteilstenor genannt und das BSG die Berufung gegen das Urteil zurückgewiesen. Die Feststellung der vorsätzlichen Begehung im Urteilstenor wird jedoch vom Zurückweisungsbeschluss nicht erfasst. Die Zurückweisung der Berufung mit der Folge, dass das Ersturteil weiterhin wirksam ist, hinderte das BSG daher nicht daran, im Tatbestand festzuhalten, dass nur fahrlässige Begehung vorliegt. An diese Tatsachenfeststellung ist das VSG gebunden, weil Fehler bei der Erkenntnisgewinnung weder vorgetragen wurden, noch sonst wie ersichtlich sind.

Die fahrlässige Begehung ist nach dem eindeutigen Wortlaut von § 84 Abs. 1 RVO nicht strafbar.

Im Ergebnis war daher das Urteil des BSG und des KSG aufzuheben und das Verfahren mangels Strafbarkeit des -Verhaltens des Schiedsrichters einzustellen.

4. Kosten: §§ 30 Abs. 3, 32, 33 RVO

 

Aktenzeichen: 00112-13/14-VSG
Sitzung vom: 19.08.2014
Besetzung: Beierlein, Krause, Preißinger


Revision des Vereins SC X gegen das Urteil des BSG vom 15.07.2014

Urteil:

I. Die Revision wird als unbegründet zurückgewiesen.

II. Die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 trägt der Verein SC X. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:

1. Im Verbandsspiels der B-Jugend des SC X gegen SV Y am 25.05.2014 entschied der Schiedsrichter in der 3. Spielminute auf indirekten Freistoß gegen den Revisionsführer, weil der Torwart den Arm hob und dies der Schiedsrichter als unsportliches Reklamieren wertete. Wo der Torwart im Strafraum genau stand, wurde nicht geklärt. Der Schiedsrichter schritt 9,15 Meter von der Torlinie ab und legte dort den Freistoß fest. Die Spieler des Revisionsführers mussten auf die Torlinie. Der Freistoß führte zu Tor. Der Revisionsführer legte gegen die Wertung des Spiels Einspruch ein und begründete dies mit einem Regelverstoß. des Schiedsrichters.

Das JSG wies den Einspruch mit der Begründung zurück, das Verhalten des Schiedsrichters stelle keinen Regelverstoß dar. Hiergegen richtete sich die fristgerecht eingelegte Berufung, die das BSG mit Urteil vom 15.07.2014 zurückwies. Auch das BSG ging davon aus, dass die Festlegung des Freistoßpunktes eine durch die Sportgerichtsbarkeit nicht überprüfbare Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters sei.

Mit der am 21.07.2014 per Post eingelegten Revision begehrt der Revisionsführer die Aufhebung des Urteils und macht geltend, es habe ein Regelverstoß des Schiedsrichters vorgelegen, weil dieser den Freistoß nicht auf den Punkt gelegt habe, an dem er die Regelwidrigkeit des Torwarts festgestellt habe. Somit habe er gegen Regel 13 der amtlichen Fußballregeln verstoßen.


2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die form- und fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Zwar ist dem Revisionsführer zuzugestehen, dass der Sachverhalt hinsichtlich eines Regelverstoßes von den Tatgerichten weiter hätte aufgeklärt werden müssen. So, wie der Revisionsführer den Vorgang schilderte, hätte tatsächlich ein Regelverstoß vorgelegen. Es hätte daher durch Befragen des Schiedsrichters geklärt werden müssen, ob dieser den Freistoß tatsächlich in einer Entfernung von 9,15 Meter vom Tor festlegte und ob er dies tat, weil er damit den Mindestabstand der Mauer ermöglichen wollte oder weil er das Vergehen dort festgestellt hatte. Im ersteren Fall wäre dies regelwidrig gewesen, mit der Folge eines Regelverstoßes, im letzteren Fall wäre dies seine unangreifbare Tatsachenfeststellung gewesen.

Das Urteil konnte jedoch Bestand haben, ohne dass diese Frage endgültig zu klären war. Gemäß § 38 Abs. 1 a) RVO führt ein Regelverstoß nur dann zur Neuansetzung, wenn dieser die Spielwertung als verloren oder unentschieden mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusste. Dies ist jedoch nach den Grundsätzen, die das VSG hierzu entwickelt hat, regelmäßig bei einem Regelverstoß in der 3. Spielminute nicht gegeben (VSG 09/10-48). Das VSG hat im genannten Urteil darauf hingewiesen, dass bei einem Regelverstoß im ersten Drittel der Spielzeit noch zwei Drittel der Spielzeit zur Verfügung stehen, um das Ergebnis zu korrigieren. Der lange Zeitraum sei grundsätzlich für eine Mannschaft ausreichend, um eine mögliche Fehlentscheidung eines Schiedsrichters zu korrigieren. Der Grund dieser Rechtsprechung liegt darin, dass durch die Sportgerichtsbarkeit Eingriffe in den sportlichen Wettbewerb grundsätzlich vermieden werden sollen. Fehler des Schiedsrichters sind unvermeidlich und daher grundsätzlich hinzunehmen. Die Spielwiederholung wegen eines Regelverstoßes stellt somit einen Ausnahmetatbestand dar, der eng auszulegen ist. Gründe, die ausnahmsweise dazu geführt hätten, dass der mögliche frühe Regelverstoß hier bereits endgültige Auswirkungen auf das Endergebnis hatte, wurden nicht vorgetragen und sind nicht ersichtlich. Alleine der mathematische Einfluss auf das Ergebnis, das 4:4 lautete, reicht dazu nicht aus.

Aus diesen Gründen erwies sich das Urteil des BSG als im Ergebnis zutreffend und war die Revision zurückzuweisen, ohne das die Frage des Vorliegens eines Regelverstoßes geklärt werden musste.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 d) und 7 FO

Aktenzeichen: 00111-13/14-VSG
Sitzung vom: 14.08.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Krause


Revision des SC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 09.07.2014

Urteil:

I. Die Revision des SC X gegen das Urteil des BSG vom 09.07.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der SC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 60,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

 

 
Gründe:

1. Mit Urteil vom 12.06.2014 sperrte das KSG den Spieler N. N. des Revisionsführers für 2 Verbandsspiele der Kreisklasse-Mannschaft seines Vereins (Ziffer I) sowie für alle anderen Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Speere gemäß Ziffer I, weil er im Kreisklassenspiel der SC X gegen FC Y am 25.05.2014 ein unsportliches Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter zeigte. Das Urteil wurde im ZIMBRA Postfach des BFV für den SC X am 12.06.2014 zugestellt. Mit E-Mail vom 19.06.2014 legte der Revisionsführer Berufung zum BSG Unterfranken ein. Allerdings benutzte der Revisionsführer nicht die Antwortfunktion des BFV-Postfaches, sondern seine eigene E-Mail-Adresse. Der Verein war durch die dem Urteil angehängte Rechtsmittelbelehrung darüber informiert worden, dass gegen das Urteil schriftlich ein Rechtsmittel eingelegt werden kann und die Schriftform nur durch die Antwortfunktion des BFV-Postfaches ersetzt werden kann.

Das BSG wies die Berufung mit Urteil vom 09.07.2014 als unzulässig zurück. Dieses Urteil wurde am 09.07.2014 wiederum im BFV-Postfach des Revisionsführers zugestellt. Mittels der Antwortfunktion des BFV-Postfachs legte der Revisionsführer am 10.07.2014 Revision ein. Diese wurde damit begründet, dass die per E-Mail eingelegte Berufung zulässig sein müsse, weil sie der Einlegung mittels des BFV-Postfaches vergleichbar sei.

Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig. Zwar wird die nach Ansicht des Revisionsführers verletzte Vorschrift nicht explizit genannt, aus der Begründung lässt sich aber zweifelsfrei erkennen, welche Vorschrift gemeint ist (§ 44 RVO), und wodurch sie verletzt wurde. Dies reicht nach der ständigen Rechtsprechung des VSG aus (VSG zuletzt Fall Nr. 12 12/13).

3. Die Revision ist jedoch unbegründet.

Das BSG folgte mit seiner Entscheidung der ständigen Rechtsprechung des VSG, wonach eine einfache E-Mail die Schriftform nicht wahrt (Fälle Nr. 14/05/06, Nr. 49/06/07 und Nr. 38/09/10).

Der Grund liegt darin, dass die Schriftform verlangt, dass das Schriftstück durch Briefkopf und Unterschrift den Aussteller erkennen lässt. Nur dann ist die Verantwortlichkeit eindeutig zugewiesen. Nach dem derzeitigen technischen Standard sind diese Voraussetzungen beim allgemeinen E-Mail-Verkehr nicht gegeben, deshalb wahrt eine einfache E-Mail nicht die Schriftform. Als einzige Alternative zur Schriftform kann die Antwortfunktion des ZIMBRA BFV-Postfachs benutzt werden. Es handelt sich hier um ein Postfach in einem abgeschlossenen System. Dieses Postfach wird vom BFV nur dem Mitgliedsverein zur Verfügung gestellt. Erklärungen, die über dieses Postfach abgegeben werden, können zumindest nach den Grundsätzen der Duldungs- und Anscheinsvollmacht immer dem Verein zugerechnet werden, weil nur derjenige dieses Postfach nutzen kann, dem der Verein die Kennung zugänglich gemacht hat. Völlig anders liegt der Fall bei der allgemeinen E-Mail, bei der der Empfänger mit einem vernünftigen Aufwand nicht prüfen kann, ob die Absenderadresse tatsächlich dem Verein zugeordnet werden kann oder nicht. Der Revisionsführer weist in seiner Begründung selbst darauf hin, dass eine Überprüfung der Absenderangaben durch einen Laien nicht möglich ist, vielmehr ein technisch komplizierter Prozess durch ein hierauf spezialisiertes Unternehmen vorgenommen werden muss. Dies widerspricht aber gerade dem Schriftformerfordernis, welches der Rechtsklarheit dadurch dienen soll, dass ohne weitere, umfangreiche Ermittlungen festgestellt werden kann, wer der Aussteller ist.

Auch die Ansicht des Revisionsführers, es werden von mehreren E-Mail-Adressen nur eine anerkannt, ist unzutreffend. Die Zulassung der Antwortfunktion des ZIMBRA Postfaches stellt keine besondere E-Mail-Adresse dar, sondern es handelt sich um ein geschlossenes System des BFV, das dieser zu seinen Amtsträgern und Mitgliedsvereinen unterhält und das auf legale Weise für außenstehende Dritte nicht zugänglich ist.

Das Urteil des BSG entspricht daher der Rechtslage. Die Revision war daher zurückzuwiesen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 I. Nrn. 9 und 13 d) FO

Aktenzeichen: 00099-13/14-VSG
Sitzung vom 16.07.2014
Besetzung: Riedmeyer als Einzelrichter

Wiederaufnahmeantrag von TSV X vom 09.07.2014 hinsichtlich seines Spielers N. N.


Beschluss:


I. Aufgrund des Wiederaufnahmeantrages des TSV X vom 09.07.2014 wird das Urteil des KSG vom 27.05.2014 hinsichtlich der Ziffer II aufgehoben.

II. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

III. Die Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von 50,00 € trägt der/die Spieler/in N. N. unter Mithaftung TSV X.


Gründe:

Mit Urteil des KSG vom 27.05.2014 wurde der Spieler N. wegen unsportlichen Verhaltens für 2 Verbandsspiel/e (§ 51 Abs. 5 RVO) der A-Klasse-Mannschaft des Vereins TSV X gesperrt. Die Sperre gilt darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines jeweiligen Vereins bis zum Ablauf der vorstehenden Sperre.

Der Spieler N. wurde am 18.05.14 mit Roter Karte vom Platz gestellt und durch das KSG mit der Sperre von 2Verbandsspielen der A-Klasse-Mannschaft belegt. Der Spieler N. zählt nunmehr zum Kader der Bayernligamannschaft des TSV X. Da die Bayernligasaison bereits begonnen hat und regelmäßig Spiele stattfinden, wäre der Spieler bis zum ersten Spiel der Kreisligamannschaft für insgesamt 10 Spiele gesperrt. Dies führt im vorliegenden Fall zu einer unbilligen Härte.

Die vom TSV X vorgebrachten neuen Tatsachen rechtfertigen die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 46 Abs. 4 RVO und als Folgeentscheidung die Abänderung des Urteilstenors zu Ziffer II.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus §§ 32,33 RVO i. V. m. § 11 I. Nr. 11. F

Aktenzeichen: 00094-13/14-VSG
Sitzung vom: 01.07.2014
Besetzung: Beierlein, Preißinger, Schreckenbauer

Beschwerde des TSV X gegen den Beschwerde-Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 05.06.2014

Urteil:

I. Die Beschwerde des TSV X gegen den Beschwerde-Entscheid des Verbands-Jugendausschusses vom 05.06.2014 wird zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von 25,00 €, sowie die Beschwerdegebühr in Höhe von 60,00 € trägt der TSV X.


Gründe:

1. Am 25.04.2014 hat die JFG Y beantragt, nach Auflösung der JFG die U-13 Mannschaft, nunmehr des TSV X als eines Stammvereins, in der Kreisklasse einzuteilen. Mit Bescheid vom 21.05.2014 hat der zuständige Bezirks-Jugendausschuss den Antrag abgelehnt. Die dagegen eingelegte Beschwerde der JFG Y wurde vom Verbands-Jugendausschuss mit Entscheid vom 05.06.2014 zurückgewiesen. Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde zum Verbands-Präsidium, die vom TSV X fristgerecht eingelegt wurde. Der Verbands-Präsident hat mit Schreiben vom 24.06.2014 wegen Eilbedürftigkeit das Verfahren dem VSG zur Entscheidung vorgelegt. Der Verbandsanwalt hat mit Schreiben vom 24.06.2014 die Zurückweisung der Beschwerde beantragt.

2. Die Zuständigkeit des VSG ergibt sich aus § 4 Abs. 2 RVO. Die Angelegenheit wurde vom Verbands-Präsidenten dem VSG zugeleitet. Da die Entscheidung die Spielklasseneinteilung der nächsten Saison betrifft, ist die besondere Eilbedürftigkeit gegeben. Der Präsident kann in jeder Lage des Verfahrens die Entscheidung des VSG beantragen.

3. Die Beschwerde des TSV X ist nicht zulässig, er ist nicht beschwerdeberechtigt. Beschwerderecht hat nur derjenige Betroffene, gegen den die angegriffene Entscheidung ergangen ist. Dies ist hier die JFG Y als selbständig eingetragener Verein. Soweit der TSV X geltend macht, er habe als Rechtsnachfolger das Verfahren der JFG übernommen, kann dem nicht gefolgt werden. Nach Auflösung ist die JFG erloschen, die (ehemaligen) Stammvereine sind nicht Rechtsnachfolger. Die Übernahme eines laufenden Verfahrens durch einen anderen Verein ist in der RVO nicht vorgesehen.


Die Beschwerde des TSV X war damit als unzulässig zurückzuweisen.
Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass eine Auslegung der Beschwerde des TSV X als Antrag nach § 12 Abs. 8 JO schon deshalb keinen Erfolg bringen kann, weil die Frist (15. Mai) bereits verstrichen ist. Im Übrigen liegt der von § 12 Abs. 8 JO verlangte besonders gelagerte Härtefall nicht vor. Es handelt sich um die normale, gesetzlich in § 15 a Abs. 9 RVO vorgeschriebene Einteilung in die Normalgruppe bei Auflösung einer JFG, bei der auch subjektive Härten im Rahmen der Gleichbehandlung der Vereine hinzunehmen sind.

4. Kostenentscheidung §§ 32,33 RVO, § 11 Abs. II Nr. 6, 14 FO. Nach der ständigen Rechtsprechung des VSG bei unmittelbarer Vorlage durch den Verbands-Präsidenten wurde nur die Beschwerdegebühr festgesetzt, die dem Stand des Beschwerdeverfahrens entspricht (hier Beschwerde zum Verbands-Präsidium) und nicht diejenige zum Verbands-Sportgericht.

Aktenzeichen: 00092-13/14-VSG
Sitzung vom: 23.06.2014
Besetzung: Beierlein, Schreckenbauer, Krause

 

Revision des 1. FC X gegen das Urteil des Bezirks-Sportgerichts vom 04.06.2014


Urteil:

I. Die Revision des 1. FC X gegen das Urteil des BSG vom 04.06.2014 wird zurückgewiesen.

II. Der 1. FC X trägt die Kosten des Verfahrens in Höhe von € 25,00 und die Revisionsgebühr in Höhe von € 150,00.

Gründe:

1. Beim D-Juniorinnen Bezirksoberligaspiel SG Y gegen 1. FC X am 11.05.2014 wurde die Spielerin N. N. (1. FC X) eingewechselt, obwohl laut SR-Meldung für diese kein Pass vorgelegt werden konnte. Das JSG belegte den Verein wegen unzulässigen Spielereinsatzes mit Urteil vom 23.05.2014 mit einer Geldstrafe in Höhe von 40 € und nahm eine Spielwertung zugunsten des SG Y mit 2:0 vor. Gegen dieses Urteil legte der 1. FC X form- und fristgerecht Berufung ein. Diese wurde mit Urteil vom 04.06.2014 als unbegründet zurückgewiesen. Über die Antwortfunktion des BFV-Postfachs legte der 1. FC X am 10.06.2014 "Berufung" ein und rügt unter anderem das fehlende rechtliche Gehör, da der Verein wegen des ESB erst im Sportgerichtsverfahren die Information von der SR-Meldung wegen des fehlenden Passes bekommen hätte.

2. Das Verbands-Sportgericht ist gemäß § 20 Abs. 1 f) RVO zuständig.

Die fristgerecht eingelegte Revision ist zulässig; das als "Berufung" betitelte Rechtsmittel war in eine Revision umzudeuten.

3. Die Revision ist jedoch unbegründet. Zu Recht haben sowohl das JSG in erster Instanz wie auch das BSG als Berufungsgericht § 18 Abs. 3 JO in nicht zu beanstandender Weise angewendet, nach § 77 RVO verurteilt und - als zwingende Folge - die Spielwertung zulasten des Revisionsführers vorgenommen.
Das VSG hat im Revisionsverfahren die Berufungsentscheidung ausschließlich hinsichtlich Rechtsfehler zu überprüfen, solche sind jedoch nicht ersichtlich. Die vom BSG festgestellten Tatsachen sind für das VSG bindend und müssen entsprechend übernommen werden. Hiernach fehlte der Pass der fraglichen E-Juniorinnenspielerin und es lag eine Bestätigung der Trainerin vor, dass diese Spielerin spielberechtigt ist. Der Pass dieser Spielerin wurde jedoch erst nach Ablauf der 3-Tagesfrist des § 18 Abs. 3 JO dem JSG vorgelegt.

Entgegen der Rechtsauffassung des Revisionsführers geht allein aus dem elektronischen Spielbericht nicht das vorhandene Spielrecht hervor. Durch den ESB wird die Passkotrolle auch nicht entbehrlich. Der Revisionsführer verkennt, dass nach § 18 Abs. 1 JO bei allen Spielen Passzwang besteht. Jeder Verbandsverein muss eigenverantwortlich sicherstellen, dass zum Spiel sämtliche Pässe der einzusetzenden Spieler vorgelegt werden. Fehlen Pässe, wovon der Verein selbst zwangsnotwendig positive Kenntnis hat, kann er entsprechend der Regelung des § 18 Abs. 3 JO den Nachweis antreten. Der Revisionsführer war somit nicht schuldlos an der Einhaltung dieser Frist gehindert, denn er wusste selbst, dass für die E-Juniorinnenspielerin kein Pass vorgelegt werden konnte.

Ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör ist nicht ersichtlich. Dem Revisionsführer wurde vom JSG mit der Verfahrenseinleitung mitgeteilt, dass nach der SR-Meldung der Pass der E-Juniorinnenspielerin fehlte. Der in der Revision neue Vortrag, dass die Trainerin das Spielrecht gar nicht bestätigt hätte, würde auch zu keinem anderen Ergebnis führen, denn auch hiernach handelt es sich um einen unzulässigen Spielereinssatz.

Bei Fehlen eines Passes ist gemäß § 18 Abs. 3 JO innerhalb von 3 Tagen die Spielberechtigung dem zuständigen JSG nachzuweisen ist. Es kommt nicht darauf an, dass der Verein die entsprechende Meldung des SR über den ESB nicht einsehen konnte, denn auch beim herkömmlichen Spielberichtsbogen, ist der SR gehalten, eine Meldung oder die handschriftlich auf dem Spielberichtsbogen zu dokumentierenden Vorkommnisse innerhalb von 2 Werktagen an den Spielgruppenleiter einzusenden bzw. die Meldung an die Vereine zu schicken. Für einen Verein ist es somit risikoreich oder gar unmöglich, abzuwarten, bis die Meldung des SR eingeht und dann erst zu handeln. Vielmehr fordert die kurze Frist des § 18 Abs. 3 JO - egal ob mit oder ohne ESB - ein eigenständiges und unverzügliches Handeln des Vereins ungeachtet eines Hinweises durch den SR oder gar einer Aufforderung durch das Sportgericht.

Der Pass der fraglichen E-Juniorinnenspielerin, der erst nach Ablauf der 3-Tagesfrist des § 18 Abs. 3 JO vorgelegt wurde, führt zu einer Bestrafung nach § 77 RVO und damit zwingend zur Spielwertung. Die Revision war daher als unbegründet zurückzuweisen.

4. Kosten § 32, 33 RVO, § 11 II. Nrn. 6 c) und 9 FO

Aktenzeichen: 00091-13/14-VSG
Sitzung vom: 17.06.2014
Besetzung: Riedmeyer, Beierlein, Schreckenbauer

Berufung TSV X

Urteil:


I. Auf die Berufung des TSV X wird das Urteil des BSG vom 27.5.2014 in Ziffer II aufgehoben. Im Übrigen hat das Urteil seinen Bestand.

II. Die Kosten des Verfahrens trägt der BFV. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Gründe:


1. Infolge eines Platzverweises beim Spiel der Senioren A FSV Y gegen TSV X am 17.5.2014 wurde mit Urteil des BSG vom 27.5.2014 (00215-13/14) in Ziffer I der Spieler N. N. für zwei Spiele der Senioren A Bezirksliga-Mannschaft seines Vereins gesperrt. Nach Ziffer II des Urteils gilt die Sperre darüber hinaus für alle weiteren Verbandsspiele seines Vereins bis zum Ablauf der Sperre nach Ziffer I des Urteils. Gegen die Ziffer II des Urteils richtet sich die Berufung des TSV X.

2. Die Berufung ist zulässig. Sie wurde form- und fristgerecht nach § 44 Abs.2 RVO eingelegt. Ein Ausschluss nach § 44 Abs.4 RVO liegt nicht vor, weil sich die vom Berufungsführer vorgebrachte Unverhältnismäßigkeit im Strafmaß erst aus Ziffer II des Urteils ergeben konnte. Das VSG ist zuständig nach § 20 Abs.1 d RVO.

3. Die Berufung ist begründet. Ziffer II des angegriffenen Urteils führt dazu, dass die Sperrstrafe für den Spieler N. N. sich unverhältnismäßig zur begangenen Tat auswirkt. Wie vom TSV X vorgetragen, finden Spiele der A Senioren Bezirksliga-Mannschaft erst ab Juli 2014 wieder statt. Die Anbindung der Sperre nach Ziffer II des Urteils an den Ablauf von zwei Verbandsspielen dieser Mannschaft hat zur Folge, dass die Sperre für andere Verbandsspiele sich ü